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Stadtführung -> Ein Streifzug durch die St. Wendeler Geschichte

Ein Spaziergang durch die St. Wendeler Geschichte

 

Die Stadt St. Wendel besteht seit der Gebietsreform im Jahre 1974 aus 16 einzelnen Orten mit einer Gesamteinwohnerzahl von etwa 28.000 Einwohnern. Einer dieser Orte ist die Kernstadt St. Wendel mit knapp 10.000 Einwohnern.

 

Dieses Gebilde "Kernstadt" gibt es in seiner jetzigen Form und Ausdehnung seit dem Jahre 1859, als die drei Gemeinden Alsfassen, Breiten und St. Wendel zur Stadt St. Wendel zusammengeschlossen wurden. Alsfassen und Breiten sind heute keine Stadtteile im klassischen Sinne, sondern Vororte ohne eigene Verwaltung.

 

Die bekannte Geschichte von St. Wendel ? und damit ist ab jetzt stets die Kernstadt gemeint ? beginnt im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt. Im Jahre 2000 wurde in den Ruinen eines römischen Landhauses im Vorort Alsfassen ein Ziegelfragment mit einer Inschrift gefunden: SEVIRI. Das "E" identifizierte ein spanischer Archäologieprofessor (Treffpunkt: Internet) als ein "pompeianisches 'e', das in Rom bis zur Zeitenwende, in den Provinzen, also hier bei uns, bis etwa 100 nach Christus verwendet wurde. Daraus läßt sich schließen, daß die Anlage in Alsfassen zwischen null und hundert nach Christus gebaut und bewohnt wurde.

 

 

Sie wird vermutlich bis zum Ende der römischen Herrschaft bewohnt und dann aufgegeben. Weiter geht es dann erst 200 Jahre später im 7. Jahrhundert. Im Jahre 634 vermacht ein merowingischer Adeliger namens Adalgisel genannt "Grimo" der Kirche von Verdun per Testament seine bis nach Holland und Belgien verstreut liegenden Güter, u.a. auch die Ursprünge der heutigen Benediktiner-Abtei in Tholey. Etwa 10 Jahre darauf kauft der spätere Bischof von Verdun, Paulus mit Namen, den Ort "Basonis villare" aus eigenen Mitteln für die Kirche von Verdun. Paulus stirbt im Jahre 642. Da Tholey aber schon 634 zu Verdun kommt, muß dieser Kauf zwischen 634 und 642 geschehen sein.

 

Wie kommen wir nun darauf, daß es sich bei diesem "Basonis villare" um einen früheren Namen St. Wendels handelt? Nun, im 11. Jahrhundert wird in einem Heiligenkalender des Klosters Stablo (heute Stavelot in Belgien) der Kultort des heiligen Wendalinus mit dem Namen "Basenvillare" bezeichnet. Und da es nur einen Kultort für den heiligen Wendalinus gibt, muß dieses "Basenvillare" oder "Basonis villare" identisch sein mit dem späteren St. Wendel.

 

Die Wallfahrt zum heiligen Wendalinus setzt vor dem Jahr 1000 langsam ein und wird schließlich überregional, so daß der Name des Heiligen den alten Namen der Siedlung verdrängt. Aus "Wir fahren nach Bosenweiler zum heiligen Wendel" wird "Wir fahren in die Stadt des heiligen Wendalinus" und schließlich "Wir fahren nach St. Wendel".

 

Über den heiligen Wendalinus wissen wir so gut wie gar nichts. Er wird zum ersten Mal im 10. Jahrhundert in einem Buch über die Geschichte des Bistums Metz genannt, also über 300 Jahre nach dem Datum, an dem er nach heutiger Lesart gestorben sein soll. Von der Person, die im Hochgrab der Wendalinusbasilika bestattet ist, wissen wir noch viel weniger, anhand ihrer Ruhelage aber immerhin, daß sie vor dem Jahr 1.000 nach Christus beerdigt wurde.

