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The Life and Times of Carl Nicolaus Riotte
(1814-1887)

General Notes
Carl Nicolaus Riotte (Köhler)
Das rastlose und ruhelose Leben eines Freiheitskämpfers
Von Dr. Ewald Köhler

     Das zunehmend an Bedeutung gewinnende Bestreben, dem Handeln der Männer gerecht zu werden, die an der Erhebung des Jahres 1848 beteiligt waren, gibt Veranlassung, eines Mannes zu gedenken und seine nicht alltägliche Vita einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, der durch seine allerdings zweite Ehe, die er in vorgerücktem Alter mit einer jungen Bürgerstochter aus Landstuhl schloß, in Beziehung auch zu unserer pfälzischen Landschaft gesetzt werden kann: Carl Nicolaus Riotte, permanenter Freiheits- und Barrikadenkämpfer im übertragenen Sinne, den ein bunt bewegtes Leben durch die deutschen Landstriche, durch Nord- und Mittelamerika sowie durch die Schweiz führte und der, aus der Enge und Geborgenheit eines bürgerlichen Lebens hinausdrängend, alle Höhen und Tiefen menschlichen Daseins durchschritten hat, ehe sein ruheloses Leben dennoch erfüllt sein Ende fand.
     Carl Nicolaus Riotte wurde am 27. Januar 1814 im saarländischen St. Wendel geboren, wo sein Vater Generalstaatsprocurator im Dienste des Herzogtums Sachsen-Coburg-Gotha, zu dem St. Wendel damals noch gehörte, also oberster Ankläger in der Strafgerichtsbarkeit, etwa unserem heutigen Generalstaatsanwalt vergleichbar, war; der junge Riotte widmete sich, wie sein Vater und wie ein älterer Bruder, der später Landgerichtspräsident in Saarbrücken wurde — es ist dort heute noch eine Straße nach diesem benannt — dem Studium der Rechtswissenschaft, war bei einer Burschenschaft aktiv und wurde nach dem Abschluß seiner juristischen Ausbildung Richter am Landgericht Elberfeld. Am 2. 5. 1842 verehelichte er sich in Trier mit der um zwei Jahre jüngeren Gutsbesitzertochter Anna Maria Wallerath, die ihm in Elberfeld dann vier in den Jahren 1843, 1844, 1846 und 1848 geborene Kinder schenkte. Das Landrichterdasein mochte ihm auf die Dauer zu eintönig erschienen sein; denn er quittierte alsdann den Justizdienst und trat in die Leitung der damals noch auf der Grundlage eines Privatunternehmens betriebenen Bergisch-Markischen Eisenbahngesellschaft ein. Als die Erhebung des Jahres 1848 ausbrach, beteiligte sich Carl Nicolaus Rinne aktiv an den damaligen Ereignissen und mußte, um strafgerichtlicher Verfolgung wegen Hochverrats zu entgehen, mit seiner Frau und seinen vier kleinen Kindern nach Amerika flüchten. Vergegenwärtigt man sich die zur damaligen Zeit zwischen zwei Erdteilen bestehenden Verkehrsverhältnisse, so kann man ermessen, was es hieß, um seiner politischen Überzeugung willen die Heimat verlassen und mit der Familie, womöglich im Zwischendeck eines Auswandererschiffes zusammengepfercht, einer ungewissen Zukunft entgegenfahren zu müssen.
     Die in ihrer Grundhaltung von jeher freiheitlichen Vereinigten Staaten hatten sich politischen Fluchtlingen geöffnet und, damals schon eine Art Vertriebenenfürsorge in der texanischen Stadt San Antonio de Bejahr am Cipolofluß ein Auffanglager errichtet, dem von seinen meist deutschen Insassen der Name Neubraunfeld verliehen wurde. Dort fand Carl Nicolaus Riotte mit seiner Familie ein erstes Unterkommen und schlug sich zunächst kümmerlich als Pferdeknecht durch, bis es ihm gelang, eine kleine Farm zu erwerben und diese zu bewirtschaften. Er nannte sie seiner Gattin zuliebe „Annenruhe“ und verlebte dort über ein Jahrzehnt in Geborgenheit und scheinbarer Ruhe vor dem Sturm, der ihm noch bevorstand. In diese Zeit fällt die Geburt weiterer vier Kinder, von denen eine Tochter nachweislich im Jahre 1853 auf die Welt gekommen ist. Als im Jahre 1861 hauptsächlich um der Abschaffung der damals noch in den Vereinigten Staaten vorherrschenden Sklaverei willen der Sezessionskrieg zwischen den dies erstrebenden Nordstaaten und den eine solche Sklavenbefreiung ablehnenden Südstaaten ausbrach, stellte sich Carl Nicolaus Riotte, obwohl nunmehr in einem der Südstaaten ansässig, auf die Seite der die Sklaverei bekämpfenden Nordstaaten und büßte dadurch zum zweiten Male in seinem Leben sein Eintreten für freiheitliche Zielsetzungen, diesmal damit, daß ihm die Südstaatler seine Farm niederbrannten und ihn mit seiner nunmehr großen Familie zur Flucht in die ihm ideologisch mehr zusagenden Nordstaaten zwangen. Er wandte sich zunächst nach New York und kam dort in Verbindung mit einer von dem deutschstämmigen Generalmajor Sigl befehligten Milizbrigade, in der viele Pfälzer und Saarländer dienten. Er trat als alter preußischer Landwehroffizier in diese Einheit ein und kämpfte in deren Stab in der Dienststellung eines Ordonnanzoffiziers gegen die feindlichen Südstaaten. Da wurde der damalige, ebenfalls deutschstämmige Innenminister der Vereinigten Staaten, Carl Schurz, auf ihn aufmerksam, womit eine grundlegende Wende im Leben Carl Nicolaus Riottes eintrat; Carl Schurz schlug dem zu jener Zeit amtierenden Präsidenten Lincoln die Ernennung des befähigten Juristen und Offiziers zum Ministerresidenten und Gesandten der Vereinigten Staaten in dem mittelamerikanischen Staat Costa Rica vor, die Lincoln dann auch noch kurz vor seiner Ermordung im Jahre 1865 vornahm, ein unerhörtes Ereignis, wenn man bedenkt, daß damit ein deutschstämmiger politischer Flüchtling mit einem hohen Staatsamt im diplomatischen Dienst der Vereinigten Staaten betraut wurde.
     Carl Nicolaus Riotte siedelte alsdann in die costaricanische Hauptstadt San José über und widmete sich mit Eifer der Vertretung der Interessen der Vereinigten Staaten. Später vertauschte er dieses Amt mit dem eines Gesandten im benachbarten Nicaragua. in dessen Hauptstadt Managua er in gleicher Diensteigenschaft bis zum Jahre 1873 residierte. Ehrende Nachrufe, die ihm bei seinem Ausscheiden in den Amtsblättern von Costa Rica und von Nicaragua gewidmet wurden, zeugen von seinem fruchtbaren Wirken auf diplomatischem Gebiet in den beiden mittelamerikanischen, gelegentlich von Bürgerkriegswirren erschütterten Staaten, um deren Schlichtung sich Carl Nicolaus Riotte mehrfach verdient gemacht hatte.
     Seine Ehefrau, seine Töchter und die jüngeren Söhne waren in der Zeit seine Wirkens in San José und in Managua in dem klimatisch günstiger gelegenen San Franzisco zurückgeblieben, die älteren Söhne weilten zeitweise bei ihm zumindest in San Jose, wo auch heute noch deren Nachkommen ansässig sind, wie einige der Söhne sich später in New York seßhaft machten. Eine seiner ersten Amtshandlungen in San José im Jahre 1863 war die Trauung seiner eigenen ältesten Tochter Maria Franziska, wozu er als mit standesamtlichen Befugnissen ausgestatteter Diplomat berechtigt war. Diese heiratete 19jährig einen Diplomatenkollegen ihres Vaters, den aus Tägerwilen im Kanton Thurgau stammenden schweizerischen Generalkonsul Otto Ludwig Baron von Schröter, dessen direkte Nachkommen heute noch in San Jose nachzuweisen sind. Aus dieser Ehe entsproß als ältestes Kind eine im Jahre 1864 in San Jose geborene Tochter Jenitta, die sich im Jahre 1885 in Wiesbaden mit dem Sohn des dort amtierenden Regierungspräsidenten, dem seinerzeitigen Seconde-Lieutenant und späteren, erst im Jahre 1939 in Berlin verstorbenen Generalleutnant von Wurmb, Sproß eines altadeligen Geschlechtes aus der Provinz Sachsen, verehelichte.
     Als zu Beginn der Siebziger Jahre unter der Amtszeit des nicht unumstrittenen Präsidenten der Vereinigten Staaten, Ulysses Grant, problematische Regierungsmethoden einrissen, wurde dem freiheitsliebenden Carl Nicolaus Riotte der diplomatische Dienst verleidet; er schied im Jahre 1873 aus und begab sich zu seiner Familie nach San Franzisco, wo er einige Zeit als Rechtsanwalt tätig war. Inzwischen war in ihm, namentlich nach der Reichsgründung im Jahre 1871 die alte Sehnsucht nach der Heimat erwacht, in der er nun alles das zu finden hoffte, was er vor einer Emigration im Jahre 1848 vermißt hatte. Er kehrte nach Deutschland zurück und ließ sich zunächst in Zabern im neu dem Reich einverleibten Elsaß als Rechtsanwalt und Notar nieder. Kurze Zeit danach wurde er, der vor seiner Flucht in die Vereinigten Staaten schon einmal im preußischen Justizdienst gestanden hatte, als Friedensrichter mit dem Titel eines kaiserlichen Amtsgerichtsrats in das idyllische Münster im Oberelsaß berufen, nachdem er zuvor auch dort einige Zeit als Rechtsanwalt und Notar gewirkt hatte.
     Aber bald geriet der jeglicher Freiheitsbeschränkung abholde Carl Nicolaus Riotte in Gegensatz zu den zu jener Zeit nicht immer glücklich verfahrenden Machthabern preußischer Provenienz, die in den neu erworbenen Reichslanden ihres Amtes walteten. Mehrfach erhob er seine warnende Stimme, ohne Gehör zu finden, und fiel deshalb in Ungnade bei seinen vorgesetzten Dienstbehörden. Verbittert kehrte er zum dritten Male in seinem Leben dem Staatsdienst den Rücken und übersiedelte in die freier gesonnene Schweiz, wo er sich an der Universität Zürich als Privatdozent für Staatsrecht habilitierte. Dieser Entschluß fiel ihm um so leichter, als im Jahre 1881 seine abgöttisch von ihm geliebte Gattin Anna Maria, geb. Wallerath, starb. Ein Jahr darauf traf ihn ein weiterer Schicksalsschlag; sein Sohn Pedro, in Amerika während der Farmerzeit geboren, erkrankte an einem unheilbaren Leiden und starb in Bozen, wo er Linderung gesucht hatte. Zu jener Zeit entspannen sich die Beziehungen Carl Nicolaus Riottes zur Pfalz; zu den Freundinnen seiner vier Töchter, die mit diesen einen Teil ihrer Jugend in einem Pensionat in Colmar verbracht hatte, gehörte auch die damals 22jährige Tochter Paula des Landstuhler Steinbruchbesitzers Carl Wentzler, die sich dann mit dem bereits erwähnten Sohn Pedro Riotte verlobte, der jedoch kurz vor der schon angesetzten Hochzeit starb. Da fanden das durch diesen Schicksalsschlag schwer getroffene Mädchen und der jäh verwitwete alternde Carl Nicolaus Riotte zueinander; beide heirateten im Jahre 1882 einander ungeachtet des großen Altersunterschiedes von 46 Jahren, so daß der prädestinierte, aber durch das Schicksal verhinderte Schwiegervater nun zum Ehemann der des Bräutigams beraubten Braut und Schwiegertochter wurde; ein Kuriosum war, daß Carl Nicolaus Riottes nunmehriger Schwiegervater Carl Wentzler 22 Jahre jünger war als sein Schwiegersohn.
     Dennoch wurde diese ungleiche Ehe sehr glücklich und noch durch die Geburt einer im Jahre darauf geborenen, erst im Jahre 1960 im hohen Alter in Bern als Witwe eines schweizerischen Verwaltungsoffiziers, Kaufmanns und deutschen Vizekonsuls verstorbenen Tochter gesegnet.
     Nach fünf Jahre währender zweiter Ehe starb Carl Nicolaus Riotte am 24. Mai 1887 in Zürich-Enge; damit hatte dieses rast- und ruhelose, gewiß nicht alltägliche Leben sein Ende gefunden. In einem holographischen Testament hatte der erfahrene Jurist noch sein Haus bestellt und auch die Autopsie seiner Leiche angeordnet, damit man Genaueres über sein jahrelanges Leiden, wahrscheinlich durch ständige Aufregungen verursachte Geschwürbildungen im Magen- und Darmtrakt, erfahre.
     Trotz seiner langjährigen Verwendung im diplomatischen Dienst in streng katholischen Ländern Mittelamerikas scheint er mit seiner Kirche nicht immer auf dein allerbesten Fuße gestanden zu haben; denn gelegentlich pflegte er sich als Atheist zu bezeichnen, der freilich dem Herrn auf seine Weise diente, wie aus einem noch erhaltenen, nahezu rührenden Brief, geschrieben an einem einsamen Weihnachtsabend des Jahres 1870, an seine ferne weilende erste Frau hervorgeht.
     Seine jüngste Tochter Clara Margarethe, die übrigens laut Gotha erst im Jahre 1943 in der Nähe von München verstorben ist, verehelichte sich im Jahre 1878 in Münster im Elsaß mit dem verwitweten Gutsbesitzer Carl Alexander Freiherr von und zu Aufseß aus dem bekannten fränkischen Geschlecht, der in diese Ehe zwei kleine mutterlos gewordene Töchter mitbrachte, an denen Carl Nicolaus Riottes Tochter Mutterstelle vertreten sollte. Die ältere Tochter aus der Ehe des Freiherrn von und zu Aufseß — die zweite Ehe blieb kinderlos — heiratete später in das Geschlecht derer von Lewinski, die jüngere in die Familie der Grafen Spreti, die in der Nähe von München ansässig sind und aus der ein Sohn am 30 6. 1934 im Zusammenhang mit der unglückseligen Röhmaffäre erschossen wurde.

Die aus Landstuhl stammende zweite Frau Carl Nicolaus Riottes verehelichte sich im Jahre 1892 in Zürich in beiderseits zweiter Ehe mit dem aus Vorarlberg stammenden, in der Schweiz ansässigen Kunstmaler Johannes Weber und lebte mit diesem längere Zeit in Castagnola im Tessin, wo sie vorübergehend ein nicht unbekanntes Hotel führte, bis sie im Jahre 1931 in Zürich starb; ihre beiden Töchter aus der zweiten Ehe Weber leben heute noch in der Schweiz

Mache deine Schuhe zum Wandern bereit!
Öffne die Tore deines Herzens weit, weit, ziehe hinaus
mit hellen Augen und suchender Seele: und
ein Übermaß von Glück wird über dich kommen.

(Erschienen im Heimatbuch des Landkreises St. Wendel, 1971-1972)

Friedrich Karl Heinrich Ewald Köhler
* 07.06.1909 Kaiserslautern
+ 12.03.1977 Mainz (Universitätsklinik)

S.v. Georg Friedrich Köhler, Königl. Reallehrer, Doktor der Philosophie, und Anna Maria Alice Klingel
oo 16.12.1937 mit Therese Lieselotte Herzog
Köhler wohnte 1977 in Mainz-Gonsenheim, In der Meielache 18


Charles N. Riotte (FL Olmstedt Slavery and the South)

CHARLES N. RIOTTE was born in St. Wendel, Prussia, in 1814. He was trained in the law and served for some time as a judge in a superior court in Prussia. He also became director of a railroad, anticipating the consistent interest he would show in railroad promotion during his twenty-five years in the New World. He emigrated to the United States in 1849 and settled in San Antonio. While there he gave Adolf Douai both moral and financial support and at times helped edit the San Antonio Zeitung. In 1854 he became an American citizen.
     Olmsted met Riotte during his journey through Texas in 1854, and tried to convince him to move to New York and practice law. Instead, Riotte remained in the Southwest until he was expelled from Texas by Confederate authorities in the spring of 1861. Olmsted’s first discussions with Riotte about the possible future of a free-soil West Texas aroused his enthusiasm, and even before he left the South he wrote his new friend offering his services to the cause. During the fall of 1854, Riotte corresponded with Olmsted concerning the prospects of attracting free-soil settlers to Texas. As part of such a program he urged construction of a railroad from San Antonio to the Gulf Coast along a route similar to the one he had proposed while a director of the San Antonio and Mexican Gulf Railroad.
     Increasing difficulties with proslavery nativists and the absence of any prospect of a strong flow of antislavery settlers to West Texas soon led Riotte to resolve to leave the United States. Accordingly, in December 1855 he negotiated an agreement with General Vidaurri, governor of Nuevo Leon and Coahuila in Mexico, for a land grant of two million acres on which he proposed to create a colony of German and Mexican settlers.
     In January 1856 he announced to Olmsted that he intended to move to Monterrey, Mexico, with his wife, seven children and two servants. Olmsted objected to his plans, but Riotte replied that the difference in attitude between Americans and Germans, aggravated by the nativist movement in Texas, had convinced him that Germans could not become a part of American society:
     „We are judged from the standpoint of an American—indeed a very strange people! We look upon a political society or state as a congregation of men; whose aim it is to deute the wellbeing of the aggregate by the combined exertion, and if required, sacrifice of the individuals, and thus to benefit all. Americans look first upon themselves as private individuals, entitled to ask for all rights and benefits of an organized comrnunity even to the detriment of the whole and think to secure the wellbeing of the comrnunity by the wellbeing of the single individual, even if mostly acquired to the prejudice of the comrnunity. To us, the State is a ideal being, whose welfare raust be our pride, must be secured by the exertions of our head and the work of our hand and will then redound to the benefit of all—to the Americans it is the formal guarantee of certain (inalienable) rights in a loose conglomeration of human beings to secure an internal „bellum intra omnes et contra omnes“;—to us honor of the state is that of each citizen,—to you (dont take that personally) the honor of the state has its foundation in the greatness of some men,—we idealize the community--you the individual! How is it possible, that we ever should amalgamate? If you follow the difference of our starting points up through all phases of political and social life you will, I believe, arrive to the same conclusion I came to, that is, a decided: Never!“
     Riotte apparently did not attract a very large group of settlers or stay for long in Mexico himself: he served on the San Antonio Library Committee in 1857, ran a German-American school there in 1859, and in 1860 requested Olmsted’s assistance in seeking the position of assistant collector of customs in that City. With the election of Lincoln he applied for the post of U.S. minister in Costa Rica. Olmsted supported his appointment, and in so doing offered Charles Sumner his estimation of Riotte’s character and the extent of bis contribution to the antislavery cause:
     „If he fails to produce upon you the impression of a man of the eight stamp for such an office as that to which he aspires, have the goodness to consider that at present he carries wilh him the effect of ten years of hard fighting with continual defeat, dissapointment and increasing poverty--and that he has too good a tempfer to have been made sour or savage by it. No man comes out of such a battle without some evidence of it in his face or manner. I believe him to be a man of good parts, education, & breeding and in the vain, hopeless and inglorious struggle in which he has been engaged with slavery on the South-Western frontier, he has acted with great discretion, bravely and nobly.“
     Riotte secured the Costa Rican post and served there from 1861 until January 1867. During that time he carricd on his correspondence with Olmsted, discussing at length the possibility of constructing a railroad across the isthmus in that country. He argued that such a railroad would make Costa Rica a commercial tributary to the United States and would pave the way for annexation. In December 1865, after receiving a letter from Olmsted on the subject, he wrote that he had convinced the president and minister of foreign affairs of Costa Rica to arrange for construction of the railroad. Moreover, he reported, die minister had agreed to Riotte’s proposal that Olmsted be one of the two representatives of Costa Rica who would negotiate terms with capitalists in New York. Nothing seems to have come of the plan, however.
     After his removal from office by Andrew Johnson in 1867, Riotte spent two years in Hoboken, New Jersey, where Adolph Douai also was living. He then served from April 1869 to January 1873 as U.S. minister to Nicaragua. Failing to secure another diplomatic appointment, he left the United States in mid-1874. He presumably returned to Prussia, a course of action that a decree of amnesty in 1861 had made possible, and that his friend Friedrich Kapp had already followed.
     While Olmsted’s long correspondence with Riotte did not convince his friend to remain in the United States, it may at least have given him a greater appreciation of Americans and their political institutions. „You have reconciled me with America and the Americans,“ Riotte wrote Olmsted in early 1857, „at a time when my experience in Texas had led me to believe, I, a republican by principle, had started in the wrong direction when going to the U.S.

p. 18
     In San Antonio, Olmsted also formed a friendship with one of Douai's closest allies, Charles Riotte, the scion of a prosperous Prussian family and supporter of republicanism in Germany, with whom he carried an a long correspondence about American institutions.

p. 19
     Olmsted was probably unaware of the results of the San Antonio meeting as he rode alone through the back country an his way Korne, but in late June he did write Charles Riotte from Chattanooga, expressing his desire to provide what assistance he could for the antislavery forces in West Texas. Soon after, Adolf Douai informed him more fully of his own problems. In response, Olmsted undertook to raise funds and guarantee the notes of bis friend in order to ensure the survival of the Zeitung. During the fall he and his brother collected $200, which they forwarded to Texas as a gift. They also supplied Douai with correspondence for his paper and discussed with him the way to encourage free-soil colonization of West Texas. In return, Douai sent not only his thanks but also a flow of vivid descriptions of the menace to his newspaper, and even to his life, of violent proslavery and nativist elements in the San Antonio region. In late October he reported that he had been "threatened for weeks with lynching, and as I did not Gare for it, they seem to have organized for lynching the press.“

p. 25
     In Texas, the spring of 1856 saw die collapse of the free-soil movement that Olmsted had worked to sustain. The success of the nativist movement in suppressing antislavery agitation had so alienated Olmsted's friend Charles Riotte that in December 1855 he secured a grant of two million acres of Tand near Monterrey, in the state of Nuevo Leon, Mexico, whicb he planned to colonize with Germans from their homeland and from the United States. In January he informed Olmsted of his intention to move to Monterrey, and hold to that purpose despite Olmsted's objections to his project. At the same time, Adolf Douai was reaching the end of his endurance. In late January he wrote Olmsted that he had lost his influence in the German cornmunity because so many blamed him for bringing down on them the fury of the Know-Nothings. At the same time, he refused the Olmsted brothers' offer to raise more money to keep the Zeitung alive. In March Douai sold his press to a group of antagonists that he said were about to ruin him. He published the last issue of the Zeitung on March 29, 1856, and in early May left Texas for Boston.

p. 58
     Douai emigrated to Texas with his wife, children and father in 1852. He settled first in Neu Braunfels and attempted unsuccessfully to establish a school there. Then, with the encouragement of Charles Riotte and Gustav Theissen, he agreed to edit the San Antonio Zeitung. In July 1853 he published the first issue of that weekly newspaper.

p. 170
     Further evidence of the friendship between Olmsted and Browne is the fixt that Olmsted offered Browne a position an the staff of Central Park during its early years. Browne chose instead to remain a journalist. In the spring of 1859, in reward for his strong summt at James Buchanan, he was made editor of the Washington Constitution, the recognized organ ui the Buchanan administration. Browne's activities as a doughface Democrat did not drill him friendship with Olmsted immediately, however. In June he agreed, at Olmsted's request, to recommend that August Nette, a friend of Charles Riotte, be made collector of customs at San Antonio. (Riotte had arranged that if this were done, he would become assistant collector and receive part of the collector's salary.)

John Hopkins, „The Papers of Frederick Law Olmsted, II. Slavery and the South 1852-1857“, Maryland, 1981

Under Texas Skies - Historic Howard House at San Antonio

Historie Howard House at San Antonio
    
Place Where Robert E. Lee Wrote His Resignation From the United States Army.
     A typical Southern home, and at the same time an historic old building, is what is known as the Howard House, an South Alamo Street, at the head of Market Street. lt is a two-story stone and lumber structure, with a broad gallery in front. It is shaded by several large trees and stands back about a dozen feet from the sidewalk. Formerly a stone wall enclosed it, but some years ago a street car ran into and destroyed a considerable portion of this wall, since which time the balance of the wall has beenm removed, per¬mitting a better view and easier access ot the house.

     Charles Merritt Barnes, in a San Antonio newspaper several years ago, wrote about the house as follows:
     "Like many other San Antonio homes that have a history, it has sheltered families whose politics differed widely. It has not passed through nearly so many hands as most of the old homes and houses of San Antonio, but is has sheltered many occupants.
     "On account of opposing the Government of the portion of Prussia in which he lived, a very brilliant and cultured gentleman named Charles, or Carl N. Riotte, was exiled in 1848 and sought refuge from persecution in San Antonio. He secured a license to practice law, purchased the property described, and had built the structur eindicated in 1850-51 according to a set of plans mode' by an architect and civil engineer named Thielepappe. The architect afterward became the Mayor of San Antonio and was Mayor, during the Reconstruction days. There seemed to have been a close bond of sympathy between Riotte and Thielepappe. Soon after he erected his dwelling Riotte became manager of the old Turnverein and in the Yard of his premises were several of the, gymnastic appliances an which the Turners exercised. He was an athlete and very fond of teaching gymnastics to the youth of the city at that time.

German-English School
     "About that time the German-English School, now the Brackenridge Grammar School, was founded. The school was then under charge of Julius Behrens, who owned a book store an Commerce Street and who was also a warm personal friend of Riotte. Both Behrens and Riotte taught school, giving their services gratuitously for some time. Riotte also aided Behrens in bis book store enter¬prise, and is said to have had an interest in it. Nic Tengg, for some time, was a clerk for this book store.
     "While Riotte was duly licensed to practice law, he abandoned the, practice of that profession, giving as his reason that the method of practicing law here at that time differed very widely from the method in vogue in that portion of Europe. from whence he came to this country.


Lincoln Made Him a Minister
     "About this time the differences between the North and South arose. The question whether the South had the right to secede came up and so did that of abolition of slavery. Although, while in Europe, Enotte had favored changing the Government from a monarchial to a republican form, he opposed secession here. Likewise he favored the abolition of slavery and became so pronounced in his views as to bring him in opposition 'to the overwhelming Southern sentiment then prevalent. Seeing himself in a decided minority here he concluded to leave.
     "He sold his property to Thomas Howard. About this time Lincoln, who had been elected President, appointed Riotte Minister Plenipotentiary to Costa Rica and Nicaragua. Riotte turned over the property to Howard and left for the North. Soon after he sailed for South. America and served for some years in his position as Minister. After the Civil War Riotte concluded to quit the United States and went to Switzerland, where, after many years, he died.
     One of his sons came here from Switzerland several years ago and revisited the scenes of his early boyhood, but Riotte never cared to return. He was very sensitive. His differences with his neighbors over political matters caused him to feel deeply aggrieved. He was highly esteemed and greatly respected, even by those with whom he differed."
     Thomas Howard', who, with his family, moved into the Riotte residence, held views just the opposite of those of Mr. Riotte. The Howard family favored secession and the sous served in the Confederate Army. Dr. H. Howard, one of the sons, was formerly Postmaster in San. Antonio. Dr. W. E. Howard, the latter's son, now resides in Dallas. He has made the name one that will endure as long as Texas endures because of his great work in the field of history.
    
Many Social functions
     "In the Howard house many social functions were held. Many distinguished military chieftains as well as prominent civilians congregated there. One of the most prominent of the military men who found shelter beneath its broad roof was the great General of the Southern Confederacy, Robert E. Lee.
     "Albert Sidney Johnston, Joseph E. Johnston, both of the McCullochs, General Van Dorn and several others who wore the stars of the Confederacy on the collars of their gray coats were also entertained there by the Howard family.
     "It was here that General Robert E. Lee wrote the document that severed his connection with the United States Army.

Source: Under Texas Skies, by A. Garland Adair and Son, Austin, Texas, 1946; vol. 2, page 122-124 (Courtesy of Lynn Parent, „Parent Research Services“, Austin, Texas)

Institute of Texan Cultures Vertical File collection
Riotte was born in State of Prussia, Germany. Member of noble family, so was well educated in law. For number of years held position of District Judge. He came to Ameica as self-exiled refugee. Served as president of railroad directory for Western Texas(?). Here he originated and upheld Free-Soll Party, which distinguished that sole portion of south. In 1850-51 Riotte built a 2 story home of stone and lumber at corner of S. Alamo and Market. Designer was Wm. Thielepape, civil engineer and architect. By mid 1850's he sold the home to Maj. George T. Howard. From Jan.I, 1853 until Jan,I,1854 he served as Alderman in Mayor J.M. Devine's administration. The election of 1854 C.N. Riotte ran for mayor in a big field of 19 candidates. John M. Cerolan won with 254 votes and Riotte received 196. He was a charter member of Casino Ass'n, and served one term as president. In 1857 he served on the Literary Committee with Dr. Schoemann and Dr. Theodore Hertzberg. On May 13, 1859 in Herald it was reported Chas. N. Riotte was President of German-English School on S. Alamo St. On Feb 28, 1861, Gen. David E. Twiggs surrendered all Federal forts in Texas to Confederete commissioners: Devine, Mäverick and Luckett in Veramendi House. Riotte was first in state ordered to leave.
     On June 8, 1861, Pres. Lincoln appointed Riotte U.S. Minister to Costa Rica, where he stayed for 6 1/2 years. Pres. Johnston appointed own choice to post. However Secy of State Wm. H. Seward highly praised Riotte for his work at San Jose, Costa Rica. He spent next 2 years in New Jersey and on April. 21, 1869 Pres. Grant appointed Charles N. Riotte Minister to Nicaragua. San Antonio's Republicans Jas. Newcomb and Edward Degener highly recommended Riotte. On Jan i5, 1873 he left the office.
     On April 30, 1873, was a guest at the Menger Hotel (in San Antonio, Tx) while visiting old friends. During the war he lost all property in Texas. From New York City in letter dated June II, 1874 to Secy of State Hamilton Fish, he asked for return of documents about his work in Costa Rica and added he was leaving shortly for Europe. Riotte had a large family.

This information was compiled by Dale Billy and Ralph McKenna, 1974, MacArthur High School.

Bibliography:
Department of State, USA, Washington, DC 20520
National Archives Record Service, General Services Adm., Wash, DC 20408
List, Charter Members, Casino Association
The Bexar County Court House Records Dept.
The San Antonio Herald, Jan 1, 1853

Suggested further resources

San Antonio Public Library Microfilm Section
1853-56 Die Freie Presse
 The Herald
 The Express (also at SAC Library)

Barker Archives, UT, Austin (next to LBJ Library)
Die freie Presse für Texas - complete issues

Note: 29 April 1873 … Riotte visited San Antonio and stayed at the Menger Hotel.
see page 3 Lokales … 1 Mai 1873
Had reception for Riotte at Maennerchor Halle
He returned to Washington from the visit on 14 May 1873

(These newspapers are now at Southwest Texas State U, too)

The best collection of the Neu Braunfelser Zeitung is in the Sophienburg Museum in New Braunfels.

The records of the Casino Association are being cataloguied now at UTSA.

Mrs. Kenneth Terral, 5007 Village Path, 656-6797, has letters and realia about the G-E school as well as a letter written by Riotte. Her great-grandfather was Rossy.

Ralph H Mckenna
9239 Ridge Path
San Antonio, TX 78250-3813


State Archives Washington
List Charters Members Casino
Herald Jan 1, 1953

 Probably Riotte’s house


San Antonio in 1873
Unlike most Texas bird's-eye views, Augustus Koch's depiction of San Antonio does not include a train, because the railroad did not arrive in the Alamo City until 1877. The most obvious aspects of the city, viewed from the northwest, are its many public plazas and the winding San Antonia River, San Fernando Church is located on the west side of the Main Plaza, with the Bexar County Courthouse immediately to the north, a few doors down Soledad Street. The most famous building in the city is the Alamo, the former mission that served as a fort during the Texas Revolution.
     The second largest city in the state with a population of 12,256 in 1870, San Antonio was also unlike other Texas cities—and similar to some of the !arger American cities, such as New York City and Chicago—in its racial diversity. Koch's lithograph documents the American, German, African?American, and even Polish neighborhoods, but does not call attention to the large population of Tejanos, the majority of whom had settled in the neighborhood west of San Pedro Creek, shown flowing from northwest to south at the right-hand side of the image toward its confluence with the San Antonio River. Koch includes a number of small, nondescript structures in the area, perhaps intended to represent jacciles (huts made of wood, mud, adobe, river cane, and other found materials). This diversity is confirmed by the fact that Koch includes four Catholic churches in his view: Englishspeaking, German, Spanish, and Polish. As was his habit, Koch called attention to the African?American community by including two of their churches and a school. Unfortunately, the four missions other than the Alamo.

Soure: Inventory of the Institute of Texan Cultures Vertical File collection,undated
     The Institute of Texan Cultures (ITC), a museum and campus of the University of Texas at San Antonio, was established in 1965 by the 59th Texas Legislature. Originally housing the Texas Pavilion at HemisFair '68, it was designed to study the ethnic groups that settled in Texas. The ITC Library was established in 1965 as a repository for books and images of artifacts being collected by researchers preparing exhibits for the Texas Pavilion.
     MS 366 Vertical Files
The vertical files were started in 1967 by the original Institute of Texan Cultures research staff, under the direction of R. Henderson Shuffler. This material was used for planning the exhibits for the Texas Pavilion at HemisFair. Staff members and student helpers toured the state making copies of items in libraries and private collections. After the fair, the research staff -- and later library staff-- continued to add to these files for exhibit updates and for use in publications, audiovisuals, and other ITC products. The general file was started for items that didn’t fit into the ethnic category.

David Emanuel Twiggs (1790-1862). After the Mexican-American war, he received a brevet rank as a major general and commanded the Department of Texas. His command included over 20% of the U.S. Army, which guarded the frontier between the United States and me xiko. As the States began to secede, Twiggs met up with three konföde structured Commissioners, including Philip N. Luckett and Samuel A. Maverick, and surrendered his entire command to them. At the time of his passing he had in San Antonio almost 200 Union soldiers under his command, the rest of his troops was scattered along the border. A 2,000-strong secessionist militia arrived in the city with the aim of capturing the Union arsenal there. Outnumbered, he gave up on February 19, 1861. Then, he was dismissed from the army for treason and took an Offizierspa tent as a Confederate General. He died in 1862 at a Lungenentzün-dung in Augusta, Georgia.

wikipedia (edited)


Hermann Riottes Brief von 1897
Wiedergabe eines Briefes, den Hermann N.F. Riotte am 24.10.1897 an den Pastor Johann Riotte geschrieben hatte.

     Zwickau, den 24.10.1897
     Ständige Adresse, Leipzig, Gr. Fleischergasse 6/11.
     Sehr geehrter Herr Pfarrer
     Verzeihen Sie, daß ich Sie solange auf eine Antwort auf Ihre freundliche Anfrage habe warten lassen. Die Familie Riotte interessiert mich wie Sie, und ich trage mich schon seit zwanzig Jahren mit einem Romanstoff, der unter dem Titel "Die Enkel" einen Teil der Geschichte derselben behandeln soll.
     Wir sind zweifellos nahe verwandt, da der alte Staatsprokurator (Johann Nikolaus Riotte) in St. Wendel mein Großvater war Ich bin ein Sohne von Carl Nikolaus Riotte, dessen jüngstem Sohne, der 1848 nach Texas auswanderte, wo ich meine Jugend verlebte. Ein Bruder meines Großvaters (Anton Riotte) hatte viele Söhne, die zahlreiche Nachkommen hinterließen und ich nehme an, daß Sie einer derselben sind, so daß wir entfernte Vettern wären. Ein Bruder meines Vaters, mein lieber Onkel, Justizrat Ferdinand Riotte, lebt als achzigjähriger (85) in St. Johann-Saarbrücken.
     Ich hatte noch 4 Brüder, von denen leider nur einer noch (Walter C. Riotte) am Leben ist. Er besitzt bedeutende Plantagen in Costa Rica, wo mein Vater viele Jahre amerikanischer Gesandter war Der jüngste meiner Brüder (Robert Riotte) starb leider im Juli dieses Jahres dort am Gelbfieber. Der Älteste (Eugen Nikolaus Riotte) war Bergmann, studierte in Frieburg (Sachsen) und fiel leider einem Unfall zum Opfer, der ihn beim Minenbetrieb in Nordcarolina traf. Ein Bruder (Pedro Rotte) starb im Jahre 1882 in Meran (Tirol).
     Meine Mutter war eine geborene Wallrath aus Trier, wo mein Vater, irre ich nicht, Assessor am Landgericht war, als er sie kennenlernte. Er war zuletzt vor 1848 Direktor der Bergisch-Märkischen Bahn in Elberfeld, wo nebst mir drei meiner Geschwister geboren wurden.
     Zwei Schwestern wohnen hier in Europa. Die eine, Frau Maria von Schröter, geb. Riotte, besitzt ein großes Gut bei Constanz (Tägerwillen) in der Schweiz, wo auch die guten Eltern begraben liegen. Sie kehrten 1874 nach Europa zurück und der Vater war Amtsgerichtsrat in Colmar (Elsaß), wo ich auch mehrere Jahre verlebte. Die andere Schwester ist mit einem Hans von Aufsehß verheiratet und lebt in München.
     In Amerika leben noch verschiedene Riottes, die mit uns verwandt sind. Es sind meist Leute, die ehrlichem Tagwerk nachgehen. Auch lebt in New-Mexico ein Sohn einer Schwester meines Vaters namens Knauer
     Über die Riotte "s, die dort in Ihrer Nähe wohnen, werden Sie besser orientiert sein als ich. Sollten Sie meinen Onkel und Kusinchen Sophie in Saarbrücken nicht kennen, würden dieselben sich freuen von Ihnen zu hören. Es ist möglich, daß ich im Laufe des Winters als Wander-Redner (Rezitator) in Ihre Nähe kommen werde, dann werde ich mir die Freude machen Sie aufzusuchen.
     Ich bin Familienvater und wohne in Leipzig, wo außer meiner vortrefflichen Frau drei erwachsene und zwei kleinere Kinder hausen und wohlaufgehoben sind.
     Mit freundlichem Gruß Hermann Riotte

source: Winfried Riotte


Max Müller, Geschichte der Stadt St. Wendel

Sein Bruder Karl war Landgerichtsrat zu Elberfeld. Als dort im Jahre 1848 die Revolution ausbrach, schloß er sich als alter Burschenschaftler der Bewegung an, nach deren unglücklichem Ausgange er nach Amerika flüchten mußte. Selten sind einem Manne so schwere Schicksale beschieden worden, wie Riotte. In Texas ließ er sich am Cipoloflusse als Pflanzer nieder und gründete dort seiner Familie in der Farm Annahaus, die er nach seiner Gattin Anna Wallrath aus Trier benannte, ein neues Heim. „Ich fühle mich hier sehr glücklich“, schrieb er am 11. Mai 1850 an einen Freund, „und nur wenn mich die Traumwelt nach Europa führt, bin ich stets unaussprechlich elend.“ Aber er solle auch hier die Ruhe nicht finden. Als die Sezessionskriege ausbrachen und die Nordstaaten die Befreiung der Sklaven als Kriegsziel verkündeten, da machte der furchtlose Mann aus seiner Zuneigung zum Norden keinen Hehl. Von den Sklavenhaltern geächtet und verfolgt, ließ er Haus und Hof, die hinter ihm in Schutt und Asche sanken, im Stiche und floh mit Weib und Kind in die Nordstaaten. Hier trat er als ehemaliger preußischer Landwehroffizier in ein New Yorker Milizregiment, in dem zahlreiche St. Wendeler standen. Bald wurde er Ordonnanzoffizier im Stabe des Generals Sigel, in dem er den ganzen Feldzug mitmachte. Als nach dem Kriege das deutsche Element in der Union hochkam, ging Riotte auf Betreiben seines Freundes Karl Schurz als Gesandter der Vereinigten Staaten nach Costa Rica und später nach Guatemala. Die furchtbare Verderbnis, die unter dem Präsidenten Grant im ganzen staatlichen Leben der Union einriß, scheuchte unseren Landsmann, der sich selber in dem vorhin erwähnten Briefe „einen braven Republikaner“ nennt, aus dem Staatsdienste. Er zog sich nach St. Franzisko zurück, wo seine Familie schon während seiner Tätigkeit in Guatemala geweilt hatte. Hier betreib er die Rechtsanwaltschaft und war schriftstellerisch für die führende republikanische Presse tätig. Als aber der 18. Januar 1871 seinen alten Traum von deutscher Kaiser- und Reichesherrlichkeit erfüllt hatte, da hielt es den kerndeutschen Mann nicht mehr länger in dem Lande, das die von Riotte verehrten „republikanischen Tugenden des römischen Altertums“ verloren hatte. In seinem Herzen erwachte die alte Sehnsucht nach seiner Heimat und seinem Vaterlande. Er kehrte im Jahre 1873 nach Deutschland zurück und ließ sich, um seinem Volkstume eine Stütze in dem neuerworbenen Elsaß zu sein, als Rechtsanwalt in Zabern nieder. Später ward er Friedensrichter in Münster. Doch es erging ihm wie so vielen Deutschamerikanern vor ihm, er hatte zwar in Amerika nie Wurzel geschlagen, aber auch in Deutschland fühlte er sich nicht mehr heimisch. Zudem brachte ihn, den alten Republikaner, der Diktaturparagraph bald in Konflikt mit seiner vorgesetzten Behörde. Und als nun dem in all dem inneren Zwiespalt lebenden Manne die treue Lebensgefährtin entrissen wurde, da hielt es ihn nicht mehr länger indem Polizeistaate. Er zog nach Zürich, wo er sich an der Universität als Privatdozent habilitierte und den Rest seines unruhevollen Lebens verbrachte.


Gótz Von Houwald, Las Ilusiones Y Desilusiones De Carl Nikolaus Riotte
 
 El día 20 de Noviembre de 1870, pocas semanas después de haber estallado la guerra entre Alemania y Francia, él comerciante Pablo Eisenstuck, cónsul honorario de la Confederación Germánica del Norte en León, hizo circular una lista solicitando la inscripción con donativos de los miembros de la colonia alemana en Nicaragua que desearan contribuir a la lucha de su patria de esa manera 1.
 Firmó también esta lista él Ministro Residente Norteamericano Charles N. Riotte, con sus hijas Anita y Clara, suscribiéndose con la considerable suma de 100 dólares; pero no se contentó siendo él primero de los donadores sólo con su firma, sino que agregó las palabras "sin más ser alemán, por carino a su vieja patria", rectificándose sin embargo en seguida al anadir "ciudadano alemán", con lo que subrayaba la sutil diferencia entre nacionalidad y ciudadanía. La vieja patria empero, de la cual Riotte se recordara en este momento con tanto carino, lo había tratado con menos delicadeza, si bien ya hacía unos 20 anos. Riotte tuvo que huir entonces de su país por haber participado en unas demostraciones revolucionarias en la ciudad de Elberfeld. Pero entre tanto había experimentado ya más de una vez que comer su pan en él extranjero es siempre duro.
 Carl Nikolaus Riotte nació él 27 de Enero de 1814 en St. Wendel en él Sarre, hijo del procurador general Johann Nikolaus Riotte 2. Al igual que su padre y que uno de sus hermanos, se dedicó él joven Riotte a la carrera jurídica, y después de haberse casado en Treveris él 2 de Mayo de 1842 con Anna María Wallerath, fue nombrado juez en él tribunal regional de Elberfeld, ciudad industrial en la región del Ruhr, donde nacieron cuatro de sus hijos 3.
Aparentemente consideró él sin embargo que sus funciones eran demasiado rutinarias y sometidas completamente a la razón del Estado para satisfacerle, y buscando actividades más independientes encontró pronto un empleo en la dirección de la comparifa ferroviaria "Bergisch-Märkische Eisenbahngesellschaft". Este cambio se debió aparentemente también a la franca manifestación de sus ideas políticas liberales y progresistas, algo que no se le permitía en esa época a un empleado público. Recuérdese que durante los anos 1847-48 se había observado en todos los países centroeuropeos él desarrollo de ciertas ideas desacatadoras contra los gobiernos absolutos. La burguesia, aquel "Tercer estado" emancipado desde hacía poco, habiendose procurado completo acceso a lo que se llamó "propiedad y cultura", exigía entonces una representación parlamentaria para poder participar adecuadamente en la legislativa y ejecutiva, reclamando una constitución que garantizara sus derechos. Y mientras más lo negaron los soberanos, tanto más se articularon radicalmente estas exigencias. Riotte no fue, sin embargo, partidario del pequerio grupo de extremistas al que pertenecía su vecino de Elberfeld-Barmen, Friedrich Engels, o como él barbudo Karl Marx, que propagaron ideas radicales y hasta anárquicas. Riotte fue un patriota, y hasta cierto grado, un monarquista que soiiaba al igual que gran parte del pueblo alemán, con la restitución del Sacro Imperio, destruido unos 40 ailos antes por Napoleón, pero ese Imperio debia de ser constitucional y liberal para con todos los alemanes. Según él deseo de estos patriotas, debia de ofrecerse la sagrada corona del Imperio de tradición milenaria al rey de Prusia, habiendola renunciado los Habsburgos a la ligera en 1804. Pero él rey de Prusia no la quería aceptar de las manos del pueblo, sindendose monarca inicamente por la gracia de Dios, con que él viejo suerio de los patriotas corría peligro de tornarse una mera ilusión en él momento de su más cerca realización. Para evitar eso se reunieron los miembros del Club Político de Elberfeld, entre ellos Carl Riotte, al igual que los miembros de otros clubes en todo él país, durante los primeros meses del alio 1848, formando un comite y elaborando una resolución que pretendían entregar a los representantes locales del gobierno. Se exigía que él rey de Prusia aceptara la corona imperial de las manos del pueblo, y que a su vez garantizara los derechos de reunión libre, la representación parlamentaria y la libertad de culto y de prensa.
 Estos hombres honestos no se habían dado cuenta, sin embargo, de que sus filas estaban infiltradas por elementos extremistas, que instigaron a las masas a levantar barricadas en las calles y a disparar contra las tropas del gobierno. La vieja estrategia de las minorías radicales aplicada hoy como ayer tuvo éxito: él gobierno no distinguía entre los revolucionarios extremistas y los patriotas y contestó con armas de fuego a la delegación.
 Riotte, como tantos otros que habían desempenado un papel importante entre los patriotas de Elberfeld se pudo salvar por los pelos de la inmediata detención, tan sólo con la fuga, aún habiéndose opuesto siempre a los elementos radicales en su calidad de miembro del Comité de la Seguridad, y además habiendo abogado en especial .por la expulsión, del agitador subversivo Friedrich Engels de las filas de los patriotas 4.
 Al igual que en Elberfeld se había desbordado él movimiento patriótico también en otras ciudades, culminando con un levantamiento revolucionario sangriento que fue finalmente reprimido rigurosamente por él gobierno.
 Desilusionado por él total fracaso de sus ideas patrióticas, emigró Riotte con su familia a los Estados Unidos, donde esperaba encontrar, al igual que miles de sus correligionarios, la tierra prometida, él verdadero refugio de la libertad. La familia Riotte se radicó en Texas, en la ciudad de San Antonio, donde se habían asentado muchos alemanes. La situación económica de los emigrados, que en su mayoría eran intelectuales, fue sin embargo pésima, y Riotte tuvo que ganarse la vida al principio como mozo de cuadra hasta que logró comprar una pequena finca, que nombrara en honor de su querida esposa "Annenruhe" o "Annahaus" 5. Allí nacieron otros 4 hijos suyos ó. Si bien Riotte y su familia de diez no tuvieron que sufrir hambre, fue para él un verdadero sufrimiento la profunda desilusión que tuvo al ser confrontado con la situación etica y moral de ese país, en él que había imaginado encontrar la encarnación de todos los ideales de libertad, humanidad y democracia. Experimentó allí exactamente lo contrario de sus suenos, y de haberle sido posible, hubiera emigrado inmediatamente a Nueva York, a México, Francia, o a cualquier otro país en lugar de quedarse en Texas, donde no solamente le decepcionaron las eternas porfías entre los emigrados alemanes, sino también los americanos que le parecieron presumidos, hipócritas, villanos y brutales. Con cada día que transcurría, odiaba más esas cualidades repugnantes, que eran para él las típicas características de los norteamericanos. "Nunca en la historia existió ironía más grande de una república democrática que esta", escribió en una carta a su cunado en Alemania, fechada él 16 de Enero de 1856 7. "Las razones que me motivan a irme de esta ciudad, del sur en especial, y si posible, de los Estados Unidos, son las mismas que tienen todos los alemanes honrados en este país: él que lleve en mí este deseo en especial, se debe en parte al hecho de que desde mi llegada he sido considerado de cierto modo un dirigente de los alemanes locales en su lucha contra las injustificadas exigencias de los americanos y en parte se debe a mi inexterminable odio contra la esclavitud, pero sobre todo odio al carácter nacional de los americanos, que es una mezcla de arrogancia, fariseísmo, infamia y brutalidad, todo camuflado con él barniz de "gentleman". Y continúa: "A pesar de su constitución democrática, la república se ha vuelto en una oligarquía, la oligarquía de los negreros y de los corruptores. A un europeo no se le podría explicar hasta qué grado están explotando estos dos grupos a los Estados Unidos en interés propio, ni tampoco la manera impertinente que tienen para hacerlo, y menos aún que él pueblo esté soportando todo esto, y que no esté llevando a la horca a uno tras otro de los estafadores. La corrupción está sistematizada de una manera muy consecuente, completamente organizada al igual que él catolicismo. Podría ser que en él Norte la situación sea un poco mejor, y conocí allí a algunas personas que en realidad opinan como los europeos".
 Continúa en la misma carta más adelante: "Pero todo lo que hemos leído sobre América, nosotros aquí al igual que vosotros en Alemania es falseado a propósito, o escrito por gente que a causa de su breve estadía en él país, o por su incapacidad intelectual, no saben ver detrás del telón hermético de la hipocresía".
 "La vida entera, ya sea particular o pública, está basada en enganio e hipocresía, y solamente se considera como tal a un estafador sorprendido en flagrante delito ...". "Siempre me han dicho, y lo he creído, que . . . cada quien que quisiera trabajar, tendría aquí la oportunidad de crearse una existencia independiente para vivir contento, por lo menos en él seno de su familia. Pero esto es una mentira, y no la más pequena. Exceptuando al que trabaja en la agricultura, no puede nadie hacerse de un sustento sin subyugarse, abandonando a cada paso sus principios, e incluso él agricultor sufre por esto. Aquí en él Sur tiene uno que pertenecer ya sea a ese infame partido demócrata, que es en realidad él partido de los esclavistas, o ser uno de los miserables ignorantes, y no hay peor crimen que ser hombre independiente y republicano ...". Con esas amargas palabras, que revelan su completa desilusión, llenó Riotte página por página de sus cartas dirigidas al cunado en Alemania. Al llegar esta correspondencia en él ano 1857 a conocimiento de la policía de Elberfeld, se informó al ministro del interior en Berlin que las cartas de Riotte probaban que se había curado hacía tiempo de la locura política que le afectara en los anos 1848 y 1849, y que se había convencido de que se podía vivir en Alemania mejor que en Nortearnérica, por desgracia alabado en demasía como país libre ... 58.
 Publicando vanos artículos en la "San Antonio-Zeitung" trató Riotte de denunciar y criticar al sistema corrupto, atrayendose con esto sin embargo tan sólo la enemistad de muchos norteamericanos e inmigrantes alemanes. Desde ese tiempo empezó a dedicarse al proyecto de ir a México a fundar, junto con otros alemanes de Texas desilusionados como él, una pequena colonia alemana. Con esta ímalidad emprendió un largo viaje a los estados mexicanos de Conhuila y Nueva León él 12 de Noviembre de 1855, atravesando a caballo una distancia de más de mil millas. Le fue posible establecer un contacto amistoso con él poderoso general y gobernador civil Vidaurri que tenía su residencia en Monterrey, y que anos después habría de hacerse famoso al incorporarse a las filas del infeliz emperador Maximiliano después de haber sido por mucho tiempo partidario de Benito Juárez.
 Parece que él general Vidaurri había evocado en Riotte la esperanza de que Mexico estaba en vias de transformarse en un país no sólo muy próspero, sino tambien en un estado democrático y liberal, ilusión de la que fueron victimas en aquellos anos también otras personas, incluso al emperador Maxirniliano 9.
 Riotte logró firmar un contrato con Vidaurri, cuyo contenido no se conoce, cuyo objetivo fue empero sin lugar a dudas, fundar una colonia de alemanes en él norte de México. Este contrato fue también aprobado por él presidente Commonfort, él que sin embargo no se vió en la posición de garantizar a los colonos la libertad de culto que fuera tan anhelada por Riotte. Conservó por eso escrúpulos de que tampoco se realizarían tan fácilmente en este país las otras libertades prometidas, lo que finalmente impidió a Riotte la continuación de este plan. Así él proyecto mexicano terminó con una nueva y completa desilusión. 10
 Pero él golpe más fuerte que recibiera fue que en 1861 cuando estalló la guerra de Secesión entre los estados del Norte y los del Sur, Riotte perdió nuevamente todo lo que había creado en esa su segunda patria. Por haberse pronunciado siempre y francamente en favor de la libertad y en contra de los esclavistas, tuvo entonces que huir de sus enemigos, abandonando su casa y finca en ruinas al igual que todas sus ilusiones de que Améerica fuera la cuna de la libertad y un refugio para todos los perseguidos del mundo ll.
 Riotte se dirigió a Nueva York, donde encontró la confidencia y amistad del general Siegl, al igual que él alemán, y comandante de una brigada de la milicia en la cual servían muchos alemanes.
 Riotte fue nombrado oficial, y participó desde entonces en la guerra contra los estados del Sur. Durante ese tiempo llamó la atención del ministro del Interior, Carl Schurz, también alemán, quien le recomendó por su carácter íntegro y sus nobles convicciones al presidente Abraham Lincoln. él 10 de Julio de 1861 nombró Lincoln a Riotte ministro residente de los Estados Unidos en Costa Rica. La familia se trasladó él 23 de Agosto de ese mismo ano a San Jose, donde Riotte se encargó de sus múltiples funciones diplomáticas con gran ímpetu.
 El presidente Lincoln tenía vanos motivos para enviar a Centroaméica a una persona de su completa confianza: él recuerdo del filibustero americano William Walker, que tan sólo unos pocos anos antes había tratado de apoderarse del Istmo estaba aún vivo. Además Lincoln abogaba por la idea de establecer en Centroamérica una colonia de negros libres norteamericanos, y las noticias de que ya había prometido a una comisión de hombres de color él prestar ayuda para este fin, había provocado energicas protestas diplomáticas de los gobiernos afectados. Lincoln no deseaba sin embargo abandonar su plan preferido en favor de los negros, y necesitaba en Centroamérica de un hombre fiel y destacado para de fender él proyecto. Efectivamente se encuentran entre los informes que mandara Riotte a su gobierno algunos que tratan sobre los esfuerzos para promover en Centroamérica la colonización de negros norteamericanos recien liberados 12. Parece por eso convincente lo que más tarde escribiera él exministro norteamericano en San José, Mr. Roy P. Davis, que Riotte había sido escogido por Lincoln para marcar "un cambio radical en él espíritu de la representación de los Estados Unidos en Costa Rica". Lo mismo prueban las instrucciones que recibió Riotte para su nuevo cargo: "Las instrucciones que le doy a Ud. en vísperas de su partida son muy pocas y sencillas. Puede asegurar al gobierno de la República de Costa Rica que él presidente tratará con él justamente, rectamente, y de la manera más amistosa, pues tan sólo desea él bienestar y la prosperidad de Costa Rica. Procurará Ud. fomentar y cultivar relaciones amistosas con los Estados Unidos. Tratará de que se borren los recuerdos de las molestias que Costa Rica y otros estados vecinos sufrieron por causa de partidas ilegales de invasores procedentes de nuestras costas, y de que Costa Rica esté segura de contar con la simpatía y el apoyo de los Estados Unidos en caso de necesitarlos en algún momento" 13.
 Charles N. Riotte permaneció en San Jose donde su hija mayor Maria se casó el 4 de Julio de 1863 con Otto v. Schróter de origen alemán, hasta el 18 de Enero de 1867, y fue nombrado Ministro Residente en Nicaragua él 20 de Abril de 1869, donde permaneció hasta el 15 de Enero de 1873.
 Según las instrucciones del presidente Grant, debía de tratar en primera línea con los redamos de ciudadanos norteamericanos contra el gobierno de Nicaragua. Pero sus actividades diplomáticas incluyeron además la negociación de un tratado de extradicción de criminales que se firmó el 26 de Junio de 1870 14.
 De gran importancia para ambos países fueron los informes sobre los diversos proyectos que existían en esos anos para la construcción de un canal interoceánico a traves del Istmo de Nicaragua. él 11 de Mayo de 1871 presentó al State Department un pliego de documentos al respecto, incluyendo un informe de su amigo Maximiliano von Sonnenstern, alemán como él e ingeniero civil al servicio del Gobierno de Nicaragua 15. En el principio de 1871 sugirió que se enviara con urgencia un grupo de expertos para investigar más detalladamente estos proyectos, subrayando que o los alemanes o los ingleses se ocuparían de estos planes, en vez de los americanos. A iniciativa de Riotte él gobierno americano mandó en realidad con el navío "Kansas" un grupo de ingenieros que llegaron a San Juan del Norte él 12 de Abril de 1872. Las investigaciones, primero bajo el capitán Alexander F. Crosman y después bajo el capitán Chester Hatfield incluyeron él delta del río San Juan, el río Sapoa y la Salinas Bay (the Belly line) así como la llamada Colonel Child's line cerca de Las Lajas-Brito 16.
 El largo tiempo que Riotte había permanecido en Costa Rica y en Nicaragua le había permitido familiarizarse a fondo con los problemas de ambos países, de tal modo que sus informes que mandó a su gobierno en 1873 sobre el conflicto de fronteras entre los dos vecinos, se distingufan por su objetividad 17.
 Más tarde, sin embargo, bajo la administración del presidente Ulysses Grant, se dió cuenta de que ciertos metodos dudosos estaban extendiéndose en las prácticas de ese gobierno los cuales no quería apoyar. Ya que había considerado durante toda su vida que sus principios er an inalienables, renunció a su cargo y se retiró a San Francisco donde habia dejado a su familia por razones del clima, y donde se estableció por cierto tiempo como abogado.
 Allí tuvo, sin embargo, la oportunidad de comprobar lo acertado de sus observaciones sobre la etica profesional de los abogados norteamericanos, sobre lo que ya habia escrito hacia muchos anos en San Antonio: " z . . . habría acaso jamás renunciado un abogado americano a una infamia si se hubiera logrado con ella dinero o alguna ventaja?" y "Hasta él hombre más honrado se ve forzado a traicionar sus principios después de haber practicado aqui la abogacía por unos pocos anos" 18. Y traicionar sus principios fue lo único que Riotte no habría de hacer nunca en su vida. Después de esa experiencia que le mostró que nada se habia cambiado, no le quedó ninguna ilusión en Norteamerica y sus pensamientos se concentraron más y más en la idea de retornar a Alemania, su vieja patria nunca olvidada, donde en 1871 se habia fundado un nuevo imperio bajo él rey de Prusia. De este esperaba Riotte la realización de sus suerios de antes. Retornó finalmente a Europa y se radicó con su familia como abogado y notario, primero en Zabern y luego en Múnster, que son pequerias ciudades alsacianas, de la provincia que se habla reunido a la patria después de la guerra contra Francia. Poco después fue nombrado juez municipal y de primera instancia, con lo que asumia nuevamente un cargo público. Pero Riotte no fue nunca un funcionario dócil y acomodadizo; con toda franqueza criticó las prácticas de las autoridades prusianas, que verdaderamente no fueron siempre las más aptas o apropiadas para esa provincia recien adquirida. Por último acabó renunciando por tercera vez en su vida, lleno de amargura y desilusión, al cargo público. En 1882 se trasladó a Suiza, país que le parecía más liberal que Alemania, Nortearnerica o cualquier otro país. Este cambio de domicilio le fue por cierto agravado por la muerte de su querida esposa y companera de su vida errante, Anna Wallerath, que falleció en 1881. Este no fue, sin embargo, él único golpe que le tocó recibir en aquellos anos; en 1882 murió tambien su hijo Pedro inesperadamente en Bozen. Este joven muy prometedor, habia nacido en San Antonio, y tenia planeado un matrimonio poco tiempo después con una joven de 22 anos de edad, Paula Wentzler, hija del dueno de una cantera en Landstuhl, Palatinato. Paula Wentzler había sido amiga Intima y compariera de clases de las cuatro hijas de Riotte en él internado de Colmar. La perdida común de una persona querida fomentó él desarrollo de una mutua simpatia entre padre y novia. Se casaron poco después en 1882. No obstante la gran diferencia de 4ó anos de edad, fue un matrimonio sumamente feliz, del cual nació una hija en 1883 19. Esta felicidad conyugal duró sin embargo solamente 5 anos. Carl Nikolaus Riotte quien habia llegado a Zúrich, como parece, con planes de adquirir la aprobación de enseriar en la Universidad como profesor de derecho público, los cuales, sin embargo nunca se realizaron, 20, murió en Zúrich-Enge, Piano-Gasse 12, él 24 de . Mayo de 1887, después de una vida de 73 anos movidos e inquietos.
 Fue un idealista. que no quería desviarse ni un milimetro del camino recto que le indicaban sus principios morales, lo que le obligó a andar errando de un país al otro. Lleno de ilusiones no experimentó más que desilusiones.

NOTAS:
1. Original en las manos del autor
2. La familia Riotte es natural de Saint Marie aux Mines/Alsacia, de donde él batanero Nicola Riotte se trasladó al principio del siglo XVIII a St. Wendel/Sarre, donde nació su hijo Claude en 1704. En St. Wendel la familia es muy extendida y respetada en la actualidad. él bisabuelo de Carl Nicolaus fue Johann Bernhard, nacido en St. Wendel en 1708 y casado con Katharina Frierich. Su hijo era él maestro y fabricante de medias Johann (1737-98), casado con Maria Schwan. Los padres de Carl Nikolaus fueron Johann Nikolaus, juez municipal y después procurador general del principe de Sachsen-Coburg a cuyo principado St. Wendel formaba parte en esta epoca. Fue casado con Maria Josefina Cetto, hija del negociante y escabino en St. Wendel, Philipp Jacob Cetto y de Elisabeth Wassenich (Estos datos agradece él autor a la amabilidad de Hans Klaus Schmitt, director del Stadtarchiv St. Wendel).
3. Los hijos de C.N. Riotte nacidos en Elberfeld eran: Eugen Nicolaus, 18.2.1843; Maria Francisca, 2.8.1844, casada en San Jose/Costa Rica 4.7.1863 con Otto
v. Schróter. Su descendencia vive todavia en Costa Rica (vease Gotha, Gen. Tb., Briefadel 1912, p. 867); Hermann Ferdinand Nikolaus, 19.7.1846; Walter Carl, 25.4.1848 (Standesamt Wuppertal-Elberfeld, Geburtsregister).
4. Klaus G oebel y Manfred Wichelnaus (Editores): Aufstand der Búrger, cont.: Revolution 1849 im westdeutschen Industriezentrum, Wuppertal 1974.
5. Ewald Kóhler: Carl Nicolaus Riotte. Das rast-und ruhelose Leben eines Freiheitskámpfers, in: Heimathuch des Landkreises St. Wendel, Ausgabe 1971, p. 126-129.
6. Hijosnacidos en San Antonio/Texas: Clara, 17.4.1853, casada en Múnster/Elsab, 16.9.1878 con Hans Freiherr von und zu Aufseb (1848-1906); Anita      ; Pe
dro ; NN      
7. Deutsches Zentral-Archiv, Abt. Merseburg, Bildstelle (Fotocopia en él Stadtarchiv St. Wendel): betr. Amerika-Auswanderer: Carl Riotte): Acta betr. die aus der Stadt Elberfeld eingegangenen Polizeiberichte n. 2.márz 1848/1857, Sect./Pars. Stadt Elberfeld, Polizeifach No. 7 vom 7.Nov.1856, des (preub.) Ministeriums des Innern, Abt. II
8. Ibid. (Carta de Riotte a su cufiado del 16.1.1856).
9. Ibid. (Carta de Riotte a su cuflado del 28.6.1856).
10. Ibid.
11. Ewald Koehler, op. cit. Luis Cartin G.: Lincoln y una colonia de Negros en Centroamerica, en: Revista Conservadora Nr. 81/Junio 1976, p. 58, Managua, Nic.
12. Memorandum del United States Government del 20.10.1972, ARA/CEN Mr. Lippe - P/HO Byron Fairchild, amablemente facilitado al autor por mediación de la Embajada Americana en Managua/Nic.; Papers relating to the Foreign Relations of the United States, 1862 pp. 887-890.
13. Luis Cartin G., op. cit.
13. Revista Conservadora Nr. 118/Julio 1970, p. 32: Representaci6n diplomitica de los Estados Unidos de America en Nicaragua a traves de la historia desde la independencia hasta nuestros dias (sin mencionar él autor). Vease tambien: Revista Conservadora Nr. 77/Feb.1967, Managua, Nicaragua, p. 42 (Representantes diplomáticos de los Estados Unidos en Nicaragua. él Departamento de Estado (State Department) estadounidiense dispone de muy pocos datos biogrificos sobre Riotte, como comunicó amablemente al autor. Vease: Gótz von Houwald: Los Alemanes en Nicaragua, Managua/Nic. 1975, Ediciones Banco de Arnerica.
14. Papers relating to the Foreign Relations of the United States Washington, D. C., 1871 pp. 666-684. Sobre Maximiliano. v. Sonnenstern vease: Gótz v. Houwald op. cit.
15. Papers relating to the Foreign Relations of the United States transmitted to Congress .. December 1872, pp. 462-465, Washington D. C. 1873.
16. Ibid. December 1873, pp. 732-744, Washington,D.C. 1873.
17. Deutsches Zentralarchiv (op.cit.en No. 7): (Carta de Riotte del 16.1.1856).
18. Ewald Kóhler op.cit.p.128; Paula Wentzler se casó en segundas nupcias en Zúrich 1892 con él pintor Johannes Weber, y murió en Zúrich en 1931. Su hija Riotte, casada con un funcionario público suizo, comerciante y vicecónsul alemán, murió en Bern en 1960.
19. Ewald Kóhler op.cit. menciona que Riotte se habilit6 en Zúrich como profesor, mientras la Dokumentationsstelle fúr Universitátsgeschichte der Universitát Zúrich (Oficina de documentación de la historia de la Universidad Zúrich) en una carta del 11.4.1977 al autor consta que C.N.Riotte nunca ensefió como profesor o docente en esta Universidad, ni sometió una tesis para obtener ese grado.

1814 Geburtseintrag

No 9
Acte de Naissance
L’an mil huit cent quatorze le Vingt Sept du mois de Januier à dix heurs du matin pardevant nous maire faisant les fonctions d’officier de l’état civil de la Mairie de St. Wendel, Canton de
St. Wendel et Département de la Sarre, est comparu le Sieur Jean Nicolaus Riotte, age de quincante quatre ans, profession de juge de parix du commune de St. Wendel, domicilié à St. Wendel qui nous a présenté un enfant du sexe masculin né à St. Wendel le vingt Septieme jour du mois de Janvier à huit heure au matin de lui déclarant profession de juge de Paix domicilié à St. Wendel et de Marie Josephine Cetto son epouse, et auquel enfant il a déclaré voulouir donner les prènoms de Charles Nicolas lesdites déclaration et pr´sentation faite en présence de Claude Riotte agé de Cinquante neuf ans, profession de Sergent de police, domicilié à St. Wendel, premier temoin, et de Francois Manouisse agé de cinquant uns ans, profession de gressier domicilié à St. Wendel secont témoin, et ont le piere et les témoin signe avec nous le présent acte de naissance; après qu’il leur en a été fait lecture.

Quelle: Standesamt St. Wendel


16.10.1840 Assessor am Landgericht Saarbrücken bzw. Trier

„Der Landgerichts=Referendarius Riotte zu Saarbrücken ist zum Assessor bei dem Landgericht daselbst, mit dem Dienstalter vom 8. September d.J. ernannt worden.“

Quelle: Justiz-Ministerialblatt für die preußische Gesetzgebung und Rechtspflege, Band 2., II. Jahrgang, Nr. 42, S. 317 (Berlin, Freitag den 16. Oktober 1840) (google-books)

S. 318 (publ. am 23.10.1840):
„Berichtigung:
Der Landgerichts=Referendarius Riotte zu Saarbrücken ist zum Assessor bei dem Landgerichte zu Trier mit dem Dienstalter vom 8. September d.J. ernannt.“



04.01.1842 Assessor am Landgericht Elberfeld

2) dem Landgerichts=Assessor Riotte zu Trier ist am 4. Januar eine etatsmäßige Assessorstelle bei dem Landgerichte zu Elberfeld (…) verliehen; (…)

Quelle: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung, Band 59, Berlin, 1842, S. 383 (google-books)

02.05.1842 Carl N. Riotte heiratet Anna Wallerath in Trier

Nr. 75
Heiraths=Akt.
Im Jahre ein tausend acht hundert zwei und vierzig, am zweiten des Monats Mai um eilf Uhr Vor=Mittags erschienen vor mir Jacob Thanisch, delegirter Beigeordneter des Ober=Bürgermeisters und Civilstandsbeamten der Ober=Bürgermeisterei Trier, Stadt=Kreis Trier, Regierungs= und Landgerichtsbezirk Trier,
     einer Seits: Herr Carl Nicolas Riotte, gemäß vorgelegtem Geburtsakte, alt acht und zwanzig Jahre, geboren zu St. Wendel am sieben und zwanzigsten des Monats Januar Jahrs ein tausend acht hundert vierzehn, Landgerichts=Assessor von Stand, wohnhaft zu Elberfeld,
     groß=jähriger Sohn des Herrn Johann Nicolas Riotte, Regierungsrath von Stand, wohnhaft zu St. Wendel
     und dessen Ehegattin Maria Cetto, ohne Stand, wohnhaft zu St. Wendel, welche beide zufolge vorgelegtem Akte des Königlichen Notars Herrn Johann Jacob Ackermann zu St. Wendel vom neun und zwanzigsten vorigen Monats in diese Ehe eingewilligt haben,
     ander Seits: Fräulein Anna Wallerath
gemäß vorgelegtem Geburtsakte, alt fünf und zwanzig Jahre, geboren zu Trier am fünften des Monats November Jahrs ein tausend acht hundert sechszehn, ohne Stand, wohnhaft zu Trier
     groß=jährige Tochter des Herrn Nicolas Wallerath, Gutsbesitzer von Stand, wohnhaft zu Trier, gegenwärtig und in diese Ehe einwilligend,
     und dessen Ehegattin Catharina Classen ohne Stand, wohnhaft zuletzt zu Trier, gestorben daselbsten fünfzehnten Juli achtzehnhunderneunzehn, gemäß hier deponirtem Sterbeakt,
     und ersuchten mich, die von ihnen beabsichtigte Ehe gesetzlich abzuschließen, indem nach den geschehenen Eheverkündigungen, wovon die erste Sonntags den dritten des Monats April im Jahre ein tausend acht hundert zwei und vierzig um zehn Uhr des Morgens, No 146 des Eheverkündigungs=Registers, und die zweite Sonntags den zehnten des Monats April im Jahr ein tausend acht hundert zwei und vierzig um zehn Uhr des Morgens, Nr. 154 des Eheverkündigungs=Registers, zur Trier und in Elberfeld am zwanzigsten und sieben und zwanzigsten März dieses Jahres statt gehabt hatten keine Hindernisse oder sonstige Einsprüche dagegen vorgebracht worden seyen.
     Da mir auch wirklich keine Einsprüche gegen diese Ehe zugestellt sind, die künftigen Eheleute sich auch laut Einsicht des oben erwähnten Einwilligungs= und Sterbaktes, und der Bräutigam durch Vorlegung des Consens des ersten Präsidenten des Königlichen Appellations=Gerichts=Hofes zu Cöln vom ein und dreißigsten März letzthinwegen der erforderlichen Einwilligung und desfallsigen ehrerbietigen Antrags ausgewiesen haben; da ferner alle durch das Gesetz vorgeschriebenen Formen beobachtet worden, so wie es aus dem oben Angeführten erhellt, so habe ich, der Beamte des Civilstands von Trier, nachdem ich alle in diesem Akte angeführten Schriften, so wie das VIte Kapitel des Titels von der Heirath, über die wechselseitigen Rechte und Pflich ten der Ehegatten, wörtlich vorgelesen habe, den Bräutigam Herrn Carl Nicolas Riotte gefragt: ob er die Braut Fräulein Anna Maria Wallerath zur Frau nehmen wolle? Eben so habe ich die Braut Fräulein Anna Maria Wallerath gefragt: ob sie den Bräutigam Herrn Carl Nicolas Riotte zum Manne nehmen wolle? Da nun jedes von beiden insbesondere diese Frage mit Ja! beantworten, so habe ich die Benannten Herrn Carl Nicolas Riotte und Fräulein Anna Maria Wallerath im Namen des Gesetzes von nun an als in gesetzlicher Ehe vereint erklärt.
     Worüber ich gegenwärtigen Akt im Beiseyn von vier Zeugen in doppeltem Original aufgesetzt, nämlich:
     1tens, des Herrn Peter Wallerath, Zuckerfabrikant von Stand, alt drei und zwanzig, wohnhaft zu Trier, verwandt mit der Braut als Bruder
     2tens, des Herrn Johann Simon, Gerichtsschreiber von Stand, alt zwei und dreißig Jahre, wohnhaft zu St. Wendel, nicht verwandt mit den Verlobten
     3tens, des Herrn Carl Savoye, Kaufmann von Stand, alt zwei und vierzig Jahre, wohnhaft in Trier, verwandt mit dem Bräutigam im vierten Grad
     4tens, des Herrn Carl Heinrich Riotte, Lehrer von Stand, alt drei und dreißig Jahre, wohnhaft zu Trier, verwandt mit dem Bräutigam im vierten Grad
     welche Zeugen mit den zusammengegebenen Ehegatten und mir, nach gehaltener Vorlesung, diesen Akt unterschrieben haben.
     So geschehen zu Trier, in dem Gemeinde=Hause der Bürgermeisterei
     Trier, am Tage, im Monat und Jahre wie oben.

Quelle: Standesamt St. Wendel, Akten im Stadtarchiv St. Wendel.


20.11.1842 Peter Wallerath verkauft ein Haus in Trier

Landeshauptarchiv Koblenz
Notar Bochkoltz
Nr. 242/1842

Vor unterschriebenen Friedrich Damian Joseph Bochkoltz, Notar im Amtssitze zu Trier, und im Beisein der Endes genannten und unterschriebenen Zeugen.
     Waren zugegen: der Herr Nicolas Wallerath und dessen Sohn Peter Wallerath, beide Gutsbesitzer in Trier wohnhaft, handelnd sowohl in eigenem Namen als in jenem ihrer Tochter respektive Schwester Frau Anna Maria Wallerath, Ehegattin des Herrn Carl Nicolas Riotte, Landgerichts= Assessor in Elberfeld wohnhaft, laut einer von derselben am 30. Oktober letzthin unter Ermächtigung ihres Ehegattens und unter Privatunterschrift ausgestellten Vollmacht, der ein Stempelbogen von 15 Groschen beikassirt wurde in originali angelegen verblieb.
     Welche mit Versprechen der gesetzlichen Gewährleistung an denen hier anwesenden, dieses sachdienlichst Annehmenden Herrn Balthasar Rendenbach, Tabaksfabrikant in Trier wohnhaft, andurch verkauft, übertragen und für erblich abgetreten haben:
     Ein in der Brückenstraße zu Trier gelegenes, mit Numero 534 bezeichnetes Haus mit Hof, Hinterbau und aller anklebenden Gebäulichkeit und Gerechtigkeit, katastrirt Section G Nummern 407 und 408, von welcher letzten Nummer jedoch ein Theil und zwar das in der nordöstlichen Ecke befindliche und von dem gegenwärtigen Verkaufe ausgeschlossen verbleibte, das ganze trennend einerseits an Michel Schröder, anderseits an Bernard Poss und die __amer Str., vorne an die Brückenstraße, hinten an die Verkäufer, mit denen die Abschließungsmauer gemeinschaftlich bleibt.
     So wie das Ganze sich befindet, damit der Herr Käufer, denen sie in alle darauf Bezug habende Rechte hiermit förmlich einsetzen, darüber als über sein sonstiges Eigenthum verfügen möge.
     Gegenwärtiger Kauf respektive Verkauf wurde unter nachstehenden Bedingungen verabredet und geschlossen:
1) der Herr Käufer tritt gleich in den Besitz und Genuss des obigen an durch verkauften Immöbels, er übernimmt dasselbe in seinem gegenwärtigen Zustande, mit allen anklebenden Rechten und Vorteilen, aktiven und passiven Servituten, selber mögen in die Augen fallen oder nicht, bekannt oder unbekannt sein, jedoch als frei von allen Schulden und Hypotheken, wofür die Verkäufer volle Gewähr versprechen.
2) zahlt er die darauf haftenden Contributionen und sonstige öffentliche Lasten von heute an gerechnet, desgleichen die Kosten der desfalls nötigen Fortschreibung in der Kataster Mutterrolle
3) trägt er sämtliche durch diese Urkunde sowohl für Stempel ansonsten verursachten Kosten und Gebühren.
     Und endlich wurde dieser Kauf respektive Verkauf geschlossen für und um die Summe Kaufschillings von 3950 Thaler, davon verspricht der Herr Käufer innerhalb acht Tagen von heute an 950 Thaler zu zahlen, auf die übrigen 3000 Taler Werterbinnen zwei Jahren von heute an in einer ungeteilten Summe 1000 Taler abtragen, und sollen die dann noch rückständigen 2000 Taler so lange auf dem Hause stehen bleiben, bis sie ein Teil dem anderen drei Monate vorher gekündigt haben wird, welche Kündigung jedoch erst im Jahr nach den für Freitag des Zweiten Termins von beiden Seiten geschehen kann; alle diese Zahlungen müssen in großen, harten, gangbaren Gold= oder Silbergeldsorten in die Hände und Wohnung der Verkäufer geleistet werden, und verspricht der Herr Käufer von denen, nach Abzug des ersten Termins übrig bleibenden 3000 Talern jedes Jahr die verhältnismäßigen Zinsen zu fünf vom 100 zu entrichten.
     Worüber gegenwärtige Urkunde errichtet worden zu Trier in der Amtsstube des unterschriebenen Notars den 20. November 1842, im Beisein der zwei Zeugen Herrn Peter Claise, Gerichtsvollzieher, und Friedrich Robert Hochmuth, Gerichtsvollzieher=Candidat, beide in Trier wohnhaft, und haben die dem Notar wohl bekannte Contrahenten und Zeugen nach geschehener Vorlesung mit ihm unterschrieben.
     (gez.) N. Wallerath P. Wallerath Balth. Renderbach Claise Hochmuth Bochkoltz

Quelle: Notariat Trier, Notar Bochkoltz, aufbewahrt im Landeshauptarchiv Koblenz, Außenstelle Neuwied.


1845-1849 Elberfeld

1845 Spezialdirektor bei der Bergisch-Märkische Eisenbahn

21. Bergisch-Märkische (Elberfeld=Witten=Dortmund)

Die Direktion besteht aus folgenden Mitgliedern:
v. Mirbach, Regierungsrath, Königl. Kommissar und Vorsitzender;
v. Carnap, Oberbürgermeister aus Elberfeld;
Egen, Direktor aus Elberfeld;
Servaes, Justizath daselbst;
Riotte, Landesgerichs=Assessor, Spezial=Direktor daselbst.

Quelle: Eisenbahn-Jahrbuch für Bahn-Beamte und Staats-Behörden: 15 Tafeln zur vergleichenden Statistik des Baues und Betriebes der deutschen Eisenbahnen bis 1845, Band 1; Friedr. Wilh. von Reden; Verlag E. S. Mittler, 1846, Tafel XIV (google-books)



12.01.1846 Entlassung aus dem Justizdienste.

(Artikel Nr. 26)
Königl. Landgericht zu Elberfeld.

1) Der Assessor Riotte ist auf sein Ansuchen aus dem Justizdienste entlassen.

Quelle: Amtsblatt der Regierung zu Düsseldorf, Nr. 1, Montag, den 12. Januar 1846,

26.08.1848 Bitte um Vermeidung von Kränkungen

Angesichts der bevorstehenden Wahlen für die verfassunggebenden Versammlungen in Berlin und Frankfurt entwickelten sich zwei Bewegungen zu Gruppierungen, die Frühformen politischer Parteien gleichkamen. Zunächst entstand der Politische Klub, der sich »1. die Begründung der konstitutionellen Monarchie und die Fortbildung der konstitutionellen Verfassung mit möglichst ausgedehnter Volksberechtigung und 2. die Gründung eines einigen Deutschland«5 zum Ziel gesetzt hatte. Die »Volksstimme« erschien seit Ende April zweimal wöchentlich; im gleichen Turnus wurden Mitgliederversammlungen durchgeführt. Der Ausgabe vom 26. 8. 1848 entnehmen wir Ausführungen des Vorsitzenden Riotte (LHA Koblenz, Abt. 403 Nr. 6582, Bl. 73). Er trug die Bitte vor, »daß alle Mitglieder des Klubs — unbeschadet einer männlich-freien Meinungsäußerung und Offenlegung ihrer politischen Grundsätze — alles vermeiden mögen, was eine Kränkung und Erbitterung Andersgesinnter hervorgerufen geeignet und als nur darauf hinzielend zu betrachten sei. Der Politische Klub achtet jedes Mannes Ansicht, erkennt wie sich so jedem andern das Recht voller Geistesfreiheit zu und verschmäht es, auf den unvermeidlichen Sieg der Wahrheit und Freiheit bauend, seine Gegner mit ungesetzlichen oder unlauteren Waffen zu bekämpfen« Zu den führenden Persönlichkeiten des Klubs, die auch die ersten Volksversammlungen organisiert hatten, zählten u. a. Bohnstedt, Bracht, Elberding, Hecker, Heintzmann, Dr. Höchster, Körner, Riotte und Römer, von denen uns die meisten später im Sicherheitsausschuß wiederbegegneten. Zu der überdurchschnittlich großen Gruppe von Akademikern gehörten besonders viele Juristen.

Seite 227

Aufstand der Bürger - Revolution 1849 im westdeutschen Industriezentrum
Herausgegeben von Klaus Goebel und Manfred Wichelhaus
3. erweiterte Auflage, Wuppertal 1974


06.02.1849 Riotte wird nicht in die 2te preußische Kammer gewählt

Für die Wahlen zu den preußischen Kammern im Jan und Feb 1849 wurde das demokratische Düsseldorf mit dem politisch konträr orientierten Elberfeld, das doppelt soviele Einwohner zählte, zu einem Wahlkreis vereinigt.

Bei den gestern stattgehabten Deputirten-Wahlen für die 2. Kammer wurdem im Wahlbezirk Düsseldorf, Wahlort Elberfeld, gewählt:
1. der Seidenarbeiter Schmitz von Elberfeld
2. der Handelsminister von der Heydt
3. der Comptorist Hermann aus Langenberg
4. der Advokat-Anwalt Scherer aus Düsseldorf

Als Candidaten der demokratischen Parthei standen dagegen:
der Arbeiter Eschweiler von Elberfeld
der Advokat-Anwalt Bloem aus Düsseldorf
der Landgerichts-Assessor Riotte und der Regierungsassessor, voriger landräthlicher Commissarius, Bredt von Elberfeld

Düsseldorfer Journal und Kreis Blatt vom 07.02.1849



30.04.1849 Deputation der 500 in Düsseldorf

Die Deputation der 500 in Düsseldorf
Der kommissarische Regierungspräsident, Oberregierungsrat van Spanleeren, antwortet Innenminister v. Manteu fiel am 1. Mai auf die Anweisung vom 25. April, über die Reaktionen nach der Auflösung der Zweiten Kammer in Berlin zu berichten.
     Zu Elberfeld berief der einer sehr demokratischen Richtung verfallene demokratische Klub unter dem Vorsitz des Advokat-Anwalts Dr. Höchster und des Zeichenlehrers Körner am Sonntag eine angeblich von 3 000 — nach einem landrätlichen Bericht von 1 500 — zum Teil konservativ gesinnten Menschen besuchte Volksversammlung, in der man des andern Tags eine großartige Deputation an das hiesige Regierungspräsidium abzusenden beschloß, die diesem mit der Bitte um weitere direkte Darlegung bei Sr. Majestät, die angeblich ganz allgemein, nicht bloß in Elberfeld und Barmen, sondern durch das ganze Bergische und Märkische herrschende Aufregung vorstellen sollte. Durch die gestern morgen hierhergelangte Elberfelder Zeitung von diesem Beschlusse, dessen Ausführung die landrätliche Behörde zu Elberfeld natürlich nicht hatte verhindern können, zuerst unterrichtet, wurde meinerseits durch Benehmen mit dem Polizeiinspektor v. Falderen und dem Generalmajor Chlebus Vorkehrungen getroffen, um geeignetenfalls mit gebührender Kraft einschreiten zu können. Die gegen vier Uhr nachmittags mit der Eisenbahn eingetroffenen, aus wohl 500 Männern meist der arbeitenden Klasse bestehende Deputation wurde, als sie sich unter Vortragung von deutschen Fahnen und mit Anschluß vieler demokratischer Elemente aus hiesiger Stadt der polizeilichen Eröffnung, daß Aufzüge ohne spezielle Erlaubnis hier verboten seien, nicht fügen wollte, vielmehr in einem förmlich entwickelten Aufzuge gegen das Stadttor zog, an letzterem von einem schnell herbeigezogenen Militärkommando, welches in ihrer Gegenwart scharf lud, aufgehalten, bis der persönlich hinzugekommene General Chlebus bei augenblicklicher Abwesenheit des Polizeiinspektors v. Falderen gegen das Versprechen, nur bis zu dem nahe gelegenen Schwanenmarkte ziehen, von dort eine aus zwanzig Mitgliedern bestehende Deputation an das Regierungspräsidium absenden, sich übrigens vor Exzeß hüten zu wollen, den Eintritt in die Stadt nachzugeben sich veranlaßt fand.
     Vom Schwanenmarkt aus trat dann auch eine solche kleinere Deputation, gefolgt von einer großen Menschenmenge, ihren weiteren Marsch zum Regierungspräsidialgebäude an, wo ich ihr aber erst dann den Zutritt verstattete, nachdem sie - ob in Wahrheit, mag dahingestellt bleiben - die bestimmte Versicherung abgegeben, daß man sich gegen jenes dem Herrn General Chlebus geleistete, mir mittlerweile kundgewordene Versprechen in keiner Weise vergangen und daß auch die tags vorher stattgehabte Volksversammlung zu Elberfeld kein Verbot übertreten habe. Ihre Hauptsprecher und dem äußern Ansehen nach auch gewichtigsten Personen des ganzen Zuges waren die schon genannten Höchster und Körner, der Staatsprokurator Heintzmann und der Landgerichtsassessor Riotte, beide letzteren ebenfalls von Elberfeld und wegen ihres demokratischen Treibens bekannt. Wollte man ihren Angaben glauben, so stünde von der bergischen Grenze an bis nach Iserlohn hinauf - aus Unmut über die nun wieder ganz gestörten Hoffnungen auf endliche Ruhe und Wiederbelebung der Industrie alles an der äußersten Grenze der Revolution, allein, wieweit ihre Behauptungen an Übertreibungen leiden dürften, läßt sich wohl schon nach der einzigen Tatsache bemessen, daß der von ihnen sowohl mündlich als auch in ihrem Aufrufe erwähnte sogenannte Landwehrverein (zur Bildung einer deutschen Landwehr), dessen Mitgliederschaft sie schon bis gegen 300 gestiegen angaben, in der Wirklichkeit sich nicht über die Anzahl von etwa zwanzig Köpfen beläuft.
     Der durch mancherlei Erörterungen etwas lang gewordene Akt der Präsentation endete mit Übergabe der gehorsamst hierbei folgenden Anlage und meiner, wie es schien, vielen ganz genügenden Gegeneröffnung, daß es meine Pflicht sei, von der Stimmung des Regierungsbezirks, soweit ich es nur vermöchte, mir Kenntnis zu verschaffen, daß ich als Beitrag dazu, nicht aber als Ausdruck der allgemeinen Stimmung, allerdings auch ihr Erscheinen und ihre Mitteilungen ansähe und daß ich übrigens alles, was ich in dieser Beziehung nur irgend Erhebliches in Erfahrung brächte, ganz offen und rückhaltlos nach Berlin anzeigen werde.
     Von mir mit der wiederholten Empfehlung entlassen, alles, was die Ordnung stören könne, sorgfältigst zu remunerieren, begab sich alsdann diese kleinere Deputation zu ihren mittlerweile in einem Bierhause) der sogenannten Bockhalle, mit den hiesigen Demokraten fraternisierenden Genossen und mit diesen abends 8.30 Uhr ohne weitere Störung nach Elberfeld zurück. Auch dort ist nach ihrer Rückkehr, außer einigem Straßengesang, keinerlei Unordnung vorgefallen.
      Welchen Eindruck die heute erst kundgewordene Depesche der Regierung an den Herrn v. Camphausen nach Frankfurt hervorbringen wird, werde ich morgen erst erfahren und danach Ew. Exzellenz weiter zu berichten die Ehre haben.
(ZStA Merseburg Rep. 77 Tit. 505 Nr. 3 adh. I, BI. 21)

Körner schildert, wie die Elberfelder Delegation von einem Beamten, dessen Namen er nicht genau verstanden hat, in Empfang genommen wird. Nach der Fränkelschen Denkschrift (5. 19) handelt es sich um den Regierungs- und Schulrat Altgelt.
     Sichtlich waren die Herren da drinnen im Kabinette in Verlegenheit, wie sie uns empfangen sollten, und hatten dem hohen Polizisten die Aufgabe gestellt, nach einem formellen Vorwande zu suchen, um uns ungehört abweisen zu können oder gar uns in Verhall zu nehmen. Als Höchster und ich unsere Namen und unseren Stand und uns als Leiter der Deputation genannt, meinte der Polizeidirektor unter noch bedeutenderem Achselzucken: »Die Herren sind doch nicht offiziell autorisiert, ich meine, haben keine Autorität, wenigstens keine hinreichende Autorität, eine ganze Bürgerschaft zu vertreten.« Als dann aber die andern Mitglieder unserer Deputation ihre Namen nannten — »Staatsprokurator Heintzmann«, »Dachdeckermeister Walter«, »Gerichtsrat und Eisenbahndirektor Riotte«, »Seidendrucker Steffens«, »Handelspräsident und Bankdirektor Hecker« usw. — und dann noch erklärt hatten, daß die übrigen tausend Bürger weniger zwanzig, denen der Zutritt zum Regierungspalast versagt worden sei, ebenfalls, jeder für sich, für die Bürgerschaft Elberfelds einstehe, erst da führte er uns in das Kabinett, nachdem er vorher selbst nochmals darin gewesen. »Herr Präsident von Möller sind abwesend in Berlin«, sagte uns hier unter leiser Verbeugung und mit sauersüßem Lächeln ein langer, dünner Herr mit feinen spitzen Zügen in seinem bleichen Gesichte, blauen Augen und wenigem, dünnem Blondhaar auf dem fast kahlen Kopfe. Hinter ihm stand eine ganze Gruppe Regierungsräte und unter diesen ihm zunächst der große, breitschultrige, finstere Oberregierungsrat van Spankeren und der erdfahle mephistophelische Oberregierungsrat von Mirbach mit einem Buche unter dem Arme, vermutlich dem Gesetzbuche. An einem der grünen Sitzungstische saßen schreibfertig zwei junge Regierungsreferendare als Protokollführer, und hinter diesen wieder standen wartend ein Gendarmerieoffizier und ein Ordonnanzadjutant in Dienstuniform. »Ich habe zwar übernommen«, fuhr der Herr mit bleichem Antlitz fort, »den Herrn Regierungspräsidenten während seiner Abwesenheit zu vertreten, zweifle aber an der Gesetzlichkeit, die Herren aus Elberfeld empfangen zu dürfen.« Und nun suchte der Herr von Mirbach wiederholt und weitläufig nachzuweisen, daß wir zu unserer Sendung nicht autorisiert, überhaupt aber dazu nicht berechtigt seien. Dagegen schilderten abwechselnd Heintzmann, Hecker, Riotte und ich, wenn unsere Entgegnungen an die Reihe kamen, die große Gefahr für die Ruhe Düsseldorfs und Elberfelds, wenn wir unverrichteter Sache wieder heimkehren müßten; und als Riotte fortgefahren, die schmerzensvolle Aufregung des Volkes über die Ablehnung der deutschen Krone durch den König, über das Verbleiben des Ministeriums, das ihm diese Unglückstat angeraten, und über die Auflösung der patriotischen Kammern mit glühenden Worten zu schildern, da waren Herrn von Dalbert — ich glaube, so hatte derselbe sich genannt — unwillkürlich das Blut in die bleichen Wangen und Tränen in die blauen Augen gestiegen. »Seit den dreiundzwanzig Jahren meiner Dienste im Staate ist es mir nie so hart geworden wie heute, den Willen der Höchsten Behörden zu vertreten. Dieser Wille bestimmt, Sie abzuweisen. Doch — ich kann es nicht! — ich kann es wahrhaftig nicht, meine Herren!« sprach er, halb zurückgewendet, zu dem Kollegium der Regierungsräte. »Ich werde«, fuhr er, uns wieder in gefaßterem Tone anredend, fort, »auf meine eigene persönliche Verantwortung die Erklärung der Deputation amtlich entgegennehmen und sie sogleich Höchsten Ortes befördern.« Bei diesen Worten zogen Spankeren und Mirbach sich sogleich, mit zugekniffenen Lippen und noch bleicher als vorher, in den tiefsten Hintergrund des Saales zurück, und ihnen schlichen fast alle übrigen Räte dahin nach, dort besondere »unverantwortliche Beamtengruppen« bildend. Nur zwei der Regierungsräte waren bei Herrn von Dalbert geblieben, und dies waren uns wohlbekannte Männer.
     Als wir das Kabinett und das Haus der Regierung verlassen, fanden wir den ganzen Platz vor demselben »vom Volke gesäubert« und dreifache Soldatenkolonnen die dumpfmurmelnde Menge in drei angrenzenden Straßen zurückhaltend. Im Augenblick, als wir auf der Treppe des Gebäudes erschienen, schallten aus allen diesen drei Straßen donnernde Hochs zu uns herauf. Das Volk hatte schon unsere Verhaftung befürchtet. Ein Piquet Polizisten wollte uns nun durch die Volksmenge hindurchgeleiten; dem führenden Kommissarius bemerkte ich aber: »In der Mitte des Volkes bedürfen wir keines besonderen Schutzes.« das Volk begleitete uns freudejauchzend und singend zum Hauptquartier der Düsseldorfer Demokraten. Als hier engere Verbindung und Verabredung für künftiges gemeinschaftliches Handeln getroffen, kehrten wir, der ganze Zug in Prozession, von grüßendem Volke umschwärmt, ziemlich wohlgemut nach Elberfeld zurück.
(Körner II, S. 58 ff.)

Aufstand der Bürger - Revolution 1849 im westdeutschen Industriezentrum
Herausgegeben von Klaus Goebel und Manfred Wichelhaus
3. erweiterte Auflage, Wuppertal 1974
Seite 27-31


Mai 1849 Die Blutsäufer werden umarmt

Bericht Friedrich Engels

Die große Bourgeoisie war im ersten Augenblick nach dem Gefecht wie niedergedonnert. Sie sah Brandstiftung, Mord, Plünderung und wer weiß welche Greuel vor ihrer erschreckten Phantasie aus der Erde wachsen. Die Konstituierung des Sicherheitsausschusses, dessen Majorität — Stadträte, Advokaten, Staatsprokuratoren, gesetzte Leute — ihr plötzlich eine Garantie für Leben und Eigentum bot, erfüllte sie daher mit einem mehr als fanatischen Entzücken. Dieselben großen Kaufleute, Türkischrotfärber, Fabrikanten, die bisher die Herren Karl Hecker, Riotte, Höchster usw. als blutdürstige Terroristen verschrien hatten, stürzten jetzt in Masse aufs Rathaus, umarmten ebendieselben angeblichen Blutsäufer mit der fieberhaftesten Innigkeit und deponierten Tausende von Talern auf dem Tische des Sicherheitsausschusses.

Aufstand der Bürger - Revolution 1849 im westdeutschen Industriezentrum
Herausgegeben von Klaus Goebel und Manfred Wichelhaus
3. erweiterte Auflage, Wuppertal 1974, Seite 126


10.05.1849 Sicherheitsausschuß

Gemeinderatssitzungen in Elberfeld und Barmen
Höchster beantragt eine außerordentliche Ratssitzung. Der Gemeinde. rat wählt in den Sicherheitsausschuß fünf neue Mitglieder hinein und überträgt ihm alle Funktionen. Verhandelt in außerordentlicher Sitzung des Gemeinderats vom 10. Mai 1949 Es waren die Unterzeichneten anwesend. Herr Wever trug an: eine Deputation von Mitgliedern nach Düsseldorf zu schicken, um die Behörden davon abzuhalten, Linientruppen nach Elberfeld zu senden. Gemeinderat beschloß, drei Deputationen nach Düsseldorf, Dortmund und nach der Mirke zu diesem Zwecke abzusenden. Hierzu wurden die Herren Wever, Fellinger und Maurenbredier nach Düsseldorf, die Herren Gottschalk, Schniewind und Herminghausen nach Hagen resp. Dortmund und Münster und nach der Mirke die Herren Uellenberg, Loewenstein und Fr. Jung erwählt. Herr Höchster trug an: Er sei von vielen Bürgern angegangen worden, zur Sicherheit der Stadt sich einem Ausschusse anzuschließen, der sich provisorisch konstituiert habe, und in der gegenwärtigen Lage der Stadt die Verwaltung und Regierung der Stadt in die Hände zu nehmen und die Sicherheit der Stadt zu wahren; er habe sich einem bereits konstituierten Sicherheitsausschusse hierauf unter der Bedingung angeschlossen, daß derselbe vom Gemeinderate genehmigt werde. Derselbe bestehe außer ihm aus den Herren J. Pothmann, Hugo Hillmann, Bohnstedt, Hühnerbein, Riotte, Troost aus Louisenthal, P. J Römer) Schultze und Körner; die auch nur unter dieser Bedingung sich konstituiert haben. Der Gemeinderat genehmigt hierdurch den Sicherheitsausschuß unter der Bedingung jedoch, daß demselben vier Mitglieder aus dem Gemeinderat und ein Mitglied der Bürgerschaft beitrete. Aus dem Gemeinderate wurden erwählt die Herren Gemeindeverordneten Carl Hecker, Anton Schlösser, J. F. Blanke und David Peters, und zwar durch Stimmzettel, und aus der Bürgerschaft Herr Staatsprokurator Heintzmann Gemeinderat weist die Stadtkasse auf die Anweisung ihrer fünf Mitglieder an, die erforderlichen Geldmittel auszuzahlen, Die ganze Bürgerschaft wird dringend ermahnt, sich den Anordnung,: des Sicherheitsausschusses unbedingt zu fügen, indem er mit dem unterzeichneten Beigeordneten, die Stelle des Oberbürgermeisters vertretend, alle ihre Funktionen an den Sicherheitsausschuß überträgt. Es wurde ferner ein Antrag der Bürgerwehr beraten, sie nur zur innern Sicherheit der Stadt zu verwenden. Diesem Antrag wurde insofern stattgegeben, als der Bürgerwehr zur Pflicht gemacht wird, bei nicht zu erwartetem allenfalsigem Einmarsche von Militär und ehe dasselbe in die Stadt tritt, sämtliche Waffen auf dem Rathause oder einem vorn Sicherheitsausschuß zu bestimmenden Orte sofort abzuliefern. Die Bürgerwehr wird dringend ersucht, dieser Verpflichtung sofort nachzukommen, indem sonst der Sicherheitsausschuß nicht für die Sicherheit der Stadt und für den Schutz des Eigentums einstehen kann. Dieses Protokoll ist unter dem Vorsitze des Beigeordneten BlankHauptmann nach Vorlesung und einstimmiger Genehmigung unterzeichnet worden und soll sofort durch Plakate bekanntgemacht werden.

C. Herminghausen, Blank, Frowein, Schlösser, Maurenbrecher, R. Uellenberg, David Peters, Franz Borberg, J. P. Fudickar, Dr. Höchster, J. F. Blancke, Julius Gottschalk, H. Rodberg Schniewind, C. A. Holthaus, August de Weerth, E. Ringel, C. Hecker, G. R. Fellinger, F. A. Jung, J. Löwenstein, Feldmann-Simons

(EZ 112 / 12. 5. 1849)

Während der Sitzung soll Hecker gesagt haben:
Ob diese Männer Ihre Achtung haben, darauf kommt es nicht an; sie haben die Sympathien der Barrikadenhelden; wir leben jetzt in der Revolution, und wenn Sie das nicht glauben wollen, so gehen Sie auf die Straßen, dann werden Sie es sehen.
(HStA Düsseldorf Landger. Düsseldorf 4/135, Bl. 18)

Aufstand der Bürger - Revolution 1849 im westdeutschen Industriezentrum
Herausgegeben von Klaus Goebel und Manfred Wichelhaus
3. erweiterte Auflage, Wuppertal 1974, Seiten 74 bis 75





10.05.1849 Riotte befragt Friedrich Engels

In der vorletzten Nummer der Neuen Rheinischen Zeitung erscheint ein von Engels verfaßter Artikel.

