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Geschichte(n) -> 1706 Die Keller'sche Wendalinuslegende

Über die Legende.

 

Die Legende im katholischen Ritus will erklären, belehren und erziehen. Sie will den Glauben an Gott festigen und die Verehrung der Heiligen als Mittler zwischen den Menschen und Gott fördern. Dabei spielt die Frage nach der geschichtlichen Wirklichkeit dessen, was berichtet wird, keine große, auf keinen Fall eine vorrangige Rolle. Die Erwähnung von Namen, Orten und Daten bildet in erster Linie den erzählerischen Rahmen, in den die Kernaussage, also die religiöse Thematik, eingebettet ist. Deshalb kann es fatal sein, die Legende selbst als geschichtliche Wahrheit anzunehmen.

 

Man sagt, in der Legende steckt ein Körnchen Wahrheit. Das ist sicher so. Aber worin besteht die Wahrheit? In den genannten ?Fakten?, in der Person, über die ?berichtet? wird, oder vielleicht nur in der Kernaussage, der Botschaft?

 

Ich persönlich tendiere im Falle des hl. Wendalinus zu letzterem, denn im Kern zu unterschiedlich sind die älteren Legenden, die erste in Latein, die Wendalinus als Priester oder Mönch darstellt, und die deutschsprachige, die im Kern aussagt, daß ein einfacher Mann niederen Standes einen Edelmann viel höheren Standes positiv beinflussen kann.

 

Die Wendalinuslegende des St. Wendeler Pfarrers Nikolaus Keller, veröffentlicht 1704, mischt die meisten vorhergehenden Legenden zu einer einzigen zusammen, nicht ohne noch ein paar andere Wunder hinzu zu fügen.

 

Die Abschrift stammt aus der Feder von Pastor Rudolf Gerber aus Bernkastel-Kues.

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