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Der Reichstag zu Trier, im Jahre 1512 zur Zeit Maximilians gehalten

[übertragen und kommentiert von Dr. Margarete Stitz, St. Wendel]

 

Donnerstags nach Invocavit[1], am 5. März (richtig: 4.^t^tMärz) um 4 Uhr nachmittags, ist Kaiserliche Majestät[2] den Rhein abwärts gefahren, in Koblenz an Land gegangen und hat im Deutschordenshaus Quartier genommen. Dort haben Kaiserliche Majestät in Abwesenheit des Elekten von Trier[3] und in Seiner Gnaden Namen empfangen Wilhelm, Herr zu Isenburg[4], Johann, Herr zu Eltz[5], Dr. Johann Gutman, Offizial[6] zu Koblenz, Dr. Liting, Ruprecht von Reil[7], Kaspar von Dieblich[8], Reinhard von dem Burgtor[9], der Siegeler und Dietrich von Diez[10] mit anderen und Ihrer Majestät ein Fuder Wein und etliche Fische geschenkt. Kaiserliche Majestät hat durch ihren Hofmarschall Windischgrätzer[11] den Trierischen antworten lassen, /22v/ Ihre Majestät nehme das Geschenk in Gnaden an und wolle dem Elekten ein gnädigster Kaiser sein.

 

Bei dem Kaiser sind gewesen: Pfalzgraf Friedrich[12], Herzog Ulrich von Württemberg, Herzog Heinrich von Braunschweig, Graf Eitel Friedrich von Hohen-Zollern[13], Graf Hoyer von Mansfeld, Graf Haug von Monfort[14], Graf Philipp von Nassau-Wiesbaden, Graf ... von Isenburg-Büdingen etc., viele Grafen und Herren.

 

Freitags (5.3.) in Koblenz still gelegen und im Deutschen Haus eine Messe singen lassen.

 

Samstags (6.3.) hat Seine Majestät in der Kirche St. Florin für Erzbischof Jacob[15] ein Requiem singen lassen. Nach der Messe ist sie an das Schiff unseres gnädigen Herrn, das an der Brücke hielt, geritten, eingestiegen und die Mosel hinaus gefahren. Seine Majestät hat ungefähr bei sich gehabt /23/ an die 400 Pferde. An diesem Samstag ist Kaiserliche Majestät mittags nach Kattenes gekommen, hat dort füttern lassen. Der Elekt von Trier ist an derselben Stelle moselabwärts gefahren in der Annahme, er könne den Kaiser zu Koblenz empfangen. Da hat der Kaiser den Elekten von Trier gnädig angesprochen und ihm erlaubt, nach Koblenz zu fahren und in drei Tagen nachzukommen. Die Nacht ist der Kaiser in Cochem gelegen.

 

Am Sonntag Reminiscere (7.3.) nach Zell, daselbst in der Kellnerei gelegen.

Der Elekt von Trier hat Seiner Majestät ein Fuder Wein geschenkt, dagegen hat Ihre Majestät dem dortigen Kellner, Jörg von Dienheim[16], sechs und seiner Frau einen Gulden geschenkt.

 

Montags (8.3.) nach Kues gefahren und nachts im Haus des Kellners zu Bernkastel, Friedrich Schwane genannt, gelegen. Dieser hat Ihrer Majestät im Namen des Elekten von Trier 20 Hechte und viele schöne Forellen geschenkt. Kaiserliche Majestät hat ihn mit sechs und seine Frau mit zwei Gulden geehrt.

 

(Randbemerkung:) An demselben Tag fuhr der Elekt von Trier von Koblenz aus in seinem Räteschiffchen, und ich versäumte das Schiff und musste bis Niederfell nachlaufen. /23v/

 

Dienstags (9.3.) zu Neumagen in des von Isenburg Haus geblieben.

 

Mittwochs (10.3.) bis Klüsserath gefahren, dort aufs Pferd gesetzt, nach Trier geritten und das Lager im Palast[17] aufgeschlagen.

 

Donnerstags (11.3.) in Trier.

 

 

Freitags (12.3.) hat Ihre Majestät im Dom eine Messe diskantieren[18] lassen und abends dem Elekten von Trier, der gerade in Pfalzel[19] angekommen war, ausrichten lassen, er wolle dem Elekten von Trier samstags morgens in das Feld nach Pfalzel entgegenreiten und ihn nach Trier hinein führen und dass der Elekt von Trier bei Ihrer Majestät an demselben Morgen essen solle. Der Elekt von Trier hat darum, dass Kaiserliche Majestät ihm entgegenreiten wolle, untertänig gebeten, und er wolle bei Ihrer Majestät essen.

 

Samstags (13.3.) morgens ist der Elekt von Trier von Pfalzel aus mit 60 Pferden nach Trier geritten; Seiner Kurfürstlichen Gnaden sind im Namen des Kaisers beide Grafen von /24/ Zollern und Mansfeld entgegengekommen und in Trier von der St.-Simeons-Pforte über den Markt zum Palast zu geritten. Kaiserliche Majestät hat den Elekten von Trier empfangen, der Elekt hat im Palast bei dem Burggrafen Matern[20] seine Reisekleidung abgelegt, mit dem Kaiser zu Morgen gegessen.

Nach Tisch ist Kaiserliche Majestät mit den oben genannten Fürsten und dem Elekten von Trier über die Römer-Brücke zur Beizjagd mit den Falken ausgeritten. Abends ist sie wiedergekommen, und der Elekt hat sein Lager bei dem Domdechanten von Kriechingen[21] genommen.

 

Am Sonntag Oculi (14.3.) hat der Kaiser in dem Palast eine Messe figurieren[22] lassen. Der Elekt von Trier hat den Trompetern des Kaisers (die mit dem Paukenschläger 13 waren) 13 Goldgulden geschenkt.

 

Montags (15.3.) um acht Uhr abends hatte der Elekt eine gnädige Audienz bei dem Kaiser allein, in welcher der Kaiser ihm versprach, ihn gern mit den Stiftsregalien[23] zu belehnen.

