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Carl Nikolaus Riotte -> Carl Nikolaus Riotte in Preußen -> 26.08.1848 Bitte um Vermeidung von Kränkungen

Angesichts der bevorstehenden Wahlen für die verfassunggebenden Versammlungen in Berlin und Frankfurt entwickelten sich zwei Bewegungen zu Gruppierungen, die Frühformen politischer Parteien gleichkamen. Zunächst entstand der Politische Klub, der sich »1. die Begründung der konstitutionellen Monarchie und die Fortbildung der konstitutionellen Verfassung mit möglichst ausgedehnter Volksberechtigung und 2. die Gründung eines einigen Deutschland«5 zum Ziel gesetzt hatte. Die »Volksstimme« erschien seit Ende April zweimal wöchentlich; im gleichen Turnus wurden Mitgliederversammlungen durchgeführt. Der Ausgabe vom 26. 8. 1848 entnehmen wir Ausführungen des Vorsitzenden Riotte (LHA Koblenz, Abt. 403 Nr. 6582, Bl. 73). Er trug die Bitte vor, »daß alle Mitglieder des Klubs — unbeschadet einer männlich-freien Meinungsäußerung und Offenlegung ihrer politischen Grundsätze — alles vermeiden mögen, was eine Kränkung und Erbitterung Andersgesinnter hervorgerufen geeignet und als nur darauf hinzielend zu betrachten sei. Der Politische Klub achtet jedes Mannes Ansicht, erkennt wie sich so jedem andern das Recht voller Geistesfreiheit zu und verschmäht es, auf den unvermeidlichen Sieg der Wahrheit und Freiheit bauend, seine Gegner mit ungesetzlichen oder unlauteren Waffen zu bekämpfen« Zu den führenden Persönlichkeiten des Klubs, die auch die ersten Volksversammlungen organisiert hatten, zählten u. a. Bohnstedt, Bracht, Elberding, Hecker, Heintzmann, Dr. Höchster, Körner, Riotte und Römer, von denen uns die meisten später im Sicherheitsausschuß wiederbegegneten. Zu der überdurchschnittlich großen Gruppe von Akademikern gehörten besonders viele Juristen.

 

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Aufstand der Bürger - Revolution 1849 im westdeutschen Industriezentrum

Herausgegeben von Klaus Goebel und Manfred Wichelhaus

3. erweiterte Auflage, Wuppertal 1974

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