  

 

Die Reliquie dagegen, die in diesem Sarg ruht, das ist der Heilige Wendalinus. Es gibt mehrere verschiedene Geschichten über diese Reliquie, die sog. Legenden. Bis heute wird im allgemeinen Verständnis kein Unterschied gemacht zwischen dem toten Mann und der Reliquie. Daraus erklärt sich, daß die Legenden ? auf welchem wahren Kern sie auch immer beruhen mögen oder auch nicht ? von vielen Menschen als tatsächlich Geschehenes angesehen werden. Daraus resultiert z.B. die heiß diskutierte Frage, ob Wendalinus aus Schottland oder Irland stammt. Hier werden Theologie und Historie vermengt, was angesichts des gedanklichen Hintergrunds beider Grundsätze nicht geschehen dürfte. Denn die Theologie beruht auf dem Glauben, während die Historie auf belegbaren Fakten beruht (zugegeben, auch hier kommt die Fantasie oft auch nicht zu kurz). Und Glauben läßt sich nicht nur nicht faktisch belegen, es besteht auch überhaupt keine Notwendigkeit dazu. Insofern ist es eine Suche nach der Herkunft des Wendalinus ohne jede Bedeutung. Wohl von Bedeutung sind die Folgen des Glaubens an den Heiligen Wendalinus: die Wallfahrten, die Umbenennung des Verehrungsortes, der Aufkauf desselben durch den Trierer Bischof im 14. Jahrhundert und seine systematische Förderung bis ins späte 15. Jahrhundert. Ohne den Heiligen Wendalinus wären St. Wendel und seine ganze nähere Umgebung heutzutage nur eine Ansammlung kleiner Ortschaften ohne jedwede Bedeutung. Bei der seit ein paar Jahre anhängigen Suche nach einer Leitfigur für unsere Stadt und ihre Bewohner ? auf Neudeutsch: Image-Figur (sprich: Immitsch-Fieguhr) sollten wir dies nicht vergessen.

 

 

Im frühen 13. Jahrhundert gehört St. Wendel dem Herzog von Lothringen. Er verkauft Teile der Stadt an die Grafen von Saarbrücken und Kirkel. Kurz nach 1300 taucht ein neuer Spieler auf, das Erzbistum Trier. Dessen "Chef" ist der Erzbischof und Kurfürst Balduin von Luxemburg, er kauft in den 1320er Jahren nach und nach die Grundstücke und Häuser der Herren aus Saarbrücken und Kirkel auf und verleibt sie dem Trierer Kurstaat ein; die Pfarrei St. Wendel verbleibt noch ein ganzes Jahrhundert im Bistum Metz. Balduin organisiert den Neubau der Burg (das heutige Gelände zwischen Schloß- und Grabenstraße, Mia-Münster-Haus und Schloßplatz) und beginnt den Um- und Ausbau der katholischen Pfarrkirche.

 

Mitte des 15. Jahrhunderts wird Nikolaus Krebs aus Bernkastel-Kues, den die Menschen ob seiner Herkunft "Cusanus" nennen, Herr der Pfarrei. Unter seiner Ägide wird der Umbau der Basilika fertiggestellt und entstehen die auf der ganzen Welt einzigartigen Wappenmalereien. Auch die Steinkanzel, die zweitälteste datierte in Deutschland, beruht auf einem Geschenk des Cusaners, der als einer der bedeutendsten Kleriker, Wissenschaftler und Philosophen des ausgehenden Mittelalters gilt. Seine Bedeutung für St. Wendel wurde über viele Jahre hinweg unterschätzt oder gar heruntergeredet, und einzelne einsame Rufer ignorierte man geflissentlich. Doch heuer hat eine junge Wissenschaftlerin in ihrer Dissertation über die Stiftungen des Nikolaus von Kues auch St. Wendel in den Mittelpunkt ihrer Forschungen gerückt ? die Zukunft wird zeigen, was daraus wird.

 

 

 

