Schriftzug

Acht

 

Auch Acht findet sich auf fast allen Gemarkun-gen. Sprachgeschichtlich ist das Substantiv von ahd. eigan = (zu eigen) haben, besitzen abzuleiten.

 

?Acht" ist ursprünglich ein ganz indifferenter Aus-druck, dessen Grundbedeutung ?Grundstück, Eigentum" ist. Erst später nahm er eine Sonderbedeutung an und bekam denselben Sinn wie ?Beunde". An der Saar und im Moselgebiet hat Acht die verengte Bedeutung eines Gutes, das aus der Allmende ausgeschieden wurde und dem Grundherrn allein gehörte, also: Herrengut, Erbgut. Gewöhnlich war es umzäunt (vgl. Lamprecht: Deutsches Wirtschaftsleben im Mittelalter, 1. 1. S. 418).

 

Im moselfränkischen Teile des Saargebietes wird es stets ?Aht" gesprochen. Unter den Flurnamen von Wiesbach, Kreis Ottweiler, gibt es ein ?Athlingen", in dem manche den Namen einer eingegangenen Siedlung vermuten (z.B. Max Müller: Geschichte der Stadt St. Wendel. 1927. S. 22). Man stützt sich dabei auf die patronymische Endung ?(l)ngen". Ich bezweifle die Richtigkeit dieser Deutung und halte ?Athlingen" (oder Ahtlingen) für eine Bildung ähnlich wie Wiesling zu Wiese, Stöckling zu Stock, die als Flurnamen mehrfach vorkommen, zumal ?Athlingen" zu beiden Seiten der ?Acht" liegt.

 

=> Benn, Meß, Olk

Historische Forschungen · Roland Geiger · Alsfassener Straße 17 · 66606 St. Wendel · Telefon: 0 68 51 / 31 66
E-Mail: rolgeiger(at)aol.com · (c)2009 hfrg.de

Diese Website durchsuchen

Suchen & Finden  
erweiterte Suche