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Krieg in der Luft -> Bombenangriffe auf St. Wendel -> 27.12.1944 und 02.01.1945

Sofortiger Interpretations Bericht Nr. K 3566

Ort: St. Wendel - Verschiebebahnhof

 

Betrachtungszeitraum:

 

Dieser Bericht betrifft Beschädigungen des Ziels am 2. Januar 1945, 13.40 Uhr Ortszeit, und beinhaltet die Ergebnisse der Angriffe am 27. Dezember 1944 und 2. Januar 1945, beide durchgeführt von Flugzeugen der 8th US Air Force; beide Angriffe wurden bei klarem Wetter durchgeführt.

 

Vorläufige Erklärung zu den Beschädigungen:

 

Der Hauptteil des Angriffes scheint sich auf das Gelände des kleinen Verschiebebahnhofes im West-Zentrum der Stadt unmittelbar zu konzentrieren. Jedoch verhindern das Vorkommen von staubbedecktem Schnee überall sowie das verschwommene Bild eine vollständige Erklärung über die Ausmaße der Beschädigung an allen Einrichtungen und Gebäuden des Verschiebebahnhofes und der Stadt.

 

Folgende Einzelheiten der Beschädigung konnten festgestellt werden:

 

Lokomotiv- und Reparaturanlagen

 

Lokomotivschuppen:

ungefähr zu 30 % beschädigt, mit vielen  kleinen und mittleren Löchern im Dach. Zwei kleine Gebäude in der Nähe zerstört. Kleine Löcher in den Dächern von drei oder vier kleinen Gebäuden in der Umgebung und in im Dach eines mittelgroßen Gebäudes, das in kurzer Entfernung nordwestlich davon liegt.

 

Drehscheibe: möglicherweise mittelmäßig beschädigt.

 

Kleiner Wassertank südöstlich des Verschiebebahnhofes:

möglicherweise oben leichte Beschädigung.

 

Bahnhofsanlagen

 

vermutlicher Passagierbahnhof:

zu ungefähr 50 % zerstört, mit einigen kleinen Löchern im Dach.

 

möglicher Verladeschuppen:

ungefähr 70 % des großen Gebäudes möglicherweise mäßig bis ernsthaft beschädigt.

 

Nebengeleise des Bahnhofs und hindurch verlaufende Linien:

Ungefähr 4 oder 5 Gleise sind voraussichtlich durch bis zu 10 Krater unterbrochen, und eine Anzahl Eisenbahnwaggons sind vermutlich zerstört oder beschädigt worden. Die schlechte Qualität der Aufnahmen verhindert eine detailliertere Interpretation.

 

Das südliche Ende des Bahnhofs inklusive eines wahrscheinlich großen Verlade- und Waggonreparaturschuppens nordöstlich des südlichen Bahnhofsausgangs (choke point) wird vom Bild nicht erfaßt.

 

Bis zu sechs von 14 barackenähnlichen Hütten, die in einem vermutlichen Arbeiterlager ungefähr 1.275 yards südsüdöstlich des Bahnhofs standen, wurden zerstört. Ein großes Gebäude im Lager hat ein paar zerbrochene Oberlichter.

 

Nicht weniger als 8 oder zehn Geschäfts- bzw. Wohngebäude in der Stadt St. Wendel wurden zerstört, teilweise zerschlagen oder beschädigt.

 

Kleine konzentrierte Kratergruppen sieht man unmittelbar nordwestlich und südöstlich des Bahnhofs und in den Schreber- und "Hobby"gärten ungefähr 1.800 yards Ost-Süd-Ost und 1.020 yards Süd-Süd-Ost des Bahnhofs.

 

Historische Forschungen · Roland Geiger · Alsfassener Straße 17 · 66606 St. Wendel · Telefon: 0 68 51 / 31 66
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