/24v/

 

Dienstag (16.3.), Mittwoch (17.3.), Donnerstag (18.3.).

 

Freitags (19.3.) ist Kaiserliche Majestät mit dem oben genannten Kurfürsten und den Fürsten nach St. Maximin geritten, hat dort die Messe vom heiligen Maximin figurieren lassen und nach der Messe die Reliquien und die Privilegien des Klosters gesehen.

 

Nachmittags um fünf Uhr ist Kaiserliche Majestät mit dem oben genannten Kurfürsten und den Fürsten aus dem Palast zum Friedhof zu durch den Bestern[24] über den Markt und bei der St.-Simeons-Pforte in das Feld dem Kurfürsten Pfalzgrafen entgegengeritten, hat ihn empfangen und ist wieder nach Trier hinein über den Markt durch die Palastgasse in den Palast geritten. Dort hat der Pfalzgraf sich verabschiedet, welchen der obige Kurfürst und andere Fürsten zu seiner Herberge in der Fleischgasse geleitet haben. /25/ Der Pfalzgraf hat um die 60 Pferde gehabt.

 

Samstags (20.3.) haben die kaiserlichen Sänger auf Vermittlung des Kammersekretärs Herrn Gabriel Voigt eine Messe bei den Frauenbrüdern[25] figuriert, abends in der Kirche Unserer Lieben Frau das „Salve Regina“ figuriert.

 

An diesem Samstag ist Kaiserliche Majestät mit kleinem Gefolge aus Trier hinaus nach Berperg[26] zum Grafen Felix von Werdenberg[27] geritten, von dort nach Diedenhofen[28] und weiter nach Metz und hat dort seinen Tribut von den Metzern, den sie keinem außer einem Kaiser selbst liefern, eingezogen. Das ist zu meiner Zeit dieses Mal und vorher auch im Jahre 1492 geschehen.

 

Am Sonntag Laetare Jerusalem (21.3.) haben beide Pfalzgrafen[29] die Messe, die des Kaisers Sänger figuriert haben, /25v/ gehört.

 

An diesem Tag hat der Elekt von Trier im Dom die Messe gehört.

 

An diesem Sonntag kam der Rat[30] von Köln angefahren.

 

Montags (22.3.) nach Laetare haben bei dem Elekten von Trier zu Morgen gegessen und folgendermaßen gesessen: Pfalzgraf Kurfürst; Herzog Friedrich, sein Bruder; Graf Eitel Friedrich von Hohenzollern; der Elekt; Graf Philipp von Nassau, der ältere Rheingraf[31].

 

Die Essen:

Mandelsuppe,

Grundeln,

Aalpasteten,          /26/

Hecht blau mit einem grünen Salz,

Störe mit Rüben,

gesottene Forellen,

Karpfen in einer Nelkenbrühe,

Pfannengebäck,

gebackene Grundeln mit einer gelben Sauce,

Galantinen[32],

gebratene Forellen,

Krebse,

Pasteten.

 

An demselben Tag zur selben Zeit hatte die Trierische Kanzlei die Sänger des Kaisers zu Gast.

 

Ihre Namen:

Herr Thomas, Tenor,

Herr Wilhelm, Bass,

Herr Gregorius, Tenor,

Rotensteyner, Bass,

Georgius Fogel, Alt,

Nikodemus, Bass,

Georgius, Alt,

Gregor, Tenor,

Michael, Tenor.

Mit 10 Jünglingen. /26v/

 

Die ihnen vorgesetzten Gerichte:

Mandelsuppe, heiße Karpfen, Kappesmus[33], Backfisch, Hecht mit Salz, Salm in Pfeffer, gebackene Birnen, Galantinen, Fladen. 

 

Dienstag (23.3.).

 

Mittwochs (24.3.) hat der Gesandte des Erzbischofs zu Köln bei Trier gegessen.

 

An Mariä Verkündigung, das war donnerstags (25.3.), hatte der Elekt von Trier als Gast Dr. Erasmus Topler, Propst zu Nürnberg, Dr. Rebeler und Herrn Hermann Rincker[34].

 

(Randbemerkung zu Dr. Topler:) Er verstarb dort am Tag nach Markus[35], ist begraben bei St. Maximin, vor dem Chor. Er hatte eine jährliche Pfründe von 1500 Gulden und dazu vom Kaiser 1000 Gulden.

 

An diesem Tag haben die Sänger des Kaisers in Oeren[36] figuriert, und außer den schon genannten Kurfürsten und Fürsten sind zu dieser Zeit in Trier gewesen /27/ die Gesandten des Königs von Frankreich, des Herzogs von Ferrara, des Papstes – ein gewisser Ludovicus, welcher Grüße der Rota brachte[37] -, des Königs von Spanien, der Stadt Speyer.

 

(Randbemerkung:) Der Kaiser nannte zu dieser Zeit den König von Frankreich Bruder, doch bevor der Reichstag zu Ende ging, wurden sie Feinde.

 

Freitags (26.3.) nach Mariä Verkündigung ist der Kaiser zurückgekommen.

 

Samstags (27.3.) ist Herzog Johannes von Bayern zu Sponheim[38] mit 40 Pferden angekommen. (Es kam auch an) Herzog Alexanders zu Veldenz [39] Gesandter, Dr. Philipp Sommer.

 

Am Sonntag Judica (28.3.) ist der Kaiser mit den nachfolgenden Kurfürsten, Fürsten und Gesandten nach St. Matthias geritten und hat dort die Messe diskantieren lassen. Der Abt, Antonius[40] genannt, sang die Messe. /27v/

 

Aufstellung im Eingang des Chors:

Rechts:

Kaiser,

Kurtrier (gab dem Kaiser allein Weihwasser),

Kurpfalz,

Herzog Friedrich von Bayern,

Herzog Hans von Bayern,

Württemberg, Herzog von Braunschweig,

Markgraf Hans von Brandenburg[41].

 

Links:

Gesandte des Papstes, Frankreichs, Englands, Navarras, der Walachei.