Stadt und Amt St. Wendel bleiben bis zur französischen Revolution eine weitab im Südosten gelegene Exklave des Kurfürstentums Trier. Im Juni 1815 wird Napoleon bei Waterloo besiegt und nach St. Helena verbannt. Im Wiener Kongress wird das bisher französisch besetzte linke Rheinufer unter den Siegern aufgeteilt. Der Großherzog von Oldenburg erhält die Gegend um Birkenfeld und errichtet das Fürstentum Birkenfeld, das bis vor den Zweiten Weltkrieg existiert. Das alte Amt St. Wendel kommt zusammen mit der Umgebung von Baumholder an Herzog Ernst von Sachsen-Coburg; doch der will es eigentlich nicht. Gleich vom ersten Tag an versucht er, das sog. "Fürstenthum Lichtenberg" wieder zu verhökern. Er bietet es den Preußen an, doch die wollen es nicht. Und auch sonst niemand. Also bleibt er vorerst auf seiner "coburgischen Colonie" sitzen. Die coburgischen Beamten, die er zur Verwaltung herschickt, wissen genau: die Versetzung nach St. Wendel ist kein Privileg, sondern eine Strafversetzung. Anfangs geht alles noch sehr gut, und die St. Wendeler ? gewohnt, daß ihr Herrscher etwas weiter weg residiert ? fügen sich gut. Doch mit der Zeit wird auch der einfachste Mann gewahr, daß Herzog Ernst weniger das Wohl seiner hiesigen Untertanen im Sinne hat als vielmehr das Füllen seines stets bedrohlich leeren Staatssäckels. Alles, was nicht fest angelegt ist, wandert nach Coburg. Seine hiesigen Beamten sind so geübt darin, daß Rücklagen für längerfristige Projekte nach der Winterpause einfach verschwunden sind. Die Bürger murren, und die Beschwerden häufen sich.

 

Im Jahre 1832 kommt es zum Eklat. In Kellers Wirtschaft, dem sog. "Roten Haus" (heute Spinnrad), treffen sich ein Rechtsanwalt, ein evangelischer Pfarrer, ein Schullehrer und ein Notar und planen eine Reise nach Hambach in der Pfalz. Von dort zurückgekehrt, beginnen sie, aufrührerische Reden zu schwingen. Darin ist von solch absurden Dingen wie "Demokratie" die Rede. Stellen Sie sich das vor: das Volk soll bei wichtigen Entscheidungen mitabstimmen und seine eigenen Regierungsvertreter wählen ? völlig absurd. So sieht es auch der der coburgische Regierungspräsident. Als vor dem Roten Haus gar ein Freiheitsbaum gepflanzt und trotz wiederholtem Auffordern nicht entfernt wird, kommt es beinahe zu gewalttätigen Ausschreitungen.

 

 

Coburg bittet die Preußen um Truppen. Doch bevor diese einrücken, entspannt sich die Lage wieder etwas. Doch richtig ruhig wird es nie mehr. Ernst zieht schließlich die Notbremse und verkauft seine "coburgische Kolonie" 1834 für eine ansehnliche Summe an die Preußen. Was bleibt, ist die kollektive Erinnerung an Herzogin Luise, die Ex-Frau von Herzog Ernst, die dieser nach der Trennung in Coburg nicht mehr dulden kann und deshalb in die Kolonie ins Exil schickt. Sie ist die Urururur-(plus-minus ein weiteres "ur)-großmutter des britischen Thronfolgers Prinz Charles, und ihr Schicksal erinnert frappierend an das ihren zeitlich so weit entfernten Nachkommen. Was außerdem bleibt, ist ein Spitzname. "Du mußt zu den Coburgern", so sagten die Leute auf dem Land zu jemanden, der in die Hauptstadt des Fürstentums mußte, um dort auf der Verwaltung etwas erledigen zu lassen. "Ich fahre zu den Coburgern", sagte jemand, der nach 1834 nach St. Wendel auf den Markt fuhr. Damals war "du bist ein Coburger" schon ein Grund, dem Sprecher eins auf die Nase zu geben. Heute geben die meisten St. Wendeler stolz an: "Ich bin ein Coburger!"

 

Ab 1834 teilt St. Wendel das Schicksal der meisten Teile des späteren Saarlandes: Erst werden wir preußisch, dann kommen wir nach dem Ersten Weltkrieg unter die Verwaltung des Völkerbundes. Gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrages sollen die Saargebietler aber 1935 darüber abstimmen, wie ihre Zukunft aussehen soll, deutsch, französisch oder weiter unter Verwaltung des Völkerbundes. Über 90 Prozent der Bevölkerung entscheiden sich für Deutschland und wählen damit - ob direkt oder indirekt, das mag dahin gestellt sein - die Nazis. Das 1000-jährige Reich ist nach 10 Jahren vorbei (jedenfalls hat es für das Saarland gottseidank nicht länger gedauert). 1945 besetzen die Amerikaner die Stadt und überlassen sie im Juli des gleichen Jahres den Franzosen. Deren Präsenz - am Schluß (und zwar seit dem Friedensvertrag im Zuge der deutschen Wiedervereinigung) nur noch in Form der Garnison in der ehemaligen deutschen Kaserne am Weg nach Winterbach - währt bis Ende des vergangenen Jahrtausends.