Köln, 16. Mai. Die Neue Rheinische Zeitung war auch auf den Elberfelder Barrikaden vertreten.

Um verschiedenen falschen Gerüchten entgegenzutreten, sind wir unsern Lesern einen kurzen Bericht über diese Angelegenheit schuldig:

Am 10. Mai ging Friedrich Engels, Redakteur der Neuen Rheinischen Zeitung, von Köln nach Elberfeld und nahm von Solingen aus zwei Kisten Patronen mit, welche bei dem Sturm des Gräfrather Zeughauses durch die Solinger Arbeiter erbeutet worden waren. In Elberfeld angekommen, stattete er dem Sicherheitsausschuß Bericht ab über die Lage der Dinge in Köln, stellte sich dem Sicherheitsausschuß zur Verfügung und wurde von der Militärkommission sogleich mit der Leitung der Befestigungsarbeiten durch folgende Vollmacht betraut [... vgl. S. 83]. Gleich am ersten Tage seiner Anwesenheit organisierte Engels eine Kompanie Pioniere und vervollständigte die Barrikaden an mehreren Ausgängen der Stadt Er wohnte allen Sitzungen der Militärkommission bei und schlug ihr Hrn. Mirbach zum Oberkommandanten vor, welcher Vorschlag einstimmig angenommen wurde. An den folgenden Tagen setzte er seine Tätigkeit fort, veränderte mehrere Barrikaden, gab die Positionen für neue an und verstärkte die Pionierkompanien. Von dem Augenblicke der Ankunft Mirbachs an stellte er sich zu seiner Verfügung und beteiligte sich ebenfalls an den durch den Oberkommandanten abgehaltenen Kriegsräten. Während seiner ganzen Anwesenheit genoß Engels das unbedingteste Vertrauen sowohl der bewaffneten bergischen und märkischen Arbeiter wie der Freikorps. Gleich am ersten Tage seiner Anwesenheit befrug ihn Hr. Riotte, Mitglied des Sicherheitsausschusses, über seine Absichten. Engels erklärte, er sei hergekommen, erstens, weil er von Köln aus dazu Deputierter gewesen, zweitens, weil er geglaubt habe, daß er in militärischer Beziehung vielleicht nützlich verwandt werden könne, und drittens, weil er, selbst aus dem Bergischen gebürtig, es für eine Ehrensache gehalten

Aufstand der Bürger - Revolution 1849 im westdeutschen Industriezentrum
Herausgegeben von Klaus Goebel und Manfred Wichelhaus
3. erweiterte Auflage, Wuppertal 1974, Seite 194



10.05.1849 Bürgerwehr und Wundverbände

Die gesamte Bürgerwehr wird aufgefordert, sich um 11 Uhr
mit Waffen auf dem neuen Markt zu versammeln.
Elberfeld, den 10. Mai 1849
Der Sicherheitsausschuß:
Riotte Körner

Die verehrten Mitbürgerinnen werden gebeten, sogleich an die folgenden Orte Leinwand und Charpie abzuliefern, zum Verbande unserer verwundeten Mitbürger.
Elberfeld, den 10. Mai 1849
Dr. Fränkel Dr. Kirchner Körner Riotte
Bei den hiesigen nächstwohnenden Arzten.

(Elberfelder Zeitung 111 / 11. 5. 1849)

Aufstand der Bürger - Revolution 1849 im westdeutschen Industriezentrum
Herausgegeben von Klaus Goebel und Manfred Wichelhaus
3. erweiterte Auflage, Wuppertal 1974


11.05.1849 Eine Miliz wird aufgestellt.

Es ist durchaus notwendig, daß der Sicherheitsausschuß eine Ubersicht
der Bewaffneten erlange und eine Einteilung derselben stattfinde.
Da es ferner unerläßlich ist, daß Auswärtigen, die keine besondere
Bestimmung haben, der Aufenthalt in hiesiger Stadt nicht gestattet
werde, so verordnet der Sicherheitsausschuß wie folgt:
     1. Alle Bewaffneten haben sich, mit Ausnahme der Posten, um in Kompanien und Zügen eingeteilt zu werden, Punkt 2 Uhr mit ihren Waffen auf dem Engelnberge einzufinden.
     2. Alle Quartierbillette sind ungültig und werden nach der Einteilung nun neue, mit dem heutigen Datum versehene Quartierbillette an die zu ernennenden Feldwebel der einzelnen Kompanien, mit dem Stadtsiegel versehen, ausgeteilt und sind nur diese Quartierbilletts zu beachten.
     Nur an diejenigen werden Unterstützungen an Lebensmittel und Geld in regelmäßiger Weise verabreicht, die in Kompanien eingeteilt sind.
     Die näheren Bestimmungen über die Auswärtigen, die nicht in Kompanien eingeteilt sind, werden, nach der Organisation, sofort erlassen werden.
Elberfeld, am 11. Mai 1849
Der Sicherheitsausschuß
Höchster Hühnerbein Peters Körner Riotte Blanke
Gedruckt bei Julius Schellhoff
(StA Koblenz 403 / 2553, Bl. 30)



14.05.1849 Aufruf an das deutsche Volk

Mit dem schon erwähnten Aufruf an das deutsche Volk vom 14. Mai trat der Sicherheitsausschuß zweifellos wirkungsvoll an die Öffentlichkeit. Allem Anschein nach standen jedoch nur noch seine radikaleren Mitglieder dahinter. Im Prozeß gegen die Maiangeklagten hieß es am 27. April 1850, der Wortlaut stamme von Troost. Als er seinen Entwurf am 13. Mai 1849 dem Sicherheitsausschuß vorlegte, sei er heftig kritisiert worden. Peters, Blanke und Schlösser fehlten in dieser Sitzung. Man habe den Text zum Druck gegeben, obwohl auch von den Anwesenden offenbar Hecker, Heintzmann und Riotte nicht unterschrieben hätten; ihre Namen sollen von fremder Hand auf der Druckvorlage nachgetragen worden sein". Lorenz nimmt wohl zu recht an, daß sich hinter diesem Aufruf bei aller Demagogie bereits die nackte Angst verborgen habe.

Lorenz, Gerd-Ekkehard: Das Revolutionsjahr 1848/49 im Wuppertal, Diss. phil. Marburg 1962

Seite 238-239
Aufstand der Bürger - Revolution 1849 im westdeutschen Industriezentrum
Herausgegeben von Klaus Goebel und Manfred Wichelhaus
3. erweiterte Auflage, Wuppertal 1974


29.05.1849 Steckbrief Riotte

Amtsblatt für den Regierungsbezirk Düsseldorf

(Nr. 771). Steckbrief.
Der Landgerichts= Assessor Karl Nikolaus Riotte von hier, dessen Signalement ich nachstehend mittheile, hat sich der wegen eines im Mai 1849 zu Elberfeld gestifteten Komplotts und verübten Attentats mit dem Zwecke, die Bürger zur Bewaffnung gegen die Königl. Gewalt zu reizen, beziehungsweise wegen illegaler Ergreifung und Festhaltung verschiedener Personen und wegen unbefugter Einmischung in öffentliche Funktionen der Civil=Behörden, eingeleiteten Untersuchung durch die Flucht entzogen. Kraft des von dem Instruktionsrichter erlassenen Vorführungsbefehls ersuche ich daher alle Civil= und Militair= Behörden, die es angeht, auf denselben zu vigiliren und im Betretungsfalls verhaften, und mir vorführen zu lassen.
Elberfeld den 29. Mai 1849. Der Ober= Prokurator
 für denselben, der Staats=Prokurator: Eichhorn

Signalement.
Alter 34 Jahre; Größe 5 Fuß 6 Zoll; Haare schwarz, (mit grau vermischt;) Stirne frei; Augenbrauen schwarz; Augen grau; Nase und Mund mittel; Zähne gut; Bart schwarz; Kinn rund; Gesicht und; Gesichtsfarbe gesund;
Besonderes Kennzeichen: Muttermal auf der rechten Hand.


19.06.1849 Steckbrief Riotte

Allgemeiner Polizei-Anzeiger
Coburg, den 19. Juni 1849
Steckbrief

9973)
Riotte, Karl Nikolaus, Landger-Assessor von Elberfeld. Alter: 34 Jahre; Statur: schlank; Haare und Bart: schwarz; Augen: grau; Stirne: frei; Gesicht: rund, gesund; bes. Kennz.: Muttermal auf der r. Hand.

Hat sich der wegen eines im Mai 1849 zu Crefeld gestifteten Complotts und verübten Attentats mit dem Zwecke, zur Bewaffnung gegen die königl. Gewalt zu reizen, Beziehungsweise wegen illegaler Ergreifung und Festhaltung von Personen und wegen unbefugter Einmischung in öffentliche Functionen der Civilbehörden eingeleiteten Untersuchung durch Flucht entzogen.
K. pr. Ober-Procuratur zu Elberfeld 29/5. 49.


25.08.1849 Vollmachten vor Notar Bochkoltz in Trier

Bevor sie nach Amerika aufbrachen, erteilten Carl Nikolaus Riotte und seine Ehefrau Anna Maria Wallerath notarielle Vollmachten an Vertraute in Preußen, die ihre Rechte hier wahrnehmen sollten.

Aufgenommen wurden die Willenserklärungen vor Notar Bochkoltz in dessen Büro in Trier:

Nr. 209 am 25.08.1849: War zugegen die Frau Anna Maria Wallerath, Ehegattin des Herrn Carl Riotte, Landgerichts=Assessor, in Elberfeld wohnhaft, gegenwärtig in Frankreich aufhaltend, handelnd hier theils in eigenem Namen, kraft der ihr von ihrem genannten Ehegatten dazu ertheilten Ermächtigung, theils auch in ihrer Eigenschaft als dessen Bevollmächtigte und Substitions-Befugniss, beides laut Acte vor unterschriebenem Notar vom 27.07.1849

Welche in den angegenen Namen als Bevollmächtigte bestellt resp. in ihr eigenes Mandat substituirt hat, wie folgt:
a, für die in Trier und Umgebung vorkommende Geschäfte den Herrn Albert Mayer, Advokats-Anwalt in Trier
b. für die in St. Wendel und Umgegend vorkommenden und überhaupt alle ihren Mann persönlich betreffenden Geschäfte jeder Art und von seinen Vermögensverhältnissen herrührenden Geschäfte den Herrn Notar Ackermann in St. Wendel.

Um die vorgenannte Vollmacht vom 27.07.1849 (Nr. 171) aufzunehmen, traf sich Notar Bochkoltz persönlich mit Charles Nikolaus Riotte. Er wurde begleitet von Notariatsaspirant Wilhelm Stein und Landgerichtsreferendar Julius Friedrich Conrad, die als Zeugen fungierten. Das Treffen fand in der Nähe von Perl im heutigen Dreiländer-Eck im sog. „Hasenacker=Wingert“ auf der Metz-Trierer-Chaussee statt - und zwar unmittelbar an der Grenze auf preußischer Seite. Dieses Wagnis mußte Riotte eingehen, da der Notar auf französischer Seite nicht hätte rechtswirksam beurkunden können.



03.10.-03.11.1849 Überfahrt nach Amerika

Dieser Bericht meines Urgroßvaters Carl Nicolaus Riotte über die siebenwöchige Schiffsreise mit seiner Frau Anna und vier kleinen Kindern auf einem amerikanischen Segelschiff von Antwerpen nach New Orleans ist vor 140 Jahren gegeschrieben worden. Ein wohlbestallter Jurist in Elberfeld sieht nach dem Scheitern demokratischer Ansätze (Auflösung der Nationalversammlung im November 1848) keine Zukunft in Deutschland. Tief enttäuscht läßt er trotz großer Anhänglichkeit an Heimat und Familie alles hinter sich, um in die Vereinigten Staaten von Amerika auszuwandern. Der Bericht ist aufgeschrieben in einem kleinen Notizbuch mit dünnem Papier und festem Einband. Erstaunlicherweise hat sich die mit sehr feiner Feder erstellte Schrift über die lange Zeit lesbar erhalten. Der Entzifferung stellten sich durch die altväterliche Ausdrucksweise und die größeren Abweichungen in der Orthographie erhebliche Hemmnisse entgegen. Ich (80) bin die älteste lebende Urenkelin des Verfassers. Meine Mutter, Katharina Maria Riotte, war eine Tochter des Hermann Riotte, der dreijährig die Auswanderung miterlebte. Von der Existenz dieses Reiseberichts gab es nur Vermutungen. Die im Januar dieses Jahres verstorbene Frau meines 1944 gefallenen Bruders Horst, meine Schwägerin Gertrud, fand den Bericht 1987 im Nachlaß ihres Mannes. Sie, meine Schwester Suse und ich haben den Text gemeinsam entziffert, uns vorgelesen und beschlossen, dieses Dokument den Nachfahren des Verfassers und vielleicht auch einer interessierten Nachwelt zu erhalten. Salzgitter-Lichtenberg, 20. März 1989    Ilse Hartmann

Quelle: Carl Nicolaus Riotte, Bericht über die Reise auf einem amerikanischen Segelschiff von Antwerpen nach New Orleans im Jahre 1849, Celle, 1989

Auf dem atlantischen Ozean unter dem 27. Grad der Breite und dem 15. der Länge am Mittwoch den 3. Oktober 1849, Vormittags 10 Uhr.

An alle meine Lieben in Europa! Es ist ein eigenes Ding um das Schreiben eines Tagebuchs, während einer Seereise. Zu den Schwierigkeiten, welche sich im gewöhnlichen Leben auf dem Lande der Führung desselben entgegenstellen, die mich, als eines Schreiblustigen, nicht abgehalten haben, während drei Jahren für meine beste Anna ein Tagebuch zu halten, gesellen sich eine ganze Menge theils von Aussen hereinwirkender, theils von uns selbst entspringender Gründe, die uns nicht dazu kommen lassen. Ich war fest entschlossen, am ersten Tage unserer Fahrt schon damit zu beginnen, heute ist schon der 18te derselben, und dennoch kann ich mich nicht der Faulheit anklagen. Die Neuheit des Schauspiels, die Macht der verschiedenen Eindrücke, die Seekrankheit mit ihren erbaulichen Vorläufern dem Schwindel und den Uebelkeiten und dem gräulichen Sohn, dem Katzenjammer, die Schwierigkeit Feder und Tinte sich zu verschaffen usw., die ewigen Schwankungen des Schiffes und endlich bei mir speziell die Verpflichtung, mit auf die Kinder zu wachen, zuletzt aber ein sich Aller bemächtigender Widerwille vor jeder geistigen Thätigkeit, stellen einen fast unübersteiglichen Wall auf gegen die besten Vorsätze und den kräftigsten Willen dazu. Um Euch und meinen übrigen Verwandten, namentlich auch den triererischen — denen allen ich diese Mittheilungen möglichst schleunig zugehen zu lassen bitte — doch etwas zu leisten, habe ich in mein Schreibbuch kurze Notizen über jeden Tag gemacht und will diese nun chronologisch hier etwas weiter auszuführen suchen.

Samstag, den 15. Mittags hatte man uns noch mitgetheilt, wir würden erst Sonntag Abend das Schiff zu besteigen haben. Abends 6 Uhr erhielt ich jedoch einen Brief, wonach wir noch am Samstag Abend dahin kommen sollten. Da das Schiff, das schon aus den Docks auf die Schelde gegangen und dort vor Anker gelegt war, wahrscheinlich mit Anbruch des Sonntags die Anker lichten werde. Eben sollten die Kinder zu Bette gebracht werden. Es war wirklich eine Aufgabe, diese noch abzufüttern, alles zu verpacken und noch mehrere wichtige Angelegenheiten zu besorgen und daher bereits 8 Uhr mit einer Kutsche der Schelde zufuhren. Am Ufer mußten wir etwas warten bis das Boot, welches nach dem Schiffe gefahren war, zurückkehrte. Die Ungeduld, die Dunkelheit der Nacht, machten die Kinder ängstlich und Misle fing gehörig zu heulen an. Die Jungen waren munter, bis sie in dem kleinen Boote saßen, wo Eugen bei der ersten Schwankung schrie: „Wir gehen unter", worauf sich ein grausiges Quartett erhob, das sich jedoch bald beruhigte. Als wir beim Schiff anlegten, sah ich selbst nicht ohne Angst die dünne Strickleiter herunterlassen, auf der wir mindestens 15 Fuß hoch gerade an der Schiffswand in die Höhe steigen sollten. Das Dienstmädchen wurde vorausgeschickt, um die ihm nachfolgenden Kinder zu empfangen. Ihr folgte zunächst der kleine Walther. Ein Matrose nahm ihn unter den linken Arm, und eilig ging es unter lautem Geheul die Strickleiter hinan. Ebenso wurden die andern hinauf befördert. Eugen und Herrmann, denen ich tüchtig zugeredet, hielten sich ziemlich, und ich hörte von ihnen unten nur ein leises Wimmern. Marie dagegen war wie toll, und ich sah gegen den nächtlichen Himmel ihre Arme und Beine wie die Arme und Beine einer Windmühle sich bewegen, während ihr helles Geschrei weit über den Fluß tönte.

Am ängstlichsten war ich wegen meiner guten Anna, die mir vorausging. Ihr werdet Euch nicht wundern, daß ich sie den Matrosen besonders empfahl. Sie beruhigten mich, und wirklich stieg sie ziemlich rasch und unmittelbar von einem Matrosen gefolgt, der sie sofort aufgefangen hätte, wenn sie fehltrat, hinauf. Ich kletterte allein und ohne Beschwerde aufs Verdeck, nachdem ich noch vorher unsere 7 Sachen, wie .das Fräuchen sich ausdrückt, es waren wirklich Päcke, hinaufbefördert hatte. Als ich in die Kajüte trat, waren die Kinder schon alle zu Bette und sehr vergnügt.

Hier ist der Platz, um Euch eine kurze Beschreibung der Kajüte und unserer Lagerstellen zu geben. Die Kajüte besteht aus zwei Zimmerchen, jedes etwa 100 qFuß groß und 6 Fuß hoch. Hierunter folgt eine kleine Federzeichnung, welche Euch die Sache vielleicht etwas besser veranschaulicht. Die kleinen mit den Namen ausgefüllten Räume sind die Lagerstellen. Jede ist in ihrer Höhe nochmals durchgeschlagen, so daß jede mit Ausnahme der des Kapitäns 2 Betten enthält. Ein solches Bett ist 5 Fuß lang, etwa 2 Fuß breit und hat einen 3 Fuß hohen Raum über sich, so daß man so ziemlich in einem Sarge liegt. Doch gewöhnt man sich bald daran. Nur waren die Matratzen, welche der Capitain uns gegeben, gar zu dünn und wurden durch Decken verstärkt. — Anna liegt im obersten Bette und unter ihr Marie und Herrmann mit den Füßen zueinander. Ich liege unten und über mir Eugen, über Peter liegt ein katholischer Pastor aus Neu-Orleans. Das Mädchen schläft auf dem Canapée und hat Walther, der in einem Korbe schläft, vor sich. Im Anfang war der Raum uns außerordentlich enge, jetzt sind wir schon besser eingerichtet, und es geht. Dies ist die Kajüte, die Sehnsucht aller Zwischendecks-Passagiere, das Eldorado, nach dem sich ihre sehnenden Blicke wenden. Diese Kajüte ist nämlich auf dem Verdecke des Schiffes aufgebaut, und um Euch von der Einrichtung des ganzen Schiffes einen Begriff zu geben, will ich Euch hier ein Längenprophil desselben zeichnen:

Die punktierte Linie a—b stellt die etwa 5 Fuß hohe Brustwehr vor, c den Punkt, wo meine Anna, Peter und ich den größten Teil des Tages und die herrlichen Abende zubringen. Der Kreis bei b bezeichnet das Steuer.

 Im Zwischendeck leben 230 Personen: Männer, Frauen, junge Leute, Mädchen und ein ungeheurer Kindersegen bunt durcheinander. Sie schlafen in Betten, die für 3 Personen eingerichtet sind. Bei d e ist ein Bretterverschlag gemacht, in welchem die 3 jungen Leute von Trier und noch sieben andere Passagiere wohnen und dafür mehr bezahlen. Das Zwischendeck ist ein fürchterlicher Aufenthalt, von dem sich Leute unserer Ansprüche und Erziehung keinen Begriff machen. Doch ist auch mitunter Volk dort, für die es noch zu gut ist. Unter anderen eine aus elf Personen bestehende flamländische Familie, die von ihrem Haupte herunter regelmäßig ins Bett scheißt und die bereits das halbe Zwischendeck so mit Läusen affiziert hat, daß, während ich hier schreibe, alle Betten ausgeklopft werden. Wir haben vor der Kajüte einen Raum für uns allein mit einem Seil abgeschlossen.

Ich habe Euch nun in unsern Wasserpalast eingeführt, und wenn Ihr vielleicht auch ein wenig Lust verspürt, uns in demselben zu beneiden, so kann ich Euch versichern, daß wir alle recht wohl, munter und sehr zufrieden sind! Ich schließe für jetzt, denn es ermüdet sehr zu schreiben, wenn immer links und rechts Schwankungen stattfinden; bald mehr über das Historische und unsere Stimmung über Vergangenheit und Zukunft.

 Donnerstag, den 4. Oktober Nachmittags 4 Uhr Ihr denkt wohl, und ich habe es selbst geglaubt, wir hätten furchtbare Langeweile und daher mehr als uns lieb ist Zeit, die Vergangenheit und was wir verlassen zu betrauern und uns das Bild unserer Zukunft nicht mit den freundlichsten Farben zu malen. Ihr und ich täuschen uns. Wir sind mit der Vergangenheit ganz ausgesöhnt und gehen wirklich mit Freude der Zukunft entgegen. Ich hätte es wirklich nie für möglich gehalten, daß ich das Vaterland, das ich so unendlich liebte — dem ich alles opferte — so vollkommen aus der Seele verbannen, mein Bestes verlieren könnte.

Nur noch Euch, meine Lieben und die vielen braven Männer, die ich in allen Teilen Deutschlands zu meinen Freunden zähle, trage ich in mir; nur von Euch sprechen. Der Name Deutschland, bei dem seit 20 Jahren mein ganzes Sein in freudige Bewegung gerieth, er läßt mich ganz kalt. Es ist eine begrabene undankbare Geliebte, und nur die Erinnerung an das, was ich für sie gefühlt ist mir lieb, nicht sie selbst. Ist doch und muß doch dem Mann von Herz stets die eigene Erhebung das Wichtigste sein, mag auch der Gegenstand derselben deren nicht wert gewesen sein. In ganz ähnlicher Weise denken und fühlen auch meine Anna und Peter. Wir bilden auch hierin zwar drei verschiedene Wesen, aber durch die innigste Liebe und Seelenübereinstimmung zu einem Geistigen vereinigt. In den Abendstunden, wenn die Kinder schlafen, es auf dem Verdecke stiller geworden, da sitzen wir auf dem Rande des Schiffes, sehen hinunter in die herrliche Fluth und sprechen von Euch unsern Lieben allen, ohne von Heimweh etwas zu fühlen; wir sprechen von Texas und hoffen, Euch dort bei uns zu sehen. Wie glücklich würden wir sein, Euch bei uns zu haben — aber zu Euch zu gehen, bei Euch in Deutschland zu bleiben, nein, um keinen Preis. Dort auf dem Schiffsrande überlegen und notieren wir uns jeden Gegenstand unserer künftigen Einrichtung, so wie alles, was bis dahin noch zu besorgen ist. Wir sind stets einig, und fühlen uns untereinander stets mehr in dem Glauben bestärkt, daß es uns gelingen wird, uns und unseren Kindern jenseits des Meeres eine glücklich, zufriedene Zukunft zu bereiten, die nicht im falschen Glanze eines ostensiblen Luxus strahlen, dagegen aber der zur häuslichen Gemüthlichkeit nöthigen Bequemlichkeiten nicht entbehren wird.

Freitag, d. 5. Oktober: Ich bedaure, das Bild meiner Umgebung und das bis jetzt Geschehene nicht gleich freundlich wie das unserer eigenen Zustände malen zu können! Bin ich doch schon lange gewohnt, selbst bei den günstigsten eigenen Verhältnissen nur dann zufrieden zu sein, wenn die mich umgebenden Personen es ebenfalls sind!

Da bilden dann aber die armen Zwischendeck-Passagiere mit ihren Leiden, die sie theils ihrer Armuth, theils aber auch — und dies quält mich am meisten — rein muthwilligen Cujonaden verdanken, einen solchen Schatten, daß dadurch selbst über mein eigenes freundliches Bild ein trüber Schleier verbreitet wird. Was ich kann — leider ist es wenig — thuen ich und Peter still und geräuschlos für sie, aber dies bleibt weit, weit hinter unseren Wünschen zurück. Doch ich will nicht vorgreifen. Die chronologische Erzählung wird mir mehr als lieb Gelegenheit geben, auf das traurige Los der Zwischendeck-Passagiere zurückzukommen.

Samstag, den 6. Oktober: Morgens 5 Uhr wurde ich durch ein ungewöhnliches Geräusch geweckt. Ich hatte mich schnell angekleidet und sah nun, daß dasselbe vom Aufziehen der Anker herrührte. Bald trieben wir langsam die Schelde hinab, der Wind war sehr schwach, und wir gingen fast nur mit der Ebbe. Der Tag war wunderschön, fast alle Passagiere waren auf dem Verdecke und zu meiner Freude alle gefaßt. Nur unser Pastor fehlte noch, und er holte uns erst mehrere Stunden nachher auf einem kleinen, mit Ruderern bemannten Boote, ein.

Die Ufer der Schelde waren ebenso langweilig wie unsere Bewegungen, die bei eintretender Fluth so unbedeutend wurden, daß wir Anker werfen mußten, um nicht zurückgetrieben zu werden. An der Stelle wo dies geschah, mußte die Schelde wohl eine Breite von drei Stunden haben. Gegen 3 lichteten wir die Anker, mußten sie jedoch am Abend wieder auswerfen und blieben die Nacht vor denselben liegen. Es war ein schöner warmer Abend, alles Leben und Munterkeit auf dem Verdecke; eine Violine und ein Klapphorn ließen vom Bugspriet deutsche Lieder und Walzer hören. Meine Anna bemerkte ganz richtig, man hätte glauben sollen, man wäre auf einer Kirchweih in einem deutschen Dorfe.

Wie anders war das Erwachen! Starkes Schaukeln erweckte uns gegen 6 Uhr. Das Hoyo! Ho! der Matrosen tönte laut durch das Pfeifen des Windes. Die Kommandos des Lotsen, der uns führte, folgten sich Schlag auf Schlag: überall Leben und Tätigkeit unter dem Schiffsvolke — aber unter den Passagieren? Wo waren die Musiker und Sänger vom Abende zuvor hingekommen, wohin die munteren Plauderer und fröhlichen Menschen? Es war nichts zu sehen, hier und da kroch aus der Luke eine schwankende Gestalt, die sich an die Schiffswand und bald unter lautem Hohngelächter der wenigen Anwesenden azzelierte; aber nach und nach folgte einer der Lacher dem Andern.

Aus dem Zwischendecke kamen über die dortigen Zustände schauderhafte Bülletins heraus. Peter hatte zuerst geklagt über Schwindel, er hielt sich aber nachher am besten. Auch ich hielt mich lange, mußte aber doch endlich meinen Tribut bezahlen. Mariechen wurde zuerst krank; sie und Eugen behaupteten, Leibweh zu haben. Die schwache Misle wurde tüchtig seekrank, Eugen kotzte mit der größten Gemüthlichkeit und bedauerte die gute Nudelsuppe, die auf den Boden ihm ohne irgend eine Beschwerde zu Munde herauslief. Herrmann hielt aus, zuletzt behauptete er, er wäre müde, und nun ging es auch bei ihm los. Auch das Mädchen und selbst der kleine Walther erbrachen sich, sie lagen auf dem Boden ganz friedlich nebeneinander. Am meisten litt meine arme Anna. Es war ein fast fürchterlicher Anblick. Eugen und Anna ergossen sich vom Canapee& herunter, vor dem Tische lagen das Mädchen und Walther. Während ich aus dem Bette meiner Anna hervorpustete, kotzte Herrmann von oben über mich herab, und Misle lag halb todt in meinem Bette. Ihr könnt Euch wohl denken, was diese Erscheinungen hervorrief.

Ein starker Ostwind hatte uns schnell aus der Schelde in die Nordsee getrieben. Der so oft von mir besuchte Leuchtthurm von Ostende war das Letzte, was ich sah. Von da ab lag ich zu Bette. Doch erbrach ich mich sehr wenig und leicht, während meine arme Frau den ganzen Tag über furchtbar würgte.

Für uns brach die erste Nacht auf dem Meere an. Wir erwarteten sie auf unserm Plätzchen sitzend, während Anna sich in der herrlichen Luft sichtlich erholte.

Bis 10 Uhr saßen wir in trautem Gespräche, während links und rechts die Leuchtthürme wie große Sterne leuchteten, an der englischen Küste die Lichtchen aus den Ortschaften wie Irrlichter uns freundlich winkten und die munteren schönen grünen Wogen des Canals, durch den schnell eilenden Kiel übereinander gestürzt, wie Millionen von Glühwürmchen phosphorizierten. Wir gingen nicht schlafen, ohne nach gut seemännischer Weise einen Grog genommen zu haben. Aber o weh, wie schlief es sich bei den Schwankungen — man kollerte links, man kollerte rechts. Das Bett, zu schmal, um gut darin zu liegen, war breit genug, um wie ein Ball hin und her geworfen zu werden. Jetzt weiß ich, wie man es macht; aber ich sage es Euch erst, wenn ich ausgeruht habe.

Nachmittags konnte ich wieder aufs Verdeck gehen. Auch die Kinder waren wieder ganz frisch, wurden jedoch in den Betten gehalten. Es war wirklich ein Glück, daß sie seekrank wurden, dadurch lagen sie ganz erschöpft und still in den Betten, so wie wir. Am Abend schleppten Peter und ich meine arme Anna aufs Verdeck, wo eine gequellte Kartoffel sie so ziemlich herstellte.

Ich sage Euch nicht, wie es an diesem und den folgenden Tagen mit den Zwischendeck-Passagieren aussah. Ihr habt es hundertmal gelesen, und denjenigen von Euch, die auf der Universität waren, rufe ich das Lokal einer Kommersnacht ins Gedächtnis zurück. Für mich und Euch genügt wohl schon das Bild, welches meine Familie, wozu ja auch Peter gehört, darstellte. Im Ganzen habe ich die Seekrankheit nicht so schrecklich gefunden, wie sie von manchen beschrieben wird. Einige hatten sie gar nicht. Es waren dies aber sehr wenige, etwa zehn, die Meisten hatten sie in einigen Stunden überwunden, und es blieb nur etwas Schwindel und Ekel vor namentlich fetten Speisen.

Manche und namentlich einige Frauen erbrechen sich noch bis heute, obwohl seit 5 Tagen die Bewegungen des Schiffes unbedeutend sind. Frauen bekommen sie nach meiner Erfahrung viel stärker und ausdauernder als Männer, für alle ist sie mehr wohlthätig als nachtheilig, da sie nur als gutes Brechmittel wirkt. Präservative dagegen nehmen ist Charlatanerie; und ebensowenig läßt sich irgendwie ein Grundsatz aufstellen, wer sie bekommt und wer nicht. Unbedingt geht sie vom Gehirn aus und wirkt wie jede Erschütterung desselben; wessen Gehirn sie vertragen kann und wessen nicht, läßt sich nicht voraussagen. Doch scheint mir, daß diejenigen, welche gewohnt sind, geistige Getränke zu genießen, darunter weniger leiden. So war z.B. ein Branntweinsäufer vom Zwischendecke, der bereits zweimal hier auf dem Schiffe eingesperrt wurde, der allgemeine Helfer daselbst, da er durchaus verschont blieb. Bei starkem Wellengange bekommen manche die Seekrankheit auch später wieder, doch ist sie dann unbedeutend und äußert sich nur in Schwindel und Übelkeit, zum Erbrechen kommt es selten. Nach der Seekrankheit hat man wie im Katzenjammer Lust zu scharfen, sauern, den Magen reizenden Sachen. Leider hatten wir keine solchen; und ich empfehle daher hier jedem, der zur See geht, sich mit eingemachten Gurken, Heringen, Schweizerkäse und dergleichen wohl zu versehen. Selbst wenn er Kajüten-Passagier ist, er wird es nie bereuen.

Gegen Abend an diesem Montage wurde das Wetter sehr schön, und während wir gegen Süden in großer Entfernung die Küste von Frankreich und der Gegend von Calais erblickten, näherten wir uns dem englischen Ufer so sehr, daß wir wohl kaum eine halbe Stunde davon entfernt waren. Hoch ragten die weißen Kreidefelsen in den Abendhimmel, häufig gekrönt von Leuchtthürmen, die vorsichtig schon am hellen Abend brannten. Wir näherten uns Dover so, daß wir die Laternen in den Straßen zählen konnten. Es war ein herrlicher Anblick; die Stadt schien sich weit am Ufer und in ein Tal landeinwärts auszudehnen. Sie lehnt sich an einige hohe Felskuppen, von denen eine mit einem wohlerhaltenen alten Schlosse, zwei andere von Leuchtthürmen überragt waren. Hier setzten wir den zweiten Lotsen, der uns von Vlissingen begleitet hatte, ans Land. Dem ersten, der uns in ersterer Stadt verlassen, hatte ich noch einige Worte an die guten Eltern in Trier mitgegeben. Ich hoffe, er wird den Brief besorgt haben, was er mir versprochen hatte.

Samstag, den 6. Oktober Als ich Dienstag, den 18. morgens halb 6 aufstand, war die französische Küste dem Auge entschwunden. Gegen Norden erhoben sich dagegen am Horizonte mächtige Berge, es war die Insel Wight. Die Fahrt war also vortrefflich, und der unausgesetzt wehende Nord-OstWind jagte uns in stürmischer Eile dem Ausgange des nicht ungefährlichen Kanals zu. Gegen 10 Uhr verloren wir die Insel Wight aus den Augen, und seitdem haben wir kein Land mehr gesehen, nur am nämlichen Abend noch eine Spur von Land, nämlich an der englischen Küste einen Leuchtthurm.

Auch hier verlor ich eins der Tausend und eine Schrecknisse, womit schreiblustige und phantasiereiche Romansudler oder schwachköpfig, renomistische Reisende ihre hohlen Schreibereien oder gehaltlosen Erzählungen füllen. Die erzählen von nichts als Himmel und Wasser, wie von einem Ungeheuer, das durch seine bloße Erscheinung den Reisenden fesselt, seinen Muth niederschlägt. Ich und mit mir meine Umgebung haben davon durchaus nichts bemerkt. Wir fanden es ganz natürlich, daß, wo das Meer breiter wurde, wir das Land nicht mehr sehen konnten; was aber besonders Tröstliches in einer fremden Küste, in einer unbewohnten Felsspitze liegen soll, begreife ich nicht. Überdies sieht das "Himmel und Wasser" nicht einmal so großartig aus, und zwar aus dem sehr einfachen Grunde, weil das Auge, das alsdann keinen Anhaltspunkt, folglich auch keinen Maßstab für die Entfernung hat, den Horizont für höchst gering hält, während er in Wahrheit 6-7 Stunden nach allen Seiten hin beträgt. Allerdings freue ich mich, einmal wieder Land zu sehen, aber nicht um das furchtbare Ungeheuer „Himmel und Wasser" los zu werden, sondern weil wir dann bald am Ziele sind.

Ich werde noch öfter im Laufe dieses Tagebuches Gelegenheit finden, so gebräuchliche und stereotyp gewordene Thorheiten zu vermerken und dadurch fast all dasjenige von einer Seefahrt abzustreichen, was den Landratten die Haare sträuben und einen Seefahrer für ein übermenschliches Wesen erscheinen läßt, so daß für hysterische Damen mein Tagebuch ein wahrer Tod wäre, aber ich kann nicht dafür. Jeder hat seine Anschauung, und ich denke, Ihr erwartet von mir, die Meinige zu hören und nicht einen Capitain Margat Seeroman.

Übrigens hat die See wahre Großartigkeit genug, so daß man nicht zu lügen und zu übertreiben braucht. Man findet doch an jedem Tage einen neuen Beleg für den alten Satz, daß die ganze menschliche Weisheit nichts weiter erklärt, als daß die Dinge da sind. Und wir versuchen zu erklären, woher sie kommen und wie sie sich erhalten. Sie weiß, daß die Magnetnadel nach Norden steht, daß sie so und so viel abweicht, aber wer gibt die Antwort auf das Warum. Sie weiß, daß die Erde und mit ihr das Meer rund ist, aber da sollen mir nur die gelehrten Herren eine Kugel machen, auf der sich nur eine einen halben Zoll dicke Wassersäule bei der Umdrehung hält; und nun nehme man das Meer.

Der Art sind meine Gedanken, wenn ich vom Rande des Schiffes in die unermeßliche Tiefe und in das Firmament sehe, das ganz dasselbe ist, wie es über mir gestanden, wenn ich als Knabe es mit ahnender Seele dem geringen unverdaulichen Schulpensum gegenüberstellte. Überall Zweifel, Ungewißheit, Täuschung! Doch geht es mir nicht wie dem Götheschen Faust, wie oft ich ihn mir auch gewünscht habe. Ich werde nicht toll, daß der menschliche Geist nicht weiter kann. Ich begnüge mich mit dem Erkennbaren und wirklich Erkannten, aber ihr Herren Professoren, dann bleibt mir auch mit Euren ungeheuer gelehrten Gesichtern und Redensarten, mit Eurer Wichtig-Thuerei zu Hause. Euer Wissen im Vergleiche zur Erkenntnis des Universums hat gerade die Bedeutung einer Tagesfliege in diesem Universum.

Sonntag, den 7. Oktober: Heute ist der vierte Sonntag, den wir zur See sind. Es ist schon lang, länger als ich — wenn ich die Zeit überdenke — selbst annehmen möchte. Doch kehre ich zu meiner Zeitfolge zurück. Mittwoch, den 9. September gegen Mittag fuhren wir aus dem Kanale in den atlantischen Ozean ein. Wenn Ihr mir auf der Karte folgt, so werdet Ihr finden, daß wir sehr schnell segelten. In der Tat legten wir alle 24 Stunden an 300 englische Meilen oder 150 deutsche Stunden zurück. Auch in der äußeren Erscheinung des Meeres war der große Ozean zu erkennen; während die Wellen des Kanals sehr zahlreich und nicht hoch waren, kamen die des Ozeans nicht so schnell, aber bedeutend höher. Bei dem guten und starken Winde, der unsere Segel füllte, durchschnitten wir dieselben mit großem Geräusch. Zu beiden Seiten des Kiels stäubten die Wellen auseinander, und der weiße Schaum kochte auf weite Strecken hin.

Es zeigten sich wieder Symptome der Seekrankheit, doch ging sie an uns mit unbedeutendem Schwindel vorüber, was wir vorzüglich dem Umstand verdankten, daß wir immer in der frischen Luft blieben. So lange es nicht zum Erbrechen kommt, soll man sich möglichst in frischer Luft halten. Reicht das nicht aus, dann lege man sich nieder und bleibe möglichst unbeweglich liegen. Ihr glaubt aber auch nicht, was das für Schwankungen sind. Man kann sich nur mit Mühe auf den Beinen halten, wird aber bald auf diese, bald auf jene Seite an die Wand geworfen. Jetzt verstehen wir es schon besser, und wir gehen schon fast wie Schiffskapitaine Der Wind wurde während der Nacht vom 19. auf den 20 immer stärker, blieb jedoch immer günstig, so daß wir am Mittag dieses Tages dem Ausflusse der Garonne gegenüber waren. Gegen Abend, wo wir das nichtsnutzige biskaische Meer zur Linken hatten, wurde der Wind fast sturmartig, und die Seekrankheit zeigte sich auch wieder auf vielen Gesichtern und auch sonstwo Die verdächtigen, blechernen Nachttöpfe mit ihren zweifelhaften, oft verschiedenen Richtungen ihre Entstehung verdankenden Inhalten, erschienen wieder auf dem Verdeck, und unter den Fischen des Meeres war große Freude.

Die Nacht war nicht besser, aber ich flog nicht mehr so herum, denn ich wandte mein Mittel an, das ich Euch zu sagen versprochen habe. Es besteht darin, daß man, wenn man auf dem Rücken oder Leibe liegt, die Arme längs dem Leibe herunterstreckt, wodurch man so ziemlich die ganze Länge des Bettes einnimmt und von den Bewegungen fast nichts empfindet. Liegt man auf der Seite, dann die Beine an den Leib heranziehen, bis Füße und Knie die beiden Seiten der Bettstelle berühren, und so eine Art Keil für den ganzen Körper bilden. Auch während wir der Mündung des Duero in Portugal gegenüber waren, ging die See sehr hoch, und es gab viele Seekranke, namentlich litt auch meine arme Anna sehr daran. An diesem Tage hatte die See die schönste Farbe, die wir bis jetzt beobachtet, sie war dunkelgrün mit einem Goldschimmer und dazu die herrliche Luft, so warm, so balsamisch. Man fühlte, daß sie von Spaniens Mandelwäldern herkam. Am 22. hatten wir nur wenig Wind und dabei große Wärme, freilich nur für uns, wie wir es damals gewohnt waren; seitdem haben wir ganz andere Wärmegrade ertragen gelernt, und beispielsweise steht, während ich schreibe, das Thermometer im Schatten auf 22'/2° Reaumur. Merkwürdigerweise hatte das Meer an diesem Tage (22. Oktober) vollkommen die Farbe geändert, es war tief dunkelblau. Alles war wieder munter und guter Dinge auf dem Schiffe, und unsere Kinder, die am Tage vorher wegen der starken Schwankungen fortwährend im Bett gehalten wurden, tummelten sich fröhlich auf dem Verdeck. Nur der kleine Walter, der schon, seitdem wir auf dem Schiffe waren, sich höchst unleidlich anstellte, weil er Backenzähne arbeitete, litt gegen Abend am Fieber. Dieser war der schönste, den wir an Bord genossen hatten. Das Meer war so ruhig wie ein Landsee, die Luft außerordentlich milde, der Mond schien so klar. Wir konnten uns fast nicht entschließen, zu Bette zu gehen.

Dienstag, 9. Oktober 1849: am 23. September hatte sich das Wetter sehr geändert. Wir hatten schlechten Wind und dazu abscheulichen Regen, den ersten seit unserer Reise. Nach und nach entwickelte sich ein kleiner Sturm, von unserm Pastor a little dancing (ein kleiner Tanz) genannt. Bis jetzt hatten wir Schwankungen nach beiden Seiten hin, nun begannen sie bei dem schlechten Wind von vorn nach hinten. Für den ersten Moment sind diese nicht so unangenehm wie die ersteren, indem sie ganz den Eindruck machen wie die Bewegung in einer Schaukel, aber nach und nach wird sie furchtbar und übte auch auf uns alle, namentlich Marie, einen so schlechten Einfluß, daß wir uns fast alle aufs Bett legten. Am Nachmittage wurde der Wind noch ungünstiger und wehte uns direkt entgegen.

Zu diesen Verhältnissen kamen noch mehrere Erscheinungen auf dem Schiffe, die diesen zweiten Sonntag zum unangenehmsten Tage unserer Reise machten. Es zeigte sich nämlich, daß die Kartoffeln, welche die Agenten den Zwischendeck-Passagieren geliefert, sehr stark faulten. Wovon sollten aber die Leute leben nach 5-6 Wochen, da sie fast nichts anderes hatten? Auch die Seekrankheit richtete wieder schreckliche Verheerungen an. Ich muß jedoch hierbei bemerken, daß sich wohl schwerlich jemand einen Begriff davon macht, welche Massen diese Leute verschlingen. Pfannkuchen und Salzfleisch, Kartoffeln, Bohnen usw. werden in wahrhaft thierischer Weise heruntergeschlungen, dazwischen Massen von Wasser eingeschüttet, so daß ich häufig schon 2 oder 3 Mitglieder einer Eßgesellschaft mit der größten Gemüthlichkeit unter ihre Freunde wieder hineinbrechen sah, was sie soeben gegessen. Sie ließen sich jedoch gar nicht stören, sondern aßen wieder flott weiter. Wer einigermaßen vernünftig lebte, war mit der ersten Seekrankheit und nachher mit etwas Schwindel absolviert.

Wir trieben uns an diesem Tage etwa Lissabon gegenüber herum, ohne jedoch voranzukommen. Montag, den 24. hielt die trübe Stimmung unter den Passagieren, genährt durch einige gegen dieselben vom Steuermann ausgeübte Wexationen an. Dazu kam, daß wir am Nachmittag Windstille bekamen, deren niederdrückender Wirkung wir nicht entgingen. Es ist dieselbe häufig, von Schriftstellern und Romanschreibern jedenfalls, obwohl auch etwas übertrieben, mitgeteilt, und Ihr werdet so wenig Begierde wie ich empfinden, sie Euch nochmals zu beschreiben. Die ganze Schiffsbevölkerung vom Kapitän bis zum kleinsten Kinde leidet darunter. Erst gegen Abend erhob sich eine leichte Brise, die zur Nacht stärker wurde. Der folgende Tag, Dienstag der 25. September, war ein Festtag, weil der Gretchen Verheiratung stattfand. Zum Mittagessen wurde von dem guten Moselwein heraufgenommen und von uns, dem Kapitän und dem Pastor auf das Wohlergehen des jungen Paares getrunken. Wir waren recht munter und machten Abends noch mit den trierischen jungen Leuten eine Bowle Glühwein, an der noch viele andere Passagiere theilnahmen. Es wurden deutsche Lieder gesungen, angestoßen und bei herrlichem Winde in den schönen Abend nochmal bei lautem Gläserklingen das Wohl der Familie Weidtmann hineingerufen. Wir waren gerade zwischen den azorischen Inseln und der Insel Madeira.

Der 26. (Mittwoch) war ganz ohne Bedeutung, dafür spielte uns aber der Donnerstag um so besser auf.

Donnerstag, den 11. Oktober: Es wehte schon während der Nacht ein starker Gegenwind, der gegen den Tag mehr zunahm, so daß wir immerfort reffen mußten. Am Nachmittag wurde der Wind zum Sturm. Ein solcher Sturm ist als Naturereignis auf dem Meer in Wahrheit eine großartige Erscheinung; für den der See Ungewohnten auch eine je nach Individualität beängstigende. Allein auch bei ihrer Beschreibung hat die entschuldbare Romantik und die gemeine Aufschneiderei das ihrige getan. Ich muß es dem größten Teil unserer Passagiere nachrechnen, daß sie sich vortrefflich dabei benehmen; mit der größten Ruhe helfen die Männer und darunter auch ich den Matrosen beim Reffen und Einziehen der Segel, von denen — wir fahren nach gut amerikanischer Weise in der Regel mit 20-25 Stück — an jedem Maste nur das unterste blieb. Sie hielten sich auf dem Deck, wo man sich freilich mit beiden Händen festhalten mußte, erhielten sich in der heitersten Laune und begrüßten mit schallendem Gelächter die Wellen, welche über Bord schlugen. Ich hatte das früher nicht für möglich gehalten, da unser Schiff mindestens 8 Fuß über dem Wasser steht. Gleichwohl ist die Redensart von den bergehohen Wellen eine starke Übertreibung, und man macht sich, durch diese Übertreibung veranlaßt, eine falsche Vorstellung von den Sturmwellen — jedenfalls war das bei mir der Fall. Dieselben kommen nicht in Kegelform, sondern eine Welle bildet eine lange etwa 15-20 Fuß hohe Erhöhung, auch hebt sie nicht das ganze Schiff bergehoch, sondern nur den vorderen oder hinteren Teil, so daß man manchmal von der Kajüte aus das Bugspriet tief unter sich zu Füßen oder hoch zu Häupten sieht.

Das Beste war, daß wir alle von der Seekrankheit verschont bleiben. Die Kinder wurden in die Betten gelegt, und meine liebe Anna hielt sich die ganze Zeit auf dem Verdecke, sich mit beiden Händen an der Kajütentür festklammernd. Der Sturm dauerte von Nachmittags 2 bis gegen 6 Uhr und trieb uns wohl 30 bis 40 Meilen weit zurück. Ganz wohl war mir dabei nicht, weil wir in der Nähe der azorischen Inseln waren und der Sturm uns auf dieselben zutrieb. Doch arbeitete unser tüchtiger Kapitain ausgezeichnet. Er ist zu meiner großen Beruhigung ein trefflicher Seemann. Er hat seine Marotten, sie sind jedoch zu ertragen und werden durch viele gute Eigenschaften aufgehoben. Wenn er uns nur gesund bleibt, denn sonst sind wir bei der vollkommenen Unfähigkeit des ersten Steuermanns verlorene Leute.

Es war ein harter Tag, doch quälte auch mich die Vorstellung, daß ich meine Lieben vor meinen Augen müßte ertrinken sehen, ohne daß ich ihnen helfen könnte; das Umkommen meiner eigenen Person hatte wirklich für mich durchaus nichts Erschreckendes, und warum sollte es das? Ich habe keine Vorwürfe auf mir, ich habe immer nach meiner gewissenhaftesten Überzeugung gehandelt, das Wohl meiner Mitmenschen stets wenigstens ebenso hoch gestellt, wie mein eigenes und manches Gute getan. Eine solche Überzeugung ist doch ein großer Schatz — nicht wie manche es ansehen — weil sie den Lohn ihrer Thaten nie erhalten und in weißen Kleidern vor ihrem strengen Richter nun erscheinen sollen, sondern weil man immer den Vorschriften der Sittlichkeit entsprochen und in der Überzeugung, dieses gethan zu haben, seinen Lohn gefunden hat. Der Tod ist diesem Manne nur deshalb unwillkommen, weil er seinem weiteren Wirken eine Grenze setzt. Und, offenherzig gestanden, ich halte durchaus nichts von Tagelöhnern Gottes, die nur deshalb fleißig sind, weil sie einerseits Strafe fürchten und andererseits einen guten Lohn erwarten. Wer nicht um ihrer selbst willen eine gute That tut, der soll sie bleiben lassen. Doch wie komme ich zu solchen Betrachtungen, die vielleicht Manchem von Euch unangenehm sind? Ich hätte sie unterlassen können, doch dann wäre das Bild nicht vollständig gewesen. Und ich denke, daß Ihr Werth darauf legt, nicht nur das Pragmatische zu erfahren, denn das könnt Ihr in hundert Büchern lesen, sondern daß Euch auch meine Anschauungsweise und Gemütsbeschaffenheit interessiert. Nehme sich jeder von Euch aus dem Gesamtgemälde, welches dies Tagebuch bildet, die ihm am meisten zusagende Parthie, wie ja auch die Beschauer eines und desselben Gemäldes demselben je nach ihrem Standpunkt, die verschiedensten Seiten abgewinnen. Der Maler gibt das Bild frisch, lebenskräftig, naturgetreu, wie es der Seele entströmt. Er zeichnet sich gleichsam selbst in seinem Werke, wer kann ihn deshalb tadeln! Die Ausführung und die Anlage des einzelnen Theiles, sie wird stets einer mehr oder weniger begründeten Kritik unterliegen. Wer jedoch das ganze Werk beurteilen will, der muß aus demselben die Individualität des Verfassers studieren und nun prüfen, ob er dieser und der aus ihr erwachsenen Anschauung getreu geblieben. Prüfet so, und ich hoffe, Ihr werdet überall den oft geschmähten, immer wahren und das Wohl aller im Herzen tragenden Carl Riotte finden!

Ich habe Euch meine Lieben wohl etwas ermüdet mit meiner vorstehenden etwas langen, vielleicht nicht langweiligen Ausführung, ich will mich bessern, die folgenden Tage werden schneller abgemacht werden können. Am 28. September, wo das Meer wieder ruhiger war, kamen wieder viele Beschwerden, teils über den Hochbootsmann, teils über den Kapitain mir zu Ohren. Es ist hier nicht der Ort, näher auf dieselben einzugehen. Nur im allgemeinen will ich bemerken, daß ich den größten Teil, für unbegründet hielt; daß ich selbst bei den begründeten die Handlungsweise deshalb für gerechtfertigt hielt, weil ich im Interesse aller die größte Strenge um so mehr für nötig hielt, als auf dem Zwischendeck unter einer Mehrheit von braven und anständigen Leuten wahre Schweine, Säufer und Diebe sind. Einigemale freilich war das Benehmen der Schiffsoffiziere nicht zu rechtfertigen und namentlich das des Steuermannes — allein auch sie sind Menschen, und deshalb ebenso den Fehlern ausgesetzt, wie diejenigen Passagiere, die immer am meisten klagen. Eine direkte Interzession beim Kapitain, welche öfter in Anspruch genommen wurde, lehnte ich stets ab, weil ich wohl weiß und es auch für nötig halte, daß auf einem Schiffe der Kapitain bei einer geschehenen Tat nicht Unrecht gehabt und weil ich selbst meine Stellung ihm gegenüber begründe, was bei einem Yankee nicht leicht ist. Seit etwa einer Woche ist dies nun mit mir und Peter der Fall, und ich glaube, daß die nachsichtigere und gefälligere Behandlung der Zwischendeck-Passagiere dem Umstand zuzuschreiben ist, daß Peter und ich jetzt mit ihm befreundet sind.

Auch am Samstage, den 29. hielt der ungünstige Wind an, doch war das Wetter sehr freundlich und die Farbe des Meeres so außerordentlich schön hellblau, daß man sich nicht satt daran sehen konnte; besonders erfreute sich meine Anna über dieselbe. Gegen Abend sahen wir zum ersten Male Tümmler, etwa 3-5 Fuß lange Fische, die von weit her zu zweien aus dem Meer springend mit unglaublicher Schnelligkeit auf die Spitze des Schiffes losstürmten. Ich war an diesem Tage etwas unwohl und legte mich daher früh und ohne etwas zu essen ins Bette. Ich kann hier anknüpfend Euch einmal eine Mittheilung über unsere Lebensweise machen.

Freitag, den 12. Oktober unter dem 48. Grad der Länge und 22. der nördlichen Breite: Ich fahre in meiner Aufgabe von gestern fort. In der Regel stehen wir Erwachsenen und die Kinder um sechs Uhr frühe auf, und wir frühstücken schwarzen Kaffee — Milch gibt es nicht auf dem Schiffe. Anna mit einem Krautschmierchen; die Kinder essen jedes zwei Butter- und ein Krautschmierchen, wir haben alle Tage frisches Brod in der Kajüte. Das Kraut ist das von der guten Mutter in Trier eingepackte, die lieben Worte, die auf die Etiketten geschrieben, haben als der letzte Zuruf aus der Heimat uns ebenso erfreut wie der Inhalt derselben meine Kinderchen ergötzt. Ihr könnt nicht glauben, wie sehr man — ohne irgendwie genußsüchtig zu sein — nach solchen frischen Sachen verlangt. Ihr werdet es erst begreifen, wenn Ihr gehört haben werdet, was wir essen. Es ist mir in der Tat eine Entsagung, wenn ich morgens ein solches Schmierchen verweigere, weil ich das Kraut gern für die Kinder spare, für die es kaum ausreichen wird. Um 8 Uhr kommt das Bräkfast immer und immer aus gesalzenem Fleische oder Fischen, gequellten Kartoffeln und eigenthümlich gebratenen Kartoffeln bestehend. Unser Koch ist nämlich ein Chinese und seine Küche etwas sonderbar.

Um 1 Uhr mittags wird das „dinner" serviert. Es besteht aus Suppe, meistens Hühner-, Erbsen- oder Bohnensuppe, gebratenem Hühner- oder Enten- oder Schweinefleisch. Diese haben wir lebendig auf dem Schiffe. Mit gequellten Kartoffeln, dem Pudding, Käse und Äpfeln. Abends werden zum „supper" dieselben Kartoffeln mit einem gesalzenen SaucenFleisch aufgetragen. Ihr werdet sagen, das ist ein gutes und reichliches Essen, das sagen wir ebenfalls — allein, wenn Ihr erwägt,daß jeden Tag dasselbe kommt und dazu die eigene ungeheuer fette Zubereitung nehmt, so werdet Ihr den Ekel, den wir haben, wohl Euch erklären können. Ganz besonders wenn Ihr bedenkt, daß man dieselben Speisen schon vor der Seekrankheit genossen hat und daß man nach dieser vor solchen Speisen einen unvertilgbaren Widerwillen hat. Der Syrup von Mama Wallerath ist uns ein wahres Labsal, leider geht er mit morgen oder übermorgen zu Ende, wir haben nämlich statt der erwarteten 7 Flaschen nur 3 vorgefunden. Auch der Bordeaux-Wein tut uns gute Dienste, noch besser aber der Moselwein. 40 Flaschen der besten Sorte haben wir wieder verpackt, um sie mit nach Texas zu nehmen, die geringere Sorte trinken wir über Tisch. Zu unserem großen Bedauern haben wir Brachts dringenden Rat, Bier mitzunehmen, nicht befolgt. Zwar bietet uns der Pastor von dem seinigen an, das ist aber von dem so unverdient berühmten belgischen Bier, welches in Wahrheit von abgefallenem Apfelfilze oder sauer gewordenen Kälberfüssen sich nur dem Namen nach unterscheidet.

Sehr gut ist ächter London-Porter, den der Kapitain öfters serviert. Abends, wenn um 7 Uhr gegessen ist, setzen wir uns auf die Brüstung des Schiffes und sprechen zusammen mit den trierischen Herren und mit einigen Familien, deren Bekanntschaft wir gemacht. Seit einigen Tagen habe ich eine von Antwerpen mitgenommene Guitarre hervorgeholt, auf der ich spiele und wir alle drei zum großen Ergötzen des Kapitains und zu unserer Unterhaltung singen.

Viele Beschäftigung machen uns auch die Kinder, allein größtenteils wenig angenehme (es tut mir leid, daß ich es sagen muß), aber Eugen, Heirmann und Walther sind sehr ungezogen, und es vergeht fast keine Stunde, wo nicht einer von ihnen exemplarisch durchgehauen, dann dem Abtritte übergeben wird. Maria ist unbedingt die artigste, auch hat sie Trieb, etwas zu lernen, während Eugen nur das Spielen im Kopf hat und nur mit dem entschiedensten Zwange zum Lesen und Schreiben zu bringen ist. Der gute Peter ist sein allzu nachsichtiger Lehrer in ersterem, er hat ihn in wenigen Tagen so weit gebracht, daß er gut liest — wenn er will — aber meistens will er nicht, und da muß ich dann nachhelfen, was mit einem eisernen Ladestocke von Peters Gewehr geschieht. Mirle strickt seit einiger Zeit gut und sehr fleißig, sie ist stets mit der liebenswürdigsten Aufmerksamkeit um Walther besorgt. Ihre bekannten tollen Anfälle sind selten und wenigstens gleich unterdrückt. Walther, der hier auf dem Schiffe der Allerweltsliebling ist und bei dem wie bei einem König um einen freundlichen Blick gebuhlt wird, hat mehr Marotten im Kopf als ein Esel Haare auf dem Körper. Man sieht ihm auf den ersten Blick den großmütterlichen Liebling an. Doch ist er jetzt stark in der Kur, bei welcher auch die Schläge nicht fehlen. Im allgemeinen will ich zur Entschuldigung der vielen Ungezogenheiten der Kinder gerne die Umstände, in denen sie sich jetzt bewegen, anführen, allein das rechtfertigt denn doch noch lange nicht alles.

Auch meine vortreffliche Frau beschwert sich öfters über sie, trotz ihrer großen Geduld. Sie ist ein ausgezeichnetes Weib, deren Tugenden ich nicht erschöpfen würde, wenn ich tagelang schriebe. Freundlich und liebenswürdig gegen Jeden ist bei ihr das, was man sonst Herablassung nennt, nicht Berechnung, sondern Bedürfnis. Ihre Freundlichkeit daher nie verletzend wie häufig die Herablassung, sondern wohlthuend, dabei hat sie ganz entschiedenen Muth, den sie bei jeder Gelegenheit beweiset. Sie ist wirklich mein Trost und mein Glück! Hätte dies vervollständigt werden können, so würde dies durch die Anwesenheit und das Benehmen von Peter geschehen, der gegen Anna, mich und die Kinder wirklich „der gute Onkel" in vollstem Sinne des Wortes ist.

Da habt Ihr trotz meines Versprechens gestern wieder einen Sermon, diesmal ist es ein Bild aus dem Familienleben, Doch glaube ich, Euch damit eine willkommene Gabe geliefert zu haben, da ich ja weiß, wie sehr ihr Euch für die Meinigen interessiert. Morgen sollt Ihr wieder etwas von unserer Seefahrt hören, die, wie Ihr aus der obigen Angabe der Grade entnehrnen könnt, vorangeht.

Samstag, den 13. Oktober: Ich schrieb Euch zuletzt vom Sonntage, den 29. v.M. Es folgte unser zweiter Sonntag auf der See. Während der Nacht und des Vormittags hatten wir solche totale Windstille, daß sich unser Schiff ständig auf der Stelle drehte und wir ein 6-7 Stunden entferntes anderes Schiff, das erste, welches wir seit vielen Tagen gesehen, bald vor, bald hinter uns, bald zu unseren Seiten sahen. Es war das erste Schiff, welches sich einige Zeit bei uns hielt, alle früheren hatte unser Schiff — ein sehr guter Segler — bald ein- und überholt. Bei solchen Gelegenheiten zeigte sich unser Kapitain so recht als Nordamerikaner.

Sonntag, den 14. Oktober: Ich schrieb gestern, obwohl ich mich sehr unwohl fühlte, zuletzt konnte ich jedoch nicht mehr, wie Ihr aus der Schrift selbst ersehen werdet. Heute ist mir nach tüchtigem Schwitzen wieder gut, und ich fahre daher in dem Satze von gestern fort. Sobald er ein Schiff vor uns sieht, dann setzt er alle Segel an und ist erst befriedigt, wenn es hinter uns sich quält, uns wieder beizukommen, was noch keinem gelungen ist.

Wir hatten an diesem Tage große Hitze, so daß das Thermometer in der Kajüte an einer Stelle, wo vollkommener Schatten und Zugwind war, 21° R zeigte. Endlich am Abend erlöste uns ein frischer Nordostwind, es war der Anfang der sogenannten Passatwinde. Seitdem bis heute haben wir fortwährend Nordost, Ost oder Südost, bald stärker, bald sehr schwach. Am darauffolgenden Montage war das Wetter herrlich, der Wind gut, das Thermometer zeigte 22 Reaumur.

Die Gedanken und Gespräche, die sich bis jetzt noch ziemlich mit der alten Heimat beschäftigt hatten, fingen an, sich fast ausschließlich der neuen zuzuwenden. Die Unterhaltung, bei der wir dasselbe Ziel vor Augen haben, ist immer lehrreich. Schon die Verschiedenartigkeit der Auffassung ist, abgesehen davon, daß der Eine etwas übersieht, was dem Anderen auffällt, sehr interessant.

Dienstag, den 2. Oktober, hatte nur das Interessante, daß wir den geringeren Moselwein hervornahmen, weil wir des Bordeaux für eine Zeitlang überdrüssig waren.

Wir erblickten am folgenden Tage die ersten fliegenden Fische, welche sich seitdem täglich zeigen. Sie kommen nicht, wie ich geglaubt, in großen Flügen vor, sondern zu 2-6. Sie sehen weißen Vögeln außerordentlich ähnlich und fliegen nur, wenn sie von größeren Fischen, namentlich Delphinen, gejagt werden. Manche fliegen sehr weit, oft wohl eine Viertelstunde, doch tauchen sie auf Momente unterwegs in die Wellen, um die Flossen wieder zu befeuchten, da sie nur so lange fliegen können, als diese naß sind. Ihre Farbe ist wunderschön silberweiß, und ihr Flug gleicht vollständig dem der großen Heuschrecken bei Euch. So wie diese die Flügel, so breiten die Fische die Flossen aus, sie sind in der Regel eine gute Hand, oft auch einen Fuß lang.

Am Donnerstag, dem 4., war die Hitze sehr groß, wir näherten uns immer mehr dem Wendekreis des Krebses, und das Thermometer zeigte 22 R. Am Mittag stand und steht die Sonne seitdem fast senkrecht über uns. Doch finden wir alle, daß die Hitze nicht so unerträglich ist als häufig in Deutschland im Sommer, was wohl allein von dem außerordentlich angenehmen Winde herkommt. Am Nachmittag, wo wir bei unserer stets südwestlichen Fahrt durch die ungeheuren Segel auf dem ganzen Verdeck Schatten haben, ist selbst beim schwächsten Winde die Temperatur nie drückend, außer bei Windstille. Der Unterschied zwischen der Temperatur des Tages im Schatten und der Nacht ist kaum merklich, nach meinen Beobachtungen beträgt er seit 14 Tagen kaum einen Grad. Meiner Anna und den Kindern bekommt diese Witterung ganz gut, obwohl sie namentlich des Nachts über Hitze klagen und deshalb bei offenem Fenster schlafen. Herrmann hat einen Ausschlag auf der Nase und einem Ohr bekommen, so daß erstere ganz karfunkelroth ist. Peter und mir dagegen ist diese Hitze bei dieser wenigen Bewegung nachteilig, und wir sind beide öfters an Schwindel und anderen aus unsrer Lebensweise leicht erklärlichen Übeln leidend, die jedoch ganz ohne Bedeutung sind. Am Abende dieses Tages sahen wir 4-5 kleine Walfische von 8-10 m Länge ganz in der Nähe des Schiffes auftauchen und sich einige Zeit herumtummeln. Alle diese großen Seefische sehen sonderbar genug aus, wenn sie sich auf der Oberfläche zeigen. Sie kommen nämlich mit dem Kopf zuerst hervor und ziehen den übrigen Körper nach, während sie wieder mit dem Kopfe untertauchen, so daß sie vollkommen das Ansehen einer in den Wellen sich bewegenden runden Scheibe haben.

Freitag, den 5. Oktober fing die Schiffsmannschaft zwei Delphine an Angeln. Die Farbenpracht dieser Fische ist außerordentlich, und sie wechseln dieselbe mehrere Male. So schön diese Naturerscheinung auch war, so konnte sie doch bei mir die sinnliche Seite nicht unterdrücken, die sich auf ein Stück guten, frischen Fisches freute. Und wirklich war der Fisch sehr gut und das Fleisch so fest wie Rindfleisch. An diesem wie an den folgenden Tagen kamen wieder viele Beschwerden über willkürliche Bedrückung der ZwischendeckPassagiere durch den ersten Steuermann vor. Auch jetzt gehe ich hier nicht näher darauf ein, ihre Würdigung gehört nicht hierher. Doch werde ich sie nicht unterdrücken, und Ihr werdet sie seiner Zeit in einem Blatte von Deutschland lesen können.

Das Empörendste, was sich jedoch jetzt zeigte, war, daß das von den Agenten gelieferte Wasser zum größten Theil jetzt schon ungenießbar war. Dieses Halunken-Volk, und Ihr Wendeler könnt Cetto jun. sagen, daß ich unter dieser Bezeichnung namentlich auch die Geschäftsführer von Hr. Klein-Krüger in Antwerpen begreife, haben schlechtes Antwerpener Wasser für die Passagiere geliefert, und zwar in ganz neuen Fässern. Dadurch ist das Wasser ganz gelb durch die in das Wasser ziehende Lohe. Dies tun diese edlen Herren, um die Fässer, welche in New Orleans einen hohen Preis haben, wieder gut verwerten zu können. Daß 230 Leute, namentlich Kinder, während vier Wochen vor Durst fast umkommen, daran liegt denselben nicht. Sie haben selbst das Kontraktexemplar bei der Zahlung abgenommen, und dieselben sind elend und verlassen. Unser Trinkwasser, was der Capitain geliefert hat, ist noch ganz gut, nur natürlich ganz warm. Leider müssen wir die Bitten um ein Glas Trinkwasser stets abschlagen, da wir sonst mit dem eigenen auf wären. Ueber die Nichtsnutzigkeiten, welche diese Agenten an den Passagieren jedes Schiffes ausüben, ließe sich jedesmal ein ganzes Buch schreiben, und ich will ihnen nun schreiben, daß kein Hund sich mehr in Antwerpen einschiffen soll. Sie haben es auch mit mir versucht, aber sie haben ihren Mann gefunden, und zwei Stunden vor meiner Abfahrt drohte ich ihnen mit einer Ladung vor das Handelsgericht. Ich gebe gern zu, daß es schwierig ist, für so viele Leute alles zu besorgen, auch daß unter diesen Leuten Volk mit den unverschämtesten Prätentionen ist, aber all das entbindet die Agenten nicht, ihre kontraktlichen Verpflichtungen redlich zu erfüllen.

Montag, den 15. Oktober 1849: Sonntag, den 7. Oktober hatte wie bisher alle Sonntage auch die Eigenheit, daß wir fast gar keinen Wind hatten. Trotzdem, daß morgens der Steuermann einen Matrosen geschlagen und die geschälten Kartoffeln auf die Erde ausgegossen hatte, was die Passagiere sehr erzürnte, waren sie doch am Nachmittage sehr fidel, musizierten und tanzten. Ich hatte wirklich nie geglaubt, daß die Deutschen ein solch vergnügtes Volk wären, man sagt dies nur von den Franzosen: Aber ich bin überzeugt, unter so vielen Entbehrungen und Leiden würden Franzosen nicht so vielen Gleichmuth und Munterkeit behalten haben. Unter allen zeichnet sich ein sehr schönes Mädchen ächter race aus Zweibrücken aus. Die kocht für das halbe Schiff, ist gegen alle freundlich und tanzt den ganzen Sonntag Nachmittag. Ihr und ihrer Begleiterinnen Dialekt erinnert mich immer an frohe Tage.

Montag, den 8. fingen wir in einem großen Fasse, worin ungefähr 3-4 Fuß Seewasser geschöpft sind, zu baden an. Die Einrichtung ist sehr schön. Über der Tonne wird ein großes Segel aufgespannt, welches uns von allen Seiten umgibt, jedoch so viel Raum läßt, daß wir uns bequem um die Tonne bewegen und die Kinder anziehen können. Wir baden in dem herrlich klaren außerordentlich warmen Wasser, was mindestens eine Temperatur von 20° Reaumur hat. Alle, auch Peter, Anna und ich. Das Bad bekommt uns sehr wohl, auch den Kindern. Herrmann hat einen Ausschlag erhalten, und wir hoffen, daß es ihm sehr gut sein wird. Der Kapitain hat mir diese Einrichtung von freien Stücken angeboten, und ich bin sehr erfreut darüber. Wir baden fast täglich und haben dabei neben der Annehmlichkeit des Bades noch die weitere, daß wir durch dasselbe einige Stunden, die doch nach und nach sehr lang werden, totschlagen. Am Abende hatten Peter, Anna und ich eine recht angenehme Unterhaltung mit dem Kapitain, bei Gesang und Guitarrenspiel, einem Glas Bischof und dann Porter. Es war das Verhältnis zwischen ihm und uns bisher nur ein konventionelles, indem wir der Ansicht waren, daß es seine Sache sei, wenn er einen freundschaftlichen Verkehr wolle, diesen anzubahnen. An jenem Abend saß er mit Anna und mir auf der Schiffsbrüstung und meinte, wir wären beinahe vier Wochen zusammen und noch so fremd. Ich sprach ihm meine Ansicht wie oben aus — er spricht nämlich, obwohl Amerikaner, ziemlich geläufig deutsch, und er schien die Richtigkeit derselben anzuerkennen. Seitdem ist unser gegenseitiges Verhältnis ein recht freundliches, und er ist uns in jeder Beziehung gefällig.

Dienstag, den 16. Oktober: In der Nacht vorn 8. auf den 9. wurde ich gegen 4 Uhr durch ein sehr starkes Geräusch geweckt. Es brauste über mir auf dem Dache der Kajüte und neben mir im Meere als ob alles unterginge. Während ich mich schnell in den Schlafrock warf, sah ich auch schon den Kapitän an meiner Lagerstelle vorbei nach dem Verdecke eilen. Ich erwartete vor der Kajüte einen recht starken Sturm zu erblicken, obwohl auch wieder die geringen Schwankungen des Schiffes diese Annahme verwerfen ließen. Es war auch in der That nur ein tropischer Regen mit geringem Winde. Der Regen strömte in solchen Massen nieder, daß er mehrere Zoll hoch auf dem Verdecke stand und bei den Schwankungen des Schiffes von einer Seite zur andern wie ein Gießbach stürzte. Ich trat auch etwas hinein aus Neugierde und war in fast einer Sekunde bis aufs Hemd naß. Der herrliche Regen hatte eine Anzahl junger Leute heraufgetrieben, welche sich auf der einen Seite des Schiffes an die Brüstung gelegt hatten und unter großem Jubel das Wasser über sich schießen ließen. Es folgte diesem Regen ein wunderschöner Morgen, denn obwohl derselbe in das Meer gefallen, hatte er doch die Luft sehr abgekühlt. Ein trefflicher Wind trieb uns schnell voran. Am Abend hatten wir rings am ganzen Horizont Wetterleuchten, namentlich aber in nördlicher Richtung, was zu mancher für Europa nicht schmeichelhaften Bemerkungen Veranlassung gab.

Mittwoch, den 10., sahen wir das erste Seegras an uns vorbei treiben, es war dies uns vorher vom Capitain als Zeichen der halben Fahrt angegeben worden und die anderen Passagiere nahmen es auch so, weshalb sie dasselbe mit großer Freude begrüßten. Peter und ich, denen der Kapitain fast täglich auf der Seekarte unsere Fortschritte zeigte, wußten wohl, daß wir schon seit eingien Tagen den halben Weg hinter uns hatten, wir schwiegen aber, weil der Kapitain es aus sehr triftigen Gründen wünschte. Er hat nämlich bereits acht mal Auswanderer gefahren und wie er sagt, stets die Erfahrung gemacht, daß dieselben, sobald sie sich in der Nähe des Landes wüßten, ihre Vorräte verschleuderten und zuletzt wohl über Bord würfen. Am Nachmittag hatten wir einen squall (Windstoß), was freilich weiter nichts ist, als was Ihr einen Nassauer nennt. Derselbe ist auch bei Euch immer von einem starken Windstoße vorausgegangen. Diese sind nicht ungefährlich bei Schiffen, da diese mit allen Segeln für schwächeren Wind fahren, und — wenn nicht beizeiten vorgesehen wird — riskieren, daß die Masten wie Strohhalme brechen, wovon wir beinahe heute Morgen ein Beispiel gehabt hätten, worauf ich später noch zurückkomme.

Dienstag, den 11. und Freitag hatten wir dasselbe Wetter und guten, bald starken, bald sehr schwachen Wind. Am Abend des letzteren Tages wurde die ganze Schiffsgesellschaft aufs tiefste empört durch die Art und Weise, wie der 1. Steuermann unter den Augen aller einen Matrosen mit einem dikken Stocke blutrünstig und zu Boden schlug. Ich konnte mich nur mit der größten Gewalt zurückhalten, doch ärgerte ich mich so, daß ich des anderen Tages ganz unwohl wurde, wie Ihr es vorstehend schon erwähnt findet.

Mittwoch, den 17.: Bei dem schönen Wetter wollte ich nicht versäumen, mir den Aufgang der Sonne einmal anzusehen, weshalb ich morgens um 4 Uhr aufstand. Ich schicke voraus, daß die Formation der Wolken und deren Verteilung am Himmel eine ganz andere ist, als in Deutschland, während sie bei regnerischem oder stürmischem Wetter durchaus dieselbe Erscheinung darbieten. In Deutschland sieht man an recht klaren Sommer- oder Herbsttagen entweder gar kein Gewölke, oder dasselbe zieht in lichten kleinen oder größeren, aber stets selbständigen, abgerundeten Massen, dem Zuge des Windes folgend durch die ganze Fläche des Firmamentes. Hier sah ich in den letzten 17 klaren Tagen nie eine Wolke am Firmamente vorüberziehen. Dasselbe ist immer ganz klar und durchaus hellblau, häufig grau. Ich hebe dies besonders hervor, weil in allen Reisebeschreibungen zu lesen ist, der südliche Himmel sei tief dunkelblau und daher viel schöner als der deutsche und überhaupt nordische. Es ist das vollkommen unwahr, wie alle Reisegefährten mir bestätigen. Und nur rings um den Horizont in einer Höhe von etwa 1/8 der Höhe bis zum Zenith gruppieren sich terrassenweise in 3-5 Staffeln die schönsten leichten Wölkchen, in den wunderlichsten Gestalten und immer — namentlich aber bei Sonnenuntergang — in der herrlichsten Beleuchtung. Diese Wolkenterrassen bewegen sich nicht, irgend einem Winde folgend. In sich selbst aber wechseln sie stets ihre in einer lebhaften Phantasie zu allen Auslegungen Gelegenheit gebenden Gestalten. Ist der Untergang der Sonne schon sehr schön hinter diesen Wolken, die Beleuchtung derselben überreich und überrascht dabei namentlich die Gestalt, welche die Sonne annimmt, sobald sie hinter der Wasseroberfläche zu verschwinden beginnt, welche die eines Callons ist, so ist doch der Aufgang der Sonne ungemein viel schöner, namentlich auch als der auf dem Lande, wo ich ihn von den als sehr berühmten Punkten des Kaiserstuhls, Melibokus, Drachenfels u.a. beobachtet habe. Es war fast ganz dunkel, als ich an genanntem Tage auf Verdeck trat. Am östlichen Himmel glänzte wie eine schmale Sichel die letzte Spur des abnehmenden Mondes. Ganz nahe unter ihm und etwas entfernter über ihm funkelten zwei sehr schöne Sterne, die mit der Mitte des Mondes genau eine Linie bildeten. Unter dem Monde war in dem leichten Gewölke eine Lücke bemerkbar, von welchem aus gegen 5 Uhr ein Lichtschein ausging, der die Wolken rötlich, das dahinter befindliche Firmament smaragdgrün färbte. Nach und nach wurden beide Farben glänzender und intensiver, und während die der Aufgangsstelle nahen Wolken immer bestimmter und dunkeler hinter dem hellen Hintergrund hervortraten, wurden alle die ferneren Wolkenstaffeln bis zum fernsten Westen, in der Kunst gewiß unnachahmlichen Schattierungen vom hellsten Lichtblau bis zum dunkelsten gefärbt. Entsprechend dieser Wolkenfärbung war auch die des Meeres. Während vom Osten her ein heller Streifen sich zog, dehnte sich derselbe südlich und westlich in ganz langsamen Übergängen aus und ließ gegen Norden die ungeheure Wasserfläche fast schwarz erscheinen. Die Farbenwandlung wurde immer schneller und glänzender, unerreichbar dem Pinsel wie — so fühle ich leider — der Sprache. Da hob sich plötzlich, es war eben 6 Uhr, eine glührote lange Wolke, durchsichtig wie ein Schleier, aus dem Meere. Sie färbte den ganzen nordöstlichen Himmel roth, doch ließ sie die blaue Färbung der Wolken demselben unberührt. Während ich noch entzückt hinsah, trat unser Pastor hinter mich und redete mich mit den fast prophetisch klingenden Worten an: „Nicht wahr, eine ganze Stadt in Flammen:' Er hatte ausgesprochen, was ich gefühlt, und so geleitet rief ich: „Nein! Ein Land in Flammen! Europa in Flammen; ein zertrümmert Könighaus flammt vor meinen Blicken", und ich ruf ins Meer hinaus: „Vive la republique!" Aus voller Brust und mit jubelnder Seele rief ich über das weite Meer dem vor meinen Augen brennenden Europa diesen Herwegschen Morgengruß zu. Ich lief fort und nahm meinen Eugen im Nachtkittel aus dem Bette, ich machte ihn auf alles aufmerksam, auf die Schönheit und Großartigkeit des Naturschauspiels. Ich rief ihm nochmal „vive la republique", Ich erläuterte ihm, was das heiße, und er wird es behalten, des bin ich sicher! Ich ließ ihn keinen Eid ablegen, wie einst Hamikar den Knaben Hannibal, aber er wird dieses Morgens und des Hasses gegen die europäischen Blutsauger-Familien, Fürsten genannt, nicht vergessen!

Je mehr das Licht am östlichen Himmel zunahm, desto mehr trat nun auch die übrige Himmelsgegend in entsprechende Beleuchtung, die unten mit mattem Rosa anfing und nach und nach in Hellblau übergehend mit ganz dunklem Blau im Zenit endete. Immer von neuem wurde die Aufgangsstelle ganz rein von Wolken, als wäre sie eine Bühne auf der die herrliche Schöpferin Natur die schönsten Vorstellungen geben wolle. Auch die glührothe Wolke war verschwunden, da schossen — ich hielt sie für entfernte Segel — drei dunkle Spitzen aus dem Meere hervor, einen Augenblick darauf waren sie wunderbar schön Gold gerandet, und dann erhob sich langsam die Sonne. Wer wollte den Jubel, die Pracht beschreiben, mit der die Welt ihre treue Begleiterin begrüßte. Der ganze Himmel zog sein Prachtgewand an, das Meer hielt ihr seinen glänzend reinen Spiegel vor, und durch die Luft flog als Bote ihrer Ankunft ein sanfter, leiser Hauch, ein Freudenruf des Universums!

Ich habe Euch bereits zweimal bemerkt, daß ich während des Samstages selbst krank war, jedoch am Sonntage, den 14., mich wieder vollkommen hergestellt fühlte. Ich ließ mir nach mehr als vierundzwanzigstündigem Fasten ein sehr gutes Dinner — das beste seit unserer Reise — vortrefflich munden. Der Nachmittag brachte uns wie gewöhnlich Musik und Tanz, aber leider fast gar keinen Wind. Ebenso trostlos sah es am folgenden Tage, Montag, den 15. mit dem Winde aus. An beiden Tagen machten wir im ganzen keine 20 (Meilen) oder 10 Stunden. Vielleicht haftet Ihr dies für viel. Wenn Ihr aber bedenkt, daß von Antwerpen bis New Orleans 6000 Meilen oder 3000 Stunden weit ist, so werdet Ihr es leicht erklärlich finden, daß wir nicht sehr erbaut davon sein können!

Am Montag Abend saß ich mit dem Kapitain auf dem Schiffsrande, während alle andern vor langer Weile bereits schlafen gegangen waren. Wir bemerkten zu unserer großen Fieude, wie endlich sich allmählich eine immer zunehmende Brise erhob. Diesselbe hielt während der ganzen Nacht an und hatte uns am andern Morgen schon bedeutend weiter befördert, als gegen 10 Uhr plötzlich ein Windstoß kam, der uns in großes Unglück hätte stürzen können. Der Kapitain saß hei uns in der Kajüte, und der erste Steuermann hatte die Wache. Wir wußten, daß ein Regenschauer in Anzug war, und als ich, um ihn zu sehen, heraustrat, erblickte ich ihn keine halbe Stunde von uns. Der Steuermann stand so ruhig da, daß ich nicht zweifelte, er habe alle Vorsichtsmaßregeln ergriffen, gleichwohl befremdete es mich, daß ich alle Segel nach wie vor sah. Bald nach mir kam der Kapitain heraus, sah an dem Hauptmast in die Höhe, sprang unter Ausrufung einiger mit einer Masse „God-dams" gemischter Commandos nach den Seilen, die er losmachte und schnurren ließ. Instinktmäßig fühlten wir alle die Wichtigkeit des Augenblicks, obwohl uns die von seiner außerordentlichen Ruhe so abweichende Eile des Capitains auch sofort begreiflich machte, daß hohe Gefahr vorhanden sei. Wir alle ergriffen zur Hilfe der Matrosen die Seile und waren eben mit dem Einziehen des zweiten Segels beschäftigt, als ein starker Windstoß uns erreichte. Ich warf im Ziehen einen Blick auf den Hauptmast, derselbe bog sich unter dem ungeheuren Drucke wie ein Schilfrohr, und ich dachte, er stürze im nächsten Augenblick zusammen. Aber er richtete sich wieder kräftig empor, und nun hatten wir so schon so viel gethan, daß uns der nachkommende Wind nichts mehr anhaben konnte. Das Schiff hatte sich bei dem Windstoß vollkommen auf die Seite gelegt. Doch war das nur der Anfang einer Reihe von ähnlichen Windstößen, die aber theils nicht so stark waren und theils uns besser vorbereitet fanden. Am Abend kam einer, der uns einen ganz anständigen Sturm mitbrachte, welcher die ganze Nacht durch dauerte und von grimmigem Regen begleitet war. Ich konnte fast die ganze Nacht nicht schlafen, warum freilich auch Herrmann, der jetzt bei mir schläft, schuld war. Derselbe ist bei all seinem Eigensinn, den ich ihm noch zu brechen hoffe, ein lieber und verständiger Junge, der, wie ich glaube, mehr Charakterfestigkeit haben wird als Eugen.

Solch ein Sturm in der Nacht ist eine furchtbare, aber auch großartige Erscheinung! Das Heulen des Windes, das Gerassel des Regens, das unausgesetzte Kommandieren und „Goddam-Rufen" des Kapitains und der Offiziere, das Hoyo-Oho der Matrosen, das Krachen des Schiffes — all das bildete ein Konzert, welches mich nicht schlafen ließ. Ich ging hinaus und lehnte mich trotz des Regens an die Schiffswand! Dort bot sich mir ein wahrhaft überraschender Anblick dar. Der Sturmwind war unserer Fahrt günstig, so daß das Schiff — obwohl fast alle Segel gerafft oder fast ganz eingezogen waren doch mit 10 Knoten Geschwindigkeit, d.h. 5 Stunden in einer dahinschoß. Das Meer ging ziemlich hoch und das Schiff mit furchtbar vernichtender Gewalt die vor ihm auftauchenden Wellen nieder, so daß die schäumende Gischt auf jeder Schiffsseite 20-30 Schritte die Oberfläche bedeckte. All dieser Schaum war wie ein sternbesäter Schleier, so phosphorizierte das Meer bei der vollkommenen Dunkelheit.

Am Mittwoch, dem 17. morgens legte sich der Sturm, so daß um 9 Uhr die Segel wieder aufgezogen wurden. Herrmann sah in der Blüthe seiner Geschwüre an diesem Morgen schauderhaft aus; vier ziemlich bedeutende Blutgeschwüre färbten nicht nur die Nase ganz dunkelroth, sondern gaben ihr obendrein eine ganz andere Gestalt. In gleicher Weise waren das rechte Auge und Ohr bedeckt, so daß ersteres stark zugeschwollen war und meine arme Anna sich nicht wenig ängstigte, — wie sich zu meiner Freude heute schon ausweist, ohne Grund.

Der gestrige Donnerstag, der 18. brachte mancherlei Zerstreuung. Bei dem Nachsehen der Seekarte und Aufnahme der Sonnenhöhe mit dem Quadranten fand sich, daß wir die Caribischen Inseln bereits hinter uns hatten und uns also eilig Domingo näherten. Gegen 10 Uhr ereignete sich auf dem Schiffe ein tragi-komischer Vorfall, woran auch ich mich beteiligte. Ich habe Euch bereits mitgeteilt, daß wir zwei Chinesen zu Köchen haben. Es sind zwei tückisch boshafte Bestien mit wahren Hyänen-Augen. Derjenige derselben, der immer in der Küche beschäftigt ist, die sich weit von der Kajüte entfernt auf dem Verdecke bei den Kochherden der Passagiere befindet, hat beständig Streit mit diesen, bei denen er wohl häufig in seinem Recht sein mag. Vor der Kajütenthüre stehend gewahrte ich, wie er einem Zwischendeck-Passagiere Schmutz an den Kopf warf, wie sie ihn sich hierauf packten, und der Koch bedeutend den kürzeren zog, indem der german dog (deutsche Hund), so nennen diese Bestien die Passagiere, ihn zusammenschlug und ihm einige so kräftige Fußtritte gab, wie wohl je welche ausgeteilt wurden. Der Koch lief nun in seine Küche und kam mit einem großen Schlachtermesser heraus, lief dem Passagiere nach und erreichte ihn am Zwischendeckseingange, wo der Deutsche wegen ihm entgegenkommender anderer Passagiere nicht weiter konnte. Als ich das Biest mit offenem Messer gelaufen kommen sah, war ich ihm entgegengetreten, um ihn, da er mich wohl kannte, durch Worte zur Vernunft zurückzuführen. Als er jedoch durchaus nicht darauf hörte, und er vor meinen Augen Hiebe auf den Mann führte, da sprang ich auf ihn los und packte ihn mit der Rechten um den Hals, mit der Linken die Hand, in der er das Messer hatte. Als er nun das Messer in die andere Hand nahm und Miene machte, sich damit zu verteidigen, drückte ich ihm mit der Rechten den Hals so fest zu, daß ihm Hören und Sehen verging, packte seine beiden Hände mit der Linken und warf ihn auf ein Faß, wo ich ihn so lange festhielt, bis jemand ihm das Messer aus der Hand genommen, was er jedoch freiwillig hergab. Das Vieh hatte die Frechheit, mich noch beim Kapitain zu verklagen, was ihm jedoch eine gehörige „God-dams-Suppe" eintrug.

 Sonntag, den 21. Oktober, St. Wendeler Kirmeßtag: Im vorigen Jahr, meine beste Mutter und Familie Knauer, war ich auf heute mit meiner Anna und 3 ältesten Kindern bei Euch. Wir aßen zusammen und keinem von uns wohl fiel es ein, daß über ein Jahr ich bei Domingo sei. Mit besonderer Liebe gedenken heute meine gute Anna und ich an Euch alle, während die Kinderchen in dem schönen Wetter um uns in einem durch ein überspanntes Segeltuch gebildeten Schatten spielen, denn die Sonne brennt furchtbar, und wir haben im Schatten 24° R. Wir sind überzeugt, auch Ihr meine Lieben gedenkt heute Unserer mit besonderer Theilnahme, und wirsind der Gegenstand Eurer Unterhaltung bei Eurem gemeinschaftlichen Mittagsmahle. Möget Ihr es gesund und froh verbringen und auch die gute Fränzchen so Antheil daran nehmen. Ich hatte den vorgestrigen Tag noch nicht erschöpft, als ich mit meinem Schreiben schloß. Gleich nachdem der Vorfall mit dem Koche ausgespielt hatte, wurde vom Bugspriet etwas entdeckt, aber in so großer Entfernung, daß man erst die Spitzen der Masten sah. Als erstes Zeichen anderer lebender Wesen auf dem ungeheuren Elemente außer uns wurde das Schiff mit großer Freude begrüßt. Da es so ziemlich dieselbe Richtung hatte wie wir, so waren wir ihm bald auf 3-4 Stunden nahe. Unser Kapitain, der uns einmal das Schauspiel einer Unterredung zur See geben wollte, zog zuerst die amerikanische Flagge, das herrliche sternbesäte Banner, und als dieses von dem anderen Schiffe auch mit der Flagge der United States erwidert wurde, die Flagge mit dem Namen unseres Schiffes auf, was in gleicher Weise entgegnet wurde. Trotzdem daß beide Schiffe sich gegenseitig näherten, konnten wir wegen des Windzuges den Namen nicht lesen. Unser Capitain ließ diese Flagge aufgezogen, was als Zeichen galt, daß wir eine Unterredung wünschten. Wir stellten nun unser Schiff so, daß es stehen blieb, und der Fremde hielt gerade auf uns an. Endlich war er uns so nahe, daß unser Capitain die Unterhaltung durch das Sprachrohr begann. Es ergab sich daraus, daß das fremde Schiff DESDEMONA hieß, von Boston in Nordamerika war, von Triest kam und nach New Orleans wollte. Zur Fahrt von Gibraltar an, die wir in 25 Tagen zurückgelegt, hat er 50 Tage gebraucht. Die Matrosen betrachteten mit großem Erstaunen unser Schiff, auf dem sich Kopf an Kopf drängte. Nach einer halben Stunde trennten wir uns, nicht ohne vorher so nahe gekommen zu sein, daß die beiden Kapitäne ohne Sprachrohr miteinander sprechen konnten. Die beiden Schiffe mochten da etwa 40-50 Schritte voneinander entfernt sein. Unser STEVENS bewährte sich jetzt wieder. Die DESDEMONA blieb immer mehr hinter uns. Am Abende sahen wir schon nur mehr die Masten, und vorgestern Morgen war sie verschwunden.

Vorgestern, der 19., war ein Tag ohne alle Ereignisse, weshalb ich denselben anwende, um zwei Punkte nachträglich zu berühren, die für Euch nicht ohne Interesse sein dürften. Es sind dies vor allem die geflügelten Begleiter der Schiffe, die uns fast nie verlassen haben. Durch den Kanal sahen wir häufig Möwen, die ihren Schwingen vertrauend sich um das Schiff nicht kümmerten; dabei aber auch mehrere Vögel der Gattung Bachstelzen, welche ermüdet vom weiten Fluge auf dem Schiff sich niedersetzten und dort die gehoffte Ruhe fanden. Bei der Ausfahrt aus dem Kanal umkreiste mehrere Male eine kleine Schnepfe das Schiff — ich möchte sagen, man sah ihren großen schönen Augen an, daß ihr bangte, weiter über das Meer zu fliegen, zuletzt tat sie es doch. Ob sie das ersehnte Land erreicht haben mag? Gegenüber von Spanien und den Kanarischen Inseln kamen öfters grüne Kanarienvögel, die sich aufs Schiff setzten, und von denen einer gefangen wurde. Von dort ab sahen wir noch gegenüber den Cap Verdischen Inseln einen Falken. Von hier ab begleiteten uns stets hinter dem Schiffe herfliegend die schwarzen Vögel (blackbirds). Es ist der Vogel, von dem behauptet wird, daß sie ganz auf dem Meere lebten und immer flögen. Sie sind im Fluge und der Gestalt den kleinen Heuschrecken durchaus ähnlich, und ich habe wirklich gesehen, daß sie sich für Momente auf die Oberfläche des Meeres setzten und mit den Flügeln flatterten. Die Vögel hatten sich seit 9 Tagen ganz verloren, als uns vorgestern einige Möwen und heute Morgen ein tüchtiger Seeadler erfreuten.

Eine fernere interessante Tatsache ist die Abweichung der Uhr. Die von New Orleans geht 6 Stunden später als die von Greenwich, letztere 10 Minuten später als die von Antwerpen, und die Rheingegend liegt wieder östlicher als diese Stadt. In diesem Augenblicke ist es auf unserer, jeden Tag nach den Sonnenmessungen gestellten Schiffsuhr 11 Uhr, wir differieren schon 51/4 Stunden mit Greenwich, also mit Euch mindestens 5 Stunden 40 Minuten, so daß jetzt bei Euch etwa 5 Uhr Nachmittags ist. Mit der Gegend von Neubraunfels wird die Differenz etwa 6 1/2 Stunden ausmachen.

Gestern, als ich zur gewohnten Stunde aus der Kajüte trat, bemerkte ich, daß die drei obersten Segel des Mittelmastes fehlten. Es ergab sich, daß durch einen Fehler des 1. Steuermannes die Hauptrahe in Stücken zerrissen war. Dieselbe hatte, obwohl eine der kleinsten, doch '/2 Fuß Durchmesser. Ihr möget danach die größeren ermessen. Überhaupt sind die Verhältnisse eines solchen Seeschiffes — wenn es auch demjenigen, der größere Flußschiffe gesehen, nicht so enorm auf den ersten Anblick erscheint, doch ungeheuer. So trägt z.B. unsere STEVENS an Ballast allein 4000 Centner, man nehme dazu 250 Menschen, wovon jeder wieder circa 6-8 Centner Gepäck bei sich hat, ferner über 70.000 Liter Trinkwasser mit den Fässern. Die Lebensmittel für eine solche Menschenmenge und endlich eine große Masse Kaufmannsgüter, und Ihr werdet Euch eine Vorstellung machen können von dem, was ein solches Schiff trägt.
    
Gegen 9 Uhr bemerkten wir wieder eine Zweimastige Brigg, die hinter uns weg von Süden bis Norden segelte. Am Nachmittag waren wir im Bade, als ich eine ungewöhnliche Bewegung auf dem Schiff vernahm. Ich war bereits angekleidet, und als ich heraustrat, um nach der Ursache zu sehen, bemerkte ich, daß fast alle Passagiere an der linken Seite des Schiffs standen, die Blicke nach der Gegend gerichtet, wo Domingo erscheinen mußte und in lebhafter Disputation, ob ein in der Ferne sich zeigender Gegenstand Berge seien oder nicht. So gut mein Auge, so vermochte ich doch erst nach einiger Zeit schwache Umrisse zu unterscheiden, die zwar von Bergen herrühren, aber ebenso wohl Wolken sein konnten. Ich nahm deshalb das mir zu Gebote stehende Fernrohr des Capitains, wo es mir dann keinen Augenblick zweifelhaft erschien, daß es ferne und zwar sehr hohe Berge waren Als ich dies den mir näher Stehenden mitteilte, verbreitete sich der Jubel übers ganze Schiff und ging in lautes Hurrah über. Es war das Vorgebirge Cabron, welches wir in einer Entfernung von über 20 Stunden erblickten.

Gestern Morgen, den 21. Oktober war die Küste uns ungefähr auf 15-16 Stunden näher gerückt. Die Berge stiegen überall in kurzen Terrassen aus dem Meer bis zu einer bedeutenden Höhe empor. Längs Vieux Cap francais, la rosa Porte Isabella ging die Fahrt mit großer Schnelligkeit und in immer ungefähr der obigen Entfernung vorwärts, indem ein sehr starker Ostwind uns vorwärts trieb. Gleichwohl schritten wir wegen eines uns entgegenkommenden Stromes nicht so schnell voran, als es den Anschein hatte, so daß wir gegen Abends fünf Uhr an La Grange, einem weit ins Meer vorspringenden Felsen, der allerdings eine entfernte Ähnlichkeit mit einem Scheunendach hat, vorbeikamen.

Mit der hereinbrechenden Nacht sammelten sich am südlichen und westlichen Himmel bedeutende Wolken, aus denen sich ein Feuersturm entwickelte, wie wir alle niemals gesehen. Wir wußten, daß wir in der Nähe von Klippen waren, und es lag daher auf uns allen ein gewisses ängstliches Gefühl, als sich die Wolken im Westen immer bestimmter zu einem Gewitter gestalteten. Ich beruhigte mich jedoch, als ich die Ruhe des Kapitains sah und überdies bemerkte, daß das Thermometer nicht gefallen. In derselben Stunde, wo Ihr in St. Wendel auf dem Balle Euch amüsiertet, waren wir gleichwohl in Gefahr, weil um 10 Uhr der Wind plötzlich umschlug und uns geradezu entgegen wehte. Die Tüchtigkeit unseres Hochbootsmannes entfernte bald jede Gefahr. Als ich um 3 Uhr aufstand, legte der Kapitain eben bei, d.h. er stellte die Segel so, daß der Wind in den Mittelmast von der einen und in die beiden Masten von der anderen Seite griff und sich so alle Segel paralysieren und das Schiff stille liegt. Der Grund war offenbar, weil er die Küste, an der die republikanischen Herren Neger keine Leuchtthürme erbaut haben, nicht sehen konnte, und sie doch notwendig sehen mußte, nämlich die Küste der kleinen Insel Tortue. Auch ich konnte keine Küste sehen, aber ich roch sie. Ihr lacht vielleicht darüber, wie es auch Peter und Anna taten, und dennoch gaben sie mir später alle Recht. Wir waren nämlich von Tortue, einem nicht bewohnten und sehr waldigen Eilande nur etwa 1/2 Stunde entfernt, und der von ihm heranwehende Wind brachte ganz denselben Geruch mit, wie er auch bei Euch in Deutschland im Herbste namentlich am Morgen in Waldungen erfrischt. Ich schwelgte in dem kostbaren Winde, und als ich um 6 Uhr wieder aufstand, lag Tortue in der Beleuchtung der eben aufgehenden Sonne südlich von uns. Das Fräuchen, dessen Lagerstelle und Auslehnchen dahin zuging, streckte auch bald den Kopf mit Nachthaube heraus und freute sich außerordentlich über das nahe Land. Hinter Tortue erhoben sich mächtig und in grotesken Formen die Berge von Domingo.

Ich weiß nicht, ist es die lange Entbehrung der Wahrheit: Ich und meine Umgebung meinen, wir hätten nie schönere Berge gesehen. Die Höhe der höchsten Spitzen schätze ich auf mindestens 2000 Fuß. Durch das Fernrohr sieht man die Spitzen dicht und mit hochstämmigen Laubwäldern bewaldet; die ungeheuer schroff abfallenden Wände sind mit kleinem Gestrüpp bewachsen, zwischen welchem ausgedehnte gelblich aussehende Strecken erscheinen, die wahrscheinlich Pflanzungen sind. In diesem Momente, etwa 1/4 vor 11 Uhr sind wir so ziemlich der westlichsten Spitze von Domingo, St. Nicolas, gegenüber. Meine liebe Anna, die auf dem Schiffsrande sitzt, ruft mir zu, daß sie in weiter Ferne die Küste von Cuba sehe. Ich finde dies eben richtig und glaube, daß es die Gebirge von Pta de Mayzi sind. Die Entfernung bis dahin beträgt nach meiner Schätzung mindestens 30 Stunden. Heute legen wir noch hoffentlich die Durchfahrt zurück und haben dann die schlimmsten Stellen der Bahama-Bänke hinter uns. Hiermit bin ich dann mit dem Tagebuche au fait und schließe für heute, um meiner Anna, die dieses Tagebuch abschreibt, die Feder zu übergeben.