 

Der Kaiser hatte mit den Gesandten von Frankreich und /28/ Spanien vereinbart, dass dann, wenn Kaiserliche Majestät in der Kirche weilte, jeweils nur ein Gesandter abwechselnd mit dem anderen, nicht beide zugleich, erscheinen sollten (obwohl das, wie später beschrieben, nicht eingehalten wurde, wegen des Hochmuts des Galliers).

 

Das Wiedereinreiten in Trier: Zuerst viele Edle zu Fuß, danach viele Edle zu Pferd, danach zu Pferd viele Grafen und Herren.

 

Nach diesen:

Gesandter der Walachei,

Württemberg,

Brandenburg,

Braunschweig.

 

 

Nach ihnen Herzog Friedrich, der Gesandte von Navarra, Herzog Hans. Nach diesen der Elekt von Trier, der Gesandte von England, der Kurfürst von der Pfalz. Diesen folgten der Gesandte des Papstes, der Kaiser, Gesandter von Frankreich. Danach die kaiserlichen Räte, und so ist man zum Palast eingeritten, wo jeder /28v/ sich verabschiedete.

An diesem Tag kamen die Gesandten des Herzogs von Lothringen und der Stadt Worms.

 

Kaiserliche Majestät hat wegen Else von Naunheim[42], die am trierischen kurfürstlichen Hofgericht einen Prozess verloren und an Kaiserliche Majestät eine Bittschrift gerichtet hatte, dem Elekten zu Trier geschrieben und das Datum so formuliert: „Gegeben in unserer und des Heiligen Reichs Stadt Trier am etc.“ Und als der Elekt das las, schien es Seiner Gnaden, so zu schreiben könnte ihm und dem Erzstift nachteilig sein, wenn er bedachte, wie die Stadt Trier ihm und seinem Erzstift zugehörig war, und er schickte seinen Kanzler zum Kaiser und ließ ihn Seiner Majestät untertänig berichten, wie Trier durch Kaiser Karl IV. ausdrücklich und mit Recht in der Goldenen Bulle dem Erzbischof Kuno von Trier, seinen Nachfolgern /29/ und dem Stift zugesprochen worden sei, Seiner Majestät eine Abschrift davon geben und um die entsprechende Schreibweise bitten. Ihre Majestät hat auch danach, obwohl sie in Trier dem Elekten noch mehr Briefe schrieb, sich gnädiglich davon enthalten, so zu schreiben, und war mit dem geschehenen Bericht[43] als Kaiser zufrieden.

 

Weil der von Hohenzollern mit den Trierern ein Geldgeschäft machen wollte, begab er sich zu Bürgermeister und Rat und fragte sie, ob sie auch Privilegien vom Kaiser hätten und ob sie die bestätigen lassen wollten. Die Antwort lautete, sie hätten keine. Er fragte weiter, zu wem sie gehören, zum Kaiser oder zum Bischof. Sie antworteten, Trier sei eine freie Stadt und gehöre niemandem außer dem Erzbischof, und das mit Maßen.

 

Merke: Die von Trier haben auf Reichstagen nicht die Stellung wie andere (Reichs-)Städte, werden /29v/ auch nicht zur Zahlung von Reichshilfen herangezogen.

 

Montags (29.3.).

 

Dienstags (30.3.) ist Kaiserliche Majestät aus Trier hinausgeritten, auf die Beizjagd, (verbrachte) die Nacht zu Grimburg[44],

 

Mittwochs (31.3.) in Sankt Wendel,

 

Donnerstags (1.4.) in Schillingen[45] zur Übernachtung,

 

und ist am Freitag (2.4.) wiederum nach Trier gekommen.

 

Mittwochs (31.3.) haben die württembergischen Sänger bei den Karmeliten die Messe vom heiligen Sebastian figuriert, mit Orgel.

 

Donnerstags (1.4.) hatte der Elekt zum Morgenmahl die Gäste Herzog Hans von Bayern, Württemberg, Braunschweig, Brandenburg und die Grafen zu Büdingen.

 

Die Gerichte:

Mandelsuppe, /30/

heiße Grundeln,

Aalpasteten,

heiße Hechte,

Stör mit Pfeffer,

ein Pfannengebäck,

heiße Karpfen,

ein Mandelei,

gebackene Grundeln,

ein grünes Mus,

Hausen mit Essig (ein Fässchen mit Hausen hat der Kaiser dem Elekten geschenkt),

gebratene Fische,

ein Krebsmus,

gebackene Birnen,

Galantinen,

Krebs.

 

An diesem Tag sind der Bischof von Gurk[46], Kanzler von Serntein[47] und eine zweite spanische Gesandtschaft gekommen.

 

Freitags (2.4.) hat der Bischof von Gurk bei den Predigern[48] eine Messe vom Wochentage[49] figurieren lassen. /30v/

 

Samstags (3.4.) kam um vier Uhr nachmittags Uriel, der Erzbischof von Mainz[50], geritten, dem der Kaiser mit den Kurfüsten und Fürsten entgegenzog.

 

Am heiligen Palmsonntag (4.4.) ist Kaiserliche Majestät im Dom zur Kirche gewesen, mit den ihm folgenden Kurfürsten, Fürsten und Gesandten. Die kaiserlichen und die württembergischen Sänger haben das Offizium[51] und die Passion figuriert, und zwar über die Maßen gut.

 

Aufstellung:

Rechts: Kaiser,

Mainz,

Trier gab Weihwasser etc.,

Pfalz,

Herzog Friedrich,

Herzog Hans,

Württemberg,

Braunschweig. /31/

 

Links: Gesandte des

Papstes,

Frankreichs,

Spaniens,

Navarras,

Österreichs (der Bischof von Gurk),

der Walachei.

 

 

Ein- und Ausgang der Kirche:

 

Walachei,

Württemberg,

Braunschweig,

Herzog Hans,

Navarra,

Herzog Friedrich,

Trier,

Mainz,

Spanien,

Pfalz,

Papst,

Kaiser,

Frankreich,

Gurk,

Zollern,

Serntein etc.

Der Esel[52] ist wie althergebracht herumgeführt und vor ihm gefiedelt und die Laute geschlagen worden.

