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Carl Nikolaus Riotte -> Carl Nikolaus Riotte -> Hermann Riottes Brief von 1897

Wiedergabe eines Briefes, den Hermann N.F. Riotte am 24.10.1897 an den Pastor Johann Riotte geschrieben hatte.

 

    Zwickau, den 24.10.1897

    Ständige Adresse, Leipzig, Gr. Fleischergasse 6/11.

    Sehr geehrter Herr Pfarrer

    Verzeihen Sie, daß ich Sie solange auf eine Antwort auf Ihre freundliche Anfrage habe warten lassen. Die Familie Riotte interessiert mich wie Sie, und ich trage mich schon seit zwanzig Jahren mit einem Romanstoff, der unter dem Titel "Die Enkel" einen Teil der Geschichte derselben behandeln soll.

    Wir sind zweifellos nahe verwandt, da der alte Staatsprokurator (Johann Nikolaus Riotte) in St. Wendel mein Großvater war Ich bin ein Sohne von Carl Nikolaus Riotte, dessen jüngstem Sohne, der 1848 nach Texas auswanderte, wo ich meine Jugend verlebte. Ein Bruder meines Großvaters (Anton Riotte) hatte viele Söhne, die zahlreiche Nachkommen hinterließen und ich nehme an, daß Sie einer derselben sind, so daß wir entfernte Vettern wären. Ein Bruder meines Vaters, mein lieber Onkel, Justizrat Ferdinand Riotte, lebt als achzigjähriger (85) in St. Johann-Saarbrücken.

    Ich hatte noch 4 Brüder, von denen leider nur einer noch (Walter C. Riotte) am Leben ist. Er besitzt bedeutende Plantagen in Costa Rica, wo mein Vater viele Jahre amerikanischer Gesandter war Der jüngste meiner Brüder (Robert Riotte) starb leider im Juli dieses Jahres dort am Gelbfieber. Der Älteste (Eugen Nikolaus Riotte) war Bergmann, studierte in Frieburg (Sachsen) und fiel leider einem Unfall zum Opfer, der ihn beim Minenbetrieb in Nordcarolina traf. Ein Bruder (Pedro Rotte) starb im Jahre 1882 in Meran (Tirol).

    Meine Mutter war eine geborene Wallrath aus Trier, wo mein Vater, irre ich nicht, Assessor am Landgericht war, als er sie kennenlernte. Er war zuletzt vor 1848 Direktor der Bergisch-Märkischen Bahn in Elberfeld, wo nebst mir drei meiner Geschwister geboren wurden.

    Zwei Schwestern wohnen hier in Europa. Die eine, Frau Maria von Schröter, geb. Riotte, besitzt ein großes Gut bei Constanz (Tägerwillen) in der Schweiz, wo auch die guten Eltern begraben liegen. Sie kehrten 1874 nach Europa zurück und der Vater war Amtsgerichtsrat in Colmar (Elsaß), wo ich auch mehrere Jahre verlebte. Die andere Schwester ist mit einem Hans von Aufsehß verheiratet und lebt in München.

    In Amerika leben noch verschiedene Riottes, die mit uns verwandt sind. Es sind meist Leute, die ehrlichem Tagwerk nachgehen. Auch lebt in New-Mexico ein Sohn einer Schwester meines Vaters namens Knauer

    Über die Riotte "s, die dort in Ihrer Nähe wohnen, werden Sie besser orientiert sein als ich. Sollten Sie meinen Onkel und Kusinchen Sophie in Saarbrücken nicht kennen, würden dieselben sich freuen von Ihnen zu hören. Es ist möglich, daß ich im Laufe des Winters als Wander-Redner (Rezitator) in Ihre Nähe kommen werde, dann werde ich mir die Freude machen Sie aufzusuchen.

    Ich bin Familienvater und wohne in Leipzig, wo außer meiner vortrefflichen Frau drei erwachsene und zwei kleinere Kinder hausen und wohlaufgehoben sind.

    Mit freundlichem Gruß Hermann Riotte

 

source: Winfried Riotte

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