Dienstag, den 23. Oktober 1849, morgens halb 9 Uhr: Es gibt ein altes Sprichwort: „Der' Mensch denkt, und Gott lenkt!' Dies fiel mir eben ein, als ich das Niedergeschriebene durchlas. Ich hatte geglaubt, ich könnte Euch heute die Freude machen, uns längs Cuba recht vorgerückt zu beschreiben und nun sitzen wir fest. Der schwache Wind, den wir des Morgens bis dahin gehabt, verlor sich immer mehr und mehr und wurde am Nachmittag so schwach, daß er nun kein Haar besser war als eine Windstille. Nur daß wir uns noch nicht im Kreise drehten, was das charakteristische Zeichen einer vollkommenen Windstille ist; indem alsdann das Steuer nicht mehr wirken kann. Es war eine schauderhafte Wärme in der Kajüte, die selbst gegen das mit Segeltuch bedeckte Verdeck kühl war, hatten wir 25° Reaumur. Gegen 3 Uhr bekamen wir wenigstens so viel Wind, daß wir Cuba nach und nach näher rückten und die Spitze von Domingo mehr und mehr aus dem Gesichte verloren. Immer und immer schweiften meine Blikke unwillkürlich nach letzterer Insel, wo eine unterdrückte Menschenrasse zuerst das Banner der Freiheit erhob, wo einer jener selteneren Männer gelebt, die das Geschick ins Dasein ruft und ihnen eine ungeheure Sendung überträgt Immer wieder erschien mir das Bild des häßlichen, buckligen sacktragenden Sklaven und des Anführers der sichtlich entmenschten Schwarzen, auf dessen reinen Willen und edle Person alle Scheußlichkeiten jener Unglücklichen geladen wurden, — des tüchtigen Generals und Organisators, der seine zu nichts guten Genossen zu tüchtigen Generalen und Soldaten bildete, mit ihnen die sog. tüchtigsten Soldaten der Welt schlug und an die Spitze jener herrlichen Insel gestellt keinen anderen Ehrgeiz hatte, als der eines Washington des unglücklichen, weil vertrauenden Opfers jenes nichtsnützigen, herzlosen, gefürchteten Ratariers, Napoleon Bonaparte — das Bild endlich Toussaint Louvertures. Dort in jenen unwegbaren Bergen hatte er gegen die Übermacht eine Zufleht gesucht, um wie ein Stein zerschmetternd über die eitlen Söhne der sogenannten "Grande Nation" hereinzubrechen; ich fühlte so recht, wie wahr die Worte unseres Schillers sind: „Die Stelle, die ein guter Mensch betrat, ist eingeweiht." Gegenüber lag Cuba, dem Äußeren nach eben so schön warum wandte sich ihm kein Blick zu?, brauche ich es zu sagen — es ist spanische Provinz! Während dort die ewige Gerechtigkeit sich aus einer zur Sklaverei eingeführten Race ein Werkzeug geschaffen, liegt Cuba in den Fesseln der Pfaffenwirtschaft. Die Blindheit des Egoismus ist so großartig, daß sie selbst Lapidar-Schrift nicht versteht, bis sie ihr ins Gesicht geschrieben wird.

Mein armer kleiner Walther war diese und die vorige Nacht recht unwohl, indem er sich stark erbrach und abführte. Er ist seit mehreren Tagen so lieb, daß alle auf dem Schiff von ihm entzückt sind; überhaupt sind die Kinder in der letzten Zeit liebenswürdiger geworden, namentlich auch Herrmann. Die armen Thierchen leiden jetzt doch auch sehr unter der großen Hitze, obwohl sie nichts tragen als Hemd und Rock. Die Seebäder, die wir noch täglich nehmen, sind ihnen und uns eine große Wohltat, obwohl das Wasser jetzt fast die Temperatur der Athmosphäre hat, welch letztere gestern und heute 25° ist. Nehmt mir nicht übel, daß ich etwas von dem vielleicht interessanteren Thema der uns umgebenden großartigen Natur abgeschweift bin und Euch auf Augenblicke in den häuslichen Kreis eingeführt habe. In der Gemäldeausstellung, die Euch mein Tagebuch liefert, stehen die Genre-Bilder neben der Landschaft, dem Seestück und dem Portrait, eines das andere hebend.

Mit der Nacht verloren wir Cap Nicolas von Domingo aus den Augen. Der Abend war sehr schön, und insbesondere war der Sonnenuntergang und die ihm folgende Beleuchtung des westlichen Himmels, welche mindestens Stunde dauerte, so über alle Beschreibung herrlich und großartig, daß ich mich in der Tat durchaus nicht im Stande finde, denselben, wenn auch nur mit den schwächsten Farben, wiederzugeben. Er übertraf noch bei weitem den Aufgang von neulich, und wir alle (unter denen Hr. Conrad die berühmten Naturschauspiele der Schweiz gesehen) waren einstimmig, nie einen schöneren Anblick gehabt zu haben, Der Mond trat klar hervor, als ihm seine mächtige Mutter und Nebenbuhlerin Raum gelassen, und bei dem milden Seewinde fing unser stets munteres Zwischendeckvölkchen zu musizieren und dann an zwei Stellen zu tanzen an. Bald jedoch umzog den Mond ein bedenklicher Kreis, der der Schiffsmannschaft und mir eine. stürmische Nacht weissagte. Ich war von der verflossenen Nacht noch sehr müde, und ging deshalb frühe schlafen, wozu mich auch die sichere Erwartung bestimmte, daß ich auch diese Nacht wenig schlafen würde.

Und richtig, aus einem wegen der unerträglichen Hitze unruhigen Schlummer, wurde  ich durch Vorläufer von ungewöhnlichem Wetter: häufige Kommandos der Offiziere; Gesang der Matrosen, welchen beiden diesmal sich noch tüchtiger Donner zugesellte, geweckt. Beim Heraustreten fand ich schon alle Segel bis auf 3 eingezogen, und bald fand sich auch das Gewitter ein, ein Gewitter, gegen das wirklich unsere deutschen höchst zahm sind. Hier hört das Blitzen fast gar nicht auf und ist so grell, daß ich genötigt war, während ich eifrig am Einziehen der letzten Segel half, die Augen zu schließen. So empfingen wir dann das Gewitter wohl gerüstet, doch war der erste Windstoß so stark, daß er durch den bloßen Druck auf die Schiffswand das schwere Fahrzeug stark auf die andere Seite legte. Der Wind brachte aber von Domingo und Jamaika, von wo er herüber nach Kuba wehte, solche Wohlgerüche mit und war überhaupt so erfrischend, daß ich noch längere Zeit aufblieb.

Mittwoch, den 24. Oktober 1849: Ich war, als ich sah, daß das Gewitter unschädlich vorüber ging, schlafen gegangen, als ich gegen 6 Uhr wieder durch den diesmal melodischen und geordneten Gesang der Matrosen geweckt wurde. Ich stand auf und fand sie am Aufziehen der großen Segel. Einer sang vor, und die anderen intonierten, wie bei einer Litanei, jedesmal, wenn der Vorsänger einen seiner kurzen Sätze gesungen, zogen alle an. Es ist ein ganz eigentümlicher Gesang, der nicht wohl zu vergleichen ist.

Den ganzen gestrigen Tag über hatten wir fast vollkommene Windstille und dabei ihre gewöhnliche Begleitei in; große Hitze. Ich wünsche sehnsüchtig, daß dieser Zustand aufhöre, denn abgesehen von dem niederdrückenden im Eindruck nimmt durch die einschleichende Entkleidung Zwischendeck. eine wahrhaft erschreckende Sittenlosigkeit zu, daß sich einem beim Anhören der Berichte die Haare sträuben, Auch hier bewährt sich die alte Erfahrung, daß Leute von wahrer Bildung auch unter schmierigen Verhältnissen ihren sittlichen Werth aufrecht erhalten und daß diejenigen, welche durch die sog. kaufmännische Bildung nur einen äußeren glatten Anstrich genommen, am tiefsten sinken. Exempla sunt odiosa, und Namen nenne ich nicht.

Gestern Abend zog wieder von Jamaika her ein Gewitter heran, allein es kam nicht, wohl aber gegen acht Uhr ein leichter Wind, der uns außerordentlich erfreute. Trotzdem, daß derselbe nur sehr schwach war, liefen wir doch 5-6 Stunden in einer, weil das Schiff einen sehr geringen Widerstand zu überwinden hatte, indem das Wasser sehr ruhig war. Es ist kaum glaublich, wie stille das Meer seit einigen Tagen ist. Selbst die größeren Rollwellen, die auf dem Atlantischen Ozean bei so ruhigem Wetter kamen, sind hier verschwunden, und das Meer ist wie ein großer Landsee. Leider dauerte unsere Freude über den guten Wind nicht lange, denn schon diese Nacht um 1 Uhr kam einer dieser tropischen Regengüsse, nach welchem wir wieder den Schneckengang antraten, der bis jetzt Vormittags ½ 11 Uhr (bei Euch ist es jetzt 7.25) noch anhält. Diesen Morgen hatten wir eine andere Küste von Cuba im Gesichte, hohe Berge von der schönsten Formation schließen den Horizont; wir sind jedoch zu entfernt, als daß wir an denselben etwas Genaueres erkennen könnten.

Gestern um diese Zeit begegneten wir einer spanischen Kriegskorvette von 20 Kanonen, welche wahrscheinlich wegen der hier öfter sich zeigenden Seeräuber kreuzte. Am Nachmittage hatten wir, so wie auch vorgestern, einige Zeit den Anblick einer Menge großer Seefische; auch wurden vorgestern Abend ganz nahe am Schiffe zwei große Walfische beobachtet. Ich bemerke Euch diese Kleinigkeiten, weil sie für uns in unserer traurigen windlosen Lage immer Bedeutung und auch für Euch, meine Lieben, Interesse haben. So möget Ihr denn auch entschuldigen, wenn ich die Beschaffenheit des Windes so häufig erwähne, er ist für uns so wichtig wie die Luft, die wir athmen. Darum hatten wir am verflossenen Sonntag, als der herrliche Wind blies, die sichere Hoffnung, bis nächsten Sonntag in Neu-Orleans zu sein; sie ist jetzt ganz verschwunden, und wir machen uns keine sichere Rechnung mehr. Mit heute sind wir 39 Tage zu Schiffe und dann doch nahe unserem Ziele. Dabei ist diese Witterung in dieser Gegend nichts Ungewöhnliches, so daß wir ruhig die Lage ertragen und sie als eine gute Vorschule für unsere Zukunft betrachten.

Donnerstag, den 25. Oktober 1849: Ich weiß Euch wirklich sonst nichts zu schreiben, als die allgemein hervortretende sehr gedrückte Stimmung über die fortdauernde fast totale Windstille, denn anders kann man es nichtnennen, wenn man in 24 Stunden kaum 20 zurückgelegt. Diese Nacht drehte sich, wie mir eben der Hochbootsmann sagte, das Schiff sogar eine zeitlang auf der Stelle. Die Hitze war vorgestern fast nicht zu ertragen, und viele Leute, unter ihnen auch ich, fühlten Druck auf das Gehirn. Am Nachmittage sprangen 4 Leute, unter ihnen Hr. Meurin und Hr. Conrad, von Trier, vorn Bugspriet herab ins Meer zum Baden. Da es hier Haifische gibt, stellte ich mich mit meiner gespannten Pistole zu ihrem Schutze auf. Zum Glück war meine Waffe nicht nöthig, wir zogen sie an Seilen wieder herauf, wobei Conrad auf halber Höhe wieder herabfiel, dann aber glücklich oben ankam. Ich war mit der Baderei nicht einverstanden, da ich sie in mancher Beziehung für gefährlich halte, und ich hoffe, die Herren werden sie künftig unterlassen; denn auch der leiseste Wind würde das Schiff so schnell forttreiben, daß wir sie kaum mehr retten könnten.

Ich habe Euch beschrieben, wie schön die Berge von Cuba sind, als ich jedoch heute morgen beim Aufstehen dieselben wiedersah, von denen wir gestern Abschied genommen, wandelte mich doch eine leise Verzweiflung an. Seit vier 'Pagen haben wir nicht so viel zurückgelegt, als früher häufig in einem! Seit 1/29 Uhr heute morgen ist endlich eine leichte Brise aufgesprungen, die anhaltend zu werden scheint und die uns mit 5 Stunden in einer forttreibt. Wir alle fühlen uns dadurch wie neu belebt, namentlich auch das Fräuchen, dem, obwohl bekanntlich große Liebhaberin von Wärme, denn doch die letzten Tage etwas zu toll waren, so daß sie — Mutter Wallerath wird sich mit „Kreuzere segnen" — bei geöffnetem Fenster und ohne jede andere Bedeckung und Kleidungsstück als nur das Hemd schläft.

Seit heute ist unsere Richtung West-Nord-West, so daß wir es täglich kühler bekommen. Wir sind St. Jago de Cuba gegenüber und werden so bald wir Sta Cruz erreicht haben, was bei diesem Winde noch in der Nacht geschehen kann, noch mehr nördlich segeln. Darüber werde ich Euch morgen berichten, meine liebe Mutter und Verwandte.

Freitag, den 26. Oktober 1849: Meine Anna machte mir heute nach vollendeter Abschrift den Vorwurf, daß ich zuviel überhaupt schriebe und Euch speziell zu viele Details mittheile, die Euch einestheils nicht interessierten und anderentheils großes Porto veranlaßten. Ich verkenne nicht, daß in diesem Tagebuch manches Aufnahme gefunden haben mag, was dem Einen oder Anderen von Euch ganz ohne Interesse ist (oder doch nur von geringerem), während ein Anderer sich sehr darüber freut. Das konnte ich aber auch nicht vermeiden aus Gründen, die Ihr eher errathen könnt, als ich ausführen mag. Ich wollte ja aber für Euch alle schreiben, und da glaube ich denn doch das richtige Maaß getroffen zu haben; und was den Geldpunkt angeht, so weiß ich, daß keiner von Euch allen sich beschweren würde, an wen ich auch die Adresse richten mögte. Überdies wird meiner Anna Wunsch durch die Umstände selbst schon befriedigt werden.

Warum, sollt Ihr am Schluß meines heutigen Berichtes hören, in dem ich Euch zunächst mitzuteilen habe, daß alle meine Kinder sowie Anna, Peter und das Mädchen voller Ausschlag sind, der teils wohl der großen Hitze und anderentheils den Seebädern seine Entstehung verdankt, nach Angabe Erfahrener jedoch bald verschwinden und wohlthätig nachwirken wird. Überhaupt halten wir alle uns ganz wohl, was bei den Kindern und deren jetziger ganz ungewohnter Lebensweise uns Wunder nimmt. Sie sehen alle ganz gut aus, besonders Walther und Marie, welch letztere sich eines ganz ausgezeichneten Appetits erfreut.

In meinem Reisebericht waren wir gestern bis St. Jago gekommen. Die schöne Cubanische Gebirgskette stieg von dort ab, bald in längeren Rücken, bald in kegelförmigen Spitzen immer höher und pittoresker an und endete zuletzt mit dem höchsten Berge der Insel, dem Pico de Turquino, der wohl zu 1/ 3 seiner später klar werdenden Höhe mit Wolken umlagert war. Das Schauspiel, was die Natur uns gab, war reich und überaus schön — aber wir konnten wenig davon genießen, es war zu heiß und wir hatten wieder Windstille! Mehr darf ich hiervon gar nicht sagen, sonst zankt meine arge Frau. Auch muß ich Euch von Wind und Wetter aus demselben Grunde schweigen und will Euch nur sagen, daß wir heute morgen kaum weiter waren, als gestern Abend. Ein günstiger Wind, der gegen 7 Uhr begann, führte uns so weit, daß wir gegen 4 Uhr das Cap Cruz, die südwestliche Spitze der Insel aus den Augen verloren. Nach Angabe des Kapitains werden wir nun kein Land mehr sehen bis zur Mündung des Mississippi. Gestern Mittag fingen wir einen wunderschönen großen Fisch — Königsfisch —, ich erinnere mich nicht, ein schöneres Thier der Art, namentlich aber keine so schönen großen Augen bei einem gesehen zu haben. Sein Geschmack war übrigens nicht weniger ausgezeichnet.

Zum Schluß für heute will ich noch einige Ratschläge für Auswanderer hier mittheilen, die ich, so wie die sich bereits im Vorstehenden zerstreut vorfindenden, später noch weiter auszuführen gedenke. Wenn es möglich, bei mir war dies leider nicht der Fall, gehe man unter keiner Bedingung mit einem anderen als deutschen, das heißt Bremer Schiffe, das Warum will ich später näher ausführen. Nimmt jemand Kajüte, was ich bei einigermaßen genügenden Mitteln dringend anrathe, daß ich für ehrbare Frauenzimmer die Überfahrt ohne dieses auf das Bestimmteste widerrathe, so wende er sich direkt an den Kapitain und unterhandle und kontrahiere mit diesem. Er ist es nämlich allein, dem die Disposition über die Kajüte zusteht, über welche die Agenten durchaus nichts zu sagen haben. Der Auswanderer wird immer ersparen, was der Kapitain dem Agenten für die Unterhandlung zahlt und was wenigstens 10 Prozent ist. Überdies wird der Auswanderer manche Bequemlichkeiten sich stipulieren können; ist er der Sprache des Kapitains nicht mächtig, so suche er sich einen zuverlässigen Freund oder lasse an einen zuverlässigen Mann empfehlen: Aber man hüte sich vor den Agenten!

Montag, den 29. Oktober 1849: Ihr denkt wohl, ich würde Euch heute schon von New Orleans aus schreiben. Auch ich hätte es gedacht und sehnlichst gewünscht, und doch sind wir noch lange nicht da Ich habe Euch über die letzten drei Tage nicht geschrieben, theils aus dem vorstehenden angegebenen Grund, weil Anna nicht mehr haben wollte, daß ich über den Wind etwas sagen soll, und leider nichts anderes zu sagen war und teils weil es mich in der Tat selbst langweilt zu schreiben, denn noch immer haben wir so geringen Wind, daß er fast einer Windstille gleichkommt und wir täglich kaum 60 Meilen voranrücken. Nun haben wir aber heute Morgen, wo wir so ziemlich den kleinen südlich von Cuba gelegenen Pinos-Inseln gegenüber sind, bis New Orleans noch über 600 Meilen. Diesen Schneckengang ertrage ich mit großer Ruhe, allein die große Hitze nicht in gleicher Weise. Zum Glück haben wir seit gestern etwas Nordwind erhalten, so daß es etwas kühler geworden. Vorgestern hatten wir im Zimmer 25° im Freien und Schatten über 27°.

Der Ausschlag der Kinder hat sich noch nicht verloren; am schauderhaftesten und wahrhaft unkenntlich sieht Hermann aus, indem ihm das ganze Gesicht voller Blutgeschwüre ist. Doch sind alle vollkommen gesund und fidel. Eugen liest und hilft den Matrosen an den Seilen und Tauen ziehen. Mischen strickt und kocht, Herrmann will immer zu essen haben und ißt doch sehr wenig, und Walther dominiert alles. Wir müssen die größte Aufmerksamkeit auf sie verwenden, daß sie uns nicht durch die stets offenen großen Luken in das Zwischendeck und den Keller stürzen. Heute morgen ist ein wilder Junge aus dem Zwischendeck in den Keller gefallen und hat eine starke Gehirnerschütterung davon getragen; ich bin Arzt bei ihm, und ich habe einige Befürchtung für ihn, indem er in ständiger Betäubung liegt.

Verflossenen Sonnabend waren wir 6 Wochen auf dem Schiffe, und ich glaube, daß wir mindestens noch eine darauf zubringen werden. Wir müssen aushalten, und Ungeduld kann uns nur schaden.

Freitag, den 2. November (Allerseelentag): Als ich Euch am letzten Montage die vorstehenden Mitteilungen gemacht hatte, gaben wir uns mit gemeinschaftlichen Kräften an das Abziehen eines Fasses Wein, dessen Inhalt bei der Absehbarkeit des Reise-Endes entbehrlich schien. Wir hatten noch kaum die Arbeit vollendet, als sich eine starke Brise aus Nord einstellte, die uns direkt entgegenwehte, so daß wir statt der Durchfahrt zwischen Cuba und Yukatan nördlich, in südwestlicher Richtung auf des letzteren Landes Ostküste zusegelten. Gegen Abend wurde der Wind immer stärker und artete zuletzt in den stärksten orkanartigen Sturm aus, den wir noch gehabt. Ich half bis nachts 2 Uhr beim Einziehen der Segel und wurde dabei so naß, daß ich keinen trockenen Faden mehr an mir hatte. Der Wind drehte sich während des Sturmes etwas östlich, so daß wir doch nördlich segeln konnten, wenn auch mit Hin- und Herlavieren. Unsere Lage war keineswegs eine sehr angenehme und wurde noch dadurch peinlicher, daß wir mit allen Leuten auf dem Schiffe wieder etwas Seekrankheit bekamen. Es war aber auch wirklich zu toll: Über 8 Tage hatten wir Windstille, dann Gegenwind und dabei so starke Wellen, daß auch den Stärksten und sogar Peter etwas übel wurde. So dauerte das Wetter den Dienstag, Mittwoch bis gestern morgen, wo wir uns dann doch mit aller Mühe bis in den Golf von Mexiko hineingequält hatten. Seitdem sind wir auch mit nicht sehr günstigem Winde, doch sehr stark, bis jetzt (mittags 1 Uhr) vorgerückt, so daß wir hoffen können, morgen an die Mündung des Mississippi und am künftigen Montage nach New Orleans zu kommen. Ich werde bis dahin mein Tagebuch fortführen, es auf dem Schiffe noch schließen und versiegeln und es sogleich bei der Landung mit Deiner Adresse, meine beste, gewiß geängstigte Mutter, zur Post geben, so daß Ihr es vielleicht bis zu Nikolaus-Tag doch noch habt. Dann bitte ich, dasselbe so schleunig wie möglich an Ferdinand gelangen zu lassen, der es meinen Schwiegereltern und diese es Weidtmanns zuschicken. Letzteren bitte ich sogleich Carl Hecker, wenn er es wünscht, das Tagebuch zuzuschicken, andernfalls ihm aber ausführliche Mittheilung zu machen. Auch Juchs könnt Ihr es zuschicken, sonst aber wird Knauer die Güte haben, ihnen zu schreiben. Dann bitte ich, meinen so freundlichen wie liebevollen Wirthen, Herrn Lauer in St. Ingbert, Vetter Kalauer in Welfendingen und Kallauer in Richemont meine Ankunft anzuzeigen und ihnen zugleich auszusprechen, wie ich stets mit innigster Dankbarkeit ihrer gedächte. Weidtmann wird für die Verbreitung der Nachricht unserer Ankunft in meinen Elberfelder Kreisen gebeten, und mein guter Vater in Trier ist so gut, an Herrn Sous-Inspecteur Medinges in Sirk die Nachricht mit meinen Grüßen an Hr. Matthieu und Riveren gelangen zu lassen. Sollte ich Jemand vergessen haben, so helft Ihr, meine Lieben, gewiß gerne nach.

Samstag, den 3. November 1849, Abends 8 Uhr: Also auf die Stunde 7 Wochen nachdem wir in Antwerpen aufgestiegen, auf dem Mississippi, auf der Ballise. So ruhig und still wie heute vor 7 Wochen auf der Schelde liegen wir heute auf dem ungeheuren Mississippi. Freudiges Gespräch dringt vom Verdecke in die Kajüte, in der meine beste Anna noch bei mir ist. Das Ziel unserer langen Reise ist so gut wie erreicht und ihre Mühen schon jetzt dem frohen Eindruck der Ankunft im Geiste gewichen. Ich bin Euch, meine Lieben, noch die Erzählung des heutigen ereignisvollen Tages schuldig. Wir waren gestern so stark gesegelt, daß ich schon diese Nacht erwartete, die Leuchtthürme am Einfluß des Mississippi sehen zu können. Als ich aber aufstand, fand ich mich getäuscht. Heute morgen war der Wind so schwach, daß wir kaum die Hoffnung hegen konnten, den Fluß zu erreichen, als ich plötzlich gegen 11 Uhr dem Wink eines Matrosen folgend am fernsten Horizonte ein Dampfboot gewahrte. Die Mittheilung hiervon brachte auf dem ganzen Schiffe einen ungeheuren Jubel hervor! Alles rief: das Dampfboot! Das Dampfboot! Bald waren wir zusammen, und gleich nach 12 Uhr zog es uns stolz durch das Meer, den am Horizont an der hellen Färbung erkennbaren Fluten des Vaters der Flüsse zu.

In meiner Familie drückte sich die Freude verschieden aus, meine arme treue Anna weinte vor Rührung, die Kinderchen jubelten, und der kleine Walther klatschte in die Händchen, als er das ungeheure Dampfboot auf sich zukommen sah. Merkwürdigerweise genas in demselben Augenblicke die Diana von 4 jungen Hunden, was viele auf dem Schiffe und namentlich einen deutschen Förster, dessen Hunde über Bord geworfen worden waren, wohl ebenso erfreute. Dem Peter schlug die Aufregung über beide Thatsachen so in die Glieder, daß, wie er sagte, er den Appetit verlor, wovon wir andern gleich am Tische nichts bemerken konnten.

Schnell rückten wir der Grenze zwischen Fluß und Meer, die merkwürdig genug ganz außerordentlich erkennbar war, entgegen, der Lotse kam an Bord, und gegen 4 Uhr sahen wir zuerst Land,

das freie amerikanische Land!

Genealogie, erstellt von Carl Nicolaus Riotte Carl Nicolaus Riotte, geboren 27.1.1814 und Anna Mada Wallerath, geboren 5.11.1817, beide getraut bürgerlich am 2ten Mai 1842 und kirchlich getraut am 3ten Mai 1842.

I Eugen Nicolaus geb. 17.2.1843 Morgens 6 Uhr in Elberfeld. Pathen: Großvater Riotte und Großmutter Wallerath.

II Maria Franziska, geboren in Elberfeld am 1ten August 1844 Mittags 12 Uhr, getauft 21. August. Pathen: Großvater Wallerath, Großmutter Riotte, Tante Fränzchen.

III Herrmann Nicolaus, geboren in Elberfeld am 4. Juli 1846 Nachts 3 Uhr, getauft am 14. desselben Monats. Pathen: Großvater Wallerath und Onkel Ferdinand, Tante Knauer, Frau Lauterborn in Mülheim und Tante Gretel.

IV Walther Carl, geboren in Elberfeld am 20ten April 1848 1/210 Uhr morgens: Pathen. Onkel Juch in Gotha.

V Pedro Philipp, geboren am 5ten Dezember 1850 Mittags 12 Uhr in Texas an der Farm. Pathen: Onkel Peter Wallerath und Philipp Riotte in Wien.

VI Clara Margaretha, geb. St. Antonio in Texas den 17ten April 1853 Abends 10 Uhr. Pathe: Tante Gretchen Wallmann in Elberfeld.

VII Robert Riotte, geb. 26ten Mai 1855 Mittags 4 Uhr in Texas.

VIII Anita Riotte, geb. 13ten Februar 1861 in Texas Mittags 4 Uhr.


ca 08.12.1849 Riotte buys a farm at the Cibolo

Page 1531 of Robertson (reference Conrad Tips' letters): December 9th 1849
The next morning I rode with Steves the Elder to Cibolo to see different farms there for sale. A few days before Riotte had bought a farm there of 100 acres with a stone house and besides that 600 acres of farm land not far away.

übersandt von Martin Colinge, per Email am 19.7.2014, martin.collinge(at)btinternet.com


1850-1867 San Antonio: Real Estate Matters

29.11.1850 San Antonio: Selling Vanderstratten Site

Chapter 8: The Vanderstratten Site
Site Identification: The Vanderstratten Home, NCB 166, Lot 3
Address: 212-214 Bonham Street
Trinomial: 41 BX634
     Historical Background
At the corner of Crockett and Bonham streets stood one of the earliest homes constructed within the study area (Figure 8-1). It was built of soft caliche block in 1850 and occupied the site for 75 years. It in many ways it typifies the development, evolution, and degeneration of the area over its lifetime. It remained in the hands of the family for three generations. The property was purchased from Charles Riotte by Joseph Vanderstratten on November 29, 1850, with money provided by his son, Theodore. Since the son was a stonemason by trade, he probably constructed the home shortly thereafter. The lot, then referred to as Lot No.3, ran from the south side of Crockett Street with a frontage of 60 varas (166.6 ft) along the eastern line of Bonham Street, to "an irrigation ditch" for the southern boundary.

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08.09.1851 Wallerath gives land to Riotte to pay back an obligation

State of Teas. Know all men by these present that I Peter Wallerath of the County of Bexar of Bexar Bexar, in the State aforesaid in Consideration of the Sum of Eighteen Thousend Dollars to me paid by Charles N. Riotte of the County and state aforeseid, the receipt of which is hereby filed, acknowledged and confessed, have granted, bargained sold and released and by these presents do grand, bargain, sell and release unto the said, all my right, title, interest, claim and demand in and to certain tracts or parcles of land containing: 1st Five hundred acres situated on the west side of the Cibolo Creek, being the same land sold on the 20th day of December 1849 by Henry Collker to me and Charles N. Riotte and by Adolph Schmidt on the 3rd day of September sold to Henry Vollker and by James Skinner on the 24th day of February 1849 sold to said Adolph Schmidt and by Enoch Jones sold to said Skinner. On the 6th of March 1847. / 2nd Eighteen acres of land being a portion of land that I and Charles N. Riotte exchanged other land for with Levy Mercer being formerly apart of No 65 beginnung where the South line of No 65 crosses the Cibolo a Stkae o the bank fo the creek. from which a clm (?) 8 in dir (?) N 18°N 273 varsa hackberry sin dia N 87 E__ varas. There S60 N 450 varas to a Stake sit at the corner of Riotte fence from which a Mesquite 14 in dir N 11 ½ C 20 varas. There No 30° N in die Same direction of Riotte piece 216 varas a Stake from which a Mesquite 14 in dies 6__ N12 & 20 varas. There N60 & 580 varas a Stake on bank of Creek. Pecan ___ for corner 4 in dier from which a sycamon 5 in die _erns N_N_varas Plena down the Cibolo with ist Mean__ to the place of beginning. Together with all and singular the rights member hereditamens and appartinances to the same belonging or in any wise incident or appertaining to have and to hold all and sigular the promises above mentioned unto the said Charles N. Riotte his heirs and assigns forever and I do herby bind my __ my exicular and administrator to warrant and

(new page)
and forever def__ all and singular the said premises unto the said Charles N. Riotte,
his heirs and assigns against every person whomsoever lawfully claiming or to claim
the same or any part therof in testimony whereof I have herwith set my hand and seal
(using Scroll for seal). on the Cibolo, Bexar County this eight (8) day of September in
the year of Our Lord Eighteen hundred and fifty one.
Signed Sealed and delivered in persona of P. Wallerath

https://govapps1.propertyinfo.com/wam3/loginForm.asp?iWAMid=3

April 1852 Losoya tract sold to Riotte

The Losoya tract (NCB 166 and 152) below Crockett Street passed to Maria de los Santos Gortari in 1841 who later died iritestate. In 1851 the Supreme Court of Texas awarded the property to her daughter Isabella Gortari, who the following year conveyed it to her only son, Ricardo Hernandez (BCDR B2:251). In April 1852, Hernandez sold the property intact to Charles N. Riotte (BCDRKl:608).

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10.09.1854 San Antonio: Selling Fischer site

Chapter 13: The Fischer Site
Site Identification: Fischer Residence, NCB 152 Lot 78
Address: 11 (later 111) Bowie Street
Trinomial: 41BX638

Historical Background
Venaz Fischer bought Lot 78 in New City Block 152 from Charles Riotte on September 10, 1854. On May 30, 1855, Venaz Fischer and Katharina Ulrich were married in San Antonio, with Jacob Seng and John Petras as witnesses (Vital Statistics, Marriage Book C:291). Sometime soon afterward, they built a house on the lot Fischer had bought at 11 Bowie Street

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30.10.1856 Land to Christian F Wegener

 

Empfänger einer Bewilligung:

Christian F Wegener

Zertifikat:

26

Patentinhaber:

C N Riotte

Patentdatum:

30. Oct 1856 (30. Okt 1856)

Anzahl der Morgen Land:

652.38

Distrikt:

Bexar

Bezirk:

Frio

Datei:

4833

Teil/Abschnitt:

237

Patentnummer:

636

Patentband:

13

Klasse:

BEX 3RD

 


Texas, Land Title Abstracts, 1700-2008 8Auszüge aus Landüberschreibungen, Texas9
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17.03.1857 San Antonio: Selling Mueller Site

Chapter 7: The Mueller Site
Site Identification: NCB 166, Lot 95
Address: 249 Blum Street
Trinomial: 41BX637
Historical Background
Lot 95 was purchased by J. Charles Mueller from Gustavus Friesleben in 1859 (BCDR SI:143). It had previously been purchased from Charles Riotte by Charles Rossy on March 17, 1857, and then conveyed to Friesleben in 1859 (BCDR Pl:182). The low selling prices, $175 and $210, indicate that no improvements had been made. Mueller, a stone mason, probably began construction of his home (Figure 7-1) in 1859 (City Directory [CD] 1879-18

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04.08.1857 Darlehen an Ladislaus Ujhazi

Ladislaus Ujhazi hat bei C.N. und Anna Riotte ein Darlehen von 1800 Dollar aufgenommen und gibt als Sicherheit ein Wohnhaus in San Antonio.

507. The State of Texas. Know all Men by these presents: That J.J. Ulrich.
Bexar County of Bexar County, as Trustee of Ladislaus Ujhazi. The Beneficiary constituted by a Deed of Trust. _ indent_ere oriented on the fourth day of august A.D. 1857 by C.N. Riotte, A. Riotte. Ladislaus Ujhazi. And. Ulrich and witnessed by C.B. Jefferson and Julius Staf______ in consideration of the Sum of Eighteen hundred Dollars and the interest __ theron. according to the Terms of the aformentioned instrument. To Me in hand paid by Said C.N. Riotte and A. Riotte, the receipt of which is hereby acknowledged, and of the consent of the Said beneficiary Ladislaus Ujhazi have bargained and Sold and by the presents, do bargain Sell and convey ___ Said C.N. Riotte and A. Riotte and their heirs and assigns forever All and Singular. that tract of parcel of Land lying and being Situate in the County of Bexar Known as a house and Lot Situate in the City of San antonio on the East side of the San Antonio River, East (?) and South east of the Alamo Situated on the west Side of Bonham Strat on which the Lot has a front of 18 Varas More or less and bounding in the North by Lot NO 64 property of Kemp (?) w. On South by Lots No 64 and 65 property of Robert Adams. On the west Lot No 61 property of Husdon Oswald. Said Lot bearing No 63. Together with all and and Singular the rights Members Pats hereditaments and appurtenances to the Same belonging inadent or appertaining. To have and to Hold all ___ Singular the aformentioned promises free and discharged from any lieu, charge or ineumbrance. by reason of the aformentioned died of Rusch or indenture is Jn Testimony whereof _ as trustee and Said Ladislaus Ujhazi as beneficiary have hereto Set our hand in the Thirty first day of October. A.D. 1859
Witnesses present: Gustav Thiesen, C. Clemdorf Ladislaus Ujhazi



further see THE HUNGARIAN TEXANS, James Patrick McGuire, The University of Texas, Institute of Texan Cultures at San Antonio, 1993
12.09.1860 Deed to George T. Howard

C.N. Riotte verkauft an George T. Howard ein Grundstück gen. „fellons“ in San Antonio, Bexar, östlich der Alamo Street zwischen dieser Straße und der Alamo-Ruine
Preis 6500 Dollar

605
The State of Texas. Know all men by these presents __ _ County of Bexar. C.N. Riotte of the County of Bexar and State of Texas for and in Consideration of the sum of six Thousand and five hundred dollars to me paid the receipt Whereof is hereby acknowledged. have granted bargained sold and Conveyed and by This presents do grant bargain seel anc Convey to George T. Howard of said County and State

all that certain parcel or lot of land situated and ___ in the City of San Antonio and Said County and State of resaid and described as fellons, on the East Side of Alamo Street between said street and the Alamo Delict about one hundred and fifteen yards below the Alameda bounded in the north by property of A. Superville in the south by property of F.K. Poloshius_ on the North by Alameda Street and in the East by Alamo Delict Having a fence (?) of 83 1/3 yards on Said Alamo Steet and a defret of about one hundred and forty yards. Tohave and tohold all and singular the above described premises. Together with the __ches and appurtenances thereunto. belonging or in any ___ appertainances the Said George T. Howard and his heirs for ever a_ I do hereby bind myself heirs, Executors and Administration to Warrant and forever defend all and Singular the said premises unto the said Georg T. Howard, his heirs and __ and assign_ against every person whomsoever carefully deming or to claim the same or any part thereof. In Testim__
Whereif I have herinto Subscribed my name this Die 12th
day of September AD 1860 C.N. Riotte
Witness

21.02.1861 Land to Heinrich Schmidt

 

Empfänger einer Bewilligung:

Heinrich Schmidt

Zertifikat:

127

Patentinhaber:

C. N. Riotte

Patentdatum:

21. Feb 1861

Anzahl der Morgen Land:

320

Distrikt:

Bexar

Bezirk:

Tom Green

Datei:

2334

Umfrage/Blk/Tsp:

250

Patentnummer:

337

Patentband:

32

Klasse:

Bex. 3rd.

 


Texas, Land Title Abstracts, 1700-2008 8Auszüge aus Landüberschreibungen, Texas
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June 1867 San Antonio: Selling Palm House

Chapter 14: The Palm House
Site Identification: The Palm House 41BX639 (New City Block 152, Lot 75)
Address: 240 Blum Street
Trinomial: 41BX639

Historical Background
CAR archaeologists investigated the Palm House (Figure 13-1) in December 1984 and again in March 1985. The site was chosen for testing as an example of a modest adobe built after the Civil War and occupied by a middle-class German family for a comparatively long period of time.

Friedrick ("Fritz") Palm purchased the lot in June 1867 from Charles N. Riotte. There is no evidence that Riotte ever occupied or constructed a dwelling at the site. Palm was born in Haenlopeza, Prussia in 1825

car.utsa.edu/CARResearch/Publications/ASRFiles/201-300/ASR%20No.%20270.pdf

Summary (not complete)

Searched Name

date

instrument type

opposite name

RIOTTE C.N.

27.5.1807 ?

DEED

DE AROCHA JOSE RAMON

RIOTTE C.N.

3.1.1851

DEED

JONES ENOCH

RIOTTE C.N.

28.11.1851

DEED

WALLERATH PETER

RIOTTE C.N.

26.12.1851

DEED

RILLIAM B G

RIOTTE C.N.

14.2.1852

ASSIGNMENT

JONES ENOCH

RIOTTE C.N.

10.2.1852

DEED

GRUNWALD JOHANNA

RIOTTE C.N.

15.4.1852

DEED

HERNANDEZ R

RIOTTE C.N.

27.5.1852

DEED

BUQUOR P L

RIOTTE C.N.

5.7.1852

DEED

DEVINE THOS J

RIOTTE C.N.

9.10.1852

PLAT

LOPEZ GARTARI

RIOTTE C.N.

4.10.1852

DEED

MC GEMET BRIDGET

RIOTTE C.N.

1.11.1852

DEED

MEYGER WILLIAM A

RIOTTE C.N.

6.12.1852

DEED

SCHREINER CHARLOTTE

RIOTTE C.N.

21.1.1853

DEED

BONNETT C.N.

RIOTTE C.N.

21.1.1853

DEED

HURT JOHN

RIOTTE C.N.

5.1.1853

DEED

STARK GEORGE

RIOTTE C.N.

6.1.1853

DEED

PRACHT FELIX

RIOTTE C.N.

11.2.1853

DEED

OSSWALD THEODORE

RIOTTE C.N.

28.4.1853

DEED

SMITH MICHAEL

RIOTTE C.N.

7.6.1853

DEED

LATCHEM JOHN

RIOTTE C.N.

13.6.1853

DEED

ADAMS ROBERT

RIOTTE C.N.

7.6.1853

DEED

LATCHEM JOHN

RIOTTE C.N.

6.7.1853

DEED

DEVINE JAMES M

RIOTTE C.N.

13.8.1853

DEED

HAENEL JULIUS

RIOTTE C.N.

2.10.1853

DEED

MANHART JOHN MA

RIOTTE C.N.

28.10.1853

MORTGAGE

DWYER EDWARD

RIOTTE C.N.

4.11.1853

DEED

LAYER JOSEPH

RIOTTE C.N.

23.11.1853

DEED

WEYEL JACOB

RIOTTE C.N.

30.12.1853

AGREEMENT

DEMMER JNO

RIOTTE C.N.

30.12.1853

DEED

VAUDERSTRAETER FRANK

RIOTTE C.N.

30.12.1853

RECONVEYANCE

DEMMER JOHN

RIOTTE C.N.

31.12.1853

DEED

SAN ANTONIO CITY OF

RIOTTE C.N.

9.12.1853

BOND

HOWTH WM E

RIOTTE C.N.

6.1.1854

DEED

HEUSINGER ADOLPH

RIOTTE C.N.

7.2.1854

BILL OF SALE

RIOTTE C.N.

RIOTTE C.N.

25.2.1854

DEED

MC HENRY WM

RIOTTE C.N.

7.2.1854

BILL OF SALE

WALLERATH PETER

RIOTTE C.N.

18.2.1854

DEED

RADAZ HENRY L

RIOTTE C.N.

17.3.1854

DEED

OSSWALD THEODOR

RIOTTE C.N.

18.4.1854

DEED

ULBRICH JOSEPH

RIOTTE C.N.

29.4.1854

DEED

COOKE J H

RIOTTE C.N.

18.4.1854

DEED

ULBRICH JOSEPH

RIOTTE C.N.

18.5.1854

DEED

BUTHREN JACOB

RIOTTE C.N.

22.6.1854

DEED

GREEN HILSON

RIOTTE C.N.

17.10.1854

DEED

FISCHER VIVIAN

RIOTTE C.N.

23.10.1854

DEED

PRINZ CHRISTIAN

RIOTTE C.N.

3.10.1854

DEED

REINHARD JOHNANN

RIOTTE C.N.

10.11.1854

DEED

NUTZELL CHRISTIAN

RIOTTE C.N.

30.11.1854

DEED

START GEORGE

RIOTTE C.N.

14.2.1855

DEED

QUINSEL BRUNO

RIOTTE C.N.

14.2.1855

DEED

COOK JAS R

RIOTTE C.N.

7.2.1855

DEED

HOWTH W E

RIOTTE C.N.

3.5.1855

DEED

KNAUER GOTTLIEO T

RIOTTE C.N.

25.6.1855

DEED

TAYLOR P C

RIOTTE C.N.

20.8.1855

DEED

CLEMENTS GEO

RIOTTE C.N.

3.8.1855

DEED

MERCER L

RIOTTE C.N.

30.11.1855

DEED

DEMMER JOHN

RIOTTE C.N.

30.11.1855

DEED

HASENBECH C.N.

RIOTTE C.N.

15.12.1855

DEED

QUENSEL BRURO

RIOTTE C.N.

31.3.1856

BOND

POTSCHINSKI F K

RIOTTE C.N.

1.7.1856

DEED

BUETTNER JOHAN

RIOTTE C.N.

22.9.1856

DEED

POTSCHINSKY F K

RIOTTE C.N.

9.9.1856

DEED OF TRUST

GOODLVE SUSAN

RIOTTE C.N.

6.10.1856

DEED

HOWTH W E

RIOTTE C.N.

18.12.1856

POWER OF ATTORNEY

STANDT C

RIOTTE C.N.

24.3.1857

DEED

ROSSY C.N.

RIOTTE C.N.

14.6.1857

MISCELLANEOUS

TEXAS STATE OF

RIOTTE C.N.

3.7.1857

RELEASE

DWYER EDWARD ESTATE

RIOTTE C.N.

3.7.1857

MORTGAGE

DWYER EDWARD

RIOTTE C.N.

29.8.1857

DEED OF TRUST

UJHAZI LADISLAUS

RIOTTE C.N.

28.9.1857

RELEASE

GOODLOE SUSAN

RIOTTE C.N.

28.9.1857

DEED OF TRUST

UJHAZY L

RIOTTE C.N.

23.12.1857

DEED

PALM THOMAS

RIOTTE C.N.

24.3.1858

DEED

HORN CARL

RIOTTE C.N.

5.3.1858

POWER OF ATTORNEY

FRAUENSTEIN C G

RIOTTE C.N.

16.3.1859

DEED

SCHIER JOHANN PHILIP

RIOTTE C.N.

5.3.1859

DEED

STABSENBECK C.N.

RIOTTE C.N.

12.8.1859

POWER OF ATTORNEY

KAPP ERNST

RIOTTE C.N.

12.9.1859

DEED

VALKER HENRY

RIOTTE ANNA M

2.11.1859

RELEASE

UJHAZI LADISLAUS

RIOTTE C.N.

19.11.1859

DEED

FISHER FRANZ

RIOTTE C.N.

2.11.1859

RELEASE

UJHAZI LADISLAUS

RIOTTE C.N.

27.12.1859

DEED

LUDUIG FRANZ JOSEPH

RIOTTE C.N.

28.2.1860

DEED

HILDEBAND JOACHIN

RIOTTE C.N.

11.8.1860

DEED

LOUDWIG F JOSEPH

RIOTTE C.N.

2.8.1860

DEED OF TRUST

VANDERHOEVER T T

RIOTTE C.N.

14.9.1860

ASSUMPTION

VANDER HOEVEN T T

RIOTTE C.N.

3.9.1860

RELEASE

UJHAZI LADISLAUS

RIOTTE C.N.

3.10.1860

DEED

UJHAZE F TRUSTEE

RIOTTE C.N.

21.11.1860

DEED

HOWARD GEO T

RIOTTE C.N.

26.11.1860

DEED

HOFFMEISTER MATHIAS

RIOTTE C.N.

2.1.1861

DEED

HAENIG CARL R

RIOTTE ANNA M

26.2.1861

DEED

FRENCH JOHN C

RIOTTE C.N.

26.2.1861

DEED

CASSIANO JOSE

RIOTTE C.N.

1.2.1861

DEED

GRAYSON TABITHA

RIOTTE ANNA M

10.8.1861

POWER OF ATTORNEY

FRIEDRICH WM

RIOTTE ANNA M

8.8.1861

DEED

ALBRICHT C H

RIOTTE C.N.

10.8.1861

POWER OF ATTORNEY

FRIEDRICH WM

RIOTTE C.N.

8.8.1861

DEED

ALBRICHT C H

RIOTTE C.N.

27.7.1864

BOND

HANIG CARL

RIOTTE C.N.

23.2.1867

POWER OF ATTORNEY

FREISLEBEN G

RIOTTE C.N.

23.2.1867

DEED

JONES THOMAS T

RIOTTE C.N.

5.6.1867

DEED

FRANK A B

RIOTTE C.N.

12.5.1869

POWER OF ATTORNEY

FREISLEBEN G

RIOTTE C.N.

10.5.1873

DEED

ADAMS H B

RIOTTE C.N.

11.9.1875

DEED

SAN ANTONIO CITY OF

RIOTTE C.N.

9.6.1879

DEED

ADAMS MARY A

RIOTTE C.N.

14.2.1880

DEED

SMITH JNO D

RIOTTE C.N.

16.2.1880

DEED

SAMEUL W G

RIOTTE C.N.

28.12.1888

POWER OF ATTORNEY

MEUSEBACH O C

RIOTTE C.N.

5.10.1954

DEED

SWEET JAMES R


02.01.1851 Elise Wuppermann visits Riotte family

Januar 1851
Montag, den 6. Wie freue ich mich, wieder in unserm lieben Häuschen zu sein, meine lieben Kühe wieder melken zu können, und meinem lieben Männchen wieder seine Lieblingsspeise, warmes Maisbrod zu backen. Silvesterabend waren wir bei unserer lieben Mutter, wo wir ein Glas Punsch tranken. Neujahrmorgen traten wir unsere Reise nach dem Zibolo an, zuvor ritten wir zur Mutter, um ihr zum neuen Jahr zu gratuliren, die arme Frau lag im Bette und hatte das Fieber. Es war so kalt, daß wir, um uns zu erwärmen, mehrere Mal tüchtige Strecken zu Fuß gingen, wo dann Otto die Pferde führte, ich aber hinterherlief und die Pferde mit einem Stocke antrieb. Mittags 1 Uhr kamen wir bei Nohls an, die Guadaloupe war so klein, daß wir durchreiten konnten. Abends waren wir bei Ferguson zum Thee, wo wir uns gut amüsirten. Da Fritz lahm war, lieh Otto bei Ferguson die Bill, ein herrliches Pferdchen, welches ich nach dem Zibolo und zurück ritt. Otto war so heiser, daß er kaum sprechen konnte. Den 2. ritten wir, zu Riotte, unterwegs stieß der alte Niels zu uns, welcher uns den nächsten Weg zeigte. Herr Wallrath und Frau Riotte empfingen uns sehr freundlich. Herr Riotte war nach San Antonio, kehrte jedoch abends zurück. Wir blieben bis Sonntag Morgen, wo uns Herr Wallrath nach Braunfels begleitete. Indeß ich mich mit der lieben Frau Riotte und ihren Kindern unterhielt, machte Otto manchen Ritt in die Umgegend, deren Hauptzweck war, Wagen zu besehen, den letzten Morgen fand er endlich einen, welchen er wahrscheinlich kaufen wird. Den 3. waren wir Nachmittags bei Brachts zum Caffee, Frau B. und ich freuten uns gegenseitig, uns wieder zu sehen, sie war gesund und munter, sie wohnten recht nett in einem kleinen hübschen Häuschen. Frau Bracht versprach mir, uns recht bald zu besuchen. Den 4. ging ich mit Frau Riotte zu Perimann, welche das Pianino von alte v. Steins gekauft haben. Nachdem ich die liebe Familie Riotte näher kennengelernt habe, bedaure ich es doppelt, daß sie nicht ganz in uns'rer Nähe wohnen. Wir erkälteten uns beide sehr, besonders ich bekam einen heftigen Husten. In Braunfels trafen wir Heusinger, welcher uns von Minchen den 30. Dec. als ihren Bräutigam vorgestellt war.

aus: Elise Wuppermann geb. Tips, Texanische Tagebücher 1850-1865, Hamburg 2013

14.01.1851 To Rent a female Negro.

Den 14. besuchte uns Herr Runge, und theilte uns die freudige Nachricht mit, die erwarteten Kisten seien unterwegs, er logierte Nachts bei uns. Den 15. besuchte uns Herr Riotte, er kam, um eine Negerin zu miethen. Abends gingen wir hinauf und musicirten, welches Herrn Riotte sehr amüsierte.

aus: Elise Wuppermann geb. Tips, Texanische Tagebücher 1850-1865, Hamburg 2013


06.02.1851 Letters remaining in the Post office

List of Letters
Remaining in the Post office at San Antonio on the 31st day of December. Persons calling for the same, will please say they are advertised.

Riotte & Walerath

The San Antonio Ledger. (San Antonio, Tex.), Vol. 1, No. 37, Ed. 1 Thursday, February 6, 1851

25.10.1851 2nd tenor of San Antonio Mannergesang-Verein

The maintenance of the songbooks of the San Antonio Mannergesang-Verein seems to have been a divided responsibility, for, in noting the preparations for an October 25, 1851 concert, the secretary remarked that the following men had readied the books: Albert Moye and Christian Schleyer, the first tenors; C. N. Riotte, the second tenors; J. T. W. Simeon, the first basses; and Herman Wille, the second basses.

Source: „The Music Libraries of the German Singing Societies in Texas, 1850-1855“, Author: Theodore Albrecht; Source: Notes, Second Series, Vol. 31, No. 3 (Mar., 1975), pp. 517-529 (found at www.jstor.org), p. 522-523

1852-1861 Development of San Antoino, Bexar

A major turning point in the development of Alamo Plaza was the construction of the Menger Hotel in 1857 (Everett 1975:116). This establishment became the center of activity for the growing influx of visitors and businessmen into this part of town. Its brewery, catering to the increasing German immigration into San Antonio, became a social center drawing others to the neglected eastern bank of the river. The area soon acquired a predominantly European nature. The establishment of the German-English school in 1858 and the founding of St. Joseph's Church in 1868 added a German flavor.


Civil War
This encouraging expansion, no doubt fostered at least in part by Riotte, was to be abruptly curtailed by events totally unforeseen in the formative years of the development. The growth of the area was badly hampered by three unrelated events.

(…) By the onset of the Civil War, both Giddings and Riotte had disposed of the bulk of their lots, and residences had been established along much of Crockett and Blum streets. None of the Devine lots on Commerce Street had been sold and the Alameda remained a park as it had been since the days of the Spanish government. No further development was to occur until after the conclusion of the conflict.

car.utsa.edu/CARResearch/Publications/ASRFiles/201-300/ASR%20No.%20270.pdf

1852 Secretary of San Antonio and Mexican Gulf Railroad Company

The Annual Election for the Board of Directors, for the San Antonio and Mexican Gulf Railroad Company, will be held on the first Monday in October next, in the city of San Antonio, at the office of the Company.
To entitle a stockholder to vote, it is required that all instalments due upon his stock-subscription shall be paid up, and at least five per cent, upon all stock-subscriptions, on which no instalments have been called.
An authority or power in writing, will entitle the proxy to cast the vote for his principal.
15-4t C. Riotte, Sec’y pro tem.
The San Antonio Ledger. (San Antonio, Tex.), Vol. 3, No. 15, Ed. 1 Thursday, September 2, 1852

The Raid Road
„Now, by Saint Paul, the work goes bravely on.“
Enoch Jones is elected President, Mr. Maverick Treasurer, and Mr. Riotte Secretary, all good men and true. The route, so we understand, has been generaly determined upon, but not the terminus. As yet, there is some secresy, to prevent the operations of land-sharks. Jones is looked for at each stage arrival. There are rumors afloat that he has effected every necessary arrangement to carry our grand Rail Road scheme to a glorious consummation. Ye Terminus men, now is the time, with proper credentials and proofs, to make your bids. There is no stay from this time forth. Jupiter himself cannot arrest the prograess of the San Antonio and Gulf Raid Road.
The San Antonio Ledger, Vol. 3, No 24, Ed. 1 (Thursday, Nov 4, 1852)

San Antonio and Mexican Gulf Railroad
    The San Antonio and Mexican Gulf Railroad (SA&MG) was a railroad set up in 1850 to connect the city of San Antonio to the Gulf of Mexico. It was chartered on September 5, 1850, with plans to connect Port Lavaca, Texas to San Antonio. Trackwork began in 1856, and a line was completed to Victoria, Texas in April, 1861, when the Civil War broke out. Among the founders of the railroad were German-born railroad engineer Gustav Schleicher and Joseph E. Johnston who was an army officer stationed in San Antonio, who would later be a General in the Confederate army. To facilitate the construction of a railroad from the Gulf to San Antonio, the SA&MG received 735,938 acres (2,978.24 km2) of land from the State.
    Confederate General John B. Magruder ordered the destruction of the San Antonio and Mexican Gulf to prevent its falling into the hands of enemy forces. The railroad was rebuilt by the United States government in 1865-66. The San Antonio and Mexican Gulf never did connect to the Gulf coast, stopping short in Victoria. On August 4, 1870, the Texas legislature authorized the consolidation of two rail lines, the Indianola Railroad Company and the San Antonio and Mexican Gulf Railroad Company, into a new corporation to be called the Gulf, Western Texas and Pacific Railway.
source: Wikipedia

18.04.1852-02.10.1853 Translating Texan Laws into German - correspondence with Governor P.H. Bell

San Antonio, April 18, 1852

To His Excellency, P.H. Bell, Governor of Texas!
Having been informed, that an appropriation was made by the last legislature for the purpose of having their inactments translated into the German and Spanish language, I take this opportunity, in case there is a reasonable compensation fixed for the work, to ask of you the appointment as translator of said acts.
I am German by birth and have received a thorough education in Prussia in general science, and more particular in legal matters, and have been than judge and district attorney for more than twelve years, in addition to which for the last year I have been studying the English language and the laws of this country which induces me to consider myself competent to fill the post for which I ask the appointment.
I would also refer you to Mess. I.A. Paschal, Esq., Hon. S. Maverick and Hon. Evans, members of last legislature.
Respectfully yours obedient servant.
C.N, Riotte

German Translator
C.N. Riotte
Application for appointment
San Antonio, Texas
April 18, 1852

Rec.d at The Exec. Dep.
State of Texas,
Austin, April 20, 1852

Source: Texas States Archives

-------------------------------

San Antonio, October 7th 1852

To His Excellency
P.H. Bell
Governor of the State of Texas.

Sir!
I hereby propose and agree to translate into the German language such of the laws of this Legislature of this State, as may be selected by Your Excellency for that purpose, at the rate of one dollar for every printed page, and ten cents per page for the examination of the proofs at Galveston, my expenses for travelling thither staying there and returning to be allowed on presenting my account, or, if you should prefer, I will translate, superintent the printing, revive the proofs in the City of Galveston and furnish you two hundred copies complete in the same kind of paper and stitched int he same manner as the english edition for the sum of seven hundred dollars all. expenses incurred by me in attending the above in Galveston included in that price.
Should it be deemed necessary, I am willing to submit the translation, when completed to competent judges for their examination and approval.
I am very respectfully
Your Excellency’s
obedient Servant
C.N. Riotte

C.N. Riotte, Esq., To Gov. P.H. Bell
San Antonio, Texas
October 2, 1852

Stating his Terms for translating certain laws of the 4th State Legislature into the German language

Rec.d at The Exec. Dep.
State of Texas,
Austin, October 9, 1852

Source: Texas States Archives

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Oct 7, 1552

The State of Texas to C.N. Riotte for travelling expenses to and from Galveston

Passage
from San Antonio to Indianola        $        12.50
from Indianola to Galveston           5.00
from Galveston to Houston            2.00
from Houston to San Antonio                  23.30
[total]                    42.80

Boarding and lodging at Galveston during 34 days at $ 2 68.00
Expenses on the road in going and returning                 17.00

     $   127.80

Source: Texas States Archives

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San Antonio October 29th 1852

Chas. R. Harrison, Esq.
Private Secretary of the Governor.

Sir!
From the contents of your honored letter of 11th inst. I can not conclude, that the Governor has accepted one of my propositions, because still he wishes to make at a personal interview such arrangements with me as will cover my expenses from this city to Galveston, which I proposed to be allowed upon an account. At my presence in Austin the Governor told me that such laws as have a general interest will merely be translated, and on this ground, I believe, that a copy of the German translation will hardly contain ninety pages, in judging from the english edition of the laws, which, according to my proposition, would make a salary for translating and correcting of $ 117l, from which sum my expenses for the trip to your citiy with over $ 18 must be deducted. Assuming that the translation and sejourn at Galveston will take at least six weeks I cannot think that the said sum will constitute a fair salary.
But if the Governor requests now, that before having finished the translation here I shall go to Galveston I rather prefer to resign the whole objact, because as long an absence from my office during the approaching session of the District Court and the time of the arrival of great many immigrants, will cause me more losses as the translation salary ever can repair.
I can and I will deliver as good a translation as the intrinsic diversity of both languages and the peculiar English of the Statutes will permit - and that is very difficult and calls for time and studying, but then I expect also to be rewarded fairly.
Most respectfully
Yours
C.N. Riotte

Source: Texas States Archives

-------------------------------

C.N. Riotte to Chas. R. Harrison
San Antonio, Texas
October 20, 1852

Relative with Translation into the German language of the laws of the 4th Legislature of the State of Texas

10-24-52

Rec.d at The Exec. Dep.
State of Texas,
Austin, October 31, 1852

Source: Texas States Archives


San Antonio November 4th 1852

Chas. R. Harrison, Esq.

Sir!
In complying with your letter of the first instant I agree to execute the translation and to examine the proofs and superintend the printing of the copies at Galveston, being paid for a provided in your said letter.

Most respectfully
Yours
C.N. Riotte

Source: Texas States Archives

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San Antonio November 25th 1852

To His Excellency
the Governor of Texas P.H. Bell

Sir!
In translating the laws of the last Legislature I find some points concerning which I wish instructions from you;
First: in leaving out sundry laws, as you have directed the running numbers of the chapters in the English and those of the German edition will not correspond, and may prevent a clear understanding by persons, who may wish to compare one with the other, or who may wish to examine also the edition, which will always give the true meaning of the law giver. I tried to avoid this impropriety by translating of the laws to be omitted, merely the super scription and date of approval. I would respectfully propose to go on in the same way by translating the special laws. Altough it is true, most of them have a personal interest merely nevertheless as they involve principles, whose acknowledgment may be interesting to many citizen and may be event of importance to members of families, corporations and companies. My plan will answer to give to an interested party opportunity to find out if such or such principles were once fixed or any such right granted, without enhancing the costs of the translation to my amount.
Second: There are some blanks left in the English edition, vis:
on page 92. Section 3. fifth line,
on page 100. Section 1. fifth line,
on page 102. Section 4. fifth line.

Now I wish to know, if those blanks are to be filled, and, if so, with what words.

Third. On page 92, Section 3, fourth line from end, it is said: „and the County Court of El Paso; this is evidently a mistake and it ought to be said „Presidio“. I leave it to you if you authorize me to change this, of if it is sufficient to show it in a note, as I have done.
Respectfully
Your Exellency obedient servant
C.N. Riotte

Source: Texas States Archives


San Antonio December 29th 1852

To His Excellency
the Governor of Texas P.H. Bell

Sir!
Having advanced with translating the enactments of the last Legislature so far, that I hope to be trhoguh in about a fortnight. I beg leave to ask if the job for the printing is granted to Mr. Buchner at Galveston and if he is prepared to commence the work.
I further beg leave to petition You, for the advancing of one hundred dollars to cover my expenses on the trip to Galveston, and to leave some means int he hands of my family, when leaving.
Most respectfully
Your obedient Servant
C.N. Riotte

Answered February 28th, 1853.

Source: Texas States Archives


San Antonio, February 17, 1853

To His Excellency P.H. Bell
Governor of the State of Texas

Sir!
Having finished the translation of the laws of the last Legislature of this State, as were selected by Your Excellency for that purpose, some three weeks since, I were expecting a favorable answer on the letter, which I had the honor to send about the middle of January, in which I prayed for being advised if Mr. E.M. Buchner at Galveston was charged with the printing, and, if so, praying further for getting advanced one hundred dollars to cover the expenses to be incurr_d on the trip to Galveston. Hereby I respectfully reiterate my petition and hope that Your Excellency will favor me with a reply as soon as possible. .
I take this opportunity to present me as translator for the laws enacted by Legislature in their entire session just closed, and while there are but few laws enacted at this session, in passing through Austin I could take them with me to Galveston, have them translated there and printed as an appendix to the laws of the same fourth Legislature enacted at their regular seeion.
I am respectfully Your Excellency’s obedient servant
C.N. Riotte

Answered Februar 28, 1853

Source: Texas States Archives
Executive Department
State of Texas
Austin, Feb 28, 1853

C.N. Riotte Esq
San Antonio, Texas

Sir.
In reply to your letter to this department respectively dated December 29, 1852, and January 17, 1853, I will state that the ___ex__ded balance of the appropriative for translating and printing the laws of the 4th Legislature at its general ____ into the Spanish and German languages was so small that felt unwiling to employ Mr. Buchner’s _wich for printing the German translation until the Legislature had made some further prov__, and the appropriative paper at its last extra he__ich placed mo__ adequate means at my dispect I therefore desire that you proceed ___ to____ with your translations and have it printed by Mr. Buckner ____e_r your _____ as reapidly as possible.
As I cannot transmit the amount you request to be advanced to you on the Translation to any safe ca___ance from this in San Antonio, I desire that you pass through here on your route to Galveston, when I will give you a draft on the Treasury for it, or for more should it be necessary.
With reference to the German Translation and printing of the laws of the last cession of the Legislature I had mad arrangments for the execution of the work prior to the rescrift of your application.
Respectfully
Your obed. servant
sign. P.H. Bell

Source: Texas States Archives

Galveston March 14th 1853

To His Excellency P.H. Bell
Governor of the State of Texas.

Sir!
I hereby beg leave to notify You, that after having received Your honored letter dated 28th February 1853 on the second day of this month, I proceeded three days afterwards on the shortest route over Indianola to this City, where I arrived on Thursday last. Mr. Buchner had just received Your letter of the third day of this month, and was not got prepared to commence instantly with the printing, having not very desirous of being done the work as soon as possible, in order to save to the State expenses and to me time I offered to Mr. Buchner the means to employ more printers, and could therefor most respectfully request that our Excellency would forward to me two hundred dollars, which perhaps could be done int he way of a draft of the Treasury of the State on the Treasurer of this place, which may be done in the commencemant of the next month. I would be very much obliged to Your Excellency, if You would enjoin to Mr. Buchner all possible diligence, as by unimportant occurence in my family I will be compelled to return to San Antonio about the 10th or 12th day of April next.
I am very respectfully Your Excellency’s obedient Servant
C.N. Riotte

Answered March 2th, 1853, and the following drafts and merely ____:
Tho. F. MtKinney Esq. on Messr. E.B. Nichols ___ of Galveston, three days after eight, in favor of Mr. N. Raymond Esq. of Austin, for 105 Dollars
James B. Shaw Esq. of Austin, on Mess. Rusell Hilf of Galveston, payalbe to order of 30 dollars an F_ Chuts. Commercial and Agricultural bank of Galveston, 5 Dollars

Draft   $        105,00
D   90,10
Note             5,00
Total            200,10

Source: Texas States Archives
Executive Department
State of Texas
Austin, March 26, 1853

C.N. Riotte Esq
Galveston, Texas

Sir.
In compliance with the request contained in your letter of the 14th Instant, I have a last succeeded in obtaining a draft on Messr. A.B. Nichols tC. of Galveston, for 105 dollars, payable three days after eight, and another on Messr. Oswell Still tC, for 90 Dollars 10/100, payable in presentation; these drafts which are herewith enclosed, with a banknote for 5 dollars, make in all a total amount of 200 dollars and two cents, the receipt of which you will please acknowledge immediately after its arrival.
Mr. Buckner’s written proposal for the printing of the laws that you have translated into the German language has been desired, and it approved. It is, however, exceedivly desirable, if practicable, that the 300 copies ordered to be executed, should be delivered at the office of the Secretary of State by the first of May next, instead of the first of June.
Trust that the work will be performed expeditionily, and in the same creditable manner as heretofort.

Respectfully
Your obed. Servant
(signed) P.H. Bell

Source: Texas States Archives

Galveston, April 4th 1853
To His Excellency
P.H. Bell

Sir!
In accordance with Your Excellency’s honored letter of the 26th March I enclose a receipt for the amount forwarded.
Your Excellency can not be more anxious to see the printing done than I am, and I feel myself bound to state, that probably I may be compelled to return to San Antonio before the accomplishment of the printing. According to my experience about printing matters in Europe I kould not expect, that this work would require so much time, otherwise I would have send to Mr. Büchener at least half part of the translation prioris. In all events I deem it my duty to call on You on my return and to report You.
I am very repectfully
Your Excellency’s obedient Servant
C.N. Riotte

Received from the Treasurer of the State of Texas for translating the laws of the fourth Legislature into the German language 200 dollars and ten cents in
1. one 5-dollar-note of the Commercial and Agriculturalbank at Galveston,     $ 5.00
2. a draft on Messrs E.B. Nichols & Co at Galveston drawn by T.F.M. Kinney   105.00
3. and a draf on Messrs Doswell Hill & Comp at Galveston drawn by James B. Shaw   90.10
    200.10

Source: Texas States Archives


Galveston April 4th 1853
C.N. Riotte

To His Excellency
P.H. Bell
Governor of the State of Texas

Sir!
I hope Your in possession of my letter from Galveston containing the receipt for $ 200.10, which you had the kindness to send me. After the receipt of a letter from this place stating that my wife was severely sick, I left Galveston on Tuesday last. I was extremly sorry, that I kould not wait on You when I passed Austin for reason, Mr. Harrisson will have explained to You.
When I left Galveston about half of the printing of the laws was done, and the balance should be ready about first weeck of May. In the beginning I had a good deal of trouble with the proofs, being several times compelled to correct them three times, being to this rigorously. The later proofs were, some little fault excepted well done. The printing is executed in superior style and with the best and newest kind of Germany types on very good paper, so that I hope Your Excellency will be fully satisfied. Before my leaving Galveston I repeatedly looked over the not yet printed balance of my translation and appointed a perfectly qualified and reliable man to superintend the further printing, and made besides with Mr. Buechner the arrangment that he will send me all proofs before printing them.
Mr. Buechner does intend to deliver the three hundred copies himself at Austing, and he begs Your Excellency to advance 200 dollor to him as he had many expenses in purchasing paper and procuring and employing two none printers.
With regard to a remark of Yours in one of your first letters I wish to state, that I am perfectly willing to have submitted my translation to such competent judges for their examination as Your Excellency may appoint.
I beg leave to lay before You my account of expenses incurred on the trip to Galveston, the amount of which You may send to me in some convenient way.
I am respectfully Your Excellency’s obedient servant
C.N. Riotte

Rescript acknowledged, May 17, 1853

Source: Texas States Archives
Executive Department
State of Texas
Austin, May 17, 1853

C.N. Riotte, Esq.
San Antonio, Texas

Sir!
Your communicatias to this Department of the 18th Ultimo - a compainsing an account against the State for your travelling expenses from San Antonio to Galveston and back, amounting to $ 127-80, came duly to hand; and, as soon as the work is delivered by Mr. Buckner, it will _esi_ the requested attention.
Very respectfully
Your obed. Servant
signed. PH Bell.

Source: Texas States Archives


San Antonio, September 22, 1853.

To His Excellency
P.H. Ball, Governor of the State.

Dear Sir!
As You had the kindness to offer me your aid in getting the money for the translation of the laws, and as my last hope to day has proven a failure, I take the liberty to address you in my behalf. Trusting in the receipe of those and some other monies I had commenced a new building for the work at which I am indebted to the mechanics. If my debt were of an other charakter I would rather expect the action of the neat legislature, but I do at mind even a great loss to pay those men. I shall leave the terms fully with you and am ready to allow five percent per month to be deducted from the sum, if the money can not be had otherwise. You would do me a great favor if You would be kind enough to give me an answer as soon as possible.
Very respectfully Your obedient servant
C.N. Riotte

($ 336.90)

Source: Texas States Archives


San Antonio, October 2nd 1853.

To His Excellency,
P.H. Bell
Governor of the State of Texas

Sir!
Enclosed I have the honor to lay before You a document on what You will be kind enough to certify the signature of J.W. Cooke and his quality as a notary public of the State of Texas. Please return the document to me at an early day.
Very respectfully Your obedient servant
C.N. Riotte

The accompanying document with the State that attached was returned to C.N. Riotte, Esq. at San Antonio, October 8th 1833

Source: Texas States Archives

An Inventory of Records at the Texas State Archives, 1849-1853

Peter Hansbrough Bell served as governor of Texas from December 21, 1849 to November 23, 1853. Born in Virginia on March 11, 1808, Bell came to Texas in 1836 and fought as a private in Henry Karnes' cavalry company at the Battle of San Jacinto. After serving as inspector general in 1839, he joined the Texas Rangers under Jack Hays in 1840 and was a major in the Somervell Expedition of 1842. Bell was in command of the Corpus Christi District when the Mexican War broke out. He served as lieutenant colonel in Colonel George T. Wood's regiment and fought at Buena Vista; he then rejoined the rangers to protect the Rio Grande frontier. In 1849, Bell traded his military career for a political one, defeating George T. Wood for governor. He was re-elected in 1851.
    The major event of Bell's tenure was the settlement of the western boundary dispute by the Compromise of 1850. Bell had requested troops from the state legislature to occupy Santa Fe, and Mississippi had promised to help Texas should war break out with United States troops. Despite this, the federal government obtained the cession of the area (amounting to 56 million acres) in exchange for $10 million in U.S. securities, with which Texas paid its public debt. In addition, Austin was re-named the temporary capital. A few months before the expiration of his second term, Bell resigned to take the vacant seat in the U.S. Congress from the Western District of Texas. Lieutenant Governor James Wilson Henderson completed the last month of Bell's term. In 1857 Bell married and moved to North Carolina, his bride's home state. Impoverished by the loss of slaves in the Civil War, Bell was awarded a pension by Texas in 1891. He died in North Carolina in 1898.

Records, Texas Governor Peter Hansbrough Bell. Archives and Information Services Division, Texas State Library and Archives Commission.

Box Folder     
301-21         32.     C. N. Riotte to PHB, Apr. 18, 1852, ms, 1 p.
301-21         38.     C. N. Riotte to PHB, Oct. 7, 1852, ms, 2 pp.
301-21         38.     C. N. Riotte to Chas. A. Harrison, Oct. 29, 1852, ms, 2 pp.
301-21         39.     C. N. Riotte to Chas. A. Harrison, Nov. 4, 1852, ms, 1 p.
301-21         39.     C. N. Riotte to PHB, Nov. 25, 1852, ms, 2 pp.
301-21         40.     C. N. Riotte to PHB, Dec. 29, 1852, ms, 1 p.
301-22         42.     C. N. Riotte to PHB, Feb. 17, 1853, ms, 2 pp.
301-22         42.     PHB to C. N. Riotte, Feb. 28, 1853, ms, 2 pp., copy
301-22         43.     C. N. Riotte to PHB, Mar. 14, 1853, ms, 2 pp.
301-22         43.     PHB to C. N. Riotte, Mar. 26, 1853, ms, 2 pp., copy
301-22         44.     C. N. Riotte receipt, Apr. 4, 1853, ms, 1 p.
301-22         44.     C. N. Riotte to PHB, Apr. 4, 1853, ms, 1 p.
301-22         44.     C. N. Riotte to PHB, Apr. 18, 1853, ms, 3 pp.
301-22         45.     PHB to C. N. Riotte, May 17, 1853, ms, 1 p., copy
301-22         49.     C. N. Riotte to PHB, Sept. 22, 1853, ms, 1 p.
301-22         50.     C. N. Riotte to PHB, Oct. 2, 1853, ms, 1 p.

1853 Alderman of San Antonio Town Government

Town Government of San Antonio, Texas

JANUARY 1, 1853 to JANUARY 1, 1854
Mayor - J. M. Devine
Aldermen (Stadtrat)–
A. A. Lockwood,
C. N. Riotte*,
M. Lopez,
H. Huffmeyer, F. Herff*,
J. J. Giddings, B. Callaghan,
B. Lacoste, A. Navarro*,
J. R. Sweet,
Chas. Hummell*,
G. M. Martin

Treasurer - John Bowen
Collector - M. H. Campbell
Marshal - H. E. Smith
Surveyor - R. R. Clements
Secretary - M. H.

source: www.bexar.org/adkisson/city.html

1853 Translation of a Texas law.

Gesetze der vierten gesetzgebenden Versammlung des Staates Texas. Vierter Band. Veröffentlicht mit Staats-Ermächtigung. Uebersetzt von C.N. Riotte. Galveston, 1853. Gedruckt in der Galveston-Zeitungs-Office bei C.H. Büchner, 372 Seiten.

(translation)

Translation of a Texas law.

Laws of the fourth Legislative Assembly of the State of Texas. Fourth volume. Published with State authorization. Translated by C.N.. Riotte. Galveston, 1853 372 pages printed in the Galveston newspaper Office at C.H. Büchner.

26.10.1853 Founding a Texan Singers’ Association

Good Evening,
I’ve read the article „Sankt Antonius: Germans in the Alamo City in the 1850’s“ by Kent Keeth, published in „The Southwestern Historical Quarterly, Volume 76, July 1972 - April, 1973“. On page 199 he produces an image of the „Minutes of the German Singing Society for October 26, 1853“. As source he mentions „Collection of the Grand Lodge of Hermann Sons“. Is that source still available?
    Actually I’m researching the life and times of Charles N. Riotte, one of the founders of that society and that image produced in the article refers to something Riotte said. It goes „
    „In derselben Sitzung beantragte Herr Riotte die Gründung eines texanischen Sängerbundes, zur Berichterstattung über diesen Gegenstand wurde ein Comité erstellt, bestehend aus Herr Riotte, H. Schleicher und H. Dona_“

Translation:
During that particular meeting Mr. Riotte requested the founding of a Texan Singer Society. To report about this subject a committee was created consisting of Mr. Riotte, Mr. Schleicher and Mr. Doaui

This is of great interest for me thus I really would like to know where I may find this collection of the „Grand Lodge of Hermann Sons“.
    Thanks a lot in advance. Mit freundlichen Gruessen Roland Geiger

No answer yet.

The Southwestern Historical Quarterly, Volume 76, July 1972 - April, 1973

16.05.1854 Sängerfest in San Antonio

Page 1031 of Robert Robertson's book (reference: Biesele, The History of the German Settlements in Texas):
On May 16, 1854, the last day of the second state Sangerfest being held in San Antonio a prearranged German convention was held at Alamo Street's Vauxhall Garten, the program of which had been suggested by the anti-slavery group known as Der freie Verein of Sisterdale. The convention adopted the motion to work for a convention of all German-Americans to be held in St Louis the following November, with Heinrich Gunther, Reverend Louis Cachard-Ervendberg and Louis (Nohl), all of New Braunfels, appointed to a central committee to formulate the plans and to get the convention called. In addition Louis (Nohl) was chosen as the second alternate delegate to the event, with Eduard Degener of Sisterdale chosen as delegate and C. N. Riotte, a San Antonio Lawyer, as first delegate.

übersandt von Martin Colinge, per Email am 19.7.2014, martin.collinge(at)btinternet.com

14.10.1854 West Texas - slaveholders or not

(commented version)
sez when he got 1st letter, already had received letter of Geo W C: „These two letter were indeed like sunbeams int he sombre night of persecution, which I have to endure since the time of the Convention“

sez see S A Gazette
sez few Germans have remained steady under attack if American papers.

„On account of the precariousness of slave-property in this part of the State no slaveholders are settling here, and on the other side the existence of slavery keeps northern men and German immigrants also from settling in these parts. Without an increase by immigration any progression impvt in our police cannot be expected and not to forward is to go backward. - This becomes sensible already at present - real estate begins to loose in its valuie. Such an uncertain state of things cannot last long - it must take soon a decided turn, and the decision will as much, and even more depend on the question on what side there is the most advantage to be hoped, than on the character of the voters. It is therefore of the highest importance to take such measures that every reasonable man can judge by himself he would make more money, if Texas was a free state. Such a belief would give us an immense majority. On the other side the prevailing opinion, that the wealth of the slaveholders was benefical to the people - i.e. to their purse - would deprive us of any hope. This is sad confession but it is true“

sez best solution is the course he has already suggested.

sez biggest problem is the Mexicans - are ignorant, easily led by office hunters - servile instruments of power and money.

sez should start small Spanish-language paper - be printed in office of San Antionio Gazette - thinks should be able to find man in New York to edit papers: should deny any connection with Douai or Riotte - also live in Texas a while, then say idea was suggested by Mexicans themselves.

also should put articles in New York papers about West Texas - without regard to the slave question. sez these papers used much by papers in Germany as source of information.

also urges building of RR from gulf to San Antonio - says that when he and E Jones were direcots of the RR (what RR?). They managed to make the terminus at Galveston, but rather so where West of Galveston.

last assembly passed very liberal homestead law sez the pre-emption law should be published in NY papers - and survey unbought land in the town in to 160 acre lots, for easy recording.

source: American University

22.02.1855 to E.M. Pease for appointment as notary public
San Antonio, February 22 1855

To the Governor of the State
E.M. Pease, Esq.

Dear Sir!
Being informed by J.W. _och_ that he is likely to resign his office as a notary public for this County, I beg leave to ask you respectfully if you would be willing to give me the appointment in his place, provided he would resign in my favor, and provided further that my formal application to you for said office would be backed by the recommandation of the prominent men of this city. Being acquainted with the four languages used here and familiar with the laws of this country as well as those of Western Europe, I may be romantic in saying that my appointment would prove beneficient to a population consisting of so many nationalities as ours, having stile (?) in one way or other material relation, with their old countries to settle.
Very respectfully Your obedient
C.N. Riotte

Source: Texas States Archives

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An Inventory of Records of the First Two Terms at the Texas State Archives, 1853-1857

Elisha Marshall Pease served his first two terms as governor of Texas from December 21, 1853 to December 21, 1857. Pease was born in Connecticut in 1812, where he clerked in a general store and then in a post office. In 1835 he immigrated to Texas, settling at Mina (Bastrop), where he read law under D.C. Barrett. As secretary of Mina's Committee of Public Safety (the first in Texas), Pease was a member of the peace faction until hostilities loomed; he fought in the first battle of the revolution, at Gonzales. His offices under the Republic included secretary of the General Council, clerk of the committee writing the Constitution of 1836, chief clerk of the navy and treasury departments, acting secretary of the treasury, clerk of the judicial committee of the House of Representatives, and comptroller of public accounts in 1837. After annexation, Pease was district attorney and state representative from Brazoria County; as chairman of the Judicial Committee he wrote the probate code of 1848. He also served in the state senate from 1849-1850.
    Pease was elected to the first two of his three terms as governor in 1853 and 1855. As governor, he supported Texas' first state school fund with $2 million in U. S. bonds from the Compromise of 1850; appropriations were also made for a state university. Pease encouraged railroad construction through state loans prorated per mile of new track laid. A new capitol was built, and Pease was the first governor to inhabit the present governor's mansion. Asylums for the deaf and dumb and the insane were also established. In 1854 Pease sent rangers to deal with the violent attacks on Mexican freight carriers in South Texas, known as the Cart War. The next year, a border war with Mexico was narrowly averted after mounted volunteers pursued a band of raiding Lipan Apaches across the Rio Grande, an incident which Pease handled diplomatically. He defeated a Know-Nothing candidate in 1855. As a Unionist, Pease spent the years from 1858 to 1866 in semi -retirement from public life. For further biographical information, see description of records for Pease's third term as governor.

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www.lib.utexas.edu/taro/tslac/40007/tsl-40007.html

21.02.2016 to director.librarian@tsl.texas.gov

Dear Sir,

I'm researching a former Texan resident by the name Carl Nicolaus Riotte (1814-1887) who was born in my hometown St. Wendel, Germany, and settled in New Braunfels, Texas, in 1849. In 1860 he moved to Washington, DC, to become US ambassador of Costa Rica under Abraham Lincoln.

In the 1850s together with Frederick L. Olmsted (creator of Central Park in New York City) he tried to organize the settling of German emigrants in Western Texas. By now I found a lot of letters concerning this subject in various archives in the United States.

Now I found some more in the general correspondence of Governors Bell and Pease. Is there a chance to get digital images of those letters he send or received. They are:
Texas. Governor (1849-1853 : Bell)
General correspondence, 1849-1853,
 

Castro’s Colony

CASTRO'S COLONY. On February 15, 1842, Henri Castro, an empresario of the Republic of Texas, received contracts for two grants of land on which he was to establish 600 families. One grant lay west of San Antonio; the other was along the Rio Grande between Camargo and La Sal del Rey. Castro recruited his colonists in France, particularly in Alsace. On September 1, 1844, he left San Antonio for his land grant beyond the Medina River with his first thirty-five colonists. On September 3 the group reached its destination and began building homes. On September 12 an election was held for two justices of the peace and a constable, and the name Castroville was adopted for the settlement. During the colony's first year 558 headrights were issued, and 485 families and 457 single men were introduced, for a total of 2,134 settlers. The colony suffered from Indian depredations, cholera, and the drought of 1848, but population increased sufficiently for the formation of Medina County in 1848. The present towns of Castroville, D'Hanis, Quihi, and Vandenburg were founded by the colonists.

BIBLIOGRAPHY:
Cornelia E. Crook, Henry Castro (San Antonio: St. Mary's University Press, 1988). Audrey G. Goldthorp, Castro's Colony (M.A. thesis, University of Texas, 1928). Julia Nott Waugh, Castro-Ville and Henry Castro, Empresario (San Antonio: Standard, 1934). Bobby D. Weaver, Castro's Colony: Empresario Development in Texas, 1842–1865 (College Station: Texas A&M University Press, 1985).

EMPRESARIO. An empresario was a land agent or land contractor. Under the system used by the Mexican government as a means of colonization (see MEXICAN COLONIZATION LAWS), outstanding Texas empresarios included Stephen F. Austin, Samuel May Williams, Green DeWitt, Martín De León, Haden Edwards, Sterling C. Robertson, James Power, James Hewetson, John McMullen, James McGloin, and Arthur G. Wavell.qqv
BIBLIOGRAPHY:
Mary Virginia Henderson, "Minor Empresario Contracts for the Colonization of Texas, 1825–1834," Southwestern Historical Quarterly 31, 32 (April, July 1928).

Castro's Colony: Empresario Colonization In Texas

p.194
Once again Castro clamored for action toward putting the colonists in possession of their lands. He succeeded again when on 26 December 1854 Charles N. Riotte, a prominent French immigrant living in San Antonio, was appomted commissioner to replace Ward. (30) Riotte issued his first certificates on 29 and 30 of January 1855 and during the last three days of February of that same year he issued others. In all Riotte put seventy-three colonists in possession of their property and ended once and (31) for all land distribution for the Castro grant.

(30) C. N. Riotte to Governor E. M. Pease, 4 January 1855, Colonization Papers; Ledger (San Antonio), 9 December 1858.
(31) Castro Colony Land Certificates Book, H. E. Haass Papers, Barker Texas History Center.

page 197-198
The process by which the certificates were issued is also interesting. Carolan issued 360 certificates to specific individuals for specific surveys of land on the grant. Of the 125 issued by Ward, however, sixteen were floating, that is, for some unspecified piece of land within the confines of the grant, and forty-one were issued with Angelo Causici as administrator of the estate of the grantee. Causici served as Justice of the Peace for Medina County, but he was also the grandson of Henri Castro. Of the seventy-three certificates issued by Charles Riotte seventy-one were floating and Causici was administrator for thirteen grantees. It appears that the first 360 certificates went to resident colonists who already had drawn lots for their property and had surveys in hand.

After Castro realized the small showing of land claimants, however, he persuaded others from throughout Texas to ask for acreage and raanaged to get a member of his family, Causici, to oversee those from whora he got powers of attorney. His manageraent appears evident in this particular phase of the land question. The question of who ultimately received the property brings the entire process into rauch sharper focus. Initial ownership of the land lay with the colonists in the amount of 277,760 acres. This very quickly changed. By 1859 the amount of land still in the possession of colonists proper fell to only 62,880 acres or 22.6 percent of their original amount. The other 214,880 acres belonged to land speculators. Of that amount at least 150,880 acres either belonged to or had been in the possession of Henri Castro. Among those who garnered part of the land were San Antonio merchants Joseph Ulrich and J. B. LaCoste, who received 12,160 and 9,600 acres respectively. Twelve other men acquired holdings of between 1,280 and 3,840 acres, and Louis Huth managed to get 2,800 acres, and C. V. Riotte, 640 acres, managed to have a hand in the speculation. The balance of the colony land went to a number of individuals in 320 and 640 acres blocks. Thus, it is apparent that, as a land speculator, Castro proved as successful as he was as an empresario. (35)

(35) Survey of deed records for Bexar County at San Antonio, Medina County at Hondo, Frio County at Pearsall, Uvalde County at Uvalde, LaSalle County at Cotulla, McMullen County at Tilden, and Atascosa County at Jourdanton.

source: Bobby Weaver, „CASTRO'S COLONY: EMPRESARIO COLONIZATION IN TEXAS, 1842-1865“, (dissertation in history), August 1983

1855 Riotte Land Commissioner

Therese Strosser was born on the 23.10.1798 in Ensisheim, Hirtzfelden, Haut-Rhin, France and died on the 16.11.1873 in San Antonio, Bexar, Texas. On the 11.03.1818 in Hirtzfelden, she married JOHANN MICHAEL BIEHL. He was born in 1798.

    Therese and three daughters obtained a passport to travel from Hirtzfelden, Haut-Rhin, France to San Antonio, Texas at Colmar, Haut-Rhin, France, on 6 February 1850. to join husband and father, Michael Bihl, and sister, Marie Anne Bihl..3
She immigrated on 15 April 1850 to New Orleans, New Orleans Parish, Louisiana (Ancestry database online, New Orleans 1820-1850, Passenger and Immigration Lists, Ship Jessey, arriving 15 April 1850 from La Havre, family number 308703, National Archives' Series Number: M259-32). Therese Strosser, Christian Eichmann and Maria Theresa Bihl was listed as a household member living with Jean Michael Bihl on the 1850 Census at San Antonio, Bexar County, Texas. Michael and his family including his new son-in-law, Christian Eichmann, are enumerated next door to George Studer and his family, who traveled with them from Haut-Rhin on the ship "Schanunga". (1850, U. S. Census, Population Schedule, Frame 234, Dwelling 357, Family 357). Land Certificate of Henry Castro's Colony No. 9 was issued to the heirs of Michael Biehl on 29 January 1855. The land certificate for 640 acres to the heirs of Michael Biehl, in this case Therese Strosser, his wife. It was issued two years after his death (abt. 1855)by Charles N. Riotte, Land Commissioner. Riotte was the last land commissioner for the colony. The land for the certificate was surveyed in Atascosa County and recorded in San Antonio on 11 April 1857.
It was Survey No. 1503 in Section No. 6 situated in the County of Atascosa on the head waters of the Atascosa River about 34 miles S20W from San Antonio. (Heirs of Michael Bihl by State of Texas, Castro's Colony Certificate No. 9)
Therese died on 16 November 1873 at, at age 75.
Her body was interred on 16 November 1878 at San Antonio, Bexar County, Texas, at St. Joseph's Cemetery.

Auswanderung: 15.04.1850, Nach New Orleans, LA
   
Kinder von THERESE STROSSER und JOHANN BIEHL sind:
    i.    JEAN PAUL BIEHL, geb. 30.06.1818.
    ii.   JEAN MICHAEL BIEHL, geb. 04.05.1820; gest. 18.08.1852.
    iii.  MARIA THERESA BIHL, geb. 16.04.1826; gest. 04.10.1888.
    iv.  JOSEPHINE BIEHL, geb. 04.07.1832; gest. 09.07.1913.
    v.   LAURENT BIEHL, geb. 21.09.1834; gest. 30.09.1834.
    vi.  CAROLINE JOHANNA BIHL, geb. 16.10.1838; gest. 14.04.1908.

freepages.genealogy.rootsweb.ancestry.com/~rfwilson/dannye-p/p27.htm


02.01.1855 Obligation of 20,000 Dollars as Commissioner of Castro’s Colony

The State of Texas, County of Bexar
Know all Men by these Present, That we Charles N. Riotte as principal, and Enoch Jones and Joseph Ulrich as sureties, are held and firmly bound unto the State of Texas in the sum of twenty thousand dollars, for the payment of which, well and truly to be made, unto the said State of Texas we bind ourselves, our heirs, executors and administrators, jointly and severally, firmly by these presents. Signed with our hands and sealed with our seals, the seals being scrawls, the second day of January A.D. 1855.

The condition of this obligation is such that, whereas, the above bound Charles N. Riotte has been appointed by E.M. Pease, Governor of the State of Texas on the 27th day of December, A.D. 1854, Commissioner of Castros Colony in place of Trowbridge War removed,

Now, therefore, if the said Charles N. Riotte shall well and truly, faithfully and impartially discharge the duties enjoined upon him by „an act to perfect the landtitles in Castro’s Colony“ approved 23th March 1850, and an act supplementary to said act, approved February 10th 1854,
then and in that case this obligation shall be null and void, otherwise to remain of full force and effect.
(signatures)
Charles N. Riotte
E. Jones
Joseph Ulrich

24.07.1858 Castro’s Colony Certificate Lost

Lost, Castro’s Colony Certificate, No 72, for 320 Acres of Land, in the name of Anton Schott, issued by C. Riotte, Commissioner of Castro’s Colony; in lieu of balance of Certificate No. 8, for 640 Acres of Land, wich was issued by Carolan, Commissioner of said Colony, and cancelled by said C. Riotte. if not heard of within sixty days, I shall apply for a duplicate.

The San Antonio Ledger. (San Antonio, Tex.), Vol. 8, No. 29, Ed. 1 Saturday, July 24, 1858

06.1855 an Fred. Law Olmstedt (Fragment)

(fragment of a letter - the last two pages)

(…) all demonstrations of the slaveholders, because these will now take more bold steps, knowing that the Germans are devided amongst each other. Last but not least most of the merchants in this town did give up their advertisements in the Zeitung. Under such circumstances and after a mature consideration Ulrich and me, almost the only energetic friends of Douai, were bound to recommend to Douai to sell out if possible and so soon as possible, in order that he might save so much as to be able to go elsewhere with his family. Now dont wonder when I tell you, that I also have made up my mind to sell so much of my property as I can, rent the unsold part and to go somewhere else, as I cannot see one single reason, to stay here any longer but good many to emigrate.  What shall I do here, when I know that my presence is of no value neither to single individuals, nor to the community at large. Yes I am more hated ever than Douai because it is generally believed that it was me and me alone, who instigated Douai. You know how infounded this is but I would not enlarge the weight which is pressing down poor Douai for no price, and I bear the dayly threat of having my house mobed and beeing lynched with perfect coolness. Still I dont see why I shall stay any longer in a community over awed by prussians. If I am not at liberty to speak and write as a free man, I may just as well live in Europe, where the enjoyment of intercourse with enlightened men, of arts and sciences will compensate for many (page) other deficiencies, and where I can have educated my children (since 4 weeks seven in numbers) on the best schools and at very low expenses. I would be inclined to go to the North, if not for the high prices in almost every part of it, and as I dont know yet „zeilten“ (???) what the sale of my property will bring, nor what other means of existence by my own industry I may be able to find, I shall have to go to some part of  Frence where living is cheap, - not being permitted to touch the soil of the old fatherland. I will not omit to communicate to you a suggestion of Dr. Hillmann with regard to my future course. He thought I would do well before leaving America to stop for some time  in or near New York, and to get acquainted by your kind aid with some influential men, and in this way perhaps to get the appointement of Consul somewhere.  I must readily confess, that altough I may be qualified for such a situation by my knowledge of several languages and my former studies, I still abhorr (???) so much officeseeking, that I never was able to  practice it even in Prussia, where it was regarded as proof of a good subject. Still in this emergency and provided, it would in no wise be humiliating neither in form nor in essence. I would cheerfully accept such an appointment and even if it shoud bring not more than $ 500.00 a year, and I know I would make a good and efficient officer. Please give me your opinion on this subject. You were always so kind to me,  that I expect you will give me your best advise.  I dont know of any other friend I could adress myself to, and of whose sympathy I am so much convinced! I am under great obligations to you for your procuring to me the appointment as Commissioner for the States of N. York and Connecticut. I dont believe I will make any money as such, because there is non devidedly a conspiracy in existence with the purpose of crushing down Douai,  Jones and me. I expect to see you this fall or next winter. Please accept my most hearty greetings
 C.N. Riotte

Chronological letter file of C.N. Riotte to Frederick Law Olmsteadt
Library of Congress File


23.06.1855 what happened in Mexico and „Germans and Americans - Bad Feeling“

Texas State Times, Austin, Texas, June 23, 1855

Brownsville, June 1st, 1855.
Editors of the Bejareno:

I send you a bulletin of the news from the interior of Mexico. You will see that owing to the state of bankruptcy of the treasury of the Mexican Hero, he will be unable to send to the northern frontier a sufficient force to check, or smother in blood the popular movement started a few days since at Monterey, by Don Santiago Vidauvie and his associates. I can assure you that the rascally government of Santa Anna and his minions will soon have ceased to exist in Tamaulipas, New Leon and Cohuila.
The Governor and Commander in Chief of New Leon, Don Geronimo Cardona gave up the city of Monterey after a short resistance, and remained a prisoner of war. The revolutionary foce took for their Chief General, Don Antonio Ma Jauregin, who marched at once with 400 men to Saltillo.
The Capital of Coahuila was ready to pronounce itself, and must by this time be in open revolution.
On the day before yesterday, Genealogie. Adrian Woll declared the Department in a state of siege. He has, further, issued a proclamation rendering it obligatory to any persons proceeding from the bank of the Reo Grande to Matamoras, to present themselves to the military authority with a passport signed by the Mexican Consul in this city.
On the 27th, 800 men with two pieces of artillery, marched from Matamoras to Camargo, under command of Genealogie. Don Joaquin Castro, whose fair reputation is unconstested, even among the mochos of the Mexican army.
I heard today that the „pronunciudos“ have established a custom house at Mier, through which they will soon draw some resources.
Caravajal has not yet penetrated into the Mexican territory, but we look at every hour for the news of his having crossed the river.
The Mexican exiles who lived in this city, have left to join the movement.

Extracts from No 1, El Notiscioso del Bravo, published at Brownsville, the 27th of May

Gen. Caravajal, on the request of several of his friends, is preparing to join Vidauvie to give an impulse to the revolution.
Guerro, Aqualeguas, Marin, Cerralvo Los Aldamas, El daso del Zacete, and several other towns have pronounced themselves.
The plan of Guerrero and the other localities above nemed, calls for the overthrow of Santa Anna - such condition as will be established by the nation - the tariff of Ceballos - free importation for five years of articles of subsistence of first necessity - suppression of the prohipition of cotton goods - the confiscation to be the only penalty for smuggling. The resources thus obtained to be exclusively appropriated for a war against the Indians, which shall be kept up until they are subdued or exterminated.
Marroquin flew from Mier wit one hundred dragoners.
Finally, it cannot be doubted but in very few days, New Leon, Coahuila and the greatest part of Tamaulipas will have shaken off the yoke of Santa Anna.

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Germans and Americans - Bad Feeling.
A bad state of feeling seems to exist between the German settlers in the vicinity of New Braunfels and the Americans. Near a month since, it may be recollected, the Germans mobbed the dwelling-house of Mr. Sherwood, a respectable lawyer of New Braunfels, and occasioned his removal and location in Seguin. Since that period American citizen complain of having their property molested and injured by the Germans. A few weeks past a Mobiliarversteigerung was being gotten up against a very influential American resident of New Braunfels, upon the charge of having been inimical to them in a land-suit. He received warning - placed his house in a state of defense by placing some 12 or 15 loaded guns in it. In the mean time a gentleman came to the placee, who exonerated the American from the charge preferred. The matter was dropt.
On the 10th inst., a man named Lewis was in a grocery in New Braunfels. He had been drinking and remarked that he had heard the German’s had threatened to drive off all the Americans. He was unceremoniously thrown out of the house - gathered himself up and took the road for San Antonio. He was met by another American and while they were talking of the affair, a party of ten mounted Germans, rushed up upon Lewis and secured him.
One of them was in the act of striking him on the head with a gun but desisted upon the remonstrance of the other American. Lewis was taken to jail. On Monday he contrived to convey word to Mr. Calhoun, living just below the town. In the evening he came up and in company with a little boy went to the jail. The jailer admitted them - turned the key upon them and went about his business. When it suited his convenience he came back and liberated Mr. Calhoun and the frightened, crying, boy. Mr. C., did not institute immediate suite for false imprisonment - he gave the jailer a decided specimen of an energetic, old fashioned kicking. It is said there was „warm work in the back settlements“. Genealogie. Scott’s fancied fire in the rear was a tame affair to this. This is given as received. I am disposed to think there is some mistake about it. If the individual in question was a certain Lewis, wo figured some days in Austin, there is no telling what the provocation to jug him may have been. Be this as it may, he was fined twelve dollars and sent on his way rejoicing.
Americans complain of a thousand annoyances being practised upon them by Germans such as cutting of timber of their lands - refusing to pay for it - swearing the „horns of a billy-goat“ when taken into a court -burning fences and rendering springs unfit for use by a most obscene and beastly procedure. The chief complaint is the disposition to tamper with slaves. They are accused of rendering negroes discontented - of persuading them to run off from their owners and of doing everyhing calculated to render them bad neighbors to slave-owners. How much these complaints may be exaggerated, if at all, I know not. There must be some truth upon which to predicate so much.
Such a state of feeling is to be regretted. -
Candor compels me to say to the Germans - change your course of conduct - convince the slaveholders you are not interfering with their property, or the consequences will be more serious than you imagine. As sure as there is a God if you get up a strong excitement against you upon the subject of slavery the matter will end in bloodshed. To the rascally Americans, who have been the instigators of this crusade agains southern institutions and southern property, who have made the foreigners the cats-paws of their unholy design, I have no word of warning - Gentlemen you are marked and when the great day of wrath comes, if you will force it upon the Texans, no power, except that of the Almighty, can save you from the lash and the halter. This is strong language, it is but the echo of popular sentiment. I only tell you what you may expect, should you raise a storm about your heads upon the slave question - mark my words, if you put the people to the test they will not belie my assertions.
Should there be persons, who have come among us, opposed to slavery, it is their duty to leave our midst and settle down with the abolition masses to the north. The Germany generally have made the very best citizens. The old settlers of that nation did much service under the „Lone Star Banner.“ They are almost unanimously in favor of slavery. It is the late emigrants - Red Republicans - men, who never did reform an abouse in their native land, that have taken it upon themselves to work a mighty reformation here and to abolish slavery. They may not constitute a majority of their countrymen, however there are enough to produce a result all would regret and pray to avert. They are trifling with a dangerous matter - playing, as it were, with the very train, which will blow them higher than Olympus.
Prudent men on both sides ought to go to work and endeavor to prevent any sonsequences likely to result from the excitement and the Germans mut cease to tamper with slaves. For the sake of the right-minded men among the Germans, it is to be hoped, this unpleasant affair may be settled amicably. The reflecting and influential men of that nation are, many of them, opposed to the opinions and the acts of such of their countrymen as have expressed themselves in favor of abolishing slavery. They have remonstrated against the course pursued by the editor of the San Antonio Zeitung. It is wrong to condemn a whole people because a few hot-headed men of their number may have don amiss- it would not be just. I know there are many Germans, who have shown every evidence of affection for the United States. They have stood shoulder to shoulder with Americans in the hour of danger. Texas can boast of her ranger heroes and some of the bravest were Germans. - These man must have justice done them. The innocent and the guilty must not be treated alike - gratitude, in this instance, would prevent it.
         (…) (signed) Ford.

