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Kapellen in St. Wendel -> Die Wendelskapelle in St. Wendel -> Chronologische Geschichte des St. Wendels=Bronnens, der Wendels=bronnen=kapelle und ihrer Klause, ihrer Eigentümer, Bewohner und Verwalter (bis 1964)

Eine kurze Geschichte des St. Wendels=Bronnens, der Wendels=bronnen=kapelle und ihrer Klause, ihrer Eigentümer, Bewohner und Verwalter,

aus alten Unterlagen zusammengestellt

und noch lange nicht vollständig

aber ein Anfang sei gemacht.

 

1704

Die Geschichte vom Wendelsbrunnen taucht in den Wendalinus-Legenden erst sehr spät auf. Sie findet sich weder in den drei lateinischen, von Alois Selzer mit L1, L2, L3 bezeichnet, noch den beiden deutschen Legenden D1 und D2. Erst Pastor Keller hat sie in der sog. Kellerschen Legende (K) aufgeführt.

 

An selbigem ort, wo die Schaff weideten, ware kein waßer, deßwegen S: Wendel sein gebett zu Gott verrichtet + seinen Hirtenstab mit großem Vertrauen in die Er stieße und durch Gott eine frische Brunquell hervor brachte. dieser brun ist noch jetziger zeit unweit von der stadt S: Wendel vierkantig in Stein eingefast und S: WendelsBrunnen genant. Jährlich am Montag in der Creutz wochen wird er in der Proceßion von dem H. Pastor geweyhet, und von männiglich und allerley unheyl von Menschen und viehe abzuwenden, schier Täglich besucht. Nächst an diesem Brunnen, da jetz eine Capell und Eremitten Häußelein ist, steckte S: Wendel seinen stab widrum in die Erden, welcher angefangen zu wachsen, und zu einem großen Hambuchen Baum + zu werden, dieser ist alzeit S: Wendelsbaum genent worden, lang gestanden, und vor wenigen Jahren erstlich vergangen. Auff daß dieser diener Gottes seinem gebett und Betrachtung desto beßer abwarten könte, so schickte Gott einen Engel, der an deßen statt die Schaaff hütete: welchen lieben Engel S: Wendel ohne zweiffel vielmahl mit augen gesehen, und Mündlich mit ihm gered hat. Die Alte legend sagt auch, Christus selbst sey ihm offt erschienen, und hat zu seinem grösten Trost mündlich mit ihm geredt.

 

1562

Älteste urkundliche Erwähnung des Wendelsbrunnens: Hauperts Schumacher tauscht den Rech an der Höhe gegen Wilhelm Derschdorfs Feld beim

St. Wendelsborn.

 

21. Januar 1584

Der Eigentümer der Jungferngüter verkauft Wiese und Brunnen an die

Familie Dussard.

 

1641

Der Wendelsbrunnen wird repariert.

1656

Der Wendelsborn erhält einen Opferstock.

 

1682

Nahe bei dem heil. Brohnnen, Wendels=Brohnnen genannt, haben die Verwalter  des sogenannten Doussarts=Guts aus sich ein kleines Betthäusgen in eine damals existirte Wildnuß gebauet.

Verwalter des Dussartsgutes war die Familie von Hame!

 

1697

Pfarrer Nikolaus Keller legt im 1697 angelegten Kirchenbuch der Stadt und pfarrey St. Wendelin" fest, daß zu St. Annen oder Wendelßbrunnen vor der Stadt Meß soll geschehen. Eine stille Messe kostet 12 albus, eine hohe oder singmeß 18 albus.

 

1704

Der Einsiedler Goergen Henrich baut das Bethaus zu einer Kapelle um, so schlecht aber, und in den Grund hingesetzt worden, daß es mehr einem Keller als einem Oratorio ähnlich. Außerdem errichtet er das erste Klausnerhäuschen von purem Holz

 

1705-1714

Nach Henrichs Tod besetzt Damian Hartard von Hame (1665-1718), Verwalter des Dussard-Gutes, die Klause mit zwei alte Eheleut. Nachdem diese auch mit Tod abgegangen, wohnt ein anderes älteres Ehepaar dort.

