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Wassermühlen

 

4. Am nordwestlichen Rand des St. Wendeler Bannes liegt das Hofgut "Göckelmühle". Es hat seinen Namen von einer Getreidemühle, die über einen Mühlenteich aus der Blies gespeist wurde und um 1795 errichtet wurde. Das Wasserrad lag im Innern des Gebäudes. Bis 1818 stand hier zusätzlich noch eine Ölmühle. Der erste Betrieber war ein Müller namens Conrad Kneip aus Ramstein. Er verkaufte 1802 an den Geometer und Müller Johann Zangerle (1762-1831) aus St. Wendel, der wiederum 1815 an den Postverwalter Nikolaus Cetto (1790-1855) aus St. Wendel verkaufte. Nach Cettos Tod ging die Mühle durch Erbteilung an seinen Sohn Heinrich Edmund Cetto (1820-1891). Edmund baute die Mühle um 1880 in eine Ziegelsteinfabrik um, die sich aber nicht halten konnte. Zwischen 1891 und 1933 wechselten die Besitzer in schneller Reihenfolge. Um 1933 ging das Anwesen an Georg und Mina Schlotterbeck, die es in einen landwirtschaftlichen Betrieb umwandeln. Ihr Enkel __ Schlotterbeck betreibt dort heute eine erfolgreiche Schweinezucht.

 

5. Die nächste Mühle flußabwärts ist die Felsenmühle in der heutigen Kelsweilerstraße, die 1584 zum ersten Mal erwähnt wird. Sie hat eine sehr wechselhafte Geschichte. Entgegen der bisherigen Meinung stand sie immer an Ort und Stelle. Die bisherige Meinung, das Gebäude habe bis 1695 etwa 800 Meter nordwestlich seiner jetzigen Position jenseits des heutigen Dammes der Eisenbahntrasse nach Tholey gelegen und sei aufgrund wirtschaftlicher Erwägungen an seinem jetzigen Standort wiederaufgebaut worden, beruht auf einer Falschinterpretation eines Antrags des amtierenden Müllers von 1695, Johann Müller, für die Erlaubnis der Anlage einer neuen Mühle. Der Betrieb als Getreidemühle wurde vor dem 2. Weltkrieg eingestellt. Das Mühlrad betrieb aber zwischen 1920 und 1947 ein sog. "Walzenriffelwerk", mit dem abgenutzte Mahlsteine wieder auf Vordermann gebracht wurden. Seit 1978 beherbergt die Felsenmühle im Untergeschoß eine Gastwirtschaft.

 

Eigentümer der Felsenmühle war bis 1843 das Bistum Trier bzw. die Pfarrkirche St. Wendel. In diesem Jahr löste sich die Familie Dreger aus dem jahrhundertealten Erbvertrag mit dem Kirche. Die Betreiber der Mühle sind seit der Ersterwähnung fast sämtlich bekannt: Hanß Müller vor der Filtz (1584), Stadt St. Wendel (1591), Georg Appel (1600-1608), Conrad Spanhauser von Werschweiler (um 1600), Müller Nickels von Fürth (um 1600), Theobald und Agnes aus Dorf bei Schmelz (1608), Hans Hans Peter Brand (1608-1630), Hans Jakob Heß aus Urweiler, gefolgt von seinem Schwiegersohn Johann Wendelin Müller, dessen Sohn Jakob Müller, dessen Schwiegersohn Johann Peter Breith aus Münchwies (bis 1740), Wendel Müller (1741-1762), Philipp Lawer (bis 1768), Wilhelm Nieder von Saarbrücken (1768-1776), dem Spezialeinnehmer Johannes Coenen aus St. Wendel (1776-1784), dessen Schwiegersohn Johann-Georg Dreger aus Dirmingen (bis 1788), Franz-Karl Hauck aus Blieskastel (ca. 1800) und Josef Dreger, der 1843 die Mühle kauft.