19.08.1855 to Fred. Law Olmsted about the Germans in Texas

Olmsted had not answered his last letter. „Perhaps we Texas folks draw to heavy upon your kindness, but we hope for your pardonning us by considering that we have not as yet found in this broad country one American whom we can adress freely. I am waiting for your letter anxiously as the future of my family depends a good deal fromit. My determination to leave the United States grows stronger every day, as I can see no means of reuniting the schism between the different nationalities so wantonly provoked by KnowNothingism. Although this party was very beaten in our county 600-1500 and throughout the state also, an intense hatred is prevailling now all over the German populatioon and I suppose also over all other foreigners. With the Germans it is but very natural for our neighborhood, at least for the greatest part of them. From the day of their arrival they were thought to regard every English speaking man as a kind of superior being with all the attributes of the Olympic goodesses, that is: idleness, gambling, carroussing, negra cathing. They are happy to find her practically guarenteed, what good many of them vainly had contended for in the old fatherland „the right to work“. So they worked along through a number of years, in a sort of self chosen helotism, few of them became citizens and identified with their country almost none of them took the pains to learn even the fundamental principles and laws of the county. „The honest and industrious German“ was led to the poll’s to vote often very dishonest and oftener without knowing any thing on the questions at issue.
Still the accumulation of wealth in their hands and their increasing number mad ethem an essential part of the population and calculating on that designing men rose out of them for the purpose of earning from the accident of being born in Germany results, which they were never entitled to neighter by their abilities nor their character …. I was in vain that since four years I and afterwards Douaii, Theisen and other with me endeavoured to arouse the great mass of Germans to a proper sense of their duty as republicans, and on the other hand to put down that class of Americanised Germans above mentioned. We were ostracised and we had not one friend more amongst the Germans, except a few mechanics. Such were the elements into which KnowNothingism fell like a sombshell here. These poor amerianised Germany who after each election looked with contempt upon the working Germans were kicked out of Olympos and when they heard the doom: never to enter there; they went howling into the long desoerted dutch camp and suddenly remembering that they were born in Germany- a fact which they previously concealed - appealed to those sweet recollections which ever will live in the breast of Germans. The mss of these upon which the appeals of the San Antonio Zeitung and our personal intercourse had made an impression cast suddenly away all restraint with they had imposed upon themselves. We, so they say, have made Western Texas what it is with our labor and our money, we have fed you drones, who would have died from starvation but for uns, and now you intend to disfranchise us and our children; we won’t submit to that … The hatred has become personal, every German regarding every KnowNothing his personal enemy.“

Source: Washington University (Abschrift)

23.10.1855 letter to Fred. Law Olmsted about the Callahan Expedition

San Antonio Octob 23th, 1855
My dear friend!
Since my last letter in which I gave you some information on the affairs in N. Mexico and the being Governor of the State of Conahuita Col. Langberg I received your letter of the 8th of August. Before I refer to my private affairs, upon which you had the kindness to give me your valuable opinion, I shall try to give your a report of what happenened within the last months on our Rio Grande frontier. I don’t recollect having mentioned to you in my  last the raising of a Company of Rangers by the State Government under the Command of J.K. Callaghan. This was done on instance of Judge Jones from the upper Guadaloupe, and the Company was to scout the Country betwint Bandera Pass and Friedrichsburg. Of this company nothing was heard during almost two months, in which time the Indians made their appearance almost wery where in the West so far east a Golaar and Walowa Insaloupe stealing and killing great number of horses, mules and cattle and killing several persons. Inquired  at different times for Capt. Callaghan and all I was told was that he „was“ after the Indians. Nro. 1 of the ___ sentinel  of the 13th Det. will show you how he made himself known again.  Nro. II gives the description of a public meeting which was attended by  Captain Callaghan and Henry. In this meeting the „letter“ of Callaghan and his description of the matter was taken as holy truth and  a spirit prevailes as I never even not at the time the revolution of Germany did run highest perceived. An old man for instance. a very pious methodist byocrite called in the most fierce word upon the young men to arm themselves, to cross the Rio Grande, (page) to burn every town, village and town and to murder every individual of the masculin gender“, which was received with thundering applause. This was altered as an apology for an acot of the most atrocious barbarity ever recorded, the burning of the town of Piuras Negras in Mexico by Captains Callaghan and Henrich,  which the former did not dare to mention in his letter; the filibuota description in justification of Capt. Callaghan the comission was read, given to him by Governor Pease, authorizing and commanding to follow the Indians wherever they might go to, and the day afterwards I was able to ascertain that it was a known fact amongst the abettors of filibusterism and grogsters (???) heroes already two months since that Calleghan was appointed and the company raised to cross the Rio Grande  for the  purpose of chastising the Indians (?). It was for this purpose also, I suppose, that Capt. Henry of this place and Capt.  Benton of Seguin each one with about from 3040 men, secretly joined Capt. Callaghan, that they fought against the Mexicans and that Henry after the retreat published from Piedras Negras one of his well known napoleonic proclamations caling upon the people of Texas to come to the rescue, as he had fortified and expected to hold that town as a „point d’appun“. After the meeting above mentioned filibustorism was governing and ruling and the mephistofolian specter, Ford of the Austin Times, who with Henry is at the bottom of all filibustering sincce six months, was seen again in the fur streets. Money was signed and furnished absendently, men were enlisted, in Sequin the Lone Star flag was raised on the public square, when Col. General Smith refused not only to call out rangers, but told   (page) the Committee, he would be obliged and not shrink from the respon sibility of arresting all such men wo would try to cross the Rio Grande for the purposes stated and set forth in the re solutions of the meeting. I never was an admirer of Gl. Smith, he is an old inefficient man, and I firmly believe he would have said and done nothing, if the matter was held out of his osten sihel official knowledge. But in the fix he was placed in by the resolutions of the meeting he obviously could not set otherwise. Our filibusters taxed him, it appears to me, just as I do and did not care a great deal for this threats, especially as they knew very well, that he had not a sufficient force to enconte it against a thousand well armed men. Filibus tors had still all their way, when four days after the meeting our friend Ulrich arrived here, just from the seat of war.  His account of the affair was an entirely different one, and you will find it substantially in the enclosed letters of Colonel Seegberg. You will perceive, that it is a base lie, that the fili busters were attaked by 750 men most Indians aided by Mexicans   a fabrication intended to excite the old hatres of the Texans against Mexicans  that the Texans were routed, and that Piedras Negras far from being burnt to protect the reccessing  a tate which I never had had belive, because it was not circum stantiated  was _illiaged and baset down from pure vandalism. Good many of the filibusters have already been seen by reliable informants with things got at Piedras Negras such as silver spoons, saddles, blankets pp. And the Commander of Fort Duncan, protected those robbers!! The account of Ulrich given in his usual fairless and convincing manner and aided by the popularity he so de_er__dly enjoys with the honest of all  (page) and logically must become what all our lawyers are: wor shipper of the ruling powers: for this reason I prefered alrea dy in 1840, when the most flettering invitations were made to me to settle as a lawyer in different cities, the  appointment as judge by the King of Prussia with no salary, to the a the call as lawyer by a more ty rannical despot. And when the morn of our revolution dawned hundred of young judges with me rushed to the side of the people, but almost not a single or very few lawyers. You will tell me, that I have no confidence in my principles? Yes, my friend, but the alternation will be thus: either I am a common place lawyer, than I may have practice, but I would feel unhappy, or I would become, what I was here a lawyer, who tells parties, inclined to law suits, that most of them are fools, who throw hundred dollars in the lawyers pocket to gain fifty dollars after a year annogance,  and could starve as a lawyer. I fear, that I may be mis understood by you in stating my foregoing reasons, but I want you to remember, that I sacrified everthing in my fatherland to become independent and to save my selfrespect and the respect of my fellow citizens, and that I cannot give up one particel of my convictions now without loosing at least the former.  Allow me to introduce to you Mr. Tenturies of this city, whom I recommend to you as neartely as possible. Although he is a beginner in business, he proclaims petticly his opinions which coincide with ours. He has a flowerishing faisiness here and wants to buy in N.Y., where I beg you to procure him  (page) those benefits, which you mentioned to me in one of your former letters. My wife in anticipation of the pleasure to receive you in our villa at Hoboken sends you her regards, and I beg you to retain those in estimable proofs of friendship which are re__aled in your last letter to your friend
 C:N: Riotte

I dont need to tell you to be very careful in making communications to public papers. The letter of Longberg I was not able to procure as it will be printed to morrow. You shall have it with next mail.
 Your
 R.

Chronological letter file of C.N. Riotte to Frederick Law Olmsteadt
Library of Congress File


14.12.1855 the New German Colony in Mexico

16.02.1856 published in Neu Braunfelser Zeitung (englisch)

The New German Colony in Mexico

The plan which has been repeatidly mentioned concerning mainly the German immigrants from the United States, in which they intend to establish a German colony in Mexico has the possibility of great significance. A population of industrious and enterprising people will be brought in to Mexico. A people, assuming that the number of German immigrants is sufficient, that offer security, at least more security than Mexico has ever experienced before against Indians raids and party revolutions. The Mexican government has granted the German immigrants land, yet there are obstacles, just as their had been in the past to other foreigners. The Mexican government is generally opposed and is sidestepping the issue. If the Mexican government attains their objective through the German borderland colonisation than we can view this venture, aside from the spiteful attitude which would be cast upon the German people, not as disadvantageous for the United States. Simply because it was not conducted on an official, governmental level.
What can the United States begin, with an uneducated Mexican population that for the most part is composed of Indians that can’t even understand Spanish. A people that are so indolent that they just barely plant enough corn, beans, bananas, and spanish peppers to sustain their liulihood. Our wild Indians even have a larger universal comprehension than they do. To them the salvation of christianity is nothing more than a sacrificial ritual where by conveniently chickens are butchered instead of humans. These Indians are under the despotism of their priests, who have to be taken in consideration with the purchase of the land, mainly because of their enormous amount of possessions and their power which could be extremely dangerous and their power which could be extremely dangerous to the United States; unless the laws are dutifully enforced.
- Considering everything, the German colonisation in Mexico, if the the most part it succeeds, is probably a greater risk and hazardous untertaking for the German colonists, than for either Mexico or the United States. In any case this untertaking is one of the most interesting experiences for the United States. For its sake we believe we are not harming our readers interest by printing and sharing the unshortened version of Herr Riotte’s somewhat long documents.
His excelleny expressed orally a desire for a contract to be presented to him whereby all of the undersigned will have the honor to compile a draft of the major points; stating in their opinion facts which will encourage, enlighten, and promote German immigration. We cannot do this for certain without previously allowing ourselves to posively and precisely define the situation, which his excellency and the undersigned must contemplate just like the question itself. It seems even more essential, since it was unavoidable by our entry into Mexico that our position and specified purposes were in some respects misunderstood. I harms the whole cause and could be prejudical to our work. In the last 2 years we have especially tried to designate certain points to his excelleny, which we feel are important, because of our years of experience and thorough examination of the German national character on both sides of the Atlantic Ocean. To attract a plentiful and healthy German immigration here these points are important, and without a doubt his excellency is aware of them. It is in this public sense and also a heartfelt personal matter to some, to be able to assist and contribute to the 4-5 million Germans, who immigrated to Mexico. The Germans here are anxiously awaiting any information concerning the welfare and fate of the German immigrants on the other side of the Rio Grande River. It is because of these feelings that we respectfully submit to his excellency a draft outlining certain points worth consideration. After mature deliberation we are confident that his excellency will reply and recommend it to the highest officials. We have noticed however that some points do requeire modification others could be omitted or perhaps it may be advantageous to intirely change them. Some points such as complete religious freedom which is the binding principle in our plan is in our judgement the single most important point and is indispensable. Removal or limitation of this point would have to be viewed to a certain extent as spoiling our plan. We don’t claim to have discovered this principle. It is much more to the point that the US which up to now has been unheard of in world history, has had a peaceful immigration that saturated such a horrendously large western territory, even larger than the republic of Mexico. We are assured that the liberal following of this principle will result in similar results for this beautiful land. Signed with the umost respect your excellency

C.N. Riotte
G. Frauenstein

Monterey, 14th Dec 1855


14.12.1855 Die neue deutsche Kolonie in Mexiko

San Antonio Zeitung

Die neue deutsche Kolonie in Mexiko.

Der von uns schon mehrfach erwähnte Plan von deutschen Auswanderern, zuvörderst aus den Vereinigten Staaten, in Mexiko eine deutsche Kolonie zu bilden, kann von großer Bedeutung werden. Für Mexiko, in dem eine fleißige und unternehmende Bevölkerung in dasselbe eingeführt wird, eine Bevölkerung, die gegen Indianereinfälle und gegen inländische Parteirevolutionen mehr Sicherheit bietet, als bisher in Mexiko stattfand; vorausgesetzt, daß diese deutsche Einwanderung dazu zahlreich genug ist. - Wenn die mexikanische Regierung, wie sie früher schon mehreremale bei Grantbewilligungen an Fremde ausgesprochen hat, auch bei der jetzigen Landbewilligung an Deutsche die Absicht haben sollte, nebenbei dem Vorbringen der Angloamerikaner einen Damm entgegenzusetzen und wenn sie diesen Zweck wirklich durch eine deutsche Kolonisation von Grenzländereien erreichen sollte, so können wir ein solches Unternehmen, außer dem gehässigen Lichte, welches es auf die deutsche Bevölkerung in den Vereinigten Staaten werfen würde, durchaus nicht als nachteilig für die Vereinigten Staaten betrachten./Was könnten die Vereinigten Staaten mit der ungebildeten amerikanischen Bevölkerung anfangen, die größtenteils aus Indianern besteht, die noch nicht einmal Spanisch verstehen, wieso indolent sind, daß sie grade nicht mehr Mais, Bohnen, Bananen und spanischen Pfeffer bauen, als sie notdürftig zu ihrem Lebensunterhalt gebrauchen, deren Ideenkreis enger ist als der unserer wilden Indianer, bei denen das Christentum mit seiner Erlösungsidee weiter nichts ist als ein Sühneopferdienst, bei denen gelegentlich noch statt Menschen welsche Hühner geschlachtet werden. Diese Indianer stehen ganz unter der Despotie ihres Pfaffen, welcher letztere im die Vereinigten Staaten kann auch bei einer Landerwerbung in Mexiko mit in den Kauf nehmen müsste und ihnen ihre ungeheure Besitztümer, durch deren Macht sie den Vereinigten Staaten besonders gefährlich werden könnten, durch die Gesetze erst recht sichern müssten. - Alles erwogen ist wohl die beabsichtigte deutsche Kolonisierung in Mexiko, wenn sie in großem Maßstab gelingt, wohl weniger für Mexiko oder die Vereinigten Staaten als für die deutschen Kolonisten selbst ein gewagtes ungewisses Unternehmen. Auf jeden Fall ist aber dieses Unternehmen eines der interessantesten neueren Erlebnisse, in den Vereinigten Staaten und wir glauben keineswegs gegen das Leserinteresse unserer Leser zu fehlen, wenn wir ihnen und verkürzt die von Herrn Riotte in der San Antonio Zeitung publizierten, ziemlich langen Dokumente, dieses Unternehmen betreffend, mitteilen.

Seiner Excellenz
dem kommandierenden Generale des Nordheeres, Herrn Santiago Vidauri.

Eurer Exzellenz
möglich uns gegenüber ausgesprochenem Auftrage gemäß bei ihrem sich die unterzeichneten in der Anlage eine Zusammenstellung diejenigen Punkte ihnen vorzulegen, auf deren Berücksichtigung des ihrem Ermessen nach bei den beabsichtigten Maßregeln zur Ermutigung und Beförderung der Einwanderung von Deutschen vorzüglich ankommen dürfte. Wir können dies nicht tun, ohne zuvor uns zu erlauben, bestimmt und genau die Stellung zu definieren, welche die unterzeichneten eurer Exzellenz gegenüber, sowie der Frage selbst, einnehmen. Das scheint dies umso notwendiger, als es uns seit unserem Eintritt in Mexiko nicht entgangen ist, dass diese Stellung und unsere dadurch bedingten Absichten, allgemein auf eine Weise missverstanden worden, die der Sache selbst schaden, und unseren Bestrebungen nachteilig sein könnte.

Es ist eurer Exzellenz ohne Zweifel bekannt, dass innerhalb der letzten zwei Jahre (Spalte) unter der Eingeborenen Bevölkerung der Vereinigten Staaten Nordamerikas ein Geist des Hasses und der Intoleranz gegen die eingewanderte Bevölkerung erwacht ist, der zu den bedauerlichen Erscheinungen politischer Unduldsamkeit in den sozialen Beziehungen wie legislatorischer Tätigkeit, ja selbst zu reichlichem Blutvergießen geführt hat.
Es ist nicht unsere Sache, auf die historische Berechtigung dieser Erscheinung einzugehen, das genügt für unseren Zweck die Tatsache angeführt zu haben unter der eingewanderten Bevölkerung der Vereinigten Staaten nimmt die deutsche durch ihre Zahl, ihre Bildung, ihre geistige wie materielle Tätigkeit, eine hervorragende Stellung ein, und auf sie musste die angedeutete Erscheinung einen umso peinlicheren Eindruck hervorbringen, als ein großer Teil desselben seine alte ewig unvergessliche, schöne Heimat nur verließ, um unter freisinnigen, republikanischen Konstitutionen zu leben, freilich nicht als geduldete und wertvolle Arbeitstiere, sondern als gleichberechtigte, am Staatsleben sich innig beteiligende Bürger eines Freistaates.
Die Mehrzahl der Deutschen der Vereinigten Staaten steht, mehr oder weniger bewusst, auf dem hohen Standpunkte eines fortgeschrittenen Humanismus, eines praktischen Kosmopolitismus, und wenn sie die politischen Institutionen der Vereinigten Staaten auch gerade nicht als eine Utopia, viel mehr, wie deren großer Gründer, als bildungsfähig und je nach den Anforderungen des Nationalbewusstseins als bildungsbedürftig ansah, so konnte sie billig erwarten, das ihr - wer es überlassen war, die ungeheueren Oeden der westlichen Staaten mit den Pionieren der Civilisation zu bevölkern und lachende Felder, glückliche Familiensitze zu schaffen, wo gestern noch die Indianer den Büffel jagten - auch das Recht zustände, ein Wort mitzusprechen, wenn immer es auf die öffentlichen Angelegenheiten der Nation ankommt.
Die vorher angedeuteten nativistischen Bestrebungen und Akte politischer wie sozialer Intoleranz haben die deutschen der Vereinigten Staaten belehrt, daß dem nicht so ist; und entrüstet über den Undank einer Nation, der sie seit Jahren Millionen vermögender, gebildeter, arbeitsamer, bescheidener und nüchterner Mitbürger zugeführt, warfen sie ihre Blicke um sich, um auf diesem Kontinent für ein Land zu finden, das ihnen mit den unverkennbaren, materiellen Vorteilen der Vereinigten Staaten, neben ungeschmälerter Denkfreiheit, politischer Gleichberechtigung nicht nur im geschriebenen Buchstaben, sondern auch praktisch gewähre - ein Land, das empfänglich ist für den Segen menschlicher Tätigkeit, und das dieser Tätigkeitsbedarf - ein Land, wohin nicht nur sie auswandern könnten, sondern, um sie auch den durch die Verfolgung in den Vereinigten Staaten stockenden Strom der Einwanderung aus der alten großen Mutter der Nation - Deutschland - lenken könnten!

Seit fast einem Jahre beschäftigt sich die durch mehr als 100 öffentliche Blätter vertretener Tagesliteratur in den Vereinigten Staaten mit der Frage, wo dieses Land zu finden; und auch in dem benachbarten Texas ist dieselbe nicht nur der Gegenstand der öffentlichen Diskussion, sondern auch der eifrigen Privatbesprechung gewesen. Es war natürlich, daß dir Deutsch=Texaner unsere Blicke zunächst auf unseren Nachbarstaaten Mexiko - die Alte mit historischem Glanze umgebene Heimat der Azteken - richteten. Die zufällige Anwesenheit vom Colonel Langberg in San Antonio wurde Veranlassung, mit dieser kompetenten Autorität nähere Rücksprache über das Land und seine Bewohner zu nehmen, und es wurde beschlossen, die nördlichen Provinzen von Mexiko näher besichtigen zu lassen, sobald die damals verwickelte politische Lage eine Lösung gefunden. Nachdem dies durch Erwähnung euer Exzellenz zum kommandierenden Generale und Gouverneur der Staaten Nuevo Leon und Coahuila mit ausgedehnten Vollmachten geschehen war, und wie er durch die Güte des Colonel Langberg, der sich fortgesetzt eifrigst mit dieser Kolonisations-Angelegenheit beschäftigte, in Kenntnis gesetzt waren, das Euer Exzellenz seidenen desfallsigen Vorschlägen ein geneigtes Ohr geschenkt, beeilten wir unsere Abreise, umso mehr, als es uns nötig erschien, keinen Augenblick zu verlieren, sollte nicht der günstige Zeitpunkt zur Ausführung oder wenigstens zur Anbahnung eines so wichtigen und großartigen Unternehmens versäumt werden. Wir sind hergekommen, weder in der Absicht einer Landbewilligung als Empressarlos oder als Kolonisations=Unternehmer nachzusuchen, noch als die Beauftragten einer bestimmten Anzahl von auswanderungslustigen deutschen, um für sie und in ihrem Namenvorteile für einzelne zu erlangen. Nein! Die langwierige und vielseitige Kolonisationsgeschichte der Vereinigten Staaten hat bis zur Evidenz erwiesen, daß diese drei Wege nicht nur nicht geeignet sind, eine zahlreiche und dauerhafte Ansiedlung herbeizuführen, sondern daß sie die unerschöpfliche Quelle von Streitigkeiten, Prozessen und in letzter Instanz von beschwingte Lungen von Vielen durch Wenige ist.
Wir sind vielmehr erschienen, um eines Teils den auswanderungslustigen Deutschen der Vereinigten Staaten ein möglichst objektives und getreues Bild des Landes und des Volkes der beiden Staaten Nuvo Leon und Coahuila zu geben, auf Grund dessen jeder Einzelne Deutsche sich die Frage beantworten kann, ob es für ihn zweckmäßig ist, hierher auszuwandern, und um andererseits die hiesigen Behörden und (Spalte) Euer Exzellenz insbesondere auf diejenigen Punkte aufmerksam zu machen, die wir aus langjähriger Erfahrung in Amerika und gründlicher Beobachtung des deutschen Nationalcharakters diesseits und jenseits des atlantischen Ozeans für notwendig halten, um eine zahlreiche und gesunde Einwanderung von Deutschen hierher zu lenken. Es ist in diesem Sinne und allein als Private, - denen es am Herzen liegt, etwas zur Lösung der die Vereinigten Staaten von Nordamerika jetzt billigenden großen Fragen der über das Schicksal der eingewanderten 4-5.000.000 Deutschen beizutragen - und deren berichten viele Deutsche jenseits des Rio Grande mit Spannung entgegensehen, daß wir uns erlauben, euer Exzellenz die anliegenden Punktuationen mit der Gehorsams in Bitte vorzulegen, derselben euer Exzellenz reiflicher Erwägung nicht zu versagen, und dieselben eventuell beantwortend den höchsten Behörden zu empfehlen. Wir bemerken dabei jedoch, dass manche Punkte einer Modifikationen unterliegen, andere jedoch vielleicht eine Weglassung oder vollständige Veränderung erfahren können, dass aber gewisse Punkte, wie zum Beispiel die über vollständige Religionsfreiheit und das unsern ganzen Plan durchziehende Prinzip der selbstständigen Einzeleinwanderung unseres Ermessens so unumgänglich sind, daß mit ihrer Beseitigung oder auch nur Beschränkung unser Plan wenigstens alles fallen gelassen angesehen werden müsste. Für dieses Prinzip nehmen wir keineswegs das Verdienst der Erfindungenanspruch, es ist vielmehr dasjenige, durch welches in den Vereinigten Staaten von Nordamerika die bisher in der Weltgeschichte unerhörter Tatsachen bewirkt wurde, dass eine friedliche Einwanderung ein so ungeheures Ländergebiet, größer als das der Republik Mexiko - den Westen der Vereinigten Staaten - ein füllen konnte. Die liberale Befolgung dieses nämlichen Prinzips aber wird, wir sind davon überzeugt, ähnliche segensreiche Resultate für dieses schöne Land herbeiführen.

Mit größter Hochachtung zeichnen
alle Exzellenz
(gezeichnet) C.N. Riotte
G. Frauenstein
Monterey, d. 14 Dec. 1855


14.12.1855 Regierung des souveränen Freistaates Neu=Leon

Grundlage für die Kolonisation der Deutschen im Staate Neu=Leon, abgeschlossen zwischen dem Herrn Santiago Vidauri, Gouverneur, und den Herrn Carl N. Riotte und Gustav Frauenstein.

1) die Regierung des Staates tritt für die Kolonisation von deutschen diejenigen 29, im Gerichtsbezirk der Stadt Lampazos gelegenen Quadrat-Leguas ab, welche demselben zur Begründung einer Civilkolonie vom Herrn Gregorio de Mier y Teran geschenkt worden.

2) Fünf dieser Leguas sind ausschließlich zu einem Stadtbezirk bestimmt. Ein von der Regierung ernannter Feldmesser Wert dieselben aus und sieht darauf, daß die Viertel (Blocks) 100 Varas nach jeder Seite haben, und die Straßen 20 Varas breit sind.

3) derselbe Feldmesser bestimmt einen angemessenen großen und kleinen öffentlichen Platz, und bezeichnet die passenden Stellen zur Errichtung der Kirchen, des Rathauses, des Gefängnisses und der öffentlichen Schule.

4) von den vier Baustellen (Lots), je 50 Varas im Quadrat, die jedes Stadtviertel enthält, werden 3 den deutschen Ansiedlern und die 4. den mexikanischen zugeteilt.

5) Der genannte Feldmesser fertigt zwei Exemplare von der Zeichnung des Stadtbezirkes an, wovon er das eine der Regierung des Staates übergibt und das andere dem Archive der jenigen Ortsobrigkeit, welche die Vermessung beglaubigt.

6) Nachdem der Stadtbezirk in der angegebenen Weise bezeichnet worden, wird der bewässerte Teil in 800 gleiche Teile abgeteilt, wovon 500 für die Deutschen, 250 für die mexikanischen Ansiedler und 50 zu öffentlichen Zwecken bestimmt sind. Der übrige, nicht bei bewässerbare Teil des Stadtbezirkes ist Gemeineigentum der Kolonie.

7) Die übrigen 24 Leguas (unbewässerbares Land) werden unter die Ansiedler beider Nationalitäten, nach dem in der vorhergehenden Grundlage angezeigten Maßstabe verteilt.

8) Die Vermessung des unbewässerbaren Landes (des Stadtbezirkes) der zur allgemeinen Benutzung der Bevölkerung bestimmten Anteile, sowie das Gemeineigentum, geschieht auf Kosten der Regierung des Staates; aber die partielle Vermessung desjenigen, was jedem einzelnen Individuum zukommt, bezahlen, als sie allein angehend, die Betreffenden.

9) Es ist ferner die Obliegenheit der Ansiedler, die gehörige Wasserleitung herzustellen. Diese Obliegenheit verteilt sich unter ihnen und dem Gemeindeeigenthum nach Verhältniß des Landes, welches sie besitzen.

10) Wenn nach Vollendung dieser Arbeiten, wie leicht möglich, sich neue Ansiedler melden, so sollen dieselben zugelassen werden; aber um in den Genuss des Wassers, des entsprechenden Anteils bewässerbaren und unbewässerbaren Landes einzutreten, sollen sie vor erst denjenigen Teil der Unkosten der (Spalte) Wasserleitung und der partiellen Vermessung der angedeuteten Ländereien entrichten, welches sie verhältnismäßig trifft.

11) Streitigkeiten zwischen zwei und mehreren Ansiedlern über die Zuteilung eines bestimmten Landstückes werden durch das Loos endgiltig entschieden.

12) Jedem Individuum, männlichen oder weiblichen Geschlechtes, sofern es 17 Jahre zurückgelegt hat, wird ein Anteil im Stadtbezirk und sein betreffender Anteil in dem unbewässerbaren und Gemeinland gegeben.

13) Die Ansiedler können ihre Ländereien und ihren Wasseranteil während der ersten drei Jahre seit ihrer Besitznahme nicht verkaufen. Diese Einschränkung gilt nicht für die Ländereien und die Wasserberechtigung des Gemeindeeigentums, welche durch die Ortsobrigkeit unter der einzigen Beschränkung veräußert werden können, so viel zurückzubehalten, um die Gemeindeunkosten zu bestreiten.

14) Diejenigen Ansiedler, welche ihr Eigenthum öde liegen lassen, und nicht innerhalb eines Jahres, nachdem es ihnen zugemessen worden, nach ihren Kräften der Bauern, verlieren ihr Anspruchsrecht, und die betreffende Obrigkeit kann dasselbe irgend einem anderen zu teilen, der sich verbindlich macht, es anzubauen.

15) Frauen, die sich mit Ansiedlern während der ersten 3 Jahre nach Gründung der Kolonie verheiraten, erlangen ein Eigentumsrecht auf die Hälfte der Wasserberechtigung und des Landes, welche den Ansiedlern zugeteilt worden, und letztere können unter keiner Bedingung den ihren Frauen in diesem Artikel zugesprochenen Anteil verkaufen, es sei denn mit deren ausdrücklicher Einwilligung und unter Beobachtung der Formalitäten, welche Gesetze zu dem Ende vorschreiben.

16) Wenn ein deutscher Ansiedler stirbt, ohne in der Kolonie Notherben zu haben, so wird sein Tod während sechs Monaten in Zeitungen der Vereinigten Staaten und Deutschlands veröffentlicht, damit diejenigen, welche Rechte an seinem Nachlass zu haben glauben, innerhalb dreier Jahre dieselben geltend machen. Nach Ablauf dieser Frist bleiben diese Erbschaften im allgemeinen den mexikanischen Gesetzen unterworfen.

17) Die Deutschen werden als mexikanische Bürger von dem Augenblicke an betrachtet, wann sie den Boden der Republik betreten, unter der Bedingung, daß sie vor der ersten Ortsobrigkeit der Kolonie ihren bisherigen Untertanen Verhältnisse abschwören, um sich den Gesetzen des Landes unterwerfen.

18) Die Deutschen und die amerikanischen Ansiedler bleiben für die ersten drei Jahre von der Gründung der Kolonie an von allen Arten von Steuern frei; ebenso vom Kriegsdienste, außer im Falle einer feindlichen Invasion, oder eines einen Falles von Indianern; in diesem Fall bilden sie augenblicklich ihre Nationalgarde und die deutschen Führer gebrauchen das Kommando in ihrer eigenen Sprache.

19) Das Land der Ansiedler, ihre Verbesserungen, ihr bewegliches Eigenthum, und von ihrem Vieh 4 Kühe, 2 Joch Ochsen, 1 Pferd, so wie ferner die für ein Jahr nötigen Lebensmittel der Familie und Futter für die bezeichneten Tiere können niemals in irgendeiner Klasse von Abgaben oder Schulden gepfändet werden.

20) die Maschinen, Werkzeuge, Vieh, Gerätschaften und Kleider, welche die deutschen Einwanderer in die neue Kolonie einführen, sind frei von allen Zöllen.

21) Sie sollen nicht belästigt werden in der Ausübung ihrer Religionsbekenntnisse.

22) In dem für die Mexikaner bestimmten Ländereien sollen die gegenwärtigen Bewohner der Kolonie bevorzugt werden und die Regierung wird Sorge tragen, daß sowohl ihr gegenwärtiger Landbesitz vermehrt, als auch ihre Häuser und ihr schon angebautes Land beachtet werde.

Monterey, den 19. Dec. 1855

(gez.) Santiago Vidauri.
C.N. Riotte.
Gustav Frauenstein.

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16.01.1856 He didn’t do it.

To the Editor of the San Antonio Herald:
Dear Sir: In your number of January 9th, I notice an article under the heading of „Scaring them off.“ which I cannot let pass without some remarks, which I beg you to publish:
1. the only speaker at that meeting was me.
2. I did not warn Polish or other immigrants from settling in this country.
3. I did not intimate, even to a visionary, that Know-Nothings were liars and thieves and they they would take from foreignes every thing they had.
4. I did not advise any body to go to Mexico.
5. I did not say, that arrangements had been made for the purchase of large tracts of land for the settlement of European immigrants.
    You will perceive from this, that your informant is, to say the least, very noreliable. What I did say, you can see from the San Antonio Zeitung. You are of course at perfect liability to speak of model reformers, wild theorists, etc, etc. and it may pay to do it; but I will say so mch, that among my wild theories are two, which I would recommend to your kind consideration:
1. Never to give a public opion on the intentions of any man without having heard them uttered by himself; and
2. Never to „intimate“ any thing without good information.
Respectfully
C.N. Riotte

    In justice to Mr. Riotte we give the above. And assure him, that in announcing, last week, that a meeting of Germans and others had been held at Vaux Hall Garden, we did not know that he was the individual alluded to, as the speaker on the occasion. Had we known this, we should not have made the statement upon street rumor. But even had Mr. Riotte made use of the language attributed to him, it would not have lowered him any in the estimation of the Americans; for it would have lookep upon as an effort in behalf of the American cause. We should not have know that such a meeting had been held, had it not been proposed that the American party be called together to vote the speaker on that occasion a medal, as an evidence of our appreciation of his efforts in behalf the American cause.
    Without his advice, Mr. Riotte will find that we never make statements in regard to matters of serious import, without reliable data.

San Antonio Herald. (San Antonio, Tex.), Vol. 1, No. 39, Ed. 1 Wednesday, January 16, 1856. San Antonio, Texas. The Portal to Texas History. http://texashistory.unt.edu/ark:/67531/metapth179512/.


17.01.1856 Olmsted to EE Hale

„Did you ever make out anything for publication from Riotte’s letter & documents about the Piedras Niegras invation. I have not had time to do anything with it and have been hopin to see your article & get them here to copy it.“

source: American University

18.01.1856 Letter to Josef Weidtmann of meeting with Vidauri

Deutsches Zentralarchiv, Abteilung Merseburg, Bildstelle
Ministerium des Innern, II. Abteilung
Acta betr. die aus der Stadt Elberfeld eingegangenen Polizeiberichte
Stadt Elberfeld, Polizei- Fach: No 7
7. November 1856

Wochenbericht der Polizeidirektion für Elberfeld und Barmen pro 1856, Seite 92
    22. Elberfeld, Köln: W(ochen)B(ericht) pro 1856 No 34:
Was die hier mitgeteilte Erzählung über das Thun und Treiben der in Amerika lebenden deutschen politischen Flüchtlinge anbelangt, so soll dieselbe zwar diesseits im allgemeinen nicht als erdichtet bezeichnet werden, was jedoch den darin erwähnten ehemaligen Landgerichtsassessor Riotte anbelangt, so dürften die anliegenden abschriftlichen Schreiben desselben an seinen hier wohnenden Schwager dieselbe für seine Person entkräften und den Beweis liefern, daß er längst von dem in den Jahren 1848/1849 gefallenen politischen Wahnsinn völlig geheilt und zur Erkenntnis gekommen ist, daß es in unserem Staate sich besser lebt als in dem leider nur zu viel gerühmten freien Amerika und es ihm daher wohl nicht mehr einfallen wird, sich einen politischen Einfluss verschaffen oder sich als Führer irgendeiner republikanischen Partei geriren zu wollen.

Hirsch

18.01.1856 Brief an Josef Weidtmann

San Antonio den 16. Januar 1856

Mein lieber W.
    Deinen lieben Brief vom 23 August vorigen Jahres fand ich hier vor, als ich am 4. des Monats von meiner Reise nach Mexiko zurückkehrte. Ehe ich jedoch auf diesen Gegenstand näher eingehe, laß mich Dir, der guten Gretchen und Mutter einen herzlichen Glückwunsch zum neuen Jahr zu rufen. Ihr wisst welchen innigen Antheil wir an Euch nehmen und ich denke immer, wie wahr des Dichters Worte sind:

Das Alte fällt, es ändert sich die Zeit,
und neues Leben blüht aus den Ruinen!

    In der Anwendung auf Eure und meine Ehe. Aus den Ruinen meines dortigen Haushalts blühte der Eure auf, und so verfolgen denn auch meine gute Anna und ich dessen Gedeihen mit wahrhaft elterlichen Gefühlen; war ja doch Gretchen so lange bei uns, daß sie gleichsam unsere Tochter geworden war! Aber unser innigster Wunsch, einmal wieder mit Euch vereinigt zu sein, wird wohl unerfüllt bleiben! Möge es deshalb Euch recht wohl gehen, damit uns wenigstens der Gedanke bleibt, daß Ihr glücklich seid!
    Meine Anna hat Euch gesagt, das ich am 12. vorigen Jahres nach den beiden mexikanischen Staaten Conhuila und Neu Leon abreiste. Die ganze Reise - über 1000 Meilen - machte ich zu Pferde, meistens des Nachts im Freien schlafend, den Sattel als Kopfkissen, eine Decke unter und eine über mir, und doch war ich auch nicht eine Viertelstunde nur unwohl, selbst als mein Begleiter und ich die letzten 10 Tage gegen einen schrecklichen Nordsturm (den kältesten, an den sich die ältesten Leute erinnern) reiten und des Nachts im Freien schlafen mussten. Ich schicke Dir mit diesem Briefe zugleich ein Blatt der San Antonio Zeitung, welches den Vertrag mit Gl. Vidaurré[1] und die von uns ihm übergebene Denkschrift enthält, und werde Dir auch die folgenden Blätter, welche meinen Reisebericht enthalten werden, zusenden; Du kannst alles, oder soviel als Dir zweckmäßig scheint, auf jede Dir dienlich scheinende Weise veröffentlichen. Jedenfalls bitte ich Dich alles darauf Bezügliche auch an C.H. gelangen lassen zu wollen. Wenn Du bedenktest, daß Mexiko bis jetzt der Einwanderung ganz verschlossen war, oder dieselbe doch nur den Katholiken gestattete, daß selbst die preußische und englische Gesandtschaft dort keinen protestantischen Gottesdienst feiern dürfen, daß die Idee der Heimstätte, die Rechte der Frau an derselben, der Unveräußerlichkeit, der Unpfändbarkeit derselben den Mexikanern ebenso fremd war, wie die, daß die Kolonisten vom Augenblicke, wo sie den Boden von Mexiko berühren, Staatsbürger sind, so mag Dir allerdings, was wir erreichen, bedeutend erscheinen. So wird es allgemein auch hier angesehen, und schon bereiten sich viele vor, nach Mexiko zu gehen, um selbst sich die Verhältnisse und Land anzusehen und eventuell sich dort anzusiedeln. Ich wurde während der kurzen Zeit meines Aufenthalts in Monterrey mit Gl. Vidaurreé sehr genau bekannt. Er wünschte sehr, daß sich da bleiben solle, in welchem Falle er mir eine Stellung - nur unter ihm - für 3000 $ jährlich anbot. Zum Verständnis dieses muss ich Dir bemerken, daß die kommandierenden Generäle für die einzelnen Staaten in Mexiko zugleich Civil-Gouverneure sind, daß aber Gl. Vidaurreé überdies vom Volke der beiden oben genannten Staaten, als er sich als der erste sich gegen den Präsidenten Santa Anna erklärte, mit quasi diktatorischen Gewalten bekleidet wurde. Mir hat das mexikanische Volk und noch mehr das Land gut gefallen, und unübertrefflich schön ist namentlich die Lage der Stadt Monterrey und das Klima herrlich. Winter ist wenig oder keiner dort, was daraus erhellt, daß die Orangenbäume in den Gärten wie in Trier die Apfelbäume stehen und 50 Apfelsinen - als wir da waren - circa 10 Silbergroschen kosteten, doch soll die Hitze im Sommer nicht größer sein als hier.
    Wenn ich nicht irre, habe ich Dir schon in meinem letzten Brief mitgetheilt, daß ich entschlossen wäre, San Antonio jedenfalls zu verlassen und entweder nach New York, Frankreich oder Mexiko auszuwandern. Nach ruhiger und reiflicher Überlegung halte ich letzteres für das Beste. Die Gründe, welche mich bestimmen, diese Stadt, den Süden insbesondere und womöglich die Vereinigten Staaten zu verlassen, sind vor allem die aller ehrliebenden Deutschen in diesen Staaten; daß dieselben besonders bei mir wirksam sind, liegt wohl teils in dem Umstande, daß ich seit meinem Hiersein als eine Art Führer der Deutschen in ihrem Kampfe gegen die ungerechtfertigten Prätentionen der Amerikaner betrachtet wurde und anderntheils in meinem unvertretbaren Hasse gegen die Sklaverei, noch mehr aber in meinem Hasse gegen den amerikanischen Nationalcharakter; dieses Gemisch von Anmaßung, Heuchelei, Gemeinheit, Rohheit, mit dem äußeren Firnis eines Gentleman überzogen. Nie in der Geschichte hat es eine größere Ironie auf eine demokratische Republik gegeben als diese; weil trotz der demokratischen Verfassung sie eine Oligarchie geworden sind, die Oligarchie der Sklavenhalter und der Ämterschwindler. Bis zu welchem Grade diese beiden Klassen die Vereinigten Staaten zu ihrem Vorteile ausbeuten, ist selbst einem Europäer nicht klarzumachen, weniger noch auf welch unverschämte Weise es geschieht, am wenigsten aber, daß das Volk es duldet und diese Ämterschwindler nicht Mann für Mann hängt. Die Ämterschwindelei ist in ein konsequentes System gebracht, vollständig und allseitig ausgebildet wie der Katholizismus. Wohl mag es im Norden der Vereinigten Staaten etwas besser sein, und habe ich die Bekanntschaft einiger Männer von dort gemacht, die wirklich auf einem europäischen Standpunkt stehen, und mit denen ich auch im Briefverkehr stehe. Doch, wer zählt sie alle, nennt die Namen der Gründe, die einen anständigen Deutschen zwingen, dieses Land zu verlassen? Alles was wir und Ihr in Deutschland über Amerika gelesen, ist absichtliche Entstellung oder aber von Leuten geschrieben, die wegen ihres kurzen Aufenthaltes oder ihrer geistigen Unfähigkeit nicht im Stande waren, den undurchdringlichen Schleier der Heuchelei zu lichten.
    Es würde die notwendigen Grenzen dieses Briefes überschreiten, wollte ich alle die Gründe angeben; ich hoffe, später die Zeit zu finden und in einer kleinen Flugschrift anzugeben: Warum ich die Vereinigten Staaten verließ!
    Alles ist auf Betrug abgesehen, wenn auch im einzelnen Falle die Zeit, um ihn zu spielen, noch nicht gekommen sein mag. Touristen antworten, aber in Deutschland kommen auch Betrügereien vor. Das ist wahr, wenn das Gesetz diese nicht erreichen sollte, brandmarkt sie wenigstens die öffentliche Meinung. Das ist hier nicht so. Da das ganze individuelle und öffentliche Leben auf Betrug und Heuchelei beruht, wird nur der ertappte Betrüger für einen solchen gehalten. Gurgelschneider, Spieler, Diebe, Frauenschänder, Vergifter, Betrüger gehen einfach einige Grade weiter nördlich oder südlich und werden dort wegen ihrer smartness bald die Hauptmänner, denn ein smartman ist, wie mir gestern noch ein redlicher Amerikaner versicherte, ein Mann, der thut, was ein ehrlicher Mann (thut) and a thundering side more.
    Ich war früher immer versichert worden und habe es selbst geglaubt, daß abgesehen von den öffentlichen und sozialen Verhältnissen Jedem, der arbeiten wolle, Gelegenheit geboten wäre, sich eine unabhängige Existenz zu verschaffen und so wenigstens im engen Kreise glücklich zu sein. Aber auch das ist eine Lüge und wahrlich keine der kleinsten. Abgesehen von Ackerbau und Viehzucht kann niemand sein Leben machen, ohne sich bei jedem Schritte der Aufgabe seiner Grundsätze zu unterwerfen, und selbst der Ackerbau muss darunter leiden. Hier im Süden muss man entweder zur hundsföttischen demokratischen, eigentlich Sklavenhalterpartei gehören, oder zu den erbärmlichen Nichtswissern, und es gibt kein größeres Verbrechen als ein freier Mann und Republikaner zu sein. Alle Blätter speien den Geifer ihrer Gemeinheit über ihn und rufen dem Mob zu, den Verruchten zu kreuzigen, der es wagt, Ansichten auszusprechen, die einen Washington, Jefferson etc. unsterblich gemacht haben. Und diese Halbindianer, die nicht soviel wissen als durchschnittlich ein deutscher Quartaner, diese elenden, von denen ein großer Teil in jedem zivilisierten Staat der Welt am Galgen hinge oder doch wenigstens im Zuchthaus sich befände - diese Kerls wagen es, mit der souveränsten Verachtung auf aller Europäer herabzusehen, uns "arme Bettler und Sträflinge" zu nennen, sie wagen es, uns die durch die Constitution garantierten Rechte nehmen zu wollen, und wenn nichts anders mit dem Sixborder in der Hand, wie in Louisville und anderen Orten. Die Erbitterung unter den Deutschen ist allgemein, ja dringt bis in diejenigen Klassen, die sich um ihre Staatsbürgerrechte nie gekümmert haben und froh waren, wenn die Amerikaner regierten.
    Nur jene elenden Germanen, die sich ihres Geburts Landes und ihrer Sprache schämen, die glücklich sind, wenn sie die Arschkriecher irgend eines Amerikaners spielen können, jene Anbieter der Sklaverei, jene Speculanten, deren Aufgabe es seit einer Reihe von Jahren war, den Mainzer Verein um alles Land zu beschwindeln, kurz jene demokratischen Deutschen fühlen sich wohl und paddeln vergnügt wie Schweine im Schlamm ihrer Verworfenheit. Es ist schon mehrere Jahre her, daß ich keinen Anteil mehr an den öffentlichen Angelegenheiten nehme; ebenso thun es die besseren Amerikaner. Am schlimmsten sind auch hier die "Gothaer" daran, eine gerechte Strafe ihrer Nichtswürdigkeit!
    Kannst Du dich wundern, wenn unter solchen Umständen der Wunsch auszuwandern täglich mehr Ausbreitung findet und intensiver wird? Für mich speziell liegen noch andere Gründe vor; eine mehrjährige Erfahrung hat mich gelehrt, daß ein redlicher Mann hier auf keine Weise sein Leben machen kann. Zum Betreiben des Ackerbaus bin ich nicht stark genug, fremde Hülfe ist zu theuer, der Ertrag würde selber nicht decken, überdies kann ich auf dem Lande meine vielen Kinder (7) nicht erziehen, auch ist meine Anna aus manchen Haushaltungsgründen dagegen. Ebenso ist es mit der Viehzucht. Übernahme von Gouvernementscontracten sind nur dem möglich, der stets bereit ist, mit den Beamten Betrügereien auszugeben und den Sündenlohn mit diesen zu teilen; überdies gibt es dazu so viele ausgezeichnet qualifizierte Subjekte unter den Amerikanern, daß es einem dutchmen nur durch einen kaum erreichbaren Grad von Niedertracht möglich wird, die amerikanischen Corpetitoren überwiegen. Du wirst fragen: deshalb praktiziert zu nicht als Advokat? Du weißt es, noch besser aber Gretchen, daß ich schon in Deutschland einen unüberwindlichen Widerwillen gegen diesen Beruf hatte, selbst als ich in Saarbrücken und Trier glänzende Aussichten eröffnet erhielt, ich wollte lieber einen Despoten über mir haben als das Publikum; ich sage, daß auch der beste Mensch nach einigen Jahren Advocatenpraxis zur Aufgabe seiner Grundsätze gezwungen würde. Erinnere Dich (…) alle Einwürfe gegen diesen Stand sind hier in viel stärkerem Maße vorhanden. Es existiert hier keine öffentliche Moral, die den Schuft noch erreicht, und der Arm des Gesetzes zu kurz ist, und mit welchen Mitteln der Advocat seine Zwecke erreicht, ist ganz gleichgültig, wenn er nur gewinnt. Du siehst, daß auf diese Weise auf die Schlechtigkeit gleichsam eine Prämie gesetzt ist, und wo hätte ein amerikanischer Advocat je vor einer Schandtat zurückgebebt, wenn Geld oder Ruf damit zu machen war? Ferner sind die deutschen Advokaten wenigstens gebildete und wissenschaftliche Männer, aber die hiesigen werden Advocaten wie am Rhein die Bauernjungen, aus denen ihre Eltern durchaus nichts anderes machen können, Geistliche werden. Ein Kerl, der kaum lesen und schreiben, aber wie alle Amerikaner sehr gut rechnen kann, hält sich ein halbes oder wenn's hoch kommt ein ganzes Jahr auf dem Bureau eines Advocaten auf, macht ein lächerliches Examen, kauft sich einen Pariser Hut und schwarzen Anzug, und er ist Advocat. Er schreibt Artikel in die Schundparteiblätter, die ihn für ewig lächerlich machen müssten, erhält Reden, wofür er von irgend einem zivilisierten Publikum mit faulen Eiern beworfen würde kurz und gut: he is making money in some way or other! Da wäre wirklich nicht viel dagegen einzuwenden, aber wer so handelt, erhält keine Praxis, wer es sich zum Grundsatz macht, von schlechten Prozessen abzuraten, wird verlacht. Das Unerläßlichste aber, um in irgend einem Berufe etwas zu verdienen, ist, einer der korrupten Parteien und womöglich der herrschenden anzugehören, und da manchmal zweifelhaft ist, welche in einer Wahl die Siegende sein wird, so gehört eine feine Nase dazu, dies herauszufinden, obschon nach Ansicht der Amerikaner auch hierbei nichts verloren werden kann, indem nach der Wahl sie einfach zu siegreichen Partei übergehen.
    Wunderst Du dich noch, daß sich nicht praktiziere? Warum aber suchte ich nicht zu einem Amte gewählt zu werden? Weil Ämter nur an die Parteimänner gegeben werden, und weil man Amt nur mit Aufwand einer Selbsterniedrigung erlangen kann, deren ich unfähig bin, und mit Aufwand von Geld, das kein redlich veraltetes Amt ersetzt, das aber der Amerikaner tausendfach wiedergewinnt, indem für ihn jedes Amt nur das Mittel ist, um auf diese Weise Geld zu machen! Kannst Du glauben, daß Dein alter Gesinnungsfreund einen Augenblick zweifelhaft gewesen, was er zu thun hatte? Gewiß, Du kannst es nicht!
    Seit langem zog ich mich von allem zurück, meine gute Anna und ich beschränken unsere Aufgaben soviel wie möglich, die Zuges, ich zog es vor, als redlicher Tagelöhner in meinem Garten und Feld zu arbeiten, statt mit dem Bewusstsein eines Schuftes in der Welt gefeiert zu werden. Mein Charakter nahm gegen die äußere Welt eine umso größere Härte an, je strenger sich die Grundsätze in ihm ausbildeten, und der Gewinn meines innern Menschen entschädigt mich reichlich für den Verlust der äußern Welt! Gleichwohl sagte ich mir, das ich für etwas anderes in der Welt sei, als nur potätos zu ziehen und dergleichen und der Wunsch, meine Erfahrungen wie meine Grundsätze für die Menschheit nutzbar zu machen, war mein sehnlichster. Überdies sah ich wohl ein, daß bei der außerordentlichen Wertverringerung, welche die Ländereien seit mehreren Jahren erfahren, der der Unmöglichkeit dieselben selbst mit Verlust zu veräußern, ich täglich ärmer wurde, da ich so gut wie nichts mehr verdiente, so unternahm mich in meinem eigenen und im Interesse aller Deutschen die Reise nach Mexiko und bin entschlossen, sobald ich hier meine Angelegenheiten durch Verkauf meiner Farm ordnen kann, nach Monterrey überzusiedeln. Wollte ich dies jetzt erzwingen, so müßte ich unter den gegenwärtigen Verhältnissen an den beiden Farmen wenigstens 2500 $ von dem, was sie mir selbst kosten, verlieren. Dagegen ist viele Aussicht, daß sich der Grundwert innerhalb eines oder zweier Jahre nicht unerheblich steigern wird.
    In diesem Augenblick besitze ich (Abschrift endet hier leider.)


25.01.1856 letter to Fred. Law Olmstedt about the contract with Gen. Vidauri

San Antonio, January 25th 1856

Fred. Law Olmstedt

My dear Sir and friend!

Although I have no answer from you on two of my letters I will write you again and espacially with regard to some questions in your last letter to Douai, which he requested me to respond to. I am sorry to be compelled to reiterate my opinion already stated in my letters; that there is  no hope left for our designs. There can be no doubt, that the freesoil party in the West is, if not defunct, at least crushed down under the weight of slavery incriminations,  fear and the meaneness of the officeseeking democrats a mongst the Germans. There are only but a few left, who stick to the old banner, but we are scattered, discheatened by so much treason in our ranks and without means. None of us will ever give up our principles, but we have to move to other more congenial quarters. Perhaps the time will come again, I dont know if it will, and than time will have its leaders. In this moment and I should thinks, for some time to come, there is no hope.  Did it now require the whole force of the North to save Kansas, if it is saved? and we had to contend against the enemy upon his own ground singlehanded! We are beaten, but we shall, I expect, plant the banner of freedom somewhere else. All of us were deceived, gone in what you wold be able to do through your friends,  we in what we expected to realise by ours. We fought   (page) for a good cause, and in parting from it we may say with Francis I upon the battle field of Pavia: „Toutes est perdu hors l’honneur! Do not inducee any good man to settle here! it is of no avail, and I am afraid too he would by and by turn himnself slaveholder or abettor of them. Look, if you think this to be a harsh sentiment, look at our nullifying legislative, 36. of her members from free states, look at our editors! the meanest, most abominable vilifyers of Douai and everything like free opinion on slavery are northern men! Perhaps you are aware, that during the month of November and December last I travelled through the two neighboring Mexican States New Leon and Coahnila, and that, after having got to the conviction, that they are well adapted for German colonists, I entered into an agreement with Gl. Vidaurri, which you will find in Nro. 133 of the San Antonio Zeitung, together with a memorandum to the General,  defining my position, views and intentions. These documents may perchance be worth translating, especially as they may have some influence upon the curse, which Gl. Vidaurri will, or rather is now bound, to take. He is looked upon by all really liberal men as the representable of their ideas, and the said contract is his first liberal measure /: besides great deal of talk :/. He recognizes in it religious freedom, and homestead law, two incords (?) upon the clerical power and that of the big landlords,  which stamp him for all times as a revolutionary.  I am decided to work this project through with all the forces I can command, and being almost alone (page) it is very hard job.  Especially for one, who knows as yet little of the spanish language. I shall move to Monterey with my family as soon as I shall have disposed of my farms, or as soon as I shall be able to raise the necessary means otherwise. The matter is, as you can easely imagine. Attracting a good deal of atten tiong among Germans and Americans. Of the former the land speculating and officeseeking party under Meusebachs and Schleichers leadership, seeing their entire scheme threatened, vomit fire and poison against me in the New-Braunfels Zeitung, - good many of the farmers and merchants on the contrary are well disposed friends (of) the project,  and in the beginning of March a company of them with Mr. Herzberg and Theisen will start to look at the land. The democratic papers are furious about it, and  the KnowNothings, <s>as you will see from a paper I send you with this letter</s>, are trying to convince the adopted citizens, that there is not the least objectionable feature in the creed against them.  You would oblige me very much if you would be kind enough to give me your opinions upon this matter and upon the contract particularly. What will become of me in Mexico I do not know yet, perhaps a merchant, a miller, or some thing the like, but that I do know, that I wish most eagerly for the continuance of our litteral intercourse and of your friendship, which I always regarded as one of the few blessings bestowed upon me in this country.  Douai’s paper of the 2nd February will contain the report on my trip.  Please give my bester respects to your brother and accept the heartiest greetings of your
C.N. Riotte.

[Reproduced from the Manuscript Divison, Library of Congress]

Chronological letter file of C.N. Riotte to Frederick Law Olmsteadt
Library of Congress File

25.02.1856 to Fred. Law Olmstedt Fred. Law Olmstedt about the reasons for the emigration to Mexico

San Antonio Febr. 25th 1856
Three days ago I was favored with your letter of Feb 2nd.You dont need to exculpate yourself for not writing oftenerto me; I know that you are hourly at work forthe cause of humanity at the heart of Americas life, whereas it fell to my lot to become a hardworkingpioneer upon the outposts of civilization. Although I donot receive many letters from you I realize that weare working along day by day hand in hand; we favorour field of exercise at the end of which we see oneand the same aim, and we are spiritually linked togetherby the sympathy of our intention. These intentionsare not limited either by natural nor by politicalboundries, they comprise the globe and whole humnity. Why then do you not agree to the Mexican project?
Would not an enlightened Government and population in Northern Mexico build up a more solid wall against slaveryenbrochments, that Congress or the Northern States will everbe able? Would not such a fact do more towards freeingWest Texas from slavery, then any consistency on ourpart here, weak as we are now? Not that such is ouronly intention, but it will have that result. Now please leavefor a moment your standpoint, and just step over to the mine. Can you find out any difference between those reasonswhich prompted me to leave Germany and now, if it is notthat at that time I had to give up a well paying and highly respected office, friends and relatives, and above all, I amnot ashamed to say so - the German father land. HereI am almost without friends, without relatives in a strangeunhospitable country, without any possibility of earningin an honest way what I need not to live comfortable, but to live poorer than the lowest of the officers underme in Germany - and still I am here, politicallyand socially more oppressed, proscribed and prosecuted, thenI ever was there. I know I am unable to stand one or two years residencemore in this country, without seeing me materially ruined - and I feelthat I dont take that interest which could induces me torun such a risk, nor the danger of being tared and feathered froman evil I never participated in to the slightest degree. Were I aman without family (I have 7 children and two servants) or wereI independent, perhaps I might be disposed to run the risk of ma__ship(page)altough I am free to confess, that I have no great taste for it.There was a time when I regarded slavery the greatest moral andeconomical excubus on the prosperity of this country, which appeared to me the last hope for oppressed nations on the globe. This, Ithink now was a great error! Slavery, ruinous as it may befor any country’s material prosperity, disgraceful, as it may befor every political community, - I dont regard it half as shameful, ruinous, base and abject as the low standard of publicand private moral, according to which any stealing on U.S.’scosts, any cheating in private life qualifies for gentlemanship, and hard work, earnest desire to do right lowers a men under the level of „good society“, where a few poli=tical and social swindlers rule despotically the State andSociety, where there is no public opinion, and every honest manis a „fool“ or a „fanatic“ at least, and every scoundrel a „smart“man, where the scoundrel gets rich in few years in a peripathetic way of living, when the honest man cannot even sell the hard earned fruits of his labors withoutsubmitting to the rules of cooruption and bribery established by the bloodsuckers of society - when hypocrisyreigns everywhere and no true feeling is credited, - when, tosay the most, good and principled man get doubtful if theyact right in educating their children to honesty, simplicityand industry! Willing as I am to act mypart where any benefit can be derived to humanity or the community. - Idont want to act the part of Sisiphus when can help it.

(page) Dont think hard of me because of my unwillingness to livelonger in a community like ours, altough my loss maybe felt in carrying out intentions of good patriots ofthis country and true men. I cannot stay her longer, all my better feelings are to much wounded, that I shouldnot become inclined to do injustive to some at leastand even go as far as hating a nation, which I regard unjustifiable under all circumstances. Perhaps the absencefrom this country will show me some redeeming featuresand enable me to judge more justly, and I feel thatI will be very glad to acknowledge it. At this momentI cannot find any such traits. When I left Germany I hadlost my faith in the German people as being for many yearsable to conquer republican institutions, because I doubtedtheir political capacities for selfgovernment, - when I leave this country I shall have suffered a much greaterloss, my faith or believe in humanity! You know Germansin generally and me personally enough to understand me!We are judged from the standpoint of an American, - in deeda very strange people! We look upon a political societyor state as a congregation of men, whose aimt it is, toelevate the well being of the aggregate by the comtined exertionand, if required, sacrifice of the individuals, and thusto benefit all, - Americans look first upon themselvesas private individuals, entitled to ask for all rights and benefitsof an organized community even to the detriment of the wholeand think to secure the wellbeing of the community by thewellbeing of the single individual, ever if mostly requiredto the prejudice of the community. To us, the State is a ideal(page)being, whose wellfare must be our pride, must be secured bythe exertions of our head and the work of our hand and will thanredound to the benefit of all, - to the Americans it is the formalquaranty of certain (inalienable!) rights in a loose conglomeration of human beings to secure a internal„bellum intra omnes et contra omnes“; - to us honor of the Stateis that of each citizen; - to you (dont take that personally)the honor of the State has its foundation in the greatness ofsome men, - we idealize the community - you the individual! How is it possible, that we ever should emalgamate?
If you follow the difference of our starting points upthrough all phases of political and social life youwill, I believe, drive to the same conclusion I cameto, that is, a decided: Never!Perhaps you may ask me: what warranty have you to bemore satisfied in Mexico? My reply is: None, or but verylittle! Here I Know that I cannot effect anything, there I can expect to do it. Here I have finished my part, - it would be foolisch to deny or disguise it, there I mayfind a better field. I dont know if you act well, to direct any more attention to Western Texas; all those whowould act with you, all men of integrity and educationwill leave it, except the officeseeking, landspeculatingproslavery men, line, Meusebach, Schleicher pp. and thatpart of the Germans, who take no interest at all in politics,and besides that our going away will have the influencethat most German papers of the North and of Germany will warneverybody to emigrate here, ever if they not recommandMexico. The fault of such a result is not with me, norwith our party here! We sustained the cause, as long(page)as we could, and, looking at our private affairs, perhaps longer as we ought to have done, - ourposition was well known to those partiesin the North, which felt interested in thestruggle, - thank your untiring exertions, - yours and ours projects failed all from lackof interest taken there, and even as replywas given to our letters to man like W. Taylor. The slavery and democratic party among the Germansgrew more numerous and richer, and we lostalmost dayly and became poorer. The Americans,with the only exception of Ulrich (and he hadto menage very cautiously, kept aloft fromus, and thus we were the little scorned, stigmatizedband of traitors to the country, and her institutions.Your book for which I say you my bestthnaks I received yesterday (26 Feb), and by readingalmost all night I am through with Virginia. Better pens than mine will testify to your qualitiesas an author, be it permitted to me to testifyto the books truth fulness. But I doubt if it will affectany the Virginia Aristocracy, or that of any of theSouthern States. I dont know of any historical record of anAristocracy giving up their privilege, except in case of a revolutionary pressure, from the Roman patricie 492 a.C. down tothe hungarian noblemen of 1848 a.C. But what the medecineof reason will not heal - that must fire and iron do!Excuse my long letter, I have so seldom an opportunityof speaking to sympathetic soulds, and besides I must confessthat more seldom I am disposed to do it, I think I feela little of the „Drapeto mania“, which would show, that thissickness is contagioius. I am going to apply the remedy of the learned fool Dr. Cartwright myself.

Very truly yours
C.N. Riotte

Chronological letter file of C.N. Riotte to Frederick Law Olmsteadt
Library of Congress File

28.06.1856 Letter to Josef Weidtmann

San Antonio den 28. Juni 1856

    Soeben habe ich Eure lieben Briefe von verschiedenen Daten, abgegangen am 23. vorigen Monats, erhalten; wie lange und sehnlich hatten wir sie erwartet, und wie herzlich sprechen die Worte treuer Verwandten aus der alten Heimat zu uns armen Verbannten! Die wir mit der Trauer um das unersetzlich Verlorene den Schmerz tragen müssen, fast alle unsere Hoffnungen wie abgestorbene Blätter vom Baum unseres Lebens abfallen zu sehen, und dabei nicht einmal den Trost haben, von den uns Nahestehenden erkannt zu werden! Wie oft ist mir nicht schon der Gedanke gekommen, ob ich nicht recht thue, meine fünf Jungen zu redlichen, energischen Menschen zu erziehen, und sie damit zu einem Leben voller Entsagung, Verfolgung und Elend zu erziehen. Immer und immer fällt mir ein theatralischer Moment ein, der vor langen Jahren mich ungeheuer ergriff. In Trier wurde Otto von Wittelsbach gegeben; sein Abschied von seinen Söhnen, wo er den weinenden Kleinen mit verzweifelten Herzen und im Moment vor seinem Tode den Rath gibt, schmeichlerische Schurken, grundsatzlose Speichellecker zu werden, steht mir fast täglich vor der Seele. Habe ich ein Recht, das ganze Leben der armen Jungen zu Verbitterung, weil ich Redlichkeit allein für des Menschen Zweck erkannt, weil es für mich keine Religion und keine Gesetze gibt ohne Sittlichkeit! Wer hilft mir aus diesem Labyrinth? –
    Dein Brief allein, so schmerzlich mir die Andeutung darin war, als ob ich je meine heiligen Verpflichtungen gegen die Meinigen hätte außer Acht lassen können, würde die obigen Betrachtungen nicht rechtfertigen, wenn er mich nicht gerade in einem Moment getroffen, wo die elende Bande der deutschen Officebesucher und Sklavenanbieter (Kerls wie der elende Br....) durch den Untergang der freisinnigen San Antonio Zeitung ermutigt, es wagten, mich in deutschen und englischen Blättern persönlich anzugreifen. Ich habe seit Monaten jeder Beteiligung an hiesiger Politik abgeschworen, allein diesen Elenden will ich doch Rede stehen, was sie mir allerdings schwer machen, das sie mir die Aufnahme meiner Artikel in ihrer (die einzige Deutsche Zeitung) verweigern. Sie bekommen es deshalb umso besser in der englischen. Meine ruhigere aber entschiedene Sprache, ihren Schimpfereien gegenüber, wesentlich aber der Umstand, daß sie mir nichts anhaben können, weil ich stets redlich und ehrlich gehandelt, hat die ungeheure Mehrzahl der deutschen und amerikanischen Bevölkerung auf meine Seite gestellt. Dennoch ist mir die Sache unangenehm in den jahrelangen Kämpfen gegen Schlechtigkeit und Niedertracht, gegen Nahrungssorgen und alle die kleinlichen Anhängsel, leider fühle ich meine Kraft erlahmen; ich wünsche mir Ruhe, stilles Wirken für die Meinen und in meinem Kreis für das Allgemeine.
    Wie sonderbar ist es doch in dieser von einem höhern allweisen Wesen regulierten Weltordnung! Ich und gewiß Tausende von ebenso Wohlwollenden und Befähigten müssen ohne Mittel und ohne Hoffnung auf Erfolg unsere geistigen Kräfte, unsere Intelligenz, unsere Erfahrung, unseren guten Willen auf die elende Weise verschleudern, der mit Füßen treten und begraben - während Millionen, die solcher Menschen bedürften, unter der Leitung von Schwächlingen, Blutsaugern und Dummköpfen vergebens sich nach ihnen sehnen! Doch lasse mich zu deinem Brief zurückkommen.
    Die mexikanische Angelegenheit anlangend, so schicke ich Dir einliegend meinen und Frauensteins Bericht. Dieser Herr ist ein junger Mann aus Dresden, dessen Vater, obwohl höchst königlich gesinnt, während der dortigen Revolution, als er zu einem Dachfenster hinaus sah, getödtet wurde. Er war eigentlich adelig und soll einer der ausgezeichnetsten Advocaten dort gewesen sein. Die alte Mutter, um ihren Sohn nicht Soldat werden zu sehen, wanderte mit ihm im Jahre 1851 aus, und der Sohn, obgleich jung und schwächlich, errichtete am Colletto, etwa 70 Meilen von hier, eine Farm, die er mit Erfolg und unterstützt von bedeutenden Mitteln aus Deutschland bis jetzt betrieb. Ich wurde mit ihm gleich im Anfange hier bekannt, eine Bekanntschaft, die im Laufe der Jahre, wo ich Gelegenheit hatte, die vortrefflichen Eigenschaften des Kopfes und Herzens des jungen Mannes näher kennen zu lernen, zu einem innigen Freundschaftsverhältnisse wurde, indem er mir die Rolle des Mentor anwieß. Seit unserer Reise nach Mexiko ist er mit seiner Mutter hierher gezogen, und seit dem 12. April mit Theisen, dessen Familie und dem kleinen Wülfling, Adrians Neffen, nach Monterrey gegangen, wo er mit Theisen ein Korn- und Mühlengeschäft angefangen hat. Der zwischen Vidaurré und uns abgeschlossene Vertrag ist vom Präsidenten Commonfort genehmigt worden, ausgenommen die Gewährung der Religionsfreiheit, weil dies außer seiner Macht lag, in dem die Konstitution dem widerspricht. Es ist jedoch alle Aussicht, daß der jetzt in der Stadt Mexiko vereinigte constituierende Congreß Religionsfreiheit gewähren und Commonfort, Budget der ganz unter dem Einflusse der Rothen steht, die die Massen commandieren, es genehmigen wird. Ich habe jedoch vorläufig Vidaurré geschrieben, daß ich den Contract meinerseits aufgebe, da ich Niemanden täuschen wolle. Ich bin noch immer entschlossen, diesen Herbst mit Frau Frauenstein und der Familie Thielpape und wahrscheinlich mit mehreren Andern nach Monterrey überzusiedeln.
    Mit Vidaurré stehe ich auf ganz vertrauten Fuße und correspondiere mit ihm wie mit Dir. Er wünscht sehr, daß ich bald kommen möge. Dies hängt jedoch davon ab, ob ich die Mittel zur Übersiedelung aufzubringen im Stande sein werde. Ich habe Dir darüber in meinem Briefe vor diesem ausführliche Mittheilungen gemacht. Mein liegendes Vermögen hier (…) ist nach der jetzigen Schätzung (…)
    Nach allen Erfahrungen in den Vereinigten Staaten ist die Wertherhöhung, welche Eisenbahnen auf Grundeigentum hervorbringen, sehr erheblich, und es ist durchaus nicht zu Seltenes, daßelbe aufs 10 bis 20 fache steigen zu sehen. Meine Absicht ist nun, meine Farm am Cibolo, auf der ich jetzt die ... wieder in Stand setzen lasse, zu verkaufen, wofür ich jedenfalls etc. erziele. Hiermit wollte ich den größten Teil meiner hiesigen Schuld bezahlen und mit etwa 1000 $ nach Mexiko übersiedeln. Ich habe mir, während ich dort war, mehrere Industriezweige gemerkt, von denen ich eine noch nähere Anschauung mit Theisen und Frauenstein ergreifen werde, das es mir gelingen wird, in irgendeiner Branche ein reichliches Auskommen zu verschaffen. Ich versichere Dir, wenn nicht meine brave Frau sich außerordentlich einzurichten wüsste, und wenn wir nicht unser einziges Glück in uns selbst und in unseren Kindern fänden, wir würden wohl bemerken, das sie seit Jahren ein elendes Leben führen. Für mich selbst fällt es mir nicht ein, darüber zu klagen, ja, ich fühle es sogar nicht mehr, allein für meine arme Anna tut es mir oft recht wehe. Doch sie ist ein Engel, und nur selten blickt ihr treues Auge mich durch einen Wolkenschleier an, sondern lacht immer himmlisch mild. Ich bin Philosoph genug, um mein häusliches Glück über alles zu setzen, was mir die Welt bieten könnte, sei es Ehre oder Geld. Ich besitze keinen Ehrgeiz als denen, meine Haltung von den Guten anerkannt zu sehen; die Verfolgungen, denen ich fast ausschließlich von deutschen Speichelleckern der Sklavenpartei ausgesetzt bin, rühren mich nicht. Ich habe kein Verlangen für mich, reich zu sein, da ich unter allen gewöhnlichen Umständen genug habe, meine Kinder gut zu erziehen und ich nicht darauf ausgehe, andern Schätze zu hinterlassen als die einer guten häuslichen und Schul Erziehung. Wenn seit 10 Jahren mein Leben ein sehr hartes, bewegtes gewesen, so klage ich nicht darüber - ein Mann von meinen Grundsätzen hat nichts anderes zu erwarten.
    Überdies kann ich nicht anders sein; sobald ich dazu verdammt wäre, einzig, ausschließlich und allein auf Gelderwerb auszugehen, wäre ich verloren. Jetzt stehe ich stolz am Arme meines braven Weibes, umgeben von meinen kräftigen, tüchtigen sieben Kindern, denen ich alles bin, was ich ihnen sein soll, ich wüsste keine stolzere Stellung! Wird es mir möglich, nach Mexiko überzusiedeln und - woran ich keinen Zweifel habe - dort eine gut zahlende Industrie zu betreiben, dann sollen mir jeder Tag, an dem ich für die gute Mutter Mittel zur Verfügung Eurer stellen kann, ein Festtag sein.
    Ich erinnere mich, in Elberfeld einmal von dem unglücklichen Ausgange einer rheinisch-westindischen Kolonie gehört zu haben, und darauf scheint sich Deine Äußerung zu beziehen. Etwas Näheres darüber habe ich aber nie gehört. Doch bin ich nach allem, was sich im nördlichen Mexiko gesehen, und von zuverlässigen Personen gehört, überzeugt, das es kein Land in der Welt gibt, das einen so vielfachen und reichen Mineralvorrat hat und das verständig angelegten Kapitalien unter ehrlicher Verwaltung einen glänzenden Ertrag verspricht.
    Die von Dir angeregte Expatriationsangelegenheit meiner und meiner drei ältesten Knaben will ich mir überlegen. Ich habe eine gewisse Scheu, irgend einen Schritt zu tun, der wie eine persönliche Gunstbezeugung der dort bestehenden Gewalten aussieht. Seit ich in dem hiesigen republikanischen Stalle gelebt, habe ich manches Gute dortiger Verhältnisse kennen und schätzen gelernt, allein es wird mir schwer für mich, von den Machthabern eine Gefälligkeit zu erbitten. Lasse mich hier schließen.
    Mit freundlichem Brudergruße an Dich und alle alten Bekannten und Freunde bleibe ich Dein C.N. Riotte



13.08.1856 Recommendation of Senator Rusk as American Consul in Monterey, Mexico

San Antonio Texas Aug 13 1856

My Dear Sir,
    An educated German gentleman, Named C.N. Riotte, who has for Many years been a Resident or Our City, wishes the appointment of „Consul“ to Monteray in Mexico and has, as I Understand, Made application to the departement of State for such appointment. He is well and favorably Known to Mr. Pean and the office of Our State having been engaged in translating the laws, and is of Public benefit.
    If you can aid him in this Matter you will confer a favor on your Many Friends here and lay the Unamp__ Under l__ty.
    Obligating I am (…)
Fr. Hon. T.J. Rusk
M S Senator Washington D.C.

13.08.1856 Cover letter as American Consul in Monterey, Mexico


San Antonio, Texas, August 13th, 1856
To His Excellency the Secretary of State, Mr. Marcy.

Sir!
    The american Consulship at Monterey, Mexico, being vacated by the death of Dr. Halloway, I beg leave to petition your Excellency for that office.
    Having emigrated to this country from Germany in the fall of 1849, I became a citizen about two years ago. Perhaps I may be permitted to mention, that my former occupations in Prussia as a judge for many, and as a president of a railroad directory for several years, as well as my Knowledge of the french and, to some extent, of the spanish language. besides the
english and german may warrant my ability to the office sought for. So far as regards my personal character and my standing in society I refer to the Hon. member of Congress from this part of the States, Messr. Senator T.J. Rusk and Representative P.M. Bell.
    Should the office be confered upon me I shall be able to remove to Monterey immediatly.
With the highest your obedient servant
C.N. Riotte

Source: NARA, M967

07.11.1856 to Texas Governor E.M. Pease about a job as paymaster of Ranger-Companies

Dear Sir!
Being informed, that you are anxious of finding a man, who would serve a paymaster to pay out Ranger-Companies Tom, English and Tobin at Seguin, Ottasrosa and San Antonio, I would beg you to confer that appointment to me. I am aware of the salary being only $ 100._/_
and am able to give the security required. As I have the honor of being personally acquainted to you. I belive I can dispense with any recommandations.
Should you grant the appointment to me I would further beg to forward to me such regulations and blanks as are legally required to be used.
Most respectfully your obedient C.N. Riotte


source: American University

10.12.1865 to Frederick Law Olmstedt about Costa Rica Railroad (summary)

for long time, Riotte tried to convince transit company of impossibility of their engagements - esp with Nicaragua re transoceanic route. Recently was to convince the president and minister of Foreign affairs that the moment has come „to secore for Costa Rica the Transit by offering the most liberal inducements, and in as much as both gentleman acknowledged their absolute inability to know, what might be desirable for a company, I acceded tot heir request to sketch them … both gentleman approved of every word of my memoir, and particularly all offers I had proposed which are indeed exceedingly liberal, more so than ever offered by any country, without any of those narrowminded niggardly Nicaraguan stipulations.“
Then proposed to sent agents to NY to negotiate with the directory - one being Mr. Kurtze, the other an American.
„I knew noot whom to propose till I received your letter.“
Proposed FLO to minister of foreign affairs who agreed:
„The six advantages enumerated by you, are all correct, but they are not exhausting, as you will find when you read my memoir.“
only point of difference, the gh, is that Riotte would not adopt a tramroad.
„One very important fact I beg you not to lose sight of: it is that the opening of a railroad through this country will make it toon tributary to the U.S. along for the importance of all goods, which now abmount to about 1,5 Mio a year“. Since all labor engaged in growing coffee, food, and goodsvery costly, good market.
„You can assure the Government, that the gove is now willing and ready to grant almost anything, and that I do not say too much you may conclude from the fact, that among others they will offer, upon my proposition, not only to carry on all the proceedings, judicial or extrajudicial for the right of way themselves, but also pay it.“



19.02.1857 Olmsted to Hal: Only one friend remaind after Ulrich: Riotte.

p. 400
TO EDWARD EVERETT HALE
New York, February 19th. (1857)
My dear Hale
To-day I encountered by the luckiest chance the man of all others for you to see from West Texas: an American in whose judgement you may have more confidence than any other I know. He assisted Douai, edited the paper once in his absence, wrote for & proof-read his English department, stood by him in the most dangerous crisis—in this wise. The Vigilance Committee sent a six foot major to him with a subscription paper on which all the other merchants' names of the town stood for $50 each, for a fund nominally to pursue fugitive slaves & reward the captors. This man—Ulrich is his namepolitely declined. The major then told him that he was known to sympathize with the abolitionizers & it would not be safe for him to remain long in those parts. Ulrich immediately answered that it would not be safe for the major to remain long on his premises and if he ever showed his face within his store again he would be put out, that he would welcome an attempt on the part of the major's party to expel him from San Antonio & he would be very willing to leave if he could not force the major to.
    I believe Dr. Douai finally quarrelled with him, as he would have done with you or I, if we had been there I suspect—Ulrich counselling a more discreet tone. Only one friend remained after Ulrich, Riotte. He is a merchant & perilled much in his friendship for the doctor. You would perhaps consider him cowardly or over-careful, but he told me today in a manner that I felt to be genuine that if there should ever be a contest for a free-state with a chance of success—if it should come to fighting—he should be ready to spend his fortune & if necessary his life, for freedom.
     He was one of the men Dr. Stiliman spoke of in connection with the Unitarian church project. He seems to have had no definite plan about it, but says he would like a good powerful, attractive preacher but none of the "oldfogy Christianity." I imagine he thinks a man of Parker's views & habits would draw in the Germans & Americans disgusted with the ranting, canting, Hard-Shell, Baptist & cataleptic Methodist sort of thing.
     I saw him but a few minutes but I got without asking for it one pleasant bit of information. Within a year he says a hostility to Slavery has become much more decidedly evident among the Mexicans about San Antonio & often gets forcible expression. He bad heard a poor white from the South, also, lately exclaim, "We don't want any more of these damn'd niggers moving into these parts," & he thinks that feeling is gaining among them. He describes some encouraging symptoms among the Americans of the better class. One man, a siaveholder, born a Missourian, to whom he had lent my "Seaboard Slave States," an returning it, confessed he thought Western Texas should be made a free-state & he wished it were possible. If there were any chance of success be would be one to favor a movement for it.
    Ulrich promises to come to Boston—particularly in the course of a fortnight. If possible, I will come with him.
    I showed him the notice of my book whicb I had just found, in the Advertiser, which much gratified him. He said he wished he could send some copies of it to land-owners at the West (Texas). Can you send me some copies—one or two?
    I have had a letter from an illiterate man in Rhode Island who has determined to go to Texas.
    The book sells very well & I get letters almost daily indicating much interest in the subject.
Yours cordially
Fred. Law Olmsted

John Hopkins, „The Papers of Frederick Law Olmsted, II. Slavery and the South 1852-1857“, Maryland, 1981

1857 Casino Club in San Antonio

CASINO CLUB. The Casino Club, San Antonio's first social club and theater, originated from meetings of twenty Germans who gathered for conversation and sociability in 1854. The club was chartered in 1857, with a membership of 106 men-all German Texans. The club's building on Market Street, formally opened in 1858, had on its west side a bar with skat tables and reading room, in the center a ballroom that could be converted into a theater with a stage and balcony, and on the east side a salon and lounge. Commissioned army officers stationed in San Antonio were honorary guests. The names of generals Robert E. Lee and Ulysses S. Grant appear on the guest list. The club was open daily to its members; a monthly entertainment (usually a concert or an amateur play followed by a dance or hop) was provided for the families. The New Year's Ball was a formal affair with supper and champagne. The children had their Kinderball and Maskenball. Revenue was collected from the rental of the theater. Many leading actors, stock companies, entertainers, and lecturers engaged it. The Casino Club had existed sixty-nine years when its building was sold in 1923. Its reputation as a social center was famous, with its old German flavor and European traditions. Fathers reserved memberships for their sons and formally introduced their daughters. In 1946 the organization was exclusively a man's club. There were Casino Clubs listed in the San Antonio telephone directory into the early 1960s.

BIBLIOGRAPHY:
San Antonio Express, February 24, 1924. Adolf Paul Weber, Deutsche Pioniere: zur Geschichte des Deutschthums in Texas (San Antonio, 1894).

Minnie B. Cameron, "CASINO CLUB," Handbook of Texas Online (http://www.tshaonline.org/handbook/online/articles/vnc01), accessed April 26, 2014. Uploaded on June 12, 2010. Published by the Texas State Historical Association.


14.09.1857 Olmsted to Cabot: Riotte deserving highest confidence

p. 450
TO SAMUEL CABOT,
New York, September 14th, 1857
Dr. S. Cabot.
N. E. E. Aid Soc.

My Dear Sir,
    From the tenor of your last communication I infer that it is not proba ble that your Society would wish me to make the journey in Neosho and Texas at this time, as was proposed in June.
    I have to-day received notification of my appointment to the office of' Superintendent of the Central Park of New York, with a request that I would enter upon the duties of the office immediately. I have determined to do so to-morrow and therefore relinquish the intention I have hitherto had to visit you this week.
    It is unnecessary to assure you of the very deep interest I have in the scheme of free colonization, Southward from Kansas. My duties at the park will occupy my time & mind very closely for some time to come, but I wish as far as possible to be allowed to actively co-operate with you in your great work.
    Since I saw you I have taken a good deal of pains to obtain information regarding Neosho, and the result is the highest possible estimate of its attractiveness to Northern settlers. I earnestly advise you to send a judicious person to carefully survey the ground, especially the Southeastern part, from the Arkansas to the Red River, adjoining Arkansas. lt is my impression, from a great variety of indications, that no part of the United States ever offered greater natural attractions (as respects productiveness & salubrity) than this part of Neosho. I would urge the importance of early steps in this direction. An expenditure of a great treasure of money and life would be justified to establish firmly a respectable colony of brave and careful New Englanders, South of the Arkansas river near the State line. It is my conviction, however, that if Neosho is thrown open, and it is undertaken to prevent its becoming a slave state, during the next two years, success can only be secured by the aid of a transatlantic organization for directing German emigrants directly thither. I mean the organization of an extensive system of agencies & canvassing—with inducements similar to those offered by the Illinois Central R.R., and carefully systematized, cheap & comfortable facilities of transit.
    I have been disappointed in the receipt of information from Texas. I believe Dr. Douai has been more fortunate and he will translate for you a letter from Mr. Riotte, of which I can only say the author is deserving of the highest confidence and the warmest sympathy for his personal sacrifices for the principles of free men.
    I enclose a letter giving some important information with regard to Red River. The information with regard to the wheat producing qualities of the soil of Northern Texas, is [however incredible it may seem] not to be disregarded. I have received numerous confirmations of it & I am inclined to believe that Southern Neosho & Northern Texas may become the most productive wheat districts in the world. There are tolerably authentic statements of 50 bushels of wheat of the heaviest description having been produced here to the acre, with the rudest frontier cultivation. At the same time North Eastern Texas & South eastern Neosho have apparently unequalled cotton-growing advantages.
    I have received a reply to my communication to the Manchester Cotton Association, which I enclose. I also send you a letter from Lord Goderichs which I have this day received. I beg for various reasons that your Society will give very early attention to this subject and that you will soon return this letter with some advice about a reply. The matter should not be allowed to drop. A well defined scheme should be presented to our English friends, as soon as practicable, but in the mean time they must not be allowed to lose sight of the importance of the subject both materially & philanthropically. Col. James Hamilton wrote me last week that he contemplated making a trip to Europe soon (in a few weeks, I judge). "Should I do so," he says, "I will certainly employ all the time I may be an the other side to impress influential persons with my views of the advantages of your project. lt is a glorious one & if successful would be of infinite service to both countries." Col. H's facilities of reaching influential persons both political & mercantile in England are of the best, & the opportunity should not be lost. If you are ready to do anything or to propose anything definitely, & will write me soon, I will take a day to visit Col. H. at his residence, to consult with him & give him all the information likely to assist his purpose, which I can obtain.
The Kansas Zeitung has been well noticed in the German papers here, several copies are taken in New York. From what I hear, I infer that it is conducted with remarkable good judgment, and is likely to be very useful.
    Be kind enough to show this letter & its enclosures to Dr. Douai, with warm regards.
    I shall always esteem it an honor and a favor to be entrusted with any duty for your Society in New York.
    Faithfully Yours
    Fred. Law Olmsted.

John Hopkins, „The Papers of Frederick Law Olmsted, II. Slavery and the South 1852-1857“, Maryland, 1981

09.03.1858 Riotte an S. Cabot Jr (Fate of Riotte’s colonizing attempt)

„I have seen letters received within the week from two of the fraternity here who went some months ago to Mexico to complete preparations for a colony there. They now send for the men, but our arrival & communication has been just in season to checkmate them.“

Source: Washington University


1860-1862 Der Riotte’sche Erbstreit

Die Eheleute Johann Nicolas Riotte und Anna Maria Josefina Cetto haben sich 1801 ohne Ehevertrag in St. Wendel verheiratet. Alle fünf Kinder aus dieser Ehe wurden in St. Wendel geboren:

1. Maria Elisabeth Riotte     * 05.10.1802
2. Karl Josef Riotte   * 08.09.1804 + 15.07.1812
3. Wilhelmina Regina Riotte  * 06.04.1806
4. Ferdinand Georg Riotte    * 23.01.1812
5. Carl Nikolaus Riotte         * 27.01.1814

Der Vater starb am 10.09.1845 im Alter von 76 Jahren. Am 11. April 1850 verkaufte seine Witwe Maria einen Teil eines Gartens am Schießberg an den Kaufmann Carl Mall, der den Betrag von 712 Thaler 15 Silbergroschen bar bezahlte. Den Erlös überwies sie an ihren Sohn Carl Nicolas Riotte und ihre Tochter Wilhelmine Regina Riotte. Für diesen Rechtsakt existiert kein Notariatsvertrag.

Einen Tag später ließ sie in einem Namen und denen ihrer vier Kinder sechs weitere Grundstücke auf St. Wendeler Bann öffentlich versteigern. Ihre Tochter Wilhelmina Regina war zur Abgabe ihrer eigenen Willenserklärung von ihrem Ehemann Karl Wilhelm Juch eigens dazu bevollmächtigt worden. Sie war dazu eigens nach St. Wendel gereist und konnte die schriftliche Vollmacht vorlegen. Carl N. Riotte hielt sich zu dem Zeitpunkt schon in Amerika auf („Neu-Braunfels“), ihn vertrat sein Bevollmächtigter Johann Jakob Ackermann, Notar zu St. Wendel.

Versteigert wurden:
1. Flur 12 Nr. 167, Ackerland auf der hintersten Berzwies, an Anton Kirsch, Kaufmann in St. Wendel, Übergang bereits im Herbst letzten Jahres, Preis 71 Thaler
2. Flur 12 Nr. 122, 123, 124, 125, theils Acker, theils Wiese, am vordersten Berzberg an Georg Bicking, Gerichtsschreiber in St. Wendel, für 610 Thaler
3. Aus Flur 11 Nr. 51 ein Drittel der Wiese im Brühl an Nicolaus Tholey, Metzger in St. Wendel, für 380 Thaler
4. Aus Flur 11 Nr. 51 das mittlere Drittel an Nikolaus Kockler, Gerber in St. Wendel, für 341 Thaler
5. Aus Flur 11 Nr. 51 das letzte Drittel an Nikolaus Cetto, Posthalter in St. Wendel, für 331 Thaler
6. Aus Nr. 1006 des alten Lagerbuchs, Garten am Heiligenhäuschen, an Nikolaus Arimond, Königlicher Kreisfeldwebel in St. Wendel, für 94 Thaler.

Insgesamt ergab sich ein Erlös von 1.855 Thalern; die Beträge wurde nicht bar bezahlt, die Veräußerung erfolgt auf Ziel - zahlbar in jeweils fünf Raten im Jahresrythmus[2].

Weitere zwei Tage später schenkte die Mutter ihren Kindern ihr ganzes Vermögen, hielt sich aber den lebenslangen Nießbrauch der Sachen vor:

I. ihren ideellen Anteil = die Hälfte
1. der zwei nebeneinander am Kirchenplatz in St. Wendel gelegenen Wohnhäuser nebst Stallungen und Hofraum
2. eines Gartens am Schießberg nebst Vorplatz, ca 30 Ruthen
II. ihr sämtliches gegenwärtiges Vermögen (siehe unten)
III. ihren Anteil = die Hälfte des Erlöses aus der Immobilienversteigerung vom 12.03.1850

Liste des Vermögens am 14.04.1850
I. Mobiliar-Gegenstände
1. 30 Tischtücher und 75 Servietten        27 Thaler 15 Silbergroschen
2. 60 Leintücher       20-0
9. ein Sekretär         10-0
14. 4 Spiegel, 2 kleine und 2 große 22-0
(gesamt 16 Positionen)       330-15

II. Baares Geld
vom Verkauf des Gartens am Schießberg
von Carl Mall herrührend      700-0

III. Ausstände von
Michel Prein in Urweiler       18-0
Heinrich Buschauer dort      200-0
Nikola Theobald in Gehweiler          80-0
Johann Gregorius in Urweiler 45-0
Michel Wobito in Grügelborn 49-0
(gesamt 41 Positionen)       2311-0

Am 13.10.1853 starb die Mutter Anna Maria Josefina geb. Cetto. Am 28. Oktober nahm der Notar Keller ein Inventar ihres Nachlasses auf. Die Kinder verteilten den größten Teil des Mobiliars unter sich, der Rest wurde für 179 Thaler vom Notar versteigert.

Unterm 30.10.1854 ließen die Geschwister Riotte durch Notar Keller zwei zum Nachlaß gehörige Eigentumssitze in der katholischen Pfarrkirche zu St. Wendel versteigern, einen an Georg Nicolas Knauer für 51 Thaler, den anderen an Carl Jakob Hohl, Bierbrauer in St. Wendel, für 50 Thaler.

Wilhelmina Regina war seit 1827 mit dem Gymnasiallehrer Karl Wilhelm Juch verheiratet und wohnte mit diesem in Gotha. Georg Ferdinand wurde Rechtsanwalt und wohnte mit seiner Ehefrau Sophia Tosetti in Saarbrücken. Carl Nikolaus war schon 1849 nach Amerika geflüchtet und hielt sich in San Antonio in Texas aus. Die älteste Schwester Maria Elisabeth heiratete 1822 den Justizrat Johann Georg Nikolaus Knauer, dem sie zehn Kinder schenkte. Sie starb im Oktober 1855 in St. Wendel.

Über die Verteilung des verbleibenden Besitzes in den folgenden Jahren konnte man sich nicht gütlich einigen, und so entstand ein Streit zwischen

1. Wilhelmina Regina Riotte, Mutter des in Gotha verlebten Oberlehrers Carl Juch, sie ohne Gewerb in Gotha wohnhaft
2. Ferdinand Georg Riotte, Advokatsanwalt in Saarbrücken
3. Carl Nikolaus Riotte, Gutsbesitzer in St. Antonio, Texas
als Kläger. Ihr Anwalt war Ferdinand Georg Riotte.

gegen
1. Georg Nikolaus Knauer, Königlicher Friedensrichter und Justizrath in St. Wendel, Witwer von Maria Elisabeth Riotte (+27.10.1855)
2. Julius Knauer, Gerber und Küfer, ohne bekannten Wohn und Aufenthaltsort
3. Ferdinand Knauer, Kaufmann ohne bekannten Wohn und Aufenthaltsort
4. Rosalie Knauer und Ehemann Wilhelm Lützeler, Königlicher Hypothekenbewahrer in Geilenkirchen
5. Carolina Knauer und Ehemann Edmund Cetto, Mühlenbesitzer zu Göckelmühle
6. Emilie Knauer, großjährig
7. Maria Knauer, großjährig
8. Bertha Knauer, noch minderjährig
als Verklagte. Sie wurden nicht durch einen eigenen Anwalt vertreten.

Die schriftlichen Unterlagen zu dieser Klage existieren nicht mehr. Das Resultat läßt sich aber aus den Notariatsunterlagen herleiten.

Danach leiteten die Kläger die „Theilungsklage“ ein, d.h. sie erstritten sich das Recht, das Vermögen aufteilen und verteilen zu lassen. Darüber erging am 7. Februar 1860 ein entsprechendes Urteil.

Zunächst wurden am 27.09.1860 die Immobilien öffentlich versteigert[3]:

Das in der Stadt St. Wendel am Viehmarktplatze neben Michel Eschrich, Ludwig Riegel und Carl Cetto gelegene Wohnhaus nebst Stallung und Hofraum hinter den Wohnhaus und „Trotois“ vor den Häusern, Flur 6 Nr. 497, sowie ein Garten am Schießberg.

Das Wohnhaus bestand eigentlich aus zwei Wohnhäusern:
Das Gebäude mit der Hausnummer 82 enthielt im oberen Stocke sechs Fenster in der vorderen Front und war vom anderen Hause durch eine Scheidemauer in sämtlichen Stockwerken getrennt. Das Wohnhaus 84 hatte fünf Fenster im oberen Stockwerk.
Der Gesamtwert wurde auf 3500 Thaler, der Garten auf 150 Thaler geschätzt.

Nach umständlicher Klärung der Formalitäten schritt man zur Versteigerung:
Zuerst wurden beide Häuser gemeinsam angesetzt, der Zuschlag ging an Georg Ferdinand Riotte für 4500 Thaler. Damit erklärten sich die Versteigerer nicht einverstanden, der Betrag erschien ihnen wohl zu niedrig. Also wurden die Objekte einzeln versteigert mit dem Ergebnis, daß Georg Ferdinand Riotte zwar wiederum beide Häuser ersteigerte, aber erheblich mehr dafür bezahlte: 3010 Thaler für das untere, 2910 Thaler für das obere Haus. Der Garten für 340 Thaler an Nicola Jochem, Kaufmann in St. Wendel.

Der Mitverklagte Georg Nicolaus Knauer hatte seit langen Jahren eins der beiden Häuser bewohnt. Am 24.05.1845 kam zwischen ihm und seinem Schwiegervater eine Abrechnung zu Stande. Danach hatte er von dem Schwiegervater bar vorgeschossenen Geldern 500 Thaler gut, welche von diesem Tage an verzinslich waren. Außerdem hatte derselbe seit längerer Zeit die Reparaturen der Häuser besorgt, dagegen aber auch Mietgelder und nach dem Tode der Mutter auch Ausstände eingegzogen, worüber spezielle Rechnung aufzustellen war.

Das Teilungsverfahren zog sich deutlich in die Länge. Erst am 5. August 1861 - acht Jahre nach dem Tod der Mutter und anderthalb Jahre nach dem Urteil zu Gunsten der Klöger - traf man sich bei Notar Keller, um über diese Vermögensposten zu sprechen. Zwei Tage später beauftragte man den Notar mit der Sammlung des Materials. Keller benötigte einen guten Monat, um die Sachen zusammenzustellen. Am 20. September schließlich traf man sich zur sog. „Massebildung“, d.h. die Einzelposten wurden zu einem großen Ganzen zusammengefaßt. Die Abrechnung, bei dem jeder Partei ihre Ansprüche und gegen sie erhobenen Forderungen en detail aufgelistet werden, geht über mehrere Seiten. Ich versuche mich, auf die Positionen zu beschränken, die Carl Nikolaus Riotte betreffen:

Die liquide Masse betrug 13.630 Thaler 25 Silbergroschen 11 Pfennig.

Carl Nikolaus’ Anteil betrug 3.407-21-53 ½.
Davon abzuziehen war ein Betrag von 100 Thalern, den er im Sommer 1848 von seinen Eltern als Vorschuß auf sein Erbe erhalten hatte. Im April 1850 hatte er außerdem 407 Thaler als Vorschuß auf den Erlös des Gartens erhalten. Nach Abzug dieser Posten verblieben ihm 2886-26-5 ¾ Thaler.

Allerdings hatte er noch Schulden in der Familie, nämlich 478-15-0 Thaler an seinen Schwager Georg Knauer und 1179-3-2 Thaler an seinen Bruder Georg Ferdinand Riotte.

Diese resultieren aus folgenden Vorgängen:

a. Vorschuß am 20.05.1846 220-00-0
b. Zinsen darauf       169-17-6
c. Zahlung an Verling in Marburg in Kärnthen am 13.09.1856     143-0-0
d. Zinsen hiervon     36-10-4
e. Zahlung an Staad in Trier am 03.10.1856        286-0-0
f. Zinsen hiervon      72-2-10
g. Zahlung durch einen Wechsel an den Sohn
Eugen Riotte in New York am 21.08.1861  250-00-0
h. Zinsen hiervon     2-2-6

Gutgeschrieben wurde ihm ein Betrag von 88-15-5 Thalern, die er von seinem Onkel Philipp Jakob Riotte, dem Kapellmeister in Wien, geerbt hatte.

Nach Abzug und Gutschrift verblieben ihm noch 1317 Thaler 23 Silbergroschen 8 ¾ Pfennig.

Ich wüßte gern, auf welchem Wege ihn dieser Betrag erreicht hat - und wann. Denn die Ratifizierung der Liquidation, d.h. die Zustimmung der einzelnen Partei, wurde bei Notar Keller am 28. Februar 1862, also weitere fünf Monate später beurkundet.

