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Geschichte(n) -> Mühlen in St. Wendel und Umgebung -> 1598 Steegener Mühle bei Asweiler Erbbestand

Ich Johannes Von Gottes gnaden Pfaltzgave,

bey Rhein-Herzog In Bayers _raue Zu Veldentzen

und Sponheim, bekennen und thun kundt, hiermit

für uns, unsere Erben und nachkommes, daß

wir unserem Underthanen und leibs angehörigen

Heinrich Schwartzen von Lichtenberg uff st_cki bey

uns beschehen underthenig anhalten und bitten

gnedig Zu gelaßen, und bewilligt haben, daß er

fr sich, und seine Erben, eine mahl Mühl mit

einem gang, an den waßerfall die Freyß ge-

nandt, uff dem Aaßweiller Triesch bey dem

Bruelgen Pfull, Zwischen Aaßweiller und

Steegen,  In unserem ampt Nafelden gelegen

uffrichten, und bauen möge, also, und derge-

stalt, daß er solche Mühl uff seinen selbst

Eigenen Costen und gentzlichen ohne unser, od.

unserer Erben und underthanen Zuthun uff-

bauen solle, was auch dieselbe als auffer-

bauwen ist, soll er und seine erben, dieselbige

mit dem lauffenden geschirr und aller zu

gehörde, In guetem west_tlichen Bauwe

und besserung alß erhalten, und solche gar In

keinen abgang kommen zu laßen, sondern der

gebur handt haben soll, damit deme Jenigen

so wohl unsere, als frembder Herrs unterthanen

die bey Ime mahlen laßen werden, und Zu

anderen mühlen nicht gebandt, gut und Recht

 

(Seite 4)

schaffen, auch befurdersamb gemahlen werden, und

er auch seine Eben, nach gesetzteren Pacht, desto

beßer heraus geben mögen. Er soll aber auch

in allweg die Mahl gäste mit dem Malter

nicht ubernemen oder sie uber fortheilen, sondern

einem Jedenn sein frucht zu nutz und guet mahlen,

und sich an dem geordneten molter, nemblich

von Jedem Malter, daß Jenig so die Zunft ord-

nung vermag, und nicht mehr Zu nehmen gemegen

laßen, und sich der maßen Verhalten, damit

man mit billigkeit uber ihren Zue Clagen nicht

ursach habe, auch die Mähler so Zu andern unsern

umbliegenden Mühlen gebannet, von denselben

nicht an sich Ziehen, oder abwendig machen, Er

soll auch diese Mühl wan sie er bauwet ist

ohne unser, oder unserer Erben, vor wißen

und bewilligung, nicht verpfenden, verkauffen

viel weniger in andere wegen beschweren, od(er) ver-

eußern, sondern da Je solche verkaufft werden

müße, soll sie unß und unsern Erben Zuvorderst

angebotten und In billigem werck verändern

gelaßen werden, alles bey vermeidung unserer

und unserer erben unnachläßigen straff, auch

verlust dieser unserer Jme gegebenen Erbbe-

ständtniß,   Dargegen soll obgedachter

 

(Seite 5)

Heinrich Schwartzen, und seine Erben, uns und

unseren Erben, Järlich uff Martini, und

darmit uff Martini dieses Acht und Neuntzigsten

Jahrs anZufahren, In unserer Kellerey und

Hauß Nofelden, Zu einem bestendigen Erb

Pacht, ohne unser Zu thun, Costen und Schaden

liefferen, fünff malt(er) Frucht halb Korn und

halb Habern, gueter dürrer trückener frucht

kauffmanß guet und Nofelder maßung

und soll dieser Pfacht wie obstehet uff necht

künfftig Martini, dieses Acht und Neuntzigsten

Jahrs, daß erste mahl, und also furters, alle

Jahr bestendiglich und erblich gelieffert

werden, und damit wie solches Pfachts und

erblichen, mühlen Zienß, desto gewißer und hab

haffter sein, so hat vorgemelter erbbe

stender, fur sich und seine Erben nicht allein

angeregte Mühl mit Jrem lauffenden ge

schier, und aller beßerung, zu einem Rechten

warhen Underpfandt eingesetzt, sondern auch

deßwegen, Zu nach mehrer Versicherung, zu Recht

wahren burgen gestelt, Lauwers Jacoben, Und

Kargen Micheln beye Jnnwohner Zu Wolffers

weiller, also und dergestalt wan er bestend

an entrichtung des Järlichen Pachts oder Zienßes

seumig sein würde, daß als dan wie bemelte

 

(Seite 6)

Zwen Bürgen an all Jrem hab und gueters an Zu

greiffen, und waß unsers außstandts halben

an Jnen Zuerholen, gut fug und macht haben

sollen, so lang und viel biß wir deßelbigen

durch uns vergnügt sein werden. Jn maßen

so die burgen das an Eydts stat gelobt

haben, Jn demfall Burgen Recht zu leisten

Jnmaßen unß dan auch wan dem bestender

deßwegen ein Reuerß (Revers) ubergeben worden,

deßen Zu Urkundt haben wir unser Rechen

Cammer Secret, an diesen brieff wißentlich

henkgen laßen, dergeben ist uff den 20ten

Monats Tag Februarii Anno Christ 1598

 

(ohne Seitenzahl)

 

Mühl zwischen Steeg M: und Aßweiler belegen betr.