 

6. Unmittelbar unterhalb der Felsenmühle steht am Ende des Neumühlenweges ein Gebäude, das bis etwa 1920 die älteste bekannte Mühle in St. Wendel beherbergte. Im Jahre 1304 wird sie zum ersten Mal genannt - und dann immer wieder durch die Jahrhunderte hinweg. Die Neumühle, auch Xenellardes- oder Sieben-Jungfrauen-Mühle, war eine Getreidemühle, die ihr Wasser über einen kurzen Mühlenteich aus der Blies erhielt. Bevor sie zur  Pfarrkirche St. Wendel kam, hatte sie schon einige Besitzer: Thylemann, genannt Hudestoch, und Conrad, gen. Hubelrus, von Xomberch (bis 27.10.1304 ); Pfarrei des Hl. Wendelin und Conrad, gen. Hubelrus, von Xomberch (ab 27.10.1304); Pfarrei des Hl. Wendelin (01.02.1325); Cleßgin Moller von Breiten (30.12.1464); Pfarrei des Hl. Wendelin ab 1484. Erst am 04. März 1913 wurde der Erbbestandsvertrag aufgelöst. Ab 1484 war sie stets verpachtet, aber 1609 kennen wir auch die Namen der Pächter: Georg Appelmann, Müller (1609); Hans Holtz (12.10.1617 - nach 1634); Johannes Hübscher (1696), sein Schwiegersohn Paul Büffel (ab 1720); Jacob Theobald (1759); Johannes Wassenich (bis 1804); Müller Lorenz Gomm aus Hadweiler (oder Hottweiler) (bis 1805); sein Sohn Josef Gomm und dessen Schwiegersohn Anton Knoll aus St. Wendel (ab 1881).

 

7. Aus heutiger Sicht mitten in der Stadt, doch bis vor 150 Jahren noch weit außerhalb lag die Niederweilermühle, die es gleich zweimal gab, wenn auch in verschiedenen Zeiten. Die erste Niederweilermühle war eine Getreidemühle und lag südlich der heutigen Bahnhofstraße an der Blies, etwa sechs Meter unter dem Betriebshof der Deutschen Bundespost. Seit ihrer Ersterwähnung am 14.11.1343 gehörte sie der Pfarrkirche St. Wendel. Um 1790 wurde sie verstaatlicht und ging in den darauffolgenden Jahren in das Eigentum des damaligen Erbbeständers über. Der letzte Eigentümer war vermutlich die Stadt St. Wendel, die den Betrieb stillegte und im Rahmen der Anlage der Bahnhofstraße das Gebäude abriß.

 

Auch die Pächter und Betreiber dieser Mühle sind bekannt: Nikolaus und Eva von Trarbach (ab 1450), Friedrich (bis 1541), Müller Stephan und Else von Berschweiler (1541-1546), Hans von Fronhofen (ab 26.12.1546), Stadt St. Wendel (1576-1591, erneut 1606), Jakob Bernhard senior (ab 1642), Jakob Bernhard junior (bis 1696), Bartholomäus Müller (ab 1696), sein Sohn Wendelin Müller (ab 1734), Johann Caspar Müller aus Ebernburg bei Köln (ab 19.04.1749), Friedrich Hoenel (um 1767 bis 1776), Johann Wassenich (ab 18.08.1777 - 1806); Johann Josef Hallauer und Peter Josef Recktenwald (bis ca. 1812); Stadt St. Wendel.

 

8. Die zweite Niederweilermühle wurde etwa 50 Jahre nach dem Abriß des Vorgängerbaus durch Carl Adolf Sachse aus Weimar errichtet. Er betrieb hinter der heutigen Volksbank eine Mahl-, Loh- und Schneidemühle sowie eine Knochenstampfe, angetrieben von einer Dampfmaschine mit 10 PS. Schon 1965 ging er pleite, auch seine Nachfolger Gustav Emil Fischer (1865-1873) und Peter Lieser (1873-1874) hielten sich nicht lange. Letzter Eigentümer der Mühle wurde der Hotelbesitzer Johann Riotte II, der 1874 die Mühle kaufte und den Betrieb sofort einstellte.

 

9. Zum Bestand der ersten Niederweilermühle gehörte auch die sog. "Burgnotmühle". Diese Getreidemühle wurde vom Wasser des Bosenbachs angetrieben und lag etwa an der Gabelung Beethoven- und Schillerstraße . Sie wird im Bericht über den Brand der Stadt St. Wendel im Februar 1677 zum ersten Mal genannt. Ihr Abriß erfolgt noch vor dem Jahr 1800 am Bosenbach.

