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Geschichte(n) -> 1891 Über farbige Fotografien

Ueber farbige Photographien

 

wird uns von dem Büreau für Patentangelegenheiten G. Brand, Berlin, Kochstraße 4, folgendes berichtet:

 

Herr M. Lippmann, Professor der Physik an der Sorbonne in Paris hat den Akademien der Wissenschaften eine Anzahl Photographien vorgelegt, auf denen alle Farben des Regenbogens fixirt sind. Es hat sich hierbei herausgestellt, daß es noch zwei Farben gibt, Intrarot und Ultraviolet, die unter gewöhnlichen Verhältnissen dem menschlichen Auge als schwarz erscheinen und nur unter besonderer Beleuchtung als Farben erkannt werden können.

 

Die zwischen diesen beiden extremen Farben liegenden Farbenthöne wie: roth, orange, grün, blau etc. erscheinen auf den vorgelegten Photographien, die die Abbildung farbiger Fenster darstellen, in voller Intensität und getreu nach den Originalen. Die Beleuchtung fand hierbei mittels des elektrischen Funkens statt und erläuterte Lippmann, daß der photographische Hergang selbst genau der gleiche ist wie bei einer gewöhnlichen Aufnahme mit dem Unterschiede, daß er anstatt eines schwarzen Hintergrundes hinter der Negativ-Glasplatte einen Spiegel aus flüssigem Quecksilber anbringt, der die Lichtstrahlen zurückwirft, wobei das Silber nicht mehr in einer gleichmäßigen Lage, sondern, je nach dem Einfluß der verschiedenen Farbentöne in verschiedenen außerordentlich dünnen Schichten niederschlagen und der Farbenschiller ähnlich wie bei Perlmutter erzeugt wird. Obgleich die Sache nicht über das Versuchsstadium hinausgekommen ist, so sind die gewonnen Resultate doch schon sehr beachtenswerthe und Professor Lippmann zweifelt nicht, daß das Verfahren bei Vervollkommnung desselben zur Aufnahme von Landschaften und Porträts benützt werden könne.

 

Quelle: Nahe-Blies-Zeitung 1891

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