 

18. April 1715

Karl Joseph von Lothringen, Erzbischof von Trier, erläßt eine Ordnung für das aus seiner Sicht ungeregelte eremitische Leben in seiner Diözese.

 

1719

Nikolaus Riehm bewirbt sich um die Stelle als Eremit bei St. Wendelsbrunnen; er wird akzeptiert und behält die Stelle bis 16. April 1753. Das ältere Ehepaar zieht in die Klause bei der St. Annenkapelle (heute Golfplatz).

Riehm fällt schon bald unangenehm auf.

 

14. September 1732

Bruder Johann Friedrich Werner wird Riehm zugeteilt, in der Hofnung, wie dieser ein sitzsamer und frommer Mann, er würde selben zur standsmäßiger Conduite bringen. Nach einem Jahr gibt Werner auf und zieht weg.

 

10. Juli 1735

Das Grundstück ist von der Familie Dussard an die Christophel Richters Erben übergegangen. Die verkaufen es am 10. Juli 1735 an Franz Ernst von Hame.

 

1741

Nickel Riehm wird um Stellungnahme gebeten, warum er dem Treffen der Eremitenkongregation in Schankweiler ferngeblieben ist. Er antwortet mit einem langen Brief und schreibt: auf dem Capitul nicht erscheinen könnte besonders da nur ein bein und auf zwey Krücken gantz beschwerlich gehen muß

 

27. März 1747

Timotheus Lindemann, Eremit von St. Wendel, antwortet auf Anschuldigungen, er habe an einem Freitag beim lutherischen Pfarrer in Dirmingen Fleisch gegessen und sich betrunken.

 

8. Mai 1747

Der Visitator der Eremitagen in den deutschen Dekanaten des Luxemburger Eremiten-Kapitals berichtet: es findedt sich daß 2 brüder eremiten sich in der Clauß bey St. Wendelß brunnen aufhalten, welche sich weder dem trierischen undt auch nicht dem luxemburgischen Capitell wollen untterwerffen

 

16. April 1753

Riehms Verhalten wird untragbar; auf einen Befehl des Trierer Weihbischofs antwortet er: Er wollte lieber, daß ihne 20 tausend Deufel nehmeten, ehe er den bischöflichen Befehl gehorchete. Am 16. April 1753 wird er ausgezogen und fortgewiesen.

 

1753

Franz Ernst von Hame läßt den Wendelsbrunnen renovieren.

 

1755

Franz Ernst von Hame läßt das alte Bethaus abreißen und die Wendelsbrunnenkapelle errichten.

 

16. September 1756

Der Trierer Erzbischof wird um die Erlaubnis gebeten, in der Capellen ad fontem Sti patroni nostri Wendalini (Kapelle am Brunnen unseres heiligen Patrons Wendalinus) heilige Messen und Andachten feiern zu dürfen (Einsegnung), wie es auch vor dem Neubau der Fall gewesen ist.

 

10. Dezember 1756

Vertraglich wird festgelegt, daß das Opfer am Brunnen und in der Kapelle der Pfarrkirche gehören. Diese kümmert sich im Gegenzug um den Erhalt der Kapelle. Den Schlüssel erhält der Ortspfarrer. Eigentümer von Kapelle und Klause ist und bleibt die Familie von Hame.

 

22. September 1758

Laut Julius Bettingen wird an diesem Tag die Wendelsbrunnenkapelle der hl. Margaretha, Königin von Schottland, und der hl. Maria Magdalena geweiht. Bislang ist unbekannt, aus welcher Quelle Bettingens Daten stammen.

 

1758

Der Maler Francisco Freind aus Bernkastel illuminiert den Altar und die Standbilder in der Kapelle und erhält dafür 171 Gulden Arbeitslohn (illuminieren = farblich fassen)

 

13. Mai 1761

Der Eremitenbruder Robert Daniel wird im Alter von etwa 48 Jahren von Räubern umgebracht.

 

1. Juli 1772

An den Verkauf der beiden Eremitenhäuser zu St. Annen und St. Wendelsbrunnen (die Kapelle mit eingeschlossen) durch die Erben der Familie von Hame einerseits und dem St. Wendeler Pfarrer Heinrich Josef Braun und seinen Schöffen anderseits werden Bedingungen geknüpft:

 

So soll das von Hamische Familienwappen immer in der Kapelle zu sehen sein, außerdem sollen mehrere geschlossene Stühle linker Hand vor dem Altar stets den Nachkommen und Erben der Familie zur Verfügung stehen.