 

Der Elekt hat an diesem Tag Geschenke gemacht, wie folgt: /31v/

dem Kaiser zwei Fuder Wein, Fische;

Mainz ein Fuder Wein,

Pfalz ein Fuder Wein,

Herzog Hans ein Stück[53] Wein,

Herzog Friedrich ein Stück Wein,

Württemberg ein Fuder Wein,

Braunschweig ein Stück Wein,

Gurk ein Fuder Wein,

Zollern ein Fuder Wein,

Serntein ein Fuder Wein,

dem päpstlichen Gesandten Fische.

 

Montag (5.4.).

 

Dienstag (6.4.), Mittwochs (7.4.), Donnerstag (8.4.) ist im Palast diskantiert worden.

 

Am Karfreitag (9.4.) hat Bruder Kuno, Dominikaner, morgens um sechs Uhr vor dem Kaiser im Beisein des Elekten von Trier und des Bischofs von Gurk und vieler Grafen und Herren bis acht Uhr die Passion gepredigt.                       /32/

 

Um neun Uhr hat man das Amt angefangen und die Passion figuriert und unsern Herrn ins Grab gelegt[54], nachmittags um drei Uhr die Passion fortgesetzt, bis sie gegen fünf Uhr endete.

 

(Randbemerkung:)

Der Mönch tadelte in der Passion die Geistlichen, dass sie das weltliche Schwert, das nur dem Kaiser zustehe, gebrauchten. Dafür wurde ihm von den Mainzischen ein harter Verweis erteilt.

 

Um einen Ablass zu gewinnen, bin ich am Gründonnerstag

in vier Stunden gegangen

 

zum Heiligen Kreuz,

zu St. Matthias,

zur Neuen Brücke[55],

zu den Kartäusern,

zu St. Johann,

in das Deutsche Haus,

zu St. Martin, zu St. Simeon,

zu St. Marien,

zu St. Paulin,

zu St. Maximin,

in den Dom und

zu Unserer Lieben Frau. /32v/

 

An Karfreitag zu den

Predigern,

Franziskanern,

Augustinern,

Karmeliten.

 

Samstag (10.4.) in die Pfarrkirchen zu St.

Laurentius,

Gervasius,

Antonius,

Gangolf,

Paulus,

zu Unserer Lieben Frau.[56]

 

An diesem Samstag ist Kaiserliche Majestät den Stadtgraben entlang (wie man sagt, in wollenem Gewand und barfuß) betend nach St. Maximin gegangen und hat zu St. Paulin das „Salve Regina“ singen, orgeln und trompeten lassen und ebenso in St. Simeon.[57] Ihre Majestät hat dem Prior zu St. Matthias gebeichtet. Der Erzbischof von Mainz und der Elekt von Trier sind in der Ostermette[58] gewesen. /33/

 

Am heiligen Ostertag (11.4.) ist Kaiserliche Majestät im Palast geblieben und der von Elekt von Trier, der Erzbischof von Mainz und Herzog Hans sind in den Dom gegangen.

 

Der Elekt hat bei sich gehabt

Johann Grafen zu Sayn[59]; Gerlach, Salentin und Wilhelm, Herren zu Isenburg[60], zwei von Kriechingen, einen von Reipoltskirchen[61],

Eberhard Herrn zu Pyrmont[62], Herrn Georg von Eltz, deutschen Komtur[63]; Johann Herrn zu Helfenstein[64], Dr. Heinrich Dungin[65],

Johann Herrn von Eltz, Friedrich vom Hagen[66], Michel Waldecker[67], Hofmeister; Kaspar von Dieblich, Küchenmeister; Quirin von Nassau,

Johann von Nassau[68], Adam vom Stein[69], Friedrich von Eltz,

Wigand von Dienheim, Jörg von der Leyen[70], Caspar von Kronberg[71], /33v/ Godhard von Kleeberg[72], Ott Humbrecht von Schönenberg[73],

Philipp Hilchin[74] den jungen, Karl und Balthasar Boos von Waldeck[75], Johann von Dieblich, Philipp Mühl von Ulmen[76], Brun von Arscheid[77], Adolf von Reckenrodt[78], Albrecht von Arnheim[79], Wysser[80], von Bell[81].

Die trierische Kanzlei:

 

Jorg Kebisch von Speyer,

Peter Maier von Regensburg, Sekretäre;

 

Nikolaus Lant von Zell,

Kollektor Franz von Westhaben,

Ludulf Meyer,

Hans Liesche,

Johann Cugnon von Bar[82].

 

Nachmittags hat Bruder Kuno im Palast vor dem Kaiser gepredigt. Danach ist die Vesper figuriert worden im Beisein des Elekten von /34/ Trier, des Kurfürsten von der Pfalz, Herzog Friedrich, Württemberg, Braunschweig, Gurk, vielen Grafen und Herren.

 

Danach ist Kaiserliche Majestät in den Garten gegangen mit den genannten Herren und hat als Neuigkeit mitgeteilt, der König von Aragon sei der Feind des Königs von Frankreich geworden.

 

An Ostermontag (12.4.) ist Kaiserliche Majestät in den Dom gegangen, folgendermaßen:

 

Zuerst viele edle Grafen, Herren,

Württemberg,

Walachei (Gesandter),

Herzog Friedrich, Navarra (G.),

Herzog Hans; Elekt von Trier,

englischer Gesandter,

Mainz,

Pfalz,

der von Pappenheim mit dem bloßen Schwert,

Papst (G.),

der Kaiser,

Frankreich (G.).

 

Man stand in der Kirche wie am Palmsonntag, statt Spanien England, nämlich der hohe Herr Rupert Wingfield, Ritter, Gesandter des Königs von England und Frankreich bei Kaiserlicher Majestät. /34v/

 

Die Kapläne des Kaisers haben die Messe, die figuriert wurde, gesungen. Der Elekt hat bei dem Kaiser zu Mittag gegessen. Nachmittags sind alle Herren zum Kaiser in den Palast geritten, und dort wurde Rat gehalten.