 

10. Am Südende der Stadt in der Gemarkung "Auf der Schleif" wurde ausgangs des 16. Jahrhunderts an der Blies die Antonius-Mühle errichtet, die 1788 Hanßenmühle und schließlich Fausenmühle hieß. 1788 bestand sie aus einer Mahl-, Säg-, Walk- und Ölmühle und gehörte den Brüdern Johannes und Wendel Wassenich und ihrem Schwager Nicolas Steininger.

 

Am 1. März 1849 verkaufte der Bäcker und Wirth Wendel Wassenich die Fausenmühle, bestehend aus der Mahlmühle mit zwei Gängen, einem Schälgang, einer Ölmühle und einer Sägemühle, mit den beiden, dazu gehörigen Wohnhäusern, Scheune, Stallung und Hofbering für die Summe von 6.640 Thalern an den Kaufmann Franz Bruch. Nach dessen Tod ging sie an seinen Sohn Carl Philipp Bruch über. Der verbreiterte sein Angebot noch: "Von heute ab können auf meiner Mühle Feldbrandbacksteine in schöner Waare und großes Format (9½'' l. 4½ '' br. 2½'' h.) pr. Mille à Thlr. 9, bei größeren Partheien billiger abgenommen werden."

 

Im Jahre 1883 erwarben sie die Gebrüder Johann und Joseph Lieser, legten den bisherigen Mühlenbetrieb lahm und richteten stattdessen eine mechanische Werkstätte nebst Verzinnerei ein. Am 30.05.1919 stimmte die Stadtverordnetenversammlung dem Kauf der Fausenmühle samt dem zugehörigen Grundbesitz zu; die Mühle wurde 1919/20 zu Wohnzwecken umgebaut. Die sechs dort entstandenen Wohnungen konnten im Januar 1920 von den Mietern bezogen werden. Den Grundbesitz teilte man in Baugrundstücke auf. Heute heißt der ganze um die Mühle entstandene Stadtteil "Fausenmühle". Ab 1788 sind auch die Müller bekannt, die hier arbeiteten. Es waren Johann Schwan (1788), Conrad Kneip (um 1800), Nikolaus Weber (1815 bis nach 1822), Johann Wachter (bis 1814), Friedrich Cron (um 1839), Nikolaus Lawo aus Osterbrücken (ab 1831) und Jakob Kempf (1844-45).

 

11 + 12. Weitere Mühlen lagen an den Bächen, die im Stadtbereich in die Blies einmünden. Eine - die Burgnotmühle - haben wir bereits kennengelernt. Zwei weitere, über die wir nur spärliche Nachrichten haben, lagen oberhalb von Alsfassen am Johannisbach bzw. am Bresch- oder St. Annenbach etwas unterhalb des heutigen Hütherhofes. Während bei der Fausenmühle vier verschiedene Nutzungsarten in einem Betrieb vereinigt waren, handelte es sich hier um zwei getrennte Mühlen mit getrennten Wasserrädern. Sie werden im Salbuch von 1606 zum ersten Mal erwähnt: ""Auch besitzen Ihre Kurfürstlichen Gnaden eine große Wiese in der Breschbach unterhalb des Weiers. Sie zieht sich hinunter zum einem bis an die Furt unterhalb der Walkmühle, zum anderen bis zu einer markierten Stelle unterhalb der Lohmühle. Sie ist rundherum mit Eichen und anderen sichtbaren Zeichen abgegrenzt. Der Ertrag dieser Wiese beträgt etwa 10 bis 12 Wagenladungen Heu."

 

Die Mahlmühle brannte vor 1615 ab und wurde nicht wiederaufgebaut. Die "Brespacher Loemühl, die Bier hanß LauWer undt Michel LauWer Inhaben, (er)gibt Jährlichß 12 alb".