 

Obig Wolffers weyller Zwischen Steegen undt

Aaßweyler ist Von alters eine Mühl

gestanden, welche Vermög der Nohefelder

Jahrs Kellerey Rechnung fol: 76. b. Palmes

bästen zuestendig geweßen, Undt anno

1604. Von selbigem Zue Pfacht entrichten

hab. 2 m(al)t(e)r Korn 2 faß Habere, besagte

Mühl ist vorm alten Krieg Verfallen

undt innerhalb 50. odter mehr Jahren

nicht in elle geweßen, also auch nichts

gebrahct. Undt findten sich keine Erben

auch keine gueth dar Zue alß 2 kleine

stückelger Grumetz nechß bey der Mühle

darvon di eine ohnlängst versetzt.

 

Nun were Hanß Me_ssen Cuntz Zue Gimb=

weyller nicht Ungeneyget besagte Mühl

vor seinen Ältesten Sohn Johannes Cüntzen

annoch ledigen standts wieder Uff zu richten

wann Ihme gen. Herrschaft solche eygenthumblich

uff zu bauen ___ Vergönnthen, Undt

ob er die versetze Stücklein grumeth wieder

ermögte läßen, begehrt wegen der Uffbauung

2. Jährigte freyheit der pfachts

Die folgende Jahr werde Zwar Ihme etwas

weil Er mehr nicht entrichten alß 6 faß

Korn 6 faß haber St: ½ th an gelte.

 

Seint der orthen nemglich steegen undt

Aaßweyller aber d wonhäußer nicht

vorhanden und steht die Mühl gantz alleine

Werde besorglich anoch Zue Zeiten schwerlich

beßer ahnZuerbringen. Waß darin

weiter Zue thun, berechet Uff _gantz

Verhalttungs befelch. Lichtenberg

Am 29ten Mertz 1684

 

_eyßer Keller

Seite 55

 

An den Keller Le_Z__

zu lichtenberg

 

wann Hanß Mertzen Küntzen zu

Gimweiler die von 50. Jahren

darnieder gelegene Mühl

Oberhalb Wolffersweyler

zwischen Steeg und Aaßweiler

für Herrn __ Johann Cüntzer

wiederaufbawen u: eigentümblich zu besitzen gedenkt,

woher nochmal zu _entigen, ob

Er nicht wenigst an die Geltt

des alten Pfachts so da gewesen 9. Mtr halb korn u: haber zu behandlen

wehre, da er dann schrifftlich

darumb selbsten suppliciren,

der _ fals weg bo_. kellner

Joh. Seb. Reyser auch, wann

von - sein Vohrhaben, damit fest stellen - an wen - auch wie

hoch das wiesen stücklein

versetzt, doch noch Unter

wachsen seye, berichten und

schleunig _ ordnung erwarten

könnte

___ 5. April ao 1684

 

(den Rest kann ich nicht lesen)

 

 

(Seite 59)

ST:Mfeck ??? 8. Aug ao 1684

Hanß Martin Cuntzen Sohn zu Gimbweyller Jo=

hannes Cuntzen ist die Vorhabende Mühl zu Gimbweyler

dergestalt Vergönt worden, daß er wegen solcher

Ufferbauung 2. Jahr freyheit undt folgende 8. Jahr

Jedes 6. faß Korn 6. faß Haber und ½ Rthlr.

ahn geldt nach Verfließung des 8. Jahr Jedes Zahlen

solle; 1 mtr korn .1. mtr haber undt 1 R. ahn

geldt Undt weilen selbige ein pletschmühl welche

auß mangel Waßers Sommer Zeithen wenig mahlen

kann, were Er ohnmaßgeblich nach Verfließung der

letztern 8. Jahr ohne fernere anmeldung bey dießen

gesetzten gefaht Zu laßen. Lichtenberg

den 7ten August 1684

 

Reyßer Keller

 

darnach ist also der

Ufsatz zu befördern

ut supra

pkto Jhzbg

Seite 75

 

Extract

Nohefeldter Kellerey Rechnung

 

Nota: Palmen Basten Mühl zu Steegen, welche Hans Becker zu Wolfersweyler Anno 1604 in handen gehabt, Undt wie fol. 196 in selbiger Rechnung zu sehen 2 mtr. Korn 2 mtr. Habern ao 1634 fol. 70 aber 2. mtr. 4 faß korn und 2 mtr. 4 faß habern, ist abgebrandt.

 

NB: Mertten Cüntz Verlangt daß in der Bestandnuß möchte eingerumbt werden

1. daß der bestandnuß brieff Uff Ihn den Vatter Mertten Cüntzen gerichtet werde

2. daß die wordt möchten geändert werden, daß es Von diesem keine Herrschafftl. Mühle sondern eine Erben Mühl geweßen, wie im obigen Extract zu sehen

3. sagt Mertten Cüntz Er hette in gegenwarth H. E. Direcotris mehr nicht Versprochen alß nach Verfließung der 8. Jahr einen beständigen Pfaht, nemblich 1. mlr korn. 1. mlr. Habern undt 1 R. ahn geldt, und daß Er anderst selbe Uffzubawen nicht gedenke.

4. Beschwehren sich selbe Leüthe wegen des Tax geltts wollen die beständnuß brieff nicht lößen.

 

Reyser, Keller

 

(neben 3. steht am Rand: Ist corrigirt, demnach nun anders zu fertigen)

(neben 4. steht am Rand: Refribatur: ob dieser Bestandbrief nun wohl 5. oder mehr mahl habe geschrieben.

S: Vihl Zeit darzu angwendet worden nicht, so ja nicht umb sonst zu begehren, doch ____g___ mit Ihrer noch billigkeit handlen

 

Lichtenberg d. 30ten August 1684

Nohfelden (?) 2, 7bris ao 1684

 

(unterschrift nicht lesbar)

 

Quelle: Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 24 Nr. 1051

eigene Abschrift

 

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