Quellen: Landesarchiv Saarbrücken, Notar Keller, Nr. 5788 vom 27.09.1860



1861 Preußen erteilt Amnestie

ZWANGSAUSWANDERUNG UND AMNESTIE (von Eike Wolgast)
    Deutsche Behörden hatten schon seit dem 18. Jahrhundert die Auswanderung genutzt, um ihre Gefängnisse von Kriminellen zu entlasten. Gelegentlich war bereits in den Urteilen die Möglichkeit einer Begnadigung durch „Fortschaffung zur See" vorgesehen. In Amerika stieß diese Praxis. die den Vertretern des Nativismus als beliebtes Argument gegen die Einwanderer diente, begreiflicherweise auf heftigen Widerstand, wenn der Kongreß auch erst 1875 ein entsprechendes Verbotsgesetz erließ. Die „Kurzgefaßten Rathschläge und Notizen für Auswanderer', die der Broschüre von Münch über Missouri 1875 beigegeben waren, formulierten noch immer unmißverständlich: „Daß Leute aus Armen-Anstalten, mittellose ledige Frauenzimmer mit Kindern, wie auch Verbrecher, von ihren Heimathsbehörden nach den Ver. Staaten befördert werden, ist unstatthaft."
    Auch sog. politischen Verbrechern wurde im 19. Jahrhundert die Auswanderung nach Amerika als Alternative zur Verurteilung oder zu weiterer Strafverbüßung angeboten» Eine Zwangsdeportation fand allerdings — wie auch bei den Kriminellen — nicht statt. Ein bekanntes frühes Beispiel für Auswanderung statt Bestrafung stellt Friedrich List dar, der gegen die Zusage, nach Amerika zu gehen und auf seine württembergische Staatsbürgerschaft zu verzichten, 1825 aus der Haft entlassen wurde. Der Frankfurter Magistrat begnadigte die nach dem Wachensturm Verurteilten 1838 ebenfalls zur Auswanderung Verstärkt wurde das Auswanderungsangebot als Alternative zur Bestrafung bei der juristischen Liquidierung der Revolution von 1848/49 in Baden angewendet, allerdings nur gegenüber den geringer Belasteten und mitunter auch erst, nachdem ein Teil der Strafe verbüßt worden war. Zweck der Auswanderung war offensichtlich nicht so sehr die Entfernung revolutionären Potentials als vielmehr eine Entlastung der überfüllten Haftanstalten. So wurden bis 1855 78 Soldaten, die 1849 zur Revolution übergegangen waren, zur Auswanderung begnadigt. Daß das Angebot gleichwohl nicht von vornherein lukrativ war, läßt das Ergebnis einer regierungsseitigen Umfrage in allen badischen Amtsbezirken von November 1849 erkennen: Durchgängig wurde die Auswanderung abgelehnt, da man offensichtlich eine neue Revolution oder aber eine Amnestie erwartete Im Oberamt Heidelberg fand sich von 36 Angeschuldigten keiner zur Auswanderung bereit: „Wir ziehen es vor, in unserm Vaterland zu bleiben, und wollen nichts von der Auswanderung wissen." Erst nachdem die Prozesse mit Verurteilungen geendet hatten, nahm etwa der Lehrer Willigis Letzeiser die Auswanderung gegenüber den über ihn verhängten drei Jahren Zuchthaus oder zwei Jahren Einzelhaft auf sich. Seine Familie folgte ihm ein Jahr später. Das Auswanderungsprocedere ist im Fall Rudolph Welckers, des Sohnes von Karl Theodor Welcker, gut dokumentiert. Er wurde wegen Beschädigung von Eisenbahnanlagen, um den Vormarsch der Interventionstruppen aufzuhalten, 1850 zu drei Jahren Zuchthaus oder zwei Jahren Einzelhaft und zu Schadensersatz verurteilt. Seinem Gesuch, statt dessen auswandern zu dürfen, wurde entsprochen; vor Entlassung aus der Haft mußten jedoch die Schiffspapiere mit Abreisedatum binnen 14 Tagen vorgelegt werden. Der Vater hatte eine Kaution zu stellen, die er zurückerhielt, nachdem das badische Konsulat in New York die Ankunft Welckers bestätigt hatte?' Andere in die Emigration Einwilligende wurden in Polizeibegleitung bis zum Auswanderungshafen gebracht, um sicher zu gehen, daß die Ausreise tatsächlich stattfand».
    Zu einer Amnestie politischer Flüchtlinge drängte der Schweizer Bundesrat die badische Regierung bereits im Juli 1849, um sich der plötzlich in die Schweiz gekommenen Massen zu entledigen." Gnadenakte ergingen aber erst seit Ende der fünfziger Jahre, wobei Baden ein abgestuftes Verfahren wählte. Mit Dekret vom 9. Juli 1857 begnadigte Großherzog Friedrich I. alle in badischen Haftanstalten Einsitzenden sowie diejenigen Flüchtlinge, deren Urteil auf bis zu acht Jahren Zuchthaus gelautet hatte» Voraussetzung war aber stets die Initiative des zu Amnestierenden: eine Reueerklärung und das Ansuchen um Begnadigung. Auch die Wiederverleihung des Staatsbürgerrechts, das Geflüchteten bei ihrer Verurteilung in absentia aberkannt worden war, erfolgte nicht automatisch, sondern erst nach erneutem Treueid. Die zweite Amnestie vom 1. Dezember 1860 erweiterte den Kreis der begünstigten Flüchtlinge auf alle bis zu 12 Jahren Zuchthaus Verurteilten." Die Anforderungen an die Anwärter auf eine Amnestie blieben dieselben; das dritte Dekret vom 7. August 1862 sprach endlich die Generalamnestie aus, schwieg aber über die Bedingungen." Die preußische Amnestie, die aus Anlaß des Regierungsantritts Wilhelms I. am 12. Januar 1861 erging, sicherte vollen Straferlaß zu. wählte aber für bisher nicht verurteilte Flüchtlinge ein merkwürdiges Verfahren: Sie wurden erst einmal vor Gericht gestellt; nach Verurteilung sollte der Justizminister „von Amtswegen" einen Gnadenantrag stellen, um die Amnestie wirksam zu machen.
    Wie groß die Zahl der Remigranten aus der Gruppe der Achtundvierziger war, ist strittig — von den prominenten Flüchtlingen dürften nur etwa 10-15 % zurückgekehrt sein." Für die bewußten Demokraten und Republikaner konnte, wenn sie in den USA Fuß gefaßt hatten, die Rückkehr auch kaum verlockend sein, da sich bei ihren Hauptforderungen, politische Freiheit und nationale Einheit, in Deutschland bis Mitte der sechziger Jahre noch kaum etwas geändert hatte.

Quelle: „Deutschland und die USA in der internationalen Geschichte des 20. Jahrhunderts: Festschrift für Detlev Junker“, von Manfred Berg, Philipp Gassert; Franz Steiner Verlag, 2004


04.04.1860 starting a new college

Riotte dickering for job starting a college with state aid at Monterey - but prefers living nearer to civilazation - wants to know his chances for getting a diplomatic post if Republicans win in 1860

Source: American university (summary)





01.06.1860 to Fred. Law Olmsted about a job in customs

San Antonio June 1st 1860

Fred. Law Olmsted, Esq.
My dear friend!
You will have received my letter some months ago, in which I among others requested your opinion on the question wether, in the event of a Republican president being elected. I  might have a chance of a suitable appointment. For reasons, obvious to me, You have not yet answered that query. Meanwhile a faint hope of an appointment here was risen. The office of a customhouse collector here is vacant, and there are, as I understood about a twenty applicants for it. The annual salary is $ 1000 still now, and may perhaps be inereased a little by establishing here a boarded warehouse. This make the office a responsible one, and one to which all parties wish to see a man advanced „integer vitae“, a man of the strictest honesty and moral courage. A majority of our most influential merchants encouraged me to make application, which they would ba_ with all their influence. But I as well as these men see very plainly, that it would be  (page) impossible to get the appointment for me for the present administration, as the simple mantioning of my being a Republican would exclude all hope. Under Mr. Theisens mediation therefore a compromise has been entered into according to which Mr. A. Nette here shall apply for the office, supported by my and his individual friends, and provided that he, when he gets the office, shall appoint me his deputy to do the whole work; for this lending his name he shall receive a part of the salary.
I do not deny, that there are several parts (?) in this transaction very repugnant (?) to me, but I cannot alter it now, and as I have promised to exercise whatever influence I may have in favor of Mr. Nette, - who is as I may remark an honest man -, I thought  myself bound to inform you of the matter and request you, if you perhaps was able to exercise an influence upon the said appointment through (the) channel best known to you, to do it in favor of that gentleman.  Though I have no particular desire of en___ging my present position, I still feel,  that I am unable to stand it for a number of years; my breast and my nervous system are much affected and I am loth to notice (page) that I am bodily faster growing old, than my years justify.
I thank you for introducing to me Mr. R. Gibson. He visited me last Saturday night, and as I went the following day to N. Braunfels to the 7th meeting of the Glee-Association of West Texas in which town he ahd taken up quarters, we had a good deal of conversation. He is a  Union-man and supporter of Bell and Everett. In spite of the radical difference of opinions I found him to merit fully all epithesta, which you gave him.  You are, as I suppose, already in the election excitement; until now we feel nothing of it.  I heard a number of slaveholders say, that they would rather vote for Seward than for Douglas; even, if nominated, at Baltimore. I do not think he has the least chance in Texas, and I belive that Bell will win. It was once urged to ran an electoral ticket for Seward, well I think he would have got a number of votes but it was the person alone, that commanded such a feat, not the party; A. Lincoln is but little known. Seward’s last speech in „Borgress“ was a hard damper for many of his admirers (me among many); others applauded it, but he gained nothing by it. - Permit me to request you to give my compliments to Mrs. Olmsted and to keep kind memory of your  C.N. Riotte


Chronological letter file of C.N. Riotte to Frederick Law Olmsteadt
Library of Congress File

15.07.1860 Census

Surname
Given Name   Age    Birth Year      Gender          Birthplace

Riotte 
Charles Charles        54      1806   Male   Preußen
Anna Anna     42      1818   Female          Preußen
Mary Mary     15      1845   Female          Preußen
Harman Harman        14      1846   Male   Preußen
Walter Walter          12      1848   Male   Preußen
Pedro Pedro   10      1850   Male   Texas
Clara Clara     7        1853   Female          Texas
Robert Pedro  5        1855   Male   Texas

Servant:
Venner Julian 29      1831   Female          Preußen

09.1860 Mrs Theisen drowns in Guadalupe River, Maria Riotte survives

September 1860

Die arme Frau Theisen ertrank mit ihrem kleinen Pitt in der Guadalupe, als sie ihren Bruder in Sisterdale besuchen wollte. Marie Riotte wurde von dem Mexikaner Simon, welcher sie fuhr, gerettet. Der arme, bedauernswerthe Herr Theisen.

aus: Elise Wuppermann geb. Tips, Texanische Tagebücher 1850-1865, Hamburg 2013

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Guadulupe, Texas
Census 1850

Gustav Theisen, 28, Merchant, Germany
Ottilie Theisen, 24

Census 07.07.1860 San Antonio, Bexar, mit Sohn Robert „Tyson“, geb. ca 1853; bei ihne nwohnt als „servant“ Amelia Tyson, geb. ca 1842 in Nassau.

Gustav Theisen, * 12.4.1822 Elberfeld, beantragt 1877 einen Reisepaß


15.10.1860 Principal of the German-English School of San Antonio, Texas

The Ladies' Supper.
    On last Thursday evening the ladies favorable to the German-English School, gave a supper in the Casino Hall for the benefit of that Institution. From a gentleman who participated in the affair we gather some of the particulars.
    The tables were sent for two hundred persons but had to be extended. Each person was ticketed to a seat, and the most perfect order and comfort observed through the entire arrangement.—A little before 9 o'clock, upon request, the numerous and elite company was seated at the tables and addressed by the President of the Casino, Julius Berends, Esq., in the German language. After Mr. Berends' address, the supper commenced and continued until 11 o'clock and after, interspersed with speeches, toasts and music. Hon. G. Schleicher, Judges Divine and Duncan, addressed the company in English, and C. N. Riotte, Esq., Principal of the German-English School, our neighbor of the Zietung, and others, in German.—The addresses were excellent, the supper splendid, and the order and politeness which pervaded the whole affair is pronounced superior to that of any former occasion of like character in our city. In fact the whole affair passed off in the most delightful and pleasant manner,--good humor and good feeling predominating.
    It was evident that the sum realized (although quite handsome) was not so much the object as to raise an interest in behalf of education.

Published in ALAMO EXPRESS [San Antonio, TX], October 15, 1860, p. 3, c. 3 (http://www.uttyler.edu/vbetts/alamo_express.htm)

German-English school established in 1858[4]



19.11.1860 Letter to Abraham Lincoln

San Antonio, Texas, November 19th 1860
To the President elect of the United States
The Honorable Abraham Lincoln,
Springfield Ill.

Sir!
    The undersigned respectfully begs leave to lay before you this petition for an appointment in the diplomatic branch as Minister near one of the Republics of Central- or South America, or as Consul, in one of the ports of southern France, of Spain, Portugal or Italy, being conversant with the languages of those countries, except that of Portugal. I should prefer the situation as Minister at San Jose, Costa Rica. The precarious health of my wife obliges me to avoid a northern climate.
    Respecting my person it may be sufficient to state, that I am a native of Germany, 46 years of age, - that the revolution of 48 found me judge of one of the superior courts of Prussia, that I sided with the liberal party and succumbed with it in the spring of 1849, - in the fall of which year I landed with my family in Texas, that since that period, living in this city and its neighborhood, I have never been able to join a political party because neither the Whigs in their wellmerited decomposition, nor the Know-Nothings, in their high handed proscriptiveness, nor the Democrats, - lucus a non lucendo – came up to the standard of my republican convictions. The inevitable consequence was my being proscribed and persecuted by each party. Among the highminded of each of them, howeber, I always had and still have many warm friends, who are able to appreciate and willing to testify to the sincerity of my convictions, and to the fact, that I, - as Humbold said of himself, - „always was in favor of freedom and never for slavery!“
    I am very respectfully your C.N. Riotte

NARA, M650 Lincoln Administration

19.11.1860 Recommendation from citizen of San Antonio, Bexar

We the undersigning Citizens of San Antonio cheerfully recommend C N Riotte Esq as an American Citizen worethy the confidence of the Goverment and peculiarly qualificent in Education and Experience for Either of the appointements. He has above solicited - and we believe the appointment would meet the hearty approbation of a large number of the Citizens of Western Texas.

Jas Ulrich (* ca 1820)[5]
E. Jones (* ca. 1810)
Gustav Theisen (* ca. 1836 Preußen)
Ck Wülfing (?)
Schabod Plaistedt (S Plaster, * ca. 1833 Maine)
Th. Hertzberg (?)
C. Griesenbeck (* ca 1838 Preußen)
Med. Dr. Nohl (James Nohl, * ca. 1818 Preußen)
F. Schenck (* 1812 Darmstadt, merchant)
R. Dresch (Dresel) (?)
E. Pentenerder (* 1810 Bayern)
Emil vom Stein (* 1818 Preußen, county treasurer)

NARA, M650 Lincoln Administration

23.02.1861 Riotte is asked to leave Texas

Riotte (1814-ca 1874), the son of a Prussian noble family, was among the founders of both the Casino Association and the German English School. He was also the founder of the FreeSoil party, and when Texas seceded in 1861, had the dubious distinction of being the first person asked to leave. He served as the minister to Costa Rica under President Lincoln, and minister to Nicaragua under President Grant (BCDR Kl :608; Texas State Archives [TSA], Biography File, Austin, Texas).

car.utsa.edu/CARResearch/Publications/ASRFiles/201-300/ASR%20No.%20270.pdf

03.04.1861 … the notorious Riotte …

San Antonio, April 3rd 1861

Editor Ledger of Texan.
    Sir. The condition of our city is such that it would be difficult in the limits of an ordinary article to convey to you even a faint and imperfect idea of the manner in whcih abolitionism and trenson rule this community. I propose, however, to give as concisely as possible, a sketch of the rise and growth of Abolitionism in this place, and ist present position.
    Some years ago, about 1846, a socialist community of members, emigrated from Germany to Colony lands on the Llano River. They were for the most part young men. Imbued with the most extravagant ideas of the mischievous faction known in their native country as social Red Republicans; avowing as their cardinal doctrins, the reign of Reason and Materialism, as append_ to all revealed religion - the reign of the passions as a part of the scheme of moral government - the immorality of marriage, as a stale of legalized prostitution - the i__uity of all laws protecting individual property as being the spoliation of the poor by the rich - with many others of the most obnoxious tenots in religion or rather irreligion; immorality, political economy, and social science held by the socialists and Republicans of Germany and France.
    Negro slavery they denounced as a crime against the dignity of man and an utter abomination.
    As might have been predicted, a society formed on such a basic did not long hold together; the passions, which they fondly hoped were to bind them into one harmonious whole, asserted their away, and the members of the vaunted Forty, went each his way, not without grave charges of population against some of their number. They mostly settled in Western Texas; but the lessons of experience had not e_adicated their original delusions, and in May 1854, the Free-thinks as they styled themselves, met in Convention at this place, to the number of 300, from Sisterdale, New Braunfels, Castroville, Fredericksburg, Austin, Lagrange, and other places.
    An evidence of the consciousness on the part of these men of their bar__ in view objects which their __ck from arowing, is to be found in the fact this this meeting was called for the ___sible purpose of holding a singing Festival.
    A committee was appointed to draft a platform known since then as the Sisterdale Platform, from the place of residence of some of the principal leaders in this grand movement of „Political, Social, Religious, and Humanitarian Reform.“
    A prime mover in this committee was a certain Dr. Douay, who was subsequently expelled from Texas for his abolition doctrines, promulgated int he colums of the San Antonio Zeitung, a German paper published in this city, of which he was editor, and which had been established with aid from the Abolition societies of Boston, to which place of refuge he wended his way after his compulsory exodus from Texas.
    But to return to the Platform.
    Among other modest requests, some of them highly laudable and desirable in themselves, but open to the slight objection of being impracticalbe such for instance as „That the laws shall be simple and couched in such plain language, as to enable liligants to dispense with the aid of Counsel“ this never to be forgotten scheme of Reform demans
„The repeal of all Extradiction theatics.“ (?)
„Declares slavery to be an evil, the ultimate extinction of which is absolutely required as it is antagonistic to the fundamental doctrices on which Democratic Institutions are based, and demands therefore
    „That the Federal Government shall sustain with all the forces at ist disposal, any legislation to that end.“
    Demands.
    „That no religious instructions be given, or religious books be used, in Schools.“
    „That no Minister of the Gospel be eligible as an Instructor of youth.“
    „The abrogation of all laws enjoining the observance of the Sabbath and of Thanksgiving day.“
    And finally. „That Congressional and Legislative sessions shall never be opened with prayer.“
    In furtherance of those views and for the promulgation and inculcation (?) of these principles, the newspaper mentioned above had been started and continued for years to mislead and ___ the German population of the West. First under the editorial direction of the notorius Douay and afterwards under the inspiration of divers members of the abolitional committee, until it finally gave up the ghost.Literally scared to death by the denounciation of the few intelligent citizen of German origin who respect and revere (?) the institutions which protect and foster them.
    As early as 1849, the abolitionits of Boston in execution of their favorite project of abolitionizing Western Texas, by indoctrinating the German population; and thus bringing about a division of her territory, so as to erect the Western portion of it into a Free State through their agents solicized. _____ ___ the ___vowed oject, and sent the Olmsteads ato Texas as Pioneers. One of the two brothers Dr. Olmstead, practiced medicine in San Antonio for some time; the other brother, Frank, solicited a gentleman now practising law in this City, to contribute towards establishing in Western Texas, abolition Presses for the Germans.
    In 1853 Messrs. Bourke and Howard, Proprietors of the San Antonio Ledger, were offered a new Press and Type, with $3000 in cash, to start an abolition paper. Very shortly after their refusal the San Antonio Zeitung appeared with the aid of the Bostonians. Ist career has already been sketched.
    The well known leaders of the German Abolitionists of San Antonio imagined and carried into execution another and still more dangerous mode of propagating their opinions. This was through the German English school, under the management until very lately of the notorious Riotte. This corrupted the very elements of future society in the opinions and habits of thought of the rising generation.
    The alliance between German Infidels and socialists on one hand, and Massachussetts Abolition and Free love Advocates on the other, was too natural a conjunction oto be long of being con____al _________ report of the proceeding of the Du____ ___ May (185)4 in the San Antonio Zeitung. Dr. Douay, the editor congratually his infidel countrymen on the arm_athy __ __ spite of much prejudice, has been established between them and numerous Americans holding the same opinions, and on the hopeful prospects of the party, as also on the grand results for the cause of progress to be expected from the cooperation of the two national parties, champions and apostles of their doctrines.
    He further predicted that within a few years, this party would sway the elections and give the tone to public opinions.
    Dr. Douay did not forsee that he would himself be driven from Texas, but he proved a true prophet as regards San Antonio, the see he cast by the way side has sprung up and floorished, and this city is now ruled by German abolition influcence, wielded by a clique of Americans of the same stripe who pull the wires which set in motion their puppets, though they seldem or never appear on the stage themselves.
    So true is this that now ont he 31st day of March, a majority of the City Council will not allow the Mayor to surrender the arms and ammunition furnished them at their request by Gen. Twiggs on pretext (?) of defending themselves against marrauding band from Gonzales and the neighborhood. These arms were demanded by the State Commissions on the 25th February. The city refused to give them up. The Convention passed an Ordinance formed expressly for this very case; the arms were again demanded, and the Council will not even listen to the report of the committee appointed by them for that purpose. These arms, be it remarked, are in the hands of Companies composed almost exclusively of Germans.
    A month has elapsed, and the city of San Antonio still holds the arms belonging to the State of Texas in defiance to her authority. Threats were daily, _ay hourly made on the streets to march to Austin, and with these very arms, WIPE OUT the Convention, or as the opposition here style the members of that body, „the traitorous thieves and robbers who stole the Government properly“ and to reinstate his Excellency Ex-Governor Houston.
    When calm and unmoved they dilate on the good time coming when the U.S. army shall invade Texas and threat all their secession friends to halters; but the Dutch, when fell of wrath and lager, and the Yankees, splitting with spleen and spite, swear and vow they will fefile the flag of the Confederate States amd by their unaided prowers blot out the rebels from the face of the earth.
    There are now residing in this city some fifteen of the members of the Convention of 1854, amongst whom are to be found seven of the Forty apostles of social and Religious Reform. Fourteen others are known to be residents in Western Texas. Of those residing in San Antonio, some have waxed fat and wealthy, and doubtless their opinions on the subject of property have undergone some modification. Many have taken unto themselves wives, and these feel probably more indulgent towards the institution of marriage. Some perhaps practice law whilst others hold office, and they have conscientous scrupes as to making law so plain that no lawyers would be required. Some even own slaves, but with these and some others exceptions, all are abolitionists at heart, and are bitter and malignant in their opposition to the secession movement. There are some ardent, intelligent and staunch secessionists to be found amongst the Germans of this place, but their number is small, and they are unresentingly persecuted in every possible manner by their countrymen, who seek to ven_ow them ____, __ ___ they
are prudent in manifesting towards Americans, who hold Southern opinions.
    The arguments adhered to prevent the minds of the labouring class of Germany, who honest and law abiding, have been so conducive to the development of the resourches of Western Texas, are preposterous in the extreme, and would but excite a smile of pity and derision, did not the serious fact stare us in the face, that they are on the eve of exciting insurrection in our midst. Propositions have been made to officers of the U.S. army to retake the property seized by the State authorities, and companies have been raised in New Braunfels and Fredericksburg to assist in overthrowing a revolutionary Government which these deluded men have been taught to believe will impose taxes at the rate of 3 per cent on all property; and in illustration of this mode and rate of taxation, they are gravely told that they will have to pay 30 dollars per head on horses, and ten dollars on cows.
    But, leaving these puerilities of deluded dreariness and their blind daer, let us point out a real and crying evil. The most dangerous, the most pernicous, as it is the most insidious doctrine of the too famous Helper book, is the proposition that the existence of slavery in a state is antagonistic to the interests and welfare of the non slave-holder. The application has been made to the people of Western Texas; in open publications, and in private conversations, this argument, as plausible as it is baseless, has been adduced to array the stockraisers, of the West against the Planters of middle and Eastern Texas. It is daily proclaimed on the streets, whispered in the social circle, propagated in every possible manner, and the favorite form under which it is presented to the minds of those less conversant with political questions and the provisions of the constitution (?) of the U.S:, in the representation of the slave population in the ratio of three fifths as a new feature in the Constitution, introduced by the cottonocracy, as they love to call the great slave interest, for their own especial benefit, and to the detriment of the stockraisers and farmers who own few or no slaves.
    The champions of the defunct Union who bring forward these chimeras as substantial arguments, and who confidently predict that Texas will _ere long be gathered into the Federal fold, under the pastoral care of Lincoln and Seward and Thurlow Weed, and like „Gentle shepherds“, these champions of Federal omnipotence I say, are in many instances, good Southern men, men born and educated in the South, whose every sympathy and interest binds them to the South, man who have heretofore battled fearlessly and ably for the South, men whom the people of Western Texas have delighted to honor, and whose names have been the battle-cry in past struggles for Constitutional rights. It is not for any one to pry into the motives which impel such men to refuse Oath to the C.S. and to place themselves in the situation of aliens in their own land. Suffice it to recognize the conscientious honesty of purpose and the fearless firmness of some amongst them. But remember, gen(tlemen?) ___d your present course will if per____d ___, cause you to ___ confounded, with ___ hostile bord (hord) of _____bed advocat___ __ __riper__rn. Count not on your word upon (?) popularity; it is a shadow that p____way, and History does not fur__sh an instance in which it served as a shield from the wrath of the people.
    Beware, gentlemen! The people will make no submission and will tolerate no submissionists, they will have no reconstruction of the Union to n___fy themselves and give the lie to their solomn note (?). The great revolution just consummated, not the less real and momentous that he (?) has so far been bloodless shall not pass away as a tale that is told. Resist not then the will of God, whose instrument it is. Ally not yourselves with the enemies of the country, even by implication, for your fate and mine hangs in the balance, dependent on the contingency of a shot from Fort Picken or from the frowning batteries that surmound it. Should one shot be fired on either side, the North and the South would be arrayed against such in such bitter warfare as the word has barely seen, and pray, what would then be your position? That of _uidern and aboti___ of the enemiens of the country. Again, I entreat of your, pause and reflecct, ero it be too late, whither your present course in now tending. Recollect that when a day of reckoning at the tribunal of public opinion shall come, as come it inevitably will, of acts which you would scorn to sanction, but which will be proven to be the logical consequences of your teachings.
    To sum up in a few words the situation of our community. We have a class of Abolitionists of different nationalities - a host of Black Republicans - a small class of honest and devoted admires of the late Federal Union - patriots, rund mad, made the tools of their enemies and of the enemies of the country - an armed force existing in defiance of the laws of the country - the Mayor paralyzed in his endeavors to comply with the law by the factious opposition of a majority of the Board of Aldermen - the worst feature of Abolitionism openly avowed and defended in a slave-holding community - and in a word, a majority of honest but decived and deluded foreign born citizens of San Antonio attempting to dictate to Texas what shall be her course an policy.
    What but evil can result from such an imbroglio? TYRO

Weekly Ledger and Texan. (San Antonio, Tex.), Vol. 10, No. 40, Ed. 1 Saturday, April 6, 1861
(pretty bad xerox with lots of black spots)

05.04.1861 Charles Sumner’s Recommendation

Central America Mission
Riotti of Texas
I call attention to this letter from Mr. Olmstedt most earnest ab___ting the claims of this Riotti ____ a consul for a mission in Central America
Hon. Charls Sumner

Williams Hotel
Washington, April 5th

Dear Sir,
I am glad to learn that you have given some concideration to the application of Riotte of Texas. You have been a man of mine with signed _____ + will me today a ____ to ____ ____elty + __ralily ab_______. __ In __es to ___dness upon you ths impressing of a man of this right ___ ___ encl____ ___ee as that to which he aspires, have the products to consider that at present he carries with him the effect of ten years of land fighting with continual defeat, dissapointment and increasing _ore_l__ and that he has for good a temper to have been made s___ or savage by it. No man comes out of much a battle without some evidence of it in his _____ + manner. I believe him To be a man of grand prouds, education + he_ding and in the vain, hopeless and inglorious struggle in which he has been engaged with Slavery on the South-Western Frontier, he has acted with qu_el discretion bravely and nobly. Few men cccan need your assistance as much as he does, who are so worthy of it.

With cordial respect
dear Sir
Your obedient
Hon. Charls Sumner

NARA, M650 Lincoln Administration


23.05.1861 Citizen of New York City to Mr. Lincoln

To his Excellency Abraham Lincoln
President of the United States

Sir,
The undersigned, residents of the City of New York would most respectfully recommend C.N. Riotte Esq late of San Antonio, Texas, for an honorable appointment at your hands.
    Mr. Riotte is a native of Prussia, where he held the offices of Judge of a District Court and of President of one of the leading Railroad Companies. He left Germany in consequence of the revolution of 1848, and has, since 1849 been a resident of San Antonio, Texas, where he embraced the profession of a lawyer. He has, for the last six years, been a citizen of the United States and was the most prominent leader of the Free State movement of the German settlers in Western Texas, at the risk of his fortune and life. In March last he was compelled to fly at a very short notice, leaving behind him, his family consisting of his wife and eight children, who have since joined him. Also, all his property. He is now here and although the late Prussian amnesty has removed all political obstacles to his return to Germany, he would prefer to serve the Government.
    He has suffered much for his adopted county and nobody appears to be more intitled to the protection and care of the Government. His case is certainly as strong as any presented to your Excellency.
    The undersigned may assert that Mr. Riotte’s services would be very valualbe to the Government in many departments and that, wherever he should be placed, he will perform his duty conscientiously and thoroughly. He is a scholar and a gentleman. He is familiar with the English, French, German and Spanish language. Having lived for some time in Mexico, he is particularly conversant with the history, manners and political constitutions of the Spanish races.
    He knows the American, German and French law. His character is excellent and even the government of his native State would cheerfully certify to his ineproachable conduct as an officer and a gentlemen. He is known by the Minister Plenipotentiary of Prussia, Baron Gerolt, All who know him would cheerfully applaud his appointment as an act of justice and wisdom.
    Most of the undersigned never sustam any applicant for office. They are no politicians and would not encroach upon the arduous duties of your Excellency by urging an appointment, if they did not feel bound to support the claims of a gentleman who has deserved well of and suffered much for his county.

They remain with the greatest respect
Neu York, May 23rd, 1861

Your Excellency’s most obedient servants

Gustav Kutter ____ Friedrich Wesendonk
Herman Marcine Marianne Waltzer
Joh. Friedrich Schifner J. ____________
D. Luckenmeyer Lautrig R. Weidmaker
Georg Opdyk__ S. Dupre
Friedrich Kapp Elector VI District N.Y.
Sigismund Kaufmann Elector Vth District
N. von den Heydh J.H. Schwindth
G H Kissel Kessler
C. Delafield Smith August Belmont
Philipp G. Menier Adam Richen___
Ubzedell Teirson Lake Georg G. Lake
G. et F. E. Scheidt Baum + Paulin
A.P. Alexander Großartus
Francis H. Fitzer Wm Kuttruff
Hugo Wesendonk


11.06.1861 Appointments by the President.

Washington, June 11, 1861

The President made the following appointments to-day:

Charles A. Washburn, California, Commissioner to Paraguay
Edward Joy Morris, Pennsylvania, Minister Resident at Constantinople
Henry T. Blow, Missouri, Minister Resident at Venezuela
Charles M. Riotte, Texas, Minister Resident at Costa Rica
Samuel Whiting, New Jersey, Consul at Nassau, New Providence

The Administration has resumed the diplomatic relation with Peru suspended by President Buchanan, and has appointed Christopher Robinson, of Rhode Island, Envoy Extraordinary and Minster Plenipotentiary to that country.

Source: digitalnewspapers.libraries.psu.edu/Default/Skins/civilwar/
Client.asp?skin=civilwar&BaseHref=HDT/1861/06/11&EntityId=Ar00213

09.07.1861 Accident to Steamer

THE NORTH STAR RETURNS TO FORT, HAVING LOST HER WALKING-BEAM AND A SMOKE-STACK.
Published: July 9, 1861
SANDY HOOK, Monday, July 8.

The steamer North Star, hence for Aspinwall on the 21st ult., is now passing in the Hook. One of her smoke-stacks is carried away, and she has but one walking-beam and one wheel working.

RETURN OF THE CHAMPION WITH BROKEN PISTON.
    Steamship Champion Capt. WILSON, left New-York for Aspinwall, July 1, with 200 passengers. Being deeply loaded, she made very slow time till July 4, when, at 1 1/2 P.M., about 600 miles from New-York, she broke her port piston and follower. After disconnecting the engines, at 5 1/2 P.M., she put about for New-York, and having a fair wind all the way, reached her wharf July 8, at 4 P.M.
    Among the passengers were Commander Middleton, who goes to Panama to take command of the United States sloop-of-war St. Mary's, in place of Commander Wm. D. Porter, Secessionist; Chas. Riotte, United States Minister Resident to Costa Rica; Francis W. Rice, United Stales Consul at Aspinwall; E.E. Rice, United States Consul at Hakodadi, Japan; Chas. D.B. Simonton, United States Special Inspector of Customs at Panama; W.C. Cleman, Purser of Panama Railroad Company's steamship Guatemala; Panama; Chas. Winship, Panama Railroad Company; Senor Montufar and family and Miss Mary E. Christie, for Costa Rica.

source: New York Times

10.07.1861 to Fred. Law Olmsted about Blenker and Schimmelnennig

New York, July 10th, 1861.

Fred. Law Olmsted, Esq.

My dear friend:
I suppose you know that on the first of this month I embarked with the Champion for Aspinwall and that in consequence of an accident to the engine when four days out we had to return. Last Monday we came back, extremely anxious to hear what within a week had happened. To my utter amazement and, I must say, mortification I found the promotion of Colonel Blenker to a Brigadiership, and my feelings are those of every intelligent German here. Blenker is the personified humbug, aping the Prussian officers of the Royal Guard, these objects of universal ridicule all over Germany, even to the tone of his voice, with very little military experience, extremely doubtful personal bravery and even honesty. I am deeply sensible that the administration should not make any such mistakes more, and as you will stay at Washington for some time I dare to express to you my opinion „sine ira et odio“ as to the merits of the different Colonels of German regiments.
The highest qualification undoubtedly possess A. Schimmelnennig, commanding a Philadelphia regiment. He was educated in Prussian military schools, and on account of his hight merits sent to the school of the General staff. He served with the greatest distinction for personal bravery as well as for his leadership in tactics, strategy and discipline in the Schleswig-Holstein and Baden war. He is a military author of distinction. As soon as the rebellion began he left his occupation, the drawing of the maps, of which I gave you one, and haute-relief maps of gypsum showing the correct altitudes, and offered his services daily. I can say it, since I saw
him sitting among the traitors, that infested the war department, waiting for an answer while these well paid traitors ridiculed him clandestinaly. He laid a well seasoned plan before the Secretary to invade with a partisan corps Western Virginia and destroy and barricade the railroads leading towards Richmond. He could not affect anything. After the 18th of April, when Washington was at the mercy of the Rebels he told me he would endeavor to penetrate Maryland; raise a troop of desperate horsemen among his old comrades, and invade Western Virginia making that a diversion favorable to the Capital. From my scanty means I gave him §10. five of which he left to his wife. With a piece of bread and meat he started on foot and unsuccessfully returned after five days. He had secreted himself and slept in daytime in the woods and had traveled during the nights. All his victuals he had ____ to the dogs, which were sent on his track; sheer hunger drove him to a farm, where he was arrested, brought to the headquarters of a company of horsemen, condemned to be hung; on the way he jumped from the horse twice into the Patapsoo river, and swam it down under the bullets of his persecutors, but was recaptured; only his boldness in dictating to the Rebels a letter to the Prussian Ambassador, complaining of the treatment he had experienced - he represented himself a Prussian traveler - saved him. He returned entirely worn down, without shoes. I met him accidentally beyond the city. But he had gathered a mass of valuable information and found out the headquarters of the secessionists at Washington. He directly went to the Secretary to communicate it, but could not find admittance. It was on the same day that the same Secretary confided these important dispatches to the traitor McDonald. Risum teneatis, amici! He was then offered a brigade in New York and immediately started. The intrigues of Schurz - I am sorry to say it - and of Blenker frustrated it. Nothing loth he accepted the offer of a Philadelphia regiment, and went to Washington to have it accepted. After three weeks further waiting he gave it finally up - his manliness revolted against further antichambering and overcamehis patriotism. But the regiment threatened to come en masse to Washington and he went again. There is certainty no better qualified and braver officer in the whole arme than him.

Siegel is the one who is equally qualified with Schimmelnennig. He is lucky enough to be wide from the Washington atmosphere and he must be promoted. Then there is Leopold von Gilsa, Col. of Von Kalb Regiment; he too is a well educated, brave soldier, who was in actions. Col. von Weber is spoken as a brave and honest man. He has no military experience. So is Benedix.

Excuse my long letter; but I always am getting warm, when I recollect how Schimmelpfennig was treated, a true, brave patriot - by thieves and traitors.

I expect to start on the 21, probably with my family. Ihope you won’t forget that my appointment has to be confirmed by the Senate.

Yours most sincerely.
C.N. Riotte

Chronological letter file of C.N. Riotte to Frederick Law Olmsteadt
Library of Congress File


05.10.1861 Mr. Riotte in charge in Costa Rica

Published: October 5, 1861
From Our Own Correspondent.

PANAMA, Thursday, Sept. 26, 1861.
    This community has been somewhat agitated for the past fortnight, in relation to the late Convention made at Aspinwall, between Senor MURILLO, agent of Gen. MOSQUERA, Provisional President of New-Granada, on the one side, and the Governor of Panama on the other, wherein the latter convened to acknowledge the new Government at Bogota. The matter was referred to a Committee of the State Assembly, with instructions to report to that body, but they have not as yet done so. The opponents of Gen. MOSQUERA's Government have, in the meantime, been very busy in endeavoring to thwart the objects of the Convention; and some of the more knowing of these have even intimated threats against the Governor and the Committee if they proceed further in the matter. They hope that something may yet turn up to defeat MOSQUERA, and to restore the "legitimate Government." It is thus quite probable that action will be delayed until the 4th of October, when the Cartagena steamer will arrive, bringing further intelligence from Bogota of MOSQUERA's prospects.
    Judge A.A. BURTON, of Kentucky, our new Minister Resident at Bogota, and wife, left Aspinwall for the Capital of the Confederation on Sunday, the 21st, via Cartagena. ALEX. R. MCKEE, Esq., U.S. Consul to Panama, reached here on the 20th. He takes charge of the Consulate on the 1st of October. Mr. COLVILLE, United States Consul to Honolulu, went to San Francisco on the 20th, on his way to his station. Mr. CHURCHMAN, United States Consul to Valparaiso, left Panama for that port on the 24th. Dr. HINE, for many years United States Consul at San Jose, Costa Rica, with his wife, go to New-York, to-day, on the Northern Light.
    Mr. RIOTTE, late of Texas, United States Minister Resident to Costa Rica, has taken charge of the mission, and is represented to be very popular with the Government and people.

source: New York Times


26.07.1862 to Fred. Law Olmsted about the Civil War

Legation of the U.S.A., Costa Rica

San Jose, 26.07.1862

My dear friend:
Your interesting letter of March 17th last as well as the interesting documents of the Sanitary Commission, for which I am certainly indebted to you, have been received in due time.
I don’t think that General McClellan merits any more blame than all other generals or the secretaries of war, but I do think that our whole system of war was from the first and is today incorrect. In the delusive here which nobody, who had witnessed the desparate of a peaceable reconstruction, time was granted to fortify every available point, and when that was done with an energy unequalled in history, our volunteers were madly rushed upon those fortifications, the very strongholds of the enemy, witness Bull Run, Doneldson, Fort Henry, Island No. 10, Fort Tillow, New Orleans, Yorktown, Corinth. We have by the unequalled bravery of our troops and particularly of our navy taken those points, but our enemy is as strong as before, because its real army has never been beaten. I dare to believe, that we ought to have followed the contrary course, leaving all or most fortifications with a corps of observation, penetrate into the South on its weakest points and force it to one or two decisive battles, which would have involved the fall of all fortresses and fortifications. If I had a doubt on the correctness of this view, the history of the Napoleonic wars, particularly that with Prussia, and more so the conduct of the Southern Generals, who studiously avoid a general engagement and are never ready to pounce upon our weak points, would have refuted it. In the way the war may last for a year longer and may end with the ruin of both parties and humiliation of both by those insiduous friends England and France. Still the fault is not with our Generals alone; we fight with kid gloves our enemies with fencing gauntlets; we do not agree with ourselves on the end of the war, the South does; from a hundred of reasons we are extremely particular in the means of attack, while the South uses every means of defence even to the killing of slaves, the burning and destroying of cotton, sugar, molasses, etc. we leave treason unpunished, patriotism unrequited, while the South forcs even his enemies to take up arms against us! To the brutalized rowdy, who aims with all weapons at our heart, we offer a calumet. If we conquer, perhaps history will say of us that we had waged a very decent war, but if we fail it certainly will say, that we had not been equal to the emergency, and that if we had not been willing to employ all means consistent with humanity, we had better not begun it. Tigers cannot be caught with garlands, hyenas not exterminated by tendering them bones, canibals not converted by recommending to them the perusal of H. Grotius’ treatise de jure belli et pacis!
I have written on the basis of the situation of the 28th of June, and still that battle above alluded to has to be fought either by McClellan or Halleck. I do hardly dare to trouble myself with the question: What to do when we would have decisive results, which on March 17th you anticipated „in another month“, but I am sure, that the entire system has to be changed or the Union is lost, though victorious. Let me illustrate my view by an allegory. A farmer has planted his cornfield, but tall wide-spreading sunflowers threaten to kill the sickly poor corn. How will he save his crop? Will he go on sowing corn and spare the sunflower? Will he resort to introduce new seed from the North in the hope, that it may stand or even subdue the proud, overpowering, firmly rooted sunflower? I hardly think he would and I rather suspect he would at once cut down or better eradicate the weed, when he will gather a boundeous crop from his own and the imported seed. The sunflower will always find other weeds to aid it in killing the good see, burdock and others, parasites and vines will choke the corn and its only hope is the good sense of the farmer and its strong and unrelentless hand!
If, to require the least, emancipation is not made obligatory upon all slave states and thus the influence of the institution broken and another principle of political economy introduced, we had better acknowledged the Southern Confederacy on the 4th of March, ,1861.
I know it and your three works show it to everyone, who does not shut its ears obstinateley, the the slaveholders more than any other aristocracy will hold supreme sway of their State, like the upas tree in vegetation.
I am preparing with the government here a project for the establishment of colonies of freedmen from the States to be laid before my Government. There exists a good dial of opposition, still I hope to succeed with the aid of the members of the Government who are liberal and unbiassed while the principal difficulty is in Congress. Don’t forget to give my love and that of my wife and Mary to your lady.
Most sincerly yours
C.N. Riotte

Please inform me when it will be time to urge forward: „West Texas, a free State.“

05.08.1862 Fourth of July in Costa Rica.

COSTA RICA.
    The United States Minister Resident, Hon. C.N. RIOTTE, entertained his countrymen and friends at San Jose on the Fourth of July, and had "a good time." Mr. RIOTTE is one of the ablest representatives abroad of the United States Government, and his polished address and popular manners make him exceedingly agreeable to the people among whom he resides.
The coffee crop had been nearly all exported. The trees look well for the coming crop.

source: New York Times


1862 Colonization Of Free Blacks In Costa Rica

United States Department of State Message of the President of the United States to the two houses of Congress at the commencement of the third session of the thirty-seventh congress (1862), p. 886ff

19.06.1862 Mr. Seward to Mr. Crosby.
No. 1 8.] DEPARTMENT OF STATE,
 Washington, June 19, 1862.
 SIR: The enclosed copy of an instruction of the 4th instant, addressed to our minister in Costa Rica, will give you all the information at present in my possession in regard to the purposes of this government respecting the colonization of free blacks, to which you refer in your No. 12.
 The same remarks which I have directed Mr. Riotte to make to the Costa Rican government you are authorized to express to that of Guatemala.
 Any formal and authorized offer will be fairly submitted to the parties
concerned; and when their own election shall have been made, every possible facility will be extended to enable them to consummate their wishes.
 I am, sir, your obedient servant,
 WILLIAM H. SEWARD.

15.05.1862 Mr. Riotte to Mr. William H. Seward, Secretary of State.
 [No. 33.] LEGATION OF THE UNITED STATES OF AMERICA,
 Costa Rica, San Jose, May 15, 1862.
    SIR: I have the honor of laying before you enclosed copy and translation of note of the government of Costa Rica (No. 13) of this date, in which it expressesa will ingness to ask from its congress, now in session, authority to set asideon one of the coasts of the republic a tract of land for the settlement of free negroes, and to enter into such arrangements with the government of the United States as will best secure that end. Since my arrival in the country, and especially since I was informed by trustworthy, unbiased persons of the perfect salubrity of the coast regions and their great fertility, I had, while conversing with members of the government and other influential persons on the civil-war in the States and its probable reaction upon slavery, several times directed their attention to the usefulness and practicability of negro colonization on those extensive coasts. When I perceived that the idea startled them at first I did not press it upon them, knowing well that prejudices of caste are not likely to be overcome by reasoning and and arguing. Yet I occasionally reverted to the subject, and laid before them all informa tion on the behavior of freed slaves contained in northern and English papers, and I soon perceived that their mind was undergoing a change, as the result of which the secretary of state yesterday communicated to me that I would re ceive a note like the one enclosed. Though I have bestowed upon the subject the most careful consideration, and I hope not without some result, still at present I do not feel warranted to make any propositions to the department, as it will entirely depend on the general views taken by my government and the basis it will adopt. But I feel assured that I have studied the subject so thoroughly that I shall be able soon to reach a satisfactory understanding with this government, whenever my government will favor me with its views.
    I have the honor to be, sir, yours, most obediently,
    C. N. RIOTTE.

15.05.1862 Mr. Iglesias to Mr. Riotte.
 NATIONAL PALACE, San Jose', May 15, 1862
 SIR: My government, informed of the legislative act authorizing the President of the United States to expend a certain sum to assist the colonization and settling of emancipated slaves who might wish to emigrate to other countries, and desirous of taking advantage of the congress of this republic being in session to ask for authority to set aside a part of the territory of our coasts for the foundation of a colony, and to enter into all arrangements pertaining to the project, the undersigned wishes, therefore, to know what may be the disposition of the government of the United States in this matter, in order to adopt coromit the above stated step, and I to this end address you, with the request to be pleased to lay the above statement before your government.
 With distinguished consideration, &c.,
 FRANCISCO M. IGLESIAS.
 The above is a true copy and a correct translation.
 C. N. RIOTTE.

04.06.1862 Mr. Seward to Mr. Riotte.
(No. 19.] DEPARTMENT OF STATE,
 Washington, June 4, 1862.
 Your despatch of the 15th of May, (No. 33,) has been received, and also a copy of a note which has been addressed to you by the minister of foreign affairs of the republic of Costa Rica. In that paper the minister alludes to a project which is under consideration in that republic, by which its government should set aside a part of the national domain upon the sea-coast for the foundation of a colony, to consist of free negroes who should emigrate from the United States, and occupy the territory under arrangements to be made between the two republics. The subject has been submitted to the President.
 The free negroes of the United States enjoy the right of remaining within the federal Union, and the right of emigrating from it whithersoever to them may seem best. The government of the United States exercises no power or influence in determining their choice. Congress has made a small appropriation to enable the President to assist such as may choose to colonize in any foreign country. That appropriation will be expended under the direction of the President, in accordance with the views of Congress.
 Several states have expressed, more or less directly, a desire to avail themselves of the benefit of the migration of persons of that class, and have made known to this government their readiness to offer inducements to them more or less liberal. The government has decided to allow these inducements to be submitted to the persons invited to emigrate in the presence of some official agent, who will be instructed to guard the free colored population against possible imposition or misappropriation. Such persons of that class as may intelligently accept the invitation of any foreign state will, of course, find no obstacles inte.rposed to their emigration, and the government will, at the same time, endeavor to take care that the inducements offered shall be realized. If Costa Rica should decide to submit a project to the United States of the character indicated by the minister in his note, all facilities for bringing it to the notice of the parties concerned will be afforded, as has been done in other cases.
 I am, sir, your obedient servant,
 WILLIAM H. SEWARD.

14.09.1862 Mr. Riotte to Mr. Seward.
No. 47.] LEGATION OF THE UNITED STATES OF AMERICA,
 Costa Rica, San Jose, September 14, 1862.
 SIR: The speech which, on the 14th of last month, the President of the United States made to a committee of colored people, as reported in the latest papers, and particularly that part of it which points to Central America as his choice for the settlement of colored freemen, and describes the particular spot to be " a highway from the Atlantic or the Caribbean sea to the Pacific ocean, to possess on both sides harbors among the finest in the world, rich coal mines," &c., &c., has created a deep sensation, and is the theme of general comment here. I don't myself think the prevailing opinion far from the mark when it considers this spot to be the Isthmus of Chiriqui, between the laguna of that name, commonly called "Boca del Toro," on the Atlantic, and the "Golfo Dulce," on the Pacific side. And, indeed, I look upon this selection as an admirable one from all I can gather from trustworthy persons on the general character and topography of that country, though I must here emphatically warn you not to believe in either the maps or the reports of a certain expedition which, some years ago, were laid before Congress, with an offer of selling the Chiriqui coal mines (the samples of which had come from Pennsylvania) to the United States for the moderate sum of $500,000. From information received while at Washington and here, I am firmly convinced that the maps and reports mentioned are entirely worthless. But the fact, to which I would respectfully call the attention of your department, is that the major part of what on maps, and also on Colton's Atlas of 1861, is called the territory of Chiriqui, state of Panama, republic of New Granada, is in dispute between that republic and Costa Rica. The merits of the question are slightly mentioned in Fel. Molina's "s Bosquejo de la Republica de Costa Rica," pp. 59, 112. Without a previous arrangement with the two republics, it would be extremely dangerous to settle in Chiriqui; and I feel obliged to dissuade you from such plan, though I do believe that the two republics could, under the mediation of the United States, be prevailed upon to settle the vexed question on equitable terms. The speech of President Lincoln, and, more yet, a recent conversation you had with Mr. L. Molina on emigration to this country (an account of which I have been shown) have so strongly urged the question of emigration upon the public mind, that congress, in its sessions of 11th and 12th instant, took the matter in hand, much to the satisfaction of the government, which hitherto, with its liberal propositions in that line, met with very little favor. I hope you will not find it presumptuous if I assume to dissuade my government from spending, directly or indirectly, one cent for the purchase of lands for negro colonies. Land in abundance, and of the choicest quality, will be forthcoming, gratuitously offered by private persons, communities, associations, and states; while, in purchasing, the government would most surely be swindled, and the poor negroes robbed or perched upon miasmatic or miserably poor locations. The best use that can be made of the money at the disposal of the President is, paying of passage, furnishing of provisions ample for half a year, and, if then anything is left, aiding in the construction of harbor and other improvements.
 I have the honor to be, sir, very respectfully, your obedient servant,
 C. N. RIOTTE.

06.10.1862 Mr. Seward to Mr. Riotte.
No. 27.] DEPARTMENT OF STATE, Washington, October 6, 1862.
 SIR: Your despatch of September 14th, No. 47, has been received. The apprehensions of attempts to colonize Americans of African descent in Costa Rica and Nicaragua, without the consent of their government, will doubtlessly be removed by the notes which I have addressed to Mr. Molina, copies of which are herewith transmitted for your information. You are authorized to give to the government of Costa Rica the same explanations which are presented in these notes. I am, sir, your obedient servant, WILLIAM H. SEWARD.
 P. S. I enclose also a copy of my letter to the Secretary of the Interior, on the subject of colonization.
 W. H. S.

09.10.1862 Mr. Seward to Mr. Riotte.
No. 29.] DEPARTMENT OF STATE, Washington, October 9, 1862.
 SIR: I transmit, for your information, a copy of an instruction of the 30th September, upon the subject of the contemplated colonization of persons of African extraction, addressed by this department to several of the diplomatic agents of the United States accredited to governments of Europe, who have possessions within the tropics.
 I am, sir, your obedient servant,
 WILLIAM H. SEWARD.

Lincoln and the Chiriqui Colonization Project

[This summary is about the article „Lincoln and Chiriquí Colonization Revisited” by Sebastian Page, published in American Nineteenth Century History, Volume 12, Issue 3, 2011, thus talking about the whereabouts of Lincoln’s project at all:

This article looks at Abraham Lincoln's pursuit of colonization in the Chiriquí region of Colombia (now Panamá), conventionally known as one of just two places that he seriously considered with respect to his policy of relocating African Americans. Challenging the standard account of the scheme's demise around October 1862 due to vehement Central American protest, this piece questions whether such a development really took the president by surprise. The two weak threads running through the Chiriquí proposal were its scope for diplomatic upset and the embarrassment that might arise from its corrupt proponents’ links to the administration. The author argues that Lincoln was aware of both issues from an early date – even if they each became more complicated than he had initially realized – but that he made persistent attempts to address them. The administration was also more concerned about the ramifications of divisions within Colombia than the widespread isthmian outcry at colonization. Lincoln accordingly tried to place colonization policy on a sounder diplomatic and legislative footing as it became apparent that his contract with a domestic businessman also carried international implications. Yet ultimately, it was the Chiriquí venture's corruption that killed it when the president discovered that it went all the way to the cabinet.]

Another article quotes C.N. Riotte:
From Costa Rica there came a dispatch in September from the U. S. Minister, Charles N. Riotte, who stated that. in his opinion the Chiri-qui coal deposits and the reports of the Engle Commission, which Buchanan's Administration had sent out, were worth-less. Besides, he said, it would be "dangerous to settle in Chiriqui" without "a previous arrangement" between Costa Rica and New Granada because of the existing border controversy. (28)

(28) Riotte to Seward, Sept. 14, 1862, Papers Relating to Foreign Affairs, 1862, pp. 888-89.

Source: Lincoln and the Chiriqui Colonization Project.
Author: Paul J. Scheips
Published in: The Journal of Negro History, Vol. 37, No. 4 (Oct., 1952), pp. 418-453
(here: page 430)

1863-1874 Letters to Spencer Baird, Smithonian Institute, Washington, D.C.

„It took some time to unearth resources related to the 1863 Riotte expedition, sifting through microfilm of 19th century copybooks, much of which is tedious to decipher. Fortunately, there is a wealth of correspondence between Riotte and Joseph Henry, Secretary of the Smithsonian, 1846-1878, as well as between Riotte and Spencer Baird, Assistant Secretary of the Smithsonian, 1850-1878, Secretary of the Smithsonian, 1878-1887.

In brief, Riotte, along German naturalists Alexander von Frantzius and Julian Carmiol, collected natural history specimens in Costa Rica, mostly birds, many of which remain in the Smithsonian’s collection at the National Museum of Natural History.

I have made photocopies of all the C.N. Riotte correspondence I could find in our collections. The dates of this correspondence covers the period 1863-1878. Furthermore, C.N. Riotte made three donations of specimens to the Smithsonian; one in 1863, one in 1866, and one in 1867. I am prepared to send you photocopies of correspondence related to these donations as well, gratis. You are welcome to advise me of a mailing address at which you would like to receive the copies, and I will send them to your attention. A fair amount of the correspondence is difficult to decipher, and some is illegible; however, it may prove beneficial to your research.

A few years ago, a scholar from Costa Rica named Luko Hilje visited us and conducted extensive research into Charles Riotte, Alexander von Frantzius, Julian Carmiol, and natural history specimens collected in Costa Rica during the 19th century. Dr. Hilje was very enthusiastic about his research; I am confident he would be willing to discuss this with you. Should you be interested, you may contact Dr. Hilje at luko@ice.co.cr.

I hope this information is helpful, and shall await your reply regarding my offer of photocopies. Please feel free to contact me if I can be of further assistance.

Yours sincerely,

Tad Bennicoff, Assistant Archivist of Smithsonian Institution Archives
Capital Gallery Building
600 Maryland Avenue SW
Suite 3000
Washington, DC 20013-7012
Tel: (202) 633-5922
Fax: (202) 633-5927
E-mail: BennicoffT@si.edu
website siarchives.si.edu/research/faexppre1878.htm

U.S. National Museum 1863 Specimen Birds Shells
Card Catalogue of Accessions
Riotte, C.N.
1863
Art. Nr. 297
Alcoholic Specimens, 8 Birds and package of shells
Locality: Costa Rica.

San José 14. January 1863

Professor Dr. Baird,
Smithsonian Institute.

Dear Sir,
Enclosed I transmit to you meteorological observations made by me at this place. I am sorry they are not as complete as the blanks require, particularly as regards winds. You will remark, that for some time I made also observations on these, but I found more and more, that from the surroundings of the Legation the currant_ of the winds were not free, so that I stopped the observations as unreliable. I shall go on with the observations also in the present years.

My collection of reptiles, fishes, birds is not very rich; more so that of bugs which latter I would request you to give to Dr. Ulke for whom I have collected them. My (page) collections will receive some additions yet from the Sarapiqui, when I shall send them off together with some stuffed birds, collected by Dr. Frantzius here, whose reports I sent off two month ago in a despatch to the Department addressed to Dr. Henry. You have no idea how difficult such collections are if one cannot dispose of some hundred dollars to pay somebody expressly for it. The people don’t see nothing in the first place, should they stumble over an animal, they are sure to be afraid of it, and if not, and they deize (?) to bring it to you they either ask a most exorbitant price, and, if they cannot get it, rather throw the animal away, or the make you a present with it, in the sure expectation of receiving a small treasure for the honor, they have conferent upon you. If you still are unable to set at my disposition a small amount, which I will manage with (page) Dr. Frantzius, I will endeavor to get from the Secretary of State permission to spend for this purpose, what I may be able to save from the amount allowed to the Legation for contingent expenses.

Pray accept the assurances of highest consideration with which I am you obedient servant C.N. Riotte

What has become of
Mr. Weysy?

San José 30 March 1863.
Spencer J. Baird, Esq.
My dear Professor.

The last mail brought me your friendly lines of Feb. 28 last. You and Prof. Henry are very good indeed to acknowledge so kindly the insignificant service I am doing to science, so infinitely below my wishes and even expectations.

With the greatest pleasure I shall follow up your valuable hints. Dr. von Frantzius, from whom I enclose you a little pamphlet, recently published „on the warm mineral springs of Costa Rica, wishes me to remember him to you and Prof. Henry. He has a very beautiful collected of stuffed (page) birds ready for the Smithsonian Institution, which we will forward with a small collection as soon as he returns from the coastregion, whither he has gone to restore his shattered and, I fear, ruined health. I most sincerely hope that his expectations will be realized, his death would be a loss to his country and to science.

By his long residence in the country and the intimate relation in his profession with the people, his thorough knowledge of stuffing he is more qualified for collecting than anybody else here.

The departure of my boys, who had learned stuffing from the Doctor, will deprive me almost altogether of the possibility procuring birds in future. Still I shall do my best. As to the means indispensable to effect (page) anything let me remark, that from the amount for contingent expenses of the Legation ($ 500) I hope to be able to save this year from one to $200. If you or Prof. Henry would occasionally ask Mr. Seward’s opinion, if I could be authorized to speed that saving in buying interesting objects in natural history and charge the expense under „Miscellaneous“, - I think I could to something. I am willing to specify the expenditures as much as possible, but I would be unable to procure vouchers for each.

Butterflies of the most brillant hues (?) of enormous size, and infinite species are to be found here; it is difficult to keep them on acount of cents, but I will see if I can do something for your friend. My principal extra-official study is (page) the old history of this country, a terra incognita. Most documents have been lost and burned, some are left in Bartago, the old capital. I have succeeded in finding some interesting material already. The ignorance and indifferences of even the intelligent are astonishing, and one has to rely solely upon his good look. this is also interesting ground for the ethnographer as it was probably here, that the toltetic race in its movement south, met the Peruvian. it beautiful bust of a toltectic warrior worked in basalt has lately been found, and close to it a small one, with entirely different features and in the position of a servant, I take them for representatives of the dominant and servile races. As soon a I can procure a photograph of both I will send you them. If you do not take interest in this branch yourself, you certainly know somebody who does.

I have the honor to be, dear Sir, your most respectfully
C.N. Riotte

San José 14 Sept. 1863

Spencer J. Baird, Esq.


My dear Sir.

 Your letter of 9th August lst with the instruction I received on 7.inst. The muledriver, who had promised to take the boxes to the port early enough to send them off with last steamer, as I wrote you, moved faithless. They will leave now Puntarenas on 16th ins. with Capt. Dow, whom I have requested, as instructed by you, to forward them by the mail steamer from Aspinwall, so that they will arrive in N. York with this letter.

My expenses were
1. for the large wooden box $ 3.60 its gold (?)
2. for the large tinbox         $ 4.50 (dto)
3. freight to port      $ 0.90 (dto)
    $ 9.00

which I beg you to have paid to Mr. John
Satting, 204 (page)
Broadway N. York
Excuse me, my dear Sir, for not writing you more inasmuch as I am very unwell.

Yours most truly and respectfully
C.N. Riotte

Is not the singular bilindrowm - like looking snake the same one that Burmeister in his late travels through the La Plata States (18571860) Vol. II. pag. 19 describes as follows, v__ a kind of bal balopisma Dum. Bitr. (Herpetol. yénér. VII _. 336) nearest related to C. Abacurum (C.C. 342 pl 65) and to which he as a new species give the name: C. Argentinum? The people here call it: „la relbra con dos cabezas“, the doubleheaded snake; its prosecutes it bores with great velocity into the light ground and hides itself.

 R.

San José, 10 Decbr 1863

Baird, Esq.
My dear Sir.
I really feel ashamed when I compare my insignificant merits for the collection, I had the pleasure of forwarding to you, with the profuse and kind expressions of thanks, wherewith you honor me. The best that may be claimed by me is: ut desunt vires, tamen est laudanda voluntas.“ and I feel richly rewarded in reading so much from your letters. I am proud in having succeeded of turning the eyes not only of the Government and the politicians of this country, but I may say of most classes and occupation from Europe and her centers to the U.S. and New York and Washington. The triumph of the national arms over the southern traitors and the now sure construction of a road to the Carribean Sea will bring this rich, beautiful and interesting country, - hitherto the domain of English, German and French influences - as much under the control of the U.S. as California and Oregon, if only the work commenced by me is set forth by my succession and northern capital finds its way here. To this fields, a very important and, at the usual rate of interest of 1870 a year, a well paying one, in which I was unable to do much - not having acquaintances with monied men in the U.S. This roadproject to the Atlantic would be a splendid opportunity to secure to the U.S. the ascendancy over every other Government in this (page) country and would be a very secure and well paying investment. I have succeeded in securing the selection of engineers for the work from the U.S. by the Hon. Louis Molina in your city, and I am in hopes that through them the eyes of northern capitalists will be attracted towards this Republic. I have spoken with the gardener Carneol and he is willing to accept your offer. He tells me that he has seome 200 birds, which he will soon pack up. I suppose you want me to send them in the same way as the last collection. The money you will raise from the sale you may keep until Mr. Carneol will dispose of it. He intents to order trees, shrubbers, plants, seeds pp from New York, for the payment of which he wants to employ the money in your hands.

I shall try to do my best in collecting myself Curassows, (Pajuila) Penelopes (Pavon ò gallina del monte) quails and pigeon. Carneol thinks that there are of the latter at least twenty species here. None of these birds and in fact nothing is ever offered for sale, they have to be ordered.

Dr. Frantzius is very happy, that you were so well pleased at his collection, I believe he will write you also with this mail, and this time in German, inasmuch as he feels unable to do justice to himself and the subject in English.

I thank you for your news about Mr. Weysz; when we lived together in Washington he always expressed a strong desire to see this country. I think he would be a competent person as one of the two engineers wanted here. Will you do me the favor and mention his name to Mr. Molina, who as I believe (page) is acquainted with Mr. Weysz, and give Mr. Weysz immediately notice with the suggestion to see Mr. Molina. Believe me, dear Sir,
yours very faithfully
C.N. Riotte

I should like to hear the opinion of some scientific and practical men on the “nses”, that may be made of the fibres of several species of the Agave Americana indigenous to this country. I am told that one kind is already being worked in England into a staff, so nearly ressembling silk, that it can only be distinguished by an expert. Other kinds it seems, to me, might be used to other purposes, for i. to replace horsehair for matresses, sofas pp. Perhaps it might be madde an important object to our manufactures in the North (the fibre of one is so strong that the schoemakers here sew shoes and boots with it). You would oblige me very much if you inform me which course to adopt to bring the samples, which I would furnish, into the right hands. Are there any machines known for extracting the fibres of those plants?
Yours
Rtte

San José, 30 Jan 1864

San José, 30 Jan 1864.
Spencer Baird, Esq.
Dear Sir.

The ballworm that pest of cotton field, has lately made its appearance, and is destroying the the crops entirely. From all sides I am requested to say if I did not know of remedies, and as I msut confess to my ignorance I take the liberty of requesting you to tell me if there are any remedies knowns against the worm, though I do not belive that there are. I told the people that they must pay more attention to destroying the caterpillar nests, which they never attend to that (page) before planting cotton, they must collect carefully all rubbish and burn it, that they might perhaps try and soak the seed in soot. - It may interest you in this connection to hear that the cotton last from seed imported from the U.S. is not perenial, while that from Peru and what is called Kidney seed cotton is. Mr. Carneol has prepared, as I am told by Dr. Frantzius, a large collection eight days ago he went to the Dota Cordillera and has not returned yet; I trust he will bring interesting specimens from that terra incognita.

I send you inclosed the meteorologgical observations lately published here. Those made here, in Alajuela and Heredia are perfectly reliable. I beg you to send me occasionally from my (page) last year’s observations, the following items, bis: the highest and the lowest temperature of every month, the mean of every month, the quantity of rain in every month, the number of earth quake in each.

My observation of 1863 I will forward with next despatch to Department of State.

Could you not prcure me from the Patent Office a box with sees for distribution here, f.c. different kinds of mainze, eqyptian and mediterranean wheat, best kinds of pumpkins, squash, beans, peas eggplant, tomatoes, cabbage, lettuce. Let them be send: care of Amer. Consul Panama. I shall see to it that Carneol’s collection is forwarded soon.

Believe me, dear Sir, yours truly C.N. Riotte (page) Was the collection of bugs delivered to Mr. Ulke; I don’t hear from him? R.

Heliothes unit____

San José, 15 Feb 1864

Accassion
Eingang Mar 8 1864 Smithonia Institution

San José, 15 Febr. 1864
Spencer Baird, Esq.
Washington

My dear Sir,
Your letters of 3. and 8. of January are before me; I shall most gladly give Mr. O.S., the English Gentleman, who, as I am aware, for some years is collecting in Guatemala, every aid within my power, as also to Mr. Enrique Arce; should either one of the two come to this country. Carneol sent of last week quite a large case, as I am told. I had previously requested Dr. Frantzius to communicate to him the contents of your two last letters, sofar as its regarded him, which he had done. In this connexion I must mention to you (page) knowing Carneol’s suspicious character, I had from the beginning requested the Dr., who is a long friend of his, to charge himself with the negotiations with Carneol, on the basis of your letters. According to their understanding I was to arrange and effect the drawing of the money from you, which I was willing to do. At first C. told me he would spend the money in procuring from N. York, seeds, shrubbery and trees, after a while he thought if preferable to get the cash, and then again at an occasional visit to his garden he said: he wanted the money from you as soon as you had a small sum; whereupon I told him that I would neither bother you nor myself with the transmission of small sums; that he must have full trust in you, which I would assure him was not misplaced. There upon (page) he wrote to you directly, and came to me requesting me to write the adress, which I did.

From this I concluded that he wished to dispense with my interference, and consequently I did not speak to him any more, particularly when I heard that he did even not trust the Dr.’s translation of your answer, but went to several persons for translation.

Dr. Frantzius is absent about, a week since; before he left he came to me with the request to excuse him with you for not writing with this mail; he will do it with the next. If Mr. Weysz could get the appointment I wrote you of, he would be able to make rich collections in his explorations.

Please write me if postage stamps crossed (page) by the postmaster will also do.

I have heard from Mr. H. Ulke, that he was not able to get in possession of the collection of insects I had made for him.

Please take the trouble of having it delivered to him at once.

Very sincerely yours
C.N. Riotte.

San José, 26 March 1864

Accession Apri 15 1864

San José, 26 March 1864
My dear Mr. Baird.
Your letters of 20 and 124 of last month are before me. Please acccept my thanks for the information on the bollworn and particularly for the assortment of agriculturall seeds for distribution here. They will prove a real benefit for this country where there is not one single person paying any attention to this important branch of agricultural pursuits. I am firmly persuaded that the seeds in existence are the issue of those introduced several hundred years ago by the Spaniards, never reinvigorated by importation. When you hear that this people is in the habit of using as seed the chaff and all the miserable rubbish unfit for any other purpose, you will be not less astonished than I that they are able to raise anything at all. (page) By an American resident here, recently returned from a journey to the States, I am told that he learned there the alarming fact that Irish potatoes are deteriorating, that some kinds of them that were considered best some 8-10 years ago, were almost estinct, and that he had hardly been able to eat those on the tables there. Irish potatoes were entirely unknown here till about 10 years ago when they were introduced from Germany and cultivated almost exclusively for foreigners and at their expense. Now they are liked also by the natives and are raised all the years around in large quantities and exported to Nicaragua and Panamá. It is not only my but also the opinion of most foreigners, both Americans and Europeans, that the potatoes here are equal if not superior to the best of those countries. They are almost exclusively raised on the eastern slope of the Volcano Tragú from 6-7000 feet above the ocean. I should think. They grow there and are planted in every (page) month of the year, so that those that come to our market every Saturday are always dug out the day before. Now if the Agricultural Departm. should think it advisable to import of these potatoes I cheerfully offer my services to act according to its instructions in buying, packing and forwarding them.

The price varies from two to five reals (25-65 cts.) the cajuela, which is about half a bushel. The seeds from the Agricult. Departm. I have received to day. Be so kind to render that Departm. my sincerest thanks. I shall take care that the seeds come into right hands.

I wonder that you write. I had not receiphed for the books you were so good as to send Dr. Frantzius and me. He and I have thanked you immediately and some two months ago already.

Carneol has lately been on the line of the newly projected route and though only staying a few days has brought back (page) about 100 specimens of birds, of which as Dr. Frantzius tells me, over half are entireley new and unknown. I shall endeavor to see them off about middle of next month, if not sooner.


Most truly yours
C.N. Riotte

Spencer Baird, Esqre.
Assist Sec. Smiths. Institution.
Apr. 1. Carneol tells me he will first go on another expedition before sending off those he has. I fear he is neglecting his business and family; this wild life apparently having an irresistible charm for him. I hope you will be able to sell, and pay the birds well, as else Carneol will have to suffer, Dr. Frantzius and myself are attmonishing him, but it is in vain.

Our thanks for the reports lately sent
Yours
C.N.R.


San José, 24 April 1864

Accession 28 May 1864

Spencer Baird, Esq.
My dear Sir:

Allow me to approach you with the request for a personal favor. I have learned that the President of the U.S. was lately authorized by Congress to appoint a number of cadets for West Point from the States not represented in Congress. Now I have four boys in Europe in institutions and their sustenance is for me a heavy load, considering the hardly imaginable costliness of life here and the fact that I have lost all my property in Texas. Please find out for me, if, according to the recent enactment, I may apply for one of my boys; to whom I have to (page) address my application; - what testimonies, if any, are required, - which age an applicant must have and which number of years he should nlt have passed; which preparatory acquirements are required of him; - how long he has to stay in the Academy and for how many years he must afterwards serve the Government; which are the periods when new cadets may enter; - what a boy is to bring with him to the Academy? and any other information of relevancy. Since I know that your time is extremely occupied you might perhaps tell Mr. Ulke what you have been able to gather, and he may write. I would thank you if you would be kind enough to attend to the subject at an early day, and if there should be danger of my application (page) coming too late, to endearvor to occure one nomination among those for the State of Texas for one of my boys. As yet I cannot say which will be his name, as that will depend upon the information to the abovestated questions, but since I have them almost of every age, I trust one of them will suit. I am today offering to the zoological part of the Centralpark in N. York in behalf of my son in law, Mr. Otto von Schröder, Italian Consul here, as a donation a very nice little collection of living animals of the country, a fine pair of felix concolor; a panther cat, monkeys pp. Carneol is out in the woods of the San Carlos River for over two weeks, and Dr. Frantzius anticipates a very rich booty. - The engineers for the exploration and eventually construction of the new road (page) did arrive here some four weeks since, and have left for Sarapigui. But I am pained to say, that I have given up all hope of getting any thing for you through their mediation, since they have not paid me a visit. This fact together with the person engaged by Mr. Molina (a Mr. John Gundlack and John Meehan), their somewhat singular bearing here, their altogether insufficient pay and many other circumstances, make me fear that my intention, in urging upon this Government the engaging of Americans have been frustrated.

It is always so with these people! Where the shoe pinces I can’t find out. The members of the Government here beckon towards Washington, and it really seems that Mr. Molina did not enter into their views. It would be a lasting prejudice if this trial with Americans should turn out bad. I have done my part sincerely and candidly, if they must sheme and intrigue and cheat each other I say: “eam quam elegisti viam, ambula!” If you want more stamps please write yours most truly C.N. Riotte

PS: Carneo is back with 80 birds; he will send off all on 15
next month; if he receives new from you with the mail of 8 (?) next.

San José, 31 May 1864
Accession 16 June

Spencer Baird, Esq.


My dear Sir,
Carneol has just taken leave for the line of the new route to the Atlantic. On my request the Government here has very liberally granted him the use of the Government ranchos, mules, provisions pp distributed along the line, in short of everything except the day laborers.

He anticipates great results and so do I. He has also promised me to collect bugs and small quadrupedes.

Mr. Salin’s man is since several weeks down with feber in Jurisalba.

Yours most truly

C.N. Riotte


San José, 2 June 1864
Accession Aug 18

Spencer J. Baird, Esq.
My dear Sir.
I have to thank you for your kind letter of 31th of May, and to beg you to keep my wish to have one of my boys admitted to West Point before your eyes.

Carneol has retwined a few days ago and brought with him a rich harvest of birds over 150, some sixty of which Dr. Frantzius though in bed for some time from violent astmathic attacks which but the day before yesterday threatened his life, in my presence yesterday declared new. Since Carneol is anxious to leave again next week I have taken it upon me to forward his latest collection, the former one and some birds from the Dr. to you with the steamer, that (page) will leave on the 16. July. I hope it will be the richestes collection you ever received. The two copies of the report of 1862 have been received, and the Dr. as well as I thank you for them.

Most truly your friend
C.N. Riotte


San José, 13 July 1864
Accession August 18

Professor Spencer J. Baird, Esqr
Dear friend!
Your few lines of June 4 I only received on 7th instant. I thank you for your efforts in behalf of my son.

A large collection of birds, I am told over 300 about one hundred of which are new, the largest part from Carneol some from Dr.

Frantzus, I am sending of with this steamer. Four days since Carneol has left again, after having engaged some Indians to shoot little birds with blow pipes, in which art they are masters.

the difficulty which you mention about exchange my perhaps be obriated (page) in past by making an arrangment with Carneol, by which he shall only receive part payment now the remeinder fot be left in your hands for better times in 6 months or a year. If you will authorize me I will endeavor to make a similar arrangment, observing at the same time any other suggestion, you might make. Very truly yours
C.N. Riotte

San José, 14 September 1864
Accession Oct 8

Spencer J. Baird, Esq.
My dear Mr. Baird.
Your letters of 19 June (which had been miscarried to Guatemala) and of Aug 18 are before me, and I trust that now the two boxes with birds pp will be in your possession.

Carneol tells me the first box had remained standing for some time somewhere on account of the refusal of one of the Captains of the steamers to transport it free of charge, but that it had left some time ago. Dr. Frantzius and myself have hitherto with but little success endeavored to explain to Carneol your difficulty arising from the high premium in gold. He has not towards me, shown any dissatisfaction but still I shall be glad if you can succeed (page) in making a remittance to him. He tells me that he has over one hundred birds again, he has not been out much of late, not, as I am sure, on account of any diffidence, but because he has to provide for his family in cultivating the garden; and I did not feel warranted in urging him to go on expeditions. Since my stay here it probably soon drawing to a close I regret, that our unfortunate monetary affairs should interrupt a relation, which would prove of importance to science, and which, considering Carneols singular character, it will be difficult to reopen again for anybody else.

Yours effectionately
C.N. Riotte

San José, 6 Novb 1864
Accession Dec 5

Dear Mr. Baird.
I was very glad indeed who with the mail of the 29 of last month, I received your favor of 28 Sept. For this heretofore unusual delay we are indebted to the Panama R.R. Co, which from the first of last month does not her steamers in Panama connect any more with the New York. California, but with the English San Thomas line.

Please forward your letters always with the California stemer of the 13th of the month. I rejoice that the boxes were not lost as I apprehended, tho it surely took them a good time to reach New York. You recomment again to deliver future packages to the Agent of the Panama R.R. Co et Puntarenas I know this gentleman very well and know also that Carmiol send the box, that was over six month going and almost lost through (page) that very man. I will not enter into particulars, but I assure you that he and his men in Puntarenas are the very worst person to be requested for or expected to do a gratuitous work, even for science. Tah! science! You and I can only rely on having the thinks taken well care of and forwarded with all despatch, when Capt. Dow is along the coast and when the packages go with his steamer. His absence in spring has caused all that delay and trouble. As Carmiol complained, that he for three months had not been able to pay the rent of his garden and considered himself rather illused, I have a few days ago advanced him hundred and two pesos, and, since I do not trust a great deal in his honesty and desire to avoid everything disagreable, I beg you to make your next remittance for him payable to me.

I will pay him then the balance.

C.N. Riotte

The seeds (rest of letter sent to A_. Dept)


San Jose, 9 January 1865.


Professor Baird, Esq.

My dear friend!
I have received your favor of 8th of last month, and communicated its contents, so far as it regards either to Dr. Frantzius and Carmiol. The former thanks you for the good opinion you entertain of him. From what I have heared of Professor von Seebach and Dr. Frantzius of Oersted’s publication I am led to infer, that it is of no great value. He insists e.g. on the existence of a volcano „__ Reventado“, of which nobody knows a word. Reventar, means burst open or break out. The volcano Tragu’s last outbreak was, nisi fall__, 1727. Before that moment one of its craters on the Southeast side was filled by water. That little lake burst out then and formed a little stream still running under the name Reventado, which name the peole also apply (page) also to the particular crater, which then forced the lake and which is very well visible from Cartago. This is Mr. Oestad’s volcano.

Carmiol has sent off with this steamer a bory for you, and as Mr. Nelson happened to bee here on my request he took it with him and will take care of it. Don’t trouble yourself about the money, advanced by me to Carmiol, he has paid back the greater part of it with your $ 100, and with the balance I will wait, till you make him another remittance.

Accept my thanks for the copy of your work transmitted to me.

Let me beg you, when you can to it without the least comprimising yourself, to Speak a word in favor of my reappointment to the proper persons.

For, although I know that both Mr. Lincoln and Seward are well satisfied with my services, it might happen, if there is nobody to take my part, that, the throng f___ (page) office seekers. I might be forgotten
Most truly, your
 C.N. Riotte

San Jose, 14 February 1865

Spencer J. Baird, Esq.

My dear Sir,

Your kind letter of Jan 10 last, in which you was so attentive, to present me the compliments of the season was duly received and appreciated. Truly it is a great satisfaction to me, that my official position has been for me the occasion for making many interesting and valuable acquaintances! How has the cause of our dear Union brightened up in the short time since the date of your letter. I had not a moment, when I despaired of it, but I know now that I shall enjoy my old days in a united country! I have translated to Carmiol your letter to me and handed him that for himself, he has since started on a new excursion and this time according to Dr. Frantzius advice, to the fort (page) of Volcano Junalba, which, for over six weeks now, is throwing out immense quantities of ashes, so that all living beings have benne driven down into the eastern and southern life valleys. I had procured him another order from the Government to the employes on the new road to assist him in every way. This strange but neither Carmiol nor Dr. Frantzius have much confidence to the vicinity of this place.

I am sorry to tell you that I have not heard a word of the seeds, that you said were send in December.

I think I mentioned to you some months ago the arrival of Professor von Seebach. He has now for two months been engaged in travelling through „Guanacaste“ and Nicaragua with a special view to the volcanos in these countries. Yesterday he read to me his first report to be published in „Petermanns Geographische Monatsschrift“. It is not strictly scientific and altho’ he keeps his principal object (page) the geological formation in view he allows very interesting glimpses into the fauna and flora of the parts visited and also to the life of the population inhabiting them. He will stay here for some time longer and I hope to be able to visit in his company some volcanoes, and perhaps shoot something for you.

I am in a somewhat disgreeable suspense about my future. „I wished to know the worst and to provide for it.“

Most truly yours
C.N. Riotte

San José, 6 March 1865

Spencer J. Baird, Esq.
My dear Professor:
Your favor of 11th of last month came to hand on 28th. Its contents I have communicated to Carneol, and I hope he will now, as he has promised, follow your and Dr. Frantzius’ advice. He is one of those eminently smart fellows, who know everything better than other people, and to a degree I sometimes grow impatient. He is out again. If I understood the thing better, or if the Doctor were a little less cautious and reticent, I would look at the birds myself before, they were sent off, and reject such as were valueless. As it is I am sorry that I can do no more for you. With this steamer the Train engineer Mr. John Meehan, whom Mr. Molina sent here last year, will leave, and I beg you kindly that this low and mean fellow will succeed again in getting an (page) appointment in the States. He not only denied that he was an American, but he repeatedly scorned the intimation of being such, claiming to be English. He is a most violent secessionist and worshipper of Jeff (???); pretends to have been captain of engineers under McLellan in the Peninsula war, is of course an admirer of that General and declare the Federals the most inveterate cowards, no opprobrium being low enough that he not time and again has heaped upon the Northern people, and Northern cause. He is worth being well watched. Besides he is incapable to a degree that he had to submit to the most humilation public exposures, adn of such violent a temper that he quarrelled with and threaten with the pistol all who worked with him, and maltreated in the most beastly manner some of the poor peons. The whole fellow is a true type of an Irish, and I am informed, that to make the picture complete he has made preparations to swindle our people, probably the New Yorkers, with some splended scheme of a loan for this Government. (page)
Spot him!
I remain most truly yours
C.N. Riotte

San Jose, 10 April 1865

My dear Professor!
Your favor of 11th of last I received the 29th. Carmiol was still out then, but soon after returned, when I gave him and translated the little note directed to him. Fifty dollars in American Gold were paid to me by Mr. J. Lohmann here; my account is now squared with Carmiol. Dr. Frantzius, who will have to morrow with Professor von Seebach on a ten day excursion to the Candelario, Dota- and Herradura mountains, told me that he had seen Carmiols birds about 120. and that there were a goodly number of new ones among them. I have urged upon Carmiol to send them off directly, but I doubt that he will do it, since he told me, that he rather would wait till his return from another expedition upon which (page) he would start at the earliest day. I was to accompany Messrs. von Seebach and von Frantzius and I had anticipated great enjoyment from the trip and improvement of my failing health from being confined for almost four years to this place, but for about six weeks I am pestered with boils, on the parts most exposed by riding on horseback, to a degree almost unbearable, so that I could neither sleep nor sit up, nor walk, with the occasional change of being lanced by the doctors.

Very truly yours
C.N. Riotte

San José, 10 July 1865

Professor S.H. Baird
My dear friend.
I have received your friendly little note of 12 June last in which you, not unjustly, charge me with having been remises of late in my correspondence. Jn excuse I can but plead, that for two months I was with my wife and babe leading a sort of vagabond life with a view of restoring her and my health which during the last four years, spent in this city and I may say in our house, had suffered severely You know certainly from experience how little on such excursions, surrounded by hardly more than pioneer conveniences one is diposed, and if so, able to write letters. Besides there was nothing worth communicating. Carmiol has materially cooled off in (page) his ardor for making collections of birds since he has received some not __ considerable sums for collecting orchidaceous plants from parties in England and Germany I don’t think you can calculate upon getting many birds more for him and I beg you therefore to write me ow your acount with him stands, so that I may be able to make him come up to his obligations. He says that he will in future send you but such birds, of which he is sure they are new. I am happy under these circumstances to inform you, that by the kindness of Dr.

Frantzius a more reliable and better way has been opened, by which you can get birds. The Dr. has in his shop as dispenses a very nice young man of a good family who likes to go out hunting, and, since the Dr. has taught him the art of staffing, is very enthusiastic at it. He has staffed most of the birds, sent off with last steamer, and the Dr. offers to give him all possible some (page) for hunting, though he himself may suffer some inconvenience. He thinks that if you would make the young man a present with with a good flowling piece, such as you yourself consider best for the purpose, it would be a good and safe investment: All what I have seen of the young man, and I know him for nearly two years, leads me to corroborate the Dr.’s suggestion. The Dr. and myself will see to it that your expense will repaid.

Yours very truly
C.N. Riotte

San José, 17 August 1865
LEGATION OF THE U.S.A.
COSTA-RICA
Spencer J. Baird, Esq.
Assistant Secretaire Smithonian Institut
Washington

My dear Sir!
Your favor of April 17th I received on June 19th, and have done what I could to forward the collections. The poor health of Dr. Franzius together with his extraordinary occupation by the measles, which attacked during the last months at least nine tenth of the entire native population in the most malignant manner and carried it off by scores, prevented him from occupying himself with the packing of the birds, until a young friend of mine volunteered to take that job upon himself under the Doctor’s direction. The tinboxes are now being made and I am confident that the collection will leave Puntarena on the 2nd of next month, mine of reptiles pp being ready some time already. The reptiles are in the tinboxes you furnished me with; the one cylindrical box contains bugs, wich I beg you to deliver to Mr. Ulke with enclosed letter. Permit me some remarks on some of the animal in the square box: 1. the crab was caught by my boys in the little river running along the north side of this city and within its perimeters, I (page) was told that many are caught in the same river and are a favorite dish with the natives. I have seen but this one.

2. The two small fishes are the one from the same river, the other from the river south of the city. As to the largest one I have to make some additional statement. The ropious (?) rains from April till end of November and the unusually broken ground form almost every mile a watercourse, which during the rainy season have always water, after hards rains overflow to some extent their backs and in the dry season are dry. Immediately upon the first fast rains in April or May and with the first floods the fishes, of which the large one is a specimen, appear in these rivulets (?) in such masses that great numbers are caught by hand by the boys. Having for a year myself resided out of town on a place, that had on each side such a brook I had an opportunity myself to observe the phenomenum. The two brooks had been dry for 4-5 months down to their mouths into the northern river with the exception of one or two pools, wherin there was not a trace of a fish to be found; in them are some three or four places where the waters falls from 2-5 feet over perpendicular rocks, and yet a hard rain had not lasted an hour, when with the first waters, as if they had rained down. It appeared almost impossible that they should have come up from the river. They were almost all of the same size, and of very good test. My boys were able (page) to watch 50-60 in an hour, and the moment the flood from above had run off, they disappreared, though plenty of water remained in the brooks for fishes to ascend from the river. Never did my boys in fishing in the river catch this kind of fish. My explanation, though harzardous, I will lay before you with the request to give me your opinion on it. The bed of these vioulets is heavy clay which being saturisted with rain during the dry season cracks makring wide and deep fissures, in which probably some water remains standing during the dry season. In these fissures either the eggs are deposited in remain after the floods, the young ones are hatched and grow until a new flood comes when they leave their prison full grown. I could elicit no explanation from the natives.

3. The two crotalus I bought in order that you may see those here. I have never seen any but these, they seem to be very scarce. it man brought these two alive, tied to a stick. What is the singular excrescence at the anus? 4. I beg you to investigate the quality of the gum of which you will find a specimen among the birdboxes. Quantities of it can be found, it is form a „Spondias“. What would be its price? 5. The boa-skin Mr Hoye, an American on the Sarapiquo, has sent me.

He is collecting for me and has for that purpose one of the tinvessels I have from you; three more I have kept.

6. The small selection of seashells I made at an occasional visit at Puntarenas. Of Sand shells I send you but one, wrapped up in (page) colored paper. They are extremely searce; I have seen but two, in these two years.

Dr. Franzius merits the entire credits of the beautiful collection of birds, as I have only contribute three. Those stuffed by my boys were not very good, and the Dr. had the same. His and my expenses for tin- and woodboxes, freight ,, I will forward you later and would request you to have them paid to my credit to Mr. John Sattig, Broadway 204, New York.

My alcohol goes almost entirely off with this collection, it is here only to be had at an enormous expensense, as the Govt. does not permit it to be imported except as medicine; is having the monopoly of liquor-fabrication from sugar. I hope that this rum will do about as good.

I hope you will be able to send Dr. Frantzius some interesting documents, pamphlets pp in acknowledgement of his liberality, or some honorary promination. I am, dear Sir, yours most faithfully
 
C.N. Riotte

28. Aug.

P.S.: I have succeeded in forwarding the
collections in three boxes today by mules.

Dr. Frantzius will write you with next mail.

Yours
Riotte.

San José, Sept 10, 1865

Professor Spencer J. Baird, Esquire.
My dear Professor:
I have before me those letters of yours on which I owe you a reply, that of June 28, of July 29, and of August 8th last.

The seeds for Carneol habe arrived about 6. weeks since; a few I kept for myself an for distribution among Americans. The bulk of them I delivered to Carmiol, who for them as well as for the report of the Smithonian Institution, was very grateful, and not a little proud to see his name printed in an American book. He expressed his willingness to start again energetically, but I don’t know if he has done so. I suppose that the almost in cessant and very heavy rains have prevented him.

I was very glad in deed that you opponed of the arrangement made to me with Dr. Frantzius’ assistant (page) The shotgun for him has as yet not arrived but I anticipate its coming with the steamer that will carry this letter. I doubt not that the young man will do his best in shooting and in stuffing. He coinced (?) great thankfulness for the alaerity (?), with which you entered upon his offer and so soon sent him a gun.

I think I might be able to get some nice pieces of old Indian pottery and other utensils without expense, if you are interested in having them.

I hope this will reach you in your old occupation, reinrigorated by your encussion (?). Yours most truly
C.N. Riotte

Please equere (?) for Mr. Wegiz (?) and tell me about him.

San José, 25 Oct 1865

Professor Baird, Esquire.
My dear friend.

Carneol has returned from a three weeks excursion, and Dr. Frantzius will take care that his own birds and those of Carneol will have with the steamer of 10th of next month. The box with the gun has not yet arrived here, but I received yesterday a letter from Puntarenas, according to which it is probably there in the custom house so that I may expect to get it soon.

Allow me to trouble you with a personal favor. I intend to let the four boys I have in Switzerland, come to the U.S. in Spring next, the one to visit for one year a good agricultural school in the States, the other to prepare himself in a proper institution for the auxilia + sciences of the law, such as latin p p etc as I do not (page) know any school or institution in the North of learning. I will trouble you with the request to find out for me two good schools in the lines indicated. Perhaps you find it stray, that I do not sent the one boy, since he is in Europe, to the most celebrated agricultural school the world over, that of Hohenheim in Würtenberg. I have two motives for this, first, that I want him to become a practical American farmer, and second that, since he has been absent from his country for almost five years, I want him to come back and become more Americanized in his feeling, views, customs and language.

If you know that Volcano Turrialba is now for weeks in a constant state of erupting. A week ago I went with Dr.

Frantzius to a place of observation about 5 to six miles distant from the Volcano. We could see it for but half an hour, on account of the clouds, but I (page) assure you the spectable was sublime and the detonation all night fearful. Thousands of white hot stone were thrown up and among them sometimes an ugly customer. Unfortunately the crater has opened towards North, and in that direction the Country is a wilderness, never hidden by human foot. For a man (?) it is raining day and night in torrents (un temporal) as soon as it cleans up a little we will endeavor to find a place of observation N.W. of the volcano. Within the last three days we had very near a foot rain.

It will interest you to hear, that the same desease, merailing among the fowl in France, is killing of fowl, pigeon and dogs here by the hundred.

Very faithfully yours
C.N. Riotte

Please tell me when the different courses begin, particularly those in Spring. Could you perhaps send me the programs of the schools reccommended?
 R

San Jose Novemb 25, 1865

My dear Professor.


Your letter of 27th last month is before me. The gun for the young man at Dr. Frantzius has not yet arrived, the irregularity of the steamers between Panama and Puntarenas and the extraordinarily heavy rains have hitherto prevented it, yet I hope to come in its possession within eight days at the outside. The sewing machine has not yet go to Puntarenas.

 Carmiol acknowledges the correctness of your account summing up with $ 405.88. He says he has now on hand about 400 birds, which he would have sent, if it had not been for the extraordinary moisture, which made him apprehend they might spoil under way. He has them dried now, and I believe they will leave, together with the Doctors, with the steamer of the 10th (page) of next month. He will write and propose to you a system of numbering the birds, so that you may be enabled to tell him of which numbers you have pleas, and of which you want more and how many. He begs you to send him more of the enclosed tickets, but not to send them in a letter, as he had to pay for the last from Panama till here four dollars and a half.

Are you aware that there exists a race of chicken that occupy the same relation to the ordinary domestic fowl as the negro race to the white; there plumage has a darkened face, the eyes are remarkably black so are the legs, the comb and nettle also is bluish red. But what is most singular, even the flesch whith the sole exception of the breast, is very dark and the bones are perfectly black. People here call them „Lempas“, and consider their flesch more tender, than that of the fowl. To me it was something so extra ordinary, that I hardly was and still am able to eat (page) of them. Should they be new in the States I will procure some and send them to you or the Commissionner of Agriculture if you desire me to do so. In looking over my files I find that I have as yet not acknowledged the receipt of your letters of Octob 13 & 14, its to the specimen of Indian antiquity I have written to my son in law Mr von Schröter, now in Germany for his permission to send them to you, and I hope to receive it within a month.

Dr. Frantzis says that he has received your work up to page 320. I thank you for your intervention in favor of Dr. Seebach, let me beg you to keep the same of that gentleman in your mind. I feel quite confident that he will soon occupy a prominent place in natural science, and since he speaks English like his native tongue and is willing to accept a good offer from the U.S. I think we ought to try to gain him for our country.

Yours truly C.N. Riotte

San José, May 25, 1866

(1038)
(stamp: Smithonian Institute 6 MAR 1867)

My dear Professor:
I have of late been remiss in my correspondence with you, principally for the reason, that I know of nothing worth communicating. Your last letter expressed the desire to have some good skins of the „Lempa“ fowl with a skeleton separate and empty eggs. I spoke directly to Dr. Kantzius and requested the young man in his employ to buy for me the best pair he could get (a rooster and a hen) with some eggs. I have since reminded him and the Dr.

repeatedly, buth hitherto without sucess; still you may rely upon it, that I will not lose sight of the subject.

I have lately been so fortunate to secure five specimens of the mysterious green stone called Nephrite Humboldt, which he found … (next page) among the Indians of the tributaries of the Orinoco and Amazon and those of Mexico as being highly reverenced, and the origin of which has never been found. Three specimen were discovered in huscos (Indian graves) in the province of Guanacaste in this Republic, and inasmuch as I have not read that they were found South of Mexico and North of the Orinoco they may serve to establish the connecting link between this history of these countries. Humboldt in his trards in Equinotial America from II. Chap. 23 speaks extensively of this stone.

I have also packed one box with specimens of old Indian eartheware found in different parts of this county, and another with signees and implement of granite from the same source, which I hope to be able to send off with steamer of 10th of next month.

I think (page 1038) I ought not forward the nephritestones along with these boxes, and rather wait till I have a perfectly reliable opportunity.

Most truly yours

C.N. Riotte

You would oblige me very much, if you could procure me from the Agricult. Departm. three or four papers of each of the following seeds: snap beans, peas, radishes, viper-grass (Scorzonera) beets, lettuce (head), squash, cucumber and have them forwarded by mail.


San José, Sept 25, 1866
Spencer V. Baird, Esq.

My dear professor,
Your letter of July 16 last, including one to Carmiol, was received the 15 Aug. Carmiol is perfectly content with your proposition and satisfied with your account. In the last box with birds, sent to you, you will have found also a lot from him. The 25 Bur. for butterflies he wants to remain there at his disposal, but he has requested me to pay him the $ 75.00 you have offered him. He asserts that his amount means god, inasmuch as all dealings he had with you, were done in gold. For all I know he may be right, but since you have not expressly said so I have agreed with him that, should you have meant Currency he is to refund the difference. As to the way of paying Carmiol the amount I was in a quandary. American gold (page) stands here now as compared to CostaRican at a premium of 20 p.c., i.e. higher than its actual value; and this is only a fictitious position because there is no American gold at all in the country. I would have to pay Carmiol $ 90 in Costa Rican gold, which would have been from $ 5-7 ½ more than was coming to him, and that amount Ritter (?) I would have to lose to (?) you. After consulting the director of the Bank he recommended that I should draw on you in American gold in favor of Carmiol; he might then sell the draft with a premium of about 17 p.e. and you would have simply to pay $ 75.00 in American gold. I have done so but have arranged it so that the draft will but leave with the steamer of the tenth next month.

I hope you will approve of this action.

The despatching of the antiquities has been delayed until now for want of carts in this rainy season; they have left in boxes No 192 (page) the 23st mist. Fortunately the day before Dr. Frantzius received a tapir (?) skull from the Dota mountains, which goes along in box No 3, also marked „antiquities“, as the man in the store, who knew not better, told me. I wished you could compare those nicely worked stones for grinding cereals and principally corn (if I am not mistaken people called them in Mexico „metate“, here they have no specific name) with the clumsy granit stones of about 9x12 inches square at this day in use in all those countries, and you would convince yourself how much of progress, have retroceded since the conquistadores. the „grennstones“ I have wraped up and nailed on one side of the large box. What I have said of the „metates“ holds good also for the earthenware in box No 1. Nothing like it is even attempted now. The nice frog was (page) found but few weeks ago in the line of the new road to the Atlantic in a dense forest of immense trees far away from any human habitation. Known even to the history of the Spanish times and buried at least 4. feet deep. Don’t it seem to have been the handle of a jar? Look at the beautiful imitation of the texture of the skin.

I am, dear Sir, yours faithfully
C.N. Riotte

Riotte, C.N.
882/1866
2 Boxes Antiquities, Costa Rica


1867 Five Acorns arrived


U.S. National Museum
Card Catalogue of Accessions
Date   1867
Acc.No.        1038
Nature of Object      Five Acorns evergreen oak
Locality         Costa Rica



San Josè, Feb 10. 1867

My dear Professor.

I have received yout two last letters, in
which you inform me of the receipt of the antiquities forwarded to you and are good enough to express your satisfaction. I will endeavor, during the short time of my remaining here, to procure you some more. The meteorological observations for the last three months have been made on my request by Dr. Frantzius, in asmuch as since that time I resided on a hacienda about five miles distant from San José and about 1000 feet higher. Upon Dr. Frantzius’ and my request a very intelligent and good old German gentleman, Mr. Francis Rohrmoser, on the hacienda Alemania near Heredia has declared himself willing to continue with the observation for your (…) (page) I believe the hight above the ocean of his place is about five miles more north; the latter fact removes it more from the shelter of Trazu’ Volcano, which may contribute towards increasing the quantity of athmospherical precipitation. Inform me whether this arrangement meets your approbation, and then I will set the thing moving before I leave. You are aware that I have been superseded by Gen. A.L. Lawrence; he arrived the fifteenth of last month, and, although I was for months prepared for that event, I couldn’t feel but sensitive to the regardless and almost rough manner in which it was announced to me by the State Department in a dispatch handed to me by Mr. Lawrence. I thought I had merited different treatment. But: hanseat cum caeteris, to the gentlemen of that Department it was of course, but a matter of business, to me, after almost six years of successful activity a (page) matter of heart; still I could not expect them to view it in the same light.

I shall remain here a few months more, since I do not dare to expose Mrs. Riotte and my baby, both of whom are not strong, to the rigors of a northern winter. Returning to the States in order to find me another occupation, I shall visit Washington and be happy to find you healthy, and overbusy as ever.

It will certainly interest you to hear that a contract has been entered into between the Costa Rican Goverment and a NewYork Company, at the head whereof stands General J.L. Fremont, for the construction of an interoceanic railroad through this republic. I have made application for the position of General-Agent of the Co. in this country, and would be very grateful to you if you would take the trouble of doing something for me, if not incompatible with your views and office.

Vale, fareque! Yours C.N. Riotte

Hoboken (Bloomfield Str. 273), June 13, 1867

Spencer J. Baird, Esq.


My dear professor.


With the steamer of 11th inst. Mr. Carmiol with him two cases containing birds, orchideas etc. etc. Mr. J. Buchanan, to whom he had a letter of introduction by bapt. Dow, has tried hard to get the custumhouse officers to let the cases be introduced without duty. They insist however that Carmiol should pay 30 % (?).. Mr. Buchanan has recommended to Carmiol to request you to get out a permit of free introduction under the pretext that the things continued in the cases were for the Smithonian institution. I told Carmiol, who at this moment comes to me with the request to write you, that I didn’t know whether you would lend your hand to such transaction, but since he insists upon my writing to you, I am (page) herewith doing so. The cases have the following contents: (FC. 5/6) 1) in case F.C.5 plants alone. 2) in case F.C.6 staffed birds, staffed manolia, hanging rests, 27 packets of palm seeds and a small box with Indian antiquities.

Of all these the staffed birds are distined for your Institution, and what it should want of the balancce Carmiol would sell you. He intents to go to Washington as soon as he has his cases in his possession. Please anwer with returning mail.
Yours very truly
C.N. Riotte

Hoboken, June 28, 1867

My dear Professor.

I hope you will have received the two boxes to day, or you will receive them to morrow. After consultation with Mr. Hillier I thought best to send both, inasmuch as I do not fully trust Carmiol’s assertion, that the one contained plants exclusively. I did want you to be able to convince yourself of its contents.

I had to pay the dispatch, since I could not, what I was required to do, produce the free pass. I mention this merely in order that you may tell it Carmiol, who, I am persuaded, would think I would make money out of him, if I would ask the small amount of him here.

 In your last letter to me in Costa Rica you said you regretted not to have known of my being suspended by Gen. Lawrence, else you might have worked to have his nomination (page) rejected by the Senate. Let me now call upon you for a like purpose. Perhaps it has escaped your attention, that recontly a Mr. Marcus Otterburg has been appointed Minister in Mexico. I do know him well; he is a little German Jew, with the usual smartness of his race, but without a shadow of character and so little education, that in 1861 he could not stand the examination as a Clerk for the Interior. Besides he is an enemy of the republican cause, and has for years, while Consul in Mexico, always secretly plotted with Max.

There was a time and it is not long passed, when I should have very much wished to get that mission, tho’ I distrusted my ability to conduct creditably a mission which under present circumstances, I consider the most difficult of all American Legation. My reason was because ever since a three months saddle-trip through Mexico in 1856 I liked the country and the (page) people, and dreamd of once reaching a position, wherein I could do something for them. Still I thought there were better men among my countrymen, to have that position, than me, and when, during my recent sojourn in your city, it was hinted me that I might ask for the mission, I at once rejected the idea, the execution of which I considered as far superior to my abilities and merits.

As the matter now stands and since papers have particularly urgend against Otterburg, his being an adopted citizen, I have not the slightest idea of taking one step for me, should his nomination be rejectied, but considering his nomination a scandal for our nation and executed in the worst possible faith against the republican Govt I shall work to see it defeated, and I would thank you if you would aid me in that endeavor.