 

Ein Müller namens Hans Holtz, der 1615 Pächter der Neumühle wurde, bemühte sich um 1606 um die beiden Mühlen, jedoch ohne Erfolg (ins Neuhochdeutsche übertragen): "Ich gebe Eurer Kurfürstlichen Gnaden untertänigst zur Kenntnis, daß vor sehr vielen Jahren in der Breschbach, also auf Grund und Boden, der zu Eurer Kurfürstlichen Gnaden Kellerei gehört, eine Mahlmühle gestanden ist, die durch eine Feuersbrunst zerstört wurde. Mittlerweile steht weiter unten am Johannisbach eine Lohmühle. Diese Mahlmühle wurde betrieben, da die anderen Mahlmühlen, die Eurer Kurfürstlichen Gnaden, der Pfarrkiche und der hiesigen Bürgerschaft gehören, im Sommer durch Wassermangel, im Winter durch Hochwasser, größtenteils nicht betrieben werden konnten. Deshalb war ein zusätzliches Mahlwerk wie das obengenannte notwendig, wie es derzeiten auch der Fall ist. Deshalb wäre es nicht nur für den Kellner Eurer Kurfürstlichen Gnaden, sondern auch für die hiesige Bürgerschaft von Vorteil, wenn die o.a. Lohmühle woanders hin versetzt und die früher hier gestandene Mahlmühle wieder aufgebaut würde."

 

In den folgenden beiden Jahrhunderten werden immer wieder Anträge gestellt, hier eine Mühle (meistens für die Lohegewinnung) zu errichten. Sie werden alle gewährt, aber nie wird eine gebaut. Auch die Lohmühle ist bis 1750 verschwunden - ein Aktenstück über "zu St. Wendel liegenden Churfürstlichen Kellnerey Güter" nennt noch den Platz, "wohe Vor dem Eine Walg=Mühle gestanden".

 

13. Mitten in Alsfassen errichtete im Jahre 1814 der Müller Johannes Wachter, den wir bereits auf der Fausenmühle kurz kennenlernten, die Johannismühle, die im Volksmund als "die Wollmaschin" bekannt ist. Das Hauptgebäude ist das heutige Wohnhaus "Mühlwiesgäßchen 3". Der breite Platz davor war das Auffangbecken für das Wasser, das unterhalb der heutigen Tankfallen aus dem Johannisbach abgeleitet wurde und oberhalb der Conatex die damalige Bliesener (heutige Alsfassener) Straße unterquerte. Spätere Betreiber waren Wendel Demuth und der Tuchmacher Nikolaus Hallauer, beide aus St. Wendel. Letzter bekannter Betreiber der "Spinnerei zu Alsfassen" war um 1891 der Kaufmann und Färber Joseph Johann Baptist Lichtherz aus Morbach, gestorben 1929 in Saarbrücken. Die Mühle ist längst verschwunden, gleichwohl das Wohnhaus noch steht und zwei Modeln aus der angeschlossenen Blauzeugdruckerei im St. Wendeler Stadtmuseum liegen.

 

14. Unterhalb der Neumühle mündet von Urweiler kommend der Todbach, der früher Kelse hieß und einem längst nicht mehr existierenden Dorf namens Kelsweiler seinen Namen gab. Am Oberlauf des Todbachs - gerade noch auf St. Wendeler Bann (direkt hinterm Ortsschild) liegt die Urweilermühle, deren gleichnamiger Nachfolgerbau heute die "Lebenshilfe" berherbergt. Sie wurde 1463 als Walk- und Ölmühle durch den St. Wendeler Bürger Niclas von Rossberg mit Erlaubnis des Trierer Kurfürsten Johann II "an der Rychwiese" erbaut. Damit gehörte sie der Pfarrkirche St. Wendel.

 

Eigenartig ist, wieso dann 30 Jahre später - am 3. Mai 1492 - Wilhelm, Herr zu Esche, in eigenem Namen und dem seiner Schwestern Beatrix von Esche und Anne von Esche und deren Ehemännern die Urweiler Mühle, ein Haus in der Stadt und weiteren Besitz um St. Wendel für 1136 Gulden in Gold an die St. Wendeler Pfarrkirche verkaufte. Drei Jahre später wurde sie an Hennen Beumont und seine Ehefrau Getze, beide Eheleute in Urweiler, erbverpachtet. Den vorliegenden, recht spärlichen Unterlagen zufolge blieb sie drei Generationen lang im Besitz der Familie Johann Beumont und seiner Nachfahren. Sie wurde sogar unter deren Namen genannt, wobei aus "Beumont" das deutsche Wort "Bäumchen" wird. In einer Urkunde aus dem Jahre 1580 steht, daß "Schützges Wendel von Braiten und die Langschues" einige Felder verkaufen, eines davon "auf Mühlen Rech bei Bäumges Mühlen". Johanns Enkel Wilhelm verlor um 1590 die Mühle, weil er sie schuldhaft zerfallen ließ.

