Schriftzug

Lieber Bruder!

Daß ich weder lüderlich noch faul gewesen bin, da für bei-

liegende Zeugnisse. Die Abschrift stimmt mit der Urschrift

überein, wovon ich dich überzeugen werde, wenn ich einmal

werde wieder nach Trier kommen.

In Betreff der Ausgaben von vorigem Semester bemerke ich

folgendes an. Sie waren für                Köln. Rtlr

die Miethe monatlich                          7

Mittagessen für uns beide monatlich     10

Stiefelputzer                                    1

Frühstück und Abendessen zusammen   55

Bücher                                            14

Collegien                                         80 bthr

Schneiderrechnung                            11 bthr

 

Vorschuhen von 4 Paar Stiefel, Wäsche u sonstige Ausgaben das Uebrige

 

Von Miethe, Kost und allem wo für bestimmte Taxes sind,

bekommt man natürlich keine Rechnungen, und wir haben

auch keine Quittungen genommen. Die Bücher= und Schneider-

rechnung aber und die vom Frückstück etc habe ich noch, und ich

würde sie mitgeschickt haben, wenn nicht die vom Morgen- und

Abendessen eine ganze Composition wäre und sie also nicht

bequem eingelegt werden kann;  ich werde sie aber mitbringen,

wenn ich wieder nach Hause komme.

 

Davon blieben nun zu bezahlen übrig die 11 b(erliner) th(ale)r, für den Schnei-

der und 34 bthr Collegiengelder. Meine Ferienrechnung von 18 bthr

kam noch dazu, und weil wir in ein anderes Speisehaus gehen

mußten, auch 5 Thlr für einen Monat Mittagessen für mich.

Beim Antritt dieses Semesters waren also gleich 68 Bthr zu

zahlen.

 

Dazu schicktest du uns 40 Bthr. Von diesen nahm ich 18 für die

Kleiderrechnung, 11 für den Schneider, 5 für’s Essen, und 6 hiesige

Thaler für einen Monat Mittagessen des Nicola im neuen Speise-

hause! - Die 34 Bthr Collegiengeldes waren damit also noch nicht

entrichtet. Ich wurde eingeladen, und auf meine Erklärung

daß ich sie unmöglich jetzt begleiten könnte, daß ich es

[die letzten Zeilen kann ich nicht entziffern]

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