Your most truly
C.N. Riotte

Hoboken, Sept 15, 1867

Professor S.J. Baird
Washington

My dear friend,

I feel found to communicate to you what, with the lst mail, I have learned from Costa Rica about your project on the exploration of the country. Dr. Frantzius writes as follows: „Both Mr. Valentini and myself are similarly placed as to the Smithsonian Institute. Dr.

Baird’s offers are so highminded that we are under the highest obligations to him.

Alas! that the assistance for our scientific labors has to come by the Government here, which makes it impossible to carry out the project. The books will be locked up in the so called library, inaccessible to everybody, and finally disappear, i.e. be stolen.

Valentini will write to the Prof. on the point.

As to the other subject it appears as if Mr. Volio intended to play the same ignoble game with Prof. Baird, which he played with you as to the project of a system of (page) and, may be, later me to make a project _on the thing was to be carried out, with the sole aim to gain time and save the appearance, as if he was taking great interest in the enterprise. Finally some paltry obstacle will be found, and the outmost regret will be expressed at the inability to effect it. The Alujuela boars will never vote a cent for any scientific purpose. - I am unable to answer any thing definite to Prof. Bairds last letter, - but it might be advisable, if he is not at Paris or travelling, if you would advise him, that it is labor lost to take any steps towards an enterprise, whereof I am morally convinced, that the Costa Rican Govt will do nothing for, and that, if the meddles will it, nothing but bother will result for eittes (???) party.“ From Mr. Volins letter of Aug. 25 last I must, in justice to him, extract a little more than what he says upon the project itself.

 Not merely the law on public schools, but all projects coming from my department, remained during this Congress without action, because a strong and fanatic opposition (???) arose in it against me on account of establishing of the National Bank (page) ____ ___ther dispositions offensive to several private interests.

 The Government received with enthusiasm the proposition of the Smithsonian Institution for a scientific exploration of the Republic’s territory, but it must, to its regret, defer it until Congress in its next session (May 1868) will appropriate a sum sufficient to bear the expenses.“ My opinion is that Mr. Volio is neither so black, as Dr. Frantzius paints him, nor so innocent as he depicts himself. He has eminently that faculty to use others for his purposes and to manage things so, that the work and merits of others is put to his credit. So he treated me with the railroad and schoollaw projects, so he will treat you with your beautiful plan. I for my part must say that I am not insensbile to the ambition of having originated measures that have benefitted mankind or a portion of it. (page) I am still without a situation or occupation, unless writing occasionably correspondences into German papers may be called so, and I am by and by coming to the conviction, that N. York is not my „terrain“, inasmuch as one is not appreciated according to what one knows or has done, but according to the uses, the most dirty not excepted, that one is apt and willing to be put to.

I remain, dear Sir, yours most faithfully
C.N. Riotte

Do not forget to
remember me most respectfully to Mrs and Miss Baird.

Hoboken, N.J. (Bloomfield Str. 273), Octob. 12. 1867

My dear Professor.


Your kind letter of Sept. 19 last was received, and I gratefully acknowledge the generous feelings you have therin expressed towards me.

I intended to have been in Washington by this time on some business of my son Eugene, the miner in Austin, Nevada. But having been suffering for some time, I do not dare to undertake the trip now.

Would you allow me to request of you a favor connected with that subject? My son, in connexion with two more young men, after three years of trials claim to have invented a melting furnace for silver ore, which will reduce the expenses mor than 50 % and increase the yield considerably. the patent, they have petioned (page) for, was refused as in conflicht with another of Messrs Whelpley & Storer of Boston. Against this decision they have appealed to the Examiners in Chief. Now I want to know first the names of these gentlemen, of which there are three, and second what evidence would be most likely to influence them. I am told that they are not experts themselves, but that they decide on evidence producced by the party claiming a new patent. I desire to know the names of the persons, whose scientific opinion on the question of the conflicting patents, would be considered of high value by the three gentlemen.


Very truly yours

C.N. Riotte

Münster, Alsace, 17 Juli 1878

Münster, Alsace, Juli 17th 1878
Prof. Spencer J. Baird, Esq.
Dear Mr. Baird.

I have received your kind letters of June 26th & 28th enclosing Mr. Le Duc’s kind and interesting letter, the receipt whereof I have this day acknowledged, and the very valuable monography of Mr. John L. Hayes, an old acquaintance of mine from Mr. Lincoln’s time. (page) Many, many thanks to you, My good Mr. Baird for your indefatigable and omnipresent kindness. On that Angora score at least, I will not trouble you any more as Mrs. Le Duc and Mrs. Hayes have provided me with addresses to whom to write; but whether not something new turns up, which will compel me to take refuge with you - quien sabe! Do not, do never, forget to remem- ber me to Mrs. and Miss Baird; has my spirit to look for them in the old familiar rooms or in the Smithonians palaces?
Most affectionately yours
C.N. Riotte


1865 Proceedings Academy Of Natural Sciences Philadelphia

1865.
1ft
P H I L A D E ]. P H I A
r R T N T K P FOR THE A A I) E M T
1865.


archive.org/stream/proceedingsofaca17acaduoft/proceedingsofaca17acaduoft_djvu.txt


from Arriba, Costa Rica. Sent by Chas. N. Riotte, correspondent of the
Smithsonian Institute : Mus. No. 6,363.

The species of this genus now known are four, — viz. :

Two pra^ oculars ; dentition isodont ; scutella near 143-p85. Color of Elaps
lemniscatus type, red with black wings in threes separated by yellow.
P. elapoides m. Elapochrus deppei Pet. Liophi^ (Cosmiosophis) tricincius Jan.

One preocular; dentition diacranterian ; si-utella near 1304-97. Color of
the E. corallinus type, red with simple numerous black rings.
P. aequalis Salvin. P. Z. S., 1863.

Three prseoculars ; dentition isodont; scutella 129+120; color of the E.
type, few approximated black rings on red ground.
P. dimidiatus m.

Two praeoculars ; dentition isodont ; scutella near 13S+46. Color of the E.
langsdoiifii type ; broad contiguous equal black rings, leaving but lines of the
red ground.
P. euryzonus m. Liophis (^Coimiosophis) "plendens Jan. Coronellidse

Arch. p. 1. Zoologia Modena, 1863.

1865 Annual Report Of The Board Of Regents Of The Smithsonian Institution

ANNUAL REPORT OF THE BOARD OF REGENTS OF THE SMITHSONIAN INSTITUTION,
SHOWING THE OPERATIONS. EXPENDITURES, AND CONDITION OF THE INSTITUTION FOR THE YEAR 1865.

WASHINGTON: GOVERNMENT PRINTING OFFICE. 1866.


Meteorological stations and observers of the Smithonian Institution for the year 1866

CENTRAL AMERICA.
Riotte, C. N

North latitude 9 54
West longtitude 84 06
Height 3,772 feet
Instruments T. R....
Number of months received 11

archive.org/stream/annualreportofbo1865smit/annualreportofbo1865smit_djvu.txt

1865 Hermann Riotte an der Uni Zürich

Universität Zürich, Matrikeledition

Riotte Hermann
Matrikelnummer        2874
Fakultät        philos.
Semester      Sommersemester
Immatrikulationsjahr  1865
Geburtsdatum
Geschlecht    männlich
Herkunftsort bzw. CH-Bürgerort     San Antonio
Herkunftsort bzw. CH-Kanton        Texas
Herkunftsland USA
Angaben zur Vorbildung       Kts.schule
Weggang von der Universität         ab ohne Zgn.11.08.1865
Informationen über die Eltern         E: Carl R’ in San José (Costa Rica)

www.uzh.ch


08.02.1865 Letter to Abraham Lincoln: Desire to be retained

Private
San José, Costa Rica, February 8th 1865.

To
the President of the United States,
Mr. Abraham Lincoln.

Sir:
Relying upon the satisfaction, which, judging from numerous despatches to me, my administration of this Legation seems to have given you and the Hon. Secretary of State, I make bold to be you for my continuance in this office for your next term.
I am Sir, with the highest consideration your most obidient servant
C.N. Riotte

NARA, M650 Lincoln Administration

May-June 1865 Costa Rica’s Reacting about Death of Lincoln

United States Department of State / Executive documents printed by order of the House of Representatives, during the first session of the thirty-ninth Congress, 1865-'66
(1865-1866), page 37ff

 J. VOLIO to Hon. Senor C. N. RIOTTE

 [Translation.] PALACTO NATIONAL, SAN JOSE', May 16, 1865.
The President of the republic has, with profound grief, in the despatch you were pleased to send me from Punt Arenas, found the confirmation of the sad intelligence of the murder committed on the person of the President of the United States, Abraham Lincoln, which occurred the 14th of last month, at Ford's theatre, in the city of Washington.
 You have also been pleased to inform me of the criminal attempt to assassinate in their own house the Messrs. Seward, Secretary and Assistant Secretary ofState, an attempt which, though fortunately frustrated, caused to these gentlemen several wounds and blows endangering their lives.
 My government would wish, in honor of humanity, that this savage act should appear isolated, and- solely chargeable to the wretched assassin who attacked the life of the unfortunate President. And it must be so. Whatever ferocity may be ascribed to the anti-national party, it is inconceivable how, even in a state of desperation, it should go to the extreme of defiling its cause with the most horrible of all crimes, without any other political result but that of calling down upon it the indignation of the whole world.
 Costa Rica deploret as her own the loss sustained by the United States in the death of the eminent man who for four years governed, with such justice,firmness, and loyalty, the great republic of the north, in the midst of the troubles and anxieties of an intestine war. She laments the violence of passions called into existence by political fanaticism, and condemns now, more than ever,the cause of those who attempted to destroy the American Union.
 In mark of mourning the President ordered the national flag on all public buildings to be raised half-mast during the 14th instant. Rejoicing in the restoration of the momentous health of the honorable Mr. Seward, and in the inauguration of Mr. Andrew Johnson in his character as President,
I have the honor to reiterate, &c.,

 [Translation.] PALACIO NATIONAL, SAN JOSE', May 30, 1865.
 I have the honor, in reply to your esteemed note of the 26th instant,to communicate to you that the government and the people of Costa Rica join, with the greatest spontaneity and alacrity, in the public demonstration of mourning and grief which the republic of the north, our sister and ally, is making in memory of the good man that left the earth.
 Proper orders have been issued that on the 1st of June next the national flag will be hoisted half-mast.
 Repeating, J. VOLIT.

SENTIMENTS OF CONDOLENCE AND SYMPATHY.
 [Translation.] NATIONAL PALACE, SAN JosE, May 25, 1865.
 SIR: The assassination perpetrated in the person of Abraham Lincoln,.President of the United States, and the criminal attempt made against the Secretary of State, Mr. Seward, which you communicate in your despatch No. 186, has caused the profoundest regret to the members of this government, and generally to the Costa Rican people, who understand and appreciate the merit of the illustrious victims of such a horrible event.
 This government has read with esteem the communications, copies of which you enclosed, exchanged between the secretaryship of state and that legation,in relation to said events, and it is highly pleased that it fell to you the honor to be one of the commission charged with the manifestation to the family of the ill-fated Mr. Lincoln of the share of the diplomatic body in the general mourning, and with the expression to Mr. Seward and his family of its sympathies and prayers for their recovery.
 As soon as the dismal intelligence reached this capital, his excellency the President directed the national flag to be hoisted at half-mast on all the public buildings.
 I am also informed of the inauguration of the new President, Mr. Andrew
Johnson, and of the speeches on that solemn occasion.
 While the enormities to which, political fanaticism may lead are lamented,it is a source of consolation that the attitude preserved at so very critical moments by.the nation so cruelly wounded, remaining immovably true to its institutions,and exhibiting sentiments of horror and bereavement, is equally worthy ofa great and generous people as of the illustrious personages to whom they were devoted.
 Hailing the miraculous preservation of the Hon. Mr. Seward, and offering prayers for the restoration of himself, his worthy son, and all other persons ofhis estimable family, I close this, recommending you to communicate its contents in the usual form, which might be more acceptable.
 I am, sir, your obedient servant, JULIAN VOLI0.

 His Excelleney DON Luis MOLINA,
 Envoy Extraordinary and Minister Plenipotentiary
 from Costa Rica, Washington, D. C.

 [Translation. ] LEGATIONS OF COSTA RICA, NICARAGUA, AND HONDURAS,
 Washington, April 15, 1865.
 SIR: Sincerely sharing in the feelings of the people of the United States,the persons connected with the government, and yourself, on the occasion of the melancholy evelits which you communicate to me in your note of this date,I do not venture anything in at once assuring you that the governments and the peoples I have the honor to represent near the United States will receive with due appreciation the sad intelligence of the national calamity referred to, fully sympathizing with the national sorrow.
 At the same time you have the kindness to inform me that, according to the Constitution of the United States, the Vice-President has formally assumed the functions of President, and that you have been by him authorized to perform the duties of Secretary of State.
 The uninterrupted existence ofthe constitutional government of the United States will doubtless be looked upon in the republics of Costa Rica, Nicaragua, and Honduras as the surest guarantee of the friendly relations they so much desire to cultivate with this country, and will now be a relief accompanied with the hope that the administration of President Johnson may advance those relations as well as that of his lamented predecessor.
 Let me offer my personal condolence with the family of the late President in their bereavement, and my earnest wishes for the recovery of Mr. Seward,his son, and family.
 I have the honor to offer to you the assurances of my high consideration.
 LUIS MOLINA.

 Mr. Riotte to WILLIAM HUNTER,Acting Secretary of State [Extract.]
 No. 123.] LEGATION OF THE UNITED STATES, San Josi, May 22, 1865.
 SIR: I had the honor of receiving on the 13th instant at Punta Arenas, whither I had gone.for the purposes indicated in my despatch No. 122, your despatches Nos. 100 and 101 and your order of 17th April last.
 The terrible tragedy recited in your despatch No. 100 has created a degree of painful sensation in this country altogether unexpected and heretofore evinced on no occasion. The President immediately upon the arrival of the mail raised the flag on his mansion half-mast, and the same was done by his order on all public buildings. The foreign diplomatic and consular representatives followed, and most of them wrote me letters or paid me visits of condolence. And the grief was not"merely an official one, as to my sincere satisfaction I had abund ant proof to convince myself. A real gloom was spread over the whole com munity.
 It would not be proper in this place to speak of my personal feelings,but IL hope I will be pardoned for saying that the great debt of gratitude I owed Mr. Lincoln made me feel his loss like that of a brother. In the miraculous salvation of the venerable chief of our department I rejoice most heartily, with every true friend of the great *cause of our country, which, I am persuaded, in the hands of Mr. Johnson will be sustained ably and energetically.
 I have the honor, sir, to be your obedient servant, C. N. RIOTTE.

 Riotte to Hunter. [Extract.]
 No. 125.] LEGATION OF THE UNITED STATES, San Jose, June 4, 1865.
 SIR: I have the honor to acknowledge the receipt of despatches Nos. 102 and 103, and enclose copy of a note addressed to this government, and a copy and translation of the reply tbereto ; also a copy of the circular note directed by me to the diplomatic and consular representatives of foreign nations,calling upon them to join in the celebration of the day set aside by the President as a day of mourning in memory of our lamented late President. On that mournful day I was made the recipient of a number of letters ofcondolence and of visits from many distinguished citizens and the charges ofPeru and Spain. Without one single exception all flags in this capital were at halfmast, some draped in crape. The legation and its flagstaff I had draped in black and white, while long black streamers hung down from the flag. Most Americans wore black, and two of them volunteered to put up the drapery on the legation.
 I have the honor, sir, to be your obedient servant, C. N. RIOTTE.

24.05.1865 Henry Hamiller to Charles Sumner

San José Costa Rica
May 24th 1865

Honourable Charles Sumner

Dear Sir
Being a citizen of Massachusetts & the only one residing in this Republic I take the liberty frequesting you to use your interest for the purpose of securing the presentation of the enclosed Petition. The object of the Petition is to precint if possible the removal from Office of a most worthy and deserving man - one whose merits indeed obtained for him his present position as minister here - a just reward for the persecution he had undergone, and the loss he has sustained in Texas for advocating in dangerous times the same great Principles of Human rights whcih our own Native State has ever uphold.

Eventually hoping therefore that you will accord to the Petitioners your sympathy, and render them in assistance you can in obtaining for their Petition a favourable issue.
Your Obedt Servant
Henry Hamiller

NARA, M650 Lincoln Administration


24.05.1865 Americans in Costa Rica to Pres. Johnson

Andrew Johnson
President of the United States of America

We the undersigned representing the majority of American citizens resident in Costa Rica, having been informed that a movement is on foot for the purpose of effecting a change in the representative of our Government in the Republic, we wish to present a Petition against such a change, since we believe that at present it would not be advantageous. Having, during our long residence in this country been acquainted with several who have held the Office now occupied by our present Minister, we are in a position to assert that none of his predecessors have, during their Ministry, so perfectly gained the respect and confidence of, not only the American part of the community, but also of the Nature population, as Mr. C. N. Riotte. When we consider the difficulties with which he has had to content on account of the disrespect which attached to the American name; rising to the mismanagement and unworthy conduct of his immediate predecessor we cannot forbear to express our admiration of the successful and dignified manner in which he has won the confidence and respect of both Government and People.
    Should so unfortunate an event as his removal take place, we feel confident that it would afford the highest qualification to a portion of the American and Texan Residents herewho threnghtend the protraited struggle for our National existence have exhibited an excessive spirit of en__ity and hatred against the United States Government - so much so, indeed, as to find in the assassination of our late beloved President an occasion for rejoicing. we sincereley hope that such men may not be gratified.
    Bearing in mind the praise worthy manner in which Mr. Riotte has ever performed the duties of his Offices as far as our knowledge extends, we do not fect diffident in expressing, & hope that his our petition that he may be retained at his Post may meet with your favourable consideration.
San José Costa Rica
May 24th, 1865

E Brodway
John _ Smith
Marcus Marion
Henry Hammiller
Ina Thorp
David Black
Lill Meher
Henry Crawford
Loren Chase
David Forger
Edward J. Hoep
William J. Hood

NARA, M650 Lincoln Administration


14.06.1865 Petition of Mexicans in Costa Rica

Petition of The Mexican Citizens residing in San José Costa Rica

These papers have been enclosed to me, I have forward them to the Sec of States

Charles Schub

Boston
14th June 65

NARA, M650 Lincoln Administration


10.12.1865 about Pacific Railroad

Letter describes leading CR officials, argues vs FLO’s view that AM Pacific RR supercedes need for isthmian RR - i.e. good internatl trade in CR, would increase, as would population - also, would be big step forward, make fairly easy, annexation of CR by US

Source: American university (summary)


12.1865-09.1866 Relations between Costa Rica and USA

United States Department of State Executive documents printed by order of the House of Representatives, during the second session of the thirty-ninth Congress, 1866-'67 (1866-1867)

COSTA RICA.
 Mr. Riotte to Mr. Seward.
No. 138.] LEGATION OF THE U. S. OF AMERICA, COSTA RICA,
 San Jose, December 10, 1865.
 SIR: By my despatch No. 92, of January 13th, 1864, I had the honor of reporting to you a nuisance complained of by this government, namely, that young men from this republic go to the United States, remain there ,for a short time, ,obtain, by means of hard swearing and an inexcusable levity on the part of the courts, letters of naturalization, upon which they return for good to their native country, or leave the United States for other parts, and all this for the sole purpose Qf making this citizenship a bar against the enforcement of whatever obligation by their native or any other government. You were good enough to express in your despatch of February 10th, 1864, No. 73, your approval of the views then ventured by me. Since that time I have ascertained that six individuals from here claim to have become American citizens in this way: respectively to have made their declaration of intention and purpose living here until the three years have expired, when% they intend to return to the United States and claim letters of naturalization. One of those men, a Venezuelean by birth, but from most ultra-secessionist German parents, left New York two years ago, after obtaining letters of naturalization within some weeks of his arrival there, for Hamburg, Germany, where he is now claiming American citizenship, as I am informed. I need but little to add to the five enclosures, from which you will be able to survey the whole case as now presented, and I beg you to make allowance for the copiousness of my answer to Messrs. Quezada. I considered it necessary, inasmuch as I know that quite a number of persons-some say about one hundred-were waiting for my decision, in order to adopt, if it proved favorable to Messrs. Quezada's claim, the course followed by them. My .doubt as to the legality of the naturalization papers laid before me arises from the non-compliance with the requirements of the act of Congress of May 24th, 1828, (United States Statutes, 1824-1835, page 310,) though I am not quite sure whether this law was meant to apply to all naturalizations, or only to those of a certain class. Kent (vol. 2, page 28) thinks it universally applicable, and I know that many courts in the United States in issuing naturalization papers are acting upon the same opinion. Concerning the remedies against this glaring evil, I took at the time the liberty of suggesting some, but further consideration: has taught me that their adoption alone would not stop it entirely. I think it bad that clerks of courts, too, are authorized to grant such papers, and that it is not made the exclusive duty and privilege of courts in open session, which' would certainly prevent a good deal of false swearing. But the main difficulty is, that in our large cities two witnesses can be got at any moment-and very cheap-to swear to anything; that the persons hunting up such witnesses have as a matter of course, made up their minds beforehand to commit perjury; that there is no officer bound to look after the interest of the United States in such cases, and that the judges or clerks, instead of requiring two good, substantial witnesses, (they ought to know them personally,) seem to be satisfied with, almost any class of witnesses.

Let me also suggest that the enforcing of the income tax on American citizens living abroad would materially contribute towards cooling the great fervor of foreigners for becoming United States citizens in the manner and for the pur poses.above stated. In conclusion I have to say that when, during the second interview with Messrs. Quezada, I put to them some questions with a view to clearing up some points, they refused replying to them, saying that they were so advised; and that their appeal was delivered to me so late, (as I think purposely,) that I could not notice any of their statements in this despatch.
 I have the honor, sir, to be, most respectfully, your obedient servant,
 C. N. RIOTTE.

 No. 1.
 [Translation.]
 SAN Jost, COSTA RICA, November 27, 1865.
 SIR: The undersigned, North American citizens, having to reside for som etime in this country, beg you to certify to the anthenticity of our naturalization papers, which we en close, and to grant us your protection as such.
 With every consideration,
 G. FRANCISCO QUEZA.DA.
 G. JUAN QUEZADA.
 Hon. Senor Don CARLOS N. RIOTTE

 No. 2.
 Mr. Volio to Mr. Riotte.
 [Translation.]
 PALACIo NACIONAL,
 San Jost, November 28, 1865.
 The supreme executive power, determined upon the fulfilment of the law of December 2, 1850, which I enclose in a printed copy, for the organization of the armed force necessary for the defence of the republic and for the conservation of order in the interior, has resolved upon appointing the officers wanting, selecting for that purpose young men able to perform that charge according to the law. Among those appointed are Messrs. Francisco and Juan Quezada, who decline to accept the charge on the ground that they are citizens of the United States, as they say, by virtue of naturalization papers which they assert to have deposited in the legation, at your honor's charge. It is notorious that the said young men never had an intention to settle (radicarse, to take root) in the United States; that they owned no property in that republic, and that, on the contrary, it is here that they lived, and yet live, settled, where they have their plantations and all their business; from which clearly follows that those young men, by coveting Ameri. can citizenship, had only in view to elude the duties imposed by the constitution and laws of their country without foregoing the advantages they might offer them. Although the government cannot, even for a moment, admit that a Costa Rican naturalized in a foreign country continues that character after having returned to the country with the implicit intention to live in it, still, desirous of giving a new evidence of its sympathy with that of the United States, it has determined to take no further steps on the excuse of Messrs. Quezada before knowing the opinion of their representative, notwithstanding that, in the conversations which I had the honor of holding with you, I was always gratified to hear you express yourself in the most just and patriotic sense on the established principles of nation ality and the formalities to be observed to maintain them. Under these circumstances does the government hope from your kindness that you will be pleased to communicate to it, in the sincerest manner, all that you deem advisable on the subject.
 I avail myself of this opportunity, J. VOLIO.

 LEGATION OF THE UNITED STATES, COSTA RICA,
 San Jose, November 28, 1865.
 GENTLEMEN: In your application to me of yesterday, where with were enclosed two documents purporting to be your naturalization papers as citizens of the United States, issued by the court of common pleas of the county an city of New York, on June 3, 1862, you request me,
 1. "To certify to the authenticity of your (our) naturalization papers."
 2. And to extend to you as American citizens my official protection.
 In your conversation with me you have stated that the object of your application was to be protected by your asserted quality as American citizens against the recent demand upon you by the authorities of this republic to serve in the militia of the country.
 I will assume that you are the identical persons to whom those documents were issued, though there is a discrepancy between your respective names as stated in them and as signed in your application; inasmuch, however, as it does not properly come under my jurisdiction to certify to the signature and official quality of either ministerial or judicial officers in the United States, as neither the person signing those documents, nor his signature, nor the seal affixed thereto are known to me, as in this country those documents, if of any use, solely can be used before the representatives of the United States, neither of whom would be bound by the certificate of the other; and ultimately, as I have doubts on the genuineness of these documents, since they do not strictly agree with the forms prescribed by law, I must decline to comply with your first request.
 As to the second, I will say that those documents appear to be issued by a competent court, certifying that each of you has taken the oath prescribed by the naturalization laws of the United States, and that such a certificate raises, according to decisions of the Supreme Court of the United States, the presumption that the court was satisfied as to your moral character, and your attachment to the principles of the Constitution of the United States, so that at that time your oath did confer upon you the privileges of United States citizens.
 But now look at your course subsequent to that 3d of June, 186-, when you became American citizens, after a residence in the United States, as you, Mr. Francisco Quezada, told me yourself, of but something like four years. Did you, gentlemen, in any manner evince an intention or desire of continued residence within the United States; of entering there into any kind of a lasting occupation or business; of assimilating with the people and becoming one of them; of making there your home, and of contributing with your mind or means to the welfare and prosperity of your adopted country? I suppose I do not need to remind you that the moment of your adoption fell into that epoch, when, during all the four years of devastating war, the cause of the Union looked most despondent. Did you, or either of you, enter the army along with hundreds of thousands of native and adopted citizens to defend the integrity of that very country, whose citizenship to secure you had been so anxious, that you could not even wait for the lapse of the legal probation term of five years? Did you in any other way contribute towards sustaining our assailed country in her struggle for life? You have not even pretended having done so. Hither you returned, if not immediately'upon, at all events, soon enough-after the 3d of June, 1862, to avoid being drafted, to the house and business of your family; you went on raising and selling coffee under absolutely the same condition as you had been in the habit of doing before ieaving for the United States. All your relations, political, municipal, social, and domestic, were the same as before that event. On not a single occasion since your return did you, or either of you, to my knowledge, claim or pretend to be American citizens, although the unfortunate condiion of our country furnished ample opportunity, and her calls upon all her sons, both nativeborn and adopted, were loud and pressing. Ever since your return have you been in the quiet enjoyment of the protection and rights of the laws of your native country, as citizens of which you were regarded by the authorities, as well as by your fellow-citizens, except, perhaps, a few knowing ones. In fact, you kept your pretended quality of American citizens a strict secret; for what reasons and with what purpose I don't need to explain.
 From all these facts, I cannot resist the conclusion that in removing from the United States it was your intention to make your permanent settlement in Costa Rica for an indefinite time, and that thus by your own acts you have made yourself again citizens of this republic. You cannot deny that your domicile was in Costa Rica prior to your leaving for the United State:s. To lose that you must have left this country with the intention of abandoniing your old, and of acquiring a new domicile in the United States. You have presented no proof of either. And again you cannot gainsay that for about three years your domicile is again in Costa Rica, and as, according to the laws of nations, the national character depends upon the domicile, you will retain that character as long as you retain the domicile.
 But even assuming, for argument sake, that you were still citizens of the United States, there is another consideration which is not to be lost sight of, in deciding upon your second request. A law of Costa Rica (of December '2, 1850) imposes upon every citizen the obliga tioni to serve in the army. You had not complied with that duty previous to your adoption as American citizens, and it is the enforcement of that very duty which has brought out. your claim to the United States citizenship. Now, I know well that the claim of an adopted citizen's native country to the fulfilmenrt of his military duty towards that country and the extent of that claim was, and is at this moment, a mooted question between the government of the United States and several European monarchies. Until that question is decided, however, I can scarcely fail if I adopt the view of one of our greatest statesmen, when he answered an adopted citizen in a case perfectly the same as yours: "But having returned to the country of your birth, yonr native domicile and national character revert, and you are bound to obey the laws exactly as if you had never emigrated," especially in a case like yours, and, as I am informed, of several other Costa Ricans, when, by abusing the liberality of our laws to immigrants from all parts of the globe, and by practicing criminat deception upon the courts of our country, one becomes an American citizen for the sole purpose of ridding oneself both of all, obligations towards the United States by leaving them as soon as letters of naturalization are procured, and of those to the country of One's birth by these very papers thus surreptitiously obtained. For all these reasons, I must likewise decline to extend to you the protection of the American flag in this case.
 . I hereby return to you the document you left with me, and it only remains for me to tell you that, inasmuch as you have expressed an intention of appealing from my decision, if unfavorable to your pretensions, to that of' the government of the United States, upon nmy intervention the government of this republic has agreed to waive the enforcement of your military duty pending the negotiations on the question, and that I herewith offer to forward, your appeal along with my despatches to the Department of State of the United States, if you will deliver it to me in time for the next steamer, (10th of next month.)
 I am, gentlemen, &c., &c.,
 C. N. RIOTTE. to Messrs. G. FRANcIsco and G. JUAN QUEZADA.

 No. 4.
 Mr. Riotte to Mr. Volio.
 LEG.ATION OF THE UNITED STATES oF AMERICA, COSTA RICA.
 San Jose, Norember 30, 1865.
 I had the honor of receiving your esteemed despatch of 28th instant, relative to the claim set up by Francisco and Juan Quezeda of this city to the United States citizenship, inforrm Lug me that your government, in deference to that of the United States, would abstain from enforcing upon said gentlemen the performance of their military duty, and requesting me to communicate to you as much as I thought proper of my opinion on the question raised by said gentlemen.
 Allow me first to state the principal facts as they appear in the case. Messrs. Quezada are Costa Ricans by birth; their mother, brother, and sister live here, with whom together they always formed one household and managed several coffee haciendas. Some years ago they went to the United States, acquired, during a transitory sojourn there, naturalization papers as citizens of the United States upon a fraudulent proof on the length of their residence in those States, returned soon after to this country, their home, and to the house and business of their family, and are in this condition living here for about three years.
 Though I have, on the strength of Mr. Francisco Quezada's own admission and of wht is notorious in this city, not the shadow of a doubt that those letters of naturalization have been surreptitiously obtained by false swearing, y.t I have no authority, according to several decisions of the Supreme Court of the United Sfates, to deny their iecognition, inasmu b as such letters are declared to be, "like other judgmnenms. complete evidence of their own validity."
 But I could not discover in this case, on the part of those :wo gen'lemen, the least indication of an animus manendi in the United States, and I noivitere~l myself; on the contrary, justified in assuming that, according to reasonable rults - , in:z-rpretation and general principles of evidence, it was indubitable that by their own 3c:.- : Ltr native domicile and national character had reverted to them upon taking up their res:.dcnce. which, from concurrent cir.cumstances, has all presumption of being a permanen' ore - ,g n in this country. I was thus compelled to refuse to extend to the young men thc protection of the American flag, who will, however, as I was by them informed, appeal from this, my decision, to that of the government of the United States.
 Praying you to accept my thanks for the cn-s.i.eration shown by your government to mine in postponing any ulterior steps until the opinion of my government on the question can be known, I beg to add the assurance that, much as both tie people and the government of the United States desire immigration of honest and substantial people froni all nations, they detest and brand with their sincere conemvpt the unfair and criminal practices by which unscrupulous foreigners endeavor to establish for themselves a spurious citizenship, and so form a kind of floating population, ever bent upon entangling the United States into difficulties with foreign nations for their selfish and unpatriotic aims, yet never willing to submit to the burdens and to perform the duties of a true son of tifeir adopted country.
 I have the honor, sir, &c.
 C. N. RIOTTE.

 No. 5.
UNITED STATES OF AMERICA, State of New York and County of New York.
 Be it remembered that on the third day of June, in the year of our Lord 1862, Francisco Quezeda appeared in the court of common pleas for the city and county of New York, the said court being a court of record, having common law jurisdiction and a clerk and seal, and applied to the said court to be admitted to become a citizen of the United States of America pursuant to the directions of act of Congress of the United States of America entitled "An act to establish a uniform rule of naturalization and to repeal the acts heretofore passed on that subject," passed April 14, 1802, and the act entitled "'An act for the regulation of seamen on board the public and private vessels of the United States," passed March 3, 1813, and the "act relative to evidence in cases of naturalization," passed March 22, 1816, and the act entitled "An act in further addition to an act to establish a uniform rule of naturalization and to repeal the acts heretofore passed on that subject," passed May 26, 1824, and an act entitled "An act to amend the acts concerning naturalization," passed May 24, 1828, and an act to amend the act entitled " An act for the regulation of seamen on board the public and private vessels of the United States," passed June 26, 1848, and "An act to secure the rights of citizenship to the children of citizens of the United States born out of the limits thereof," passed February 10, 1854-'5; and the said applicant having thereupon produced to the court such evidence, made such declaration and renunciation, and taken such oaths as are by said acts required, thereupon it was ordered by the said court that the said applicant be admitted, and he was accordingly admitted to be a citizen of the United States of America.
 In testimony whereof, the seal of the said court is hereto affixed this 3d day of June, 1862, and the 86th year of the independence of the United States.
 By the court:
 [SEAL.] NATHANIEL JARVIS, Clerk.

 Mr. Riotte to Mr. Seward.
 No. 140.3 LEGATION OF THE UNITED STATES, COSTA RICA,
 San Jose, January 10, 1866.
 SiR: You have probably learned that the Central American Transit Company had to contend with so many difficulties and disappointments in the execution of its enterprise, arising partly from the want of a port on the Atlantic side, partly from the sballowness of and the rapids in San Juan river, and also from the numerous transshipments on the route from ocean to ocean, that for some time already it is looking out for a more convenient and securer route than the one hitherto used. The knowledge of this fact, and a sincere desire for entering the circle of civilized nations, has been the motive of this government to call the attention of the company to the superior advantages of a railroad across this republic from the port of Limon, on the Caribbean sea, to that of Herradura, at the entrance of the Gulf of Nicoya, opposite Cape Blanco, and to offer to the com pany, in the event it should adopt this plan, the most liberal inducements, in fact, almost anything the company may reasonably ask for. Mr. F. Kurtze, the di rector general of public works in the republic, will leave the 10th instant for New York, fully empowered to enter into negotiations and agreements with the com pany and to accede to any fair demand of it.
 Having myself long ago come to the conclusion that the present route is im practicable, and cannot, in competition with the well-established and managed Panama route, ever become paying, this was the plan the adoption of which I have urged upon this government for more than three years, as well in the inter est of this country as in that of the company, and more so in that of our coun try, to whom, by the construction of that road, this republic will become, commercially, almost exclusively tributary. Both this government and the company could for a good while not see the correctness of my views, and have been paying dearly these years for attempting to carry out schemes contradic tory to the nature of things. This government is now perfectly cured of its follies, which have brought the finances of the country to the very verge of bankruptcy without the least benefit to the people at large, and I cannot doubt that upon proper representations the company will understand that there is no better route in Central America for an interoceanic communication than that across this republic, where good and healthy ports, a well adapted topography, a large interior commerce, a comparatively enlightened and stable condition of public affairs, and an industrious and productive population offer, besides a sav ing of three days in the through journey from and to California, advantages not to be found on any other Central American or Mexican line. I don't need to tell you how important it would be for our country, from a political and strategical point of view, to secure for us a foothold in the only good port of the Caribbean sea, and in a country the inhabitants of which are doubtlessly the only ones of all the peoples of Central America able by and by to understand our institutions and to assimilate with our people.
 Allow me to bespeak for this highly interesting plan the favorable considera tion of my government.
 I have the honor, sir, to be, respectfully, your obedient servant,
 C.N. RIOTTE.
 
 P. S.-Mr. Kurtze will leave with the steamer of 25th instant.

 Mr. Seward to Mr. Riotte.
 No. 112.] DEPARTMENT OF STATE,
 Washington, February 16, 1866.
 SiR : I have to acknowledge the receipt of your despatches to No. 140, inclu sive, which are interesting.
 With reference to your No. 138, of December 10th, 1865, and its accompani ments, relative to the claim made by Messieurs Francisco and Jean Quezada, as citizens of the United States, by virtue of naturalization papers purporting to have been issued to them by the court of common pleas for the city and county of New York, under date of June 3d, 1862, I have to inform you that, having given the subject due consideration, the proceedings you have adopted and the decision you have arrived at in the premises are approved.
 I am, sir, your obedient servant,
 WILLIAM H. SEWARD.

 Mr. Riotte to Mr. Seward.
 No. 142.] LEGATION OF THE UNITED STATES, COSTA RICA,
 San Jose, March 10, 1866.
 SIR: On the 24th of last month Mr. Volio communicated to me that the government of Peru had requested his government to join the offensive and defensive alliance, recently entered into by it with the government of Chili, against Spain. He added that his government was disinclined to comply with the request, but that its situation was particularly embarrassing, inasmuch as this country owed gratitude to Peru for her generous aid with funds at the time of the war with Walker, when Peru alone came to her assistance, and inasmuch as the government as well as the people of Costa Rica sympathized sincerely with their sister republics, so wantonly attacked by Spain, while, on the other hand, his government hesitated to embark upon a course which might lead to a rupture with Spain. He requested me, on behalf of his government, to give him my view on this perplexing question. I begged him to let me have the documents forwarded by Peru, which consisted of a lengthy note of the minister of foreign relations, T. Pacheco, in which the aggressive course of Spain against American republics is recapitulated, a second despatch from the same authority containing in few words the request to join the alliance, and a number of the Panama Star with the treaty referred to.
 After due consideration, I stated in a subsequent interview to Mr. Volio that I did not know whether Costa Rica had recognized the present government of Peru, but that assuming this to be the case, it seemed to me as if the following considerations ought to govern the course of this government, viz:
 1. The government of Peru solicits Costa Rica to join the offensive and de fensive alliance entered into between it and Chili, without previous negotiations.
 2. Article 2 of the treaty of alliance stipulates : "The republics of Peru and Chili contract for the repulsion of the present aggression of the Spanish govern ment and of any subsequent by the same government against any one of the South American republics;" thus plainly stating that the alliance was exclusively directed against Spain, and meant to protect but the South American republics.
 3. Under these circumstances, and considering that Peru and Chili were actually engaged in hostilities with Spain, viewing the situation either by the light of well-established principles of international law, or in that of the intent and necessary consequences of joining the alliance, there could not exist the least doubt that such joining would be equivalent to a declaration of war on the part of Costa Rica against Spain. The fbllowing objections against that course I considered decisive:
 1. According to the treaty between Costa Rica and Spain, of May 10th, 1850, article 16, No. 2, either contracting party is bound, previous to declaring war to the other, to present a memorial of her grievances. Now, if it may be a question to be considered by the government of Costa Rica whether, resting upon this stipulation, it might and should not represent to the government-of Spain, in a respectful but frank manner, the apprehensions awakened throughout Spanish America, and with the people of Costa Rica in particular, by the course adopted by that power against the sister republics of Peru and Chili. Yet even that course was no cause for justifying a declaration of war on the part of Costa Rica.
 2. According to Tit. VIII, section 1, article 69, Nos. 4 and 6, of the constitu tion of Costa Rica, "1the approval of treaties, &c., and of whatever agreements arising ill foreign affairs, and the authority for the executive to declare war," are reserved to the national Congress, so that this government, in the absence of ýCongress, could not comply with the request even if it were disposed to do so.
 Looking at the question from a practical stand-point, the joining of Costa Rica would tender to either Peru or Chili not a particle of aid, while it would expose her to all evils of war.
 In conclusion, I recommended to let the answer of this government be a frank, calm, and clear statement of facts, as well as of the opinion entertained both by the government and people of Costa Rica on this question, and an acknowledg ment of this country's obligation towards Peru, and of the unity of interest among the Spanish American republics against unwarranted attacks by European monarchies, expressing the willingness of this country to co-operate with such means as are at her disposal, and gave promise of rendering service to the common cause, which cause, though, could in no way be advanced by an act that would involve Costa Rica in war with a great power, to which she could offer no resistance, and in which conflict she would risk her welfare, if not her independence.
 Mr. Volio cordially thanked me for the advice, and said that it coincided entirely with his own views. Few days after he read to me the draught of his answer.
 Let me hope, Mr. Secretary, that my proceedings, on which, from the urgency of the case, I was not able to consult you, may meet your approbation.
 I have the honor to be, sir, very respectfully, your obedient servant,
 C. N. RIOTTE.

 Mr. Seward to Mr. Riotte.
 No. 114.1 DEPARTMENT OF STATE,
 Washington, April 7, 1866.
 SIR: I have to acknowledge the receipt of your despatch No. 142, of the 10th ultimo, communicating an account of your interview with Mr. Volio, the minister for foreign affairs of Costa Rica, relative to the proposition made by Peru to Costa Rica for joining the defensive and offensive alliance against Spain, already existing between several of the American republics.
 In reply, I have to say, that although this is a question upon which you were not authorized to speak, and which fact the government of Costa Rica must have known, yet, as the opinions you have expressed to Mr. Volio on the subject must be viewed as your own individual opinions, the President finds no occasion to reverse them, since they appear to be satisfactory to Costa Rica.
 I am, sir, your obedient servant,
 WILLIAM H. SEWARD.

 Mr. Riotte to Mr. Seward. NO. 147.1 LEGATION OF THE UNITED STATES, COSTA RICA,
 San Jose, May 10, 1866.
 SI": I have the honor of acknowledging the receipt of your despatches up to and inclusive of No. 115, of April 7th last.
 On the 1st instant I attended, by invitation of Mr. Volio, the minister of foreign relations, the opening session of Congress for 1866, and on the 8th the inauguration of President Jose' Maria Castro. The notable ceremonies on the latter occasion consisted in a valedictory address, read by the outgoing, and an inaugural oration read by the incoming president, which, in the Spanish originals and translations, I enclose herewith, (enclosures Nos. 1 and 2.) Then followed high mass and Te Deum at the cathedral, during which a priest repeated in a sermon the principal points of the famous late allocution and syllabus of the Pope, and condemned with emphatic and perfectly plain words, as one of the new-fangled ideas of these corrupt times, the doctrine that the rulers existed for the people-on the contrary, the people existed for the rulers. Having listened to this refreshing episode of medikval catholicism, we returned to the palace, where, by appointment, the diplomatic and consular corps were received by the President in his cabinet, assisted by Mr. Volio, on which occasion Mr. Mathew, her Britannic Majesty's envoy extraordinary, read the address, copy of which I submit, (enclosure No. 3,) which had been agreed upon between him and myself, and had previously been communicated through Mr. Volio to the President. Spanish original and translation of the latter's reply you will find in enclosure No. 4. We then went to the late President's to pay him a valedictory visit.
 Besides the usual amount of cannonading, military parading, musical performances by the combined four bands of the country, fire-works, illumination and bell-ringing, the principal feature of the day was a supper, given by the Club of Friends, vulgo Montealege's Club, to which the President, the ministers, the commanding-general, Mr. Mathew and myself, were invited as guests. This occurrence is looked upon as a reconciliation of enmities of long standing and as foreboding the most cheering results for Mr. Castro's administration and the future of the republic. I can only say that as to appearances, the utmost good feeling seemed to prevail, and that if acts may be divined by words, all animosity and contention were buried for evermore.
 I have the honor, sir, to be, most respectfully, your obedient servant,
 C. N. RIOTTE.

 No. 1.
 Valedictory address to congress by President Jimenez.
 [Translation.] Messrs. Senators and Representatives:
 In descending from the high position whereon the nation had called me to govern her destinies during the period of three years to-day expiring, allow me to give expression to the sincerest satisfaction, not because I pretend to have realized benefits for my country, nor because I have merited the gratitude of my fellow-citizens by whatever other cause-but too well I know how little I accomplish to merit such bright reward-but for the reason that I take with me to my domestic hearth peace in my heart, tranquillity in my conscience, and the assurance to have done evil to nobody.
 The programme with which I inaugurated my administration contained few promises; it is for you to judge whether I have fulfilled them.
 May the staff of command in the hands of my worthy successor be-the symbol of justice, the emblem of progress, and the standard of national dignity.
 Accept, gentlemen, my fervent wishes for the prosperity and greatness of our common country.

 No. 2.
 Inaugural address of President J. M. Castro to the legislative chambers.
 [Translation.] Messrs. Senators and Representatives
 Obedient to the call, as honorable as unanimous, which the people of Costa Rica have just made to me, I have, complying with my patriotism and my gratitude, stepped forward to contract with manliness and determination a compromise the most grave and solemn.
 I propose to fulfil it comformably to the sovereign will of the same population who have trusted me with their confidence. They desire peace and tranquillity; I will presume to maintain them. They desire progressT; I will work to promote it.
 Peace with foreign countries rests upon well known bases, which I will heed carefully, the strict observance of the law of nations, and the procuring of the means of material def'ence for cases in which this may be undertaken without unjustifiable temerity. Those laws pre scribe civility, dignity, good faith, loyalty, and frankness in foreign relations, fidelity in com plying with treaties, respect for the sovereignty and interests of other states. and a rigorous observance of the principle of non-intervention which our traditions highly recommend. A republic like ours must not assume other burdens nor responsibilities but those needful for her conservation and improvement.
 I desire that my country, though she cannot be dreaded by her power, be respected for her equity and prudence, so that every offence done to her be branded with the anathema of the civilized world. We have no fleets, let us have the sympathy of the nations.
 Tranquillity demands that the measures and orders of the executive as well as those of the other powers accord with the constitution and laws, and that they be issued without con sidering personal affection or hatred, and with no other end in view but justice and the com mon good. There is nothing more contrary to the constitutional guarantees, nothing that more embitters men's feelings, and nothing more odious and punishable than the unlawful interference of the nation's chief with judicial proceedings. I will abstain therefrom reso lutely and with an inflexible determination.
 The civilization of the century has defined political and religious liberty and elevated them to the position of a dogma of peace and prosperity. I acknowledge them as such, and shall know now to respect and sustain them. I am of opinion that every attack upon constituted authority must be punished energetically; but I believe equally firmly that opinions and acts that do not inculcate laws and have no tendency of disturbing public order, ought not to be suppressed. I am of opinion that the expression of truth, even the most bitter, is wel come-to a ruler who like me has the fortitude before it to renounce his errors and the sincere desire to make it the basis of his acts. I am, in fine, of opinion that every orderly and cour teous discussion enlightens, and that the lonely words of bad passions are feeble against a government abounding by its legitimity and rectitude in moral weapons of defence.
 I do not take up the standard of these principles with the illusion that they will sustain me, but the men of true patriotism have to do that. I will have to refuse a great deal, to do a great many things, and perhaps to undertake reforms of the nature which cannot be realized without affecting private interests. There are few hearts that will suffer as much as mine in paying no attention to the convenience of individuals or families when that course is demanded by the demands of the whole society. but perhaps few miinds are so resolute to fulfil that painful duty. I am preoccupied against that sentimentality, the source of almost all my past mistakes on the same rough path I am to-day undertaking. Ruler in my youth, then outlaw, and thereupon bfor &g-hAt -ears to this day devoted to the administration of justice without any pt:rsou1ai consboeratil'n, I am not the man of yesterday. Those who look for that in me will be undeceived, and will turn a cold shoulder to the government and become its antagonists. My true fliends, however, will remain faithful and be so every day more, and a like course I anticipate from those who have chosen me as centre of their patriotic efforts neither for lucre nor for contemptible passions. With the aid of such good citizens, among which I class all high functionaries of the country, I look with confidence upon the future, and promise to maintain that peace and tranquillity in which my illustrious predecessor leaves the republic. The progress whereof these benefits are ever the first basis will do away with many fan cies, and I readily confess it will cost me much to retain my own. 'Jhere exists an urgent desire for improvements, which will not wait for the right opportunity nor consult the strength of the nation; there exists the pretension that in our soil reforms and works should be realized immediately and simultaneously, which even great nations were but able to per form successfully, and with the assiduous work of years. There do, in fine, prevail opinions that the government ought to remedy and do everything, and A custom to make it responsi ble for even the natural and inevitable troubles of the social movement. No ruler can satisfy such demands. I feel that our country, without ancient organizations, without deeply rooted interests, and without abuses grown old, is one of those most attractive for innovations. I feel, also, that in a republic like ours, sparsely populated, and where there is a want of large capital and great undertakers, who, producing a competence, impart life to the development of all branches, is the spot where progress, enterprises, and free association, that great lever of modern civilization and motive power of so many improvements, most need being stimulated by government. But I also feel that reforms and new creations must be undertaken gradually, in harmony with general opinion, time, necessities, and means at hand. and that every precipitation in this regard does ordinarily more harm than inaction. Among the attainable reforms, I consider as urgent to simplify the public administration, so far as good service permits and economy in money and men demands it, to which every government ought to incline as much as towards conservation and development of revenues. I think that, considering the proportion and circumstances of our people, that administration is excessively costly.
 The reform of some of the existing laws and regulations, also, is urgent, but not to such degree.
 The material situation of a political commonwealth is so intimately enlaced with the intellectual one, the one is the complement of the other, and that both require equal attention on the part of the government. I think that roads, immigration, and public instruction must continue the cardinal points of that attention for the period to-day beginning.
 As to roads, it is but just that I should give preference to that which will put us in more immediate communication with Europe and North America, and which holds out a direct, quick, secure, and cheap commerce lhy the waters of the Atlantic, together with many other benefits concealed to nobody.
 Which should be the route to take-that proble-m is already solved. The work is begun, and I have nothing to do but to prosecute it with equal, firmness, with the same means, or others that necessity or convenience may recommend, unless that a contract for an interoceanic railroad should save us the laborious work of continuing it.
 We all know that the powerfulness of a nation is in direct proportion to its population, and that ours falls far short of corresponding to the extent and the natural advantages of its soil. With pride do we observe the.difference between what we were thirty years ago and what we are this day; and there are certainly few who disown how much influence in the slow but sure development of our wealth, in the improvement of our civilization, our industry and arts, had the foreigners whom we received as brethren, and who have shown themselves worthy of such reception.
 Thus it seems useless to dwell on the importance of immigration, to say that we ought endeavor to stimulate it by removing all obstacles in its way. The principal one of these obstacles is the absence of a road to the Atlantic, fortunately already undertaken, and the want of laws offering to the immigrant material advantages apt to induce him, facilities in acquiring naturalization by removing the requisite term of residence, and with one word promising to him to find in our country the lap of a good mother.
 The question of creeds, which in other countries has proven the strongest hindrafice of emigration, do fortunately offer no impediments in Costa Rica. Our institutions guarantee the freedom of worship, our people are naturally tolerant, and the ministers of our holy religion, in their moralizing mission of peace, fraternity, and humility, do not forget the injunction of their Divine Master, when he, teaching love to our fellow men, admitted as such the Samaritan who had just practiced charity.
 The immigration of people brings with it that Of enlightenment, and the day will come when the development of this can be left to the free and vigorous action of private interest.
 Meantime it is necessary that government continue to take care to sustain and ameliorate public instruction in all its branches and all its scales.
 Since modern philosophy has given new direction to human intelligence, science consists in ameliorating the condition of man, in affording him benefits, in augmenting his honest enjoyments, and in diminishing and softening his sufferings and afflictions.
 This principle, to-day generally recognized, is the one which must preside in the public instruction of the country. We have, therefore, to insist that the old scholastic doctrine be boldly abandoned, and that in place of sterile and stationary abstractions, utility and pro gress be introduced.
 I will toil to maintain peace and tranquillity, and to urge on the progress of my country by the means stated. With the hope of procuring it, I have accepted the power in which, without distinction of political colors, I will listen to as many persons of merit as will com ply with the duty to assist me with their knowledge. My administration does rot proceed from tontests, nor is it inaugurated upon the ruins -of any party. Its banner is the national one, and its object the welfare of Costa Rica as a whole.
 I have laid before you, Messrs. Senators and Representatives, the sentiments, principles, and opinions which shall direct my administrative acts, as chief of the nation and executor of her laws, your approbation would be my bhest guarantee of their advisability; your indi cations would be my guide; your support my principal moral strength.
 Under such auspices I might be able, in addition to the good which my worthy predeces sor, whom I cordially felicitate, bequeaths to do, that to which I incline myself, and sur render in due time, and with honor in this same place, the presidency of the republic.
 Gentlemen, magistrates of the supreme court of justice, your circle I have left to govern the country. There I have passed the happiest days of my public life. I shall never for get how much I owe to the learning and probity wherewith you have performed your func tions, nor the kindness and confidence by which you have distinguished me.
 I trust that the harmony which during the last two periods of the executive power existed between it and the supreme tribunal, aiding each other reciprocally within the limits of the law, will continue unaltered.
 Accept, Messrs. Magistrates, my gratitude, and as its consequence, the pain wherewith I take leave of you.

 No. 3.
 The diplomatic and consular corps accredited to the government of Cost'a Rica avail them selves of the opportunity of congratulating your Excellency upon your inauguration as Presi dent of this republic, at' which 'we have just assisted. Enlightened and liberal laws, complete security for person and property, and an impartial administration of justice must ever render the foreigner as sincerely desirous for the country's welfare as her own sons.
 We feel convinced that your Excellency will also concur-with us in the opinion that such a basis must at the same time be the surest road to national and individual prosperity.
 The governments we represent take a sincere interest in the well-being of Costa Rica, and will learn with real satisfaction that your Excellency's well-known character and views authorize us to believe that under your Excellency's administration peace and good order will be marked by internal improvements and by the further development of the great national resources a bounteous Providence has granted.

 No. 4.
 Answer of President J. M. Castro.
 [Translation.]
 GENTLEMEN: Among my highest gratifications I count that of receiving the honorable diplomatic and consular corps, and of listening through the organ of its worthy senior to the expression of the sentiments and hopes entertained by it relative to the administration just inaugurated.
 The people of Costa Rica have intrusted to me their destinies in the conviction, based upon former facts, that I should have to maintain and draw closer the relations of amity contracted by it towards other nations, and particularly those here represented.
 A state so small as Costa Rica can offer to the others but its liberal institutions, the loyalty of its government, and its rich natural resources, theý development whereof can be made rapid, complete, and prosperous with the influence of the foreign element.
 I shall do all within my power to attract that element, and that my administration be ever acceptable to the honorable diplomatic and consular corps.

 Mr. Riotte to Mr. Seward.
 [Extract.] No. 148.] LEGATION OF THE U. S. OF AMERICA, COSTA RICA,
 San Jose", May 25, 1866.
 SIR: I have the honor of acknowledging the receipt with the mail, of the 15th instant, of a copy of the President's proclamation of April 2d, last, declaring the insurrection at an end in certain States of the Union, and of a copy of the circular of the 1st instant.
 By enclosure 1, I beg leave to submit copy and translation of a note of this government of 22d instant, complaining of an attempt on the part of the Cen tral American Transit Company to turn the waters of the Colorado river, the exclusive property of Costa Rica, into the lower San Juan river, informing me of the steps taken to counteract such attempt, and suggesting my intervention for the same purpose with said company. Enclosure 2 contains my answer; and enclosure 3, translation of those portions of the boundary treaty of April 15th, 1858, between Costa Rica and Nicaragua, on which the decision of the ques tion at issue may depend. I have also forwarded to Mr. Dickinson, in Nicaragua, a copy of the government's note, yet without venturing to suggest any action on his part. Inasmuch as hitherto neither certain facts have been substantiated by the government nor their unlawful character been shown, nor any hints have been given as to the paiticular spot or -pots on which those attempts are said to have been made, I do as yet not feel warranted to expres an opinion; but knowing, on the other hand, that this government is fully determined to resort eventually to extreme measures, I would not lose a mail in advising you of a state of affairs which is very likely not only to involve interests of American citizens, but the peaceable relations between two republics.
 I have the honor to be, your obedient servant,
 C. N. RIOTTE.

 No. 1.
 Mr. Volio to Mr. Riotte.
 [Translation.]
 PALACio NACIONAL, San Jos6, May 22, 1866.
 According to information just received by the government of this republic, the Central American Transit Company, established in Nicaragua by the contract of November 10, 1863, has recently determined upon restoring to the lower San Juan river the waters that now the Colorado carries off, which latter runs through Costa Rica territory, by giving them back to the old channel, in order to render this part of the river deeper, and to procure the re establishing of the port by means of the increased volume and velocity of the waters of San Juan river.
 Although the company assures that it is not its intention to obstruct, or even to impair the condition of Colorado river, still this seems impossible, inasmuch as the plan is to increase at its expense the waters of the San Juan, thus destroying the natural and legitimate title acquired by Costa Rica to these waters by slow accession.
 Difficult as it may seem to believe an act which by its nature must be ranked among the attacks upon the integrity and sovereignty of the republic, the government, jealous of its rights and bound to maintain them in perfect integrity, has ordered a commissioner to examine the said Colorado river and it's channels, who, in case he finds actually works being constructed with the view of deteriorating said river, is duly to protest with the persons undertaking them, and after having used persuasion in vain, is to expel them by force.
 Since it might be possible that your intervention with the company may dissuade it from the attempt it intends to carry out, the President of the republic has deemed it advisable to inform you of the fact referred to, as well as of the measures taken to stop it, and its firm resolution to repel every unauthorized aggression within the limits of the republic.
 Complying with the wishes of the President, I avail myself, &c.
 JULIAN VOLIO.

 Mr. Riotte to Mr. Volio.
 LEGATION OF THE UNITED STATES OF AMERICA IN COSTA RICA,
 San Jos1, May 24, 1866.
 I have been honored by the receipt of your note of the 22d instant, concerning the asserted attempt of the Central American Transit Company to turn the waters of the Colorado into the lower San Juan river, in order to render this again navigable and to reopen the port of San Juan del Norte, informing me of the measures-taken by your government to prevent such attempts "upon the integrity and sovereignty of the republic" being carried out, and suggesting that an intervention on my part may have the effect of dissuading said company from continuing the attempt.
 Thanking you for this important communication, I beg to inform you that I consider it my duty to bring the subject, the gravity of which for this republic I am not inclined to undervalue, immediately to the knowledge of my government and to that of my colleague, Mr. Dickenson, in Nicaragua. Under the circumstances of the case I very much doubt whether a direct intervention with the company on my part would be either advisable or effective.
 I have the honor, sir, &c.,
 C. N. RIOTTE.

 No. 3.
 Extracts from the boundary treaty between Costa Rica and Nicaragua, April 15, 1858. [Translation.]
 "ARTICLE 2. The dividing line between the two republics, beginning at the Sea of the North, (Caribbean,) shall commence in the extremity of Castillo Point in the mouth of San Juan river, and shall run up with the right bank of said river till to a point three English miles from Castillo Viejo. * * * * * * *
 "AnT. 4. The bay of San del Norte, like that of Salinas, shall be common property of both republics. "ART. 6. The republic of Nicaragua shall have exclusive dominion and summum imperium over the waters of San Juan river from its issue out of the lake till to its mouth into the Atlantic ; but the republic of Costa Rica shall possess in said waters forever the right of free navigation from said mouth up to within three miles of Castillo Viejo."

 Mr. Riotte to Mr. Seward.
 No. 152.] LEGATION OF THE U. S. OF AMERICA, COSTA RICA,
 San Jose', June 23, 1866.
 SIR: With reference to the subject of my despatch No. 148, I have the honor to report that Mr. Joaquin Fernandez, the commissioner sent out by this govern ment to investigate the action of the transit company on Colorado and San Juan rivers, has returned a few days since and told me he found 1. That trunks of trees, carried down by and deposited along the banks of San Juan river, had been dragged to Colorado river and sunk at the point of bifurcation, so as to form by the action of nature, in the course of time, a barrier; and,
 2. That at the bifurcation of Taura river (i. e., the second branch sent through Costa Rican territory east, and directly to the ocean by river San Juan) some seventy men were at work, with a steam ram, driving big piles across the river bed, and filling up the interstices with brushwood.
 That he thereupon saw the company's agent at San Juan del Norte, Mr. Babcock, and lodged with him, in the name of this goveramlat, a protest against the continuance of the works in said two rivers; that he was received by that gentleman in the most courteous manner, and by him informed that he was but carrying out the distinct orders of his company, which, as he had supposed, had previously procured the assent of the Costa Rican government to these works through Mr. Molina, in Washington, but that after receiving Mr. Fernandez's protest he would have the works in the rivers immediately stopped. Thus this incident has been arranged to the fullest satisfaction of the government, as I learn from Mr. Volio.
 I have the honor to be, sir, your obedient servant,
 C. N. RIOTTE.

 Mr. Riotte to Mr. Seward.
 [Extract.] No. 154.] LEGATION OF THE U. S. OF AMERICA, COSTA RICA,
 San Josw, August 25, 1866.
 SIR: A few days ago a session of the council of state was held, the President of the republic presiding, for the purpose of devising measures to prevent the introduction of the cholera. Four members insisted that the republic, as soon as that epidemic should break out in either Panama or Nicaragua, be hermetically sealed against the entrance of all persons, and against the importation of goods of every description, the smails alone being permitted to enter. President Castro evidently inclined towards this opinion. As yet no definite resolution has been reached, but, considering the excessive fear of the people at large, and of the members of the government in particular, I do not think it at all unlikely that some such measure will be adopted. I cannot find the historical record of a like attempt by any government, and I incline to assume that such a measure would be in contradiction as well with article 2 of our treaty with this republic, as with the principle of international law established by the leading nations during the last twenty-five years, viz: "That no nation has a right of absolute seclusion." Still the application of that principle to a temporary stoppage of intercourse with the outside world seems questionable, and, at all events, it must rest with my government exclusively to decide if any and what steps are to be taken on the subject, upon which point I beg you to furnish me with your instructions. I will merely mention that if, on the one hand, it seems hard to prevent these people from adopting measures which, in their frantic alarm, they look upon as their sole salvation from a terrible visitation, I am, on the other hand, the longer I live among thenM, the firmer convinced of the absolute necessity of strictly enforcing against them the precepts of the law of nations, for which they are great sticklers whenever they deem themselves injured, but which to violate not even the most powerful nations so lightly venture, as soon as such course suits their views or convenience.
 I have the honor, sir, to be your obedient servant,
 C. N. RIOTTE.
 P. S.-Only a few hours before the mail-rider's departure the enclosed decree of the executive, whereof I add translation, is published.
 C. N. RIOTTE.

 [Translation.]
 Jose Maria Castro, President of the republic of Costa Rica, being informed that the "cholera morbus" has extended over some places of North America, whence it may easily pass to countries adjoining Costa Rica and thence to Costa Rica, should the proper precautions be neglected DECREE.
 ART. 1. The introduction, in whatever manner, into the territory of the republic of all persons and objects proceeding from a place infected by cholera morbus, or that have touched at such place, is prohibited, unless forty days have since that time elapsed without any cases of cholera in the respective persons.
 ART. 2. In the case of the preceding article the vessels and mail-riders are only allowed to leave the mail they carry and to deliver it to the officers, who have to receive it in the place and form designated in separate instruction.
 ART. 3. The proper department will opportunely establish sanitary cordons in the parts of the republic where advisable, and will take all other dispositions suggested by the danger. ART. 4. Offenders against Art. 1, and the government officials by whose negligence the offence is committed, shall be treated as guilty of an attempt against public health.
 Given in the National Palage, San Jose, August 23, 1866.
 JOSe MARIA CASTRO.
 A. ESQUIREL,
 Secretary of State in t4e Department of Interior.
 A correct translation: C. N. RIOTTE.

 Articles 267 to 283 of the criminal code treat of the "crimes against public health," and threaten with fines and prison up to six months.
 C. N. RIOTTE.

 Mr. Riotte to Mr. Seward.
 [Extract.] No. 155.] LEGATION OF THE U. S. OF AMERICA, COSTA RICA,
 San Jose, September 8, 1866.
 SIR: I have the honor to acknowledge the receipt of your despatches Nos. 123 and 124, of dates, respectively, the 27th of July and 2d of August last, withi enclosures. In compliance with your order I transmitted the office, copy of President Johnson's letter for President Castro to the minister for foreign relations, Mr. Voijo, at the same time soliciting the appointment of an audience for the delivery of the original. This audience was fixed upon for the next day, the 31st of last month. In -handing the letter over to President Castro, I said a few words appropriate to the occasion, which he replied to in a like strain; and, after opening the envelope, gave expression to his satisfaction at President Johnson's words, and to his admiration of the brilliancy of the artistic execution of the penmanship.
 With the steamer of 15th of last month Mr. R. Kurtze, this governmient's agent for negotiating a contract in New York for the construction of a railroad across this republic, (see my despatches Nos. 140 and 141,) has returned, hearing a contract entered into between him, on one part, and Messrs. General John C.* Fredmont, Governor Nye, and others, on the other. It seems that this government is willing to recommend to Congress its approval as soon as two sections of it, which are considered ambiguous, have been more clearly defined, at which, according to Mr. Kurtze, there will he no hesitation on the part of the contractors. As soon as the contract shall be peirfected I will not fail to send a copy to the department.
 I have the honor, sir, to be your obedient servant,
 C. N. RIOTTE.
 Hon. WILLIAM HI. SEWARD, withi enclosures. In compliance with your order I transmitted the office, copy of President Johnson's letter for President Castro to the minister for foreign relations, Mr. Volio, at the same time soliciting the appointment of an audience for the delivery of the original. This audience was fixed upon for the next day, the 31st of last month. In whanding the letter over to President Castro, I said a few words appropriate to the occasion, which he replied to in a like strain and, after opening the envelope, gave expression to his satisfaction at President Johnson's words, and to his admiration of the brilliancy of the artistic execution of the penmanship.
 With the steamer of 15th of last month Mr.easKurtze, this goverxinent's agent for negotiating a contract in New York for the construction of a railroad across this republic, (see my despatches Nos. 140 and 141,)has returned, bearing a contract entered into between him, on one part, and Messrs. General John CmtaFrymont, Governor Nye, and others, on the other. It seems that this government is willing to recommend to Congress its approval as soon as two sections of it, which are considered ambiguous, have been more clearly defined, at which, according to Mr. Kurtze, there will be no hesitation on the part of the contractors. As soon as the contract shall be perfected I will not fail to send a copy to the department.
 I have the o onor, sir, to be your obedient servant,
 C. N. RIOTTE.

 C.N. Riotte to. Seward. No. 156.1
 LEGATION OF THE U. S. OF A~kMERICA, COSTA RICA,
 San rose, September 9, 1866.
 Sir: The apparently successful result of Mr. F. Kurtze's mission to the United States, to which, as I have reported in despatch No. 150, of June 10th, last, tho great plans mentioned therein were subordinate, seems a proper epoch for giving you the further information upon the result of those plans which you desired in despatch No. 119.
 As you will recollect, the first object in the programme of the combined influences of the English bank here and the Montealegres was to obtain a full control of the finances of the country by the means then explained. This proved a failure,0 The Puntarenas custom-house was neither turned over to the bank, nor did it'give a loan to the government; but government and bank agreed mutually to accept each other's notes in payment like their own. Two of the brothers Montealeg~re have been made members of the section of the council of state on finances, to which every month the balance-sheet of the state accounts is to be submitted. This I consider a first-rate arrangement, inasmuch as it works as a control -upon the government by the best business men of the country and large prop erty-hol ders most interested in an honest and economical administration of' public affairs. . .
 Every hope of obtaining in the English market a loan of whatever amount,
 Or f their forming a company for the construction of a railroad across this republic, was effectually crushed by the great disaster that since has befallen the British money market; and the well calculated and shrewdly worded explanation of the British government, though officially communicated to this government, and by it published in the official g~azette, bad not the effect of restoring confidence, p~articularly as oubseqtuent events did not bear out the anticipations you the further information upon the result of those plans which you desired in despatch No. 119.
 As you will recollect, the first object in the programme of the combined influences of the English bank here and the Montealegres was to obtain a full control of the finances of the country by the means then explained. This proved a failure 0 The Puntarenas custom-house was neither turned over to the bank, nor did it'give a loan to the government; but government and bank agreed mutually to accept each- other's notes in payment like their own. Two of the brothers Montealeoýre have been made members of the section of the council of state on finances, to which every month the balance-sheet of the state accounts is to be submitted. This I consider a first-rate arrangement, inasmuch as it works as a control upon the government by the best business men of the country and large prop erty-hol ders most interested in an honest and economical administration of public affairs.
 Every hope of obtaining in the English market a loan of whatever amount, or of their forming a company for the construction of a railroad across this republic, was effectually crushed by the great &ýaster that since has befallen the British money market; and the well calculated and shrewdly worded explanation of the British government, though officially communicated to this government, and by it published in the official o*azette, bad not the effect of restorin 9 confidence., particularly as oubsequent events did, not bear out the anticipations of the British government. Thus, then, Mr. A. Wallis did not leave on his mission to Great Britain.
 These events, however, had the beneficial effect of forcing this government to minutely considering and closely husbanding its own comparatively very large resources, and President Castro has indeed the merit of having commenced uprooting some of the most glaring and most expensive abuses. Whether, in the face of the inveterate nature of these abuses, and of the fact that every little reform creates one or more enemies, he will be disposed and able to continue ini this path, the future alone can teach; but I must confess to small faith. So far, at least, he has not dared to lay his hand upon the most shameful abuse, i. e., the large sums squandered to no purpose at all upon the military force of the republic, wherein, e. g., every twenty-five men have a general, and every two captains one private.
 I have the honor of beinig, sir, your obedient servant,
 C. N. RIOTTE.

 Mr. Dickinson to Mr. Seward. No. 116.] LEGATION OF THE UNITED STATES,
 Leon, June 24, 1866.
 SIR: I have the honor herewith to hand you a copy of a despatch from the Costa Rican government to Mr. C. N. Riotte, as well as my reply to the same.
 I am, sir, very respectfully, your obedient servant,
 A. B. DICKINSON.

 Mr. Volio to Mr. Riotte.
 [Translation.]
 NATIONAL PALACE, May 22, 1866.
 SIR: The Central American Transit Company of Nicaragua, instituted by a contract on the 10th of November, 1863, has recently determined, as the government of the republic has just been informed, to turn the waters of the Colorado, now flowing within Costa Rican territory, into the lower San Juan, thus restoring the current to its former channel, in order to deepen the river at that point, and restore the port by means of the greater volume and velocity of the waters of the San Juan.
 Although the said company declares the new work will not obstruct or damage the Colorado, yet it is scarcely credible when its waters will go to increase the San Juan, and destroy the natural and legal title that Costa Rica has acquired by gradual accession to those streams. Hard as it is to credit a fact which in its nature belongs to crimes against the integrity and sovereignty of the republic, the government, jealous of its rights and its obligation to maintain them in their integrity, has determined to send a commissioner to inspect the Colorado and its tributaries, and, if works are constructing to damage those rivers, to warn those engaged, and to expel them by force if they do not yield to reason.
 As your interference might induce the company to desist in their contemplated project, the President of the republic has instructed me to inform you of the facts, as well as of all that has been done in the case, and that he is determined to repel any unauthorized trespass upon the territory of the republic.
 In thus complying with the President's request I embrace the occasion to offer you the assurances of my distinguished consideration.
 J. VOLIO.

 Mr. Dickinson to Mr. Riotte.
 LEGATION OF THE UNITED STATES,
 Leon. June 15, 1866.
 DEAR SIR: Your communication, with its enclosure of a copy of a despatch from the Costa Rican government to your honor, has just been received, and I hasten to send a translation of the same to the president and general agent of the Central American Transit Company, as well as a copy to the Nicaraganu government.
 Without stopping to discuss the qIestions at length which the Costa Rican government have presented for your consideration, I Will briefly call your attention to a few of the prominent facts and circumstances as they exist within the recollection of every man acquainted with the navigation of the San Juan that has arrived to forty years of age.
 Within the last twenty years there were from twenty to twenty-three feet of water on the bar at the entrance to the harbor of San Juan del Norte ; at this time there are not more than eight to ten feet. At that time there was not more than one-tenth as much water discharged by the Colorado as by the lower San Juan; at this time there is, by actual measurement, eleven-twelfths of the water discharged through the Colorado. The San Juan has been known as a navigable river ever since the settlement of the country; the Colorado has never been used for any purpose, and up to this moment is a desolate, barren waste of water, w~ith scarcely an Indian canoe to be seen once a month.
 Within the recollection of men now living the Colorado was not more than from twenty to thirty yards in width at its divergence ; at this moment it is more than two hundred yards, and its depth has been proportionably increased, and in the same ratio which the Colorado has been increased the lower San Juan has been diminished and the harbor injured by its decreasing, and the bar made impassable for everything except small crafts, whereas twenty years since vessels of the largest class were admissible; nor is this all, as every heavy freshet increases the waters of the Colorado.
 These facts seem to be well understood by his excellency J. Volio, the minister of foreign relations, as be distinctly avows that the company have decided to restore the waters of the "Colorado to their old drain." The company wants nothing more, nor do I believe they want more than the one-half of that to restore the harbor and make a good and safe navigation. It would seem that his excellency the minister of foreign relations rests his case onl the facts that the company was restoring the waters under their contract of November 10, 1863, as though the company had not acquired all the rights to the waters of the San Juan that belonged to Nicaragua, for the purposes of navigation, by the treaty of the 15th of April, 1858, between Costa Rica and Nicaragua, which ceded to Costa Rica a portion of her territory. Costa Rica was bounded by the right bank of the river San Juan. Costa Rica acquired no jurisdiction over the waters of San Juan, but only the free use for navigation. That T shall be better understood I will quote the 6th section of the boundary treaty between the two republics of the 15th of April, 1858, which distinctly shows the exclusive control which Nicaragua reserved to herself over the waters of said river, when she permitted Costa Rica to extend the boundary line then existing between the two countries up to the right bank of the San Juan and along a portion of said river:
 "ARTICLE 6. The republic of Nicaragua shall have the exclusive domain and fullest com mand upon the river San Juan, from its headwaters on the lake to its mouth on the Atlantic; but the republic of Costa Rica shall enjoy upon said waters the perpetual right of free navi gation from the aforesaid mouth of said river up to a point within three English miles before arriving at Castillo Viejo, for the purposes of commerce either with Nicaragua or with the interior of Costa Rica, by way of the rivers San Carlos.or Sarapigui, or by any other routes proceeding from that part of the margin of the river San Juan which it shall be decided cor responds (belongs) to Costa Rica. The vessels of both countries may, without distinction, come alongside of the banks of the river where the navigation is common without paying any class of tax, unless.thes ame shall be empowered by common accord by bath republics."
 Now permit me to call your attention for one moment to the Colorado river, that Costa Rica seems so tenacious of. It is a river having for its source the outlet of Lakes Managua and Nicaragua, commonly known as the San Juan river. It not only has its source from this river, but from floods down to showers, and its growth from year to year, if not prevented by artificial means, will finally dry up the lower San Juan. It runs through an unbroken wil derness to the Atlantic, where it empties into an open roadstead, where there is not, nor ever has been, nor is there likely ever to be, water enough for vessels of sufficient size for con veying passengers, without being transferred from ocean to river steamers by means of small crafts, as they must be, where they are liable with scarcely a moment's notice to severe gales and heavy surfs.
 I hardly need to say to one so familiar with the policy of our government as my colleague is, that while they protect and defend their citizens anywhere and everywhere in all legiti mate business, she is not unmindful of her duties towards other governments, and will not stand patiently by and see her citizens committing overt acts that may draw her into contro versy with other powers. If there is any one obligation stronger than another that a gov ernment is under to her citizens, as well as those of the nations of the earth, it is to protect their lives and property in the hands of her common carriers, created by themselves, which entitles the common carrier to look to his government for just and fair treatment.
 I have sent copies of the despatch from the minister of foreign relations of Costa Rica to the parties interested, with but little expectation that i4 will have the effect ;o cause the Cen tral American Transit Company to desist from their present purpose of restoring a portion of the waters that flow through the Colorado, first, for the reason that the Nicaraguan govern ment reserved to herself the exclusive jurisdiction over the waters of the San Juan in the same treaty in which she permitted the republic of Costa Rica to extend her boundary up to the right bank of said river; secondly, for the reason that the company can restore and pre vent these waters from escaping from the San Juan without touching the right bank of said river; thirdly, if it was an open question and the same amount of water had flowed through the Colorado in the past as at present, I hardly think, in this enlightened day and age of the world, that intelligent and impartial arbitrators would permit Costa Rica to seal up hermet ically her Colorado from the use of mankind ; and I am not prepared to believe that Costa R~ica could afford, if left to herself, to force the thousands and millions of passengers that will pass over this isthmus to be re-shipped on an open roadstead, at the great hazard of life and property that would attend the same.
 These are a few of the prominent facts which Costa Rica proposes to enforce by arms, if she fails by persuasion, viz: to prevent a company from maintaining a navigation which by implication Nicaragua was bound by the same treaty to keep up, as both governments bound themselves per consideration that Costa Rica should enjoy upon the river San Juan the per petual right of free navigation.
 Your friend and colleague,
 A. B. DICKINSON,
 Minister Resident

 Mr. Dickinson to Mr. Seward.
 No. 119.] LEGATION OF THE UNITED STATES,
 Leon, August 9, 1866.
 SIR: I have the honor to enclose to you a copy, and a translation of the same, of a letter from Sefior Don R. Cortes, minister of foreign affairs of the Nicaraguan government, to this legation.
 I am, sir, very respectfully, your obedient servant,
 HA. B. DICKINSON.

 Mr. Cortes to Mr. Dickinson.
 [ Translation.]
 NATIONAL PALACE, MANAGUA, July 17, 1866.
 Sefior MINISTER: The undersigned has the honor to acknowledge to your excellency the receipt of the copy of the despatch that you addressed to your honorable colleague, Mr. C. N. Riotte, minister resident of the United States in Costa Rica.
 His excellency the President, being informed of so important a document, in which are so wisely unfolded the principles and the rights that assist the Central American Transit Company, flowing with so much ingenuity and logic, from the principles and the rights that Nicaragua has, and such as have been specified in the boundary treaty between Costa Rica and this republic, is under the impression that when the government of Costa Rica comes to meditate cautiously on this question it will allow a just conclusion, convenient to the fights of the company and to the commercial interests of the universe.
 With the due sign of appreciation, I am your excellency's most attentive and obedient servant,
 R. CORTES.

 Mr. Dickinson to Mr. Seward. 0o. 120.] LEGATION OF THE UNITED STATES,
 Leon de Nicaragua, September 7, 1866.
 SIR: Enclosed I have the honor of handing you a despatch received by this [egation from D)on Buenav'a Selva, minister of foreign affairs ad interim of this ;ov ernmen t, and my answer to the same.
 I have the honor to be, sir, very respectfully, your obedient servant,
 A. B. DICKINSON


25.07.1866 BG Conner to President Johnson against Riotte

San Jose. Costa Rica 25th July 1866

President Andrew Johnson

Sir,
    My only excuse for writing to one of your position and importance is love of my country and its wellfare.
    We have here as Embassador to represent Americans - Mr. C N Riotte, a German but naturalised American. We could not feel proud of Mr Riotte if he had talent and ability, as it would be claimed as German and his associations are nearly all German.
    There are only twenty or thirty Americans in this Republic, and the natives are very
kind towards us so that we do not feel the necessity for an Embassador. The European
powers have only one Embassador for all the Central American States.
    Mr. Riotte is in the business of mining, which, on the part of a foreigner in this countray requires many concessions. If we are to have an Embassador may it not be an American who has served his country. Our commerce with his country has fallen off.
    I am Sir, Your obidient Servant
    BG Conner, MD.

NARA, M650 Lincoln Administration

1866-1869 Gartenlaube

(1866) Pioniere des Deutschthums im fernen Westen.
(Verfasser unbekannt)

Friedrich Münch. – Carl Riotte. – Eduard Degener. – Löwe-Calbe. – Rudolph Dulon.

Zehntausend in einer Woche, viertausend an einem Tage, tausend mit einem Schiffe, hundertundfünfzig Tausend, welche sich in Deutschland allein noch zur Beförderung gemeldet haben – so lautet das neueste Bulletin der Einwanderung.
    Seid uns willkommen, ihr Tausende! Es ist hier Raum genug für Alle; habt ihr die Kraft und den Willen zu einem Riesenkampf mit widrigen Elementen, so kann es euch kaum fehlen. Euch ist die Aufgabe minder schwer, als Denen, die einige Decennien vor euch kamen, aber seid ihr nicht besondere Lieblinge des Glücks, so bleibt euch dennoch ein Ringen nicht erspart, welches schwieriger ist, als ihr es euch vorstellen könnt. Die Meisten gehen glücklich aus der Prüfung hervor, aber Viele brechen auch unter der Last zusammen, die Einen mit, die Andern ohne Schuld, und unter den Opfern befinden sich nicht Wenige der Edelsten. Ließe sich auf das Grab jeder im Sturm zerschellten Hoffnung ein Leichenstein setzen – Amerika gliche einem großen Kirchhof und es wären gar rührende Dinge zu erzählen von den Träumen, die nicht in Erfüllung gingen.
    Reinhold Solger hat in seinem Romane „Anton in Amerika“ ein wahres Wort gesprochen, wenn er sagt: es gehöre mehr dazu, wenn ein Deutscher in Amerika, als wenn er im alten Vaterlande sich hervorthun und Einfluß ausüben wolle. Wahrlich, die hiesigen Achtundvierziger haben diese Wahrheit allesammt an sich selbst empfunden. So Mancher unter ihnen, der drüben mit seinem Worte und seiner That Hunderttausende beeinflußte und, falls die politische Bewegung zu etwas dauernd Neuem geführt hätte, einen weltgeschichtlichen Namen davontragen mußte, sank nach seiner Einwanderung hierher zu einer blos localen Größe, ja zum ungenannten Privatmanne herab. Hier konnte es nicht gelten, etwas Neues in Staat und Gesellschaft herzustellen; man fand fertige, durchaus geregelte Zustände vor, in welche man sich mit allen anderen eingewanderten Landsleuten erst einleben mußte. Hier herrschten in erwerblicher und gewerblicher Hinsicht nicht jene kleinlichen, spießbürgerlichen deutschen Verhältnisse, aus denen man hergekommen war, sondern großartige, gewaltig vorwärts drängende, aus welchen man selbst gar viel zu lernen, bei denen man ganz neue, drüben ungewöhnliche Maßstäbe anzuwenden hatte. Hier konnte der Genialste und Gelehrteste zunächst nur als Schüler und Nachahmer, nicht als Lehrer und Neuerer figuriren, ganz wie seine weniger hervorragenden Landsleute, die sich in der That rascher in das neue Leben fanden und ihm Vortheile abgewannen, weil sie von Haus aus praktisch verständiger geblieben waren, und die deshalb bald auf ihre ideeller ausgebildeten ehemaligen Führer von einer gewissen Höhe herabsahen. Im Erlernen der Landessprache freilich, ohne welche hier kein Gedeihen des Einzelnen möglich, hatten es die Letzteren leichter; aber für ihr drüben Erlerntes, für ihre Wissenschaft und Kunst, ihre Reformgedanken und Denkerfindungen und Fertigkeiten gab es hier so gut wie keinen Markt, während die rüstigen Arme deutscher Bauern und Handwerker überall gesucht waren. So rächte sich die einseitige Mitgift des alten Vaterlandes, der Stolz des echten Deutschthums, gerade an seinen gebildeteren Söhnen auf’s Empfindlichste. Ach, wie bitter war diesen lange, lange Zeit das Exil! Wie viele gingen leiblich und geistig zu Grunde! Und die sich schließlich zur Selbstständigkeit und einer höheren Bedeutung für die neue Heimath emporarbeiteten – wie viel höher ist ihr Verdienst zu würdigen, als dasjenige gleich hervorragender Männer im alten Vaterlande!
    Unter den verdienstvollsten Deutschen Amerikas muß Friedrich Münch[6], jetzt Staatssenator von Missouri, genannt werden. Sein Name und seine Vergangenheit sind allerdings Vielen im alten Vaterlande bekannt genug, zumal seinen Zeit- und Strebensgenossen aus der burschenschaftlichen Periode. Arnold Ruge hat in seinem interessanten Buche „Aus alter Zeit“, und er selbst hat in seiner Selbstbiographie (in den „deutsch-amerika-nischen Monatsheften von C. Butz, jetzt Lexow“) die Erinnerung an seinen Antheil an Deutschlands Wiedergeburt im Gedächtniß jüngerer Geschlechter wieder aufgefrischt. Man kann als bekannt voraussetzen, daß Friedrich Münch mit den beiden Follen, seinen Schwägern, und mit den beiden Wesselhöft jene ältere deutsche Einwanderung nach den Vereinigten Staaten organisirt hat, die der Reaction von 1833 und 1834 entsprang und durch Wort, Schrift und Beispiel das Meiste dazu beigetragen hat, daß die deutsche Bevölkerung Amerikas seitdem um mehr als zwei Millionen gewachsen ist. Er war es ganz besonders, welcher die deutsche Einwanderung nach dem fernen Westen, nach Missouri und Illinois, gelenkt und ihr dadurch einen hervorragenden Einfluß gesichert hat. Wenn St. Louis eines vorwiegend deutsche Stadt geworden ist; wenn diese deutsche Stadt alsdann im Sonderbundskriege den Staat Missouri der Union gerettet und dadurch von vorn herein der Unionssache eine günstige Wendung gegeben hat; wenn auch im anstoßenden Illinois, Indiana, [598] Wisconsin und Iowa die deutsche Einwanderung riesige Verhältnisse angenommen und auf die freiheitliche Wendung der Unionspolitik und die energische Betreibung des Krieges gegen den Sonderbund großen Einfluß gewonnen hat: so ist von alledem und von den unabsehbaren Folgen alles dessen Friedrich Münch der Haupthebel geworden, indem er für die Besiedelung Missouris durch Deutsche seit mehr als dreißig Jahren gewirkt und die erste deutsche Colonie selbst dahin geführt hat. Die ganz unvergleichlichen Hülfsquellen dieses Staates verheißen ihm eine sehr große Zukunft, und die Geeignetheit seines Bodens und Klimas für deutsche Colonisation müssen ihn umsomehr zu einem vorwiegend deutschen Staate machen, da schon seit einigen Jahren seine, deutsche Bevölkerung mindest doppelt so rasch wie jede andere zuzunehmen angefangen hat. Hier, wenn irgendwo in der Welt, wird ein deutscher Colonie-Staat entstehen können, in welchem deutsche Wissenschaft, Kunst, Schule und Geselligkeit Gesetze geben und Vorbilder zur Nachahmung aufstellen.
    Alle Hochachtung vor dem Manne, der, obwohl hinter Büchern aufgewachsen, doch als Pionier die Axt, den Pflug und den Spaten in die Urwälder am Missouristrome getragen und mit seiner Hände Arbeit sich eine unabhängige Existenz gegründet und eine zahlreiche Familie wacker herangezogen hat, indeß sein Geist unermüdlich dem Fortschritt der Wissenschaften folgte und auch bei dem großen Werke deutscher Civilisation in der Fremde überall als Pionier Hand anlegte! In der deutschen und englischen Presse Amerika’s war er seit mehr als einem Jahrzehent unter dem Schriftstellernamen Far West (der ferne Westen) fleißig bemüht, bald über Verbesserungen im Ackerbau, oder über den Weinbau, bald über Tagespolitik, über religiöse, naturwissenschaftliche und viele andere Fragen von höchster Bedeutung klares Licht zu verbreiten. Gediegene Kenntnisse und ein besonnenes Urtheil zeichnen alle seine schriftstellerischen Arbeiten aus, denen außerdem eine kräftige, gedrängte Sprache Anziehungskraft verleiht. Sein Englisch ist so mustergültig, wie sein Deutsch. Ihm verdankt Missouri den Weinbau, durch welchen es bald genug fast alle weinerzeugenden Länder der Welt in den Schatten stellen wird. Ihm verdankt es viel in politischer Beziehung in der großen Zeit, da es sich gegen den rebellischen Süden in die Bresche warf, und wiederum, da es voriges Jahr eine Staatsverfassung gründlich im Sinne der Freiheit umgestaltete. Und wie er opferfreudig seine Söhne in den Krieg um die Union schickte, von denen einer in der Schlacht an Wilson’s Creek gefallen ist, so hat sein ganzes Leben seit dreiunddreißig Jahren den höchsten Gütern der Menschheit gegolten. Geachtet von Jedermann, steht er an der Schwelle des Greisenalters fast noch so rüstig da, wie als er den ersten Axthieb im Urwalde führte, und wer ihn in seinem durch deutschen Fleiß und Unternehmungsgeist blühenden Heimwesen besucht, findet an ihm den echten, einfachen, deutschen Biedermann, der durch die liebenswürdigste Gastfreundschaft bei einem Glase selbstgezogenen Weine vergessen macht, daß man sich mehr als eintausend zweihundert englische Meilen jenseit des atlantischen Weltmeeres befindet.
    Unter denjenigen Deutschen, welchen die Union wegen der schließlichen Rettung von Westtexas aus den Klauen der Sonderbündler soviel verdankt, müssen zwei als besonders verdienstvoll genannt werden, Carl N. Riotte und Eduard Degener. Riotte ist gebürtig aus Trier und war 1848 Beisitzer des Appellationsgerichts und Eisenbahndirector in Elberfeld, von wo er wegen seiner politischen Thätigkeit nach Texas zu flüchten gezwungen war. Ihm gehört das Verdienst an, die politisch ganz indifferenten Deutschen von Westtexas schon zu einer Zeit zur Bekämpfung der Sclaverei angeregt zu haben, da selbst im Norden der Union und unter den Angloamerikanern nur sehr Wenige daßelbe Streben kundgaben. Mit klarer Voraussicht eines unvermeidlichen Kampfes zwischen Freiheit und Sclaverei innerhalb der Union suchte er mitten im Sclaverei-Gebiete selbst eine Partei der Freiheit zu organisiren, welche das letztere zurückdrängen und die Sclavenhalter aus ihrer allmächtigen Offensive in eine ohnmächtige Defensive versetzen sollte. Zu diesem Zwecke gründete er die „San Antonio-Zeitung“ unter der Redaction Douai’s von Altenburg und gab den Anstoß zu einer politischen Convention von Abgeordneten aller deutschen Ansiedelungen von Texas, welche am 14. Mai 1854 zu San Antonio abgehalten wurde und sich entschieden für Abschaffung der Sclaverei aussprach. Es war ein kühner, aber wohlberechneter Plan, dem zum Gelingen blos eins fehlte – andauernde Einigkeit unter den Deutschen selbst. Sobald ein deutscher Verräther sich fand, der sich eine Gegenpartei bildete und den Sclavenhaltern die Thatsache denuncirte, daß es unter den Deutschen neben der Freiheitspartei auch noch eine der Sclaverei günstige gebe, war der Zauber gebrochen. Der alsbald beginnenden Verfolgung durch deutsche und angloamerikanische Sclavereiverfechter mußten die Wortführer der Freiheit nacheinander unterliegen. Der letzte von ihnen, der Stand gehalten hatte, Riotte, mußte im Frühling 1861 nach dem Norden entfliehen. Abraham Lincoln belohnte seine Dienste für die gute Sache durch den Gesandtschaftsposten in Costarica, welchen er noch inne hat.
    Allein die von ihm ausgestreute Saat reifte, wenn auch für ihn zu spät, unter seinen Landsleuten in Westtexas. Beim Beginn des Sonderbundskrieges waren die dortigen Deutschen fast ohne Ausnahme entschiedene Unionisten und Feinde der Sclaverei geworden. Freilich zu spät auch für sie, denn, ihrer kühnen Führer beraubt, mußten sie in dem ungleichen Kampfe gegen einen wohlgerüsteten, überlegenen Feind den Kürzeren ziehen. Es ist bekannt, daß ihrer Hunderte meuchelmörderisch getödtet, Tausende außer Landes getrieben wurden. Zu denen, welche in dieser schweren Zeit der Verfolgung Stand hielten, gehörte Herr Ed. Degener[7], früher in Dessau Landtags-Abgeordneter und politischer Flüchtling, nachmals in Westtexas einer der Begründer der Freistaatsbewegung. Zwei seiner Söhne, herrliche, wohlerzogene Jünglinge, fielen tapfer kämpfend bis zum letzten Blutstropfen gegen die Secessionisten; er selbst saß lange in harter Haft. Endlich nach Niederwerfung des Sonderbundes von den dankbaren Deutschen von Westtexas zum Staatssenator gewählt, vertrat er jüngst auf der Staats-Convention zu Austin die Bürgerrechte der Farbigen und den Radicalismus in allen seinen Richtungen mit solcher Furchtlosigkeit und Beredsamkeit, daß dies durch die ganze Union hindurch das freudigste Aufsehen erregte. Dort, wo die meuchelmörderische Waffe in Jedermanns Tasche ist und freie Rede bis dahin ein unbekanntes Ding war, dort mußte ein Deutscher die Redefreiheit und den Mannessinn retten! Glücklicherweise stehen jetzt dreißigtausend Deutsche einmüthig hinter ihm, und der endlich befreite Norden streckt über ihn und sie die schützende Hand aus. Auch Texas hat eine schöne Zukunft. Dereinst, wenn sie in voller Wirklichkeit angebrochen sein wird, werden C. N. Riotte und Ed. Degener als „Väter des Vaterlandes“ ihre geehrten Namen der dankbaren Geschichte überliefert sehen.
    Unter den Männern des Geistes, welche zeitweilig in Amerika ihre Heimath suchten und fanden, blickt wohl Keiner mit ungetrübterer Empfindung nach Amerika zurück, als der Doctor Löwe[8] aus Calbe. Keinen sahen wir mit größerem Bedauern scheiden, Keinem wird ein freundlicheres Andenken bewahrt. Kein Lebenskampf konnte die vollendete Harmonie dieser Erscheinung stören, und es war in der vollsten Bedeutung des Worts ein Hochgenuß, ihn zu beobachten. Ein durch und durch volksthümlicher Charakter, verleugnete er nie eine gemessene Würde, welche die Gemeinheit zwang, das Haupt vor ihm zu beugen. Sich mit Vorliebe und enthusiastischem Interesse am öffentlichen Leben betheiligend, hielt er vollständig das Unschöne von sich fern, welches hier nur zu sehr dem Treiben auf der politischen Arena anklebt und dem selbst die Mehrzahl von Denen, welche dergleichen anwidert, sich accommodiren zu müssen glaubt. Nie ließ die Schärfe seines Urtheils da, wo es galt schonungslos die Wahrheit zu sagen, etwas zu wünschen übrig; aber nie konnte ihn nur für einen Augenblick die Leidenschaft übermannen, nie trat im Feuer der Debatte ein unedles Wort über seine Lippen. Mehr als ein Mal habe ich gesehen, wie in stürmischer Versammlung er allein die Ruhe des römischen Senators beibehielt und durch die Würde seiner Haltung den Sturm beschwichtigte. Im Privatleben hatte sich ihm ein segensvoller Wirkungskreis eröffnet, im öffentlichen trug er so viel wie irgend Einer dazu bei, dem Deutschthum von der edelsten Seite in Amerika Geltung zu verschaffen. Nur Lauteres durfte an ihn herantreten, nur Lauteres ging von ihm aus. So hat er auch unter uns gelebt, so ist er von uns geschieden, so hat er sich drüben wiederum bewährt, so zeugt er im lieben Deutschland von den in Amerika zurückgelassenen Brüdern, und so steht er vor uns als das Ideal eines deutschen Mannes.
    Ein minder freundlicher Stern hat einem nicht weniger begabten Träger der Intelligenz geleuchtet. Rudolph Dulon[9] kam vor vierzehn Jahren nach Amerika, und es ist nicht ohne Nutzen, ihm auf seiner hiesigen Laufbahn zu folgen. Ihn umgab der Nimbus des durch Verfolgungen zum Märtyrerthum beförderten politischen und religiösen Agitators, und mit Wärme wurde er aufgenommen. Noch entsinne ich mich lebhaft des Sonntags, an welchem er im Shakespeare-Hotel, dem damaligen bevorzugten Sammelpunkte der gebildeten Deutschen in New-York, seinen ersten Vortrag hielt. Eine schöne, stattliche, majestätische Gestalt, trat er uns gegenüber, und majestätisch, prächtig, feurig verfloß der Strom seiner Rede. Stürmischer Beifall wurde ihm zu Theil, und mancher warme Händedruck kündete ihm den Dank der Hörer. Auf der kleinen Orchestertribüne aber, wo die verneinenden Geister sich gesammelt hatten, lautete das Urtheil: „Er spricht wie ein Pfaff!“ Ich weiß nicht, ob dies Herrn Dulon zu Ohren kam; sehr bald aber sollte er bemerken, daß die Elemente, welche ihn jetzt umgaben, weit von denen verschieden seien, an die er gewöhnt war, und es fehlte ihm durchaus die Gabe, diese Elemente zu beherrschen.
    Ein wohlbestallter protestantischer Pfarrer als Redacteur der „Tageschronik“, als Herausgeber des „Wecker“, als Verfasser des Buches „Vom Kampf für Völkerfreiheit“, als republikanischer Redner und als politischer Flüchtling – das war in Deutschland ein Phänomen, welches in seiner Art nur von der, freilich vorübergehenden, Naturerscheinung des liberalen Papstes übertroffen wurde. Aber im liberalen Agitator war der Pfarrer, welcher gewohnt ist, Lesern und Hörern eine Autorität zu sein, nicht untergegangen, der freisinnige Theil des deutschen Elements in Amerika, unter dem ein Dulon allein wirken und auf den er allein rechnen konnte, hat sich vom Begriff jeglicher Autorität total losgesagt, und darum mußte der Pfarrer sehr bald Anstoß erregen, ohne daß ihm selbst oder sonst irgend Jemandem ein Vorwurf daraus zu machen war. Es wurde eine „freie Gemeinde“ gegründet, die ihn zu ihrem Sprecher wählte. Ich habe noch nie einen begabteren Redner gehört als Dulon, und es war eine Freude, seinen sonntäglichen Vorträgen beizuwohnen; aber an den Discussionsabenden, wo philosophische Themata von allen Seiten frei behandelt wurden, merkte Dulon sehr bald, daß er seiner Gemeinde keine Autorität, daß er nicht ihr Prediger, sondern eben nur ihr erwählter Sprecher sei. Statt diesen Verhältnissen tactvoll die rechte Seite abzugewinnen, war er thöricht genug, sich die fehlende Autorität erzwingen zu wollen.
    Das ging nicht, es mußten Reibungen eintreten, bei Dulon machte sich eine immer größere Reizbarkeit geltend; die Verstimmung wuchs, und bald mußte der dem Sprecher warm befreundete Präsident, Doctor Aschenbrenner, in einer Generalversammlung das Geständniß ablegen, daß die Persönlichkeit des Herrn Dulon dem Gedeihen der Gemeinde hinderlich sei. Auch auf einem andern Felde sollte ihm der Beweis zu Theil werden, daß er seine Stellung in Amerika falsch erfasse. Es wurde auf Actien eine Zeitung, ein Sonntagsblatt, gegründet und Dulon’s Redaction übergeben. Er war felsenfest überzeugt, daß das Blatt in Amerika daßelbe Glück machen werde, wie einst die Tageschronik und der Wecker, daß sein Name hinreichen werde, dem Unternehmen die glänzendste Aufnahme zu sichern. Gaben wohlmeinende Freunde sich Mühe, diese kühnen Erwartungen auf ein den Verhältnissen entsprechendes bescheidenes Maß herabzustimmen, so war er sehr geneigt, das als ihm gebotene persönliche Beleidigung aufzufassen. Es kam, wie es kommen mußte. Das Blatt erschien, der theoretisirende Inhalt konnte unter dem Gezweig des grünen Lebensbaums, wo jegliche Theorie längst grau geworden, keinen Beifall finden, die Abonnentenzahl hob sich nur auf einige Hunderte, und nach Erschöpfung des kleinen Actiencapitals war es mit dem Sonntagsblatte vorbei. Den furchtbarsten Schlag aber versetzte Dulon sich dadurch, daß er in der letzten Nummer erklärte, die Deutschen in Amerika verdienten nicht, daß ihnen ein solches Blatt geboten werde, und das Zugrundegehen desselben gereiche ihnen zur unauslöschlichen Schande. Ein solcher Abschied mußte Dulon die Bahn des öffentlichen Lebens in Amerika für lange Zeit, wenn nicht für immer, verschießen. Er gründete ein Kosthaus und gerieth, als es auch hiermit nicht ging, endlich in die Carriere, für die er nach meiner Ueberzeugung geschaffen ist, nämlich er etablirte eine Schule. Die Erfahrungen, welche er auf diesem Felde gesammelt, hat er selbst kürzlich in einem Werke, das ich als bekannt voraussetzen darf, dem. deutschen Volke vorgelegt. Leider hat er auch hieraus die persönliche Leidenschaftlichkeit nicht fern halten können, welche ihm in Amerika so manche bittere Prüfung eingebracht. Aber um das deutsche Schulwesen in Amerika hat Rudolph Dulon sich große Verdienste erworben und die Gerechtigkeit fordert, daß er den Lohn dafür ernte.
    Kürzlich traf ich nach einer Reihe von Jahren wieder einmal mit Dulon zusammen. Sein Anblick erschütterte mich tief. Die majestätische Gestalt war unter der Last der Leiden gebeugt, die energische Stimme langsamer geworden. Auf meine Aeußerung, daß es mir sei, als hätte ich ihn erst vor Kurzem gesehen, erfolgte die schmerzlich betonte Antwort: „Es liegt doch viel dazwischen!“ Aber in den Augen glühte das alte Feuer, und greift ein friedliches Geschick hülfreich ein, dann wird der gebeugte Nacken des alten, braven, hochverdienten Mannes noch einmal wieder so gerade werden, wie je zuvor. Mögen die Deutsch-Amerikaner diese Kraft nicht rosten lassen! Nicht leicht ist sie zu ersetzen, und Dulon hat es verdient, daß er seine Laufbahn in dem segenvollen Wirkungskreise, in den er gehört, geliebt und geschätzt beschließe. Er ist ein großes Rednertalent und viele seiner Zuhörer hängen mit unendlicher Liebe an ihm.
    Verweilen wir jetzt noch kurz bei einem Manne, welcher allerdings nicht werth ist, an der Seite der Andern genannt zu werden, und hier nur des Contrastes wegen seinen Platz finden möge. Vor etwa einem halben Jahr stellte sich eine Persönlichkeit bei mir ein, welche jemals gesehen zu haben ich mich nicht entsinnen konnte. Ein aufgedunsenes Gesicht, abgerissene Kleidung, das leibhaftige Bild geistiger und physischer Verkommenheit. Schüchtern trat er auf mich zu und sagte leise: „Erschrecken Sie nicht vor meinem Namen, ich bin – Dowiat![10]“ In der That erschrak ich und blickte ihn prüfend an. Und er war es, der früher so hoch angesehene Prediger der deutsch-katholischen Gemeinde in Danzig; mit Mühe ließ sich noch eine Spur von den sonst so schönen Zügen entdecken. Leise fuhr er fort, mir seine überstandenen Leiden zu schildern und um Mitleid, um ein freundliches Wort, einen Händedruck, eine nachsichtige Aufnahme zu bitten – er, der die herrlichsten Gaben ruchlos verzettelt, der an sich selbst zum frevelhaften Lügner geworden, der, zum Höchsten berufen, sich in den Pfuhl des Lasters stürzte, zuletzt sich den südlichen Freiheitsschändern anschloß und selbst ihnen noch zu schlecht war. Es wurde ihm kein Händedruck, kein freundliches Wort zu Theil, und leise, verstohlen, unbemerkt, wie er gekommen war, verschwand er wieder. Kurz darauf erschien seine Erklärung, daß er, des Jagens nach politischen Phantomen überdrüssig, wieder in den Schooß der Kirche zurückkehre und sich geduldig der unendlichen Gnade Gottes empfehle. Will er selbst seinen Gott noch betrügen, nachdem er die Welt betrogen? Diese Menschenruine fällt weder Amerika, noch seinen Verhältnissen zur Last, wohl aber hat man es vielleicht diesen zu verdanken, daß der Heuchler entlarvt worden ist.