 

 

 

1947 entsteht der für viele Betroffene ungeliebte Saarstaat. Das Saarland als eigenständiger Staat mit wirtschaftlicher und militärischer Anbindung an Frankreich. 1955 dürfen die Saarländer wieder abstimmen, diesmal über die Annahme oder Ablehnung des sog. "Saarstatuts", in dem dieses unabhängige Staatsgebilde bestätigt werden soll - oder nicht. Aber die Antipathie gegenüber den Franzosen ist zu stark; dazu kommt, daß die Regierung unter Johannes Hoffmann sich nicht grad mit Ruhm bekleckert. Einem Vergleich mit der ehemaligen DDR hält das Regime an der Saar in puncto "Brutalität" gewiß nicht stand - die Erschießungen dort wurden zu Ausweisungen hier. Wer nicht den Mund hielt oder linientreu war, wird kurzerhand ausgebürgert.  Die Abstimmung basiert dann auch mehr auf "aus-dem-Bauch-Gefühlen" als rationalen Gedanken (aber welche politische Abstimmung tut dies nicht? "Eene-meene-ming-mang!" wie es Joachim Fernau so treffend in seiner Geschichte der Griechen ausdrückt). Mit über 70 Prozent geht Adenauers Plan baden. Die Alternative ist das, was das "Volk" will. Und so wird das Saarland 1957 politisch und 1959 wirtschaftlich an die Bundesrepublik Deutschland angegliedert - als erstes neues Bundesland.

 

 

Schlendern wir heute durch St. Wendels Innenstadt, dann sehen wir immer wieder ältere Gebäude, doch bis auf zwei oder drei Ausnahmen ist keines davon älter als 300 Jahre. Über die Gebäude des Mittelalters haben wir nur vereinzelt Informationen ? abgesehen von der katholischen Pfarrkirche. Im 16. Jahrhundert kommt es zu mehreren großen Bränden, die große Teile der mittelalterlichen Bauten zerstören. Der 30-jährige Krieg führt die Stadt durch wiederholte und heftige Fouragezahlungen zwar fast in den völligen Ruin, aber dafür läßt er die Gebäude innerhalb des Mauerrings in Ruhe und die Menschen weitgehend am Leben.

 

Das dicke Ende kommt dreißig Jahre später.

 

Während des holländischen Krieges ? nur einer von vielen nach dem Dreißigjährigen ? legen sich die französischen "Nachbarn" mit jedem an, der ihnen Gelegenheit bietet. Nur Kurtrier, zu dem St. Wendel gehört, erklärt seine Neutralität. So eine Neutralität ist eine feine Sache, solange sie akzeptiert wird und die sich neutral erklärende Partei die Finger von Sachen läßt, die sie nicht unmittelbar angehen. Als die Franzosen das mehr oder minder benachbarte Lauterecken angreifen, bitten die Menschen dort Kurtrier um Hilfe. Und Trier ist dumm genug, diese Hilfe zu gewähren. Damit ist die Neutralität zum Teufel, und nach der Einnahme und Schleifung Lautereckens nehmen sich die französischen Truppen die kurtrierischen Städte vor. Kusel brennt, Merzig brennt, und Anfang Februar 1677 stehen die Franzosen vor St. Wendel.

 

Die Bürger wissen, was ihnen bevorsteht, und der Stadtschultheis Philipp von Hame versucht, die Truppen unter dem französischen General Claude de Thiard, dem Comte de Bissy (sprich: Klood de Tiaard, Komd de Bissie), durch Verhandlungen zur Einsicht zu bringen. Doch sie verstecken sich hinter ihrem königlichen Befehl und ordnen an, des Abends alle Frauen und Kinder in der Kirche in Sicherheit zu bringen.

 

Das Reiter- und Fußvolk wird von einem Engländer kommandiert, der dafür bekannt ist, daß er sich auf das schreckliche und grausame Mordbrennen versteht. Nachdem alle in der Kirche sind, ziehen die Truppen, die fast ausschließlich aus Söldnern bestehen, in die Burg ein.