 

(Randbemerkung:) An dem Tag ist der Gesandte der Stadt Köln, einer von Schiderich[83], bei den Kartäusern jählings gestorben. R.I.P.[84]

 

Dienstag (13.4.).

 

Mittwochs (14.4.) während des Morgenmahls kam Erzbischof Philipp von Köln mit 108 Pferden angeritten.

 

Abends haben Mainz und Köln bei dem Kaiser gegessen.

Nach dem Essen sind bei dem Kaiser gewesen Trier, Mainz, Köln und Pfalz bis nach neun Uhr.

 

Der Elekt von Trier hat den Württembergischen Trompetern sechs Goldgulden geschenkt.

 

Donnerstags (15.4.) hat der Elekt von Trier dem Erzbischof von Köln ein Fuder Wein geschenkt.

 

Freitags (16.4.) kamen zu Schiff gefahren Markgraf Friedrich von Brandenburg, sein Sohn /35/ Kasimir[85] und Schwiegersohn Markgraf Ernst von Baden und ein Graf von Henneberg[86], die Gesandten des Bischofs von Würzburg, Herr Sigmund von Thüngen[87], Ritter, Hofmeister und Herr Peter von Aufseß[88], Domherr; die Gesandten der Stadt Regensburg.

 

An diesem Tag hat Kaiserliche Majestät allen Kurfürsten, Fürsten und Gesandten sagen lassen, dass sie um drei Uhr nachmittags auf dem Rathaus erscheinen sollten, welches Rathaus im Collegium[89] in der St.-Dietrichs-Gasse fein und schön mit vielen Räumen eingerichtet war.

 

Demnach sind zu diesem Haus geritten Markgraf Friedrich, Kasimir und Hans von Brandenburg, Markgraf Ernst von Baden, der Elekt, Köln, Herzog Hans;

 

um vier Uhr:

Württemberg,

Herzog Friedrich,

Braunschweig,                             /35v/

Mainz,

Kaiser,

Pfalz;

Kaiserliche Räte und Zollern.

 

Um vier Uhr hat Kaiserliche Majestät die Ursache dieses Reichstags vorstellen lassen und damit den Reichstag angefangen, man trennte sich zwischen fünf und sechs.

 

 

Samstags (17.4.) haben Kurfürsten, Fürsten und Gesandte morgens um acht Uhr auf dem Haus Rat gehalten, ohne den Kaiser.

 

Der Rat von Trier hat morgens und nachmittags mit Trank und süßem Backwerk den Herren einen schönen Imbiss gerichtet, obwohl er dazu nicht verpflichtet war.

 

In der Osterwoche ist der Rock unseres Herrn Jesus Christus gefunden worden. Wie es heißt, war er ein wenig verschimmelt und zerrissen, zusammen mit einem sehr kostbaren goldenen Kreuz und anderen bemerkenswerten Reliquien.

 

An Quasi modo geniti (18.4.) hat Kaiserliche Majestät bei den Kartäusern eine Messe figurieren und orgeln und den Bass dabei mit einer Posaune blasen lassen. /36/

 

Aufstellung:

 

Rechts:

Kaiser,

Herzog Friedrich,

Markgraf Friedrich von Brandenburg,

Württemberg,

Braunschweig,

Markgraf Kasimir,

Markgraf Ernst,

der von Henneberg

 

Links: Der Prior mit dem Brüdern.

 

Montags (19.4.) sind Kurfürsten, Fürsten und Stände des Reichs auf das Haus zum Rat geritten, der Kaiser zur Jagd nach Dagstuhl,

dienstags nach Beckingen[90],

mittwochs lag er in Hausbach[91],

donnerstags aß er in Zerf zu Mittag,

und um sechs Uhr kam er wieder nach Trier.

 

An genanntem Montag haben bei dem Elekten Gurk und Serntein gegessen. An demselben Montag kam geritten Bischof Wilhelm von Straßburg mit 40 Pferden. /36v/

 

Die Reichsstände haben einen Ausschuss angeordnet, der dienstags (20.4.) morgens zum Rat geritten ist; im Namen des Elekten Johann von Eltz. Nachmittags um zwei Uhr berieten die Kurfürsten und Fürsten selbst. Des Herzogs von Jülich Gesandte, Graf Wilhelm von Wied, Friedrich von Brambach und sein Kanzler, sind an diesem Tag angekommen.

 

Mittwochs (21.4.) ist eine zweite französische Gesandtschaft mit großem Aufwand angekommen. Im Namen des Kaisers haben sie empfangen und sind ihr entgegen geritten Herzog Friedrich und der von Zollern mit anderen kaiserlichen Räten und haben sie in St. Maximin untergebracht.

 

Freitag (23.4.), am Georgstag, haben alle Kurfürsten, Fürsten und Reichsstände auf dem Haus Rat gehalten.

 

Nachmittags tagte der Ausschuss.

 

An diesem Tag hat der Kaiser im Beisein von 19 Kurfürsten und Fürsten die französische Gesandtschaft und ihr Anliegen angehört.

 

Samstags (24.4.) hat man auf dem Haus /37/ wieder Rat gehalten. Bei Köln haben zu Mittag gegessen Trier, Mainz und Pfalz, und es hat 18 Gerichte gegeben.

 

An diesem Tag hat der Kaiser einen Seehund in dem Weiher bei dem Taufborn hetzen lassen, der die Hunde genommen und unter das Wasser gezogen hat. Deshalb musste man den Weiher leer laufen lassen, sonst wäre der Seehund nicht erlegt worden.

 

An dem Sonntag Misericordia domini (25.4.), St.-Markus-Tag, gingen die Herren vom Dom in weißen Gewändern zur Station[92] in St. Laurentius. Der Dompropst trug Sankt Peters Stab[93] und nach dem Gesang der Antiphon „Filiae Jerusalem“[94] in der St.-Laurentius-Kirche sind sie wieder ausgezogen in den Dom und haben das Sonntagshochamt gesungen. Darin waren Trier, Mainz, Köln. Und wenn der St.-Markus-Tag auf einen Werktag gefallen wäre, wäre die Station in St. Matthias gewesen.

