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St. Wendelin -> Das Gemälde an der Tür zum Südturm der Wendalinusbasilika

Das Gemälde über dem Südturm

 

Besucher, die die Wendalinusbasilika in St. Wendel betreten, betrachten diese am optimalsten von zwei Stellen - entweder von "hinten" aus dem Chorraum in das Kirchenschiff - also von Osten nach Westen - oder von "vorn" vor der Glastür ins Westwerk durchs Schiff in den Chor.

 

Jeder betrachtet natürlich die Decke des Schiffs und versucht - sofern er sie nicht als hübschen Schmuck abtut - sich in Deutungen: welche Person steckt hinter den Wappen, warum sind sie dort oben in dieser Reihenfolge angebracht. Etc.

 

Kaum jemand - und das ist sehr schade - betrachtet sich den Südturm etwas genauer. Oh, manche Leute gehen hindurch beim Betreten oder Verlassen der Kirche und erfahren dabei - so sie einen Kundigen dabei haben - vom Sendgericht und der Baldaschwélla Kisch. Aber wer fragt sich schon, was sich eigentlich über dem Innengewölbe des Südturms und unter seinem Dach befindet? Denn wenn man sich den Turm von außen anschaut und die Höhe des Innengewölbes in Relation setzt, erkennt man, daß sich über dem Gewölbe noch ein Raum befinden muß.

 

Aber wie kommt man dort hinein?

 

Von außen nicht. Und durch den Turm auch nicht. Aber von innen, vom Kirchenschiff aus, sieht man in schwindelerregender Höhe eine kleine rechteckige Tür, die nach innen - also in den kleinen Raum - hinein zu öffnen ist.

 

Auf dieser Holztür kann man bei guten Lichtverhältnissen Figuren, Linien, Farben erkennen. Manfred Schröder aus Selbach hat mit starkem Tele dieses Foto geschossen:

 

 

 

Das Türblatt besteht aus linkem und rechtem Seitenstück sowie etwa vier Türhölzern dazwischen. Sie bilden zwei Hauptteile, eine schmale obere Türfüllung sowie eine wesentlich größere darunter. Beide Teile sind durch ein Metallband miteinander verbunden, das sich auf der linken Seite etwas gelöst hat.

 

Auf dieses Band wurde mit schwarzer Farbe ein Türbeschlag aufgemalt, der wie die drei anderen Türbeschläge ? einer darüber, zwei darunter ? auf der falschen Seite der Tür aufgemalt ist, da diese links angeschlagen ist. Die gemalten Türbeschläge zeigen aber von rechts nach links.

 

In der unteren Häfte des Türblattes sieht man die rechte Hälfte eines nackten Oberkörper s? etwas unterhalb der Brust beginnend - mit halbem Kopf und halbem Heiligenschein. Auf dem Kopf ? innerhalb des Heiligenscheins ? scheint eine Krone zu sitzen. Die Gesichtszüge sind teilweise vom untersten schwarzen Beschlag bedeckt.. Der rechte Arm ist seitlich ausgestreckt, die Hand hält das Oberteil eines Stabes.

 

Umrahmt wird die Viertelfigur von einem goldenen Ring, der vermutlich in der Gesamtaufnahme die Figur vollständig umschlossen hat.

 

 

 

Im oberen Teil der Darstellung sieht man fünf Lichtstrahlen, die von oben nach unten strahlen und deren Ursprung von rechts oben außerhalb des Bildes stammen.

 

Darunter sieht man ein breites Schriftband, auf dem der Buchstabe ?S? erkennbar ist.

 

Es scheint, daß das Bild auf der Tür früher einmal Teil eines größeren Bildes war. Aber welches?

 

 

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