 

Im gleichen Jahr erhält der Wendelsbronnen eine neue Steinfassung, auch der Weg zur Kapelle wird neugestaltet. Dafür gibt die Pfarrei 242 Gulden 3 albus aus.

 

1773

Die Pfarrkirche verkauft die Klause an die Eremitenkongregation zu Marienburg, wodurch die hiesigen Eremiten Miteigentümer am Gebäude werden.

 

1774

St. Wendelsbrunnen hat drei Eremiten: Heinrich Schmitz, Alexius Zimmermann und Xaverius Uhl.

 

11. Juli 1777

Aleixius Zimmermann stirbt und wird bei der Kapelle am Brunnen begraben

 

1788

Bei der Neuvermessung des St. Wendeler Bannes wird auch die Parzelle mit der Wendelsbrunnenkapelle erfaßt:

 

Die Wendels Capell samt Wohnhaus, Garten, Wießen und Ackerland, einseits das Ackerland in der Lanz Dell und der Clam, Anderseits auch Acker Land bey Wendelsborn, oben die Clam und Ackerland, unten folgendes

 

1788 gehörte der Kirche knapp ein Viertel der gesamten Fläche (6 von 26 ar), während gut 3/4 Bruder Heinrich Schmitz gehören (ca. 20 ar). Schmitz Anteil wird Jahre später an die die Kirchenfabrick von St. Wendel übergehen.

 

Neujahrstag 1794

Am Neujahrstag plündern französische Truppen Kapelle und Klause. Was sie nicht mitnehmen können, wird zerschlagen und verbrannt, darunter die Statuen der Heiligen Wendalinus, Rochus und Sebastian auf dem Altar. Der Schaden an der schönen Wendelsbrunnen Kapelle wird mit 150 Gulden beziffert, davon 100 Gulden allein für entwendetes Weißzeug und Meßgewänder. Die Eremiten Arsenius und Heinrich Schmitz werden auf der Flucht beschossen und verletzt. Sie kehren in die verwüstete Klause zurück. Schmitz läßt die Statuen einige Jahre später aus eigenen Mitteln ersetzen.

 

1797

Der Eremit Bruder Henrich vom Wendelsbrunnen muss jährlich 18 Reichstaler an hiesige Kirche abgeben. Dafür darf er das gewirck und andere Victualien, welche in die Capelle geopfert werden, für sich behalten. Das notwendige Wachs stellt die Pfarrei.

 

3. September 1807

Heinrich Schmitz, Eremit in der St. Wendels Capell, versucht, sich seinen Lebensabend zu sichern. Er schließt mit dem Küster Johann Joerg aus St.Wendel einen sog. Alimentenvertrag ab: Schmitz schenkt Joerg, sein Wohnhaus, Gärten, Hof etc bei der genannten Kapelle. Der Besitz geht gleich über, das Eigentum mit seinem Tod (sog. Schenkung unter Lebenden). Dafür sorgt Joerg für Schmitz bis zu dessen Lebensende.

 

30. Dezember 1809

Artikel 36 des Kayserlichen Dekrets vom 30ten Dezember 1809 regelt die Einkünfte der Kirchenfabrik:

 

Die Einkünfte jeder Kirchenfabrik bestehen:  aus dem Vermögen der Bruderschaften, und überhaupt aus allen jenen Gütern, die durch unsere verschiedenen Dekrete den Kirchenfabriken sollten überwiesen werden.

 

30. Mai 1811

Der alte Eremit Bruder Henrich von Wendelsbrunnen (hat) schon am 21ten Jänner letzthin, wegen kränklichen umständen, den Wendelsbrunnen Verlaßen und hält sich bei Küster Joerg auf. Joerg läßt die Kapelle durch seine Söhne pflegen und behält das Opfergeld für sich. Die Mitglieder der Kirchenmeister Stube zu St. Wendel (Pfarrverwaltungsrat) berufen sich auf das Kaiserliche Dekret von 1809, setzen Henrich Schmitz als Eremiten ab und verlangen von Joerg alle Schlüssel. Schmitz hat keinen Zutritt mehr zur Kapelle. Sein Nachfolger wird kurzfristig der Witwer Peter Riotte (1748-1812), bis ein neuer Eremit gefunden ist.

