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St. Wendel hat heute sieben Apotheken.

 

Die Alte Apotheke blieb bis in 1924 die einzige in St. Wendel.

 

=> Wendalinus-Apotheke, 1924:

In diesem Jahr wurde dem Apotheker Kockerols die Konzession zur Errichtunge einer zweiten Apotheke in St. Wendel von der Regierung des Saarlandes erteilt. Die Apotheke öffnete ihre Pforten im Juni 1925 in der "Mott" (in gemieteten Räumen des Hauses Neurohr).

 

Die Einrichtung dieser neuen Apotheke führte nicht bei allen Bürgern zu Begeisterungsstürmen, was sich in der damaligen Presse deutlich widerspiegelt.

 

Es gab kritische Anfragen ?

 

"St. Wendel, 18. März. Sicherem Vernehmen nach soll die zweite von der Reg. Kommission für St. Wendel genehmigte Apotheke in den bisher von der Landesgenossenschaftsbank (Hotel Knoll) innegehabten Räume errichtet werden. Warum legt man die beiden Apotheken so nahe zusammen, ist das zweckmäßig für die Bevölkerung?"

 

? und beißenden Spott ?

 

"St. Wendel, 1. April. Endlich! Endlich! Endlich! Ab heute ist die von der Bürgerschaft so lang ersehnte Apotheke eröffnet. Und wirklich, die St. Wendeler Bürger haben allen Grund, stolz auf diese eben so nützliche wie notwendige Einrichtung zu sein. Fundiert sie doch auf dem Boden der allerletzten und neuesten wissenschaftlichen Forschungsergebnisse, zumal sie Medikamente repräsentiert, mit deren Hilfe es möglich ist, schwerste Leiden, akute und chronische, zu heilen. Medikamente die man sonst nur an den Zentralstellen medizinischer Kliniken und Universitäten usw. erhalten konnte. Um der Bürgerschaft den Segen dieser modernen Einrichtung an einigen Beispielen zu demonstrieren, lud die Leitung der Apotheke sie vergangener Woche zu einem Probeabend ein. Ein bis auf den letzten Platz gefüllter Saal bewies das rege Interesse der Eingeladenen, die von und ganz auf ihre Rechnung kamen. Zu Thema stand: "Behandlung von Darm= und Asthmaleiden." Ein wie schweres und weit verbreitetes Leiden diese Krankheit ist, bewies die hohe Zahl der sich freiwillig meldenden Versuchspatienten (15). Der Versuch war ein glänzender Erfolg. Von den 145 Versuchspatienten wurden 11 nach einem wohltuenden Durchfall von ihrem Leiden befreit. Der Erfolg ist umso höher zu werten, als sämtliche Patienten in Abwesenheit behandelt wurden. Und das Medikament! Eine einfache schwarze Pille, die man nicht einmal selbst zu nehmen braucht. Für diejenigen, die an chronischem Durchfall leiden, empfahl der Mediziner weiße Pillen. Die Entdeckung dieser neuen und einfachen Heilmethode wird besonders demjenigen große Freude machen, die wegen ihrer sitzenden Lebensweise am meisten unter Verdauungsschwierigkeiten leiden."

 

? und Erklärungsbedarf:

 

"St. Wendel, 25. Sept. 1925. Da über die Diensteinteilung der beiden Apotheken in St. Wendel immer noch Unklarheit herrscht, sei nochmals mitgeteilt, daß die Lohmann'sche Apotheke vom 1.-15., die Wendalinusapotheke vom 16.-30. bzw. 31. eines jeden Monats Nachtdienst und Sonntagsdient versieht. Die dienstfreie Apotheke ist jeweils nachts und Sonntags völlig geschlossen zu halten. ? Die Ansicht, diese Regelung sei für St. Wendel durch eine besondere Verfügung der Regierungskommission getroffen, ist irrig. Vielmehr handelt es sich hier um eine Verfügung des Mietgliedes der Reg.-Kommission für die Abteilung Volkswohlfahrt und Gesundheitswesen vom 23. April 1922, die den Dienst der Apotheken des ganzen Saargebietes allgemein regelt, und die mit Errichtung der zweiten Apotheke in St. Wendel hier ohne weiteres in Kraft trat."

