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St. Wendelin -> Rufer und Bogenschütze

 

Im vorderen Drittel der Decke des Mittelschiffs der Wendalinusbasilika in St. Wendel sieht man u.a. diese beiden Bilder, die sich quasi gegenüberstehen.


Der Rufer im Süden, der Bogenschütze im Norden. Der Rufer sitzt in Hockstellung, hält beide Hände an den Mund und ruft. 

 

Der Bogenschütze befindet sich in vollem Lauf, er hält seinen Bogen in Schußposition vor sich. Die linke Hand hält den Bogen, die rechte hat die Sehne weit nach hinten gespannt. Oben auf dem Bogen sitzt ein grüner Vogel. Der Bogen zielt ungefähr auf einen dicken schwarzen Vogel, der seinen Blick abwendet. Der Pfeil ist ungewöhnlich lang und ragt weit über den Bogen hinaus. Seine Spitze sieht ungewöhnlich aus: sie ziert ein stumpfer Gegenstand.

 

Der Grund dafür liegt darin, daß der Jäger zwar den Vogel töten, aber die Federn nicht unnötig beschädigen will. Eine ähnliche Waffe verwendete man bei der Kleintierjagd, etwa auf Hasen. Die stumpfe Waffe betäubte oder verletzte das Tier, beschädigte aber nicht sein Fell.

 

In welchem Zusammenhang der Rufer zu dem Jäger steht, bleibt vorerst ungeklärt.

 

Historische Forschungen · Roland Geiger · Alsfassener Straße 17 · 66606 St. Wendel · Telefon: 0 68 51 / 31 66
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