 

Eine zeitgenössische Quelle, die im Stadtarchiv in Trier aufbewahrt wird, schildert die Ereignisse im Detail:

 

"Umb zehen Uhr des Nachts wurde die Trummel gerühret

und kamen darauff die Soldaten in der finsteren Nacht

wie die Teuffel und Höllische Furien über die Schloß= Brücken gelauffen,

 ein jeder etliche Stroh-Fackeln unter den Armen

und eine brennende in der Hand haltent

womit sie / ein ieder an seinem assignirten Orth /

also in allen Ecken der Statt Feuer einwürffen

daß bald darauff die gantze Statt in heller Flamme gestanden."

 

Die genannte Schloßbrücke lag ungefähr dort, wo heute die Alte Apotheke steht.

 

 

 

Aber damit lassen sie es noch nicht genug sein. Am 5. Februar kommen sie wieder, um alles, was noch steht, endgültig zu zerstören. Sie entfachen den Brand neu und stecken auch das Schloß in Brand. Und drohen mit Plünderung, Mord und Verwüstung, falls die Bürger nicht binnen zwei Tagen alle Mauern selbst einreißen werden. "Was also der Feind nicht getan, das haben die armen Bürger aus Furcht selbst gemacht - aus Furcht, der unbarmherzige Feind könne die angedrohte Strafe vollziehen. Haben das wenige, das der Brand nicht völlig eingeäschert hat, selbst umgerissen und dem Erdboden gleichgemacht."

 

Der entsetzte Augenzeuge schließt seinen Bericht:

 

"Ein solches Weheklagen und Mordbrennung ist nicht genugsam zubeschreiben;/ Gott der Allerhöchste wolle sich der armen Unterthanen erbarmen und ferneres Mordbrennen gnädiglich abwenden."

 

Von der Zerstörung bleiben nur fünf Gebäude verschont, und davon stehen heutzutage auch nur noch drei: die Pfarrkirche, die Magdalenenkapelle (vermutlich) sowie das Cusanische Haus oben an der Kirche (wurde 19. Jahrhundert niedergelegt). Das fünfte Gebäude war das Haus der Freifrau von Soetern. Es befand sich im Geviert zwischen Dreieck, Josef-, Marien- und Hospitalstraße der Josefstraße und wurde 1801 abgerissen. Und natürlich das Wohnhaus des Bürgermeisters in der Schloßstraße (heute die Gastwirtschaft "Canape"). Der Rang hat schließlich seine Privilegien.

 

 

Und deshalb sind alle anderen Häuser der Stadt jünger zumindest als 1677. Einige stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ? wie z.B. das Bruch'sche Haus oben am Dom, das durch die Jahreszahl 1710 im Stein oberhalb der wunderschönen (ehemaligen) Eingangstür auf sein Baudatum durch die italienische Kaufmannsfamilie Vacano hinweis. Die meisten anderen aber aus dem späten 18. Jahrhundert oder sogar noch später. Natürlich sind die Kellergewölbe unter den meisten Häusern wesentlich älter und reichen zum Teil bis ins späte Mittelalter zurück. Wie die Krypta der ehemaligen Magdalenenkapelle, die im Jahr 1318 ersterwähnt wird. Oder der Keller unter "Strobbels", der zur Zeit in eine Galerie mit Cafe umgebaut wird. Oder der Kellerraum tief unter der Schloßstraße, den man nur über die Kellerräume in Schaadts erreichen kann. Und natürlich die unzähligen Gänge unter der Stadt, die von Haus zu Haus reichen und sogar zum Dom, die jeder kennt, aber die noch nie jemand so richtig gesehen hat.

 

Übrigens: All dieses ? und noch viel mehr - erfahren Sie jeden Samstagmorgen um 11 Uhr bei der Stadtführung. Treffpunkt: am großen Portal der Basilika.

 

Ihr Stadtführer Roland Geiger

 

 

Historische Forschungen · Roland Geiger · Alsfassener Straße 17 · 66606 St. Wendel · Telefon: 0 68 51 / 31 66
E-Mail: rolgeiger(at)aol.com · (c)2009 hfrg.de

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