Der Artikel erschien in „Die Gartenlaube“, Jg. 1866, Heft 38, S. 597-599

(1866) Volksvehme in Amerika
von Carl N. Riotte

Keine Erscheinung im amerikanischen Volksleben hat den an die strict geregelten europäischen Verhältnisse Gewöhnten mehr Stoff zur Anklage gegen amerikanische Zustände und den Freunden der großen Republik in Europa mehr Veranlassung zu aufrichtigem Bedauern und redlichen Besorgnissen für ihre Zukunft gegeben, als das sporadische Auftreten von Vigilanz-Comités, Sicherheitsausschüssen, Moderatoren, Regulatoren und wie alle jene geheimen Verbindungen heißen mögen, die auf dem an geheimen Gesellschaften aller Art so fruchtbaren amerikanischen Boden wie blutige Nordlichter am socialen Horizonte auftauchen. Es scheint heute unnütz das Für und Wider näher in’s Auge zu fassen; jedenfalls gehört es nicht zu unserer Aufgabe. Europäer werden diese Erscheinungen nie als berechtigt zugestehen, wenn sie auch nichts dagegen einzuwenden finden, daß eine ihrer Regierungen über Städte, Districte oder gar Provinzen das Kriegs- oder Standrecht verhängt, oder wenn sogenannte Verbrecher ihrem natürlichen Richter entzogen, die gesetzlichen Garantien, z. B. Schwurgerichte, für ganze Kategorien von Vergehen abgeschafft, Staatsgerichtshöfe eingesetzt, die Vertheidigung auf ein Minimum beschränkt, ja ganze Gerichtshöfe aus anerkannten Gegnern eines Angeklagten oder seiner Sache zusammengesetzt werden, oder gar, wie unter dem beglückenden Scepter des jüngsten Cäsars, Tausende blos auf Befehl der Polizei ihrer Freiheit beraubt oder transportirt werden. Andrerseits wird kein Amerikaner, sei er eingeboren oder adoptirt, der auch nur einige Jahre in den neuen Territorien oder Staaten der Union gelebt hat, unbedingt in das europäische Verdammungsurtheil des Lynchgesetzes einstimmen; er wird dessen Unentbehrlichkeit beklagen, aber das Zeugniß nicht zurückhalten, daß in den allermeisten Fällen sein Arm nur die Schuldigen erreicht hat, daß es fast nie ohne die triftigsten, von einer Anzahl als Geschwornengericht vereinigter Bürger untersuchten Gründe vollzogen wurde und daß seine Wirkung stets eine im Interesse der öffentlichen Moral und Gesetzlichkeit höchst günstige war.
    Mein Beruf als Richter in einem der größten deutschen Staaten bis 1849 und mein Aufenthalt seitdem in einem der verrufensten amerikanischen Grenzstaaten gab mir volle Gelegenheiten, beide Seiten zu prüfen. Ich habe Jahre lang bewußt unter der Herrschaft von Vigilanzcomités gelebt und mich sicherer gefühlt, als unter dem Schutze der königlichen Polizei- und Staatsbehörden; manche meiner nächsten Bekannten und Freunde, frühere deutsche Professoren, Kaufleute, Justizbeamte etc., waren Mitglieder der Comités und fast täglich oder nächtlich in ihrer traurigen Mission thätig, ohne daß unser Verhältniß dadurch getrübt wurde, ja ich konnte den Männern einen höhern Grad von Achtung nicht versagen, die Alles auf’s Spiel setzten, nur um die Gesellschaft, die Herrschaft des Gesetzes an deren Todfeinden zu bestrafen und zu rächen.
    Nachdem in Californien sich Vigilanzcomités gebildet hatten, daßelbe auch in Colorado geschehen war, begann ein Massenauszug aller Diebe und Verbrecher aus diesen Gebieten und aus den Verbrecherhöhlen der großen östlichen Städte nach den neuentdeckten Minen in dem nordöstlich von Oregon gelegenen Montana, namentlich nach den reichen Districten von Beaver Head und Deer Lodge. Hier lauerten Mörder überall, wo sich die geringste Gelegenheit bot, Leben für Geld zu nehmen; hier übertraf die Organisation einer Bande von Desperados, was Vollkommenheit und Vertheilung der Rollen anlangt, Alles, was auf diesem Felde irgendwo geleistet worden ist. Das System war vollkommen, die Pläne wurden mit ausgezeichneter Kunst angelegt und ausgeführt, die Werkzeuge der Bande folgten hart auf den Fußtritten des Bergmanns nach jedem Lager. Mit der zunehmenden Bedeutung von Virginia City verlegte sie ihr Hauptquartier dorthin. Es war kein loser Haufe von unabhängigen Dieben und Halsabschneidern. Da war ein Hauptmann, untergeordnete executive Beamte, Secretäre, Agenten, Diebshehler – und geheime Zeichen; ferner Hieroglyphen, die einen Menschen, einen Wagen oder einen Zug so bezeichneten, daß sie unbewußt auf dem Wege ihr eigenes Verderben einluden. Manche der Führer trugen einen besondern Knoten in ihrem Halstuche, und die Mitglieder konnten bei Tag oder Nacht, ob sichtbar oder in Dunkelheit gehüllt, sich unter einander verständigen und sich gegenseitig unterstützen. Nicht waren sie, wie in Californien und Colorado, die Auswürflinge und Aufgegebenen der Gesellschaft, in der sie sich bewegten, nein, sie waren die reichsten, einflußreichsten und, wie Manche anfänglich glaubten, die nützlichsten Bürger.
    Der Führer der Bande, Heinrich Plummer, war einer der vollendetsten Verbrecher, ein Meister in der Verwendung und Leitung von Menschen, und so schlau in seinen Operationen, daß er zum Sheriff zweier Counties und die zuverlässigsten und gewandtesten seiner Spießgesellen zu seinen Stellvertretern gewählt wurden. Diese Counties hatten keine gesetzliche Existenz; die von den Ansiedlern adoptirten Ordnungen waren die einzige Autorität: „Macht war Recht“.
    Es ist nicht zu verwundern, daß Plummer, mit der Macht des Volkes in den zwei reichsten und bevölkertsten Bezirken in seiner Hand, die Geschäfte der Bande zur höchsten Blüthe brachte und jede Entdeckung vereitelte. So vollständig umfaßte die Organisation Alles, was für sie von Interesse war, daß jeder Ort (in bergmännischer Sprache) bewacht, sein Ertrag bis zum Augenblicke der Versendung verfolgt wurde und nur äußerst selten ein Mann mit seinem Gold sicher die Staaten erreichen konnte. Gewöhnlich waren die Leute glücklich, wenn sie blos dies verloren und ihr Leben retteten. Fuhren sie in einer Kutsche oder mit einem Zuge ab, so waren sie selbst oder etwas, das zu ihnen gehörte, mit untrüglichen Zeichen versehen, wodurch die herumziehenden Banden angewiesen wurden, zuzuhauen und den Raub zu sichern; oder wenn, wie oft der Fall war, zugleich Rache genommen werden sollte, dann benachrichtigte der Reisende unbewußt den versteckten Mörder, daß sein Leben diesem gehöre. Hunderttausende von Dollars wurden so Berg- und Geschäftsleuten geraubt, und wenn Verhaftungen vorkamen, so wurden die Verbrecher dem Sheriff Plummer, dem Räuberhauptmann, überliefert, der sie entschlüpfen ließ und ihnen ein anderes Feld der Thätigkeit anwies, wo sie nicht leicht erkannt werden konnten.
    Diese Verbrecherbande erhielt, weil sie sich besonders die Straßen zum Schauplatz erkoren, den Namen „Straßenagenten“, und bis heute werden Straßenräuber im fernen Westen so genannt. Es waren mehr als fünfzig verzweifelte Kerls, vortrefflich bewaffnet und äußerst geschickt im Gebrauche der Waffen, mit wahrscheinlich über hundert Spießgesellen und Gehülfen außerhalb der Verbindung. Durch das ganze Land hatten sie Stationen, wo sie sich sicher aufhalten konnten, da die Besitzer derselben ihre Kuppler waren und einen kleinen Theil der gemeinschaftlichen Beute empfingen. Auf diese Weise hielten die über alle Ansiedelungen und Straßen von Montana verzweigten tausendfältigen Adern des Verbrechens das Gesetz in ihren Krallen und herrschten unumschränkt über das ganze Territorium. Selbst wenn einmal das Gesetz sich geltend machen wollte, dann lieferte oder bestach die Bande die Beamten und es konnte keine Geschwornenbank zusammengebracht werden, in der nicht eine genügende Zahl aus der Bande saßen, um die Entscheidung in der Hand zu haben. Ihre Mitglieder wurden nach und nach so kühn, daß sie nicht mehr blos des Raubes wegen mordeten, sondern bei der geringsten Veranlassung und mit der ruhigsten Ueberlegung in den Straßen der Städte Menschen niederschossen, ohne daß Jemand es wagte, sie deshalb anzuklagen. Ermuthigt durch fortgesetzten Erfolg und sicher, daß keine Macht existirte, stark genug, um sie zu Strafe zu ziehen, verbreiteten diese Strolche zuletzt eine entsetzliche Schreckensherrschaft über Montana, und die Bewohner waren gezwungen, Plummer nachzugeben, seiner Autorität zu gehorchen und schweigend sich seine Schandthaten gefallen zu lassen, blos um ihr Leben zu retten.
    Aber die Vergeltung war im Anzuge! Manche der besten Bürger waren ermordet und beraubt worden und die Uebelthaten der Bande auf den nach den Staaten führenden Straßen so häufig, daß Niemand mehr wagte, mit edlen Metallen dorthin zurückzukehren. Jeder gute Bürger fühlte, daß entweder jede ehrliche Beschäftigung aufgegeben oder aber bald ein schreckliches Hülfsmittel angewendet werden müsse. Es ist wunderbar, daß die Ermordung eines der anspruchslosesten Bewohner Montanas, eines einfachen, freundlosen Deutschen, der Tropfen war, welcher die Volksgeduld überlaufen machte, eine Macht in’s Leben rief, die fast hundert Menschen richtete, hunderte von Anderen in selbstgewähltes Exil trieb und Montana Ordnung, Sicherheit und Ruhe verschaffte, ohne einen Flecken von Ungerechtigkeit auf ihrem Rufe, und daß das Hauptwerkzeug in diesem großartig kühnen Unternehmen ebenfalls ein Deutscher war! Der erstere der erwähnten Deutschen befand sich auf dem Wege, einige Maulthiere an den Käufer abzuliefern, deren Preis er bereits erhalten hatte, als er um dieser Thiere willen ermordet wurde. Die Leiche wurde in einem Salbeidickicht versteckt und von den Mördern das Gerücht verbreitet, er habe sich mit dem Gelde und den Maulthieren davongemacht. Eine Zeit lang gab es keinen Anhaltspunkt, um diesem Gerüchte zu widersprechen, bis zuletzt ein Jäger ein Waldhuhn schoß, welches in daßelbe Dickicht fiel, worin die Leiche versteckt lag; eine andere durch die Straßenagenten verübte Schandthat. Der Anblick der nach der Stadt geschafften Leiche des allgemein geschätzten Mannes brachte die öffentliche Indignation zur Fieberhitze. Ein Mann, Namens Black, bei dem der Ermordete früher in Dienst gestanden, gab ihr zuerst Form und Gestalt, und das Unternehmen gegen die Desparados wurde allgemein und rasch unterstützt, daß es, einmal begonnen, jede Schwierigkeit und jedes Mitleid im Sturme niederwarf. Gleichwohl war es ein höchst gefährliches. Ein einziges Mißlingen wäre das Todesurtheil für alle Betheiligten gewesen, denn es war keinem Zweifel unterworfen, daß die Verbrecher in der Mehrzahl waren. Wäre vor ihrer Organisation auch nur der Verdacht aufgetaucht, daß zehn oder selbst fünfzig Männer solch’ eine Absicht hätten, nicht Einer von ihnen würde deren Ausführung erlebt haben. Allein sie waren ebenso klug wie entschlossen, ihre Rache wurde weder gesehen noch gefürchtet, bis sie den Mörder aus seinem Bette holten und die Morgensonne seinen von einem Baumaste hängenden leblosen Körper beschien. Kein warnender Donner ließ den entsetzlichen Blitzschlag ahnen, der erbarmungslos die Verbrecherbande vernichten sollte!
    Unter den vielen kühnen Männern, welche die Sache in’s Werk setzten und dann offen unterstützten, kann keinem ausschließlicher Ruhm zuerkannt werden, aber einer unter ihnen nimmt in der Geschichte dieses Vigilanzcomités eine ebenso hervorragende Stelle ein, wie Plummer während der Schreckensherrschaft. Dies war Johann X. Beidler, ein junger Mann aus Pennsylvanien, aus einer der dortigen deutschen Familien. In seiner Jugend verfertigte er Besen, später fungirte er als Koch in der Wirthschaft eines kleinen Badeortes. Seine Genügsamkeit, Freundlichkeit und sein harmloses Wesen, verbunden mit fröhlichem Humor, machten ihn zum Lieblinge Aller, die ihn kannten. Er ist von mittlerer Größe und, was Körperkraft angeht, eher unter dem Durchschnitte von Männern seines Alters. Um sein Glück zu machen, ging er nach dem Westen, und bald nach Plummer’s Ankunft traf auch „X“ – der einzige Name, unter dem er über ganz Montana bekannt ist – dort ein, – Gift und Gegengift zusammen.
    Stark in seiner innersten Neigung zur Redlichkeit, jeder Furcht fremd, nicht kräftig, aber rasch wie der Gedanke in seinen Handlungen und so fest in seinen Vorsätzen, wie die ewigen Berge, die ihn umgaben, war es natürlich, daß er sofort und in vollem Ernst auf den Versuch einging, der Gesellschaft Ordnung und Sicherheit zu verschaffen. Es ist nicht überraschend, daß im Anfange die ernsten Reformatoren, denen er sich angeschlossen, nichts Großes von ihm erwarteten; allein bald machten seine unermüdliche Ausdauer, sein nie wankender Muth und seine besondere Geschicklichkeit, die Pläne des gemeinschaftlichen Feindes zu vereiteln, ihn zur Hauptstütze der Organisation und zum unaussprechlichen Schrecken jedes Verbrechers. Dieses kleine Männchen, ohne Familie und Eigenthum, die er zu vertheidigen gehabt hätte, verhaftete allein Dutzende der riesigsten Verbrecher und richtete am hellen Tage ebensoviele hin unter Anleitung jener wunderbaren Vehme der Vergeltung, die ungesehen um das hastig errichtete Schaffot Wache hielt.
    So gewandt ist er mit einem treuen Revolver, daß die geübtesten Hallunken öfters vergeblich versuchten, ihm einen Moment zuvorzukommen. Schnell wie der Blitz ist der Revolver gezogen, während des Ziehens gespannt und dem verlorenen Manne mit der starren Aufforderung vorgehalten: „Hände in die Höhe!“ und die Arbeit ist gethan. Einmal verhaftete er ganz allein sechs der gefährlichsten Räuber auf einem Haufen, alle wohlbewaffnet, und machte sie vor sich her in’s Gefängniß marschiren. „Hände in die Höhe, meine Herren!“ diese Worte waren für sie die erste Andeutung, daß er etwas mit ihnen abzumachen hatte, und Unterwerfung war ihre einzige Rettung. Hätte Einer von ihnen nur die geringste Bewegung nach seinem Gürtel gemacht, er wäre ein stiller Mann gewesen im selben Moment. Bürger waren ihm ganz nahe und er wußte, wie viele unter ihnen geschworen hatten, ihn zu schützen und zu unterstützen, allein die Gefangenen wußten es nicht. Es scheint, daß diese ungreifbare, unsichtbare, nicht zu bemessende Macht selbst die verwegensten Diebe und Mörder entnervte, sobald ihr plötzlicher und verhängnisvoller Griff sie erfaßte. Bei irgend einem gewöhnlichen Versuche, sie zu verhaften, vertheidigten sie ihr Leben gegen Dutzende von Angreifern, aber wenn die Bürger „im Namen der öffentlichen Sicherheit“ ihnen gegenüberstanden, waren sie entmannt. Man kannte keine Formalitäten, keine Acten mit Gerichtssiegeln wurden verlesen. Niemand konnte ahnen, wann oder wo die entsetzliche Aufforderung des großen, unsichtbaren Gerichtshofes kommen würde. Der Schlafcamerad des Geächteten in einer weit abgelegenen Hütte trank und frühstückte mit ihm und machte ihn dann erstarren durch die Mittheilung: „Man verlangt nach Ihnen – Geschäfte in Virginia.“ In keinem einzigen Falle hat einer dieser vom Vigilanzcomité verhafteten Verbrecher auch nur einen Schuß abgefeuert, obwohl sie wußten, daß ihr Tod unvermeidlich war. Es ist wahr, in den meisten Fällen wurde ihnen nicht Zeit dazu gelassen, allein unter allen gewöhnlichen Verhältnissen wird auch die geringste Gelegenheit zum Entwischen benutzt. Dem „X“ entkam nie Einer! Der bloße Versuch wäre nur beschleunigter Tod gewesen. Und wie diese Galgenvögel ihn fürchteten, so achteten sie ihn auch so sehr, daß die meisten von ihnen, wenn um Tode von seiner Hand verurtheilt, ihm ihre letzten Wünsche mittheilten, die er als Heiligthum bewahrte.
    Jetzt sind Ordnung und öffentliche Sicherheit hergestellt, aber „X“ ist doch noch in seiner Lieblingsbeschäftigung thätig. Er ist das Haupt der Entdeckungspolizei im Territorium. Er kommt und geht, und nur er weiß, in welcher Angelegenheit. „Was giebt’s, X?“ ist eine Frage, die gewöhnlich mit „Auf’s Spüren“ beantwortet wird, so wie alle Fragen nach seinem Wege oder der Zeit seines Wegganges mit „Ich weiß nicht!“ Allein hat er jeden Weg und jede Ansiedelung Montanas durchstreift, manche noch ganz unbekannte Gegenden durchforscht und ist immer bereit, ohne Begleitung oder Hülfe einen Verbrecher zu verfolgen, wohin immer dieser sich geflüchtet habe. Sein Lebenslauf ist in der That höchst merkwürdig gewesen und es grenzt an’s Wunderbare, daß er in seinem unzähligen Zusammentreffen mit dem Abschaum der Menschheit stets unverletzt davongekommen ist. Jüngst wurde er zum Zolleinnehmer in Helena ernannt, allein so lange in Montanta noch ein Dieb, ein durchgegangener Kassenbeamter, ein Mörder oder ein Indianer existirt, der den öffentlichen Frieden stört, wird er stets der thätigste Bote der Gerechtigkeit in den Goldregionen sein. Sein langer Dienst als Repräsentant unbarmherziger Vergeltung an den Geächteten hat ihn nicht seines freundlichen und gemüthlichen Wesens beraubt, und wohin er immer seine Schritte wendet, da ist er jedem Freunde der Ordnung und gesetzlicher Zustände ein willkommener Gast. Wenn er auf dem Kriegspfade ist, dann schreckt ihn nichts zurück und der Verbrecher kann sich nur durch zeitigen Rückzug retten. Reichlich dreitausend vollkommen organisirte Männer stehen hinter ihm. Sie haben Compagnien, Officiere und Auserwählte und Boten in jeder Ansiedelung, so daß er im Augenblick Dutzende oder Hunderte von tüchtigen Männern an seiner Seite haben kann.
    Die erste Execution war die von einem gewissen Georg Ives, und er wurde von einem Volksgerichte verurtheilt. Es war der Wendepunkt zwischen Anarchie und Ordnung! Die Verbrecher waren in der Mehrzahl und die Befreiung des Gefangenen das wahrscheinliche Ergebniß; allein kühne Männer waren kühner als je, und der Verbrecherhaufe, der das Gericht umzingelt hielt, um das Urtheil zu controliren oder den Gefangenen mit Hülfe neuer Mordthaten zu retten, zerstob vor der starren Rechtschaffenheit und dem nicht zuckenden Muthe der Männer der Ordnung. Oberst Sanders, ein junger Advocat, klein von Gestalt, aber groß von Seele und Mannhaftigkeit, fungirte als Staatsanwalt, und zum ersten Male prallte die stets wachsende Woge der Verbrecher zurück, als das Urtheil ertönte: „Daß Georg Ives sofort am Halse aufgehangen werden solle, bis er todt sei.“ Achtundfünfzig Minuten nachher und nur zehn Schritte von dem Orte, wo er vor Gericht gesessen, fiel die Versenkung, und die Gerechtigkeit hatte in Montana wieder Fuß gefaßt. Dies geschah am 21. December 1863.
    Bald nachher wurde Sheriff Plummer mit zweien seiner Spießgesellen zusammen in Bannock gerichtet. Er baumelte an einem Galgen, den er selbst zum Aufhängen eines Anderen aufgerichtet hatte, und behauptete seine wunderbare Selbstbeherrschung bis zum letzten Augenblicke. Seine letzte Handlung war eine sorgfältige Untersuchung des Strickes und der Versenkung, um gewiß zu sein, daß der Fall ihm das Genick brechen würde. Fünf seiner Gefährten ruhen auf dem Hügel nahe bei Virginia, und dann ergoß sich der Wildbach der Vergeltung, bis zuletzt ein von einem Baume herabhängender lebloser Körper die Inschrift trug: „Wil. Hunter, der Letzte von Heinrich Plummer’s Bande.“
    Mehrere der zuerst Ergriffenen und Hingerichteten bekannten am Galgen und offenbarten die Namen der ganzen Bande, und mit dieser Kenntniß wurde nicht geruht, bis auch nicht einer der eigentlichen Gefährten Plummer’s mehr am Leben war. Nicht Einer ist aus jener allmächtigen Organisation geblieben, ihre blutige und verhängnißvolle Geschichte zu erzählen. Nach Hinrichtung der Führer – drei in Bannock und fünf in Virginia – wurden die zersprengten und flüchtenden Verbrecher gejagt wie Wild und schnell abgefertigt. Tausende von Dollars wurden daran gewendet, um Diejenigen zu verfolgen, welche Hunderte von Meilen geflohen waren, um dem nicht zu erweichenden Rächer zu entkommen, – Alles vergeblich! – Wenn sie in ihren einsamen Zufluchtstätten sich sicher glaubten, dann erfaßte sie plötzlich der eisige Griff der Vigilanten, und sie fanden ein unbeschriebenes und unbetrauertes Grab, wo immer die geheimnißvollen Diener der beleidigten Gerechtigkeit mit ihnen zusammentrafen. Einige hatten sich in die engen Felsenschluchten der höchsten Gebirge von Idaho und Oregon, Andere nach Californien geflüchtet, ja selbst Südamerika wurde als Zufluchtsstätte gegen den entsetzlichen Strom der Rache aufgesucht. Indeß Alles, Alles war umsonst. Das feierliche Urtheil der geheimnißvollen Vehme mußte vollzogen werden und wenn die Grenzen der Erde nach dem Opfer zu durchsuchen gewesen wären. Die Gerechtigkeit nicht allein, sondern ebenso sehr die allgemeine Sicherheit erforderte es, daß kein einmal Verurtheilter entkommen durfte. Sie möchten später die Tausende von Meilen zwischen Montana und den Staaten sich hinstreckenden Ebenen und Gebirgspässe beunruhigen, welche die Gerichtsbeamten manchmal durchstreifen mußten, und Niemand würde sein, um auf’s Neue Rache an dem Verbrecher zu nehmen. Sich selbst und die öffentliche Ordnung stellten die Vigilanten sicher durch nicht endigende Verfolgung.
    Und doch ist ihre Aufgabe noch nicht völlig gelöst. Obwohl unsichtbar und ungekannt, bewacht ihr schlafloses Auge den fernen Westen mit nie ermüdender Aufmerksamkeit. Kein Desperado kann den Missourifluß aufwärts gehen, ohne daß sein Name, seine Beschreibung und Vergangenheit ihm vorhereilt oder ihn begleitet, und jede Ansiedlung hat ihre treue Schildwache, ihn bei der Ankunft anzurufen. Viele der Strolche wähnen, daß der Verband der Vigilanten aufgelöst ist, und wagen sich wieder nach Montana, bis das Lebewohl, welches ihnen ein unbekannter Freund mit dem Bemerken zuraunt, daß sie sofort abreisen müssen, ihnen sagt, daß für sie nichts mehr zu hoffen bleibt. Keine weitere Erklärung wird gegeben, – es ist keine nöthig, und Montana verliert einen Bürger, den es besser entbehren als behalten kann.
    Dies ist eine kurze und natürlich unvollständige Geschichte des Triumphes der Gerechtigkeit in Montana. Die Gerichtsbehörden sind jetzt in vollständiger Thätigkeit, allein ohne die Macht der Vigilanten würde das Verbrechen bald wieder die Oberhand gewinnen. Der Verband wird aufrecht erhalten, als ein Gehülfe der Gerichte und um den Arm der Gerechtigkeit auszustrecken, wohin die bürgerlichen Behörden ohnmächtig sind zu reichen. Sollte das Gesetz sich in irgend einem Falle zu schwach erweisen zur Aufrechthaltung der Ordnung, dann wird das „Fiat“ von dreitausend entschlossenen Männern im Interesse der öffentlichen Sicherheit ertönen. So unbeugsam waren sie, daß kein Mittel, keine Verbindungen, keine Verhältnisse den Schuldigen zu schützen vermochten. Man fand aus, daß einer jener Verbrecher im Kreise der Vigilanten selbst Schutz gesucht hatte vor der gerechten Strafe; er wurde aus der Mitte von fünfzehn heraus genommen und hingerichtet. In einem anderen Falle erboten sich die Freunde des Verurtheilten, das gestohlene Eigenthum zu ersetzen, wenn das Urtheil von Tod in Verbannung umgewandelt würde, allein der Verbrecher war ein Mitglied der Räuberbande, und die Vigilanten selbst machten den Ersatz und sandten den Räuber in’s Grab.
    Die Verbindung wird weder von Freund noch Feind beschuldigt, daß sie während ihrer dreijährigen Thätigkeit, die nahezu hundert Todesvollstreckungen umfaßte, auch nur in einem Falle parteiisch, mit Voreingenommenheit gehandelt oder ein ungerechtes Urtheil ausgesprochen habe. Unbeugsam, geduldig, unermüdlich hat sie ihre unwillkommene Aufgabe verrichtet, und ihre Geschichte ist einzig die der Inthronisation der Tugend, Ordnung und Gerechtigkeit in Montana.
    C. R.

Erschienen in „Die Gartenlaube“, Jg. 1867, Heft 40, S. 636, 638–640

 (1867) Arbeiterinnen Heim in New-York.
von Carl N. Riotte

Am Nachmittag des 25. September 1867 wurde in New-York das zur Heimath für Arbeiterinnen bestimmte, durch Privatwohlthätigkeit beschaffte Gebäude in Gegenwart einer großen Anzahl von Damen und Herren aller Stände, Berufsclassen und Glaubensbekenntnisse feierlich eröffnet. Ob eine derartige Anstalt in Europa bereits existirt, ist mir unbekannt; auf unserm Continente ist sie neu und dürfte wohl um so mehr eine nähere Besprechung verdienen, als es die Absicht der edlen Unternehmer ist, ihre Zahl hier zu vermehren, und als durch diese Veröffentlichung in der Gartenlaube auch manches brave deutsche Mädchen, welches der stets schwellende Strom der Einwanderung auf diesen Menschenstrudel wirft, oder das durch unglückliche Verhältnisse hier seiner natürlichen natürlichen Beschützer beraubt wird, vor dem Verderben gerettet werden mag.
    Wer sich das Studium der menschlichen Leiden, besonders in großen Städten, zur Aufgabe macht, wird bald zu der erschreckenden Beobachtung kommen, daß die bei Weitem meisten unserer öffentlichen Anstalten, die des Staates sowohl wie die von Gemeinden und die von Privatpersonen unterhaltenen, stets nur dahin zielen, den Gefallenen zu Hülfe zu kommen und sie wieder in ihrer eigenen Schätzung, wie in den Augen der Gesellschaft aufzurichten. Die, wie mir scheint, viel verdienstlichere Untersuchung, wie das Fallen zu verhüten, wie die Fallgruben zu beseitigen, ist leider auch von unsern edelsten und eifrigsten Menschenfreunden nicht genügend in Angriff genommen. Gerade in dieser Beziehung ist „der Arbeiterinnen Heim“ eine freudig zu begrüßende Erscheinung.
    Die Ideen, welche die edlen Menschenfreunde (unter denen, wie immer, die Namen Peter Cooper und Aspinwall voranstehen) nach den bei der Eröffnung gehaltenen Reden bewegten, sind im Wesentlichen folgende: Um wirksam und hülfreich in das uns umgebende Elend und Laster einzugreifen, ist es unerläßlich, daß die beiden Classen der Gesellschaft, welche durch den Mangel an Subsistenzmitteln einerseits und durch deren Ueberfluß andererseits von einander geschieden sind, sich wechselseitig annähern. Dies kann nur dadurch geschehen, daß einestheils die erstere, die zugleich im großen Ganzen die arbeitende ist, gehoben, daß ihre Lebensweise verbessert, ihre geistige und sittliche Ausbildung befördert wird, und anderntheils, daß die begünstigte Classe – die Talentvollen, Wohlerzogenen und Reichen – es sich zur Aufgabe machen, die Mitglieder der anderen Classe in jedem Versuche, sich aus der ungünstigen Lage aufzurichten, in welche sie durch nicht abwendbare Verhältnisse gekommen, kräftig zu unterstützen. Wer einen Blick in das Elend und die Geheimnisse unserer großen Städte geworfen, dem sind die bedeutenden Schwierigkeiten, die dem Bestreben des redlichen Armen, sich aufzuschwingen, entgegentreten, und die fast unüberwindlichen Hindernisse wohl bekannt, welche in seinem Wege zu einer gesicherteren Existenz liegen. Wer aber das Studium des täglichen Lebens der Armen sich zur philanthropischen Lebensaufgabe gemacht, dem wird die betrübende Thatsache sich aufdrängen, daß in der Hast, dem Lärm, der Einseitigkeit des Geschäftslebens unserer großen Städte wenig Zeit und Mittel darauf verwendet werden, gerade da wohl zu thun, wo das dringendste Bedürfniß für Hülfe und Aufmunterung besteht. Die Arbeit der Armen ist nicht erleichtert, ihre Ruhestunden sind nicht vermehrt, ihr Hauswesen ist nicht bequemer und anmuthiger gemacht worden. Ganz besonders gilt dies von den Arbeiterinnen, von denen viele, fremd in den Städten und an die wenn auch geringen Bequemlichkeiten des Landes oder die verschiedene Lebensweise fremder Länder gewöhnt, keine Ahnung von den Gefahren haben, denen sie ausgesetzt sind.
    Wir brüsten uns, daß wir mehr, als andere Nationen, Zeit auf humanitäre Studien verwenden; daß wir den unschätzbaren Werth menschlicher Geisteskräfte besser zu würdigen wissen; daß wir zu Schulzwecken mehr verwenden, als irgend eine andere Nation; daß wir in Staat und Gesellschaft unausgesetzt mit der Fortentwickelung demokratischer Ideen beschäftigt sind. Wir nehmen den theilweisen Sieg der Reformidee in England, das kräftige Auftreten unterdrückter und zersplitterter Nationen auf dem europäischen Continente theilweise als Reflexe unseres großen nationalen Sieges über die Zwietrachtselemente des Nordens und die Sclavenhalter-Aristokratie des Südens in Anspruch, und wir sollten Wahrheiten übersehen, die uns jede Straße, jedes Haus eines Armen, jede Unterhaltung mit einem solchen vor Augen führt? Wahrheiten wie diese: daß dem Arbeiter, damit er ein guter Bürger werde, die möglichst beste Erziehung geboten werden muß; daß Reinlichkeit eines der unentbehrlichsten Lebenselemente, ebenso sehr wie Kleidung und Speise ist, und vor Allem, daß die Arbeiterinnen, die künftigen Mütter von Tausenden von Bürgern, ein angenehmes Hauswesen besitzen und von Verhältnissen umgeben sein sollten, danach eingerichtet, sie außerhalb des Bereiches unlauterer Einwirkungen zu stellen. Die Verworfenheit, das Elend, die absolute Herabwürdigung, die so lange sich vereinigte, die Arbeiterinnen des Lebens und der Ehre zu berauben, sie müssen besseren Zuständen Raum geben. Die Bewegung, ihre Lage zu verbessern, ihnen Aufmunterung zu gewähren, sie über die Leiden zu erheben, welche stets im Gefolge von Sorge, Noth und Mangel sich einstellen, muß eine bestimmte Form annehmen.
    Wie dies in’s Werk zu setzen, war bereits seit mehreren Jahren ein Gegenstand eingehendster Berathung seitens des Vorstandes des Arbeitshauses der Five-Points. Vor etwa neun Monaten beschlossen sie, den Versuch in der jetzt ausgeführten Weise zu machen. Bei den enormen Preisen des Eigenthums und der Rücksicht, daß die Heimath für Arbeiterinnen möglichst nahe dem unteren (Geschäfts-) Theile der Stadt gewählt werden mußte, war es schwierig, eine passende Lage und Localität zu finden. Zuletzt gelang es, zu dem Preise von 100,000 Dollars das gegenwärtige Gebäude zu erwerben, das mit einem weiteren Aufwande von nahezu 50,000 Dollars zu seiner jetzigen Bestimmung eingerichtet wurde.
    Der wesentlichste Grundsatz bei der Einrichtung des „Heim“ ist, daß es nicht unentgeltlich, als ein Almosen gewährt wird, was dem Zwecke, welchen die Gründer beabsichtigen, gerade entgegen arbeiten würde. Die Anstalt soll sich selbst erhalten, zu welchem Ende jedes Frauenzimmer (die Matrone nannte sie bei meinem Besuche nie anders als the young ladies), das eintritt, drei Dollars fünfundzwanzig Cents (vier Thaler sechszehn und einen halben Silbergroschen; nach deutschen Verhältnissen etwa ein Thaler zehn bis fünfzehn Silbergroschen) die Woche im Voraus bezahlt; bei der großen Kostspieligkeit des Lebens in New-York äußerst wenig. Für diesen Betrag erhält sie Kost, Wohnung mit Bett und Wäsche. Findet sich am Ende vom Jahre ein Ueberschuß, so soll dieser auf den Namen derjenigen, welche am längsten im Heim gewohnt haben, bei einer Sparbank niedergelegt werden. Auf diese Weise hat jede Bewohnerin das Bewußtsein, daß sie selbst ihren Antheil zur Erhaltung der Anstalt zahlt, in welcher sie völlig so unabhängig ist wie in ihrem eigenen Hause.
    „Ich weiß,“ sagte der ehrwürdige Vorstand, der Herr Halliday, „aus einer fünfunddreißigjährigen Erfahrung als Missionär etwas von den Versuchungen, denen junge, arbeitende Mädchen ausgesetzt sind, und wie schwierig es für sie ist, anständige und bequeme Wohnungen sich zu verschaffen. Privatfamilien sind stets abgeneigt, Kostgängerinnen aufzunehmen, die großen Kosthäuser sind ihnen thatsächlich verschlossen, und sie sind gezwungen, höchst unbequem, ja elend zu leben, weil sie außer Stande sind, die hohen Preise anständiger Logirhäuser zu zahlen. Ein hübsches, reinliches Mädchen kam gestern hierher, um sich anzumelden. Sie war überrascht und entzückt von dem Comfort der Anstalt. ‚Ach‘, sagte sie, ‚der Mangel eines Heim, wie dies, bringt die armen, braven Mädchen um.‘“
    Und nun wird es Zeit, das Heim selbst zu beschreiben. Das Gebäude steht in der Elisabethstraße, nahe bei der Canalstraße. Wie der Holzschnitt zeigt, ist es sechsstöckig und hat außerdem ein Erdgeschoß. In letzterem befinden sich:
    Der Waschraum, zweiundzwanzig und sechsunddreißig Fuß, mit zwei Nonpareil-Waschmaschinen und Patent-Ausringern, durch Dampf bewegt, der auch dazu verwendet wird, dem Wasser die gewünschte Temperatur zu geben, sowohl in den Waschmaschinen, wie in den fünf gegenüber befindlichen großen Waschkufen. Ueberall sind Krahnen für heißes und kaltes Wasser. Zweihundert Stücke können in der Stunde gewaschen werden.
    Der Maschinen- und Kesselraum, zwanzig und vierundzwanzig Fuß. Er enthält zwei horizontale Kessel, sechsunddreißig und einhundertundacht Zoll, mit Wasser- und Dampfmesser, selbst arbeitendem Dämpfer u. s. w. In drei getrennten Röhrenleitungen geht der Dampf aus diesen Kesseln nach der sechspferdestarken Dampfmaschine, dem Dampftische in dem Speisesaale, nach den großen Kesseln in der Küche, nach den getrennten immensen Thee- und Kaffeekesseln, nach den Heißwasserbehältern auf den Gängen und nach den zur Erwärmung aller Räume und Hausfluren angebrachten Röhrenleitungen. Da das Wasser aus dem städtischen Reservoir in der Regel nur bis zum zweiten Stockwerke aufsteigt, so pumpt die Dampfmaschine große gußeiserne Wasserbehälter auf der obersten Hausflur voll, deren Inhalt zur Reinlichkeit, Bequemlichkeit und Sicherheit gegen Feuersgefahr ausreicht.
    Der Trockenraum, über dem Maschinenraum und von gleicher Größe und durch eine Hebemaschine mit dem Waschraume in Verbindung. Er enthält sechszehn leichtrollende Staffeln, mit dreihundertsechszig Fuß Leine über flachen Dampfröhren und mit einem starken Zug, und eine durch Dampf getriebene Mangel, fähig, dreihundert Stücke in der Stunde zu mangeln. Die Trockenröhren trocknen Gegenstände eben vom Ringen in achtzehn Minuten, geeignet, um auf die Mangel oder den Plätttisch gebracht zu werden, nach dem Verhältniß von sieben- bis achthundert Stück in der Stunde.
    Der Plättraum über dem Trockenraume, dreiundzwanzig und zwanzig Fuß, mit Tischen, Eisenheizern, Dampfstärke, Kessel etc.
    Die Küche, zweiundzwanzig und sechsunddreißig Fuß, enthält vier Dampfkessel für Fleisch und für Gemüse, zwei zu fünfundzwanzig Gallonen und zwei zu fünfundvierzig, einen Ofen, und einen tragbaren Backofen, der im Stande ist, fünfhundert Pfund zugleich zu braten. Eine Hebemaschine (dumbwaiter) steht in Verbindung mit dem Speisesaale.
    Die Bäckerei, zweiundzwanzig und sechsunddreißig Fuß, mit einem Ofen wie der in der Küche; er hält zweihundert Laib Brod. Mulden etc. sind in genügender Zahl vorhanden, außerdem eine sehr bequeme und ingeniöse Maschine zum Brodschneiden.

Der Baderaum enthält zwölf Abtheilungen, jede mit einer eisernen verglasten Badewanne, heißem und kaltem Wasser, Kleiderhaken und Stühlen. Das heiße Wasser liefert ein großer eiserner in der Mitte des Raumes befindlicher aufrechtstehender Kessel, der vierhundertfünfzig Gallonen hält und, durch hundertsechszig Fuß Dampfröhren geheizt, im Stande ist, bei mäßigem Drucke dreißig Gallonen Wasser in der Minute zu heizen.
    Die Keller, acht an Zahl, jeder acht und sechsunddreißig Fuß groß. Zum Aufbewahren von Lebensmitteln, Gemüsen etc., alle gut ventilirt, erleuchtet und kühl.
    Mehrere Gewölbe unter dem Bürgersteg zur Aufnahme von Steinkohlen, Holz u. dergl. Alle Erdgeschoßräume sind mit Fließen belegt, die nach der Mitte zu in eine Abzugsröhre ablaufen, ausgenommen der Waschraum, der mit georgischer Fichte gedielt ist. – Ein sechs Fuß weiter Flur läuft auf der Nordseite von einem Ende des Gebäudes zum andern, mit den nöthigen Quergängen zur Verbindung aller Theile.
    Längs der Südseite des Gebäudes befindet sich ein hundertfünfundsiebenzig Fuß langer und einundzwanzig Fuß breiter Hof, zur Hälfte mit Platten belegt zum Spazieren und die andere Hälfte für Blumen und Gewächse.
    Bei meinem Eintritt empfing mich im ersten Stocke die Matrone des Hauses, Mrs. Porter, auf die freundlichste Weise und erklärte sich auf mein Ersuchen sofort bereit, mich durch die Anstalt zu begleiten. Das Zimmer, in dem wir uns befanden, diente zum Empfange. Sie selbst mit zwei jungen Damen besorgte hier und in dem daneben gelegenen Raume, dem Bureau, die Verwaltungsangelegenheiten, als Buchführung, Inventarisation, Casse etc. Beide Zimmer sind nett möblirt, mit Teppichen belegt und jedes von zwei dreiarmigen Gascandelabern beleuchtet.
    Es folgen demnächst, direct mit dem Empfangszimmer und mit der Halle vereinigt, drei durch sehr breite Rollthüren verbundene Parlors, jedes etwa vierundzwanzig und sechsunddreißig Fuß groß. Das erste ist zur mündlichen und musikalischen Unterhaltung und zur Gesellschaft bestimmt, zu welchem Ende ein gutes Piano und eine kleine Salonorgel beschafft sind. Das zweite dient zum Lesen und Studiren; es finden sich da Zeitungen, Monatsschriften und der Anfang einer Bibliothek von populären Werken. Ich erbot mich im Namen der Gartenlaube, ein Exemplar derselben zu senden, und bitte mich nicht zu desavouiren. Das dritte Parlor dient für die mit weiblichen Handarbeiten u. dgl. beschäftigten Mädchen, in welch’ nützlicher Beschäftigung auch Unterricht ertheilt wird. Willcox und Gibbs haben dieser Abtheilung drei ihrer geräuschlosen Nähmaschinen (noiseless sewing machines) zum Geschenke gemacht. Die Bewohnerinnen arbeiten nur für sich, nie für die Anstalt. Diese drei Parlors sind freundlich tapezirt, mit hübschen Teppichen belegt und von zehn dreiarmigen Gascandelabern erleuchtet.
    Der Speisesaal zerfällt in vier Abtheilungen, welche ganz in derselben Weise wie die der Parlors unter einander verbunden werden können. Er ist mit drei Zwanzig-Gallonen-Kesseln für Thee, Kaffee und heißes Wasser, einem Dampftisch, um die Speisen warm zu halten, zweckmäßig eingerichteten Ablaufständern zum Spülen und Trocknen des Porcellans, Hebemaschine von der Küche und über achtzig Tischen, jeder für die sechs Bewohner eines Schlafraumes bestimmt, versehen. Vierzehn zweiarmige Gasleuchter erhellen diese Räume.
    Das Eishaus versorgt Empfangszimmer, Bureau, Parlors, Speisesäle und eine Fontaine in der Mitte des Corridors auf jedem Stockwerke mit der köstlichen Labung des Eiswassers. Die übrigen fünf Stockwerke sind unter sich ganz gleichmäßig eingerichtet. Sie sind mit Krahnen für kaltes und heißes Wasser und deren Ableitung ausgestattet, an den Enden jedes Corridors mit Gasreflectoren, welche auch während der Nacht brennen, erleuchtet und mit acht Abtritten an jedem Ende jedes Corridors versehen. Die Corridore sind so weit, hoch, luftig und mit allen Bequemlichkeiten versorgt, daß sie in ihrer Länge von je zweihundert Fuß und sechs und ein halb Fuß Breite bei jedem Wetter und in jeder Jahreszeit eine angenehme Promenade gewähren.
    Für die Beamten, deren Gehülfen und die Dienstboten, im Ganzen ungefähr dreißig, sind auf jedem Stockwerke an beiden Enden des Gebäudes ein Wohnzimmer, zwei Schlafräume und ein Gang vorbehalten. Auch der Ingenieur wohnt daselbst.
    Für die aufgenommenen Frauenzimmer sind auf jedem Stockwerke zwölf Schlafräume bestimmt, von welchen jeder durch je zwei gegenüber liegende Fenster leicht zu lüften ist. Jeder Schlafraum enthält sechs Bettstellen, theils von Eisen, theils von Holz, mit sechs auf Springfedern ruhenden Latten als Auflage für die gut gestopften Matratzen, schwere leinene Laken mit blendend weiß überzogenen Kissen, Wolldecken und Bettdecken, sechs nette und starke Stühle, einen runden Tisch, zwei schön angestrichene Waschtische, sechs größere Geschirre zum Wasserabschütten, sechs Waschbecken, Eimer, Handtücher, Spiegel u. s. w. bis zur Seife, fünfzig Kleiderhaken und darüber fünfundzwanzig Fuß Bretter zum Auflegen, Kamin und Gaslicht. Letzteres findet sich sogar in den Baderäumen, um den Arbeiterinnen, die den ganzen Tag aus sind, den Luxus eines Bades noch am Abende oder Morgens frühe zu gewähren.
    Die Gesammtzahl der Schlafräume beträgt achtzig, welche also vierhundertundachtzig Frauen aufnehmen können; öffentliche oder gemeinschaftliche Räume sind neun vorhanden, die einen Flächenraum von sechstausend sechshundert Quadratfuß besitzen. Der Industrie und dem Geschäfte sind elf Räume gewidmet; Aborte giebt es sechsundneunzig. Die Corridore, ausschließlich der Treppen, haben einen Flächeninhalt von mehr als zwölftausend Quadratfuß, der Hofraum von mehr als viertausend.
    Die einzige Arbeit, welche von den Kostgängerinnen verlangt wird, ist, daß sie am Morgen ihr Zimmer aufräumen und ihr Bett machen. Selbst das Fegen und Reinigen thun die Dienstboten und schütten den Kehricht in ein auf jedem Corridor dazu bestimmtes, mit einem Deckel versehenes großes Gefäß von Eisenblech.
    Einen höchst angenehmen Eindruck macht die überall sichtbare scrupulöseste Reinlichkeit, über die ich mich nicht enthalten konnte, Mrs. Porter meine Anerkennung auszusprechen, und besonders dankbar und rühmend muß es, bei dem sich sonst stets in derartigen Angelegenheiten dick thuenden Sectarianismus, anerkannt werden, daß keine Einwohnerin nach ihrem Glaubensbekenntnisse auch nur befragt werden darf und daß auch in religiöser Beziehung ihnen eine gleiche Freiheit zusteht, als lebten sie im eigenen Hause. Die Hausordnung ist folgendermaßen regulirt. Um halb sechs Uhr des Morgens wird das Zeichen zum Aufstehen gegeben, und um halb sieben Uhr das aus Kaffee, Weißbrod, Butter und einer Fleischspeise, Beefsteak oder Haché, Fricandellen und dergleichen bestehende Frühstück eingenommen. Um sieben Uhr gehen die Mädchen aus und nehmen ihren Lunch (Butterbrod mit einem feinen Gebäcke, wie Ingwerkuchen, Teignüsse und dergleichen) mit sich. Gewöhnlich kommen sie gegen fünf Uhr Abends nach Hause. Um halb sechs Uhr wird das Diner genommen. Es besteht aus zwei Fleischspeisen, worunter immer Roastbeef, zwei Gemüsen neben Kartoffeln, Butterbrod und Thee. Nach dem Diner begeben sich die meisten der Bewohnerinnen nach den glänzend erleuchteten Parlors, wo jede thut und treibt, wozu sie eben Lust hat. Um neun Uhr wird eine Hymne oder sonst ein religiöses Lied gesungen. Um elf Uhr müssen alle zu Bette sein, und die Gasflammen in den Zimmern werden gelöscht.
    Ob dieser Versuch gelingen mag, ob die edlen Absichten der menschenfreundlichen Begründer sich verwirklichen werden? Wer kann es voraussagen? Falsche Scham, unrichtige Auffassung, jene entsetzliche Gleichgültigkeit, die so oft Folge von harten Schicksalsschlägen ist, der Egoismus der Lasterhaften unter dem stärkeren Geschlechte und aller Derjenigen, die aus dem Beköstigen derer, für welche die Anstalt berechnet ist, ein Geschäft machen, werden ohne Zweifel Schwierigkeiten und Hindernisse aller Art heraufbeschwören, allein ich habe das feste Vertrauen, daß dennoch viel Gutes durch der Arbeiterinnen Heim bewirkt, manche halb Verlorene aufgerichtet werden wird.

C. R.

Erschienen in „Die Gartenlaube“, Leipzig 1867, Seite 792[11]



(1868) Die größte Papiergeldfabrik der Welt.
von Carl N. Riotte

Es ist eine bekannte Thatsache, daß seit dem zweiten Jahre der südlichen Rebellion das schöne Gold- und Silbergeld der Vereinigten Staaten von Nordamerika gänzlich aus dem täglichen Verkehre, und mit ihm eine andere jener schönen Illusionen des Eingewanderten verschwunden ist, in dessen Augen es ein erheblicher Vorzug seines Adoptivvaterlandes war, daß es, weder „Cassenscheine“ noch die kleine Kupferscheidemünze hatte. Was aus dem Gold- und Silbermünzen der Vereinigten Staaten geworden, ist eine schwer zu beantwortende Frage, die ihre Lösung wohl erst dann findet, wenn der Congreß die Wiederaufnahme. der Baarzahlungen beschließen wird, was schwerlich vor dem 1. Januar oder 4. Juli 1869 geschehen dürfte, nicht etwa weil man die Vereinigten Staaten nicht genügend erstarkt dazu hielte, sondern weil man auch die Interessen der mit dem jetzigen Zustande eng verbundenen Capitalien zu berücksichtigen hat und einen allmählichen Uebergang anzubahnen wünscht.
    Die Summe des in Circulation befindlichen Papiergeldes, der sogenannten Greenbacks (als Gesammtheit werden sie auch legal tenders, gesetzliches Zahlmittel, oder Currency, zur Unterscheidung von Gold, genannt), beträgt etwa dreihundert Millionen Dollars, ist jedoch seit Anfang 1867 durch den Schatzsecretär[12], auf Grund einer Ermächtigung des Congresses, monatlich um vier Millionen Dollars reducirt worden. Kaum an irgend eine Folge des Kriegszustandes konnte das Volk sich so schwer gewöhnen wie an das Papiergeld, und jetzt hat man sich so sehr damit ausgesöhnt, ihm so viele gute Seiten abgewonnen, daß die Rückkehr zu Baarzahlung nicht allein unter den Speculanten von Wallstreet in New-York, der bekannten Börsenmännerstraße, sondern auch im Volke Gegner findet.
    Unserm großen Staats- und Finanzmann Salomon Chase[13] lag mit der unendlichen Last der Beschaffung der Geldmittel zu den beispiellosen Ausgaben auch die Aufgabe ob, das Papiergeld herzustellen, und es ist ihm und seinen Gehülfen gelungen, nicht nur das am schwierigsten nachzuahmende Papiergeld vom Tausend-Dollar-scheine bis zu dem von fünf Cent zu beschaffen, sondern auch die großartigste und wunderbarste Papiergeldfabrik zu errichten, die je existirte.
    Bei Papier und Druck ging man von der gewiß richtigen Ansicht aus, daß ersteres so dauerhaft wie möglich sein solle, ohne jedoch der durch den schnellen Umschlag bedingten Biegsamkeit Eintrag zu thun, und daß letzterer einmal Feinheit und größte Complication verbinden und weiter jede Note mehrere schwierige Druckprocesse durchgehen müsse. Zeit und Geschicklichkeit mochten die ersten beiden Erfordernisse auch im verschwiegen abgeschlossenen Zimmer des Künstlers liefern, aber diese Druckprocesse erheischten theure Maschinen, vielen Raum und daher eine gefährliche Oeffentlichkeit. Der Feind, vor dem man sich am ängstlichsten zu hüten hatte, war die Photographie, da sie jede Linie mit der absolutesten Genauigkeit wiedergiebt. Dr. Gwyne, ein alter geistreicher Erfinder, entdeckte indeß gleich Anfangs ein Papier, das nachzuahmen selbst der Photographie unmöglich war. Kein Mensch hat je ausgespürt, wie er das Wasserzeichen von matten, sich ausspreizenden Linien, unter dem Namen „Spinnenbeine“ bekannt, herstellte. Keine chemische Substanz vertilgte sie, ohne zugleich das Papier zu zerstören. Selbst gegen ein starkes Licht gehalten, waren nur mit Mühe die matt-gelben Linien zu entdecken, während auf der photographirten Nachahmung ein ganzes Netz von groben, verrätherischen und ganz schwarzen Spinnenbeinen dem· Auge bestimmt entgegentrat. Ueberdies konnte man das Papier waschen und reinigen, selbst mit Seife, ohne Nachtheil; die Substanz blieb fest, der Druck klar, der Golddruck unverlöscht. Dieses wunderbare Papier wurde während sechs Monaten benutzt. Schatzsecretär Mac Culloch schaffte es, wie es scheint, aus sehr schwachen Gründen ab.
    Vielleicht kann ich mir hier ein kleines Verdienst um bedrängte europäische Regierungen erwerben, wenn ich ihnen mittheile, daß jüngst der Regierung der Vorschlag gemacht wurde, die Scheine aus eine besondere Gattung Leinwand zu drucken, mit einem neuen, unvertilgbaren Zeichen, ähnlich dem Wasserzeichen. Die dazu nöthige Jaquardmaschine kostet zwanzigtausend Dollars.
    Für die Mehrzahl der Leser werden diese Mittheilungen über das jetzt in den Vereinigten Staaten gangbare Papiergeld genügen. Mögen sie nun mit mir die Bureaux betreten, in denen dieses Tauschmittel, das vom atlantischen bis zum stillen Oceane und von den britischen Besitzungen in Amerika bis zum Rio Grande in Jedermanns Händen ist, geschaffen wird. Es befinden sich dieselben in der Westseite des Schatzamtgebäudes, das unter den großartigen, meistens von weißem Marmor erbauten öffentlichen Gebäuden der Bundeshauptstadt Washington an Ausdehnung nur dem Capitol und in edlem Stile und Verhältnissen blos dem Patentamte nachsteht. Das Material ist weißgrauer Granit und die ungeheuren Säulen sind alle aus einem Stücke.
    Die verschiedenen Maschinerien werden von dreizehn, im Kellergeschoß aufgestellten Dampfmaschinen, mit einer Gesammtpferdekraft von dreihundert Pferden getrieben. Einige sind wahre Wunder, die durchaus ohne Geräusch oder Reibung, gleichsam auf Strümpfen gehen, aber mit dem Arme eines Riesen eingreifen. Neben dem Dampfmaschinen liegen in dem Kellerraume die Schmiede, wohin Roheisen und Stahl zum Verarbeiten gebracht werden, und die große Maschinenwerkstätte, wo jeder Apparat, vom größten und schwersten bis zum kleinsten und complicirtesten, reparirt und gestaltet wird. Auf sie folgt die Farbenfabrik. In ihr wird wöchentlich eine Tonne Farbe von zwölf verschiedenen Farben und Schattirungen zubereitet. Geschäftig summende kleine Dampfmühlen mahlen die Bestandtheile; die mit dem Mischen, Messen und Abwägen beschäftigten Arbeiter gleichen wandelnden Regenbogen; ihre Kleider, Angesichte und kräftigen Arme schimmern schwarz und blau, grün und röthlich. Dann kommt die Papiermühle. Das Rohmaterial erhält sie aus den Abschnitten des Binde- und Umschlagraumes und anderen Abfällen des Schatzamtes. Der Vorrath ist stets größer als der Bedarf. Hohe.Gewölbe sind vollgestopft mit beschmutzten Bogen und Streifen, die ihrer Verarbeitung entgegensehen. Ganze Haufen von unbenutzten Formularbüchern für das innere Steuersystem, wegen kleiner Fehler verworfen, erwarten ihre Auferstehung zum vielbewegten Leben eines Greenback. Alle abgenutzten, beschmutzten, theilweise oder ganz zerstörten Greenbacks werden ersetzt. Nach den bisherigen Erfahrungen wird angenommen, daß zehn Procent der ersten Ausgabe nie zurückkehren werden, ein Gewinn für die Regierung von dreißig Millionen Dollars. In dem Maschinenraume fällt dem Besucher zunächst ein langsam sich umdrehender kolossaler Cylinder auf, von dem Durchmesser eines Oxhoft und vierfach von dessen Länge· Er wird mit drei Schlössern verschlossen, deren Schlüssel sich im Verwahr von drei vom Schatzsecretär dazu bestellten Vertrauensmännern befinden.
    Wenn die abgenutzten und alten Scheine zerschnitten und durchlöchert worden, um sie unbrauchbar zu machen, werden sie in Gegenwart der drei Schlüsselbewahrer in den Cylinder geschüttet und von diesen die Schlösser verschlossen. Vierundzwanzig Stunden dauert das Umschütteln in Wasser und Chemikalien.Nach Ablauf dieser Zeit kommen die Bewahrer mit ihren Schlüsseln zurück, Jeder ein Beobachter des Andern und Alle zusammen des Papiermachers, und halten eine genaue Schau, ob nicht Scheine unverletzt geblieben, so daß sie aufgeflickt, wieder zusammengesetzt und als Geld in Umlauf gesetzt werden könnten. Regelmäßig sind sie jedoch sämmtlich vollständig zersetzt und erheischen keinen weiteren Verschluß. Diese Masse wird nun von einer Dampfpumpe in ungeheure Behälter in einem darüber gelegenen Raume gepumpt, worin die Farbestoffe so rein ausgewaschen werden, daß die Masse geronnener Milch (Quark) vollkommen ähnlich sieht, worauf diejenigen Farbestoffe beigemischt werden, welche für das neue Papier erforderlich sind. Die breiartige Masse wird hierauf durch ein außerordentlich feines Sieb hindurchgezwängt und demnächst auf einem anderen Siebe von Stahldraht dünn und gleichmäßig ausgebreitet. Obwohl sie nun das Ansehen von Papier gewinnt, so besitzt sie doch noch zu wenig Stärke, um selbst das eigene Gewicht zu tragen. In diesem Zustande wird der Masse vermittels eines Drahtrahmens, der auf dieselbe von oben herabdrückt und sie an den gedrückten Stellen verdünnt, das Wasserzeichen gegeben. Es besteht aus einem T in einem kleinen Viereck, das in dem fertigen Papiere leicht sichtbar ist, wenn es gegen Licht gehalten wird.
    Der endlose Breibogen auf dem endlosen Siebe bewegt sich fort zwischen erhitzten Rollen, die das Wasser theils ausquetschen und theils verdampfen, während die Masse immer fester und fester wird, bis sie, am Ende des langen Raumes, als eine endlose Rolle fertigen und sechs Fuß breiten Papieres herauskommt, das von durch Maschinen bewegten Messern in Bogen zerschnitten wird, die sich bequem aufrollen lassen. Diese Papiermühle ist ein geräuschvolles Ungeheuer, weshalb sie nur bei Nacht arbeitet, indem sie sonst die Ruhe des ganzen Gebäudes und der darin arbeitenden über eintausend achthundert Beamten und über fünfhundert Beamtinnen allzusehr stören würde.
    Unmittelbar neben der Papierfabrik sehen wir eine der wunderbarsten Maschinen dieses Papiergeldpalastes, – die zum Anfertigen von Briefumschlägen. Ein stählernes Messer, ähnlich einer umgekehrten Zinnschüssel mit scharfem Rande, wird auf einen Haufen Papier gelegt, das stark gepreßt ist. Mit einem Drucke des Hebels schneidet das Messer fünfhundert Umschläge aus. Diese werden zu je einhundert noch offen so auf Bretter gelegt, daß der untere über den oberen einen Achtelzoll hervorragt. Ein Mädchen streicht mit einem Pinsel den Gummi auf, den der Briefschreiber später anfeuchtet, um den Umschlag zu schließen. Diese Bretter werden der Luft zum Trocknen ausgesetzt, und sobald dies der Fall, gehen die Umschläge, ungefaltet, in dicken Bündeln zu einer kleinen, ungeduldigen und wie mit Magie arbeitenden, höchst gefräßigen Maschine. Diese erfaßt sie mit gierigen Zähnen, streicht sofort Gummi auf jedes Ende und den unteren Lappen, faltet die vier Lappen scharf ein und drückt die drei unteren fest auf, den oberen zur Aufnahme des Briefes offen lassend, und basta – da ist der Umschlag fertig! Dieser kluge, wunderbare Automat, nicht größer als eine gewöhnliche Nähmaschine, faltet, beschmiert, siegelt und stößt zweitausend Umschläge in der Stunde aus. Sie hat etwas Bezauberndes, und nur mit Zögern trennt sich der Besucher von dem kleinen Wunder, um sich nach dem Zimmer der Stecher zu begeben.
    Hier schauen ein halbes Dutzend Arbeiter, mit Schirmen über den Augen, mit gespanntester Aufmerksamkeit durch Vergrößerungsgläser auf kleine Platten von erweichtem Stahl, die wie Spiegel blenden. Sie ziehen mit dem Grabstichel Linien so klein und fein, daß das bloße Auge sie kaum wahrnehmen kann.

Wir lehnen uns über des Einen Schulter und nehmen wahr, daß er von einem Papier eine Skizze in zwei Gruppen copirt, die eine das Abschneiden des Weizens mit der veralteten Sichel, die andere dessen Abmähen mit der modernen Erntemaschine darstellend. Es ist ein kleines Ding, woran er arbeitet, etwas größer als ein Champagnerthaler[14], allein wahrscheinlich arbeitet er ein ganzes Jahr daran, ehe er es vollendet. Jeder Arbeiter fertigt blos einen kleinen Theil einer Note an; er muß auf’s Genaueste der ihm vorgelegten Skizze folgen, und dennoch – wie wunderbar sich doch die Individualität geltend macht! – erkennt ein Sachverständiger selbst in diesen unendlich kleinen Linien ebenso sicher ihren Urheber, wie wir eine Unterschrift. Die Amerikaner behaupten, daß, wenn auch andere Nationen sie in Stahlstich und Holzschnitt für Bücher übertreffen, sie dagegen in derartiger Arbeit jenen weit voraus sind, wobei freilich erwähnt werden muß, daß die besten und meisten Arbeiter Fremde, namentlich Deutsche, sind. Amerikanische Banknoten sollen den feinsten Stahldruck von allen aufweisen. Ein guter Arbeiter erhält von der Regierung dreitausend Dollars das Jahr, in Privatdiensten manchmal bis zu zehntausend Dollars.
    Die feinen, verschlungenen Ornamente auf dem Rücken und um die Zahl der Staatsschuldscheine (wie fein verschlungen sie sind, ist nur mit dem Vergrößerungsglase zu entdecken) werden jedoch mechanisch und zwar mit einer von einem Yankee, Asa Spencer, vor etwa fünfzig Jahren erfundenen Maschine[15] gravirt. Das System derselben ist alt und einfach, der Apparat selbst aber höchst complicirt. Die Stahlplatte wird auf einer Unterlage sehr stark befestigt und dann bewegt sich der Grabstichel, von kräftigen Stahlmuskeln erfaßt und durch die Maschine getrieben, über dieselbe, leichte Furchen überallhin zurücklassend. Keine Menschenhand ist im Stande, irgend einen Zug, ein Netz oder eine regelmäßige und schwierige Devise mit solch’ ausgezeichneter Feinheit, Genauigkeit und mathematischer Präcision zu graviren. Sie wird die „geometrische Drechselscheibe“ genannt und kostet von dreitausend bis achttausend Dollars, was freilich manchem Fälscher ein zu hoher Preis sein dürfte. Früher wurden zu derartigen Zwecken Kupferplatten gebraucht, weil es leichter und billiger war, sie zu graviren; von ihnen konnten aber nur acht- bis zehntausend Abzüge gemacht werden, während eine Stahlplatte deren dreißigtausend liefert, ehe sie abnutzte.
    Nach einem neuen in dem Schatzamte adoptirten Verfahren ist die Zahl der Abzüge endlos. Es wird nämlich die so sorgfältig gravirte Stahlplatte nie gebraucht, um davon abzuziehen. Sie wird die „Grundlage“ genannt, und wenn der letzte Strich des Stichels an ihr geschehen, fünf bis sechs Stunden der stärksten Hitze ausgesetzt, bis sie die Härte eines Diamants gewonnen hat, worauf sie auf das Lager einer riesigen Presse aufgelegt und einem Drucke von dreitausend Pfund ausgesetzt wird, während ein kleiner Cylinder von weichem Stahl auf ihr hin- und herrollt.


Sobald dieser die ersten schwachen Eindrücke zeigt, nimmt ein Arbeiter ihn heraus, um zu prüfen, wo ein schwächerer und wo ein stärkerer Druck erforderlich ist, und danach den convergirenden Druck zu reguliren. Beim Zurückbringen des Cylinders würde die Abweichung um eines Haares Breite Stempel und Platte verwischen und verderben, aber die genau gestellte Maschine macht unter seinem geübten Auge keinen Fehler. In einer bis zwei Stunden prägt der Cylinder oder Stempel einen vollkommenen Abdruck der Note, in Relief, bis zur feinsten Linie und bis zum delicatesten Ton. Die ursprüngliche Platte (die „Grundlage“) wird nun in einer eisernen Kiste verwahrt, bis sie wieder nöthig ist, Der Cylinder, im Feuer gehärtet, wird ein vollkommener Stempel, der so lange über eine große, glatte Platte von erweichtem Stahl gerollt wird, bis dieselbe vier Abdrücke der Note erhalten hat. Dann wird auch der Cylinder für gleichen Gebrauch sorgfältig eingeschlossen, während die neue Platte nun fertig ist, um vier Noten zu gleicher Zeit abzudrucken. Platten für Papierscheidemünze, Coupons und dergleichen ertragen von je zwölf bis zu vierzig Abdrücken. Diesen sinnreichen Uebertragungsproceß empfahl im Anfange dieses Jahrhunderts in Amerika zuerst ein anderer Yankee, Jakob Perkins[16] aus Massachusetts.
    Verfügen wir uns nunmehr nach einem der Druckerräume. Beim Thüröffnen trifft unser Ohr das Geklapper von vierundvierzig Pressen, jede von drei Personen bedient, nämlich von einem Manne der die glänzende große Platte mit Schwärze bestreicht und, wenn die Zwischenräume angefüllt sind, den ubrigen Theil der Oberfläche rein und trocken reibt; einem zweiten, welcher die Platte auf das Untergestell auflegt, sie unter den Deckel der Presse schiebt, um dessen mächtigen Druck zu empfangen, und die Platte dann dem Ersten wieder aushändigt, und einem Mädchen, das den reinen Bogen hinlegt und den bedruckten wegnimmt und zwischen je zwei ein Blatt braunes Papier ausbreitet, um Beschmutzung zu verhüten. Jede Presse macht ungefähr einhundert und fünfzig Bogen in der Stunde, kann jedoch im Nothfalle bedeutend Mehr liefern. Auf einer weht die amerikanische Flagge zur Erinnerung daran, daß sie einmal in sieben und einer halben Stunde dreitausend Abdrücke lieferte. Die Platten sind künstlich geheizt, weshalb sie der Drucker hastig behandelt, indem sie auf den Fingern des Unerfahrenen Blasen brennen würden. Im Sommer ist der Raum wie das Innere eines Ofens; der Schweiß strömt an den Arbeitern herab, und die· großen Palmfächer der Mädchen sind in beständiger Bewegung. Diese Arbeit ist außerordentlich schwer und anstrengend. Früher wurde auf angefeuchtete Bogen gedruckt, Mr. Clark, der Chef des Druckbureaus, hat jedoch, gegen starke Opposition, das trockene Drucken durchgesetzt. Es gewährt mehr Sicherheit gegen Moder, weil trockene Bogen in abgezählten Paketen von je tausend sich leicht verwahren, während feuchte in großen, ungleichen Haufen gehalten und häufig von einem Haufen auf den andern umgelegt werden müssen. Auch hat sich erwiesen, daß Trockendruck fünfundzwanzig Procent billiger und weniger anstrengend als die frühere Weise ist, welche bei den Druckern häufig Brüche erzeugte.
    Beim Druck von Schrift, Stereotypplatten oder Holzschnitten erheben sich die Buchstaben und Linien so bedeutend über die Oberfläche, daß ein leichter Druck genügt, um ihre geschwärzte Seite leserlich auf dem Papier abzudrucken. Allein bei Stahlstichen sind die Linien in die Platte vertieft eingeschnitten, dann mit Farbe gefüllt, und es ist ein ungeheurer Druck erforderlich, um das Papier in diese feinen Linien hineinzustrecken und zu zwängen. Jede Presse hier ist ein Ungeheuer an Kraft. Die zärtliche Umarmung eines Bären ist im Vergleich nicht mehr als die Berührung einer Fliege. Man lege eine geschwärzte Platte und einen Papierbogen in ihren Rachen, drehe eine kleine Feder, und das stählerne Gebiß kommt herab mit einem Gewichte von achtzehntausend Centner. Diese Kraft wird von dem Potomacflusse heraufgepumpt und der Mechanismus beruht auf dem einfachen Satze, daß, wenn man den Druck von zwanzig Centnern (einer Tonne) auf eine kleine Wassersäule von einem Zoll Quadrat wirken läßt und dann diese Wassersäule durch eine Röhre mit einem Teiche (hier der Potomac) von einer achthundert Mal größeren Oberfläche verbindet, man die zwanzig Centner jedem der achthundert Quadratzolle mittheilt und dann das ganze Gewicht auf einen Punkt nicht größer als eine Fingerspitze concentriren kann.
    Wir kommen in unserem Umgange nun zum Bronzirraume, den wir in der Reihenfolge der Processe, denen das Papiergeld von der Papiermühle bis zum Verpacken unterworfen wird, eigentlich hätten früher beschreiben sollen, weil das fertige Papier hier zuerst behandelt wird. Das reine Papier geht nämlich in diesem Raume durch eine Hoe’sche Cylinderpresse[17], worin es mit Druckschwärze die Figuren, Buchstaben und Ziffern erhält, welche auf der Vorder- wie auf der Rückseite der fertigen Note später glänzen sollen. Es passirt dann durch eine zweite Dampfpresse, in der gelbes glänzendes Pulver mittels Bürsten auf die Stellen gestrichen wird, wo die Bronze erscheinen soll. Dies Pulver klebt auf der nassen Druckerschwärze fest, worauf in derselben Maschine andere Bürsten auch die geringsten Partikelchen von Metallstaub von den übrigen Theilen des Papieres sorgfältig wegfegen. Ein eiserner Rahmen stößt dann die Bogen aus und häuft sie auf. Die Bronze wird aus Kupfer und Zink dargestellt. Sie trocknet von selbst und kann nicht vermischt werden, ohne die Substanz des Papieres zu zerstören. Die diese Pressen bedienenden Mädchen tragen Hauben von weißem Papier, um ihr Haar gegen die Bronzetheilchen zu schützen, die herumfliegeu wie Mehl in einer Mahlmühle.
    Weiter kommt das Numerirzimmer. Ein Dutzend Mädchen sitzen bei winzigen, durch Tretschemel in Bewegung gesetzten Maschinen. Eine ergreift einen Staatsschuldschein, man sieht ihn sich in ihrer gelenkigen Hand unter dem Stempel hierhin, dahin bewegen, – klick – klick – klick –, und schneller als das Picken einer Uhr ist die Nummer 264,720, eine Zahl nach der andern, in Scharlachfarbe auf den Schein selbst und seine vierzig Coupons aufgedruckt. Sie berührt eine Feder und die letzten Ziffer 0 wird durch 1 ersetzt, und wieder verrichten die fleißigen Finger ihr Werk wie zuvor. Das Mädchen an der nächsten Maschinchen hat einen Bogen von Zehn-Dollars-Noten der ersten Nationalbank in Chicago. In der unteren linken Ecke der Note steht die Banknummer 40, sie druckt an die obere rechte Ecke die Schatzamtsnummer 270,832. So klicken die thätigen Arbeiterinnen fort und numeriren Millionen von Dollar jeden Tag.
    Der interessanteste von allen Räumen aber ist ohne Frage der Abschneideraum; hier befinden sich die Maschinen zum Durch- und Zurechtschneiden. Ein Bogen mit kleiner Scheidemünze enthält von zwanzig bis fünfzig Scheinen. Die Schneidemaschinen schneiden die Bogen durch, beschneiden die einzelnen Scheine, zählen dieselben und legen sie auf regelmäßige Haufen von Fünfdollars, Zehndollars oder Zwanzigdollars, wie man will. Wenn jeder der ersten sechs Haufen Zehndollars (oder Zwanzigdollars oder Fünfzigdollars, wie gewünscht wird) enthält, dann setzt die Maschine, wenn auf diese Nummer gestellt, kleine Schelle in Bewegung, um diese Thatsache anzukündigen, bewegt einen Zeiger an einer uhrartig eingerichteten Platte, um die Zahl festzustellen, und setzt dann unmittelbar ihre alte Arbeit des Aufhäufens etc. wieder fort. Es ist eine wunderbar geheimnißvolle, fast möchte ich sagen beängstigende Maschine. Sie schneidet in einer Stunde tausend Bogen durch, beschneidet die Masse kleiner Scheinchen und häuft sie auf. Von zwei Mädchen gefüttert, verrichtet sie die Arbeit von vierzig. Sie vereinigt mit maschinenmäßiger Genauigkeit fast menschliche Intelligenz, und sie macht nie einen Fehler. Die Haufen kleiner Noten, wie sie die Maschine aufgehäuft, und ohne einer Wiederzählung unterworfen zu werden, gehen, mit einem Band gebunden und in Pappschachteln von je eintausend bis dreitausend Dollars verpackt, an das Schatzamt, wo sie zum Verkehr ausgegeben werden.
    Ueberall auf unserem Umgange sahen wir Mädchen, welche mit der Hand undurchschnittene Bogen von Noten, Staatsschuldscheinen und Postmarken gewöhnlich in Pakete von tausend zählten. Durch lange Erfahrung erlangen sie eine wunderbare Gewandtheit. Man bemerkt blos ein verwirrtes Herumfliegen von Blättern, während sie tausend Bogen in vier Minuten zählen.
    Bei den abgeschnittenen Noten verrichten diese Mädchen mit großer Schnelle eine seltsame doppelte geistige Operation. Jeder Bogen mit Greenbacks enthält nämlich ursprünglich vier Noten. Jene Maschine läßt diese, nachdem sie den Bogen zerschnitten, in vier Kasten fallen. Da die Greenbacks mit aufeinanderfolgenden Zahlen numerirt sind, so muß nothwendig ihre Ordnung in jedem dieser Kasten vier überspringen. Wäre z. B. die oberste Note mit 102,640 numerirt, so muß die zweite die Zahl 102,644 tragen, und so weiter bis zum Ende. Das Mädchen nimmt eine Handvoll dieser Nöten heraus. In einer Gedankenrichtung muß sie dieselben in Pakete von je hundert abzählen und sich zugleich überzeugen, daß die Schatzamtsnummern in gehöriger Reihenfolge kommen. Wollte sie bei jeder Note die lange Zahl 102,640 etc. wiederholen, so würde dies entsetzlich aushalten. So spricht sie, während ihre Finger über jede Note hinlaufen, zugleich mit dem Abzählen blos die Endziffern der Schatzamtsnummern aus, z. B. 1–0, 2–4, 3–8, 4–2, 5–6, 6–0 etc. bis zum vollen Hundert. Das Auge kann kaum ihrer Blitzesschnelle folgen, die nur selten für eine Secunde unterbrochen wird, um eine an unrechter Stelle liegende Note zurecht zu legen. Sie wird an diese eigenthümliche doppelte Zählung so gewöhnt, daß sie nicht mehr im Stande ist, ein einfaches Hundert zu zählen, ohne in ihrem Geiste die beilaufende Nummer zugleich mitzuschleppen.
    Die fertigen Staatsschuldscheine gehen an den Registrator; die Nationalbanknoten an den Controleur; Greenbacks und Scheidemünzscheine an das Schatzamt. Achtundzwanzig Millionen Dollars solcher Scheidemünzscheine sind im Umlauf und sie nutzen sich so schnell ab, daß jede Woche viermalhunderttausend neue Dollars ausgegeben werden. Die abgenutzten werden vernichtet.
    Dem Druck- und Gravirbureau gehen täglich von zwei bis sechszig Millionen Dollars von öffentlichen Werthpapieren durch die Hand. Es hat im Ganzen für über siebentausend Millionen solcher Werthpapiere fabricirt, und doch – mit Ausnahme eines Falles von elfhundert Dollars zu einer Zeit, als die Organisation des Bureaus noch unvollständig war – nie auch nur Einen Dollar verloren. Gewiß ein wunderbares Finanzkunststück!
    [59] Aehnlich jenem im Eingange erwähnten Cylinder, der die alten Noten empfängt, um daraus neues Papier zu machen, haben die eisernen Kisten (Safes), worin Stempel und „Grundlagen“ verwahrt werden, und die andere eiserne Kiste von der Größe eines anständigen Empfangszimmers, welche die fertigen Noten und Staatsschuldscheine enthält, je drei Schlösser, wovon der Schlüssel eines jeden in den Händen eines andern Bewahrers ruht, so daß sie nur in Gegenwart dieser drei Personen eröffnet werden können. Ein Stempel oder eine „Grundlage“ in eines Arbeiters Hand entschlüpft nicht für einen Augenblick dem wachsamen Auge des für ihn verantwortlichen Bewahrers, weil sonst ein Abdruck genommen und so eine Fälschung begangen werden könnte.
    Ebenso wunderbar wie vollkommen ist das System von Control- und Sicherheitsmaßregeln, vermittels deren diese ungeheuern, durch Hunderte von Händen laufenden Beträge gegen Nachlässigkeit und Unredlichkeit geschützt werden, und sie beruhen auf den nachstehenden einfachen Grundsätzen:
    1. Jedes Papier-Paket oder jeder Bogen, bestimmt Geld daraus zu machen, wird von dem Augenblicke ab, wo er rein in das Bureau kommt, als Geld behandelt. Nie wird ein Bogen oder eine Note, die mangelhaft oder im Laufe der vielfachen Operationen beschmutzt ist, weggeworfen. Auch das kleinste Stückchen Papier, wenn einmal empfangen, muß in irgend einer Weise dem höheren Beamten im Schatzamte überliefert werden.
    2. Jedes Paket, das von einer Hand zur andern oder von einem Bureau zum anderen übergeht, wird gezählt, quittirt und das Resultat in ein Buch mit Lederband eingetragen. Ueberdies setzt die Zählerin die Anfangsbuchstaben ihres Namens auf das Band des Pakets. Sollte daher ein Paket oder Bogen verloren gehen, so kann er leicht bis zu der Hand verfolgt werden, die ihn zuletzt empfing und ihn versäumte abzuliefern. Dreiunddreißig Mal wird jedes Paket auf seiner Wanderung durch die verschiedenen Stadien seines Vervollkommnungsprocesses gezählt. Selbst dem Schatzsecretär würde ohne schriftlichen Befehl und Quittung nicht ein Dollar verabfolgt.
    3. Irgend ein Irrthum oder Widerspruch wird im selben Augenblicke verfolgt und verbessert oder beseitigt, in welchem er entdeckt wird. Die Bücher werden jeden Abend verglichen und abgeschlossen, und kein Arbeiter oder Aufseher darf weggehen, bis alle Rechnungsabschlüsse als übereinstimmend berichtet sind.
    Um die Zuverlässigkeit des Systems zu prüfen, ordnete an einem Tage des verflossenen Januar der Schatzsecretär einen finanziellen Generalmarsch an, d. h. er ließ plötzlich, während Alles in voller Arbeit und ohne daß ein Mensch davon etwas wußte, alle Arbeit einstellen. Die Abrechnungen wurden genommen, wie sie gerade lagen, und eine allgemeine Revision aller Bureaux abgehalten. Sie besaßen an dem Tage über siebenhundert Millionen Dollars, und doch wurde nicht nur die Gesammtsumme richtig befunden, sondern der Betrag in jedem einzelnen der sechszig Räume stimmte mit den Büchern bis zum letzten Cent.
    Die nachstehenden Fälle „verschwundener“ Werthpapiere dürften von Interesse sein, nicht nur weil sie die Genauigkeit der Buchführung dieses großartigen Instituts beweisen, sondern auch weil sie dem deutschen Leser eine Idee des in den Vereinigten Staaten in solchen Fällen beobachteten Verfahrens geben.
    Einmal verschwanden Dollars von Zinses-Zinsen-Noten des Schatzamtes in der Versiegelungsabtheilung. Da die emsigsten Nachforschungen vergeblich waren, so zahlten die in der Abtheilung Beschäftigten den Betrag, und man nahm an, daß die Noten von der Maschinerie erfaßt und in Stücke zerschnitten worden. Allein es wurde kein neuer Bogen mit dieser Nummer mehr erlassen, so daß, wenn ein Diebstahl stattgefunden, er einst herauskommen muß, wenn diese Noten zur Zahlung eingesandt werden.
    Zweihundert Bogen von Fünfundzwanzig-Cent-Noten im Gesammtwerthe von elfhundert Dollars konnten nicht gefunden werden. Durch die Nachlässigkeit eines Aufsehers, welcher den Verlust nicht augenblicklich berichtete, wurde es unmöglich nachzuspüren. Allein nach einigen Wochen stellte sich heraus, daß eines der Mädchen verdächtig große Summen ausgab, nicht für sich, sondern mädchenhaft zur Bequemlichkeit ihres Vaters, dessen Aufenthalt in einem der theuersten Gasthöfe sie bezahlte. Des Diebstahls beschuldigt, bekannte sie sofort. Sie hatte die Noten unter ihren Unterkleidern versteckt herausgetragen. Hätte der Aufseher seine Schuldigkeit gethan und den Verlust gleich bekannt gemacht, so hätte sie nicht mit denselben wegkommen können. Die Mädchen der Abtheilung würden ein Comité erwählt haben, um die Kleider Aller genau zu durchsuchen. Dieser Betrag wurde nie ersetzt und ist in der That der einzige Verlust, den das Schatzamt erlitten.
    Der bedeutendste Diebstahl, der bisher im Schatzamte vorgekommen, war der von „Sicherheiten“ (securities), welche das Fabrikations-Bureau bereits an den Registrator abgeliefert und dafür dessen Quittung erhalten hatte. Ein Beamter in dem Anleihe-Bureau beseitigte hunderttausend Dollars in sechsprocentigen Coupons von Staatsschuldscheinen. Wochenlang blieb die Entwendung unbekannt; der Dieb legte mittlerweile unter dem Vorwande, daß sein Großvater gestorben sei und ihm ein großes Vermögen hinterlassen habe, seine Stelle nieder, zog nach New-York, miethete ein prachtvolles Gebäude und lebte in Saus und Braus. Er machte keinen Versuch, die Schuldscheine zu veräußern, sondern präsentirte nur alle halbe Jahre die fälligen Coupons und strich seine dreitausend Gold-Dollars ein. Allein da jeder Coupon dieselbe Nummer trägt wie der ihm entsprechende Staatsschuldschein, und da eine Liste der vermißten Schuldscheine an alle Agenten des Schatzamtes mitgetheilt war, so fügte er mit einem Stempel mit rother Tinte eine Ziffer zu der Nummer jedes Coupons, indem er zum Beispiel 46,918 in 469,181 u. s. w. verwandelte. Sein extravagantes Leben erweckte aber Verdacht. Großvater und Erbschaft erwiesen sich als ein Märchen; er wurde verhaftet, gestand und erklärte, daß er die Schuldscheine verbrannt habe, zeigte jedoch die Stelle seines Hauses an, wo die Coupons versteckt waren; er wurde zur Strafarbeit verurtheilt, aber begnadigt und starb bald nachher. Durch diesen Fall gewitzigt, wird jetzt beim Numeriren der Coupons die Vorsicht genommen, die Nummer auf dem Rücken durchscheinen zu lassen, so daß keine Zahl zugefügt werden kann.
    Das Stück Staatsschuldscheine kommt der Regierung sechs Cent zu stehen; das Stück kleiner Münzscheine den zehnten Theil eines Cent. Die ganze Maschinerie des Bureaus hat zweihundertfünfzigtausend Dollars gekostet.
    Die Arbeitszeit beginnt um neun Uhr Morgens und dauert bis vier Uhr Nachmittags mit halbstündiger Unterbrechung um die Mittagszeit für das sogenannte Lunch (Gabelfrühstück). Doch ist dem Ab- und Zugehen der Arbeiter und Arbeiterinnen keine Schranke aufgelegt und überall begegnet man Mädchen, allein, zu Zweien und mehr. Die so schöne Achtung der Amerikaner vor dem weiblichen Geschlechte bewährt sich auch hier und überrascht den Europäer auf das Angenehmste. Obwohl Arbeiterinnen, sind sie doch „Ladies“. Manche Gattung Arbeit ist so schwer, daß diese sechs- bis siebenstündige Arbeitszeit lange genug ist. Der Tagelohn für Männer ist von zwei und einem halben bis fünf Dollars; für Mädchen ein und ein halber bis zwei und ein halber Dollar. Einige Mädchen sahen erschöpft und ungesund aus, die meisten aber gesund und fröhlich. Fast ausnahmslos sind sie nett und geschmackvoll gekleidet. Für Diejenigen, welche Familie haben, ist die Arbeit passend und angenehm; für Andere dagegen ist Washington die unangenehmste und gefährlichste aller amerikanischen Städte. Wenige mit Washington bekannte Männer würden ihre Töchter oder Schwestern der Gnade seines Kosthauslebens anvertrauen wollen.
    Wenn wir in Vorstehendem ein getreues Bild einer Anstalt zu geben versuchten, die uns die Menschenhändler des Südens aufzwangen und die der unermüdlich erfinderische Geist des „unvermeidlichen Yankee“, geleitet von einem Meister wie Chase, allein in’s Leben rufen konnte, so mögen unsere Leser unserer Versicherung Glauben schenken, daß wir es nicht mit freudigem Herzen gethan. Es geht ein unheimlicher Geist durch unser amerikanisches Haus; er nagt am untersten Marke unseres materiellen Wohlergehens, unseres socialen Lebens und, was das Gefährlichste, unserer Moralität: der Papierschwindel. Aber schon sind kräftige Arme bereit ihn zu fassen, und der 1. Januar 1869, wir wagen die Voraussagung, wird die Vereinigte-Staaten-Regierung, zur Baarzahlung zurückkehren sehen.
Riotte in Washington.
Erschienen in „Die Gartenlaube“, Jg. 1868, Heft 4, S. 53–59[18]


(1868) Der Präsident auf der Anklagebank. [I]
Von einem Augenzeugen (Carl N. Riotte)