 

23. April 1812

Jakob Vock aus St. Wendel (1778-1825) wird der nächste Klausner.

 

Im gleichen Jahr wird die Nepomuk-Statue, die zuvor 62 Jahre nahe der Brücke in der Brühlstraße in der Blies lag, am Brunnen aufgestellt.

 

2. Oktober 1814

Heinrich Schmitz bittet den Kirchenvorstand, ihm als Ausgleich für die vor vielen Jahren von ihm privat erworbenen Standbilder in der Kapelle nach seinem Tod jährlich eine Andacht lesen zu lassen. Der Kirchenvorstand lehnt ab; stattdessen wird die Kaufsumme auf seine Schulden bei der Kirche angerechnet  sofern er den Betrag nachweisen kann. Krämerseelen.

 

1827

Johann Klein aus Eischen (1801-1854) wird Eremit auf der Kapelle.

 

4. September 1828

Die Wendels-Brunnen-Gesellschaft wird aufgelöst, das Vereinsvermögen, bestehend aus einer Hütte mit Schützenstand auf dem Gudesberg, zwei Säulen, drei Tischen und über 200 Glasflaschen, offiziell versteigert.

 

1838

Die Pfarrei erteilt der Stadt St. Wendel die Genehmigung, eine Wasserleitung vom Wendelsbrunnen in die Stadt zu legen. Die Stadt regelt einen Großteil der städtischen Wasserversorgung über diese Leitung

 

1843

Im Preußischen Urkataster sieht man die Kapelle, das Eremitenhaus, ein kleines Gebäude oberhalb desselben am Hang, die Brunnenanlage und die Brunnenstube. Eigentümer des gesamten Geländes ist die katholische Kirche.

 

29. Juli 1846

Am Rhein gibt es ein Erdbeben, dessen Auswirkungen genauestens untersucht werden. Das Epizentrum liegt im Großraum St. Goar.

 

Im Kreis St. Wendel sind folgende stärkere Zeichen vorgekommen: zu Berschweiler stürzten Kamine ein, zu Freisen stürzten am Kirchenbau Streben von den Gerüsten herab, auch wurden in einigen Mauern Risse bemerkt.

 

Nach den Aussagen des Eremiten auf der Wendelskapelle bei St. Wendel ist der dortige Brunnen eine kurze Zeit lang nach dem Phänomen nicht mehr gelaufen, hat aber darauf sein Wasser in verstärkter Quantität wiedergegeben.

 

Im gleichen Jahr veröffentlicht Bärsch seine Beschreibung des Regierungsbezirks Trier, basierend auf Daten des Jahres 1843. Danach besteht der Wohnplatz Wendelsbrunnen aus einer Kapelle und einem Wohnhaus, in dem zwei Männer katholischer Konfession wohnen.

 

(vermutlich) 1854

Nachfolger Johann Kleins ist Wendel Hahn aus St. Wendel (1809-1879). Hahn ist ein lediger Bruder von Kleins Schwägerin Maria Helene Hahn. Im Zivilberuf ist er Metzger. Sein offizieller Titel ist Kapellenverwalter.

 

24. November 1858

Der Kaplan Johann Matthäus Friedrichs aus St. Wendel bittet um die Erlaubnis, eine Anzahl jener h. Messen, welche gemäß dem Willen der betreffenden Wohlthäter in der Kapelle des h. Wendelinus celebrirt werden sollten, zu der gewöhnlichen Taxe in der Pfarrkiche zu feiern (). Der Gottesdienst in der Pfarrkirche nämlich und die ungünstige Witterung haben es schon mehrere Wochen unmöglich gemacht, zur Feier der h. Messe nach der Kapelle zu gehen, und den Winter hindurch wird es wenig Gelegenheit dazurgeben, so daß ich in mehreren Monaten nicht im Stande bin, die bereits schon längst angenommenen Stipendien zu absolvieren. Schon längst würde ich keine mehr angenommen haben, allein Viele legen einfach das Geld hin, um sich dadurch ihres gemachten Versprechens zu entledigen.