 

Zwischen drei und vier Uhr hat der Elekt von Trier dem /37v/ von Brandenburg, dem Markgrafen Friedrich mit seinen Söhnen, ein Fuder Wein geschenkt, dem Bischof zu Straßburg ein Stück.

 

Montags (26.4.) ist man auf das Haus zum Rat geritten. Bei dem Elekten haben Mainz, Bamberg und Straßburg gegessen. Nach dem Abendessen ist unser gnädiger Herr zum Kaiser in den Palast gegangen wegen 800 Knechten, die in Euren[95] lagen, die Trier gern aus seinem Lande entfernt haben wollte.

 

An dem Tag ist Herr Jakob von Eltz aus Rom mit dem Pallium[96] gekommen.

 

Um drei Uhr ist der Kaiser mit vielen Fürsten zur St.-Simeons-Pforte ausgeritten, den Graben entlang zu den Kartäusern, hat dort die Vesper gehört, ist danach in das Feld beizen geritten und um sieben Uhr wiedergekommen.    /38/

 

An demselben Abend haben bei dem Elekten gegessen Herr Johann Schurenfels, Bürgermeister, und Herr Johann Reide, Rentmeister der Stadt Köln.

 

Dienstags (27.4.) morgens wieder im Rat.

 

Zu Morgen haben die Kurfürsten bei Pfalz gegessen. Die Frau des Landgrafen von Hessen zu Spangenberg[97] ist mit 20 Pferden und zwei Wagen angekommen.

 

Mittwochs (28.4.) morgens wieder im Rat.

 

Donnerstags (29.4.).

 

Freitags (30.4.), am Tag des heiligen Quirinus, morgens im Rat.

 

Samstags (1.5.), am Tag von Philippus und Jakobus, um 12 Uhr wieder zum Rat.

 

An diesem Tag war Weihefest der größeren Trierer Kirche[98], dort erschienen die Herren von St. Paulin und Simeon. Im Hochamt waren Trier, Mainz, Bamberg.

 

An diesem Tag hat der Elekt Bamberg ein Stück Wein geschenkt, /38v/ Christoph[99] von Baden ein Stück, dem Hochmeister des Deutschen Ordens[100] ein Stück.

 

Jubilate, 2. Mai, haben bei dem Elekten von Trier der Erzbischof von Köln, Friedrich, Kasimir und Hans von Brandenburg, Markgraf Ernst von Baden und der Graf von Henneberg, kölnische Grafen und Räte zu Mittag gegessen.

 

Der Kaiser hat in eigener Person im Beisein der Kurfürsten und Fürsten dienstags und donnerstags nach Misericordia Domini, an Philippus und Jakobus und Jubilate die Sache, betreffend den Totschlag des Grafen von Sonnenberg[101], zwischen den Truchsessen von Waldburg und Graf Felix von Werdenberg in aller Länge angehört und zuletzt entschieden: Ihre Majestät habe die Sache gehört, wolle nun darin handeln, wie es sich gebühre.

 

Montags (3.5.), am Fest der Kreuzauffindung, hat Kaiserliche Majestät im Dom eine Gedächtnismesse für die Kaiserin Frau Maria Bianca[102] lesen lassen.

 

Dienstags (4.5.), beging man das Gedächtnis Erzbischofs Jakob von Trier und anderer Räte und Diener, die das Jahr über verstorben /39/ waren, feierlich und schön.

 

An dem Tag ist der Kaiser in Richtung Luxemburg geritten und hat nachts in Macheren[103] gelegen. Nachmittags hielten die Fürsten Rat. Zu Mittag haben bei dem Elekten von Trier gegessen der Hochmeister des Deutschen Ordens, Markgraf Christoph von Baden (der während des ganzen Essens stand), Markgraf Philipp von Baden, Markgraf Hans von Brandenburg und der von Zollern.

 

Mittwochs (5.5.) ist der Kaiser wiedergekommen.

 

Donnerstags (5.5.) ging man wiederum zu Rat.

 

Freitags (7.5.) zu demselben Rat. Lorenzo Campeggi, Gesandter des Papstes, hat bei dem Elekten von Trier zu Mittag gegessen.

 

Samstags (8.5.) hat der Ausschuss auf dem Haus getagt.

 

Cantate (9.5.) hat der Kaiser im Palast die Messe gehört, die wurde diskantiert. Darin wurde /39v/ mit Zinken und Posaunen geblasen, im Beisein von Trier,

Mainz,

Köln,

Pfalz,

Bamberg,

Straßburg,

Herzog Friedrich von Bayern,

Markgraf Friedrich von Brandenburg,

Württemberg,

Christoph von Baden,

Herzog Hans,

Braunschweig,

Markgraf Kasimir von Brandenburg,

Philipp von Baden,

Hans von Brandenburg und

Ernst von Baden.

 

Nach der Messe und im Beisein der Kurfürsten und Fürsten hat der Kaiser die Gesandten der Schweiz angehört. Der Elekt hat diesen Morgen bei Württemberg gegessen.

 

Montags (10.5.) ist Pfalz heimgeritten, die anderen Kurfürsten und Fürsten begaben sich aufs Haus zum Rat.

 

Dienstags (11.5.) ist Herzog Hans hinweggeritten. Vor und nach Mittag hielt man Rat betreffs Veränderung /40/ oder Verlagerung dieses Reichstags nach Köln, wie dann nachfolgend auch geschehen und der Reichstag daselbst zu Köln beendet worden ist[104].

 

An dem Tag ist Herzog Erich von Braunschweig angekommen.

 

Vocem jucunditatis (Sonntag, 16.5.).

 

Exaudi (Sonntag, 23.5.).

 

 

 



[1] 1. Fastensonntag. Der 1. bis 5. Fastensonntag sowie die Sonntage nach Ostern haben ihre lateinische Bezeichnung nach dem Anfang des Eingangsgesangs (Introitus) der Messe.

[2] Kaiser Maximilian I., geb. 1459, gest. 1519, aus dem Haus Habsburg.

