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Luise und Maximilian

Coburgisches in St. Wendel in alten Notariatsakten

 

Nach ihrer Scheidung von Ernst I, Herzog zu Sachsen-Coburg und Altenburg, heiratete die nach St. Wendel ins Exil geschickte Herzogin Luise von Sachsen 1826 den jüngeren Maximilian von Hanstein, Graf zu Pölzig, den ihr ihr Ex-Mann ein Jahr zuvor nach St. Wendel nachgeschickt hatte, damit er auf sie aufpaßt (mittlerweile fragen wir uns ernsthaft, ob sich das wirklich nur nach Ironie anhört oder ? aber das ist eine andere Geschichte).

 

Im Jahre 1831 ließ Maximilian von Hanstein bei zwei Gelegenheiten Mobiliar in grösseren Mengen öffentlich versteigern. Ein Grund mag gewesen sein, dass das Ehepaar St. Wendel verlassen und sich in Südfrankreich niederlassen wollte. Die zweite Versteigerung fand am 20. August statt, 11 Tage vor Luises Tod. Der Anlass sind wohl eher finanzielle Gründe gewesen. Allein die Kosten der Ärzte, die von Hanstein aus eigenen Mitteln bezahlen muss, betrugen 17.666 Gulden. Doch dagegen waren die Erlöse aus beiden Versteigerungen - 2.196 Gulden bei der ersten und 1232 Gulden bei der zweiten - wohl eher ein Tropfen auf dem heissen Stein.

 

Beide Versteigerungen finden wir heute im Landesarchiv Saarbrücken im Bestand "Notariat St. Wendel" unter den Akten des Notars Ludwig Bonnet, der in den 1830ern zusammen mit seinem Kollegen Friedrich Hen in St. Wendel tätig ist.

 

Die Versteigerungen umfassen mehr als elfhundert Gegenstände des gewöhnlichen Lebens eines für St. Wendeler Verhältnisse ungewöhnlichen Ehepaars in jener vergangenen Zeit. Angeboten und versteigert werden von Töpfen aller Art, "Hafen" (Mehrzahl "Häfen") genannt, über Stühle und Kleidung bis hin zu Wäsche-Koffern und Hasenställen. Vorhänge sind ebenso vertreten wie Bilder mit Rahmen und Küchenschränke.

 

Besonders nobel: ein "Wetschwood-Service", das im Rahmen der zweiten Versteigerung von Alexander Tosetti erworben wird. "Wedgwood" ist der Name des ältesten britischen Porzellanherstellers, gegründet im Jahre 1759.

 

In "Luise und Maximilian" werden diese beiden Listen zusammengefaßt und nach den Ansteigern sortiert. Ziel ist es herauszufinden, ob eines dieser über elfhundert Objekte die Zeiten überdauert hat und sich heute noch bei den Nachkommen der Ansteigerer wiederfindet.

 

Wenn Sie also einen der genannten Männer und Frauen in Ihrer Ahnenreihe haben und erkennen: "Mensch, diesen Stuhl, den kenne ich doch, der steht bei uns zuhause auf'm Speicher. Jetzt weiss ich endlich, wo der her ist", dann hat sich die ganze Arbeit mehr als gelohnt.

 

Als zusätzliches Schmankerl habe ich eine Abschrift des Ehevertrages Maximilian und Luise beigefügt.

 

A4, 60 Seiten

broschiert

 

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