 

3. August 1869

Der St. Wendeler Pfarrer Creins hat einen Kreuzweg in der Kapelle zu Wendelsbrunnen aufgestellt, der am 15. August nachmittags 3 Uhr durch einen Fater des allheiligsten Erlösers von St. Joseph in Trier eingesegnet werden soll. Er bittet um Erlaubnis des Generalvikariats.

 

1879-1890

Der Schneider Friedrich Conrad Gerber aus St. Wendel (1825-1890) wird Verwalter auf der Wendelsbrunnenkapelle.

 

1890-1922

Gerbers Nachfolger ist der Schuhmacher Christian Karl Rebmann aus Kirn (1849-1922), dessen Ehefrau Helene Thomann aus dem Dreieck stammt. Als Mitglied des 3. Ordens ist er Bruder auf der Wendalinuskapelle.

 

Februar 1896

Kaplan Seibert von Sulzbach bei Saarbrücken beantragt eine Genehmigung, um am 2. August mit dem katholischen Jünglings- Und Arbeiterverein von Hünerfeld und Sulzbach ab Bahnhof St.Wendel mit Musik geschlossen zur Wendelskapelle zu ziehen und anschließend im Gesellenhaus sich einzufinden, um dort einige Theaterstücke aufzuführen. Der Erlös soll der Pfarrei Sulzbach-Hünerfeld zugute kommen.

 

um 1900

Der alte Name Wendelsbrunnenkapelle verschwindet aus dem Sprachgebrauch. Die Leute sprechen und schreiben nur noch von der Wendelskapelle; ihr Hauptaugenmerk verlagert sich vom Brunnen auf die Kapelle.

 

1905

In der Zeitschrift des Vereins für rheinische und westfälische Volkskunde erzählt der aus Namborn stammende Franz Massing von den besonderen Bräuchen seiner Heimat:

 

An 4 Samstagen jedes Jahres, den sogenannten Halfeiertagen arbeiten die Bewohner der Ortschaften Bliesen, Winterbach, Oberthal und Namborn nichts auf dem Felde, nähen und stricken nicht, sondern gehen zum grössten Teil wallfahrten. Ihr Ziel ist die Wendalinuskapelle bei St. Wendel. Auf ein mit der Glocke morgens gegen 9 Uhr gegebenes Zeichen sammelt sich Alt und Jung bei der Kirche und ziehen dann in einer Prozession unter Gebet zu vorbezeichneter Stätte. Die vier Tage sind der Samstag vor Weihnachten, der letzte Samstag im alten und der erste im neuen Jahr und der Tag vor Pfingsten. Dieser Gebrauch verdankt seine Entstehung einem schweren Gewitter, das einst diese Gegend schrecklich heimsuchte und alles zerstörte. Um Gott zu bitten, dass er derartiges verhüte, beschlossen die Einwohner an den oben bezeichneten Tagen zur Wendalinuskapelle zu wallfahrten. Diese Tage hat man gewählt, weil der Samstag der Mutter Gottes geweiht ist und weil die Leute an diesem Tage die beste Zeit haben.

 

1922-1938

Der Kaufmann Karl Baldes aus Wiebelskirchen (1859-1938) wanderte 1883 nach Amerika aus (Wilkes Barre, Pennsylvania), dort starben Ehefrau und Tochter. 1914 kehrte er zurück und wohnte in Oberlinxweiler, wo ihm die Inflation sein ganzes Vermögen raubte. Er wurde Hilfsförster auf dem Missionshaus und dann 1922 Eremit auf der Wendelskapelle. Am 4. Oktober 1938 stürzte er im Kapellenweg vor ein fahrendes Auto und erlitt einen Schädelbruch, an dessen Folgen er starb.

 

1939-1964

Baldes Nachfolger waren der St. Wendeler Küster Wilhelm Hammerschmidt (1886-1966) und seine Ehefrau Maria Katharina geb. Lauer (1889-1970). Da die Küsterwohnung von Organist Endres belegt war, zogen die Hammerschmidts in die Klause bei der Wendelskapelle.

 

 

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