Wenn die durch die beglaubigten Jahrtausende der Geschichte des Menschengeschlechtes eine Nation schwer, ja, man kann wohl sagen, grausam für ein einmal begangenes Unrecht, für einen Principienverrath bestraft worden, so ist es die amerikanische; wenn je der schauerliche Fluch des alten Judengottes, "daß die Sünden der Väter bis in's dritte oder vierte Enkelglied hinab gerächt werden sollen," wie die orakelartigen Worte unseres deutschen Dichterlieblings über das Fortwuchern der "bösen That" irgendwo zur Wahrheit geworden, so ist es in den Vereinigten Staaten geschehen. Die Väter der Republik erkauften, in dem nicht gerechtfertigten Wahne, daß die Sclaverei bald aussterben werde, die E i n i g k e i t , indem sie die F r e i h e i t dafür hingaben, und die Nation büßt das Vergehen mit einem mehr als siebenzigjährigen Despotismus der Sclavenhalter, mit einer alle Classen durchdringenden Corruption, mit Kriegen im Interesse der Sclaverei geführt, mit dem Hinschlachten von einer halben Million Menschen im Secessionskriege, mit einer Schuldenlast von nahezu dreitausend Millionen Dollars, mit tausend= und aber tausendfachem Morde der braven Unionsleute und armen Schwarzen im Süden, mit Verarmung, Geschäftsstockung und Sinken des Nationalcredites, dem Assassinate ihres geliebten Präsidenten und mit der Schmach und dem Unglücke, einen Menschen wie A n d r e a s J o h n s o n seine Stelle einnehmen zu sehen.
    A n d r e a s J o h n s o n , der nordcarolinische Schneider, der sich bis zum Senator von Tennessee aufgeschwungen, dem sein Feuereifer gegen die Secessionisten (die südstaatlichen Sonderbündler) und seine beredte Vertheidigung der Union die Ernennung zur zweiten Stelle in der Republik eingetragen, dessen bescheidene Geburt und frühere beschränkte Verhältnisse nur dazu dienten, ihn dem Volke noch annehmbarer zu machen - denn das amerikanische Volk liebt es, der Welt zu zeigen, daß bei ihm auch der Geringste sich durch Tugenden und Verdienste zu den höchsten Aemtern aufschwingen kann -, er, der als Militär=Gouverneur von Tennessee mit Feuer und Schwert gegen die Secessionisten gewüthet und den Schwarzen Zutheilung von confiscirten Ländereien versprochen und ihr Moses zu sein sich erboten hatte, - dieser Mann wurde mit der nicht unterdrückten Befürchtung gewählt, daß er dem Süden gegenüber zu unversöhnlich und hart auftreten würde. Und als was hat er sich ausgewiesen? Die Weltgeschichte kennt kaum einen Menschen von größerer Tücke und Heuchelei, von ärgerer Verlogenheit, von einer größeren politischen Nichtswürdigkeit! Nichts, was er der Sache der Freiheit und der Union versprochen, hat er gehalten, Alles, was er in feierlichen Reden den Schwarzen zugesagt, hat er ihnen vorenthalten oder zu hintertreiben gesucht, fast sämmtliche Verräther hat er begnadigt, jeden Despotismus hat er versucht! Wie aber ist dies anscheinende psychologische Räthsel zu erklären?
    Es sei mir gestattet, diese Erklärung zu versuchen, und zwar umso mehr, als auch in Deutschland, wie ich die Sache auffasse, die Elemente zum Erzeugen von Johnsons vorhanden waren und wohl noch sind und als auch vor fast 20 Jahren angehende Johnsons sich vorfanden und vielleicht noch jetzt sich vorfinden. Möge Deutschland nie der Fluch treffen, ihnen eine einflussreiche Stelle anvertraut zu sehen!
    Um den Mann Johnson ganz kennen zu lernen, den Mann, der in einem Sclavenstaat in Armuth geboren, aus einer dem sogenannten "weißen Schund" angehörigen Familie stammend, seinen ganzen glühenden Haß nicht dem Institute der Sclaverei, sondern den Sclavenhaltern zuwandte, der wie alle Unterdrückte eine Genugthuung darin fand, eine Menschenrace, die noch tiefer stand, als er, die Schwarzen, mißhandeln zu können, wie er selbst mißhandelt wurde - um diesen Mann kennen zu lernen, um die Geduld des amerikanischen Volkes vollständig zu ermessen und um jeden Leser der Gartenlaube in den Stand zu setzen, für sich selbst als Mensch und als ein aus dem Gesammtverbande der Menschheit berufener Geschworener mit voller Sachkenntnis zu urtheilen, muß ich etwa drei Jahre zurückgehen zu dem Momente, als er, von der republikanischen Partei mit Lincoln gegen die demokratischen Candidaten Mac Clellan und Pendleton erwählt, sich anschickte, Nashville, die Hauptstadt von Tennessee, zu verlassen, um der Einsetzung Lincoln's und seiner selbst im Capitole zu Washington am 4. März 1865 beizuwohnen.
    Den Abend vor seiner Abreise sagte er im Vertrauen zu einem Freund: "Alles ist im Wirrwarr, und Ordnung kann nur durch die Demokratische Partei (zu der er früher gehörte) hergestellt werden."
    Also dieselbe Demokratische Partei, die den ganzen Krieg und Wirrwarr veranlaßt, die alles Mögliche während desselben gethan hatte, um den Süden siegreich daraus hervorgehen zu lassen? Den nämlichen Gedanken sprach er auf seiner Durchreise in Cincinnati einem dortigen Richter und Lichte der Demokratischen Partei aus (ich entnehme diese Thatsachen, sowie manche folgende, den von einem Comité des Congresses niedergesetzten, bis jetzt nicht veröffentlichten Zeugenvernehmungen, die ansiebenhundert gedruckte Seiten umfassen. D. Verf.).
    Er bereitete demnach absichtlich die Rebellen und ihre Freunde heimlich auf seinen Verrath vor und ermuthigte sie zum Widerstande, während er vor der Welt sich als blutgierigen Rebellenfresser geberdete.
    Der 4. März 1865 tagte; die Einsetzung sollte stattfinden, Lincoln sollte das Steuer wieder übertragen werden, das die amerikanische Nation seinen getreuen Händen für vier weitere Jahre anvertrauen wollte. Johnson, der nordcarolinische Schneider, sollte das hohe Amt des Vicepräsidenten antreten und dadurch den Triumph einer dem Herzen jedes Arbeiters theuren Idee verwirklichen. Er war der Repräsentant einer durch Vorurtheil verachteten Classe. Seine Hand war mit einem der bescheidensten Handwerke beschäftigt gewesen. Ihm stand weder Reichthum, Erziehung, noch gesellschaftliche Bildung zur Seite. Er hatte angefangen, lesen zu lernen in einem Alter, in dem die meisten jungen Leute in Amerika ihre volle wissenschaftliche Ausbildung erhalten haben und die Collegien verlassen. Alle diese Schwierigkeiten überwindend, war er von Stellung zu Stellung gestiegen bis zur zweitem im Bereiche der Republik. Jeder Arbeiter fühlte sich erhoben in seiner Erhebung, denn sie bewies, daß in dem freien Amerika die allerhöchste Stelle für den Niedrigsten zugänglich war. Und wie faßte er diesen Moment auf? Vor einem Schnapstische betrank er sich, wagte es, sich in zweideutigen Scherzen über Frau Lincoln ("die aufgedonnerte Königin") zu ergeben, die er in den Saal zu führen hatte, schwankte in den Kongreß hinein und hielt eine unwürdige Rede, in der er den wohlfeilen Muth hatte, den Repräsentanten der fremden Mächte Ungehörigkeiten zu sagen und ihnen die Faust drohend entgegenzustrecken. Das war der Repräsentant der Arbeiter! „Seht hin," so konnte jeder ihrer Feinde ausrufen, „auf euren Vertreter, auf euren hochgestellten Plebejer, auf euren Schneider=Senator! Das ist die Folge eurer demokratischen Institutionen. Ein Bauer bleibt ein Bauer. Die Fähigkeit zu regieren rollt nur in den blauen Adern von Herren, wie wir sind, die aus den Schenkeln von Königin entsprossen sind. Das sind die Früchte der Demokratie!"
    Das amerikanische Volk verzieh diese Schmach, aber es begrub sie in das Innerste seines Herzens und, stolz auf sein Land und über Alles stolz auf den Namen eines amerikanischen Gentleman, wollte es jedes Mal roth, wenn es sich daran erinnerte, daß der betrunkene Vicepräsident die fremden Gesandten mit der Faust bedroht und sie wegen ihrer aristokratischen Geburt verhöhnt hatte. Es kam der 22. Februar 1866, der Geburtstag des "Vaters des Vaterlandes", der zweithöchste Festtag des amerikanischen Volkes. Präsident Johnson erschien in den Straßen der Hauptstadt, umgeben von ihrem Pöbel und denen, welche die Ermordung seines edlen Vorgängers mit Jubel begrüßt hatten, von denen, die während vier Jahren die Freiheitskämpfer des Nordens in der Schlacht, in den Gefangenenhöhlen, in Wald und Feld gemordet hatten, und klagte den Congreß als Usurpatoren an, während er den hohen Greis Stevens, den Führer des Hauses, und den verdienten Senator Sumner als Gegenstände des Hasses und der Gewaltthat der wüthenden Bande empfahl.
    Nebenbei sprach er durch seinen Umgang mit berüchtigten Frauenzimmern und dadurch, daß diese die allein bevorzugten Begnadigungsagenten waren und dies als ein großartiges Geschäft betrieben, jeder Moralität Hohn. Das war der Privatmann A. Johnson.
    Der P r ä s i d e n t Johnson setzte ohne den Schatten einer Autorität und ohne Zuziehung des Congresses in den Südstaaten solche provisorische Regierungen ein, daß binnen ganz kurzer Zeit die Sclavenhalter wieder alle Macht in den Händen hatten und die Lage der armen Farbigen, welche Alles für die Union und ihre Verteidiger aufgeopfert und von denen über zwanzigtausend als Soldaten ihre Treue mit dem Tode besiegelt hatten, eine viel verzweiflungsvollere war, als vor der Secession. Denn damals mußten ihre Herren sie wenigstens ernähren, kleiden und pflegen, jetzt wurde ihnen mit Hohn zugerufen: "Ihr seid ja frei, geht's nach dem Norden, der muß euch ernähren!"
    Zwei Jahre lang kämpfte der Congreß mit diesem unwürdigen Verräther im Interesse der Freiheit, der Rechte der Farbigen, deren Befähigung zum Stimmrecht, zu Stellen - zollweise mußte jedes Stückchen Freiheitsboden vertheidigt und erobert werden, stückweise mußte der Congreß ihm eine nach der andern seiner Befugnisse entziehen und sie besseren Händen übertragen, einen nach dem anderen ihrer großen Feldherrn mußte die Nation abgesetzt und entehrt sehen, für kein anderes Vergehen, als weil sie den Willen der Nation und nicht die Willkür Johnson’s befolgen wollten, - in Memphis, in New= Orleans wurden durch seine Veranlassung Unionsleute in Massen von wütenden Rebellenbanden hingeschlachtet. Nirgends fanden die Unionsleute und Schwarzen Schutz, in Texas allein wurden deren seit Einstellung der Feindseligkeiten über zweitausend ermordet! Das innerste Steuersystem wurde in die Hände seiner Creaturen gelegt, die den Staatsschatz in einem Jahre bei der Branntweinsteuer allein für über dreihundert Millionen bestahlen; alle Departements (Ministerien) waren zu einem Pfuhle der Corruption und Nichtswürdigkeit herabgewürdigt worden, so daß jeder Mann mit einem letzten Funken von Redlichkeit sich davon entfernt hielt, während der Auswurf der Gesellschaft täglich in wichtige Ämter einrückte. Auf den Bericht des Generalstaatsanwalts Stanbery wurden Postdiebe, Fälscher, Falschmünzer und untreue Cassenbeamte dutzendweise begnadigt, und derselbe Beamte hatte die Frechheit, in dem Supreme=Court (dem obersten Gerichtshofe) zu erklären, daß er die vom Congreß erlassenen Gesetze nicht vertheidigen wolle. Das Flottendepartement verschleuderte und stahl viele Millionen, und sein stumpfsinniges Haupt machte es sich zum Vergnügen, die besten und redlichsten Officiere zu verfolgen, weil sie keine Anhänger der Administration waren. Der Schatzsekretär (Mac Culloch) sah ruhig zu, wie viele Millionen in die Taschen von Dieben wanderten, von Parteigängern geraubt oder in einer Casse gewendet wurden, um bei den Wahlen Bestechungen in großartigen Maßstabe vornehmen zu können. Der Secretär des Innern (Browning) ließ den nichtswürdigsten Landschacher zur Anschwellung der Taschen der Landhaifische und zum Nachtheile der Einwanderer ebenso ruhig geschehen, wie die betrügerischen Indianercontrakte und die bezahlte Ausdehnung von Patenten. Gegen das Postdepartement wurden die Anlagen so dringend, daß der Congress sich genöthigt sah, ein Untersuchungscomité zu ernennen, während das Orakel im Staatsdepartement (Seward) in widerwärtiger und oft beleidigender Selbstverherrlichung seine ganze Pflicht im Schreiben von schwülstigen, unverdaulichen Depeschen fand, ohne den Muth zu haben, die Rechte der Nation und ihrer Bürger zu vertreten.
    Und noch immer schwieg die Nation, noch immer trug sie das Joch, daß ihr ein roher, unsittlicher, verrätherischer Zufalls=Präsident aufgelegt. Noch immer verwarf die Majorität des Hauses den Antrag auf Anklage „des größten Verbrechers der Weltgeschichte", wie ihn mehrere Redner jüngst nannten. So conservativ ist ein wahrhaft freies und seiner Macht sich bewußtes Volk! Gleich dem starken Mann im Vollgefühle seiner körperlichen Kraft, seines sittlichen Werthes, seiner geistigen Errungenschaften, nimmt es vielen Hohn der Zwerge hin, die da träumen, sie könnten seiner ganz Herr werden. Aber „es kommt ein Tag, da wird Euch Herren grauen!".
    Und er ist gekommen, dieser Tag!
    Zweimal hatte ich die prächtige Halle der Repräsentanten trostlos und, ich will es gestehen, mit Wuth im Herzen verlassen. Die Massen des Capitols, sie schienen mir auf einer einzigen Brust zu legen und diese Brust die meine. „Wann," so fragte ich mich, „werden diese Advocaten und Aemterschacherer endlich den Muth finden, den verwegenen Verbrecher im Weißen Hause ein Halt zu zurufen und die Nation zu retten? Ist es den Schicksalsschluß, daß keine Nation ungestraft unter Bajonneten wandelt, auch wenn ihr der Stahl zur Selbstvertheidigung aufgedrängt wird? Kann denn der herrliche alte Stevens, der Cato des Hauses, das nie schweigende Gewissen des Hauses, noch immer nicht zur Ruhe kommen, den er lebt ja nur noch in dem Gedanken, sein Volk von Schande und Verderben zu retten?"
    Da schlug die Stunde! Ein leises Schnurren des gouvernementalen Räderwerkes hatte dem aufmerksamen und vertrauten Beobachter verrathen, daß sich etwas Ungewöhnliches vorbereite!
    Präsident Johnson hatte im August 1867 den Kriegsecretär Stanton suspendirt, weil er - der einzige im Cabinett - dessen verrätherischen und gesetzwidrigen Verfahren nicht zustimmen wollte. General Grant war interimistisch mit dem Kriegsdepartement betraut worden. Einer der ersten Beschlüsse des Senates nach seiner regelmäßigen Versammlung im December vorigen Jahres war gewesen, am 13. Januar 1868 die Suspension Stanton’s als gesetzwidrig aufzuheben, worauf Grant s o f o r t das Departement Stanton wieder zurückstellte.
    Es folgte dann eine sehr unerträgliche Correspondenz zwischen Präsident Johnson und General Grant über die Frage, ob letzterer ersterem nicht versprochen gehabt habe, das Departement an ihn, den Präsidenten, und nicht an Stanton zurückzuerstatten, deren unwidersprüchliches Ergebnis war, daß der Präsident sich bemüht hatte, Grant zu veranlassen, das Gesetz zu verletzen, indem er dem Senatsbeschlusse nicht nachkäme. Es klang wie Kinderspiel, wenn wir lasen, daß Johnson sich erboten hatte, die dafür gegen Grant auszusprechende Geld= und Gefängnißstrafe zu zahlen, resp. abzusetzen. Ein zweites ebenso wichtiges Ergebniß jenes (natürlich veröffentlichten) Briefwechsels war die Ueberzeugung, daß entweder der Präsident oder General Grant ein Lügner war. Die populäre, auf die Vergangenheit Johnson's gegründete Annahme, daß dieser der Lügner sei, fand in den Antworten der Cabinettsmitglieder, deren Aeußerung Johnson gefordert hatte, ihre Bestätigung.
    Die Correspondenz schloß mit einer sehr energischen Erklärung des General Grant, deren letzte Worte ich hier anführen will, da sie als charakteristisch für den Mann sowohl wie für die Art und Weise, wie in den Vereinigten Staaten Jedermann auch dem höchsten Beamten gegenüber seiner Rechte und seine Stellung vertritt, auch für europäische Leser von Interesse sein dürfte. "Das Verfahren, zu welchem ich mich nach Ihrer Annahme verpflichtet haben soll, würde gegen das Gesetz verstoßen haben, während dasjenige, welches ich befolgen werde und von dem ich stets annahm, daß Sie es kannten, mit dem Gesetze übereinstimmt und keinem Befehle meiner Vorgesetzten zuwiderläuft. Und nun, Herr Präsident, entschuldigen Sie mich, wenn ich erkläre, daß, wenn meine Ehre als Soldat und meine Lauterkeit als Mann so heftig angegriffen wurden, ich diese ganze Angelegenheit von Anfang bis zu Ende nur als einen Versuch ansehen kann, mich in eine Auflehnung gegen das Gesetz zu verwickeln, für welche Sie zögerten die Verantwortlichkeit übernehmen, um auf diese Weise meine Stellung vor dem Volke zu ruiniren. Bis zu einem gewissen Grade bin ich in diesem Schluße durch Ihren letzten Befehl bestärkt worden, wodurch ich angewiesen werde, den Befehlen des Kriegssecretairs, meines Vorgesetzten und Ihres Untergebenen, keine Folge zu leisten, ohne daß Sie jedoch seine Autorität widerrufen, der ich dennoch nicht gehorchen soll. Mit der Versicherung, Herr Präsident, daß nichts Geringeres als die Rechtfertigung meiner persönlichen Ehre und meines Charakters mich zu meinem Antheile in diesem Briefwechsel bewegen konnte, habe ich die Ehre zu sein etc. etc. U.S. Grant, General."
    Dieses Ereigniß, dessen Folgen natürlich eine heftige Spannung zwischen dem Präsidenten und dem General der Armee war, stürzte alle tief angelegten Pläne des Ersteren über den Haufen. Es waren dieselben aber keine anderen, als den General so an sich und seine Absichten zu fesseln, daß der Congreß es nicht wagen würde, sich ihm länger zu widersetzen, und daß, wenn er es dennoch thäte, bei einem geschlossenen Staatsstreiche das Militär, oder doch der General der Armee, auf des Präsidenten Seite stände. Daß dies Johnson's Absicht war, darüber hegte Niemand einen Zweifel, der die Schritte desselben seit zwei Jahren beobachtet hatte.
    Johnson mußte nun ein Mittel finden, um dem ihm als Feind gegenüberstehenden Grant, durch dessen Hände, nach einem im verflossenen Jahre erlassenen Gesetze, alle militärischen Ordres zu gehen hatten, wo möglich das Heft zu entreißen, oder doch einen mächtigen militärischen Gegner in der Bundeshauptstadt gegenüberzustellen. Er erließ daher mit Umgehung des Kriegssecretärs Stanton, den er absolut ignorirte, als oberster Kriegsherr des Heeres und der Flotte zwei Befehle, in deren erstem er ein neues Militärdepartement, das atlantische, mit dem Hauptquartier in der Bundeshauptstadt bildete und in deren zweitem er den Generallieutenant J. Sherman zum Brevet=General der Armee ernannte und ihm das neugebildete Departement übertrug. Allein das nichtswürdige Manöver hatte nur den Erfolg, auch Denen die Augen zu öffnen, die noch immer sich nicht von des Präsidenten Absichten hatten überzeugen können, und der gegen den Congreß und die Freiheiten des Landes gezielte Schlag fiel auf die Hand zurück, die ihn geführt. Kein Officier oder Beamte durfte es wagen, die erste Ordre ohne Zustimmung des Congreßes auszuführen, da derselbe versammelt und das Land nicht im Kriege war, und General Sherman telegrafirte sogleich und ehe er noch dem Präsidenten seine Ablehnung der ihm zugedachten Ehre und Stellung brieflich einsandte, an seinen Bruder, den Senator Sherman, daß er weder die Stelle noch die Ernennung zum Brevet=General annehmen werde, und bat ihn, im Senate die Verwerfung beider Maßregeln zu beantragen.
    Präsident Johnson gab gleichwohl sein Spiel noch nicht verloren, sondern ernannte den Generalmajor G.H. Thomas, den Sieger von Nashville, zum Brevet=Generallieutenant und Brevet=General der Armee und übertrug ihm das neue Departement. Die Antwort dieses bravsten unserer General=Officiere verdient hier einen Platz. Er telegraphirte an den Präsidenten des Senates, Benjamin Wade: „Die Morgenzeitungen von Banisville (seinem Hauptquartier in Tennessee) kündigen amtlich an, daß gestern mein Name an den Senat geschickt wurde, um meine Ernennung zum Brevet=Generallieutenant und Brevet=General zu bestätigen. Für mein Verdienst in der Schlacht von Nashville wurde ich zum Generalmajor in der Vereinigten Staaten=Armee ernannt. Meine Verdienste während des Krieges verdienen keine so hohe Auszeichnung, und es ist auch jetzt zu spät, um sie als Lohn für meine Kriegsdienste ansehen zu können. Ich bitte den Senat daher dringend, die Bestätigung zu verweigern." Der feine Sport, der in dem zweimaligen Hervorheben der früheren Kriegsdienste mit Bezug auf die künftigen Absichten des Präsidenten liegt, beweist, daß die Feder des alten Haudegen ebenso scharf ist als sein Schwert.
    Der Präsident scheint nun noch einen letzten Versuch bei dem den District Columbia commandirenden General Emory und dann sogar bei einem Obersten eines hier liegenden Infanterie=Regimentes gemacht zu haben, aber auf unüberwindliche Schwierigkeiten gestoßen zu sein.
    Ich erinnere mich der Zeit, sie ist nicht lange verflossen, es war gegen Ende der Secession Krieges, wo besonders die um das Geschick unserer republikanischen Regierungsform so außerordentlich ängstlich besorgten e n g l i s c h e n (Secession=) Blätter nicht schwarz genug die Gefahr malen konnten, in der die Republik von der Dictatur eines der bedeutendsten Generale schwebte, und wo mir einmal ein bekannter englischer Diplomat die Unabwendbarkeit dieses entsetzlichen Geschenkes mit solcher Klarheit bewies, daß ich ihm lachend sagte: "Sie malen das mit solch' wahren Farben, als ob Sie selbst daran glaubten!" Damals wunderte sich die Welt, daß das ungeheuere Heer und seine Generale wieder durch Magie beim Klang der Friedenstrompete verschwanden. Ist nicht diese jüngste Beispiel vom Sinne für und Gehorsam unter das Gesetz eine noch viel erhebende Erscheinung?
    Nachdem Präsident Johnson auf diese Weise durch die Treue der General matt gelegt war, kehrte er, nach Besinnung von nur wenigen Tagen, zu seinem ersten Plan, den Kriegssecretär Stanton loszuwerden und die Stelle durch eines seiner Geschöpfe zu ersetzen, zurück. Am Freitag den 21. Februar erließ er einen Befehl, wodurch Stanton abgesetzt und an seine Stelle der Generalsadjutant Lorenzo Thomas, - er hatte also doch einen St. Arnaud gefunden, - zum interimistischen Kriegssecretär ernannt wurde. Thomas begab sich mit diesem Befehl in das Kriegsdepartement, legte ihn Stanton vor und verlangte von ihm die Uebergabe desselben. Stanton erklärte ihm jedoch, daß der Präsident in Abwesenheit des Congresses kein Recht habe, ohne Zustimmung des Senates in seiner Stelle zu entlassen und sie anderweit zu besetzen, weigerte sich bestimmt, das Kriegsdepartement an Thomas zu übergeben und befahl diesem, sich in sein Bureau zu begeben und seinen Arbeiten als Generalsadjutant obzuliegen. Er schickte augenblicklich Abschriften der Befehle des Präsidenten an die Vorsitzenden des Senats und an die Sprecher des Hauses.
    Die Aufregung, welche die Nachricht von diesem Schritte des Präsidenten im Congresse, in der Bundeshauptstadt, und - durch Telegrafen zugleich über die Union verbreitet - im ganzen Lande hervorrief, war eine ungeheure, - eine solche, wie ich sie nur im März und April 1861 gesehen. Aber kein guter Bürger war zweifelhaft, was nun zu thun, und selbst die Rebellen (Secessionisten, Kupferköpfe und Demokraten), traten nur schwach für Johnson ein, da er ganz ohne ihren Rath gehandelt hatte.
    Am Sonnabend Morgen (22. Februar) wurde L. Thomas auf eine Beschwerde des Kriegssecretärs Stanton, daß er sich unbefugt amtliche Rechte anmaße und ihn, Stanton, in der Verrichtung seiner Obliegenheiten störe, auf Befehl des Präsidenten des Oberstengerichtshofes des Districtes durch den Marschall verhaftet, jedoch nach kurzer Verhandlung gegen Bürgschaft, sich am 25. Februar wieder stellen zu wollen, vorläufig entlassen.
    Secretär Stanton hatte die Nacht über im Kriegsdepartement=Gebäude zugebracht, um jeden Augenblick bereit zu sein, einem Gewaltsschritt des Präsidenten oder seiner Creatur L. Thomas entgegenzutreten, und ein Gang nach diesem Gebäude Nachts um elf Uhr überzeugte mich, daß die nöthigen militärischen Maßregeln getroffen waren, um jedem Versuche von Gewalt sofort zu begegnen. Die Umgebungen desselben waren mit Doppelposten besetzt und die Rondeofficiere eifrig beschäftigt, dieselben zu instruiren; in mehreren Privatlocalen erblickte ich Wachen, die ich früher nie wahrgenommen. Stanton, der Carnot unserer Republik, der unbeugsame, unermüdliche Gegner der Rebellen, hat seitdem weder bei Tag noch bei Nacht seinen Posten nur auf einen Augenblick verlassen und wird, wie ich höre, es auch nicht eher thun, als bis die Anklage gegen den Präsidenten entschieden ist. Sein Bureau ist stets angefüllt von Officieren, Beamten, Mitgliedern des Congresses und Patrioten aus dem ganzen Lande, die mit ihm berathen und ihm den wohlverdienten Dank des amerikanischen Volkes für die treue Wacht aussprechen, welche er für dessen Freiheiten und Rechte hält. Auf die Bemerkung eines derselben: „Secretär! Denken Sie nicht, daß dies ein etwas sonderbar Platz zum Frühstücken ist?" antwortete Stanton Lächeln: „O nein! Während der Rebellion pflegte ich oft hier zu Mittag und zu Abend zu speisen und das Morgengrauen fand mich häufig noch an meinem Arbeitstische."
    Während des Freitag=Nachmittags war aber auch der Congreß nicht unthätig gewesen. Im Senate wie im Hause war die Mittheilung Stanton's verlesen worden. Ersterer schloß um zwei Uhr seine Thüren zu einer "Executive session", und als sie, wie es heißt nach einer sehr stürmischen Sitzung, um sieben Uhr Abends wieder geöffnet worden, veröffentlichte der Vorsitzende des Senates (und Nachfolger Johnson's, wenn dieser abgesetzt wird) folgenden Beschluß:
    "Der Senat der Vereinigten Staaten in Executivsitzung am 21. Februar 1868. Nachdem der Senat die Mittheilung des Präsidenten, wonach er den Kriegssecretär Edwin M. Stanton abgesetzt und den Generalsadjutanten der Armee zum interimistischen Kriegssecretär bestellte, gelesen und Betracht gezogen, beschließt er, daß den Präsidenten nach der Constitution und den Gesetzen der Vereinigten Staaten nicht die Machtvollkommenheit zusteht, den Kriegssecretär abzusetzen und irgend einen anderen Beamten interimistisch die Erfüllung der Obliegenheiten desselben zu übertragen."
    Eine Abschrift dieses Beschlusses wurde dem Präsidenten Nachts um halb elf Uhr ausgehändigt.
    Im Hause der Volksrepräsentanten trug der immer fertige F.B. Washburn, sobald Stanton's Mittheilung verlesen war, darauf an, dieselbe dem Reconstructionscomité (es ist dasjenige, welches alle die Rebellen Staaten betreffenden Angelegenheiten vorzuberathen hat) zum Berichte zu überweisen, was auch geschah.
    Am Sonnabend des 22. Februar um zwei Uhr zehn Minuten erhob sich der alte Thaddeus S t e v e n s , als Vorsitzender des aus sieben Republikanern und zwei Demokraten bestehenden Reconstructions=Comités. Ein fünfundsiebenzigjähriger Greis von hoher Gestalt, die durch einen zerschmetterten Fuß etwas leidet, sehr mager und eingefallen, hat er dem Anscheine nach jede körperliche Kraft verloren, aber die lebhafte, unverwünstliche Kaft, welche auf seiner ungewöhnlich hohen und breiten Stirn thront, zwingt das nur mühsam zusammenhaltende Gerippe seine letzten Dienste zu thun. Obwohl er nur wenige Schritte vom Capitol entfernt wohnt, wird er doch bis an die Stufen desselben gefahren und dann, in einem Lehnstuhle sitzend, von zwei Männern die Treppen hinauf bis zu seinem Cabinet getragen. Außer und im Congresse ist er verdientermaßen der Patriarch der republikanischen Partei, und wenn im Hause sein leichenhaftes Gesicht sich über seine Umgebungen erhebt, dann schweigt plötzlich wie durch Zauber der Lärm, Alles blickt nach Stevens, jeder Blick hängt an seinem Munde und die meisten Mitglieder schleichen behutsam in seine Nähe, um keines seiner Worte zu verlieren. Ja seine, ich darf sagen, Geistererscheinung ist so imponirend, die Ueberzeugung, daß nur die reinste und sorglichste Vaterlandsliebe jenem am Erlöschen flackernden Lebenslicht ein Minimum Nahrung gewährt, so unabweislich, daß selbst die Demokraten, die Niemanden mehr hassen als diesen schwachen Greis, sich vor der Größe seiner persönlichen Erscheinung beugen.
    Ehe der Sprecher des Hauses Stevens das Wort gab, ermahnte er die in allen Räumen dicht gedrängten Zuschauer wie auch die Volksvertreter, während der nunmehr beginnenden Verhandlungen Ordnung zu halten. Stevens las nun mit, wenn auch schwacher, doch durch den weiten Saal vernehmbarer Stimme nachstehenden Bericht: „Das Comité findet, daß, zusätzlich zu den bekannten Documenten, der Präsident am 21. Februar eine Bestallungsurkunde und Autorisation für einen Lorenzo Thomas anweist und autorisirt als interimistischer Kriegssecretär zu handeln und von den Büchern, Urkunden, Papieren und anderm öffentlichen Eigenthume in dem Kriegsdepartement Besitz zu ergreifen, wovon Folgendes eine Abschrift ist: (es folgt die Ordre des Präsidenten).
    Aufgrund der von dem Comité gesammelten Beweisstücke und kraft der ihm vom Hause übertragenen Gewalt, ist dasselbe der Ansicht, daß Andreas Johnson, Präsident der Vereinigten Staaten, wegen hoher und geringer Vergehen angeklagt werden solle (be impeached for high crimes and misdemeanors). Das Comité empfiehlt daher dem Hause der Annahme des folgenden Beschlusses: daß Andreas Johnson, Präsident der Vereinigten Staaten, wegen hoher und geringer Vergehen angeklagt werde."
    In lautlose Stille nahmen Haus und Publicum die verhängnißvolle Botschaft aus dem Munde des Propheten entgegen, der seit fast drei Jahren vergeblich seine warnende Stimme erhoben. Jeder schien zu fühlen, daß wiederum an unser Verfassungsleben ein harter Prüfstein angelegt werden solle; wiederum, wie im Jahre 1861, war das Volk gespalten gegen den gemeinschaftlichen Feind, und wiederum ist es die demokratische, richtiger Rebellenpartei, welche die Krisis herbeiführt, ja wiederum wie im Jahre 1861 ist es, wenn auch versteckt wie damals, die Anerkennung der Menschenrechte im Farbigen, die unser Staatswesen von Neuem auf die Probe stellt. Wie ein Polyp im thierischen Körper, wächst das Uebel nach jeder neuen unvollständigen Operation mit Riesenschritten nach - aber diesmal wird die Operation eine gründliche sein.
    Im Laufe des Tages hatte der Präsident dem Senate eine wunderliche Botschaft zugeschickt, in welcher er, offenbar erschreckt über die Aufnahme, die seine Usurpationen im Congresse gefunden, und über die energischen Schritte, die dieser adoptirt, nachzuweisen suchte, daß er nicht beabsichtigt habe, Constitution und Gesetze umzustoßen, sondern blos der letzteren Constitutionalität durch die Gerichte prüfen zu lassen. Nichts charakterisirt den Mann besser als gerade dieses Actenstück und seine rabulistische Logik.
    Sobald im Hause die Verlesung des Comitéberichtes beendet war, stürzte sich James Brooks, der Leiter der demokratischen Partei und Redacteur des nichtswürdigsten Verrätherblattes selbst in New=York, des "Expreß", in die Bresche zur Vertheidigung des Präsidenten, und der parlamentarische Kampf, dessen Koryphäen ich nicht aufzählen will, da sie dem deutschen Publicum wenig bekannt sind, tobte, mit Unterbrechung von nur einer Stunde, bis ein Viertel nach elf Uhr Nachts unter der gespannstesten Aufmerksamkeit des sich stets verdichtenden Zuhörerknäuels. Die im amerikanischen Congresse im Vergleich mit europäischen repräsentativen Versammlungen etwas weit gestreckten Grenzen des parlamentarisch Zulässigen wurden von keinem Republikaner, und nur von einem Demokraten, der aber sofort das Wort zurücknahm, überschritten. Das Verfahren des Präsidenten in der letzten Zeit, sowie sein ganzes Benehmen seit dem unglücklichen 14. April 1865 wurden einer rücksichtslosen Auseinandersetzung und schonungslosen Kritik unterzogen, allein trotz der persönlichen Beleidigungen, welche der Präsident auf den Congreß als Ganzes und auf einzelne bedeutende Mitglieder desselben gehäuft hatte, trat doch sehr selten persönliche Malice, umso mehr aber gekränkter Mannesstolz, verletzter Patriotismus, Sorge um das Gemeinwohl, innige Sympathie für das Loos der Farbigen und fester energischer Entschluß, auch das Aeußerste zu wagen, in den Reden der Republikaner hervor. Der Richter Kelley von Pennsylvanien namentlich, als er eine lebhafte Parallele zwischen der momentanen Lage und der Nacht vom 1. auf den 2. December 1851 zog und das Conclave der fünf bekannten Verschwornen im Elysée mit ergreifenden Worten schilderte, als er seine mächtige Stimme bis zum tiefsten Flüsterton herabstimmte bei den Worten: "finis reipublicae", als kämen sie aus dem verzagten Munde des Hauptes jener Verschworenen, und als er auf Johnson's Ehrgeiz und seine Reise nach Washington zur Inauguration kommend sagte: „Vor Gott und der Nation versichere ich feierlich: ich glaube, daß es Johnson's Absicht war, die Regierung umzustürzen und den Plan auszuführen, den er vor seiner Abreise von Tennessee angedeutet hatte, nämlich: daß er Präsident werden und, wenn er es zur Rettung der Nation für nöthig hielte, seine Gewalt verewigen wolle. Besessen von dem Gedanken der Präsidentschaft und ihrer Dauer in seiner Person stand zwischen ihm, dem erwählten Vicepräsidenten, und seinem egoistischen Wunsche - nur e i n Leben, das von Abraham Lincoln, und das Leben beseitigte ein Meuchelmörder nur wenige Tage nach Johnson's Inauguration zu seinem constitutionellen Nachfolger"- rief einen ungeheuren Eindruck hervor.
    Zu der angegebenen Stunde wurde die Sitzung auf Montag Morgen zehn Uhr ausgesetzt.
    Der Sonntag brach an, aber es war kein langweiliger amerikanischer Kirchhofsabbath, an dem die Leute zu Ehren Gottes sich zu einem Mumienleben, nur unterbrochen vom zischenden Tone der unter der Nase fast jedes Amerikaners angebrachten Tabaksgiftjauchspritze, verdammen und jeden als einen Ungläubigen verurtheilen, der Mensch bleibt - nein, es war ein Kriegssonntag. Unter dem wilden Bergstrome überwältigender Leidenschaften und alles umfassender Interessen war der mechanische Lauf des religiösen Lebens kaum bemerkbar. Gerüchte der aufregendsten und wildesten Art wirbelten um die Bundeshauptstadt. Von früh Morgens blitzten telegrafische Depeschen, Anfragen, Glückwünsche, Beschwörungen zum Feststehen und Versprechung bewaffneten Zuzugs bringend, von Minute zu Minute über alle Linien.
    Die radicalen Mitglieder des Hauses und des Senates suchten sich während des Tages und spät in der Nacht auf, um Ansichten auszutauschen und sich über Schritte zu verständigen. Es war das Vorspiel zu einer Schlacht und die Vorbereitung zum Kampfe auf Leben und Tod. Gegen Abend gewann das Gerücht Konsistenz, daß der Präsident, in Verbindung mit den Rebellen von Maryland, ein bewaffnetes Corps nach Washington bringen würde, um ihn in seinen Usurpationen zu unterstützen, und daß die irländischen Demokraten in New=York sich organisirt hätten, um am nächsten Tag auf die leisesten Fingerbewegung eines Congreßmannes im Washington hin New=York den Flammen zu übergeben, das dortige Unterschatzamt (dasselbe ist im Besitze fast aller baaren Mittel der Regierung und hat nicht einmal einen Wachtposten) zu plündern und sein Geld und seine Werthpapiere unter die edlen Söhne "Grün Erins" zu vertheilen. Die Verführungsversuche des Präsidenten bei General Emory und Oberst Wallace wurden bekannt und wirkten wie Oel in's Feuer gegossen. Allein andererseits traf ein Telegramm von dem patriotischen, tapferen General und Gouverneur von Pennsylvanien, Geary, ein, in welchem die Miliz dieses zweitmächtigsten Staates der Union zur Verfügung des Congresses gestellt wurde; - ein anderes vom Commandeur der Grand Army of the Republic (einer nach dem Frieden gestifteten geheimen Gesellschaft alter Unionssoldaten im Kriege), der dem Congresse hunderttausend Veteranen jeden Augenblick zur Verfügung stellte, und zuletzt das Anerbieten von viertausend Negersoldaten innerhalb des Districtes, welche versicherten, binnen zehn Stunden schlagfertig zur Seite des Congresses zu stehen.
    Es war erheiternd, wahrzunehmen, wie die in der Bundeshauptstadt zu einer gemeinschaftlichen Berathung anwesenden Leiter der Demokratie sich von dem Präsidenten als einem "todten Mann" instinctiv zurückzogen, wie sie seine Thorheit und seinen Eigenwillen verdammten, kraft deren er sie nicht um Rath gefragt, - wie sie ihn für alles Unheil verantwortlich machten, das ihrer Partei nothwendig aus des Präsidenten Schritten erwachsen müsse. Johnson gab den anwesenden Demokraten ein Bankett im Weißen Hause und ihrem Führer, dem jüdischen Bankier (einem geborenen Deutschen) Belmont aus New=York, dem Agenten der Rothschilds, den Ehrensitz zu seiner Rechten; als er aber von der momentanen Lage mit ihm zu sprechen anfing, schnitt Belmont den Gegenstand mit der kurzen Bemerkung ab: "Jetzt wollen wir essen, nachher von Politik reden."Allein er wie seine Gefährten waren klug genug, zu sorgen, daß auch nachher nicht von den Tagesereignissen gesprochen wurde. Nicht öffentlich zischten, bissen und krümmten sich die Kupferkörper (Copperheads: seit der Secession wird dieser von der äußerst gefährlichen Kupferschlange hergenommener Name auf diejenigen Amerikaner im Norden angewendet, welche mit der Secession sympathisierten und alles Mögliche zu deren Sieg beizutragen sich bemühten), sie steckten in ihren Löchern und reizten sich gegenseitig mit ihrem Gift. Der Strom der öffentlichen Meinung zu Gunsten der Anklage, dem Anscheine nach voll bis zum Uebertreten der Ufer, nahm während des Tages sichtbar an Tiefe und reißender Gewalt zu, und es wurde dem aufmerksamen Beobachter klar, daß kein Mitglied der republikanischen Partei in einem der Häuser des Congreßes den Willen oder die Kraft besitzen würden, sich ihm entgegenzustemmen. Die Mehrzahl der Bevölkerung legte sich nieder, befreit von Zweifel und Fragen, und bereits vertraut mit dem Gedanken eines Administrationswechsels in gesetzlichen Wege einer gerichtlichen Verhandlung, und bedachte, einschlafend, den Geist und die Folgen einer zwölfmonatlichen Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten unter dem ehrlichen, braven, radicalen und weisen "Ben Wade".
    Es ist Montag, früh zehn Uhr, Galerien und Corridore sind gepfropft voll, Barrieren sind quer über letztern angebracht, um die Massen von Frauen und Männern zurückzuhalten, von denen die Ersteren besonders am Sonnabend alle Räume überfluthet, sich in den Sitzungssaal selbst ergossen, alle leeren Sitze der Volksvertreter eingenommen hatten und zuletzt, da kein Herr, nach amerikanischer Sitte, sitzen darf, wo eine Dame steht, auch die ihnen von den Repräsentanten angebotenen Sitze einnahmen, so daß mindestens zwei Drittel der Sitze von dem schönen Geschlecht occupirt wurden, während die Repräsentanten standen oder herum gingen. Die Regeln über die Eintrittsberechtigung zum Flur des Hauses wurden auf besonderen Befehl des Sprechers von den Thürstehern, unterstützt von einem starken Detachment eigens herbeigezogener Stadtpolizei, strict, aber mit unwiderstehlicher Höflichkeit gehandhabt, und es gelang mir nur durch energische Verwendung eines bedeutenden Congreßmitgliedes und nach einstündigem Warten, Eintritt zu erhalten. Die Geduld, Ausdauer und das stille Fügen der Amerikaner männlichen und weiblichen Geschlechts bei solchen Gelegenheiten sind im Vergleiche mit Europa höchst überraschend und gewiß jedem Fremden, der auf Eisenbahnen und Dampfbooten gereist ist und zahlreichen öffentlichen Versammlungen beigewohnt hat, aufgefallen. Ich finde den psychologischen Grund davon in der jedem Bewohner der Republik innewohnenden Ueberzeugung, daß er selbst seinen Antheil am Zustandekommen des Gesetzes oder der Regel hat, daß es ohne Unterschied gegen Jeden gehandhabt wird und daß es unentbehrlich ist. Aber welches Mitglied der weit zerstreuten amerikanischen Völkerfamilie wollte nicht zuhören, wie, zum ersten Male in der Geschichte seines Landes, der Präsident angeklagt wird? Die große Menge von Farbigen, welche in die Hallen strömen und auf den Galerien stehen, ist ebenso auffallend wie bedeutungsvoll - sie fühlen es, daß über Leben und Tod ihrer Race in zehn Staaten der Union verhandelt wird.
    Die Debatte ist bei meinem Eintritte in vollem Gange; mit dem ganzen sich selbst vergessenden Eifer amerikanisch=politischer Discussionen geführt, erhebt sie sich im Munde begeisterter Freiheitsfreunde zum höchsten Pathos, um in den Händen der Menschenhändler zum Ausdruck des niedrigsten Egoismus herababzusinken.
    Wenigen Rednern reichen die durch Beschluß festgesetzten dreißig Minuten aus, der Hammer des Sprechers fällt unbarmherzig mit dem Zeiger der ihm gegenüber befindlichen großen Uhr, und die Redner setzen sich oft mit der Hälfte eines angefangenen Wortes noch im Munde. Einige Redner vertheilen ihre Zeit zu einer, zwei, fünf und zehn Minuten an Gesinnungsgenossen, selbst an Gegner. Woodward, der pennsylvanische oberste Richter und Kupferkopf, bedeckt sich und seine Partei mit unauslöschlicher Schmach, indem er den Präsidenten auffordert, den Congreß mit Bajonetten auseinander zutreiben, während Wastburn von Illinois, General Buttler und ganz besonders Boutwell von Massachusetts, der für die nächsten zwanzig Jahre oder mehr einer der hervorragendsten Männer der Republik werden dürfte, sich neue unverwelkliche Lorbeeren im Dienste der Humanität, der Republik und der Wohlfahrt ihrer Bewohner erwerben.
    Es geht gegen fünf Uhr Nachmittags, die Stunde, mit welcher, nach Beschluß vom Sonnabend, die Debatte beendigt werden soll. Wie es scheint, hat den Bitten des so ausdauernden schönen Geschlechts weder die Gewissenhaftigkeit, noch die Höflichkeit der Thürsteher Widerstand leisten können, und natürlich hat jedes Mitglied desselben auch seinen treuen männlichen Begleiter unter seinen Flügeln mit eingeschwärzt; die Gänge sind gedrängt voll und schon "drängeln"sich einige verwegene Scharmützlerinnen in den Saal, wo ihnen selbstverständlich sofort Sitze eingeräumt werden. Da erhebt sich auf einem bevorzugten Platze neben dem Sprecher auf der weiten, weißmarmornen Tribüne die Geistergestalt von Thad. Stevens, dem als Berichterstatter das letzte Wort zusteht. Todtenbleich, schwach und skeletartig auf die marmorne Brüstung gestützt, steht er da, hoch aufgerichtet, und überblickt das eben noch stürmische Meer zu seinen Füßen, das sich unter dem Blicke, der von jenseits des Grabes zu kommen scheint, schnell beruhigt. Todtenstille herrscht. Die Wogen haben sich eilig um den Standort des Helden gesammelt, der im Dienste der Freiheit selbst im eisernen Griffe des Todes Trotz bietet, um kein Wort der schwachen Stimme zu verlieren, - während die Mehrzahl der Demokraten trotzig auf ihren Sitzen bleibt und Blicke tödtlichsten Hasses auf ihren unbesieglichen Gegner schießt, "der ewig leben will". Stevens beginnt, - es ist der alte, wohl bekannte Ton, so innig verwebt mit den Kämpfen und Siegen der Freiheitspartei, es ist die Stimme des fähigsten Repräsentanten, den der Congreß besaß, seit John Quincy Adams seinen großen Geist in jenem Sessel im Hause der Repräsentanten aushauchte, in ihrem Witz, Sarkasmus, ihrer Gutherzigkeit, Popularität und Macht, - aber die Stimme stockt, die Kraft des Veteranen reicht nicht aus, er sinkt auf seinen Sessel, auf dem sich die Blicke von Zehntausend concentrieren. Allein schon im nächsten Augenblicke erholt er sich soweit, daß er seine Rede, welche er, seiner Kraft mißtrauend, niedergeschrieben, dem Clerk des Hauses zum Vorlesen übergiebt, der sie, - ein prachtvoller Erguß reinsten Patriotismus, edelster Humanität und gewissenhafter Pflichttreue, - mit lauter, Jedem verständlicher Stimme vorliest.
    Der Sprecher schließt die Debatte.
    Es hatte den ganzen Tag über geschneit, und es fing an, düster im Hause zu werden. Mit dem Herannahen des Momentes der Abstimmung begann die Menschenmasse unruhig zu werden. Die Menge, welche sich an den Thüren herumgequetscht hatte, konnte ihr Ungeduld nicht mehr bezähmen und hob an, über die Vordern hinwegzukriechen. Selbst die leeren Nischen in den Galerien füllten sich mit Menschen; in einer standen drei prächtige Negerjungen, in einer anderen zwei wunderschöne blonde Mädchen, sich festumschlungen haltend. Das Gas wurde angedreht und erleuchtete, durch eine hübsche Vorkehrung so eingerichtet, daß es sich plötzlich über die ganze Decke entzündet (in elfhundert Flammen) - auf einmal, als der Clerk die Namen aufzurufen begann, den Saal, ein Schauspiel über Beschreibung glänzend und eindrucksvoll. Es war so still wie in einer Kirche, und die Antwort jedes Aufgerufenen konnte von jedem Anwesenden gehört werden. Das Resultat war vorauszusehen. Es war absolut nach den Parteien geschieden; alle Republikaner für, aller Demokraten gegen Anklage. Fünfzehn Mitglieder waren abwesend. Von den einhundertdreiundsiebenzig Anwesenden stimmten einhundertsechsundzwanzig für Anklage und siebenundvierzig dagegen, unter ihnen auch der sonst sich den Republikanern zuneigende specifische Vertreter der Pittsburger Arbeiter. Da die Constitution eine Zwei=Drittel=Majorität verlangt, so waren mithin zwölf mehr als diese Zahl vorhanden.
    Haufen von schwarzen Männern und Frauen waren in dem Gebäude, die in unbequemsten Stellungen, fast niederbrechend von Müdigkeit, ruhig und still den Ausspruch des Urtheils über sich selbst und ihre Kinder in der Entscheidung der Frage abgewartet hatten, welche lange vor ihrem Ohre verhandelt worden. Als diese nun aus dem Munde des Sprechers ertönte, - da ward es auch ihnen klar, daß Emancipation keine Lüge, keine Falle, kein Betrug gewesen für sie und ihre Race, und daß persönliche Freiheit und politische Gleichheit auch ihnen die Thore geöffnet und sie eingeladen habe, höher und höher zu steigen, - und dennoch waren weder Zurufe, noch Unordnung, noch selbst Beifall hörbar! Die hehre Göttin selbst mit dem Schwerts und der Wage schien über der Halle des Capitols, gefüllt mit weißen und schwarzen Anbetern, zu schweben, unerbittlich in ihrem Vorsatze und mit ernster, strenger Miene! In ernster Stille verließen die Massen den Flügel des Capitols und traten in den nordischen Winter hinaus, der seit gestern seine volle Herrschaft wieder gewonnen. Der Norden herrschte in der Natur, er hatte soeben im Hause der Volksvertreter und dadurch in der politischen Lage der Nation den Sieg davongetragen und seinen berechtigten Einfluß auch über den verrätherischen Süden gesichert zur Rettung der Republik und zum Wohle der Menschheit! - Ueber die weiteren Verhandlungen, zu denen ich auch persönlich beiwohnen werde, später.
    Und nun, nachdem ich wahrheitsgetreu ein Bild des großen Ereignisses der letzten Tage meinen Lesern vorgeführt, mögen mir einige Betrachtungen darüber gestattet sein. Unsere republikanische Regierungsform hatte in der kurzen Geschichte der Vereinigten Staaten manche harte Probe zu bestehen. Sie war im Stande, die Sclaverei der Arbeiter von einem Drittheile des Unionsgebietes während neunzig Jahren zu ertragen, und hatte die Kraft, dieselbe Sclaverei zu vernichten, als diese, in ihrem Uebermuthe, der Freiheit und Integrität des Ganzen gefährlich wurde; - sie führte Kriege gegen fremde Regierungen und unterdrückte innere Aufstände; sie überwand den größten Krieg der Neuzeit und überlebte die wichtigste Revolution der Geschichte, die in den Zeitraum weniger Jahre zusammengedrängt; - und jetzt ist es beabsichtigt, einen verrätherischen Präsidenten abzusetzen. Amerika war groß in seinem Kriege, wie in dessen Ende, und die Nationen der Erde zollten ihm willig den Tribut der Bewunderung. Allein die Weise, in welcher die Nation die Anklage des höchsten Beamten aufnimmt, ist w a h r h a f t e r h e b e n d. Niemand, selbst deutsche Staatsrechtprofessoren nicht, wird wohl noch behaupten, daß die Republiken Fehlgeburten sind, denn das republikanische Amerika, jeder Lage gewachsen und jede Regierungsverantwortlichkeit auf sich nehmend, steht heute stolz, sicher und friedlich dar, - unter der Herrschaft des Gesetzes und ohne Beeinträchtigung der öffentlichen Moral! Das freie Amerika wird jetzt der Welt zeigen, wie mit einfacher und milder Anwendung des Gesetzes sein Präsident und oberster Befehlshaber des Heeres und der Flotte für seine Verbrechen schnell bestraft und in die Stelle zurückversetzt wird, aus der ihn das mißbrauchte Vertrauen seiner Mitbürger erhoben.

Erschienen in „Die Gartenlaube“, 1868, Heft 14, S. 220-223, 231-233



(1868) Der Präsident auf der Anklagebank. [II]

Washington, d.C., d 11 April 1868.
Seit dem Beginne des von den Managers in dem Anklageprozeße gegen President Johnson geführten Beweisverfahrens war eher ein wohl überlegt u. auf die ausstudierteste Weise ausgeführter Plan der Demokraten u. der Freunde des Presidenten die Bedeutung der Anklage selbst, so wie des täglich sich abwickelnden Beweises in den Augen des Publikums zu (abzuschwächen, verringern), das öffentliche Interesse abzuschwächen, auf die Ueberflüssigkeit eines Gegenbeweises Seitens der Vertheidigung hinzuweisen, die überwältigende Macht dieses Gegenbeweises mit glänzenden Farben zu schildern, - u. die Freisprechung des Presidenten als unfehlbar hinzustellen. H. Stansburg soll einem Luisiann Ex-Rebell bei seiner Abreise nach dem Lande des "tigers" sogar aufgetragen haben, "unsern Freunden" zu eröffnen guten Muthes zu sein, denn der Pres. werde freigesprochen werden.
    Das seit Anfang der verflossenen Woche begonnene massenreiche Wegbleiben der Mitglieder des Hauses trug nicht wenig dazu bei diesen Insinuationen in den Augen der nach dem Anscheine Urtheilenden einen gewissen Grad von Begründung zu geben. Und in der That war dieses Wegbleiben so auffallend, daß wohl nicht mit Unrecht vielfach die Frage aufgeworfen, u. mit Wenig Ausnahmen zum Nachtheile der abwesenden Mitglieder beantwortet wurde: ob die Mitglieder des Hauses, die das amerikanische Volk bei dieser Gelegenheit recht eigentlich vertreten, gleichsam das Volk auf dem Forum darstellen, ihren Managers ermuthigend, kräftigend u. unterstützend zur Seite stehen sollen, - irgendwie sich für eine derartige Vernachläßigung der Vertreter der Staaten der Union entschuldigen können. Der Senat sitzt zu Gericht über den größten Staatsverbrecher des Jahrhunderts, - Louis Vergneklen gen. Bonaparte ausgenommen, - aber über dem Senate steht die Majestät des Amerikan. Volkes, u. sie wird representiert durch das Haus, u. dieses Haus war an mehreren Tagen bis auf fünfzig Häupter herabgesunken!!
    Seitdem die Vertheidigung das Feld übernommen, hat sich das eben gegebene Bild vollständig geändert. Die sehr geschickte u. mit vollster Würde, aber einfach, ohne Effekthascherei vorgetragene Rede von Johnson hat dazu ebenso sehr beigetragen, wie die fast kopflose Heftigkeit Stansburgs, die "unverschämte" Ruhe u. schneidende Schärfe Butlers u. vor Allem die über allen Begriff lächerliche, unwürdige, - ja strafwürdige Rolle, welche der erste Vertheidigungszeuge "ad interim Thomas" spielte. Die Masse, welche leicht durch eine Einzelerscheinung in einem Prozeße auf die eine oder andere Seite sich schlägt, fragt sich erstaunt: liegt des Presidenten Sache so verzweifelt, daß auch so berühmte Rechtskundige nicht mehr zu seinen Gunsten vorbringen können, als was uns H. Curtis zu hören gab? ist dieser Mann, der bei fast jedem Worte in Hitze geräth, derselbe den Presid. Johnson zu dem hohen u. wichtigen Posten des Generalstaatsanwaltes berief, derselbe der als sein böser Rathgeber bezeichnet wird? hat die Vertheidigung so wenige geistige oder faktische Mittel, daß ein einziger Manager, Butler, mit ihnen spielt, wie ein ausgezeichneter Fechter mit einem Stümper? ist jener schwachköpfige Mann dort in Uniform, er sich in jedem zweiten Satze widerspricht, der in jedem Worte, in jeder Handbewegung, in seiner Stellung, ja in der Betonung seiner Worte den unaufrichtigen, mit seinem Eide schachernden Zeugen darstellt, der da sagte: „we will succeed or sink the ship“ - ist das der Mann den A. Johnson zum Kriegsminister, zum Nachfolger eines Stanton, eines Grant, in diesem Augenblicke bestellte? Es war eine wunderbare Stimmung, die den Senat, die Representanten u. die Galerien beschlich, wie die ersten paar dutzend Antworten von Thomas laut wurden. Niemand wußte was er davon denken sollte. War das Komödie, oder Wahrheit? u. als es nun endlich klar wurde, daß das Letzte, da erhob sich ein wirklich homerisches Gelächter, das während des fast fünfstündigen Verhöres von Thomas fortwährte, u., unter dem begraben, er sich endlich zur großen Satisfaktion aller Anwesenden, - ich darf wohl hinzusetzen, besonders der Vertheidiger, zurückzog. Wahrlich! wem bis her das Schicksal der ersten Schlacht bei Bull Run dunkel, wem es unerklärlich blieb, weßhalb die braven Truppen des Nordens während zweier Jahre fast überall geschlagen wurden, der brauchte nur diesen Mann zu sehen u. zu hören u. sich sagen, daß er seit mehr als 30 Jahren General Adjutant der V.St. Armee gewesen, um sich einen Begriff von dem Zustande dieser Armee beim Ausrufe der Sezession zu machen. Mir, der ich dieselbe in Texas während 12 Jahren zu beobachten Gelegenheit gehabt, war es nichts Unerwartetes dieses Schauspiel, - denn ich sehe sie noch heute vor mir die zitternde kopflose Verrätherbande, wie sie ruhig die Wegnahme des Arsenals in San Antonio durch ein paar Hundert Rebellen geschehen ließ u. nicht so viel Muth u. Ehrgefühl zusammen scharen konnte, wie die gemeinen Soldaten, - deutsche u. irländische Söldlinge, -- die vor Scham u. Wuth weinten als sie, von ihren Offizieren verlassen u. verrathen, aus dem ihnen anvertrauten Besitzthum der V.St. ausmarschirten, aber das Volk der V.St. hatte bis jetzt mit Stolz auf seine Armee geblickt, - u. ihre grenzenlose Gesunkenheit, das Werk der demokratischen Verwaltungen vor der Rebellion - war ihm nie so unmittelbar so drastisch zur Anschaung gebracht worden als in diesem General-Adjutanten derselben! Wen H. Stanburgs obige Aeußerung etwa beunruhigen sollte, dem will ich zur Beruhigung mitteilen, daß der Führer des Kabinetes, H. Seward, die sanguinischen Hoffnungen seines Kollegen nicht theilt. Ich weiß aus guter Quelle, daß er sich dahin ausgesprochen, daß er Johnsons Spiel für verloren hält, u. bereits eifrig an einem großen Reiseplane nach den span.-amerik. Republiken Japan u. China brütet, zu dessen weltbeglückender Ausführung, in Nachahmung seiner berühmten Fischexkursion in der Fundybai, der Senat ihm die nöthige Muße verschaffen wird.
    Man wird sich erinnern, daß als H. Chase begann weibliche Clerks in dem Schatzamte anzustellen, diese, meiner Ansicht nach, durchaus gerechte Neuerung dem Zopfe u. Eigennutze gegenüber in der Presse u. öffentlichen Dokumenten durch die Betrachtung vertheidigt wurde, daß dadurch ein wesentliches Mittel gewährt werde den Wittwen, Waisen, Schwestern u. Müttern mehrer im Kriege gefallenen Unionsvertheidiger eine anständige u. lohnende Beschäftigung zu sichern. Und nun sehe man, wie H. Johnson u. seine Kreaturen - leider darf ich nicht unerwähnt lassen, daß auch Kongreßmitglieder eine gleiche Schuld trifft, - thatsächlich diese Sache behandelt haben! Von den mehr als 700 weiblichen Clerks in den verschiedenen Departementen gehören auch nicht die Hälfte den oben erwähnten Kathegorien an. Der widerliche Parteieinfluß in die politische Spekulation hat sich auch hier fühlbar gemacht, u. während das Volk der V.St. aufgefordert wird zur Unterhaltung der Wittwen, Waisen u.s.w. unserer gefallenen Brüder zu steuern, während der letzte harte Winter haarsträubende Elendsscenen in denen ihrer Ernährer beraubten Familien zu Tage gebracht hat, werden täglich hübsche (das ist unentbehrlich) junge Töchter von Demokraten u. Kopperheads, Freundinnen u. Verwandtinnen von höheren Beamten, die durchaus nicht bedürftig sind, ja sogar solche angestellt, die die Stelle nur als ein Mittel ansehen um ihrer unbezwinglichen Putzsucht zu fröhnen. Tiefer in die mit dieser Frage verbundenen Geheimnisse, die leider in Washington keine solche sind, einzugehen wage ich nicht, allein ich hielt mich für verpflichtet, dem Publikum auch diese Schattenseite der Johnsonschen Verwaltung vor Augen zu bringen. Derjenigen Klasse meiner Leser, die eine Neigung haben, sich von ihren Mitbürgern u. deren Interessen als "Arbeiter“ abzusondern, u. mit Johnsonismus u. Demokratie verstekt zu liebäugeln, wird es vielleicht besonders auffallend sein zu erfahren, daß ihre weiblichen Verwandten bei diesen Gunstbezeigungen keine Berücksichtigung erfahren haben. Um Niemand durch meinen obigen Tadel über das Wegbleiben der Representanten vor meinen Lesern im falschen Lichte erscheinen zu lassen, muss ich hier erwähnen, daß der republikan. Vertreter Ihrer Stadt, H. Eggleston, auch nicht für eine Stunde den ehrenvollen Wachtposten verließ.

Quelle: Brief an F. Hassaurek

Courtesy of Tutti Jackson, Research Services, Ohio Historical Society, 800 E. 17th Ave. Columbus, Ohio 43211; here: Hassaurek Papers, MSS 113, box 1, folder 5


(1868) Der Präsident auf der Anklagebank. [III]

Der Unions=Präsident Johnson ist, wie unsere Leser längst wissen, mit neunzehn gegen fünfunddreißig Stimmen f r e i g e s p r o c h e n . Eine einzige Stimme fehlte zur Zweidrittelmajorität, welche das Gesetz für die Verurtheilung erfordert. Niemand wird dieser Art Freisprechung ein bedeutendes moralisches Gewicht beilegen, auch wenn die vielfach verkündete Untersuchung wegen Bestechung zu Gunsten des Angeklagten sich in ein Gerücht auflösen sollte. Gleichwohl ist der Jubel der dort so genannten Demokratischen Partei, welcher Johnson angehört, außerordentlich und spricht sich in Verhöhnungen und Angriffen aus gegen Alle, welche während des Processes auf der Seite der Ankläger gestanden. Zu letzteren gehörte die "Gartenlaube" insofern, als sie über diesen Gegenstand den unseren Lesern bekannten, Johnson's Parteitreiben scharf rügenden Bericht eines ihrer langjährigen Mitarbeiter veröffentlichte. Gegen diesen erhebt soeben ein New=Yorker Journal seine Stimme, indem es ihm vorwirft: "er habe seinen Namen verschwiegen, weil es sich fürchte, öffentlich blamiert zu werden." Daß dieser Verfasser sich nicht vorstellt, hat er oft genug der amerikanisch=demokratischen Parteien bewiesen. Er gehört zu den hervorragendsten Männern der Union und hat als Staatsmann wie als Publicist sich eine einflußreiche Stellung zu erringen gewußt. Schon deswegen brauchten wir uns nicht zu bedenken, einen Artikel aus s e i n e r Feder in die Gartenlaube aufzunehmen. Wir haben aber auch außerdem in dem vorliegenden Fall die liberale Presse Deutschlands ohne Ausnahme auf Seite der republikanischen Partei Nordamerikas gefunden und ihr nach unserer Ueberzeugung uns angeschlossen. Die Redaktion

Erschienen in „Die Gartenlaube“, 1868, Heft 26, S. 416



(1869) Zwei Regenten.
Von C. N. Riotte in New-York.

Ich hatte während des verflossenen Winters (1867–68) in Washington öfter Gelegenheit gehabt, General Grant auf der Straße und im Capitol zu sehen und ihn in Gesellschaft zu beobachten. Da ich aber nicht zu Denen gehöre, welche sich an die Tagesgrößen herandrängen, im Gegentheil vielmehr eine Scheu trage unter ihnen zu erscheinen, so hatte ich sogar das Anerbieten einiger mir befreudeter Congreßmänner, mich ihm vorzustellen, abgelehnt.
    Der Eindruck, welchen General Grant’s äußere Erscheinung und sein Benehmen auf mich gemacht, war ein entschieden günstiger. Da war auch nicht die leiseste Spur von Sichgeltendmachen oder Vordrängen, viel weniger von Anmaßung oder Renommiren sichtbar. Mit fast mädchenhafter Scheu und Aengstlichkeit schien er Alles zu vermeiden, was die öffentliche Aufmerksamkeit auf ihn zielten konnte. Stets war er in bürgerlicher Kleidung mit Ausnahme der Militärweste (dunkelblau mit einer Reihe goldener Knöpfen) einen kurzen, etwas fadenscheinigen dunkeln Ueberzieher übergehangen. Nie sah ich ihn in militärischer Begleitung; auf der Straße vermied er sichtlich sich dem Angaffen auszusetzen, und in Gesellschaft nahm er, wo immer thunlich, eine stille zurückgezogene Ecke ein, wo er sich in einfachster und anspruchlosester Weise unterhielt.


Präsident Grant. Vicepräsident Colfax.
Wenn mir auch diese Beobachtungen genügten, um die Behauptungen einiger, namentlich deutscher, radicalen nördlichen Blätter, wonach General Grant so beschränkt wäre, daß er einzig von Cigarren, jungen Hunden und Pferden zu reden verstehe, wie nicht weniger die der Rebellen- und der nördlichen demokratischen Blätter unbedingt zu verwerfen, welche ihm schon damals, als dem voraussichtlichen republikanischen Präsidentschafts-Candidaten alle denkbaren Schwächen und Verbrechen andichteten: so waren sie doch nicht hinreichend, mir, abgesehen von seinen Leistungen im Felde und in der Civilverwaltung, genügende Anhaltspunkte zu einem Urtheil über den „Menschen“ Graut zu gewähren. Es war mir daher erwünscht, als meine früheren texanischen Landsleute mich beauftragten, ihm ein Bild ihrer entsetzlichen Lage vorzulegen und ihn um Abhülfe zu ersuchen.
    Der Präsident A. Johnson hatte damals den tüchtigen und loyalen General Sheridan, trotz Grant’s Widerspruch, von New-Orleans, dem Hauptguartier von Louisiana und Texas, weggemaßregelt. Der rebellenfreundliche General Buchanan war in das Commando des Departements eingetreten, und unter seinem stillen Zusehen hatten die Rebellen begonnen, sich ungestraft an den treuen Unionsleuten zu rächen und die emancipirten Farbigen durch Mord und Austreibung in Zahl zu vermindern. Die Menge der straflos verübten Mordthaten hatte sich nach Sheridan’s Verbannung verdreifacht, so daß deren während drei Jahren jeden Tag in Texas etwa zwei vorkamen. Von Präsident Johnson Abhülfe zu erbitten, wäre unnütz gewesen, denn er war es ja gerade, der diesen Zustand herbeigeführt hatte.
    Ich wurde daher an General Grant gewiesen, welchem durch den Congreß damals eine sonderbare Zwitterstellung neben dem Präsidenten Johnson gegeben worden war, denn er konnte zwar die Militär-Commandanten der Rebellenstaaten nicht anstellen, ihnen auch keine positiven Instructionen geben, aber durch Widerruf ihrer Befehle vermochte er sie lahm zu legen und sie so wegzuhänseln.
    Von dem Adjutanten eingeführt, traf ich General Grant in einem großen Saale, seinem Bureau, von mehreren Secretären umgeben und im Gespräche mit einer Dame. Mit einer Handbewegung wies er die dienstthuende Ordonnanz an, mir einen Sessel in seine Nähe zu stellen. Ein leichtes, einfaches, aber freundliches Kopfnicken, – und er fuhr in seinem Gespräche mit der in Trauer gekleideten Dame fort, das sich um die mögliche Auffindung des Begräbnißplatzes ihres Sohnes drehte. Mit sichtbarer Theilnahme ging er alle Wahrscheinlichkeiten mit der Dame durch und dictirte dem in einer Ecke sitzenden Telegraphisten zwei Anfragen, die eine nach Louistana, die andere nach Georgien, die auf den Gesuchten Bezug hatten. Ich verwunderte nach nicht wenig, den General ohne Cigarre im Munde zu sehen. Sobald aber die Dame Abschied genommen und ehe er noch ein Wort zu mir gesprochen, zündete er eine kolossale Imperiale an.
    Das Detail unserer Unterredung hat kein Interesse für meine Leser. „Und nun, was kann ich für Sie thun, Richter?“ so begann der General dieselbe. Ich schilderte ihm, nachdem ich das Gesuch der Texaner vorgelesen, eingehend die traurige Lage derselben und sprach ihm offen aus, weshalb wir uns an ihn und nicht an den Präsidenten wendeten. Er hörte schweigend zu, stellte mir, als er geendet, eine Menge Fragen in schlichter, aber sehr treffender Weise und sprach sich dann mit einer unerwarteten Offenheit über das Verderbliche einer Politik aus, solche Leute wie General Buchanan mit dem Commando von Rebellenstaaten zu betrauen, Directe und endgültige Abhülfe könne er mir nicht versprechen, allein ich möge ihm alle meine Beweisstücke überlassen und er wolle thun, was ihm möglich.
    Natürlich war dies Alles, was ich mit Kenntniß seiner Stellung und Macht erwarten konnte. Die ganze Unterredung, welche nahezu eine Stunde währte, trug das den deutschen Verhältnissen ganz fremde, echt amerikanische Gepräge des vollständigen beiderseits bewußten Gleichstehens, wobei der General anerkannte, daß ich als Bürger ein vollständiges Recht hatte, ihm meine Ansicht selbst über die Mittel der Abhülfe auszusprechen, und daß er als ein Diener des Volkes verpflichtet sei, mich nicht nur anzuhören, sondern auch meine Aeußerungen in Betracht zu ziehen.
    Noch einmal und zwar bei einer besonders wichtigen Gelegenheit beobachtete ich General Grant; – es war am 26. Mai Abends, wo ich zu den Delegirten der Chicago-Convention gehörte, welche ihn zum republikanischen Präsidentschafts-Candidaten vorgeschlagen hatte, und die nun durch uns, etwa dreißig Männer, unter Anführung des Generals Howley von Connecticut, als Vorsitzenden jener Convention, ihm und Herrn Colfax die Beschlüsse derselben officiell mittheilen ließ. Grant, Herrn Colfax zu seiner Rechten, seinen alten Vater zur Linken, und von mehreren Damen, unter denen seine Frau, und engeren Freunden umgeben, empfing uns. Während Colfax, der alte parlamentarische Kämpe, ruhig, selbstbewußt und lächelnd den Dingen entgegensah, schien Grant von der Bedeutung des Augenblickes fast erdrückt, und krampfhaft hielt er die Rechte seines Vaters gefaßt. Und in der That, auch ich fühlte mein ganzes Wesen bei dem Gedanken durchschauert und gehoben, daß wir wenigen Männer und ich, der einzige anwesende Vertreter des eingewanderten Elementes, im Begriffe standen, im Auftrage von fünfunddreißig Millionen freien Bürgern, der mächtigsten Nation der Erde – einem unserer Mitbürger die höchste Machtvollkommenheit anzutragen! Mit niedergeschlagenen Augen und während seine Brust mächtig arbeitete, hörte General Grant die schöne patriotische Ansprache unseres Führers an. Die wenigen mit vor Aufregung zitternden Stimme gebrochenen Worte, in denen Grant den Antrag annahm und zugleich versicherte, „daß er keine vom Volkswillen abweichende eigene Politik haben werde,“ wurden vom Telegraphenblitze die Nacht durch über die ungeheure Ausdehnung des weiten Landes getragen, des anderen Morgens mit Jubel von demselben Volke begrüßt, dessen ganzes Sein während mehr als drei Jahren an der verräterischen Verstocktheit des Ueberläufers A. Johnson gekränkelt hatte. Wenige Tage nachher las das Volk der Vereinigten Staaten das Annahmeschreiben Grant’s, das mit den allwillkommenen Worten schloß: „Laßt uns Frieden haben!“
    Die Lebensgeschichte des Generals Ulysses S. Grant ist in jüngster Zeit von allen Tages- und Wochenblättern so vielfach und ausführlich erzählt, daß die Gartenlaube den Raum dafür wohl sparen und sich darauf beschränken kann, nur einige Wendepunkte dieser an sich einfachen Mannes-Laufbahn hervorzuheben. Bekanntlich ist Grant am 27. April 1822 in Point Pleasant, Clermont County, Staat Ohio, geboren, kam mit geringer Schulbildung auf die Militärschule von West-Point, machte als Lieutenant den mexicanischen Krieg mit, war nach demselben erst Kaufmann, dann Gerber, trat aber beim Ausbruch der Secession sofort unter die Waffen. Als kriegserfahrener Officier zeichnete er sich stets aus, ward trotzdem mehrmals zurückgesetzt und erst nach dem Siege aus dem blutigen Felde bei der Schiloh-Kirche gegen den fähigsten der südlichen Generale, S(ydney) Johnson, wo er sechs Regimenter persönlich zum Sturm führte, wurde er zum Oberbefehlshaber der Armee von Tennessee ernannt.
    Während im Osten unter Mac Clellan und anderen ebenso unfähigen Generalen Verlust und Schmach der Nordheere sich häuften, beriethen und faßten die beiden größten Soldaten der Union, Grant und Sherman, ihre Pläne, legten am Mississippi und Yazoo die Grundlagen zu deren Ausführung, und schon am vierten Juli 1863 brach Grant durch die Einnahme von Vicksburg der Secession den Rücken. Nach dem entscheidenden Sieg bei Chattanooga schrieb Präsident Lincoln an Grant damals jenen interessanten Brief, in welchem er sagte; er habe geglaubt, daß Grant einen Fehler begangen, als er, anstatt sich nach der Einnahme von Vicksburg südlich nach General Bank’s Armee zu ziehen, sich östlich gewendet; „ich wünsche nun persönlich anzuerkennen, daß Sie Recht hatten und ich Unrecht.“ Kurze Zeit darauf rechtfertigte Grant weiter seinen Feldzugsplan und Lincoln’s redliches Zugeständniß durch eine Reihe von herrlichen Siegen, deren Folge die Vernichtung der westlichen Rebellenarmee war und wodurch er die Möglichkeit zu jenem kühnen, in der Kriegsgeschichte unübertroffen dastehenden Zug General Sherman’s durch die Südstaaten schuf. Zum Lohn für diese Erfolge beschloß der Congreß, den seit Georg Washington nicht mehr erteilten Rang eines General-Leutenants wiederherzustellen und General Grant zu dieser Stelle zu empfehlen, welcher das Commando aller Armeen zustehen solle. Am 9. März 1864 übergab Prasident Lincoln persönlich General Grant in feierlicher Weise die von ihm vollzogene Bestallungsurkunde als General-Leutenant.
    Grant wandte nunmehr seine ganze, ungeteilte Aufmerksamkeit der so lange und so hart durch die Unfähigkeit und Verrätherei ihrer Führer geprüften Armee am Potomac zu. Wenige Wochen genügten, um ihn mit dem Terrain, dem Material der Armee und der Stellung und den Hülfsmitteln seines Gegners, des Generals Lee, bekannt zu machen und seine Pläne zu entwerfen. Der Rapidan-Fluß – so lange die von Lee bewachte Linie – wurde überschritten, die schreckliche Schlacht „in der Wilderneß“ geschlagen! Nach diesem Siege folgte er dem auf die Nord-Annafluß-Linie sich zurückziehenden Lee, umging dessen sehr starke Stellung durch einen kühnen Flankenmarsch nach Cold Harbor, lieferte ihm eine andere blutige Schlacht und überschritt dann mit Umgehung der ausgedehnten Befestigungswerke von Richmond, hinter welche die Rebellenarmee sich zurückgezogen, den breiten Jamesfluß und schloß Petersburg, die Zwillingsveste von Richmond, ein. Während einer Reihe von Monaten des Winters 1864 auf 1865 dauerten die erbitterten und mit wechselndem Glück geführten Kämpfe auf der weiten Befestigungslinie der durch eine Eisenbahn verbundenen letzten Zufluchtsstätte, auf welche die südliche Conföderation reducirt war. Nichts konnte den eisernen Griff, den Grant nach dem sinkenden Leben der Rebellion gethan, zum Nachgeben bewegen – wie zwei englische Bulldoggen, so schienen sich Grant und Lee in einander verbissen zu haben. Endlich am 2. April 1865 gelang es Grant, die in der Nähe von Petersburg gelegenen Befestigungswerke bei Five Forcks zu nehmen. Ein von ihm am folgenden Tage auf der ganzen Linie unternommener Angriff trieb Lee aus den Befestigungswerken und aus Richmond. Die Verfolgung, mit größtem Eifer fortgesetzt, führte, nachdem Lee’s Rückzugslinie durch ein von Grant angeordnetes und vom Reitergeneral Sheridan meisterhaft ausgeführtes Manöver abgeschürten war, bereits nach acht Tagen zur berühmten Capitulation von Appomattox Court-Haus.
    Die Bedingungen derselben, wie sie von Grant vorgeschlagen und von der Regierung in Washington genehmigt wurden, waren so milde, daß sehr viele Republikaner, selbst solche, welche nicht den Heißköpfen angehörten, sie mißbilligten und nur das Gewicht seines Namens vermochte es, die öffentliche Stimme damit auszusöhnen. Dieselbe Mäßigung, wie bei der Capitulation, bewies Grant später als Kriegsminister gegenüber dem Eigenwillen des Präsidenten Johnson; die Leser der Gartenlaube kennen diese Geschichte aus dem Artikel: „der Präsident auf der Anklagebank“. Und gleiche Mäßigung bewies er bei seiner Nomination und Wahl, die er nicht gesucht und zu deren Durchführung er keinen Schritt gethan, ja kein Wort gesprochen hat, nicht einmal zur Vertheidigung gegen die schamlosen, von den demokratischen Blättern gegen ihn geschleuderten Lügen und Verleumdungen. Ebenso läßt er seit dem 3. November (dem Wahltage), mit eben so viel stoischem Gleichmuthe die ekelhaften Schmarotzereien der leitenden demokratischen Politiker und Blätter, welche ihn jetzt als einen der Ihrigen zu reclamiren suchen, wie die kaum weniger widerlichen Kriechereien der republikanischen Maulpatrioten harmlos an sich abgleiten und weicht beiden Kategorien so viel wie möglich aus. Vor wenigen Tagen noch war ich im Theater in New-York Zeuge, mit welchem Jubel er, sobald er in der Prosceniumsloge erschien, vom ganzen Publicum begrüßt wurde. Er dankte mit einer Verbeugung, zog sich jedoch, als diese stürmische Begrüßung kein Ende nehmen wollte, in den Hintergrund der Loge zurück, so daß er nicht mehr gesehen wurde. Das Schauspielhaus verließ er durch eine Hintertür, um der ihm auf dem Broadway vor dem Hause zugedachtem Ovation zu entgehen.
    Grant, in Charakter wie in Physiognomie und Benehmen ganz Amerikaner, ist in Körpergröße hinter der gewöhnlichen amerikanischen Masse zurückgeblieben. Er hat gewiß nicht mehr als fünf Fuß sechs Zoll. Sein Körperbau, obwohl muskulös, ist nicht stark. Die Schultern trägt er leicht vorgebeugt, die Hände, nach amerikanischer Sitte, in den beiden weit vorn angebrachten Hosentaschen. Sein Gesicht hat eine frische, gesunde Farbe. Die Augen sind hellblau, und sie sind es besonders, die in ihrer langsamen, fast maschinenmäßigen, stieren und lauernden Bewegung sofort den Amerikaner erkennen lassen. Die Stirn ist hoch und hübsch gewölbt bis zu dem dichten, kastanienfarbigen Haar. Auch die Bewegungen des Generals sind nichts weniger als leicht, schnell oder lebhaft, und offenbar dem ruhigen Arbeiten, einer wohlabgewägten, auf einem strammen Nervensysteme beruhenden Geisteskraft entsprechend, ohne je auch nur den Schein von Prätension anzudeuten. Der Gesammteindruck der Persönlichkeit ist ein wohlthuender, beruhigender und in hohem Grade Vertrauen erweckender.
    Schuyler Colfax, der erwählte Vive-Präsident, ist in vielen Beziehungen der Gegensatz von Grant. Seine Nervosität wird auf den ersten Blick in den ewig und schnell wechselnden Zügen sichtbar. Die unter einer hohen Stirne tiefeingesenkten Augen sind in unaufhörlicher Bewegung. Seine Unterhaltung ist sehr lebhaft, voll Witz, und eine gute Bemerkung ist sicher, von ihm mit beifälligem, herzlichem Lachen belohnt zu werden. Seine Bewegungen im gewöhnlichen Leben wie auf dem Sprecher- (Präsidenten-) Sitze des Repräsentantenhauses sind quecksilbern und leicht. Seine Geistesthätigkeit, mit der es ihm möglich geworden, durch vier Congreßperioden einer solch unruhigen, leidenschaftlichen, selbstwilligen, regellosen und fast von keiner Schranke umgebenen Versammlung vorzusitzen, ist wahrhaft wunderbar. Seine Kenntniß des schwierigsten aller Gesetzbücher, des über die parlamentarischen Regeln zusammengestellten Compendiums von Barclay, und die Gewandtheit und Sicherheit seiner Entscheidungen ist in hohem Grade merkwürdig. Sein Auge beherrscht vollkommen die weite Halle, in welcher ein fortgesetztes Herumwandeln der Repräsentanten, das Ab- und Zurennen einiger zwanzig, ziemlich ungezogener Jungen, euphemistisch Pagen genannt, die Privatunterhaltung der Repräsentanten, das Ein- und Ausgehen von Senatoren oder anderer zum Eintritte berechtigter Personen das krampfhafte Schreien der Redner auf den Tribünen kaum verständlich sein läßt. Kaum hebt sich des Sprechers Hammer langsam, um nach Ablauf der gewährten Minutenzahl, welche eine große seinem Stuhle gegenüber befindliche Uhr genau anzeigt, den unversiechbaren Redestrom wie Atropos’ Scheere abzuschneiden, so springen auch schon je nach der Sache ein halbes oder ein ganzes Dutzend neue Kämpen auf die Füße, und suchen mit dem lauten Rufe „Herr Sprecher!“ und mit den gewaltsamsten Arm- und Körperbewegungen dessen Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und für sich das Vorrecht des Wortes in Anspruch zu nehmen. Während Herr Colfax sich mit einem Repräsentanten oder Senator ganz lustig nach beiden Seiten hin unterhielt, zugleich den vor und unter ihm auf der weißmarmornen Tribüne sitzenden Schriftführern eine Anfrage beantwortete, hat er genau bemerkt, wer von den sich zur Rede Meldenden der erste war, aber zugleich auch wahrgenommen, daß ein Secretair des Senates oder des Präsidenten mit einer Mittheilung oder Botschaft eingetreten; wieder fällt der Hammer und die Worte: „A message from the President“ (eine Botschaft vom Präsidenten) bringen eine momentane Ruhe hervor, der aber nach Verlesung das alte, durch die Stauung womöglich verstärkte Getöse folgt. Die stärkste Prüfung, welcher ich den ewig gleichmäßig heiteren Humor von Colfax unterworfen sah, war einige Male bei einer durch ihn vorzunehmenden Abzählung der Stimmen Für und Wider, wo ihm zugemuthet würde, nicht nur den nicht so schwierigen Schluß zu machen daß ein hinter einem Pulte sich erhebender Arm zu einem dahinter liegenden Volksvertreter gehöre, sondern sogar, daß ein hinter einem solchen Pulte geisterhaft anzeigender chinesischer Fächer das Ja oder Nein eines Repräsentanten zu bedeuten habe.
    Obwohl ein eifriger, gewissenhafter Republikaner, der auch als Sprecher nie versäumt bei Principienfragen seine Stimme für die Sache der Freiheit und des Rechtes abzugeben, und von der republikanischen Partei im Congreß, dessen Mitglied er bereits seit vierzehn Jahren ist, zum Sprecher erwählt, war seine Verwaltung dieses schwierigen Amtes doch so gerecht und unparteiisch, daß ihm auch während der Rebellion, als die politische Verbissenheit häufig während der Berathungen zu den hitzigsten Scenen führte, doch mehrmals an Schlusse der Sitzungen der einstimmige Dank der Vertreter aller Parteischattirungen votirt wurde.
    Vom Jahre 1860 an war Colfax’ Einfluß auf die Regierung durch seine hohe Stellung, besonders aber durch das große Vertrauen und die innige Freundschaft, welche Präsident Lincoln zu ihm hegte, ein sehr bedeutender, wenn auch mit strengster Discretion geübter. Man kann wohl behaupten, daß er gegenwärtig der populärste Mann in den Vereinigten Staaten ist, im Volke, in den Beamtenkreisen und bei den Mitgliedern des Congresses, und besonders ist es der Arbeiterstand, der auf ihn, als einen der Seinigen, mit berechtigtem Stolze blickt.
    Herr Colfax wurde am 23. März 1823, kurz nach seines Vaters Tode, in der Stadt New-York geboren. Als Sohn einer armen Wittwe trat er sehr frühe in ein kaufmännisches Geschäft ein, zog 1836 mit seiner Mutter nach St. Joseph County, Indiana, wo ihm ein kleines County-Amt, als Assistent, übertragen wurde und wo er sich durch eifriges Selbststudium die Gesetze des Staates vollkommen zu eigen machte. Eine von ihm gegründete 1845 Zeitung, deren einziger Eigentümer und Redacteur er war, und bei der er überdies häufig auch am Setzen, Corrigiren, Drucken etc. teilnehmen mußte, erwarb sich einen so ausgedehnten Leserkreis, daß sie ihm bald einen erheblichen materiellen Gewinn abwarf.
    Obwohl erst fünfundzwanzig Jahre alt, erwählten ihn seine Mitbürger zum Delegaten für die Convention, welche General Taylor zum Präsidentschafts-Candidaten vorschlug, und zwei Jahre später wurde er zur Convention berufen, um eine Verfassung für den Staat zu entwerfen. In dieser widersetzte er sich mit aller Entschiedenheit, wenn auch erfolglos, dem Verbote gegen die Niederlassung von freien Farbigen. Zur Strafe dafür unterlag er im nächsten Jahre in einer Wahl zum Congresse seinem demokratischen, negerfeindlichen Gegner. Allein schon im Jahre 1854 sandten ihn seine Mitbürger in die Hallen der nationalen Repräsentation, wo er gegen die nichtswürdige Politik des Präsidenten Pierce, welche Kansas zu einem Sclavenstaate machen wollte, seine Jungfer-Rede hielt, die in mindestens einer halben Million Exemplaren gedruckt und über das Land verbreitet wurde, eine Auszeichnung, die kaum je einer anderen Rede zu Theil geworden ist.
    Colfax war einer der Ersten, welche die ganze Bedeutung der zwischen dem Mississippi und dem Stillen Ocean gelegenen, unter seiner Beihülfe vom Fluche der Sclaverei bewahrten Territorien und einer Eisenbahnverbindung des Ostens und Westens für die Größe und Dauer der Vereinigten Staaten erkannten. Um sich über diesen Punkt die möglichst genaue Information an Ort und Stelle zu verschaffen, unternahm er 1860 eine Reise durch jene Territorien, von deren Bevölkerung ihm ein fortgesetzter Triumphzug bereitet wurde und welche ihm nach seiner Rückkehr Veranlassung gab, in allen bedeutenderen Städten der Union in einem höchst interessanten und lehrreichen Vortrage die öffentliche Aufmerksamkeit auf jene ausgedehnten Gefilde zu lenken.
    Seit dem Bestehen der nordamerikanischen Republik hat noch keine Wahl stattgefunden, bei welcher die Erwählten so sehr nicht nur die Auserkorenen ihrer politischen Partei, sondern auch die Repräsentanten der socialen und ethischen Anschauungen des besseren Theiles der Nation gewesen wären. In Grant sieht und schätzt die Nation den opfermuthigen, anspruchslosen und tüchtigen Vaterlandsvertheidiger, die Verkörperung derjenigen nationalen Kraft, welche das Land aus der entsetzlichen Feuertaufe des vierjährigen Bürgerkrieges nur stärker hat hervorgehen lassen, – sie setzt einen [40] gewissen, dem Yankeecharakter so ganz eigenen Stolz darein, nicht nur, daß auch sie einen so großen General aufzuweisen hat, wie die berühmtesten der Geschichte und insbesondere der europäischen Monarchien, sondern daß ihre Institutionen und dadurch erzeugten Anschauungen ihr gestatten, dem glücklichsten Feldherrn der Neuzeit ohne Gefahr für das Gemeinwesen die höchste bürgerliche Gewalt zu überantworten.
    Und so wie das Volk der Vereinigten Staaten in Grant seiner Vorliebe und seinem Zutrauen zu seiner militärischen Kraft Ausdruck gab, ebenso anerkannte es in der Wahl von Colfax mit seiner entschiedensten Erklärung das Verdienst des einfachen Bürgers auf dem wenn auch weniger glänzenden, doch auch weniger blutigen Felde des Parlamentarismus, wo sich doch das eigentliche Leben der Nation abspielt.

Erschienen in „Die Gartenlaube“, 1869, Seite 37.
Quelle: de.wikisource.org, Die_Gartenlaube_(1869)_037

(1871) Eine Taufe im Urwalde.

(Geschehen im August 1867)

Nach Jahr und Tag einer glücklichen Ehe ward in Washington unser erstes Kind geboren. Die üblichen Debatten über den Namen des kleinen Weltbürgers waren überflüssig, denn in der sicheren Voraussetzung, daß es ein Knabe sein würde, hatte er schon lange vor der Geburt den Namen Titus erhalten, zur Erinnerung an den Verfasser eines „hohen Liedes“. Unsere Freunde gratulirten und erwarteten bald die Einladung zu einer grandiosen Taufe, besonders da wir keine Gelegenheit vorübergehen ließen, ein Familienfest nach guter deutscher Sitte mit einer Bowle zu feiern. In diesem Falle aber wurden sie doch getäuscht. Eine Taufe, wie sie in Deutschland üblich ist, wäre mit unserem Ansichten nicht vereinbar gewesen; trotzdem aber durfte doch ein so wichtiges Ereignis wie die Geburt unseres Titus unmöglich mit Stillschweigen übergangen werden. Wie konnte er gedeihen, wenn nicht auf sein Wohl ein Glas geleert wurde? Wie sollte er sich geistig entwickeln, wenn er nicht durch eine gedankenschwere Rede mit dem Zwecke des Daseins bekannt gemacht ward?
    Ein Taufact sollte also doch stattfinden. Der Täufling war auch vorhanden; aber der rechte Johannes Baptista fehlte, und wir mussten deshalb in Geduld warten, bis der Zufall uns einmal einen solchen entgegenführen würde. So wuchs der kleine Republikaner nun ungetauft heran, war groß und dick und unternahm in meiner Obhut seine erste Reise, über Newyork nach Pennsylvanien, wo wir während der große Hitze übersommern wollten. Das Ziel war Bowers Station, ein kleiner Flecken an der Bahn zwischen Allentown und Reading. Wir hatten diesen Platz gewählt, weil ein Freund meines Mannes, Herr R. (doch wohl unser alter Mitarbeiter Herr Riotte? Die Redaktion.), der als Gesandter der Vereinigten Staaten eben von Central=Amerika zurückgekehrt war, gleichfalls dort mit seiner Familie die heiße Jahreszeit zubringen wollte. Der Ort selbst, nur aus etwa einem Dutzend Häusern bestehend, bot uns nichts dar als gesunde Luft, einen klaren Bach zum Baden, prächtigen Wald in nächster Nähe mit der Fernsicht auf die blauen Alleghanies und gewährte somit die große Annehmlichkeit, sich überall natürlich lassen zu können, ohne der Convenienz das geringste Opfer bringen zu müssen.
    Hinsichtlich des „Vergnügens“ waren wir freilich vollständig auf uns selbst angewiesen. Unsere Gesellschaft bestand aus einigen zwanzig Personen, sämmtlich gebildete Deutsche. Froh, der Hitze in den Städten entronnen zu sein, befanden sich Alle in der besten Stimmung; Ueberschuß an Humor war vorhanden, und so wurde schnell für Unterhaltungen gesorgt, die zu erst in Musik und kleinen Aufführungen bestanden. Doch bald begann die dramatische Kunst zu blühen, und uns gebührt der Ruhm, das deutsche Lustspiel in die pennsylvanische Wildniß verpflanzt zu haben, indem wir der erstaunten Bevölkerung unter großem Jubel kleine Stücke zum Besten gaben.
    Ich bemerkte oben, daß es bis dahin an einem Täufer nach unserem Sinne gefehlt hatte. Als ich aber Herrn R. näher kennen gelernt, flößte mir sein trefflicher Charakter, sein liebenswürdiges Wesen verbunden mit radicaler Gesinnung, eine solche Hochachtung ein, daß ich eines Tages die Bitte an ihn richtete, meinem lieben Kinde die Weihe eines freien Mannes zu geben, und er war mit Freude dazu bereit. Als Gesandter hatte er in Costa Rica nicht lange zuvor seine eigene Tochter getraut.
    Der nächste Sonntag wurde zu dem Tauffeste bestimmt, welches Nachmittags in dem nahen Gehölze stattfinden sollte. Es schien, als hätte der Wald an jenem Tage sein Feierkleid angelegt. Schweigend breiteten die alten Eichen ihre knorrigen Arme über uns, ein dichtes Laubdach bildend, durch das nur hie und da ein glänzender Sonnenstrahl schlüpfte, um goldene Arabesken in den weichen Rasenteppich zu weben. Um zwei Uhr zogen wir hinaus. Alle waren festlich geschmückt. Clara R., die Pathin, und zwei kleinere Ehrenjungfrauen mit Eichenlaub bekränzt, eröffneten den Zug; dann folgte ich mit dem zehn Monate alten Täufling, der schon ganz verständig in die Welt hineinschaute und sich über den schönen Kranz von Hopfenblüthen, der das blonde Köpfchen krönte, so freute, daß ich schon fürchtete, sein Jubel würde die Feierlichkeit stören. Nach uns kam Herr R. mit sämmtlichen Sommergästen und einigen Auserwählten der eingeborenen Bevölkerung. Im Walde war schon am frühen Morgen ein passender Ort mit Laubguirlanden, Bänken und Stühlen zum Festplatz eingerichtet worden. In der Mitte stand ein Katheder, dessen sich die Methodisten, die dort kurz zuvor ein camp meeting gehalten, als Kanzel bedient hatten. Vor demselben befand sich der Sessel für Täufling und Pathin. Zur Seite des Platzes loderte ein mächtiges Feuer und drei von Rauch umhüllte weibliche Gestalten rührten emsig in einem großen Kessel; gegenüber dieser Gruppe waren Andere beschäftigt im Waldesgrün eine Bowle zu brauen. Nachdem sich die Damen im Halbrund niedergesetzt, schlossen die Uebrigen den Kreis und auf ein gegebenes Zeichen begann der Chor das Lied: „Wer hat Dich, Du schöner Wald etc.“ und mit den deutschen Tönen unter alten Eichen trat die liebe Heimath vor unsere Seelen, wir vergaßen, daß wir einem fernen Welttheile angehörten, wir fühlten uns „Deutsche“ auf „freiem Boden“. Als der Gesang verstummte, bestieg Herr R. die Kanzel und begann an den Täufling die Anrede, deren Sinn ich kurz wiederzugeben versuche:
„Heil Dir, Du deutsches Kind! denn Dir ist es vergönnt, von zwei Welttheilen ein Erbtheil zu empfangen – von Deiner geistigen Heimath die Schätze der Gedankenwelt, von Deiner leiblichen das stolze Bewußtsein der Freiheit! Dir ist damit ein großes Vorrecht geworden – lerne auch die Pflichten begreifen, die Du dagegen einst zu erfüllen hast.
Vorurtheilsfrei wirst Du erzogen werden, auf daß Du einst Vorurtheile ausrotten mögest, wo immer sie wuchern; in die Natur wird man Dich führen, damit die Erkenntnis ihrer Gesetze Dich vor Aberglauben bewahre; die Gebilde der Kunst wird man Dir zeigen, auf daß Du die Schönheit begreifest und selbst strebest Schönes zu schaffen. Du sollst lernen die Lüge hassen, um einst für die Wahrheit zu streiten – und Dich selbst streng zu richten, um der Gerechtigkeit willen. Der edle Stolz leuchte auf Deiner Stirn und in Deiner Brust glühe die Menschenliebe! So taufe ich Dich denn im Namen der Freiheit, der Wahrheit, der Gerechtigkeit, und weihe Dich zu einem Zukunftshelden, der für diese heilige Dreieinigkeit kämpfen und siegen möge! Sei mit dem Namen Titus in den Bund der freien Menschheit aufgenommen und suche diesem Bunde Ehre zu machen, damit ein späterer Tacitus auch von Dir einst sagen möge – wie vom römischen Titus – amor et deliciae generis humani!“
     So schloß die Rede, und in den Häuptern der Eichen rauschte gewaltig ein feierliches „Amen“!
    Und wieder hub der Chor ein Lied an, das auch mich einen überwältigenden Eindruck machte, weil mein verstorbener Großvater dasselbe einst in froher Stunde gedichtet: „Vom hoh’n Olymp herab ward uns die Freude“ etc. mit dem Refrain: „Feierlich schallt der Jubelgesang fröhlicher Bruder beim Becherklang!“ Da aber brach ich in Thränen aus und mir war, als schwebte der Geist des Urgroßvaters um das Kind – seinem ersten Urenkel! – So schloß die seltsame Taufe. – Der Kessel spendete nun seinen braunen Inhalt: Chocolade; die Bowle wurde geleert und fröhliche Toaste auf das Kind schlossen sich an, auf die deutschen Brüder, das Gedeihen deutscher Sitten auf amerikanischem Boden.
     Ich aber zog mich zurück und wiegte mich mit stolzen Plänen und Hoffnungen für des Kindes Zukunft. Ob sie erfüllt werden? Ja! denn es taucht auch hier über dem Ocean eine Morgenröthe auf, die den Tag verkündet, an welchem Deutschlands Söhne die Früchte der Arbeit, der Wissenschaften, der Künste im Sonnenlichte der Freiheit ernten werden!

Eine deutsche Frau.

Quelle: Die Gartenlaube, Illustrirtes Familienblatt, 1871, vol. 2, page 36

Der Verfasser des oben gesungenen Liedes war Heinrich Christian Schnoor (* um 1766 in Lübeck; † nach 1828 in Breslau), ein wandernder deutscher Liederdichter der Romantik.

1. Vom hoh’n Olymp herab ward uns die Freude, ward uns der Jugendtraum beschert;
d’rum, traute Brüder, trotz dem blassen Neide, der uns’re Jugendfreuden stört!
|: Feierlich schalle der Jubelgesang schwärmender Brüder beim Becherklang! :|

2. Versenkt ins Meer der jugendlichen Wonne lacht uns der Freuden hohe Zahl,
bis einst am späten Abend uns die Sonne nicht mehr entzückt mit ihrem Strahl. (Refrain)

3. Solang’ es Gott gefällt, ihr lieben Brüder, woll’n wir uns dieses Lebens freu’n
und fällt der Vorhang uns dereinst hernieder, vergnügt uns zu den Vätern reih’n. (Refrain)

4. Herr Bruder, trink auf’s Wohlsein deiner Schönen, die deiner Jugend Traum belebt!
Lass ihr zu Ehr’ ein flottes Hoch ertönen, dass ihr’s durch jede Nerve bebt! (Refrain)

5. Ist einer uns’rer Brüder dann geschieden, vom blassen Tod gefordert ab,
so weinen wir und wünschen Ruh’ und Frieden in uns’res Bruders kühles Grab.
|: Weinet und wünschet Ruhe hinab, in unsers Bruders kühles Grab! :|


1.  HENRY ULKE wurde geboren am 29.01.1821 in Frankenstein, Sachsen, und verstarb am 17.02.1910 in Washington, D.C.. Er heiratete VERONICA SCHULTZE 1865.  Sie wurde geboren am 02.03.1843 in Luisenstadt, Berlin, Brandenburg, und verstarb am 01.01.1894 in Washington, D.C..

Notizen zu HENRY ULKE:
a naturalist and painter, whose portrait of General Ulysses S. Grant hangs in the White House. (from obit of his daughter Mignon)

Henry Ulke, who was an artist, participated in the 1848 revolution in Berlin. After coming to the United States he painted over 100 portraits of high government officials. His portrait of President U.S. Grant hangs in the White House today. He was also an amateur entomologist, amassing a large collection of beetles.

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Henry Ulke (January 29, 1821 – February 17, 1910) was an American photographer and portrait painter.
Biography
Henry Ulke was born in Frankenstein, Prussia,[1] and studied painting in Breslau, and also in Berlin under Wach. For a time he was occupied in decorating the Royal Museum of Berlin, but became involved in the Revolution of 1848, and was compelled to leave his native land.
Henry and his brothers Julian and Lee moved from Germany to the United States in 1852. Henry worked in New York designing banknotes, then illustrations for Harper's and Leslie's weeklies in Philadelphia from approximately 1853 to 1860. They settled in Washington D.C. in 1860, finding residence in the Petersen boarding house at 516 Tenth Street, NW, across the street from Ford's Theater, where President Abraham Lincoln was shot by John Wilkes Booth on April 14, 1865. It is presumed that Julian Ulke took a famous photo of the Petersen house room in which Lincoln died on the morning of April 15.

The brothers had a portrait studio in Washington, D.C. at 1111 Pennsylvania Avenue, N.W., around the corner from their boarding house. For 40 years, Henry painted portraits of a series of American politicians, scientists and noteworthy individuals - some from his own photos. Portraits include Earls Elgin and Gray, Sir Frederick Bruce, Robert Kennicott, William Stimpson, Edwin M. Stanton, Charles Sumner, James G. Blaine, Treasury Secretaries Crawford, Taney, Bibb, Chase, and Carlisle, Generals Grant, Rawlins, and Blair, as well as Samuel D. Ingham (1893).
Ulke died in Washington, D.C. in 1910.[2] His New York Times obituary says, "Henry Ulke, whose portraits of Presidents and Cabinet Ministers at Washington gained for him the soubriquet of 'Painter of Presidents,' died ... as the result of a fall at his home... He was 89 years old. Mr. Ulke was a personal friend of Abraham Lincoln, and at the time of the assassination the dying President was carried into the famous Tenth Street house, where he was boarding. One of Mr. Ulke's best paintings was a portrait of President Grant, which now hangs in the long gallery of the White House...”
Henry was a member of the Smithsonian Megatherium Club, and collected beetles.[1] His beetle collection has been called "one of the largest and most perfect collections of the beetles of North America in existence".[3] He donated his collection to the Carnegie Museum.[1] Henry photographed Mary Lincoln in mourning after Willie Lincoln's death.
Family
Henry married Veronica Schultze in 1865.



Fakten zu HENRY ULKE:
Beruf: Maler
    
Kinder von HENRY ULKE und VERONICA SCHULTZE sind:
i.    TITUS ULKE, geb. 17.10.1866, Washington, D.C.; gest. 18.10.1961, Washington, D.C..

ii.   ANITA ULKE, geb. 16.06.1868, Washington, D.C.; gest. 04.04.1897, Washington, D.C..

Notizen zu ANITA ULKE:
The Washington Post April 5, 1897
Miss Anita Ulke Dead
Early Sunday morning after an illness of but ten days, Miss Anita Ulke passed suddenly out of life. Her death will be keenly felt. The last three years of her short life were given to teaching German in the Western High School and there she exerted an influence for all that is highest in literature, in art, in music and most of all, in character building. But beyond her loss to the school and the profession in which she was beloved and honored, there is her loss to a large circle of friends and in a home where hers was the moving spirit. Active by temperament and thoughtful for the happiness of others, her life attested that singleness of devotion which won for her an imperishable memory.

iii. HENRY ULKE, geb. 13.10.1870, Washington, D.C.; gest. 01.01.1965, San Bruno, San Mateo, CA; verh. mit OLGA N.; geb. 13.03.1879; gest. 08.10.1982, San Bruno, San Mateo, CA.

Fakten zu HENRY ULKE:
Militärdienst: 1945, LCdr, US Coast Guard

iv.  MIGNON ULKE, geb. 01.11.1872, Washington, D.C.; gest. 15.03.1969, Long Island City, Queens, NY; verh. mit GEORGE MORTON LAMASURE; geb. 09.04.1865, Philadelphia, PA; gest. 07.04.1947, Washington, D.C..

Notizen zu MIGNON ULKE:
Mignon Ulke Lamasure, age 96, a linguist and piano recitalist died Thursday in a nursing home in Northport, Long Island where she had lived for the past eight years. She had resided in the District for more than 80 years. She once played the piano before President Theodore Roosevelt in the White House. She was the daughter of Henry Ulke, a naturalist and painter, whose portrait of General Ulysses S. Grant hangs in the White House. She was best known for her operatic lectures and recitals in 1914 and 1915 which were advertised in local newspapers. She became a foreign language translator for the War Department during World War I and retired in 1930. In 1954, she traveled to Scandinavia for six weeks with a friend. When she returned, she commented, no one is too old to travel. Her husband, George M. Lamasure, who was a Government attorney, died in 1947.
Source: The Washington Post, March 11, 1969.

Fakten zu MIGNON ULKE:
Beruf: Linguist and piano recitalist

v.   CARL ULKE, geb. 06.12.1874, Washington, D.C.; gest. 24.07.1890, Franklyn, PA.

vi.  DARWIN ULKE, geb. 15.09.1876, Washington, D.C.; gest. 26.03.1939, California; verh. mit EDNA THERESA POPE, 18.09.1909, Ogden, Utah; geb. 22.04.1872, Salt Lake City, Utah; gest. 25.04.1959, Salt Lake City, Utah.

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The Washington Post, Times Herald, Oct 21, 1961

Adventures End For Titus Ulke
By Peter S. Diggins Statt Reporter

Titus Ulke, who in his 95 years was equally at home among the Blackfoot Indians of South Dakota, atop Mount Blanc or inside a gold mine, died Wednesday.

He spent his last 30 years at the John Dickson Home, 5000 14th st. nw.
A native of Washington, young Titus' adventurous career began soon after he was graduated from Washington High School in 1884 when he won the Kendall Scholarship.
It enabled him to attend Colurnbian College, the forerunner of George Washington University, for a year and then set out on travels.
He went to Europe and studied mining and metallurgy at the Royal Academy of Mines, Freiberg, Germany. When he returned to the United States, he went to the Black Hills of South Dakota as an assayer for a tin company.
During an Indian uprising in 1891, Mr. Ulke served as a volunteer mounted scout to track renegade Sioux Indians.
Later he trekked further West to Montana as an electrolytic chemist to the Anaconda Copper Works near Butte. In 1893, he was appointed metallurgist at the Columbian Exhibition in Chicago.
He later assisted in the building of the Guggenheim Smelting Works and Refinery at Perth Amboy, N. J., and published a reference textbook on eLectrolytic copper refining methods.
Returning to Europe, he scaled the 15,781 feet to the top of Mount Blanc.
Just before the turn of the century he made a topographical survey for the Government of what is now Called Glacier National Park. Twenty years later he returned to the area and visited the Blackfoot Indians who adopted him as a medicine man with the naive of Natoyapi.
During the Spanish-American war, he served as an assistant inspector of ordnance at various arsenals and ordnance establishments. Mr. Ulke joined the Patent Office in 1905 as an assistant examiner and at the same time completed a law course at George Washington University.
A short while before World War I, Mr. Ulke traveled to Europe to report on German and Austrian patent offices for the Government. Submarine warfare prevented him from returning home, so he waited out the war, by wandering through Turkey, Greece and Egypt.
Later his interests included fossils. He discovered and named a seaweed fossil embedded in the Indiana limestone rock of a Washington building. For work on the flora of Yoho Park in British Columbia, he was also awarded an honorary doctorate by Catholic University.
Mr. Ulke wrote several articles describing the excavations along Piney Branch rd. and 16th st., which revealed some ancient Indian villages.
At the Dickson home, he cultivated a rock garden featuring a cactus plant which he bartered at a Boy Scout jamboree.
A lifelong bachelor, Mr. Ulke once remarked: "I've had a riCh life, but there's still to plenty to get excited about."

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07.08.1866 Lager=Versammlung nahe Bowers Station, PA.

Der Lecha Caunty patriot. [volume] (Allentaun, Pa.), August 07, 1866, Page 3, Image 3

Lager=Versammlung.
Eine Lager=Versammlung (Campmeeting) der Evangelischen Gemeinschaft soll gehalten werden in dem Walde des Hrn. Aaron Bower, nahe Bowers Station an der Ost=Pannsylvania Riegelbahn, zwei Meilen von Kutztaun, anfangend am 25sten August, um 6 Uhr Abends, und wird enden auf den 30sten August um 12 Uhr Mittags. - An jedem Tage soll 4 Mal gepredigt werden - aber nach 8 Uhr Abends wird kein öffentlicher Gottesdienst gehalten.
Keine Hucksters werden innerhalb den von Haus=Gesetzen vorgeschriebenen Gränzen geduldet.
Auf Anordnung
Der Committe
August 7, 1866

(hucksters = Gutsbesitzer???)

https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn88080711/1866-08-07/ed-1/seq-3/#date1=1850&index=2&date2=1875&searchType=advanced&language=&sequence=0&words=BowerS+Station&proxdistance=5&state=&rows=20&ortext=&proxtext=bowers+station&phrasetext=bowers+station&andtext=&dateFilterType=range&page=1


Towns and Villages?: Bower's is a pleasant village in the southern part of the township, on a branch of the Sacony. It is a station on the East Pennsylvania Railroad, with about two hundred inhabitants, a church, and a number of very fine residences. The place was named after Jonas Bower, the owner of the farm on which the village was laid out by him in 1859. That year he converted the farm-house, which had been built in 1820, into a hotel, which was afterward kept by Amos Bower, Jacob Hill, James Fegeley, Geo. B. Yoder and Henry P. Schoedler. The first new building was put up in 1859 by E. J. Knoske, a part of which became the store of the place, being first occupied for mercantile purposes by Boyer and Knoske. A large number of persons have traded there, among others being Levi H. Leiss and William Seidel. In it was established the Bower's Station post-office, in June 1860, with E. G. Knoske as the first postmaster. The office is at present kept by Wm. F. Seidel. The ground for the railroad station was donated by Jonas Bower and Daniel Grim , and the station-house was built by the first agent, E. G. Knoske, who occupied it, in part, as a warehouse to carry on his business?as a coal and grain dealer. It has since been used in the same way by the successive agents. C W. Kutz is the present agent.
This article reprinted from the HISTORY OF BERKS COUNTY IN PENNSYLVANIA by Morton L. Montgomery, member of the Berks County Bar, dated 1886, published by Everts, Peck & Richards.
https://www.findagrave.com/memorial/39698408/jonas-bauer


1867 Smithsonian Institution Report to the board

PROFESSOR JOSEPH HENRY,
SECRETARY OF THE SMITHSONIAN INSTITUTION,
THE YEAR 1867.
WASHINGTON:
GOVERNMENT PRINTING OFEICE,
1868.


REPORT
THE SECRETARY, PROFESSOR HENRY,
18 67.

To the Board of Regents of the Smithsonian Institution :

(…)
Mr. Riotte has furnished an interesting series of diminutive figures,
dressed to represent the costumes of the aborigines of Guatemala.


(http://archive.org/stream/reportofsecre18671878smit/reportofsecre18671878smit_djvu.txt)



Jan 1867 Riotte still in Costa Rica

United States Department of State, Executive documents printed by order of the House of Representatives, during the second session of the fortieth Congress, 1867-'68, Vol. II, U.S. Government Printing Office, 1867-1868, page 277

COSTA RICA.
 Mr. Lawrence to Mr. Seward.
No. 1.] LEGATION OF THE UNITED STATFS,
 San Jose, Costa Rica, January
 SIR: I have the honor to announce to you that I arrived here on the 15th of January, after a journey of 56 days from New York. When I received my instructions from you in Washington, you directed me to inform myself as to the difficulties in Nicaragua and Costa Rica, affecting the Nicaragua Transit Company; to see and converse with Mr. Molina and with Mr. Webb, president of the Transit Company; to be of service to that company, if necessary, as there was much American capital embarked in it; and, finally, to see Mr. Dickinson, United States minister to Nicaragua. I saw Mr. Molina several times; I also met Mr. Webb frequently, who related to me all the plans, intentions, and hopes of the company, in which he personally represents all the practical ability. He informed me that his line were building three new steamers; that they had greatly augmented their capital; that they were serious in their intentions of improving the harbor at Greytown and the navigation of the river San Juan. He went on to say that, in order to effect any material improvement, they would probably be obliged to dam up the Taura and Colorado rivers, as the bar at Greytown could only be prevented from continually reforming, by a much greater flow of water from the San Juan into the sea. Thinking that the only way to inform myself about the merits of the questions that might arise between the Transit Company and the government of Costa Rica was by personal observation, I changed from the Panama line to the Transit Company, and sailed from New York on the steamer San Francisco, on the 20th of November. On the 22d, the machinery being damaged, we returned to Fortress Monroe. On the 28th of November the steamer Santiago de Cuba, of the same line, sailed from Fortress Monroe with the passengers of the disabled steamer. These amounte