 

Peter Miller von Wiessen, der später Peter Heß genannt wurde (nach der Mühle, die zeitweilig den Namen Hessen-Mühle trug), und seine Ehefrau Elisabeth gingen 1590 einen temporären Pachtvertrag auf 30 Jahre mit der Kirche ein und bauten die Mühle neu auf. Sie betriebendie Mühle bis 1609, dann wurde sie an Leonhardt von Hame verpachtet. Doch nicht lange, und Sebastian Holler erhielt den Zuschlag für 30 Jahre, die bis 1656 verlängert werden. Sein Nachfolger war ein Peter Schneider, der bis etwa 1720 die Mühle führte. Über seine "Amtszeit" ist fast nichts bekannt. 1720 wird dann Johannes Hess genannt, ein Urenkel des o.a. Peter Hess. Er gab die Mühle an seinen Sohn Jakob weiter und dieser Ende des 18. Jahrhunderts an seinen Schwiegersohn Mathias Werle aus Leitzweiler bei Hopptstädten. Dessen Enkel Nikolaus starb 1935 als letzter Müller in der Mühle. Als Universalerben hatte er die katholische Pfarrkirche St. Wendel eingesetzt, als Testamentsvollstrecker den Bürgermeister Dr. Flory. Die alten Mühlengebäude wurden 1938 vollständig abgerissen und neu aufgebaut. Während des Zweiten Weltkrieges diente der Neubau als Lazarett, angegliedert an das benachbarte Marienkrankenhaus. Von der ebenfalls dort untergebrachten Arier-Zuchtanstalt der Nazis blieb nur noch der Frauenkopf über dem ehemaligen Eingangsbereich. Heute dienen die mittlerweile stark erweiterten Gebäude der Lebenshilfe St. Wendel als Wohnheim.

 

15. Am 19. Mai 1728 stellen die Gerber Johannes Heyl (Kellereischöffe), Peter Altzfasser, Jacob Knoll und Claudius Heyl, die gerade ihre Gerbhäuser gebaut haben, den Antrag, bei den Gerbhäusern am Alten Woog eine Lohmühle bauen zu dürfen. Das Gebäude wurde in den 1960ern abgerissen.

 

16 + 17. Im bereits genannten Salbuch von St. Wendel aus dem Jahre 1606 werden zwei Mühlen genannt, deren Standorte aber nicht genau bestimmbar sind.

 

Bei den Gemeinen Grundzinsen von Loh- und Walkmühlen wird bei den "Lohmühlen umb St. Wendel und Urwiller" eine Mühle in der Brühl genannt: "Foltzen Wendels Undt frantzen LauWers Loe-Muehlen Im Bruel gibt Jährlichß 6. alb". Nun liegt dieser Brühl aber nicht etwa im Bereich der heutigen Brühlstraße, sondern es ist das Gelände zwischen der heutigen Beethoven-, Werk-, Momm- und Bahnhofstraße. Somit könnte mit dieser Lohmühle die bereits genannte Burgnotmühle gemeint sein, die ebenfalls in diesem Bereich lag.

 

Die gleiche Quelle nennt auf gleicher Seite eine weitere Lohmühle. Die Angabe beschränkt sich auf den lapidaren Satz: "Schwanen Jacobs Loe-Muehl 3. alb"

 

Epilog

 

Von den St. Wendeler Mühlen, die schon vor 1900 bestanden, erlebte keine das 21. Jahrhundert. Als sie die Hoffnungen, die in sie gesetzt wurden, nicht mehr erfüllten, wurden sie stillgelegt. Als sie den Menschen im Wege standen, wurden sie beseitigt. Die letzten fielen der großen Stillegungsaktion in den Fünfziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts zum Opfer.

 

Geblieben sind nur die Orte, wo sie einmal standen, und ab und an die Gebäude, in denen sie betrieben wurden. Und die Erinnerungen, festgehalten in alten verstaubten Dokumenten in Archiven, die über das ganze Land verteilt sind. Dort leben sie weiter und offenbaren sich den Menschen, die sich die Arbeit machen, diese Dokumente zu lesen und die Gebäude und Orte zu besuchen.

Historische Forschungen · Roland Geiger · Alsfassener Straße 17 · 66606 St. Wendel · Telefon: 0 68 51 / 31 66
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