[3] Richard von Greiffenklau zu Vollrads, geb. 1467 in Schloss Vollrads bei Oestrich-Winkel (Rheingau), am 15.5.1511 vom Domkapitel zum Erzbischof gewählt. Zur vollen Amtsbefugnis brauchte er noch die Bestätigung durch den Papst. Es fehlten ihm auch noch die Sonderrechte („Regalien“), die ihm vom Kaiser verliehen werden mussten, damit er die Macht eines Kurfürsten hatte. Peter Maiers Bezeichnungen „der Erwählte“(lat. „electus“) bzw. „Trier“ werden im Folgenden meistens mit dem Fachbegriff „der Elekt (von Trier)“ wiedergegeben.

[4] Wilhelm von Isenburg-Grenzau, Domherr.

[5] Burg Eltz bei Münstermaifeld.

[6] Vorsteher des erzbischöflichen Gerichts.

[7] Amtmann in Koblenz; Reil: Ort mit Adelssitz links der Mosel westlich von Zell.

[8] Ritter von Miehlen (Ort südl. von Nassau), genannt von Dieblich (Ort am rechten Moselufer gegenüber von Kobern-Gondorf); als Küchenmeister war er maßgeblich an der Finanzverwaltung beteiligt.

[9] Koblenzer Stadtadelsgeschlecht.

[10] Trierischer Amtmann in Koblenz, aus Diez an der Lahn.

[11] Österreichisches Adelsgeschlecht mit Stammsitz Windisch Grätz in Slowenien.

[12] Der ältere Bruder des Kurfürsten Ludwig V. von der Pfalz; Friedrich führt auch den Titel „Herzog von Bayern“.

[13] Kaiserlicher Hofrat.

[14] Stammsitz in Vorarlberg.

[15] Jakob von Baden, † 27.4.1511, Erzbischof seit 1503 als Nachfolger seines Großonkels Johann von Baden.

[16] Mit dem „Sienheim“ des Manuskripts muss der Ort Dienheim (mit Herrensitz) bei Oppenheim gemeint sein, vgl. unter dem 11.4. „Wigand von Dienheim“.

[17] In der umgebauten Palastaula Konstantins, an deren  Westseite sich die Pfarrkirche St. Laurentius befand. – Zu diesem wie zu anderen hier genannten Orten vgl. Heinz-Tacke-Weiner: Trier 1512 – Heiliger Rock 2012. Reisewege durch das historische Trier, Petersberg 2011.

[18] Mit improvisierender kolorierter Oberstimme singen.

[19] In den Ruinen eines römischen Palastes (palatiolum) erbaute Residenz der Trierer Erzbischöfe, heute Stadtteil von Trier.

[20] Einer der Burggrafen von Ehrenbreitstein?

[21] Grafschaft mit Sitz westlich von St.Avold in Lothringen, heute: Créhange.

[22] Mehrstimmig singen.

[23] Stift: Bistum; Regalien: bestimmte Hoheitsrechte (urspr. Königsrechte).

[24] Rückwärtiges Tor (porta posterna, auch „Bostern“) des Domfreihofs.

[25] Karmeliten.

[26] Berbourg in Luxemburg bei Grevenmacher.

[27] Burg und Städtchen in Vorarlberg. Zur Person: Siehe unten unter dem 2. Mai.

[28] Heute: Thionville.

[29] Friedrich und Kurfürst Ludwig.

[30] D.h. die Gesandtschaft des Rates.

[31] Einer der Wild- und Rheingrafen von Dhaun und Kyrburg (Kirn).

[32] Eine Art Sülze. Vgl. Heinz-Tacke-Weiner (Anmerkung zum 10.3.) S. 84 ff.

[33] Kohl.

[34] Die damals wohl reichste Kölner Familie.

[35] D. h. am 26. April.

[36] Benediktinerinnenkloster St. Irminen, benannt nach dem antiken „horreum“ (Speicherbau).

[37] Wahrscheinlich Verwechslung des Vornamens von Laurentius Campeggi, Beisitzers des päpstlichen Gerichts (Rota Romana).

[38] Pfalzgraf Johann II. von Pfalz-Simmern (Residenz Simmern). Ursprünglicher Sitz: Sponheim (bei Waldböckelheim westlich von Bad Kreuznach).

[39] Pfalzgraf Alexander von Zweibrücken, Graf von Veldenz, ein Wittelsbacher wie Johann II. und somit Herzog von Bayern.

[40] Antonius Lewen (Loeuenius), 1484-1519.

[41] Johann Markgraf von Brandenburg-Ansbach, Sohn des später (16.4.) erschienenen Friedrich (d. Ä.) von Brandenburg-Ansbach-Kulmbach (fränkische Hohenzollern).

[42] Ort mit ehemaliger Burg westlich von Münstermaifeld.

[43] D.h. mit dieser Regelung.

[44] Bei Hermeskeil.

[45] Westlich von Hermeskeil.

[46] Matthäus Lang von Wellenburg, aus Augsburg stammend, ein enger Vertrauter des Kaisers und Gesandter Österreichs.

[47] Zyprian von Serntein aus einem Südtiroler Adelsgeschlecht, kaiserlicher Kanzler.

[48] Dominikanern.

[49] „De tempore“, d. h. es war kein Fest eines bestimmten Heiligen.

[50] Uriel von Gemmingen (süddeutsches Adelgeschlecht), Erzkanzler des Reiches.

[51] Das Stundengebet, zu dieser Tageszeit: die Terz.

[52] Eine fahrbare Holzplastik des Esels mit dem segnenden Christus, vgl. Heinz-Tacke-Weiner (Anmerkung zum 10.3.) S. 54 f.

[53] Ein Fass, kleiner als das 1000 l fassende Fuder.

[54] Die „Grablegung“ („depositio“) eines Kreuzes in der Krypta, ein trierischer Sonderritus, war offenbar unabhängig vom Kontext der Passion.

[55] Kloster der Bernhardinerinnen bei der Nonnen- bzw. Löwenbrücke südlich des Neutors an der Straße nach St. Matthias.

[56] Zur Topographie vgl. die Karte bei Heinz-Tacke-Weiner (Anmerkung zum 10.3.) S. 186.