 

1934 wurde sie in die Bahnhofstr. 5, in das Anwesen Bubel (wiederum gemietete Räume) verlegt und nach dem Tod von Apotheker Kockerols am 1. Juli 1940 von Apotheker Theodor Buschmann übernommen. Die heutige Wendalinus Apotheke wurde von 1952 - 1954 nach den Plänen von Professor Krüger aus Saarbrücken erbaut und am 2. August 1954 eröffnet. Nach dem Tod seines Vaters 1969 hat der damals 33 jährige Günther Buschmann die Wendalinus Apotheke übernommen. Am 1. Januar 2002 übergab Guenther Buschmann nach 32 Dienstjahren die Wendalinus Apotheke an seinen Sohn Joachim Buschmann, der diese jetzt in der dritten Generation leitet.

 

=> Glockenapotheke, 1959:

Sie wurde 1959 von Apotheker Dr. Claus Schneider in der Bahnhofstraße 17 eröffnet. Nach zehn Jahren übergab er sie an Apothekerin Ilse Gabler, die sie bis ins Jahre 1986 betrieb. Seitdem wird sie von Apotheker Josef Fischer geführt.

 

=> Apotheke am Brunnen, 1962:

Die Apotheke in der Balduinstraße 56 wurde 1962 von Apothekerin Anneliese Ambos eröffnet. Sie führte sie bis 1998. Ihr Nachfolger, Apotheker Seng, übergab sie nach einem Jahr an ihre heutige Betreiberin, Apothekerin Inka Speicher-Hesse.

 

=> Luisenapotheke/DocMorris, 1963/2007:

Die ehemalige Luisenapotheke in der Bahnhofstraße 28 wurde am 14. Januar 1963 von Apotheker Toni Angel eröffnet. Seit der Übergabe an seine Tochter, die Apothekerin Antoinette Angel, am 1. Januar 2007 ist sie eine DocMorris-Apotheke.

 

=> Bliesapotheke, 1967:

Am 4. Mai 1967 eröffnete der Apotheker Elmar Landwehr aus St. Wendel in der Brühlstraße 19 seine Bliesapotheke und führte sie bis 31. Dezember 2004. Mittlerweile hat die Apotheke Eigentümer und Standort gewechselt und wird von Apotheker Joachim Buschmann in der Jahnstraße 4 betrieben.

 

=> Annenapotheke, 1974:

Apotheker Werner Clüsserath stammt von der Mosel und kam nach St. Wendel, um sich einen Traum zu erfüllen. Im Oktober 1974 eröffnete er im alten Gewerkschaftshaus neben dem Hochhaus seine "Annen-Apotheke". Aus Platzgründen zog er 1987 hundert Meter weiter in die St. Annenstraße 18, das eine ganze Zeit früher den Fliesenleger Klos beherbergt hatte. 1996/97 ließ er dann auf dem Gelände gegenüber dem Hochhaus ? dort, wo sich zu Sägewerkszeiten der Holzplatz befand ? ein neues Geschäftshaus erbauen, in dessen Erdgeschoß die neue Annen-Apotheke eingerichtet.

 

=> Sebastianus-Apotheke, 1972-2005:

Apotheker Otmar Kessler eröffnete seine Apotheke in der Wendalinusstraße am 14. April 1972 und schloß sie wieder am 28. Februar 2005.

 

=> Apotheke im Globus, 1996.

Sie wurde von Apotheker Raimund Buchholz eröffnet. Seit 15. Januar 2010 führt sie die Apothekerin Tanja Pradler.

 

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