[57] Da die Fastenzeit seit mittags 12 Uhr zu Ende war, trugen diese samstäglichen (s. auch unter dem 20.3.) marianischen Abendandachten bereits festlichen Charakter.

[58] Die Mette ist die Matutin als Teil des nächtlichen Stundengebets. Sie konnte mit den Laudes vereinigt werden und mit einem feierlichen „Te Deum“ enden.

[59] Sayn-Wittgenstein.

[60] Gerlach ist wie Wilhelm Herr von Isenburg-Grenzau, Salentin von Isenburg-Neumagen und St. Johannisberg (bei Kirn).

[61] Östlich von Lauterecken (Pfalz), Stammsitz der Herren von Hohenfels.

[62] Burg nördlich von Karden.

[63] Statthalter des Hochmeisters des Deutschen Ordens.

[64] Trierischer Erbmarschall, Stammsitz: Burg H. unterhalb von Ehrenbreitstein.

[65] Dungin von Wittlich, Doktor beider Rechte, Kanzler und enger Vertrauter des Kurfürsten Richard.

[66] Burg Hagen (Hahn) bei Lebach, seit 1300 ist die nahegelegene Burg La Motte Stammsitz.

[67] Waldecker von Kaimt (Ort gegenüber von Zell/Mosel).

[68] Diese beiden Brüder sind nicht verwandt mit dem Grafenhaus Nassau. Johann, Hofmeister in Trier, war mit Christine, der Schwester Richards von Greiffenclau, verheiratet gewesen. Er erwarb mit seinem Bruder Quirin die Sporkenburg (nördl. von Bad Ems) von den Herren von Helfenstein. Sie nennen sich daher „von Nassau-Sporkenburg“.

[69] Stammsitz: Burg Stein bei Nassau, heute Ruine.

[70] Stammsitz derer von Leyen: bei Kobern-Gondorf.

[71] Burg Kronenberg in der Eifel, westlich von Stadtkyll?

[72] Burg westl. von Butzbach (Hessen), Nachfahren der Herren von Isenburg-Büdingen.

[73] Schön(en)berg (-burg): Adelsgeschlecht aus der belgischen Eifel (Schoenberg „im Oisling“ östl. von St.Vith).

[74] Ritter Hilchin von Lorch.

[75] Stammsitz Waldeck bei Dommersheim (westlich von St. Goar).

[76] Eifeler Rittergeschlecht mit Stammsitz östlich von Daun.

[77] Ascheid bei Niederwambach (Westerwald).

[78] Reckenroth bei Katzenelnbogen im Rhein-Lahn-Kreis.

[79] Arnhem am Niederrhein?

[80] Adliger aus Moselweiß (heute Stadtteil von Koblenz)?

[81] Edler von der Burg Bell bei Maria Laach.

[82] Herzogtum in Frankreich (Bar-le-Duc).

[83] Kölner Patrizierfamilie.

[84] Requiescat in pace: Er ruhe in Frieden!

[85] Kasimir von Brandenburg-Kulmbach.

[86] Burg bei Meiningen (Thüringen); Residenzort der Grafen: Römhild.

[87] Fränkisches Adelsgeschlecht. Konrad II. von Thüngen war Fürstbischof von Würzburg.

[88] Stammhaus im Landkreis Bayreuth.

[89] D.h. in der 1473 gegründeten Universität. Im Folgenden ist nur vom „Haus“ die Rede.

[90] Komturei des Deutschen Ordens.

[91] Zwischen Mettlach und Losheim.

[92] Ausgangs- oder Zwischenstation einer Prozession.

[93] Eine besonders kostbare Reliquie, zweimal geteilt; seit 1794 ist aber nichts mehr davon in Trier vorhanden.

[94] „Ihr Töchter Jerusalems, schaut am Festtage die Märtyrer (Laurentius!) mit den ihnen vom Herrn geschenkten Kronen!“

[95] Heute ein Stadtteil von Trier.

[96] Kurze weiße Stola mit schwarzen Kreuzen, Abzeichen eines Erzbischofs. Nach der Darstellung Peter Maiers im „Huldigungsbuch“ kam das Pallium erst am 29.4. nach Trier. Gleichzeitig traf die päpstliche Bestätigungsbulle ein, so dass Greiffenklau am 30. Mai vom Erzbischof von Mainz die Bischofsweihe erhielt und am 4. Juli seine Primiz feierte.

[97] Anna von Braunschweig, deren kranker Gatte Wilhelm I. die Regierung an seinen Bruder Wilhelm II. abgegeben und sich auf sein Schloss Spangenberg (östlich von Melsungen) zurückgezogen hatte.

[98] D. h. des Domes, mit großer Prozession.

[99] Vater von Ernst und Philipp; der verstorbene Erzbischof Jakob war sein ältester Sohn.

[100] Albrecht von Brandenburg-Ansbach.

[101] Felix von Werdenberg hatte seinen Grenznachbarn Andreas von Sonnenberg (Sohn des Truchsessen von Waldburg), mit dem er zerstritten war und der ihn zudem noch wegen seiner kleinen Statur beleidigt hatte, ermorden lassen.

[102] Maria Bianca Sforza, zweite Gemahlin Maximilians, + 1510.

[103] Rodemachern, heute: Rodemack (nördlich von Cattenom). Hier residierte Christoph I. von Baden als von Maximilian eingesetzter Gouverneur für das Herzogtum Luxemburg.

[104] Weil seine Tochter Margarethe, die sich als Statthalterin der Niederlande im Konflikt mit dem Herzog von Geldern befand, inzwischen immer dringender Unterstützung brauchte, reiste Maximilian am 17. Mai nach Brüssel ab und kam nicht, wie versprochen, nach 20 Tagen wieder. Die Reichsstände berieten ohne ihn intensiv weiter bis Ende Juni. Im Juli zogen sie, dem Kaiser entgegenkommend, nach Köln um und setzten ab dem 15. zusammen mit ihm den Reichstag fort. Am 12. August erhielt Richard von Greiffenklau endlich vom Kaiser die Regalien.

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